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Großer Preis der Niederlande 1963

Der Große Preis der Niederlande 1963 fand am 23. Juni 1963 auf dem Circuit Park Zandvoort bei Zandvoort statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1963.

Flag of the Netherlands.svg Großer Preis der Niederlande 1963
Renndaten
3. von 10 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1963
Streckenprofil
Name: XII Grote Prijs van Nederland
Datum: 23. Juni 1963
Ort: Zandvoort, Niederlande
Kurs: Circuit Park Zandvoort
Länge: 335,44 km in 80 Runden à 4,193 km

Wetter: sonnig, trocken
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jim Clark Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Climax
Zeit: 1:31,6 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jim Clark (Runde 56) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Climax
Zeit: 1:33,7 min
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jim Clark Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Climax
Zweiter: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Climax
Dritter: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees ItalienItalien Ferrari
Grand-Slam-Sieger Jim Clark

Inhaltsverzeichnis

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Bei den Werksteams gab es eine Fahreränderung. Ferrari ersetzte Willy Mairesse durch Ludovico Scarfiotti, der damit in der Automobilweltmeisterschaft debütierte. Scarfiotti fuhr hauptsächlich Rennen in der Sportwagenweltmeisterschaft und nahm für Ferrari in den folgenden Jahren an einzelnen Grand Prix teil. Teamkollege von Scarfiotti war John Surtees. Mairesse pausierte drei Rennen und kehrte beim Großen Preis von Deutschland zu Ferrari zurück. Er erholte sich von seinen Verletzungen, die er bei einem Unfall im 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1963 erlitten hatte. Ein weiterer Debütant war Gerhard Mitter, der neben Carel Godin de Beaufort für die Ecurie Maarsbergen fuhr. Mitter bestritt in den folgenden Jahren ebenfalls einzelne Formel-1-Rennen. Scirocco Powell war nicht für den Großen Preis der Niederlande gemeldet, A.T.S. fuhr das zweite Rennen, pausierte anschließend aber ebenfalls für drei Rennen und kehrte erst beim Großen Preis von Italien zurück.

Nachdem Lotus die ersten Erfolge mit einem Monocoque beim Lotus 25 erzielt hatte, baute auch B.R.M. einen solchen Wagen, den BRM P61. Dieses Fahrzeug hatte ein halbes Monocoque und wurde erstmals für einen Grand Prix gemeldet, allerdings noch nicht eingesetzt. Sowohl Graham Hill als auch Richie Ginther fuhren mit dem alten BRM P57.

Mit Joakim Bonnier, Jack Brabham und Graham Hill nahmen drei ehemalige Sieger am Grand Prix teil, bei den Konstrukteuren war zuvor Ferrari viermal siegreich, B.R.M. zweimal und Cooper einmal. In der Fahrerwertung führte Bruce McLaren das letzte Mal in seiner Karriere. Er hatte einen Punkt Vorsprung auf die punktgleichen Graham Hill, Jim Clark und Ginther. In der Konstrukteurswertung führte B.R.M. mit zwei Punkten Vorsprung vor Lotus und Cooper.

TrainingBearbeiten

Wie schon in mehreren Rennen zuvor war das Training ein Duell zwischen Clark und Graham Hill, das Clark zum zweiten Mal in der Saison für sich entschied. Er erreichte die Pole-Position mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung auf die Zeit seines Konkurrenten Graham Hill. Dies war für Clark der Auftakt zu einer weiteren Serie von ersten Startplätzen, bei der er viermal hintereinander von Startplatz eins ins Rennen ging. Graham Hill qualifizierte sich auf Platz zwei nur knapp vor McLaren und Brabham, Surtees wurde Fünfter. Somit belegten mit Lotus, B.R.M., Cooper, Brabham und Ferrari fünf verschiedene Konstrukteure die ersten fünf Plätze.

Ginther qualifizierte sich auf Platz sechs vor dem BRP von Innes Ireland und dem privaten Cooper des Rob Walker Racing Teams von Bonnier. Die ersten zehn wurden von Tony Maggs und Trevor Taylor komplettiert. Chris Amon qualifizierte den einzigen Lola im Feld auf Rang zwölf, A.T.S. belegte die Plätze 13 und 15. Nicht mehr konkurrenzfähig waren die privaten Porsche der Ecurie Maarsbergen, die aus dem hinteren Feld starteten.

