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Partei der Humanisten

deutsche politische Partei
Partei der Humanisten
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Partei­vorsitzender Jan Steinhauser[1]
General­sekretär Dominic Ressel
Stell­vertretende Vorsitzende Philine Brosch
Schatz­meister Reinhard Loffl
Gründung 4. Oktober 2014
Gründungs­ort Berlin
Haupt­sitz Beilsteiner Straße 21, 12681 Berlin[2]
Aus­richtung Europäischer Föderalismus[4] Evolutionärer Humanismus[5]
Farbe(n) weiß schwarz magenta hellblau
Bundestagssitze
0/709
Sitze in Landtagen
0/1821
Mitglieder­zahl 1.363 (Stand: 10. August 2019)[3]
Mindest­alter 16 Jahre
Durch­schnitts­alter 36 (Stand: 26. März 2019)
Europaabgeordnete
0/96
Website diehumanisten.de

Die Partei der Humanisten (Kurzbezeichnung: Die Humanisten) ist eine 2014 gegründete Kleinpartei in Deutschland.

GeschichteBearbeiten

Die Partei der Humanisten wurde am 4. Oktober 2014 in Berlin gegründet.[6] Sie trat erstmals zur Bundestagswahl 2017[7] mit einer Landesliste in Nordrhein-Westfalen an.[8] Den Parteivorsitz hatte seit dem Bundesparteitag in Berlin am 26. und 27. Mai 2018 Robin Thiedmann inne, davor Felix Bölter. Am Bundesparteitag in Stuttgart am 27. und 28. Juli 2019 wurde Jan Steinhauser zum neuen Bundesvorstandsvorsitzenden gewählt.

Politische EinordnungBearbeiten

Die Partei der Humanisten beruft sich mit ihrer Politik auf den Evolutionären Humanismus. Auf ihrer Website bezeichnet sie sich als die „rational-liberale Partei der Moderne“.

Zu der seit 2006 inaktiven Humanistischen Partei bestehen keine Verbindungen.[8]

Die Partei der Humanisten hat eine ungewöhnlich lange Unvereinbarkeitsliste. Dies soll nach eigenen Angaben Probleme mit extremistischen Mitgliedern, wie sie z. B. die Piratenpartei gehabt habe, unterbinden.[9] Unter anderem sind die rechten Gruppen AfD, JA, Pegida, sogenannte Reichsbürger sowie Die Linke, Attac, Antifa und Occupy-Bewegungen auf dieser Liste. Aber auch religiöse Gruppen wie die Zeugen Jehovas, Opus Dei oder Salafisten können vom Parteibeitritt ausgeschlossen werden.[10]

Inhaltliches ProfilBearbeiten

Nach eigenen Angaben verfolgen die Humanisten einen kritisch-rationalen Politikansatz, der in besonderen Maße auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreift. So seien zwar die übergeordneten Ziele der Partei durch Werte begründet, der Weg zur Erreichung dieser Ziele sei hingegen für alle möglichen Politikkonzepte offen, und zwar unabhängig von der politischen Strömung, aus der die Konzepte stammen. Einzig entscheidend sei die Effektivität des Politikkonzeptes.[11]

Forderungen sind u. a.:[12]

