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Alexis Pinturault

französischer Skirennläufer
Alexis Pinturault Ski Alpin
FIS Alpine Skiing World Cup in Stockholm 2019 11.jpg
Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 20. März 1991 (28 Jahre)
Geburtsort Moûtiers, Frankreich
Größe 180 cm
Gewicht 80 kg
Karriere
Disziplin Riesenslalom, Slalom, Super-G,
Abfahrt, Kombination
Verein CS Courchevel
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 1 × Silber 2 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
Junioren-WM 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Bronze0 Sotschi 2014 Riesenslalom
0Silber0 Pyeongchang 2018 Kombination
0Bronze0 Pyeongchang 2018 Riesenslalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
0Bronze0 Vail/Beaver Creek 2015 Riesenslalom
0Gold0 St. Moritz 2017 Mannschaft
0Gold0 Åre 2019 Kombination
0Bronze0 Åre 2019 Riesenslalom
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
0Gold0 Garmisch-Partenk. 2009 Riesenslalom
0Gold0 Crans-Montana 2011 Riesenslalom
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 13. März 2009
 Einzel-Weltcupsiege 24
 Gesamtweltcup 2. (2018/19)
 Super-G-Weltcup 10. (2014/15)
 Riesenslalomweltcup 2. (2014/15, 2015/16)
 Slalomweltcup 6. (2018/19)
 Kombinationsweltcup 1. (2012/13, 2013/14,
2015/16, 2016/17, 2018/19)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Super-G 1 1 1
 Riesenslalom 12 11 7
 Slalom 2 3 2
 Kombination 8 3 1
 Parallel-Rennen 1 0 2
letzte Änderung: 27. Oktober 2019

Alexis Pinturault (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (* 20. März 1991 in Moûtiers) ist ein französischer Skirennläufer. Er gehört dem A-Kader des Französischen Skiverbandes an und zählt zu den erfolgreichsten aktiven Athleten, insbesondere in den Disziplinen Riesenslalom und Kombination. Pinturault gewann bei der Weltmeisterschaft 2019 die Goldmedaille in der Kombination sowie 2017 die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb, hinzu kommen im Riesenslalom je eine Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2014 sowie bei den Weltmeisterschaften Weltmeisterschaft 2015 und 2019. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 gewann er zudem Silber in der Kombination und gewann wie Kjetil André Aamodt fünfmal die Disziplinenwertung in der Kombination. Darüber hinaus ist er zweifacher Juniorenweltmeister im Riesenslalom und achtfacher Französischer Meister.

BiografieBearbeiten

Beginn der KarriereBearbeiten

Pinturault wuchs in Courchevel auf, wo sein Vater Claude Besitzer des Hotels Annapurna ist. Seine Mutter Hege stammt aus Norwegen, weshalb er auch die norwegische Staatsbürgerschaft besitzt.[1] Im August 2006 bestritt Pinturault in Argentinien seine ersten FIS-Rennen. Im Winter 2006/07 nahm er ausschließlich an Wettbewerben in Frankreich teil, blieb dabei aber ohne größere Erfolge. Erst zu Beginn der Saison 2007/08 kam er erstmals unter die besten zehn in einem FIS-Rennen. Bei seinem ersten Großereignis, der Juniorenweltmeisterschaft 2008 im spanischen Formigal, kam er in allen Wettbewerben ins Ziel und erreichte damit Platz 13 in der Kombinationswertung. Kurz zuvor hatte er in Madesimo erstmals an Europacuprennen teilgenommen, ohne jedoch die Punkteränge zu erreichen. Auch in der Saison 2008/09 blieb Pinturault in seinen sieben Europacupeinsätzen ohne Punkte, allerdings verfehlte er zweimal als 31. nur knapp die Punkteränge.

