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Henrik Kristoffersen

norwegischer Skirennläufer
Henrik Kristoffersen Ski Alpin
Henrik Kristoffersen.jpg
Henrik Kristoffersen im März 2011
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 2. Juli 1994 (25 Jahre)
Geburtsort Lørenskog, Norwegen
Größe 180 cm
Gewicht 75 kg
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom
Verein Rælingen Skiklubb
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 6 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
European Youth
Olympic Festival
2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Bronze0 Sotschi 2014 Slalom
0Silber0 Pyeongchang 2018 Riesenslalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
0Gold0 Åre 2019 Riesenslalom
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
0Gold0 Roccaraso 2012 Riesenslalom
0Silber0 Roccaraso 2012 Slalom
0Silber0 Roccaraso 2012 Kombination
0Gold0 Québec 2013 Kombination
0Gold0 Jasná 2014 Riesenslalom
0Gold0 Jasná 2014 Slalom
0Gold0 Hafjell 2015 Riesenslalom
0Gold0 Hafjell 2015 Slalom
Olympische Ringe Europäisches Olympisches Jugendfestival
0Gold0 Liberec 2011 Riesenslalom
0Gold0 Liberec 2011 Slalom
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 11. März 2012
 Einzel-Weltcupsiege 18
 Gesamtweltcup 2. (2015/16, 2017/18)
 Riesenslalomweltcup 2. (2017/18, 2018/19)
 Slalomweltcup 1. (2015/16)
 Kombinationsweltcup 29. (2018/19)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Riesenslalom 3 8 6
 Slalom 15 10 10
 Parallel-Rennen 0 1 0
letzte Änderung: 17. März 2019

Henrik Kristoffersen (* 2. Juli 1994 in Lørenskog[1]) ist ein norwegischer Skirennläufer. Er ist spezialisiert auf die Disziplinen Slalom und Riesenslalom und ist in beiden einer der besten Läufer der Welt. Sein bisher größter Erfolg ist der Riesenslalom-Weltmeistertitel 2019. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gewann Kristoffersen Bronze im Slalom, bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang Silber im Riesenslalom. Zudem konnte er in der Saison 2015/16 die Slalom-Disziplinenwertung für sich entscheiden.

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

Kristoffersen wuchs in Løvenstad in der Kommune Rælingen auf und kam im Jahr 2000 zum Rælingen Skiklubb.[1] Im Februar 2009 gewann er in seiner Altersklasse den Slalom und den Riesenslalom des Trofeo Topolino, des wichtigsten internationalen Kinderskirennens.[2] Nach Erreichen des Alterslimits nahm er in der Saison 2009/2010 erstmals an FIS-Rennen teil. Am Ende dieses Winters war er in der FIS-Weltrangliste in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Super-Kombination der Beste seines Jahrganges.[1] Im Februar 2011 machte der damals 16-Jährige erneut international auf sich aufmerksam, als er den Slalom und den Riesenslalom des European Youth Olympic Festivals in Liberec gewann. Er feierte auch auf nationaler Ebene Erfolge und erreichte neben vorderen Platzierungen bei Juniorenmeisterschaften den dritten Platz im Slalom der Norwegischen Meisterschaften 2011.[3]

Nachdem Kristoffersen im November 2010 erstmals an zwei Europacuprennen teilgenommen hatte, aber noch ohne Punkte geblieben war, ist er seit der Saison 2011/2012 regelmäßig in dieser Rennserie am Start. Er fand insbesondere im Slalom rasch Anschluss an die Spitze, fuhr am 19. Januar 2012 in Lenzerheide erstmals unter die besten zehn und feierte am 12. und 13. Februar desselben Jahres seine ersten beiden Europacupsiege in den Slaloms von Pamporowo. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2012 in Roccaraso gewann er die Goldmedaille im Riesenslalom sowie die Silbermedaille im Slalom und in der Kombination. Am 11. März 2012 gab er im Slalom von Kranjska Gora sein Debüt im Weltcup, konnte sich aber nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Zum Abschluss der Saison wurde er Norwegischer Meister im Slalom.