RennenBearbeiten

 
Dan Gurney erreicht das bis dahin beste Rennergebnis für Brabham
Dokumentation über den Großen Preis der Niederlande 1963

Clark gewann den Start und ging in Führung. Auch die Positionen unmittelbar hinter ihm blieben unverändert, Graham Hill war Zweiter vor McLaren und Brabham. Während Clark schon in den ersten Rennrunden begann seinen Vorsprung auf die Konkurrenz kontinuierlich auszubauen, wurde die Reihenfolge auf den folgenden Positionen vor allem durch Ausfälle bestimmt. Mitter schied mit einem Kupplungsschaden bereits in der zweiten Rennrunde aus, anschließend folgten die beiden Werks-Cooper von McLaren und Maggs. Bei McLaren war der Ausfallgrund ein Getriebeschaden, bei Maggs überhitzte der Motor. In Runde 15 und 17 schieden dann nacheinander die beiden A.T.S. aus, bei Phil Hill war ein Aufhängungsschaden die Ursache, bei Giancarlo Baghetti die Zündung.

An der Spitze vergrößerte sich der Vorsprung von Clark auf den Rest des Feldes weiter, da die Verfolger in Zweikämpfe verwickelt waren. Brabham griff Graham Hill in Runde fünf an und überholte ihn, ihm gelang es aber nicht sich abzusetzen. Surtees und Dan Gurney duellierten sich zur selben Zeit um den vierten Platz. Nachdem Graham Hill gegen Brabham konterte und den zweiten Platz zurückgewann, schieden beide wenige Runden vor Rennende aus. Brabham verunfallte, da sein Gaspedal klemmte. Graham Hill musste wegen Motorüberhitzung an die Box, wodurch sich Surtees auf Rang zwei vor Gurney auf den dritten Rang verbesserte. Graham Hill setzte das Rennen noch einmal fort, doch beim Versuch eines Überholmanövers gegen Gurney überhitzte der Motor erneut und Graham Hill schied aus.

Clark dominierte den gesamten Grand Prix und gewann überlegen, indem er das gesamte Feld überrundete. Neben dem Sieg, der Pole-Position und der schnellsten Rennrunde, die gleichzeitig ein neuer Streckenrekord war, führte er außerdem jede Rennrunde an. Somit gelang ihm ein Grand Slam. Durch den zweiten Sieg in Folge übernahm Clark auch die Führung in der Fahrerweltmeisterschaft. In den beiden folgenden Jahren gewann Clark das Rennen auf Lotus ebenfalls. In Runde 63 überholte Gurney noch Surtees, der einen Fahrfehler machte, und erreichte den zweiten Platz. Dies war das bis dahin beste Rennergebnis für den Konstrukteur Brabham. Durch den dritten Platz von Surtees erreichte Ferrari nach fast einem Jahr wieder einen Podestplatz, zuletzt war dies der Fall, als Phil Hill Dritter beim Großen Preis von Belgien 1962 war. Ireland erreichte das Ziel auf Position vier. Dieses Rennergebnis brachte die ersten Punkte in der Automobilweltmeisterschaft für den Konstrukteur BRP. Ginther wurde Fünfter, sodass es fünf verschiedene Konstrukteure in den Punkterängen gab. Scarfiotti erreichte mit Platz sechs einen Punkt in seinem Debütrennen. Auf den weiteren Plätzen wurde Joseph Siffert vor Jim Hall, Carel Godin de Beaufort, Taylor und Bonnier klassifiziert.

In der Fahrerwertung führte Clark mit sieben Punkten Vorsprung vor Ginther und mit acht Punkten Vorsprung auf McLaren und Gurney. In der Konstrukteurswertung übernahm Lotus den ersten Rang und hatte nach dem Grand Prix fünf Punkte Vorsprung auf B.R.M. sowie neun Punkte Vorsprung auf Cooper und Brabham.