  • Die Errichtung eines Föderalen Europäischen Bundesstaates mit einer Europäischen Verfassung. An die Stelle von Nationalstaaten sollen starke, sich selbst verwaltende Regionen treten.[13]
  • Die Krankenkassenleistungen sollen ausschließlich Maßnahmen evidenzbasierter Medizin mit wissenschaftlich nachgewiesener Wirksamkeit umfassen.
  • Maximale Meinungsfreiheit.
  • Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen.[14]
  • Die Legalisierung von Leihmutterschaft.[15]
  • Streichung des Gottesbezugs und anderer religiös begründeter Sonderrechte aus dem Grundgesetz, den Landesverfassungen und sonstigen Gesetzen.
  • Vereinfachung des Steuersystems durch kontinuierlichen Abbau von Ausnahme- und Sonderregelungen sowie der Abbau von Subventionen.
  • Die völlige Gleichstellung von Sexarbeit in Anlehnung an das neuseeländische Modell.[16]
  • Die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe.[17]
  • Eine Abkehr vom Kernkraft-Ausstiegsszenario bis 2022 hin zu einem geregelten Übergang zu neuen Kernreaktortypen, so dass die Versorgungssicherheit zu keiner Zeit gefährdet wird.[18]
  • Die Abschaffung der Indizierung, des strafrechtlichen Gewaltdarstellungsverbotes, von verbindlichen Altersfreigaben und des Verbotes verfassungswidriger Symbole in Videospielen.[19]
  • Die Abschaffung von Upload-Filtern, dem NetzDG und weiteren Gesetzen, die aus Sicht der Humanisten die Meinungsfreiheit im Netz bedrohen.[20]
  • Die Legalisierung von Abtreibungen ohne Indikation bis zur 22. Schwangerschaftswoche und die Abschaffung des Werbeverbotes für Abtreibungen.[21]
  • Die Deregulierung der Ladenöffnungszeiten.[22]
  • Die Abschaffung von Geschlechterquoten, insbesondere in Bezug auf das Gesetz zur Wahllistenparität in Brandenburg, als „zutiefst ideologiegetriebenes, verfassungs- und demokratiefeindliches Gesetz“[23]
  • Das strikte Verbot von religiöser Beschneidung an Kindern.[24]
  • Die Ausweitung des weltweiten Freihandels.[25]
  • Die Ablehnung eines verpflichtenden Dienstjahres für Schulabgänger als „Zwangsrekrutierung“.[26]
  • Die Legalisierung aller Drogen, jedoch nur für Erwachsene und kombiniert mit gesteigerter Aufklärung, sowie Produktion und Verkauf nur unter staatlicher Kontrolle.[27]
  • Technologischer Fortschritt und Offenheit gegenüber Technologien wie Gentechnik oder Stammzellenforschung.[28]
  • Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes in der Massentierhaltung zur Vermeidung von Resistenzen.[28]
  • Ablehnung der Zivilschutzklausel, die an allen deutschen Universitäten Forschung zu eindeutig militärischen Zwecken ausschließt.[28]
  • Das Aufrechthalten von Tierversuchen an nichtmenschlichen Primaten in der Grundlagenforschung, sofern noch nicht auf alternative Methoden zurückgegriffen werden kann.[28]
  • Förderung der Erforschung von In-vitro-Fleisch.[29]

WahlenBearbeiten

Bei der Bundestagswahl 2017 trat die Partei nur in Nordrhein-Westfalen an und erhielt 5991 Zweitstimmen, was einem Landesanteil von 0,1 % und einem Bundesanteil von 0,0 % entsprach.[30] Bei der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018 nahm der Landesverband Bayern im Wahlkreis Oberbayern teil[31] und erreichte dort 0,1 % der Gesamtstimmen.[32] Bayernweit entsprach dies einem Anteil von 0,0 %. Die Landtagswahl in Hessen am 28. Oktober 2018 ergab für die Landesliste der Partei 0,1 % der abgegebenen gültigen Stimmen.[33]

Bei der Europawahl am 26. Mai 2019 stimmten 0,2 % der Wähler für sie.[34]

Die Partei trat zudem bei der Wahl zur Bremer Bürgerschaft an, die zeitgleich mit der Europawahl stattfand. Dort entfielen 0,45 % der Gesamtstimmen auf die Partei der Humanisten Bremen.[35] Am 1. September 2019 nahm die Partei zudem an der Landtagswahl in Sachsen teil und erreichte dort 0,2 % der Zweitstimmen.[36]

Bundestagswahlergebnisse seit 2017Bearbeiten

Bundestagswahlergebnisse
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze Spitzenkandidat
2017 05.991 0,0 %
0/709
Philipp Schaub[37]

