Familien-Partei Deutschlands

Partei in Deutschland

Die Familien-Partei Deutschlands (Kurzbezeichnung: Familie, Eigenschreibweise: FAMILIE) ist eine Kleinpartei in Deutschland und setzt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Familie auseinander.

Familien-Partei Deutschlands
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Partei­vorsitzender Helmut Geuking
General­sekretär Ralf Piekenbrock
Stell­vertretende Vorsitzende Michael Gerszewski
Oliver Prutz
Bundes­geschäfts­führerin Andrea Vollbracht
Bundes­schatz­meister Werner Lahann
Ehren­vorsitzender Franz-Josef Breyer[1]
Gründung 17. Oktober 1981
Haupt­sitz Lensahn
Aus­richtung Familienpolitik
Konservatismus,[3]
einschließlich Gesellschaftspolitischem Konservatismus[4]
Farbe(n) orange[5]
Bundestagssitze
0/709
Sitze in Landtagen
0/1867
Staatliche Zuschüsse 67.159,89 Euro (2018)[6]
Mitglieder­zahl 586 (31.12.2017)[2]
Europaabgeordnete
1/96
Europapartei European Christian Political Movement (ECPM)
EP-Fraktion EKR
Website wählefamilie.de

Bei der Europawahl 2014 konnte die Partei erstmals ein Mandat auf überregionaler Ebene erringen, 2019 gelang dies erneut.

Inhaltliches ProfilBearbeiten

Die Familien-Partei sieht sich selbst als freiheitlich-demokratische Partei der politischen Mitte[7].

Aufgrund der zentralen Betonung der Rolle der Familie für Staat und Gesellschaft, der Kritik der staatlichen Erziehungsleistung und die Bündnispolitik der Partei mit der konservativ-ökologischen ÖDP und der Mitgliedschaft in der EKR-Fraktion des Europaparlaments, deren andere Mitgliedsparteien in der Wissenschaft als rechtskonservativ bis rechtspopulistisch eingeschätzt werden, gilt die Familien-Partei als konservativ. Diese Einordnung im Parteienspektrum wird auch gestützt durch die Mitgliedschaft in der Europäischen Christlichen Bewegung. Traditionelle Begrifflichkeiten des Konservativismus, das traditionelle Familienbild, die intrafamiliäre Subsidiarität und Bezüge zu Religion und Kirche, fehlen allerdings im Parteiprogramm.[8]

ParteiprogrammBearbeiten

Für die Bundespartei liegt ein mehrfach überarbeitetes Programm vor, zuletzt veröffentlicht nach Änderungen vom 20. November 2011.

Für die Europawahl in Deutschland 2019 hat sich die Partei ein aktuelles Wahlprogramm gegeben.

GeschichteBearbeiten

1981 bis 2013Bearbeiten

Die Familien-Partei wurde 1981 in Bayern unter der Bezeichnung Deutsche Familien-Partei e. V. (FP) gegründet. Sie war aus dem Verein Mutter als Beruf hervorgegangen, der Ende der 1970er Jahre versucht hatte, bessere wirtschaftliche Verhältnisse für Mütter zu schaffen. 1989 wurde die Partei von dem Kinderarzt Franz-Josef Breyer aus St. Ingbert/Saarland, der von 1989 bis 2006 auch Bundesvorsitzender der Partei war, wieder belebt. Die Kurzbezeichnung wurde später in Familie geändert. Der Parteiname lautete seit Mitte der 1990er Jahre FAMILIEN-PARTEI DEUTSCHLANDS – FAMILIE und wurde 2006 in Familien-Partei Deutschlands geändert. Ende 2006 übernahm Arne Gericke das Amt des Bundesvorsitzenden.

Mitte 2004 gab es erste Kooperationsgespräche mit der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Bei der saarländischen Landtagswahl am 5. September 2004 kandidierten ÖDP-Mitglieder auf der Liste der Familien-Partei, die 3,0 Prozent erreichte. Bei der Landtagswahl in Brandenburg erreichte die Partei 2,6 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2005 verzichtete die ÖDP zugunsten der Familien-Partei auf eine Kandidatur. Gegen die vorgezogene Bundestagswahl 2005 reichten ÖDP und Familien-Partei Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ein, da die Frist zur Sammlung von Unterstützungsunterschriften drastisch verkürzt wurde.[9] Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz 2006 verzichtete die Familien-Partei zugunsten der ÖDP. Ende 2006 beschloss die Familien-Partei jedoch, keine Fusion mit der ÖDP anzustreben, wodurch die Zusammenarbeit der Parteien beendet wurde.

Im Saarland verfügt die Partei über 19 kommunale Mandate.[10] Bei der Landtagswahl im Saarland 2009 verlor die Partei einen Prozentpunkt und wurde mit 2,0 % Stimmenanteil stärkste Partei außerhalb des Landtags.

Im November 2010 wurde auf dem Bundesparteitag in Kassel der Bundesvorstand neu gewählt. Erhard Lahni löste als Bundesvorsitzender Arne Gericke ab. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2011 erreichte die Familienpartei 1,5 Prozent der Stimmen.

 
Hans Wagner bei seiner Amtseinführung 2012

Im November 2011 wurde Hans Wagner als unabhängiger Kandidat zum Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert gewählt und trat im Juli 2012 das Amt an.[11] Er war bis September 2015 Mitglied der Familien-Partei.[12]

Bei der Landtagswahl im Saarland 2012 erreichte die Familien-Partei 1,7 Prozent der Stimmen. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2012 verfehlte die Familien-Partei mit 0,96 % die auf Landesebene geltende Ein-Prozent-Hürde für Mittel aus der staatlichen Parteienfinanzierung. 2012 schloss sich die Partei Soziale Gerechtigkeit – Nordrhein-Westfalen, eine Abspaltung der WASG, der Familien-Partei an. Auf dem Bundesparteitag im November 2013 wurde Maria Hartmann von den Mitgliedern als Bundesvorsitzende bestätigt, nachdem sie das Amt kommissarisch übernommen hatte.

2014 bis 2016Bearbeiten

Bei der Europawahl 2014 wurde Arne Gericke erneut zum Spitzenkandidaten gewählt und erhielt das Listenmandat seiner Partei zum Europäischen Parlament, nachdem die zuvor geltende Sperrklausel durch das Bundesverfassungsgericht aufgehoben worden war.[13] Im Europaparlament schloss sich Gericke der europakritischen Fraktion der Europäischen Konservative und Reformisten um die Dänische Volkspartei, die polnische Recht und Gerechtigkeit von Jarosław Kaczyński, die rechtspopulistischen Finnen, die britische Conservative Party sowie bis April 2016 die AfD an. März 2016 beantragte der Europaabgeordnete der Familien-Partei Arne Gericke beim EKR-Vorstand seiner Fraktion den Ausschluss der beiden AfD-Abgeordneten.[14] Im Mai 2014 konnten bei der Kommunalwahl im Land Brandenburg wieder Mandate errungen werden. Knut Leitert zog in den Ortsbeirat, in die Gemeindevertretung sowie in den Kreistag Havelland ein. In der folgenden Landtagswahl kandidierte Leitert auf der Liste der Freien Wähler, die bekanntlich in den Landtag einzog. Zum Bundesparteitag im November 2014 wählten die Mitglieder der Familien-Partei einen neuen Vorstand. Roland Körner konnte sich im ersten Wahlgang gegen die bisherige Bundesvorsitzende Maria Hartmann und einen weiteren Herausforderer durchsetzen und übernahm das Amt des Bundesvorsitzenden.[15]

Auf dem Parteitag vom März 2015 verabschiedete die Partei mit großer Mehrheit, dass man die Abkommen TTIP, CETA und TISA ablehnt.[16] Seit September 2015 hat die Familien-Partei ihr erstes kommunales Mandat in Baden-Württemberg im Gemeinderat von Mannheim.