Im Dezember 2008 gewann Pinturault sein erstes FIS-Rennen. Für Aufsehen sorgte er bei der Juniorenweltmeisterschaft 2009 in Garmisch-Partenkirchen, als er überraschend die Goldmedaille im Riesenslalom gewann (vor den Österreichern Björn Sieber und Marcel Hirscher). Zwei Wochen später bestätigte er diese Leistung mit dem französischen Meistertitel in der Super-Kombination. Als Juniorenweltmeister kam er beim Saisonfinale in Åre auch zu seinem ersten Weltcupeinsatz, wo er jedoch im ersten Durchgang des Riesenslaloms ausschied.

Ende November 2009 holte Pinturault mit Platz 25 im zweiten Riesenslalom von Levi seine ersten Europacuppunkte und Anfang Dezember kam er im Riesenslalom von Val Thorens erstmals im Europacup unter die besten zehn. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2010 in der Region Mont Blanc erreichte er im Super-G den fünften Platz, während er im Slalom nach überlegener Laufbestzeit im 2. Durchgang ausschied. Im Europacup gelang ihm mit Rang zwei im letzten Riesenslalom der Saison 2009/10 in Kranjska Gora der erste Podestplatz. Bei seinen vier Weltcupeinsätzen in diesem Winter erreichte er nie das Ziel.

Etablierung im WeltcupBearbeiten

Im Januar 2011 feierte Pinturault im Riesenslalom und im Slalom von Kirchberg in Tirol seine ersten Europacupsiege. In den nächsten Wochen folgten weitere drei Siege, womit er sich bereits vorzeitig den Gesamtsieg in der Saison 2010/11 sicherte. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2011 gewann er zum zweiten Mal die Goldmedaille im Riesenslalom. Nachdem er bei seinen vorangegangenen Weltcup-Einsätzen im Slalom und Riesenslalom ohne Punkte geblieben war, fuhr er am 5. Februar 2011 bei seinem ersten Weltcup-Super-G in Hinterstoder mit Startnummer 62 auf den sechsten Platz. Im vier Tage später ausgetragenen Super-G der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen fiel Pinturault aus, im WM-Slalom belegte er Rang 17. Den ersten Weltcup-Podestplatz erzielte er am 5. März 2011, als er in Kranjska Gora Zweiter des Riesenslaloms wurde.

Zu Beginn der Weltcup-Saison 2011/12 am 23. Oktober 2011 in Sölden belegte Pinturault hinter Ted Ligety den zweiten Platz im Riesenslalom. Zwei weitere zweite Plätze folgten Anfang Februar in Chamonix in der Super-Kombination und Anfang März in Kranjska Gora im Riesenslalom. Der erste Weltcupsieg gelang ihm am 21. Februar 2012 beim City Event in Moskau. Beim Weltcupfinale in Schladming folgte mit Platz zwei im Super-G die erste Podestplatzierung in einem Speedrennen. Er beendete den Riesenslalom- und Kombinationsweltcup jeweils an vierter Position und wurde im Gesamtweltcup Zehnter.

Ende Juli 2012 erlitt Pinturault beim Tennisspielen einen Bänderriss im linken Sprunggelenk. Er musste rund drei Monate pausieren und versäumte das Auftaktrennen der Saison 2012/2013 in Sölden.[2] Im November stieg er wieder in den Weltcup ein und feierte am 8. Dezember 2012 im Slalom von Val-d’Isère seinen zweiten Weltcupsieg. Weitere Siege gelangen ihm in der Super-Kombination von Wengen und im Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen. In der Kombinations-Disziplinenwertung belegte Pinturault punktgleich mit Ivica Kostelić den ersten Platz. Bei der Weltmeisterschaft 2013 verpasste er in vier Rennen knapp eine Medaille; er wurde einmal Fünfter und dreimal Sechster.

An der WeltspitzeBearbeiten

In der Saison 2013/14 war Pinturault im Slalom von Wengen und in der Super-Kombination von Kitzbühel siegreich. Außerdem sicherte er sich erneut die Kombinations-Disziplinenwertung, diesmal punktgleich mit Ted Ligety. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi schied er im Slalom der Super-Kombination aus und gewann am 19. Februar 2014 mit Bronze im Riesenslalom seine erste olympische Medaille. Beim Weltcup-Finale in Lenzerheide gelang Pinturault am 13. März 2014 sein erster Weltcupsieg im Super-G. Ab nun konnte er bereits in allen Disziplinen, ausgenommen die Abfahrt, mindestens einen Weltcupsieg vorweisen.

Vor Beginn der Saison 2014/15 wechselte Pinturault die Skimarke: Nachdem er zuvor stets mit Salomon-Skis gefahren war, entschied er sich nun für Skis von Head.[3] Mit Starts in allen Super-Gs und in einigen technisch schwierigeren Abfahren startete er erstmals den Versuch, die Weltcup-Gesamtwertung für sich zu entscheiden.[4] Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Beaver Creek gewann er im Riesenslalom die Bronzemedaille.

Die Saison 2015/16 verlief für Pinturault zu Beginn deutlich unter den Erwartungen. Im Riesenslalom von Beaver Creek am 6. Dezember 2015 stürzte er heftig und erlitt dabei eine leichte Gehirnerschütterung, woraufhin er das nächste Rennen in Val-d’Isère auslassen musste.[5] Erst im neuen Jahr erreichte er wieder sein gewohntes Niveau, setzte aber Ende Januar zu einer Siegesserie an. Innerhalb von sechs Wochen gelangen ihm sechs Siege: die Kombinationen von Kitzbühel und Chamonix sowie die Riesenslaloms von Naeba, Hinterstoder (zweimal) und Kranjska Gora. Mit seinem insgesamt 15. Weltcupsieg egalisierte er die bisherige französische Bestmarke von Jean-Claude Killy.[6]

Zum Auftakt der Saison 2016/17 gewann Pinturault den Riesenslalom von Sölden. Es folgten drei weitere Siege in den Riesenlaloms von Val-d’Isère und Adelboden sowie in der Kombination von Santa Caterina. Obwohl er in der Kombination von Wengen aufgrund schwieriger Wetterverhältnisse nur den 20. Platz belegte, konnte er in jener Saison zum vierten Mal den Kombinationsweltcup gewinnen. In der Gesamtwertung hingegen fiel er ein weiteres Mal rasch hinter Marcel Hirscher zurück, da er vor allem im Slalom mehrmals ausschied. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz gelang ihm im Mannschaftswettbewerb erstmals der Gewinn einer Goldmedaille.

Die Saison 2017/18 war für Pinturault nicht so erfolgreich wie die Jahre zuvor. Gewinnen konnte er den Riesenslalom in Val-d’Isère und die Kombination von Bormio. Im Gesamtweltcup wurde er Sechster, im Riesenslalomweltcup war er mit Platz drei am erfolgreichsten. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang holte Pinturault in der Kombination die Silbermedaille hinter Marcel Hirscher, sowie die Bronzemedaille im Riesenslalom.[7]

In der Saison 2018/19 war Pinturault insgesamt wieder erfolgreicher und konstanter. Im Slalom in Zagreb und Schladming wurde er jeweils Zweiter hinter Hirscher sowie in Kitzbühel Dritter. Im Riesenslalom von Alta Badia errang er den dritten Platz und erreichte dort im Parallel-Riesenslalom erstmals ein Podest in einem Parallelwettbewerb. Bei der Weltmeisterschaft 2019 in Åre gewann Pinturault die Goldmedaille in der Kombination sowie die Bronzemedaille im Riesenslalom. Am 22. Januar 2019 gewann er erstmals seit Dezember 2017 wieder ein Weltcuprennen, die Kombination von Bansko. Damit entschied er zum fünften Mal die Disziplinenwertung in der Kombination für sich und stellte den Rekord von Kjetil André Aamodt ein.

ErfolgeBearbeiten

Olympische WinterspieleBearbeiten

WeltmeisterschaftenBearbeiten

WeltcupsiegeBearbeiten

  • 55 Podestplätze, davon 24 Siege:

Riesenslalom

Datum Ort Land
24. Februar 2013 Garmisch-Partenkirchen Deutschland
14. März 2015 Kranjska Gora Slowenien
13. Februar 2016 Naeba Ski Resort Japan
26. Februar 2016 Hinterstoder Österreich
28. Februar 2016 Hinterstoder Österreich
4. März 2016 Kranjska Gora Slowenien
23. Oktober 2016 Sölden Österreich
10. Dezember 2016 Val-d’Isère Frankreich
7. Januar 2017 Adelboden Schweiz
9. Dezember 2017 Val-d’Isère Frankreich
16. März 2019 Soldeu Andorra
27. Oktober 2019 Sölden Österreich

Slalom

Datum Ort Land
8. Dezember 2012 Val-d’Isère Frankreich
19. Januar 2014 Wengen Schweiz

Alpine Kombination

Datum Ort Land
18. Januar 2013 Wengen Schweiz
26. Januar 2014 Kitzbühel Österreich
23. Januar 2015 Kitzbühel Österreich
22. Januar 2016 Kitzbühel Österreich
19. Februar 2016 Chamonix Frankreich
29. Dezember 2016 Santa Caterina Italien
29. Dezember 2017 Bormio Italien
22. Februar 2019 Bansko Bulgarien

Super-G

Datum Ort Land
13. März 2014 Lenzerheide Schweiz

Parallelslalom

Datum Ort Land
21. Februar 2012 Moskau Russland

WeltcupwertungenBearbeiten

Saison Gesamt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination City Event
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2010/11 54. 151 30. 40 22. 87 30. 24
2011/12 10. 845 22. 84 4. 364 18. 167 4. 130 1. 100
2012/13 6. 790 33. 20 3. 326 9. 264 1. 180 7. 60
2013/14 3. 1028 13. 126 3. 458 9. 264 1. 180
2014/15 3. 1006 10. 169 2. 487 10. 224 2. 126
2015/16 3. 1200 27. 70 2. 690 12 220 1. 220
2016/17 4. 875 22. 68 3. 439 12. 257 1. 111
2017/18 6. 707 19. 78 3. 329 14. 200 4. 100
2018/19 2. 1145 21. 63 3. 469 6. 453 1. 160

EuropacupBearbeiten

  • Saison 2010/11: 1. Gesamtwertung, 1. Riesenslalomwertung, 2. Slalomwertung
  • 10 Podestplätze, davon 5 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
15. Januar 2011 Kirchberg in Tirol Österreich Riesenslalom
16. Januar 2011 Kirchberg in Tirol Österreich Slalom
18. Januar 2011 Zuoz Schweiz Riesenslalom
11. Februar 2011 Monte Pora Italien Riesenslalom
7. März 2011 Kranjska Gora Slowenien Slalom

JuniorenweltmeisterschaftenBearbeiten

Weitere ErfolgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Alexis Pinturault – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. L'historique du Club. Club des Sports Courchevel, abgerufen am 15. März 2012 (französisch).
  2. Jungstar Pinturault verpasst Saisonstart in Sölden. ORF, 31. Juli 2012, abgerufen am 1. August 2012.
  3. Pinturault change d'équipementier. L’Équipe, 2. Mai 2014, abgerufen am 16. Februar 2017 (französisch).
  4. Alexis Pinturault l'affirme haut et fort : il vise le classement général. Eurosport, 25. Oktober 2014, abgerufen am 16. Februar 2017 (französisch).
  5. Alexis Pinturault décidera vendredi pour le slalom géant de Val d'Isère. L’Équipe, 10. Dezember 2015, abgerufen am 16. Februar 2017 (französisch).
  6. Kranjska Gora : Alexis Pinturault remporte un quatrième géant de rang. L’Équipe, 4. März 2016, abgerufen am 16. Februar 2017 (französisch).
  7. Silber-Pinturault staunt! "Hirscher ist der Größte". heute.at, 13. Februar 2018, abgerufen am 22. Februar 2019.