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Landtagswahl in Sachsen 2019

Wahl des Sächsischen Landtags 2019

Die Wahl zum 7. Sächsischen Landtag soll am 1. September 2019 stattfinden.[1]

Inhaltsverzeichnis

AusgangssituationBearbeiten

Bei der Landtagswahl 2014 erhielt die CDU 39,4 % der Stimmen, die Linke 18,9 %, die SPD 12,4 %, die AfD 9,7 %, die Grünen 5,7 %, die NPD 4,9 % und die FDP 3,8 %. CDU und SPD schlossen einen Koalitionsvertrag; Stanislaw Tillich (CDU) wurde als Ministerpräsident wiedergewählt und bildete das Kabinett Tillich III. Martin Dulig (SPD) wurde Stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 erhielt die CDU in Sachsen 26,9 % der Zweitstimmen; die AfD lag mit 27,0 % knapp davor. Tillich trat daraufhin als Ministerpräsident und Parteivorsitzender zurück; beide Ämter übernahm im Dezember 2017 Michael Kretschmer.[2]

Teilnehmende ParteienBearbeiten

Landeslisten und Kreiswahlvorschläge waren bis zum 27. Juni 2019 einzureichen. Parteien, die nicht im Bundestag oder einem Landtag vertreten waren, mussten zur Zulassung der Landesliste 1000 Unterstützungsunterschriften vorlegen; für einen Kreiswahlvorschlag genügten die Unterschriften von 100 Wahlberechtigten.

Am 5. Juli 2019 entschied der Landeswahlausschuss über die Zulassung der eingereichten Landeslisten an der Landtagswahl. Bei der in Umfragen bei um die 25 Prozent stehende Partei AfD wurde die Liste mit den Plätzen 19 bis 61 nicht zugelassen. Hintergrund der Entscheidung ist, dass die Partei zunächst zwei getrennte Wahllisten einreichte, eine für die Plätze 1 bis 18 und eine für die Plätze 19 bis 61. Diese wurden durch die Parteitage vom 8. bis 10. Februar 2019[3] bzw. 15. bis 17. März 2019[4] aufgestellt, die jeweils in Markneukirchen stattfanden. Erst später wurde eine Gesamtliste nachgereicht. Über die AfD-Landesliste können nunmehr maximal 18 Kandidaten in den Landtag einziehen; mögliche Direktmandate (Erststimme) sind nicht betroffen.[5] Von der Liste der Partei Bündnis 90/Die Grünen wurde ein Kandidat gestrichen, bei der Partei der Vernunft drei.

Gegen die Entscheidungen kann nach § 2 des Sächsischen Wahlprüfungsgesetzes innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des endgültigen Ergebnisses der Wahl schriftlich beim Landtag Einspruch eingelegt werden.[6] Gegen die Zurückweisung des Einspruchs durch den Landtag kann der Einspruchsführer beim Sächsischen Verfassungsgerichtshof Wahlprüfungsbeschwerde erheben.[7] Möglich ist ferner die jederzeitige Anrufung des Sächsischen Verfassungsgerichtshofes, der Rechtsweg ist allerdings nicht geregelt.[8]

Am 10. Juli reichten sechs der gestrichenen Listenkandidaten der AfD beim Sächsischen Verfassungsgerichtshof eine Beschwerde ein und stellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Entscheidung des Wahlausschusses.[9] Eine weitere Verfassungsbeschwerde legte ein Bürger ein, zudem kündigte die AfD die parallele Anrufung des Bundesverfassungsgerichts an.[10]

Die Landeslisten folgender Parteien wurden zur Wahl zugelassen:

Kürzel Partei Spitzenkandidat
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands Michael Kretschmer
Linke Die Linke Rico Gebhardt
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands Martin Dulig
AfD Alternative für Deutschland Jörg Urban
Grüne Bündnis 90/Die Grünen Katja Meier
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands Peter Schreiber
FDP Freie Demokratische Partei Holger Zastrow
FW Freie Wähler Cathleen Martin
Tierschutzpartei Partei Mensch Umwelt Tierschutz Jürgen Wunderlich
Piraten Piratenpartei Deutschland Henry Knut Michael
PARTEI Die PARTEI N.N.
BüSo Bürgerrechtsbewegung Solidarität Michael Gründler
ADPM Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland Egbert Ermer
Vernunft Partei der Vernunft Thomas Flach
KPD Kommunistische Partei Deutschlands Torsten Reichelt
Blaue Die blaue Partei Frauke Petry
ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei Sebastian Högen
Humanisten Partei der Humanisten Dominic Ressel
Gesundheitsforschung Partei für Gesundheitsforschung Andreas Kabus

Nicht zur Wahl zugelassen[5] wurden die Landeslisten von

  • Demokratie in Bewegung, weil sie nicht die nötigen 1000 Unterstützerunterschriften erreichte
  • Der III. Weg, weil die politische Vereinigung nicht über die nötigen Strukturen verfüge, um als Partei zu gelten

UmfragenBearbeiten

SonntagsfrageBearbeiten

Infratest dimap-Umfrage vom 2. Juli 2019
im Vergleich zur Wahl 2014 (auf halbe %-Punkte gerundet)
 %
30
20
10
0
26
26
15
12
9
5
3
4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,5
+16,5
-4
+6,5
-3,5
+1
+1,5
-4,5
Institut Datum CDU Linke SPD AfD Grüne FDP FW Sonst.
Infratest dimap[11] 02.07.2019 26 % 15 % 9 % 26 % 12 % 5 % 3 % 4 %
FB Czaplicki[11] 15.06.2019 24 % 15 % 8 % 24 % 14 % 6 % 4 % 5 %
INSA[11] 13.06.2019 24 % 16 % 7 % 25 % 16 % 6 % 4 % 2 %
INSA[11][12] 26.04.2019 28 % 16 % 10 % 26 % 9 % 6 % 3 % 2 %
INSA[11] 05.04.2019 28 % 17 % 9 % 25 % 9 % 6 % 6 %
IM Field[11] 22.03.2019 27 % 17 % 11 % 18 % 16 % 5 % 2 % 4 %
Landtagswahl 2014 31.08.2014 39,4 % 18,9 % 12,4 % 9,7 % 5,7 % 3,8 % 1,6 % 8,4 %

Ältere UmfragenBearbeiten

2015 – 2018
Institut Datum CDU Linke SPD AfD Grüne NPD FDP Sonst.
INSA[13] 17.12.2018 29 % 18 % 10 % 25 % 9 % 6 % 3 %
IM Field[11] 23.11.2018 29 % 17 % 11 % 24 % 8 % 6 % 5 %
uniQma[11] 07.09.2018 28,9 % 18,6 % 11,4 % 23,9 % 6,8 % 5,6 % 4,5 %
INSA[11] 30.08.2018 28 % 18 % 11 % 25 % 7 % 7 % 4 %
Infratest dimap[11] 28.08.2018 30 % 18 % 11 % 25 % 6 % 5 % 5 %
INSA[11] 12.06.2018 32 % 19 % 9 % 24 % 6 % 6 % 4 %
IM Field[11] 07.12.2017 33 % 18 % 12 % 23 % 4 % 7 % 3 %
IM Field[14][11] 31.10.2017 31 % 17 % 14 % 21 % 4 % 7 % 5 %
Infratest dimap[11] 22.06.2017 41 % 15 % 10 % 21 % 4 % 5 % 4 %
Infratest dimap[11] 22.11.2016 34 % 16 % 12 % 25 % 7 % 6 %
INSA[11] 05.10.2016 37,5 % 16 % 13 % 21,5 % 6 % 1,5 % 2 % 2,5 %
Infratest dimap[11] 16.09.2015 38 % 17 % 13 % 13 % 7 % 5 % 3 % 4 %
Landtagswahl 2014 31.08.2014 39,4 % 18,9 % 12,4 % 9,7 % 5,7 % 4,9 % 3,8 % 5,1 %

VerlaufBearbeiten

 
Sonntagsfragen zur Landtagswahl von Infratest Dimap (D), IM Field (M), INSA (I) und uniQma (Q) und Ergebnis der Wahl 2014.