Im März 2016 trat der fraktionslose (bis 2015 AfD danach ALFA) Thüringer Landtagsabgeordnete Siegfried Gentele in die Familien-Partei ein.[17] Damit ist die Partei erstmals in einem Landtag vertreten. Am 25. Juni 2016 machte der Bundesvorstand von seinem satzungsgemäßen Vetorecht Gebrauch und annullierte die Mitgliedschaft. Im Juli 2016 wurde öffentlich bekannt, dass der Bundesvorstand von seinem Veto-Recht Gebrauch gemacht hat.[18] Der Bundesparteitag als oberstes Organ der Partei fasste am gleichen Tag einen Beschluss, dass Gentele weiterhin als Parteimitglied zu führen sei.[19] Wenige Tage später stellte Gentle Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung[20] und forderte den Rücktritt des Bundesvorsitzenden.

Bei der Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 erlangte die Familien-Partei ihr erstes kommunales Mandat in Niedersachsen in Wolfsburg. Zum Bundesparteitag im November 2016 in Offenburg wählten die Mitglieder der Familien-Partei einen neuen Vorstand. Arne Gericke wurde zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt.[21] Roland Körner kandidierte nicht mehr.

Bei der Landtagswahl 2017 im Saarland, erreichte die Partei einen Stimmenanteil von 0,8 % nach 1,7 % bei der vorherigen Wahl. Damit verlor der Landesverband den Anspruch auf staatliche Parteienfinanzierung.

Im Mai 2017 erklärte der Bundesvorsitzende und Europaabgeordnete Arne Gericke seinen Rücktritt und seinen Austritt aus der Partei.[22] Kommissarisch übernahm der 1. stellvertretende Vorsitzende Helmut Geuking satzungsgemäß den Bundesvorsitz der Partei, bis ein neuer Vorsitzender gewählt wird. Im Anschluss traten einige wenige Mitglieder aus der Partei aus. Teilweise wechselten sie zur ÖDP über, darunter ein kompletter Kreisverband in Niedersachsen. Infolge lösten sich die Landesverbände in Niedersachsen und der von Mecklenburg-Vorpommern auf.[23][24]

Seit 2017Bearbeiten

Die Zulassung zur Landtagswahl in Niedersachsen 2017 wurde ihr aufgrund fehlender erforderlicher Nachweise verweigert.[25]

Zur Bundestagswahl 2017 trat die Partei mit einem Direktkandidaten an, der 506 Erststimmen erhielt.

Auf einem Bundesparteitag am 14. April 2018 wurde der kommissarische Bundesvorsitzende Helmut Geuking zum Spitzenkandidaten zur Europawahl in Deutschland 2019 gewählt.[26] Auf Platz 2 wurde sein Sohn Nils Geuking gewählt.

Bei der Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein 2018 erreicht die Partei erstmals ein kommunales Mandat in Bad Oldesloe.

Die Partei Die Bürgerlobby hat sich 2018 aufgelöst und sich der Familien-Partei angeschlossen.[27] Die Familien-Partei hat 2018 beschlossen den Mitgliedern der Partei Demokratische Bürger Deutschland (DBD) eine begrenzte Doppelmitgliedschaft einzuräumen. Auf dem Bundesparteitag Ende September in Billerbeck wurde der Bundesvorstand fristgerecht neugewählt. Helmut Geuking wurde als Bundesvorsitzender bestätigt.

Bei der Europawahl in Deutschland 2019 erreichte die Partei bundesweit 0,7 % der Stimmen und zog mit diesem Ergebnis erneut mit einem Listenmandat ins Europäischen Parlament ein. Im Juni 2019 löste sich die Partei Demokratische Bürger Deutschlands auf und schloss sich der Familien-Partei an. Der bisherige Vorsitzende der DBD Ralf Piekenbrock wurde zum Generalsekretär der Familienpartei berufen.[28] Auf dem Bundesparteitag September 2019 wurde mit großer Mehrheit beschlossen, der europäischen Partei European Christian Political Movement (ECPM) beizutreten.[29]

Am 11. Juli 2020 wurde der Landesverband in Hamburg gegründet.[30]

MitgliederentwicklungBearbeiten

Mitgliederzahl Jahr
654[31] 31.12.2004
654[32] 31.12.2007
555[33] 31.12.2011
586[34] 31.12.2017
668 31.12.2018
750[35] 2019

StrukturBearbeiten

OrganeBearbeiten

BundesparteitagBearbeiten

Höchstes Beschlussgremium der Partei ist der Bundesparteitag. Er setzt sich aus dem Bundesvorstand, den Vorsitzenden der Landesverbände, den Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitgliedern des Bundesverbandes und den Delegierten der Gliederungen zusammen. Er ist zuständig für die Wahl des Bundesvorstandes, des Bundesschiedsgerichts, der Kassenprüfer und die Kandidatinnen/Kandidaten der Bundesliste für die Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Er beschließt über die Satzung und Finanzstatuten, die Geschäftsordnungen und Programme, sowie Beschlussfassung über die Grundlinien der Bundespolitik.