Mit Platz 11 beim Slalom von Levi am 11. November 2012 gewann Kristoffersen die ersten Weltcuppunkte. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2013 entschied er die Kombinationswertung für sich. Zu Beginn der Saison 2013/14 fuhr er am 17. November 2013 im Slalom von Levi auf den dritten Platz und errang damit im Alter von 19 Jahren und vier Monaten seine erste Weltcup-Podestplatzierung. Nach zwei weiteren Podestplätzen gewann er am 28. Januar 2014 den Slalom von Schladming und feierte damit seinen ersten Weltcupsieg.

Im Februar 2014 gewann er bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi die Bronzemedaille im Slalom, womit er zum jüngsten Alpin-Medaillengewinner bei Olympischen Winterspielen wurde.[4] Anfang März errang er zwei weitere Juniorenweltmeistertitel (Riesenslalom und Slalom). Am 8. März 2014 stand er erstmals auch in einem Weltcup-Riesenslalom auf dem Podest. Zu Beginn der Saison 2014/15 entschied Kristoffersen den Slalom von Levi für sich, es folgten zwei weitere Podestplätze. Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Vail/Beaver Creek verpasste er als Vierter im Slalom eine Medaille nur knapp.

Im März 2015 gewann Kristoffersen bei seiner letzten Juniorenweltmeisterschaft Gold im Riesenslalom sowie im Slalom. Mit insgesamt sechs Goldmedaillen ist er damit der erfolgreichste Läufer bei Alpinen Ski-Juniorenweltmeisterschaften. Am 21. März 2015 feierte er beim Weltcupfinale in Méribel seinen ersten Weltcupsieg in einem Riesenslalom.

In der Saison 2015/16 entwickelte sich Kristoffersen zum Seriensieger. Er gewann sechs der ersten sieben Saisonslaloms, darunter die bedeutenden Klassiker in Wengen, Kitzbühel und Schladming. Mit dem zweiten Platz in Kranjska Gora, dem vorletzten Slalom der Saison, sicherte er sich vorzeitig den Sieg in der Weltcup-Slalomwertung vor Marcel Hirscher, der diese Wertung in den drei Jahren zuvor gewonnen hatte. Im Gesamtweltcup belegte Kristoffersen den zweiten Platz hinter Hirscher. Die Saison 2016/17 verlief wiederum erfolgreich für Kristoffersen. Er gewann fünf Slaloms und damit die meisten von allen Fahrern, die Slalomwertung ging aber wieder an den konstanter punktenden Hirscher. Im Gesamtweltcup belegte Kristoffersen den dritten Rang hinter Hirscher und Kjetil Jansrud.

In der Saison 2017/18 gelangen Kristoffersen mehr Podestplätze als je zuvor. Insbesondere fuhr er in allen neun Slaloms auf das Podest, sowie in fünf Riesenslaloms und im Parallelriesenslalom. Jedoch gelang ihm nur ein Sieg, nämlich im Slalom von Kitzbühel, während er ansonsten zumeist hinter Hirscher blieb, der nach einem Knöchelbruch erstarkt in den Weltcup zurückkehrte. Dennoch übernahm Kristoffersen zeitweilig die Führung im Slalom-, kurzzeitig auch im Gesamtweltcup; am Ende wurde er in Gesamt-, Slalom- und Riesenslalomwertung Zweiter hinter Hirscher. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gewann Kristoffersen hinter Hirscher die Silbermedaille im Riesenslalom; im Slalom schied er jedoch als Führender im zweiten Durchgang aus (Hirscher bereits im ersten Lauf).

Bei der Weltmeisterschaft 2019 in Åre gewann Kristoffersen die Goldmedaille im Riesenslalom.

