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Gemeinde Gorinchem
Flagge der Gemeinde Gorinchem
Flagge
Wappen der Gemeinde Gorinchem
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Sitz der Gemeinde Gorinchem
Fläche
 – Land
 – Wasser
22,01 km2
18,78 km2
3,23 km2
CBS-Code 0512
Einwohner 36.233 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 1646 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 50′ N, 4° 58′ OKoordinaten: 51° 50′ N, 4° 58′ O
Vorwahl 0183
Postleitzahlen 4200–4207
Website www.gorinchem.nl
LocatieGorinchem.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Gorinchem (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) [ˈɣɔɾkʏm], oft auch nach der Aussprache Gorkum oder Gorcum geschrieben, ist eine Stadt und Gemeinde in der niederländischen Provinz Südholland und zählte am 31. August 2017 laut Angabe des CBS 36.233 Einwohner. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 22,01 km².

Inhaltsverzeichnis

Lage und WirtschaftBearbeiten

Die Stadt liegt im äußersten Südosten der Provinz an der Merwede und am südlichen Ende des Merwede-Kanals. Bei Gorinchem kreuzen sich die Autobahnen RotterdamTielArnheim / Nimwegen und UtrechtBreda. Gorinchem hat einen Kleinbahnhof an der Lokaleisenbahn DordrechtGeldermalsen. Zur Stadt gehört ein großes Industriegelände (Avelingen) mit Binnenhafen, wo sich eine Schiffswerft, Maschinen- und andere Metall verarbeitende Fabriken sowie Großhandelsunternehmen befinden. Auch die Land- und Gartenwirtschaft in der Umgebung (Rinder, Äpfel) ist von Bedeutung.

 
Cesare Fracassini (1838–1868): Hinrichtung der Märtyrer von Gorkum, Rom, Vatikan

GeschichteBearbeiten

Schon um das Jahr 1000 war Gorinchem ein Bauern- und Fischerdorf. Es wird 1224 erstmals urkundlich bezeugt. Otto van Arkel verlieh dem bereits ummauerten Ort 1382 das Stadtrecht. Gorinchem kam, nach dem Aussterben des Geschlechtes Van Arkel, 1417 an Holland, was den Handel der Stadt begünstigte.

Im Jahre 1566 wurde die Stadt protestantisch. Im Achtzigjährigen Krieg fiel Gorcum 1572 an die aufständischen Holländer, wobei es zu einem Massaker kam: Neunzehn katholische Geistliche wurden, weil sie sich nicht zur neuen Lehre bekehren wollten, von den Geusen abtransportiert und später erhängt. Diese Opfer der damaligen Intoleranz werden – heutzutage auch von vielen Protestanten – als die Märtyrer von Gorkum bezeichnet. Sie wurden am 24. November 1675 durch Papst Clemens X. seliggesprochen. Am 29. Juni 1867 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Pius IX. Der bekannteste unter ihnen ist Theodor van der Eem. In der Sankt Nikolauskirche von Brüssel werden die Reliquien der Märtyrer von Gorkum verehrt. Ihr Gedenktag ist der 9. Juli.

Im Jahre 1609 wurde die neue Stadtbefestigung fertiggestellt.

Das 18. Jahrhundert war für Gorinchem eine Epoche des wirtschaftlichen Rückganges.

Im Winterfeldzug 1813/1814 hatten sich französische Truppen gegen die vorrückenden preußischen und russischen Truppen in Gorinchem verschanzt. Um ein freies Schussfeld zu haben, ließ der französische General Antoine-Guillaume Rampon alle Gebäude im Umkreis der Stadt niederreißen bzw. niederbrennen. Am 22. Januar 1814 begann die Belagerung der Stadt durch die Alliierten, am 5. Februar kapitulierten die Franzosen. Teile von Gorinchem waren durch die Kämpfe zerstört worden.

Ab etwa 1880, als die Eisenbahn gebaut wurde und neue Land- und Wasserstraßen entstanden, begann eine zweite Blütezeit.

Gorinchemse TijdBearbeiten

Der Meridian, der seit dem 17. März 1937 für die von 1909 bis 1940 in den Niederlanden gebräuchliche Amsterdamer Zeit (AZ) maßgeblich war (5° östlicher Länge), verlief genau durch Gorinchem. Daher sprach man auch von der Gorinchemse Tijd (Gorinchemer Zeit).[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Festungswerke mit dem Dalemer Stadttor können zu den Sehenswürdigkeiten gezählt werden. Sie wurden 2001 restauriert. Im ehemaligen Rathaus (1860 erbaut) ist das Stadtmuseum untergebracht. Gorinchem hat noch einige alte Häuser.

Am Flüsschen Linge, das ebenfalls durch die Gemeinde fließt, gibt es einen Jachthafen.

Eine Radtour über Arkel und den Deich der Linge nach Leerdam oder über Meerkerk nach Ameide (Gemeinde Zederik), ist vor allem im Frühsommer wegen der malerischen Landschaft empfehlenswert.

GalerieBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gorinchem – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten