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Partei der Humanisten

deutsche politische Partei
Partei der Humanisten
PdHLogo 2019.svg
Partei­vorsitzender Robin Thiedmann
General­sekretär David Helmus
Stell­vertretende Vorsitzende Fabienne Sandkühler
Schatz­meister Reinhard Loffl
Gründung 4. Oktober 2014
Gründungs­ort Berlin
Haupt­sitz Bänschstraße 52, 10247 Berlin
Aus­richtung Säkularismus, Evolutionärer Humanismus
Farbe(n) weiß schwarz magenta hellblau
Bundestagssitze
0/709
Sitze in Landtagen
0/1821
Mitglieder­zahl 1257 (Stand: 4. Juni 2019)[1]
Mindest­alter 16 Jahre
Durch­schnitts­alter 36 (Stand: 26. März 2019)
Europaabgeordnete
0/96
Website diehumanisten.de

Die Partei der Humanisten (Kurzbezeichnung: Die Humanisten) ist eine 2014 gegründete Kleinpartei in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Partei der Humanisten wurde am 4. Oktober 2014 in Berlin gegründet.[2] Sie trat erstmals zur Bundestagswahl 2017[3] mit einer Landesliste in Nordrhein-Westfalen an.[4] Den Parteivorsitz hat seit dem Bundesparteitag in Berlin am 26. und 27. Mai 2018 Robin Thiedmann inne, davor Felix Bölter. Am 27. Januar 2019 gab Steven Pinker bekannt, ab sofort Mitglied des Beirates der Partei der Humanisten zu sein.[5] Kurz darauf, am 17. Februar 2019, bekannte sich Michael Shermer ebenfalls zu der Partei und zog in den Beirat ein.[6][7]

Politische EinordnungBearbeiten

Die Partei der Humanisten beruft sich mit ihrer Politik auf den Evolutionären Humanismus. Auf ihrer Website bezeichnet sie sich als die „rational-liberale Partei der Moderne“.

Zu der seit 2006 inaktiven Humanistischen Partei bestehen keine Verbindungen.[4]

Die Partei der Humanisten hat eine ungewöhnlich lange Unvereinbarkeitsliste. Dies soll nach eigenen Angaben Probleme mit Extremisten, wie sie z. B. die Piratenpartei hatte, unterbinden.[8] Unter anderem sind die rechten Gruppen AfD, JA, PEGIDA, sogenannte Reichsbürger sowie Die Linke, Attac, Antifa, Occupy-Bewegungen auf dieser Liste. Aber auch religiöse Gruppen wie die Zeugen Jehovas, Opus Dei, oder Salafisten können vom Parteibeitritt ausgeschlossen werden.[9]

Inhaltliches ProfilBearbeiten

Nach eigenen Angaben verfolgen die Humanisten einen kritisch-rationalen Politikansatz, der im besonderen Maße auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreift. So seien zwar die übergeordneten Ziele der Partei durch Werte begründet, der Weg zur Erreichung dieser Ziele sei hingegen für alle möglichen Politikkonzepte offen, und zwar unabhängig von der politischen Strömung, aus der die Konzepte stammen. Einzig entscheidend sei die Effektivität des Politikkonzeptes.[10]

Forderungen sind u. a.:[11]

  • Die Errichtung eines Föderalen Europäischen Bundesstaates mit einer Europäischen Verfassung. An die Stelle von Nationalstaaten sollen starke, sich selbst verwaltende Regionen treten.[12]
  • Technologischer Fortschritt und Offenheit gegenüber Technologien wie Gentechnik oder Stammzellenforschung.
  • Maximale Meinungsfreiheit.
  • Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen.[13]
  • Förderung der Erforschung von In-vitro-Fleisch.[14]
  • Die Legalisierung von Leihmutterschaft.[15]
  • Streichung des Gottesbezugs und anderer religiös begründeter Sonderrechte aus dem Grundgesetz, den Landesverfassungen und sonstigen Gesetzen.
  • Vereinfachung des Steuersystems durch kontinuierlichen Abbau von Ausnahme- und Sonderregelungen sowie der Abbau von Subventionen.[16]
  • Die völlige Gleichstellung von Sexarbeit in Anlehnung an das neuseeländische Modell.[17]
  • Die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe.[18]
  • Eine Abkehr vom Kernkraft-Ausstiegsszenario bis 2022 hin zu einem geregelten Übergang zu neuen Kernreaktortypen, so dass die Versorgungssicherheit zu keiner Zeit gefährdet wird.[19]
  • Die Abschaffung der Indizierung, des strafrechtlichen Gewaltdarstellungsverbotes, von verbindlichen Altersfreigaben und des Verbotes verfassungswidriger Symbole in Videospielen.[20]
  • Die Abschaffung von Uploadfiltern, dem NetzDG und weiteren Gesetzen, die aus Sicht der Humanisten die Meinungsfreiheit im Netz bedrohen.[21]
  • Die Legalisierung von Abtreibungen ohne Indikation bis zur 22. Schwangerschaftswoche und die Abschaffung des Werbeverbotes für Abtreibungen.[22]
  • Die Deregulierung der Ladenöffnungszeiten.[23]
  • Die Abschaffung von Geschlechterquoten, insbesondere in Bezug auf das Gesetz zur Wahllistenparität in Brandenburg, als „zutiefst ideologiegetriebenes, verfassungs- und demokratiefeindliches Gesetz“[24]
  • Das strikte Verbot von religiösen Beschneidungen an Kindern.[25]
  • Die Ausweitung des weltweiten Freihandels.[26]
  • Die Ablehnung eines verpflichtenden Dienstjahres für Schulabgänger als „Zwangsrekrutierung“.[27]
  • Die Legalisierung aller Drogen[28]

