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Wassilkowo (russisch Васильково, deutsch Neudamm (Dorf)) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Verwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.

Siedlung
Wassilkowo
Neudamm

Васильково
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Frühere Namen Neudamm (bis 1946)
Fläche 0,76 km²
Bevölkerung 4527 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 5957 Einwohner/km²
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238310
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 802 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 45′ N, 20° 35′ OKoordinaten: 54° 44′ 30″ N, 20° 35′ 0″ O
Wassilkowo (Kaliningrad, Gurjewsk) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Wassilkowo (Kaliningrad, Gurjewsk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Wassilkowo liegt nordöstlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg). Bis zum Zentrum der Oblasthauptstadt sind es sieben, bis zur Kreisstadt Gurjewsk (Neuhausen) vier Kilometer. Das Ortsgebiet erstreckt sich zwischen dem Leningrader Rajon Kaliningrads und der nordöstlichen Umfahrungsstraße der Stadt. Durch den Ort verläuft die Kaliningrader Ausfallstraße in Richtung Gurjewsk und Polessk (Labiau) (russische Fernstraße A 190).

Bis 1945 war das damalige Neudamm Bahnstation an der Strecke von Königsberg (Preußen) über Prawten (russisch: Lomonossowo) und Possindern (Rischtschino) nach Tapiau (Gwardeisk) der Königsberger Kleinbahn.

Im Norden des Ortsgebietes liegt das „Fort 2a Barnekow“, eines der Fortifikationsbauten Königsbergs, benannt nach dem preußischen General der Infanterie Albert von Barnekow (1809–1895).

GeschichteBearbeiten

Das bis 1946 Neudamm[2] genannte Dorf kam 1874 zum damals neu errichteten Amtsbezirk Bulitten[3] (russisch: Awangardnoje) im Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 lebten hier 92 Menschen[4].

Am 30. September 1928 verlor Neudamm seine Selbständigkeit und wurde mit dem Nachbarort Tropitten (russisch: Kumatschowo) nach Mandeln (nicht mehr existent) eingemeindet.

Nach 1945 kam Neudamm zur Sowjetunion. Der Ort wurde 1947 in Wassilkowo umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Saosjorski selski Sowet im Rajon Gurjewsk eingeordnet.[5] Im Jahr 1954 gelangte der Ort in den Bolscheissakowski selski Sowet. Von 2008 bis 2013 gehörte Wassilkowo zur Landgemeinde Bolscheissakowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.

KircheBearbeiten

Bis 1945 war die überwiegend evangelische Bevölkerung Neudamms in das Kirchspiel Neuhausen (russisch: Gurjewsk, heute Rajonshauptstadt) eingepfarrt. Das gehörte zum Kirchenkreis Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Herbert Schott.

Heute sind die meisten Einwohner, soweit sie konfessionell gebunden sind, russisch-orthodox. Bezüglich der evangelisch-lutherischen Kirchenstrukturen liegt Wassilkowo im Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg). Sie ist die Hauptkirche der in den 1990er Jahren entstandenen Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Neudamm
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Bulitten
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  5. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR vom 17. November 1947: Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad)
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)

WeblinksBearbeiten