Bund-Länder-AusschussBearbeiten

Der Bund-Länder-Ausschuss besteht aus dem Bundesvorstand und zwei Bevollmächtigten eines jeden Landesverbandes oder einer Landesgruppe. Der Vorsitz des Bund-Länder-Ausschusses übernimmt der Bundesvorsitzende oder im Vertretungsfalle einer seiner Stellvertreter. Die Aufgabe des Bund-Länder-Ausschuss ist den Bundesvorstand zu kontrollieren und die Anliegen zwischen Bundes- und Landesverbänden zu kommunizieren.

BundesvorstandBearbeiten

Der Bundesvorstand besteht aus dem Vorsitzenden, ein bis fünf stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schriftführer und dem Schatzmeister. Beisitzer können den Bundesvorstand erweitern, deren Anzahl darf die Anzahl der Vorstandsmitglieder nicht überschreiten. Durch Bundesgeschäftsführer und Bundesgeneralsekretär kann der Bundesvorstand erweitert werden. Der Bundesvorstand übernimmt die Erledigung aller Verwaltungsangelegenheiten zwischen den Bundesparteitagen.

Der aktuelle Bundesvorstand von 2018 (Nachwahl 2019):[36]

Vorsitzender Helmut Geuking (Landesverband Nordrhein-Westfalen)
Stellvertretender Vorsitzender Michael Gerzschewski (Landesverband Baden-Württemberg)

Oliver Prutz (Landesverband Berlin)

Bundesschatzmeisterin Andrea Wiemeler (Landesverband Nordrhein-Westfalen)
Stellvertretender Bundesschatzmeister Werner Lahann (Landesverband Schleswig-Holstein)
Schriftführer Niels Geuking (Landesverband Nordrhein-Westfalen)
Bundesgeneralsekretär Ralf Piekenbrock (Landesverband Nordrhein-Westfalen)
Bundesgeschäftsführerin Andrea Vollbracht (Landesverband Schleswig-Holstein)
Beisitzer Heinrich Oldenburg (Landesverband Nordrhein-Westfalen)

Lukas Prutz (Landesverband Berlin)

Kirsten Bollongino (Landesverband Schleswig-Holstein)

Jürgen Loheit (Landesverband Hessen)

Hubert Töllers (Landesverband Niedersachsen)

Daten der LandesverbändeBearbeiten

Die Familien-Partei ist in 7 Landesverbände untergliedert.

Landesverband[37] Vorsitzender Kommun. Mandate Unter-organi-sationen Gründung Mitglieder-anzahl Ergebnis der letzten Landtagswahlen Ergebnis der Europawahl 2009[38] Ergebnis der Europawahl 2014[38] Ergebnis der Europawahl 2019
  Baden-Württemberg Michael Gerszewski[39] 0 1 2005 28 n. a. % (2016) 1,0 % 0,5 % 0,5 %
  Brandenburg Andreas Beer, Marcel Knechtel[40] 2 0 12.10.2019 n. a. % (2019) 2,2 % 2,1 % 1,9 %
  Berlin Oliver Prutz 0 0 2005[41] 8 n. a. (2016) 0,7 % 0,5 % 0,6 %
  Hamburg Matthias Dassler 0 0 11.07.2020 n. a. % (2020) 0,4 % 0,3 % 0,3 %
  Nordrhein-Westfalen Marcel Stratmann[42] 3 2 1998 ca. 210
(Stand: 2019)
n. a. (2017) 0,6 % 0,5 % 0,7 %
  Saarland Roland Körner[43] 6 0 1989 150
(Stand: 2017)[44]
0,8 % (2017) 1,9 % 1,5 % 1,3 %
  Schleswig-Holstein Kirsten Bollongino[45] 1 2 2003[46] 118
(Stand: 2017)
0,6 % (2017) 0,9 % 0,8 % 0,9 %