WahlenBearbeiten

  • Bei der Bundestagswahl 2017 trat die Partei nur in Nordrhein-Westfalen an und erhielt 5991 Zweitstimmen, was einem Landesanteil von 0,1 % und einem Bundesanteil von 0,0 % entsprach.[29]

LandesverbändeBearbeiten

Landesverband Gründungsdatum Vorsitzende Wahlteilnahme
  Baden-Württemberg 3. Dezember 2016 Mark Simon -
  Bayern 11. Februar 2017 Mirco Kramer Landtagswahl in Bayern 2018
  Berlin 2. April 2017 Georg Hille -
  Bremen 9. Juni 2018 Julia Kreitz Bürgerschaftswahl in Bremen 2019
  Hamburg 1. Oktober 2017 Michael Brandt Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020
  Hessen 25. September 2016 Barend Wolf Landtagswahl in Hessen 2018
  Niedersachsen 25. November 2017 Peter Nienaber -
  Nordrhein-Westfalen 22. Oktober 2016 Andre Veltens Bundestagswahl 2017
  Rheinland-Pfalz 15. April 2018 Lisa Berg -
  Sachsen 7. Januar 2018 Dominic Eberle -
  Sachsen-Anhalt 31. März 2018 Steffen Schmidt -
  Schleswig Holstein 20. Oktober 2018 Alexander Eddelbüttel -

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitgliederverwaltung, wiki.diehumanisten.de
  2. Humanistischer Pressedienst: Partei der Humanisten gegründet. Abgerufen am 31. August 2018.
  3. Christian Röther: Partei der Humanisten"Politiker stellen sich gerne neben Religionsführer". In: Deutschlandfunk. 8. März 2017, abgerufen am 1. September 2018.
  4. a b Bundeszentrale für politische Bildung: Partei der Humanisten. Abgerufen am 31. August 2018.
  5. Steven Pinker: "Honoured to join the Advisory Board of the Party of Humanists in Germany". Abgerufen am 27. Januar 2019.
  6. Die Humanisten | Rational. Liberal. Fortschrittlich. Abgerufen am 11. Mai 2019 (deutsch).
  7. Twitter. Abgerufen am 11. Mai 2019.
  8. Stellungnahme der Partei der Humanisten zur Unvereinbarkeitsliste. Abgerufen am 14. Mai 2019.
  9. Unvereinbarkeitsliste – Partei der Humanisten. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  10. Unsere Politik: nicht links, nicht rechts, sondern richtig. In: Die Humanisten. 4. März 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  11. Partei der Humanisten: Grundsatzprogramm. Abgerufen am 31. August 2018.
  12. Impulspapier: Unsere Vision für Europa – Die Bundesrepublik. In: Die Humanisten. Abgerufen am 11. Mai 2019 (deutsch).
  13. tagesschau.de: Ziele der "Sonstigen" - Kleinparteien bei der Europawahl. Abgerufen am 14. Mai 2019.
  14. Partei der Humanisten: Grundsatzprogramm. Abgerufen am 17. Juni 2019 (deutsch).
  15. Offenes Treffen Hannover. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  16. Grundsatzprogramm. In: Die Humanisten. Abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  17. Neuseelands Liberalisierung der Sexarbeit – ein Erfolg? In: Die Humanisten. 9. April 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  18. Wahlprüfstein: Deutsche Gesellschaft für humanes Sterben. In: Die Humanisten. 24. Februar 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  19. Positionspapier Kernenergie. In: Die Humanisten. 19. Februar 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  20. Zensur in Unterhaltungsmedien. In: Die Humanisten. 6. Februar 2019, abgerufen am 5. Mai 2019 (deutsch).
  21. Gegen Zensur und Artikel 13: Fair Use statt Uploadfilter. In: Die Humanisten. 18. Februar 2019, abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  22. Das deutsche Abtreibungsrecht - nicht so liberal, wie es sein sollte. In: Die Humanisten. 19. Juli 2018, abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  23. Facebook. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  24. Wahllistenparität in Brandenburg - Demokratie unter Beschuss. In: Die Humanisten. 4. Februar 2019, abgerufen am 8. Mai 2019 (deutsch).
  25. Facebook. Abgerufen am 9. Mai 2019.
  26. Vision Europa. In: Die Humanisten. Abgerufen am 9. Mai 2019 (deutsch).
  27. Nein zur Dienstpflicht, ja zur Freiheit. In: Die Humanisten. 10. April 2019, abgerufen am 11. Mai 2019 (deutsch).
  28. Im Reich der Kleinstparteien. In: sueddeutsche.de. 23. September 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 11. Mai 2019]).
  29. Wahlergebnis NRW
  30. Der Landeswahlleiter des Freistaates Bayern: Zugelassene Parteien für die Landtagswahl 2018 in Bayern. Abgerufen am 31. August 2018.
  31. Der Landeswahlleiter in Hessen: Zugelassene Parteien für die Landtagswahl 2018 in Hessen. Abgerufen am 31. August 2018.
  32. Europawahl 2019: Vorläufiges amtliches Ergebnis. Bundeswahlleiter, 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.