Potential-AnalyseBearbeiten

Institut Datum Wahlchance CDU Linke SPD AfD Grüne FDP
INSA[15] 20.06.2018 „sicher“ 22 % 14 % 6 % 18 % 4 % 4 %
„sicher und vielleicht“ 43 % 31 % 29 % 28 % 17 % 22 %
„grundsätzlich nicht“ 25 % 25 % 21 % 55 % 31 % 20 %

Umfragen zur bevorzugten KoalitionBearbeiten

Die Prozentzahlen der uniQma-Umfrage geben an, welcher Anteil an Befragten die jeweilige zur Auswahl stehende Koalition am meisten wünschen würde. Die fehlenden Werte zu 100 % machten keine Angabe. Die Werte der Umfrage von Infratest dimap geben die Meinung der Befragten wieder, welche der abgefragten Koalitionen sie positiv bewerten. (negativ CDU/SPD 62 %, CDU/SPD/GRÜNE/FDP 64 %, CDU/AfD 70 %)

Institut Datum CDU
SPD
CDU
SPD
Grüne
FDP
CDU
Grüne
SPD
Linke
Grüne
SPD
CDU
SPD
FDP
CDU
AfD
CDU
Grüne
FDP
CDU
Linke
CDU
FDP
Blaue
Infratest dimap[16] 02.07.2019 36 % 32 % 27 %
uniQma[17] 07.09.2018 18,7 % 14,9 % 13,5 % 12,1 % 7,8 % 3,0 % 2,6 %

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die nächsten Wahlen in Deutschland:. In: wahlrecht.de. 29. August 2018, abgerufen am 29. August 2018.
  2. tagesspiegel.de 12. Dezember 2017: Tillich-Nachfolger: Michael Kretschmer ist neuer Ministerpräsident von Sachsen
  3. Andreas Debski: Linkssumpf, Asylbetrug und Vogelschiss: Sachsen-AfD rüstet sich für Wahl. In: lvz.de. 10. Februar 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
  4. Andreas Debski: Sachsen-AfD quält sich durch Listenwahl. In: lvz.de. 17. März 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
  5. a b https://www.mdr.de/sachsen/politik/landtag/landeswahlausschuss-zulassung-landeslisten-100.html
  6. § 2 Sächsisches Wahlprüfungsgesetz
  7. § 32 Sächsisches Verfassungsgerichtshofsgesetz
  8. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-in-sachsen-mit-nur-noch-18-listenplaetzen-was-bedeutet-das-a-1276019.html
  9. https://www.welt.de/politik/deutschland/article196650529/AfD-Sachsen-legt-Verfassungsbeschwerde-gegen-Kuerzung-der-Landesliste-ein.html
  10. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-07/landtagswahl-afd-sachsen-kandidatenliste-gericht
  11. a b c d e f g h i j k l m n o p q Wahlrecht.de: Wahlumfragen zur Landtagswahl in Sachsen.
  12. AfD in Sachsen auf neuem Hoch , auf wallstreet:online
  13. Exklusive Umfrage zur Landtagswahl: Sachsen droht ein AfD-Beben. In: Bild. 20. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  14. CDU bleibt stärkste Kraft in Sachsen, auf sz-online.de, abgerufen am 1. November 2017.
  15. Wenig Wachstumspotenzial für die AfD, auf freiepresse.de, abgerufen am 25. Juni 2018.
  16. Sachsentrend: CDU und AfD gleichauf, auf mdr.de, abgerufen am 2. Juli 2019.
  17. AfD zweitstärkste Kraft in Sachsen – keine Mehrheit für Schwarz-Rot, auf lvz.de, abgerufen am 7. September 2018.