Legende:

  • n. a. – nicht angetreten

UnterorganisationenBearbeiten

Die Familien-Partei besitzt mehrere Kreis-, Bezirks- und Stadtverbände. In Schleswig-Holstein existiert der Bezirksverband Ost und ein Ortsverband in Bad Oldesloe, wo man seit der letzten Kommunalwahl mit einem Mandat im Gemeinderat vertreten ist. In Nordrhein-Westfalen existieren in den Landkreisen Unna und Coesfeld jeweils Kreisverbände.

Der mitgliederstärkste Landesverband ist Nordrhein-Westfalen mit über 200 Mitgliedern. Das Saarland und Schleswig-Holstein folgen mit jeweils deutlich über 100 Mitgliedern. Alle anderen Landesverbände haben weit unter 100 Mitglieder. Als politische Hochburg ist insbesondere das Saarland zu werten, wo die Partei bereits siebenmal zu Landtagswahlen antrat und auch regelmäßig zur Bundestagswahl zugelassen ist. In NRW ist die Partei im Kreis Coesfeld mit einem Mandat im Kreistag und mit zwei Gemeinderatsmandaten vertreten.

BundesparteitageBearbeiten

Die zumeist jährlichen Bundesparteitage fanden von 2005 bis 2008 und 2013 in Göttingen, von November 2008 bis 2014 in Kassel, von 2015 bis 2016 in Hannover, November 2016 in Offenburg, 2017 und 2018 bis 2019 in Billerbeck und April 2018 in Coesfeld statt.

Finanzen und BeteiligungenBearbeiten

GeldflüsseBearbeiten

Laut Bundestagsdrucksache 16/1870 erhielt die Partei im Jahr 2005 Zuwendungen von etwa 345.000 Euro. Davon waren etwa 13.000 Euro Beiträge (4 %) und etwa 170.000 Euro Spenden (50 %). 155.000 Euro flossen der Partei aus staatlichen Mitteln zu. Insgesamt machte die Partei etwa 13.000 Euro Gewinn. Die Partei erhielt keine Großspenden über 10.000 Euro.[47]

Laut Bundestagsdrucksache 18/8475 erhielt die Partei im Jahr 2014 Zuwendungen von etwa 269.600 Euro. Davon waren etwa 8.300 Euro Beiträge (3 %) und etwa 125.000 Euro Spenden (46 %). 133.000 Euro flossen der Partei aus staatlichen Mitteln zu.

2014 erhielt die Partei 133.765,01 Euro aus der staatlichen Parteienfinanzierung.[48] 2015 hat die Partei einen Anspruch von 101.465,40 Euro. Für die Jahre 2014 und 2015 hat die Partei ihren Rechenschaftsbericht jeweils nicht fristgerecht zum 31.12. des Folgejahres eingereicht.[49]

Der Rechenschaftsbericht für 2017 [2] weist einen Überschuss der Einnahmen und Ausgaben der Partei in Höhe von etwa 41.000 Euro aus. Das Reinvermögen der Partei wird mit etwa -82.000 Euro angegeben, da zum 31. Dezember 2017 neben sonstigen Verbindlichkeiten eine Rückzahlung von etwa 130.000 Euro aus der staatlichen Parteienfinanzierung noch offen steht.

Der aktuellste Rechenschaftsbericht für 2018 weist einen Überschuss der Einnahmen und Ausgaben der Partei in Höhe von etwa 43.000 Euro aus. Das Reinvermögen der Partei wird mit etwa -38.000 Euro angegeben zum 31. Dezember 2018. [3]

ReinvermögenBearbeiten

Das Reinvermögen der Partei betrug 2005 etwa 35.000 Euro, 2010 etwa −4.000 Euro und 2012 etwa 73.000 Euro. In 2017 wird ein Reinvermögen von etwa -81.000 Euro ausgewiesen.

Firmenbeteiligungen und ImmobilienvermögenBearbeiten

Die Partei verfügt weder über Immobilien noch über Firmenbeteiligungen.