Europawahlergebnisse seit 2019Bearbeiten

Europawahlergebnisse
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze Spitzenkandidat
2019 62.604 0,2 %
0/96
Robin Thiedmann

LandesverbändeBearbeiten

Landesverband Gründungsdatum Vorsitzende/r Mitglieder[3]

Stand: 10. August 2019

Landtagswahl Bundestagswahl

2017

Europawahl

2019

  Baden-Württemberg  Baden-Württemberg 3. Dezember 2016 Mark Simon 162 - - 0,2 %
  Bayern  Bayern 11. Februar 2017 Daniel Giesemann 193 0,0 % (2018) - 0,2 %
  Berlin  Berlin 2. April 2017 Georg Hille 102 - - 0,2 %
  Brandenburg  Brandenburg noch nicht gegründet 23 - - 0,1 %
  Bremen  Bremen 9. Juni 2018 Julia Kreitz 24 0,5 % (2019) - 0,4 %
  Hamburg  Hamburg 1. Oktober 2017 Michael Brandt 35 0- - 0,2 %
  Hessen  Hessen 25. September 2016 Barend Wolf 119 0,1 % (2018) - 0,2 %
  Mecklenburg-Vorpommern  Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gegründet 12 - - 0,1 %
  Niedersachsen  Niedersachsen 25. November 2017 Peter Nienaber 127 - - 0,2 %
  Nordrhein-Westfalen  Nordrhein-Westfalen 22. Oktober 2016 Leonard Niesik 288 - 0,1 % 0,2 %
  Rheinland-Pfalz  Rheinland-Pfalz 15. April 2018 Holger Schlenger 60 - - 0,1 %
  Saarland  Saarland noch nicht gegründet 9 - - 0,1 %
  Sachsen  Sachsen 7. Januar 2018 Dominic Eberle 74 0,2 % (2019) - 0,2 %
  Sachsen-Anhalt  Sachsen-Anhalt 31. März 2018 Steffen Schmidt 28 - - 0,2 %
  Schleswig-Holstein  Schleswig-Holstein 20. Oktober 2018 Alexander Eddelbüttel 35 - - 0,2 %
  Thüringen  Thüringen noch nicht gegründet 18 - - 0,1 %

OrganisationBearbeiten

ParteivorsitzendeBearbeiten

Parteivorsitzender[38] Beginn der
Amtszeit
Ende der
Amtszeit
David Helmus 22. Mai 2016
Felix Bölter 22. Mai 2016 27. Mai 2018
Robin Thiedmann 27. Mai 2018 28. Juli 2019
Jan Steinhauser 28. Juli 2019 amtierend

BundesvorstandBearbeiten

Bundesvorstand[39]
Parteivorsitzender Jan Steinhauser
Stellvertretende
Vorsitzende
Philine Brosch
Generalsekretär Dominic Ressel
Stellvertretender
Generalsekretär
Axel Börold
Schatzmeister Reinhard Loffl
Stellvertretender
Schatzmeister
Dennis Kropp
Weitere Mitglieder
des Bundesvorstandes
Jessica Dittmar, Alexander Mucha,
Robin Thiedmann, Christoph Tietz