ErfolgeBearbeiten

Olympische SpieleBearbeiten

WeltmeisterschaftenBearbeiten

WeltcupwertungenBearbeiten

Saison Gesamt Riesenslalom Slalom Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2012/13 60. 111 41. 13 22. 98
2013/14 7. 639 9. 185 3. 454
2014/15 8. 729 6. 266 4. 463
2015/16 2. 1298 3. 487 1. 811
2016/17 3. 903 5. 328 2. 575
2017/18 2. 1285 2. 575 2. 710
2018/19 3. 1047 2. 516 5. 516 29. 15

WeltcupsiegeBearbeiten

  • 53 Podestplätze, davon 18 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
28. Januar 2014 Schladming Österreich Slalom
16. November 2014 Levi Finnland Slalom
15. März 2015 Kranjska Gora Slowenien Slalom
21. März 2015 Méribel Frankreich Riesenslalom
13. Dezember 2015 Val-d’Isère Frankreich Slalom
22. Dezember 2015 Madonna di Campiglio Italien Slalom
10. Januar 2016 Adelboden Schweiz Slalom
17. Januar 2016 Wengen Schweiz Slalom
24. Januar 2016 Kitzbühel Österreich Slalom
26. Januar 2016 Schladming Österreich Slalom
11. Dezember 2016 Val-d’Isère Frankreich Slalom
22. Dezember 2016 Madonna di Campiglio Italien Slalom
08. Januar 2017 Adelboden Schweiz Slalom
15. Januar 2017 Wengen Schweiz Slalom
24. Januar 2017 Schladming Österreich Slalom
21. Januar 2018 Kitzbühel Österreich Slalom
24. Februar 2019 Bansko Bulgarien Riesenslalom
9. März 2019 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom

JuniorenweltmeisterschaftenBearbeiten

  • Roccaraso 2012: 1. Riesenslalom, 2. Slalom, 2. Kombination, 6. Super G, 18. Abfahrt
  • Québec 2013: 1. Kombination, 4. Riesenslalom, 5. Slalom, 16. Abfahrt, 49. Super-G
  • Jasná 2014: 1. Riesenslalom, 1. Slalom
  • Hafjell 2015: 1. Riesenslalom, 1. Slalom

EuropacupBearbeiten

Datum Ort Land Disziplin
12. Februar 2012 Pamporowo Bulgarien Slalom
13. Februar 2012 Pamporowo Bulgarien Slalom
30. November 2013 Trysil Norwegen Riesenslalom

Weitere ErfolgeBearbeiten

PrivatesBearbeiten

Kristoffersen hat seinen Wohnsitz von Norwegen nach Österreich verlegt und lebt mit seiner Freundin in einer Eigentumswohnung in Salzburg.[5]

SonstigesBearbeiten

Beim 22. Schladminger Nachtslalom auf der Planai am 23. Jänner 2018 wurden auf Kristoffersen im 2. Lauf von links der Strecke 2 Schneebälle geworfen, die ihn jedoch nicht trafen. Im Ziel zeigte er sich erbost darüber. Der oder die Werfer konnten nicht ermittelt werden. Die FIS appellierte 2019 an die Vernunft.[6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Henrik Kristoffersen.@1@2Vorlage:Toter Link/www.teamcba.no (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Team CBA, abgerufen am 20. Februar 2012 (englisch).
  2. Vant verdens største.@1@2Vorlage:Toter Link/www.skiforbundet.no (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Norwegischer Skiverband, 23. Februar 2009, abgerufen am 20. Februar 2012 (norwegisch).
  3. NM-gull til Truls Johansen.@1@2Vorlage:Toter Link/www.skiforbundet.no (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Norwegischer Skiverband, 27. März 2011, abgerufen am 20. Februar 2012 (norwegisch).
  4. Pech und Blech. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Februar 2014, abgerufen am 22. Februar 2014.
  5. Henrik Kristoffersen: „In Österreich kennen mich mehr Leute als in Norwegen“. In: Die Presse. 18. Januar 2017, abgerufen am 19. Januar 2017.
  6. Schneeball-Skandal beim Schladming-Slalom: FIS appelliert an die Vernunft OÖN, nachrichten.at, 29. Jänner 2019, abgerufen 30. Jänner 2019. – Video aus 2018 (1:50).