WahlteilnahmenBearbeiten

BundestagswahlenBearbeiten

Bundestagswahlergebnisse[50]
Jahr Bundesweite Zweitstimmenanzahl Bundesweiter Zweitstimmenanteil Anzahl der Landeslisten Zweitstimmenanteile der Listen Anzahl der Direktkandidaten Erststimmenanteile
1998 24.825 0,1 %[51] 2 0,2–0,5 % 8 in 2 Bundesländern 0,4–1,8 %
2002 30.045 0,1 %[51] 2 0,2–1,1 % 8 in 3 Bundesländern 0,4–2,4 %
2005 191.842 0,4 %[52] 6 0,2–2,1 % 29 in 9 Bundesländern 0,8–3,7 %
2009 120.718 0,3 %[53] 4 0,3–1,5 % 8 0,8–2,9 %
2013 7.449 0,0 % 1 1,3 % 4 in 3 Bundesländern 0,3–1,2 %
2017 - - 0 - 1 in 1 Bundesland 0,4 %

EuropawahlenBearbeiten

Die Familien-Partei kandidierte bei den Europawahlen 1994 und 1999 mit einer Landesliste im Saarland. Im Jahr 2004 trat sie erstmals mit einer Bundesliste an. Bei den Europawahlen 2014 und 2019 erzielte die Partei jeweils einen Sitz im Parlament.[54]

Europawahlergebnisse[55]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil +/- Sitze Spitzenkandidat
1994 2.781 0,0 %   0,0 % 0
1999 4.117 0,0 %   0,0 % 0
2004 268.468 1,0 %   1,0 % 0
2009 252.121 1,0 %   0,0 % 0 Arne Gericke
2014 202.871[54] 0,7 %   0,3 % 1 Arne Gericke
2019 273.755[54] 0,7 %   0,0 % 1 Helmut Geuking

LandtagswahlenBearbeiten

Die folgende Tabelle gibt die Landtagswahlen wieder, bei denen die Familien-Partei angetreten ist.

Wahljahr BW[56][57] BY[58][59] BE BB HE[60] MV[61] NI[62] NW[63] SL[64] SH
1982   0,0 %1                
1986   0,0 %2                
1990             0,0 %   0,0 %  
1994                 0,5 %  
1995               0,0 %    
1999         0,0 %       1,0 %  
2000               0,0 %    
2001 0,0 %                  
2004       2,6 %         3,0 %  
2005               0,0 %   0,8 %
2006           1,2 %        
2008         0,3 %   0,4 %      
2009                 2,0 % 0,8 %
2010               0,4 %    
2011 0,0 %3[65]   0,1 %4     1,5 %[66]        
2012               0,4 % 1,7 %[67] 0,96 %[68]
2016           0,8 %        
2017                 0,8 % 0,6 %

1) Kurzbezeichnung: FP
2) Kurzbezeichnung: Familie
3) Nur in 2 von 70 Wahlkreisen angetreten.
4) Nur in einem von 12 Bezirken angetreten.

Das höchste Ergebnis in den Bundesländern wurde gelb markiert.

Parlamentarische RepräsentanzBearbeiten

Kommunale MandateBearbeiten

Die Familien-Partei verfügt in vier Bundesländern über kommunale Mandate, die von Ortschaftsrat bis Kreistag gehen. Als Schwerpunkte kommunalpolitischer Präsenz und Aktivität der Familien-Partei ist die Stadt St. Ingbert im Saarland zu nennen, wo eine eigene Fraktion besteht.

Wahlbereich Bundesland Organ Jahr der Wahl Sitze Prozent
Schönwalde-Glien Brandenburg Gemeinderat 2019 1 Sitz 3,7 %[69]
Pausin Brandenburg Ortschaftsrat 2019 1 Sitz 23,9 %
Billerbeck Nordrhein-Westfalen Gemeinderat 2014 1 Sitz 4,1 %
Coesfeld Nordrhein-Westfalen Gemeinderat 2014 1 Sitz 1,9 %
Kreis Coesfeld Nordrhein-Westfalen Kreistag 2014 1 Sitz 1,4 %[70]
St. Ingbert Saarland Gemeinderat 2019 3 Sitze 6,2 %[71]
St. Ingbert-Mitte Saarland Ortschaftsrat 2019 1 Sitz 7,8 %
St. Ingbert-Hassel Saarland Ortschaftsrat 2019 1 Sitz 13,6 %
Saarpfalz-Kreis Saarland Kreistag 2019 1 Sitz 3,7 %
Bad Oldesloe Schleswig-Holstein Gemeinderat 2018 1 Sitz 3,3 %[72]

Überregionale MandateBearbeiten

Bei der Europawahl 2014 gelang der Partei, begünstigt durch den Umstand, dass die 3 %-Sperrklausel nach einer Klage u. a. der Familien-Partei für nichtig erklärt worden war, mit 0,7 % der Einzug in das Europaparlament, wo sie durch Arne Gericke vertreten war. Gericke schloss sich der Fraktion Europäische Konservative und Reformer an. Im Mai 2017 erklärte er seinen Austritt aus der Partei.

Bei der Europawahl 2019 erreichte der Bundesvorsitzende Helmut Geuking als Spitzenkandidaten den Einzug ins Europäische Parlament.