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unser Team. In: diehumanisten.de. Abgerufen am 2. September 2019.
  2. Impressum. In: diehumanisten.de. Abgerufen am 2. September 2019.
  3. Mitgliederverwaltung, wiki.diehumanisten.de
  4. "Wahl-O-Mat Europawahl 2019 - Vergleich der Positionen", Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 30. Juni 2019
  5. Partei der Humanisten: Leitbild Evolutionärer Humanismus. Abgerufen am 17. September 2019.
  6. Humanistischer Pressedienst: Partei der Humanisten gegründet. Abgerufen am 31. August 2018.
  7. Christian Röther: Partei der Humanisten"Politiker stellen sich gerne neben Religionsführer". In: Deutschlandfunk. 8. März 2017, abgerufen am 1. September 2018.
  8. a b Bundeszentrale für politische Bildung: Partei der Humanisten. Abgerufen am 31. August 2018.
  9. Stellungnahme der Partei der Humanisten zur Unvereinbarkeitsliste. Abgerufen am 14. Mai 2019.
  10. Unvereinbarkeitsliste – Partei der Humanisten. Partei der Humanisten, abgerufen am 29. August 2019.
  11. Unsere Politik: nicht links, nicht rechts, sondern richtig. In: Die Humanisten. 4. März 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  12. Partei der Humanisten: Grundsatzprogramm. Abgerufen am 31. August 2018.
  13. Impulspapier: Unsere Vision für Europa – Die Bundesrepublik. In: Die Humanisten. Abgerufen am 11. Mai 2019 (deutsch).
  14. tagesschau.de: Ziele der "Sonstigen" - Kleinparteien bei der Europawahl. Abgerufen am 14. Mai 2019.
  15. Offenes Treffen Hannover. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  16. Neuseelands Liberalisierung der Sexarbeit – ein Erfolg? In: Die Humanisten. 9. April 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  17. Wahlprüfstein: Deutsche Gesellschaft für humanes Sterben. In: Die Humanisten. 24. Februar 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  18. Positionspapier Kernenergie. In: Die Humanisten. 19. Februar 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  19. Zensur in Unterhaltungsmedien. In: Die Humanisten. 6. Februar 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  20. Gegen Zensur und Artikel 13: Fair Use statt Uploadfilter. In: Die Humanisten. 18. Februar 2019, abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  21. Das deutsche Abtreibungsrecht - nicht so liberal, wie es sein sollte. In: Die Humanisten. 19. Juli 2018, abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  22. Facebook. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  23. Wahllistenparität in Brandenburg - Demokratie unter Beschuss. In: Die Humanisten. 4. Februar 2019, abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  24. Facebook. Abgerufen am 9. Mai 2019.
  25. Vision Europa. In: Die Humanisten. Abgerufen am 9. Mai 2019 (deutsch).
  26. Nein zur Dienstpflicht, ja zur Freiheit. In: Die Humanisten. 10. April 2019, abgerufen am 11. Mai 2019 (deutsch).
  27. Im Reich der Kleinstparteien. In: sueddeutsche.de. 23. September 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 11. Mai 2019]).
  28. a b c d Welche Parteien denken wie ich in Sachen Wissenschaft? Mit dem Science-O-Mat jetzt herausfinden! Science-O-Mat, abgerufen am 17. September 2019.
  29. Die Kulturfleisch Revolution. Die Humanisten, 2. Januar 2019, abgerufen am 17. September 2019.
  30. Wahlergebnis NRW
  31. Der Landeswahlleiter des Freistaates Bayern: Zugelassene Parteien für die Landtagswahl 2018 in Bayern. Abgerufen am 31. August 2018.
  32. Landtagswahl - Ergebnisse in der Tabellenansicht für Oberbayern. Abgerufen am 16. August 2019.
  33. Der Landeswahlleiter in Hessen: Zugelassene Parteien für die Landtagswahl 2018 in Hessen. Abgerufen am 31. August 2018.
  34. Europawahl 2019: Vorläufiges amtliches Ergebnis. Bundeswahlleiter, 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  35. Land Bremen: Gesamtergebnis Bürgerschaftswahl 2019. Abgerufen am 16. August 2019.
  36. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - sachsen.de. Abgerufen am 11. Oktober 2019.
  37. Bundestagswahl 2017 - WDR-Kandidatencheck. Westdeutscher Rundfunk Köln, 2017, abgerufen am 9. September 2019.
  38. Bundesparteitage. Partei der Humanisten, abgerufen am 20. September 2019.
  39. Bundesvorstand. Partei der Humanisten, abgerufen am 20. September 2019.