Cieutat

französische Gemeinde

Cieutat ist eine französische Gemeinde mit 600 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Hautes-Pyrénées in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bagnères-de-Bigorre und zum Kanton La Vallée de l’Arros et des Baïses (bis 2015: Kanton Bagnères-de-Bigorre).

Cieutat
Wappen von Cieutat
Cieutat (Frankreich)
Cieutat
Region Okzitanien
Département Hautes-Pyrénées
Arrondissement Bagnères-de-Bigorre
Kanton La Vallée de l’Arros et des Baïses
Gemeindeverband Communes de la Haute-Bigorre
Koordinaten 43° 7′ N, 0° 13′ OKoordinaten: 43° 7′ N, 0° 13′ O
Höhe 327–589 m
Fläche 18,78 km2
Einwohner 600 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km2
Postleitzahl 65200
INSEE-Code

Blick auf das Zentrum von Cieutat

Die Einwohner werden Cieutatois und Cieutatois genannt.[1]

GeographieBearbeiten

Cieutat liegt circa acht Kilometer nordöstlich von Bagnères-de-Bigorre in der historischen Vizegrafschaft Nébouzan.

Umgeben wird Cieutat von den zehn Nachbargemeinden:

Luc Poumarous Ozon
Chelle-Spou
Orignac   Artiguemy
Mérilheu
Argelès-Bagnères
Castillon Bonnemazon

Cieutat liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Nebenflüsse des Arros durchqueren das Gebiet der Gemeinde:

  • der Luz,
  • der Arriou-Darré, der in Cieutat entspringt,
  • der Ruisseau Gascorre, der in Cieutat entspringt,
  • der Arrédou, der in Cieutat entspringt, und
  • der Arrêt.[2]
 
Bürgermeisteramt (Mairie) von Cieutat

ToponymieBearbeiten

Der okzitanische Name der Gemeinde heißt Ciutat. Er stammt vom lateinischen civitatem, welches das Gebiet eines Volkes oder seine Hauptstadt bezeichnet. Der Ort könnte einst der Hauptort der Onobrisaten (Ursprung des Namens Nébouzan) sein, ein aquitanisches Volk, wie sie Plinius der Ältere in seinem Werk Naturalis historia bezeichnete,[3] oder aber ein befestigtes Lager der Franken, die gegen die aufständischen Gascogner zogen. Ungeklärt ist allerdings die Herkunft des Namens Neurest/Nauares/Navares/Nauarest, der vorher existierte.

Ein Spitzname der Bewohner der Gemeinde lautet Eths gavecats (deutsch die kleinen Eulen), weil sie durchdringende Stimmen wie Eulen hätten. Ein weiterer ist Eths borra-pasta (deutsch die, die gierig Teigwaren essen), ein anderer lautet Eths porrotèrs (deutsch die Truthahnzüchter).

Toponyme und Erwähnungen von Cieutat waren:

  • Neurest (gegen 1110 und 12. Jahrhundert, Kopialbuch der Grafschaft Bigorre),
  • La Ciutat (gegen 1200–1230, Kopialbuch der Grafschaft Bigorre),
  • la Ciutad (1251, Du Bourg),
  • villam Civitatis de Navares (1256, Ehevertrag Esquivat),
  • ville Civitatis de Naverest (1257, Kopialbücher der Grafschaft Bigorre),
  • Ciutad (1285, Volkszählung des Adels im Bigorre),
  • Laciotat (1300, Erhebung im Bigorre),
  • De Civitate (1342 und 1379, Kirchenregister von Tarbes bzw. Prokuration von Tarbes),
  • La Ciutat (1429, Steuerliste der Grafschaft Bigorre),
  • Cieutat (1614 und 1750, Guillaume Mauran bzw. Karte von Cassini),
  • Cuitat (1793, Notice Communale),
  • Cieutat (1801, Bulletin des lois).[4][5][6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 1.410. In der Folgezeit sank die Zahl der Einwohner bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1970er Jahren auf 470, bevor eine Wachstumsphase einsetzte, die bis heute anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 521 470 457 509 539 518 557 599 600
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kapelle Notre-Dame de RouméBearbeiten

