Liski (russisch Лиски, deutsch Kingitten) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.

Siedlung
Liski
Kingitten

Лиски
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Frühere Namen Alt Kingitten (bis nach 1912),
Kingitten (bis 1946)
Bevölkerung 18 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238317
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 819 015
Geographische Lage
Koordinaten 54° 53′ N, 20° 48′ OKoordinaten: 54° 52′ 49″ N, 20° 47′ 55″ O
Liski (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Liski (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Liski liegt 26 Kilometer nordöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) und ist über die Kommunalstraße 27K-402 von Tschiakino (Rinau) an der Kommunalstraße 27K-070 aus zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Das ehemals Kingitten[2] – vormals zur Unterscheidung vom Wohnplatz und Vorwerk mit Braakstube Neu Kingitten[3] auch als Alt Kingitten bezeichnet – genannte Dorf gehörte mit seinem Ortsteil Brandt zu Rinau (heute russisch: Tschaikino) im Landkreis Königsberg (Preußen) im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen. Mit der Geschichte der „Muttergemeinde“ Rinau aufs engste verbunden kam Kingitten 1928 zur Landgemeinde Kropiens (russisch: Gajewo) und ab 1939 zum Landkreis Samland.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Kingitten ein Teil der Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Liski und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Saliwenski selski Sowet im Rajon Gurjewsk zugeordnet.[4] Später gelangte der Ort in den Marschalski selski Sowet. Von 2008 bis 2013 gehörte Liski zur Landgemeinde Chrabrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.

KircheBearbeiten

Vor 1945 war Kingitten aufgrund seiner mehrheitlich evangelischen Bevölkerung in das Kirchspiel Postnicken (heute russisch: Saliwnoje) eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Liski im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Marschalskoje (Gallgarben), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[5] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Kingitten
  3. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Neu Kingitten
  4. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  5. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info