BundesvorsitzendeBearbeiten

Ehrenvorsitzender

WeblinksBearbeiten

Commons: Familien-Partei Deutschlands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ehrenvorsitzender, in: familien-partei-deutschlands.de, abgerufen am 10. März 2017.
  2. Rechenschaftsbericht, abgerufen am 8. April 2019.
  3. Einzelkämpfer im EU-Parlament: Arne Gericke (Familienpartei). (Memento vom 30. Januar 2016 im Internet Archive) In: treffpunkteuropa.de, 30. Januar 2016.
  4. https://books.google.de/books?id=prS6BwAAQBAJ&pg=PA135&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false
  5. Die Familienpartei – Mama und Papa an die Macht (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), Link defekt am 10. März 2017.
  6. Gesamtübersicht Festsetzung der staatlichen Mittel für das Jahr 2018
  7. – Bundesprogramm der Familien-Partei (Memento vom 8. August 2017 im Internet Archive) (PDF; 476 kB)
  8. Tim Niendorf: Familien-Partei Deutschlands. FAMILIE. In: Dossier Parteien in Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung, 12. Mai 2016, abgerufen am 13. Mai 2017.
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.web-demokratie.de ÖkologiePolitik 11/2002@1@2Vorlage:Toter Link/www.web-demokratie.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF)
  10. Martin Wirtz übernimmt Ortsvorsteher (Memento des Originals vom 20. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wssi.de
  11. Unabhängiger Kandidat Wagner löst CDU-OB in St. Ingbert ab. In: Saarbrücker Zeitung. 7. November 2011, S. A1
  12. Oberbürgermeister ist nicht mehr Mitglied der Familien-Partei, saarbruecker-zeitung.de, 17. September 2015.
  13. zeit.de
  14. Bringt er die AfD in Brüssel zu Fall?
  15. Ergebnis der Bundesvorstandswahl 2014
  16. Familien-Partei verabschiedet mit großer Mehrheit TTIP-Resolution
  17. Gentele nun bei der Familien-Partei. (Nicht mehr online verfügbar.) MDR, 21. März 2016, archiviert vom Original am 24. März 2016; abgerufen am 21. März 2016.
  18. Siegfried Gentele aus Familienpartei ausgeschlossen. insuedthueringen.de, 9. Juli 2016, abgerufen am 9. Juli 2016.
  19. Rücktritt des Bundesvorsitzenden gefordert. nnz-online, 13. Juli 2016, abgerufen am 16. Juli 2016.
  20. h2294096.stratoserver.net
  21. wolfsburger-nachrichten.de
  22. abendblatt.de
  23. Familienpartei: Alle wechseln zur ÖDP. Abgerufen am 1. Juli 2017.
  24. waz-online.de
  25. kreiszeitung.de
  26. FAMILIE für Europa Helmut Geuking Spitzenkandidat zur Europawahl 2019
  27. Die Bürgerlobby schließt sich der Familien-Partei an
  28. PARTEITAG DER DBD UND DER FAMILIENPARTEI IN BILLERBECK
  29. Bericht vom Parteitag September 2019
  30. Landesverband in Hamburg gegründet
  31. Rechenschaftsbericht, abgerufen am 2. Mai 2019.
  32. Rechenschaftsbericht, abgerufen am 2. Mai 2019.
  33. Rechenschaftsbericht, abgerufen am 2. Mai 2019.
  34. Rechenschaftsbericht, abgerufen am 8. April 2019.
  35. [1]
  36. Bundesvorstand Familien-Partei Stand Juni 2019
  37. Landesverbände 28.12.2018
  38. a b Ergebnisse Europawahl 2014 / 2009. In: Bundeswahlleiter. 2014, abgerufen am 10. April 2019.
  39. Familien-Partei Deutschlands Vorstand in Baden-Württemberg
  40. Gründung Landesverband Brandenburg
  41. Gründung des Landesverband Berlin
  42. Landesvorstand NRW
  43. Der Vorstand im Landesverband Saarland, abgerufen am 28. April 2017.
  44. Mitgliederzahl des Landesverband Saarland
  45. Der Landesvorstand von Schleswig-Holstein
  46. Gründung des Landesverband Schleswig-Holstein
  47. Bundestagsverwaltung (PDF; 13 MB)
  48. Festsetzung der staatlichen Mittel für das Jahr 2014 (PDF; 689 kB), Stand: 4. März 2015. Abgerufen am 30. April 2015.
  49. Deutscher Bundestag - Festsetzung staatlicher Mittel. Deutscher Bundestag, abgerufen am 24. Februar 2018.
  50. Ergebnisse der Bundestagswahlen (Memento des Originals vom 9. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  51. a b Bundeswahlleiter – Ergebnisse Bundestagswahl vor 2005 (Memento des Originals vom 18. August 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  52. Der Bundeswahlleiter: Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2005. (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  53. Bundeswahlleiter – Ergebnisse Bundestagswahl 2009 (Memento des Originals vom 11. Oktober 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  54. a b c Bundeswahlleiter.de: Ergebnisse der Europawahl in Deutschland 2019 und 2014, abgerufen am 27. Mai 2019.
  55. Ergebnisse der Europawahlen (Memento des Originals vom 11. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  56. Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg 1984 bis 1996 (Memento vom 26. März 2012 im Internet Archive)
  57. Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg 1996 bis 2011 (Memento vom 21. Mai 2011 im Internet Archive)
  58. Wahlleiter Bayern Mittelfranken
  59. Wahlleiter Bayern Oberbayern
  60. Landeswahlleiter Hessen – Ergebnisse Landtagswahl Hessen (Memento vom 1. Oktober 2009 im Internet Archive)
  61. Landeswahlleiter Mecklenburg-Vorpommern – Ergebnisse Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern@1@2Vorlage:Toter Link/www.mecklenburg-vorpommern.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF)
  62. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie – Ergebnisse Landtagswahl Niedersachsen
  63. Landeswahlleiterin des Landes NRW Ergebnisse Landtagswahl
  64. Statistisches Amt Saarland – Ergebnisse Landtagswahl (Memento vom 5. April 2012 im Internet Archive)
  65. Endgültiges Ergebnis der Landtagswahl am 27. März 2011 mit Vergleichsangaben von 2006 (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  66. Wahl zum Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, endgültiges Ergebnis
  67. Statistisches Amt Saarland – vorläufiges amtliches Endergebnis Landtagswahl 2012 (Memento vom 6. Mai 2016 im Internet Archive)
  68. – vorläufiges amtliches Endergebnis Landtagswahl 2012 (Memento vom 12. Juni 2013 im Internet Archive) (PDF; 25 kB)
  69. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  70. kreis-coesfeld.de
  71. https://www.st-ingbert.de/fileadmin/user_upload/Verwaltung/Wahlen/wahlen_2019/sr_2019.html st-ingbert.de – Stadtratswahl der Stadt St. Ingbert am 26.05.2019 - Endgültiges Ergebnis St. Ingbert
  72. badoldesloe.de Kommunalwahlergebnis 2018 Bad Oldesloe