 
Kapelle Notre-Dame de Roumé

Die Kapelle aus dem 16. Jahrhundert hat laut der lokalen Überlieferung einen früheren Ursprung und ihr Name erinnert an eine frühere Einrichtung oder eines römischen Tempels an diesem Ort. Sie wurde möglicherweise während der Hugenottenkriege zerstört und im 17. Jahrhundert weitgehend restauriert. Das Gebäude mit einem trapezförmigen Grundriss wurde auf einem künstlichen Hügel errichtet und wird von einer Mauer aus Trockenmauerwerk umsäumt. Die frühere Apsis wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen und durch die heutige dreiwandige Apsis ersetzt. Das Mauerwerk der Kapelle besteht sowohl aus Werksteinen und Bruchsteinen als auch aus Kieseln, die Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte erkennen lassen, die schwierig zu interpretieren sind. Auf der Nord- und der Westseite des heutigen Eingangs ist ein Christusmonogramm in das Mauerwerk eingefasst oberhalb dessen, was ein früherer Zugang mit einem Kielbogen sein könnte. Die Westfassade wird durch den Glockengiebel bestimmt. Im Inneren ist das Gebäude durch ein falsches Gewölbe aus bemalten Holzbalken gedeckt. Der Boden ist mit alten Fliesen aus Terrakotta belegt. Der Altar wird durch ein Altarretabel im Stil des 18. Jahrhunderts verschönert. An der westlichen Wand ist eine Empore mit stufenförmig angeordneten Sitzreihen errichtet. Die Kapelle ist seit dem 6. September 1956 als Monument historique eingeschrieben.[8]

Pfarrkirche Saint-BarthélémyBearbeiten

Sie ist dem Apostel Bartholomäus, dem Schutzpatron der Gemeinde, geweiht. Eine Statue mit der Darstellung des Heiligen mit einem Messer in der rechten Hand als Symbol seiner Enthäutung gemäß der Legende ist aus bemaltem Holz und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist seit dem 30. Juli 1907 als Monument historique klassifiziert.[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Porcs Noirs de Bigorre

Cieutat liegt in den Zonen AOC der Schweinerasse Porc noir de Bigorre und des Schinkens Jambon noir de Bigorre.[10]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[11]
Gesamt = 59

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 54 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2019/2020.[12]

VerkehrBearbeiten

Cieutat ist über die Routes départementales 20, 83, 120 und 938, die ehemalige Route nationale 638, erreichbar.

WeblinksBearbeiten

Commons: Cieutat – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Informations sur la commune de Cieutat (fr) Marie-Pierre Manet. Abgerufen am 9. November 2019.
  2. Ma commune : Cieutat (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 9. November 2019.
  3. Plinius der Ältere: Liber IV - Geographia (Europa) (Latein) In: Naturalis historia. S. 1–10. 77 n. Chr.. Abgerufen am 9. November 2019.
  4. Cieutat (fr) Département Hautes-Pyrénées. Abgerufen am 9. November 2019.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 9. November 2019.
  6. a b Notice Communale Cieutat (fr) EHESS. Abgerufen am 9. November 2019.
  7. Populations légales 2016 Commune de Cieutat (65147) (fr) INSEE. Abgerufen am 9. November 2019.
  8. église paroissiale Saint-Michel (fr) Französisches Kultusministerium. 13. Oktober 2015. Abgerufen am 9. November 2019.
  9. statue : saint Barthélémy (fr) Französisches Kultusministerium. 20. Februar 2001. Abgerufen am 9. November 2019.
  10. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 9. November 2019.
  11. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Cieutat (65147) (fr) INSEE. Abgerufen am 9. November 2019.
  12. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 9. November 2019.