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 02 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Ferrari 156/63 Ferrari 1.5 V6 D
04 Italien  Ludovico Scarfiotti
Vereinigtes Konigreich  Team Lotus 06 Vereinigtes Konigreich  Jim Clark Lotus 25 Climax 1.5 V8 D
08 Vereinigtes Konigreich  Trevor Taylor
Vereinigtes Konigreich  Reg Parnell Racing 10 Neuseeland  Chris Amon Lola MK4A[# 1] Climax 1.5 V8 D
Lotus 24[# 1]
Vereinigtes Konigreich  Owen Racing Organisation 12 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill BRM P57[# 2] BRM 1.5 V8 D
BRM P61[# 2]
14 Vereinigte Staaten  Richie Ginther BRM P57
Vereinigtes Konigreich  Brabham Racing Organisation 16 Australien  Jack Brabham Brabham BT7 Climax 1.5 V8 D
18 Vereinigte Staaten  Dan Gurney
Vereinigtes Konigreich  Cooper Car Company 20 Neuseeland  Bruce McLaren Cooper T66 Climax 1.5 V8 D
22 Sudafrika 1961  Tony Maggs
Italien  Automobili Turismo e Sport 24 Vereinigte Staaten  Phil Hill A.T.S. 100 A.T.S. 1.5 V8 D
26 Italien  Giancarlo Baghetti
Vereinigtes Konigreich  Rob Walker Racing Team 28 Schweden  Joakim Bonnier Cooper T60[# 3] Climax 1.5 V8 D
Cooper T66[# 3]
Vereinigtes Konigreich  British Racing Partnership 30 Vereinigtes Konigreich  Innes Ireland BRP Mk1[# 4] BRM 1.5 V8 D
Lotus 24[# 4]
42 Vereinigte Staaten  Jim Hall Lotus 24
Niederlande  Ecurie Maarsbergen 32 Niederlande  Carel Godin de Beaufort Porsche 718 Porsche 1.5 B4 D
34 Deutschland  Gerhard Mitter
Schweiz  Siffert Racing Team 36 Schweiz  Joseph Siffert Lotus 24 BRM 1.5 V8 D
Anmerkungen
  1. a b Chris Amon fuhr den Lola mit der Nummer 10 in den Trainingssitzungen und im Rennen.
  2. a b Graham Hill fuhr den BRM P57 mit der Nummer 12 in den Trainingssitzungen und im Rennen.
  3. a b Joakim Bonnier fuhr den Cooper T66 mit der Nummer 28 in den Trainingssitzungen und den Cooper T60 mit der gleichen Nummer im Rennen.
  4. a b Innes Ireland fuhr den BRP mit der Nummer 4 in den Trainingssitzungen und im Rennen.

KlassifikationenBearbeiten

StartaufstellungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Vereinigtes Konigreich  Jim Clark Vereinigtes Konigreich  Lotus-Climax 1:31,6 164,79 km/h 01
02 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:32,2 163,72 km/h 02
03 Neuseeland  Bruce McLaren Vereinigtes Konigreich  Cooper-Climax 1:32,3 163,54 km/h 03
04 Australien  Jack Brabham Vereinigtes Konigreich  Brabham-Climax 1:32,4 163,36 km/h 04
05 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Italien  Ferrari 1:33,0 162,31 km/h 05
06 Vereinigte Staaten  Richie Ginther Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:33,3 161,79 km/h 06
07 Vereinigtes Konigreich  Innes Ireland Vereinigtes Konigreich  BRP-B.R.M. 1:33,3 161,79 km/h 07
08 Schweden  Joakim Bonnier Vereinigtes Konigreich  Cooper-Climax 1:34,1 160,41 km/h 08
09 Sudafrika 1961  Tony Maggs Vereinigtes Konigreich  Cooper-Climax 1:34,3 160,07 km/h 09
10 Vereinigtes Konigreich  Trevor Taylor Vereinigtes Konigreich  Lotus-Climax 1:35,2 158,56 km/h 10
11 Italien  Ludovico Scarfiotti Italien  Ferrari 1:35,6 157,90 km/h 11
12 Neuseeland  Chris Amon Vereinigtes Konigreich  Lola-Climax 1:35,9 157,40 km/h 12
13 Vereinigte Staaten  Phil Hill Italien  A.T.S. 1:36,0 157,24 km/h 13
14 Vereinigte Staaten  Dan Gurney Vereinigtes Konigreich  Brabham-Climax 1:36,2 156,91 km/h 14
15 Italien  Giancarlo Baghetti Italien  A.T.S. 1:37,8 154,34 km/h 15
16 Deutschland  Gerhard Mitter Deutschland  Porsche 1:38,8 152,78 km/h 16
17 Schweiz  Joseph Siffert Vereinigtes Konigreich  Lotus-B.R.M. 1:39,0 152,47 km/h 17
18 Vereinigte Staaten  Jim Hall Vereinigtes Konigreich  Lotus-B.R.M. 1:39,0 152,47 km/h 18
19 Niederlande  Carel Godin de Beaufort Deutschland  Porsche 1:39,3 152,01 km/h 19

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Vereinigtes Konigreich  Jim Clark Vereinigtes Konigreich  Lotus-Climax 80 2:08:13,7 01 1:33,7
02 Vereinigte Staaten  Dan Gurney Vereinigtes Konigreich  Brabham-Climax 79 + 1 Runde 14
03 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Italien  Ferrari 79 + 1 Runde 05
04 Vereinigtes Konigreich  Innes Ireland Vereinigtes Konigreich  BRP-B.R.M. 79 + 1 Runde 07
05 Vereinigte Staaten  Richie Ginther Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 79 + 1 Runde 06
06 Italien  Ludovico Scarfiotti Italien  Scuderia Ferrari 78 + 2 Runden 11
07 Schweiz  Joseph Siffert Vereinigtes Konigreich  Lotus-B.R.M. 77 + 3 Runden 17
08 Vereinigte Staaten  Jim Hall Vereinigtes Konigreich  Lotus-B.R.M. 77 + 3 Runden 18
09 Niederlande  Carel Godin de Beaufort Deutschland  Porsche 75 + 5 Runden 19
10 Vereinigtes Konigreich  Trevor Taylor Vereinigtes Konigreich  Lotus-Climax 66 + 14 Runden 10
11 Schweden  Joakim Bonnier Vereinigtes Konigreich  Cooper-Climax 56 + 24 Runden 08
Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 69 DNF 02 Überhitzung
Australien  Jack Brabham Vereinigtes Konigreich  Brabham-Climax 68 DNF 04 Unfall
Neuseeland  Chris Amon Vereinigtes Konigreich  Lola-Climax 29 DNF 12 Wasserpumpe
Italien  Giancarlo Baghetti Italien  A.T.S. 17 DNF 15 Zündung
Vereinigte Staaten  Phil Hill Italien  A.T.S. 15 DNF 13 Aufhängung
Sudafrika 1961  Tony Maggs Vereinigtes Konigreich  Cooper-Climax 14 DNF 09 Überhitzung
Neuseeland  Bruce McLaren Vereinigtes Konigreich  Cooper-Climax 07 DNF 03 Getriebe
Deutschland  Gerhard Mitter Deutschland  Porsche 02 DNF 16 Kupplung

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkte. Es zählten nur die sechs besten Ergebnisse aus zehn Rennen. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Jim Clark Lotus-Climax 18
02 Vereinigte Staaten  Richie Ginther B.R.M. 11
03 Neuseeland  Bruce McLaren Cooper-Climax 10
04 Vereinigte Staaten  Dan Gurney Brabham-Climax 10
05 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill B.R.M. 9
06 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Ferrari 7
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
07 Vereinigtes Konigreich  Innes Ireland BRP-B.R.M. 3
08 Schweden  Joakim Bonnier Cooper-Climax 2
09 Sudafrika 1961  Tony Maggs Cooper-Climax 2
10 Niederlande  Carel Godin de Beaufort Porsche 1
11 Vereinigtes Konigreich  Trevor Taylor Lotus-Climax 1
12 Italien  Ludovico Scarfiotti Ferrari 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Lotus 19
02 Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 14
03 Vereinigtes Konigreich  Cooper 10
04 Vereinigtes Konigreich  Brabham 10
05 Italien  Ferrari 7
06 Vereinigtes Konigreich  BRP 3
07 Deutschland  Porsche 1

WeblinksBearbeiten