6-Stunden-Rennen von Silverstone 1978

Sportwagenrennen

Das 6-Stunden-Rennen von Silverstone 1978, auch Silverstone World Manufacturers 6 Hours, Silverstone, fand am 14. Mai auf dem Silverstone Circuit statt und war der sechste Wertungslauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft dieses Jahres.

Der siegreiche Werks-Porsche 935/78

Das RennenBearbeiten

Beim Langstreckenrennen in Silverstone kam es zum ersten Aufeinandertreffen der Werkswagen von Porsche und BMW in der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1978. Unter der Führung von Norbert Singer und Manfred Jantke wurde bei Porsche ein komplett neuer Gruppe-5-Prototyp entwickelt und gebaut. Der Porsche 935/78 beruhte auf dem Porsche 911 SC und erhielt wegen seiner großen Abmessungen und weißen Grundlackierung von den Werksmechanikern den Beinamen Moby-Dick. Der neue 3,2-Liter-Sechszylinder-Boxermotor leistete bei einer Drehzahl von 8200/min mit zwei Turboladern maximal 620 kW (845 PS). Beim Debüt in Silverstone war der neue Porsche der Konkurrenz deutlich überlegen. Im freien Training fuhr Jochen Mass regelmäßig fünf Sekunden schneller als bei seiner Pole-Position-Zeit im Jahr davor. Problemlos verliefen Qualifikationstraining und Rennen. Mit Partner Jacky Ickx fuhr Mass im Rennen beständig an der Spitze. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Kremer-935 von Bob Wollek und Henri Pescarolo betrug im Ziel sieben Runden.

Auch der Werks-BMW 320i Turbo mit einem 2-Liter-Turbomotor, gefahren von Ronnie Peterson und Hans-Joachim Stuck, war gegen den Porsche chancenlos. Vom sechsten Trainingsrang ins Rennen gehend, steuerten die beiden Formel-1-Piloten den BMW zwar bis an die zweite Stelle der Gesamtwertung nach vorne, lagen beim Ausfall wegen eines Defekts an der Einspritzanlage aber schon mehrere Runden hinter dem Führungsfahrzeug. Zum Desaster wurde das Rennen für das Team von Georg Loos. Alle drei eingesetzten Porsche 935/77A fielen nach einem Unfall und technischen Defekten aus.

ErgebnisseBearbeiten

SchlussklassementBearbeiten

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden
1 Gr. 5 1 Deutschland  Martini Porsche Deutschland  Jochen Mass
Belgien  Jacky Ickx
Porsche 935/78 236
2 Gr. 5 8 Deutschland  Porsche Kremer Racing Frankreich  Bob Wollek
Frankreich  Henri Pescarolo
Porsche 935/77A 229
3 Gr. 5 53 Belgien  BMW Belgium Deutschland  Harald Grohs
Belgien  Eddy Joosen
BMW 320i 220
4 Gr. 5 54 Belgien  BMW Belgium Schweden  Freddy Kottulinsky
Schweiz  Markus Hotz
BMW 320i 220
5 Gr. 5 9 Deutschland  Porsche Kremer Racing Deutschland  Dieter Schornstein
Deutschland  Louis Krages
Frankreich  Bob Wollek
Porsche 935/77A 219
6 Gr. 5 11 Deutschland  Konrad Racing Deutschland  Franz Konrad
Deutschland  Volkert Merl
Porsche 935/77A 203
7 GT 25 Deutschland  Wrangler Racing Team Deutschland  Eberhard Sindel
Danemark  Preben Kristoffersen
Porsche 934 198
8 GT 24 Schweiz  Pallvano Corse Schweiz  Angelo Pallavicini
Schweiz  Peter Bernhard
Porsche 934 195
9 GT 31 Vereinigtes Konigreich  Simon Phillips Vereinigtes Konigreich  Martin Raymond
Vereinigtes Konigreich  Simon Phillips
Vereinigtes Konigreich  John Beasley
Porsche Carrera RSR 191
10 Gr. 5 32 Vereinigtes Konigreich  Charles Ivey Engineering Vereinigtes Konigreich  Bob Neville
Vereinigtes Konigreich  Tony Wingrove
Vereinigtes Konigreich  Pete Lovett
Porsche Carrera RSR 190
11 Gr. 5 10 Schweden  Team Vastkustugan Schweden  Kurt Simonsen
Schweden  Jan Lundgardh
Porsche 935 2.0 187
12 GT 35 Frankreich  A.S.A. Cachia Frankreich  Georges Bourdillat
Frankreich  Alain-Michel Bernard
Porsche Carrera RSR 184
13 T 41 Vereinigtes Konigreich  David Brodie Vereinigtes Konigreich  David Brodie
Vereinigtes Konigreich  Dave Matthews
Ford Capri III 183
14 Gr. 5 17 Deutschland  Klaus Drees Vereinigtes Konigreich  Mike Franey
Deutschland  Klaus Drees
Porsche 935 183
15 GT 22 Schweden  Kenneth Leim Schweden  Kenneth Leim
Italien  Lella Lombardi
Porsche 934 178
16 Gr. 5 5 Deutschland  Gelo Racing Team Niederlande  Toine Hezemans
Deutschland  Hans Heyer
Vereinigtes Konigreich  John Fitzpatrick
Porsche 935/77A 178
Ausgefallen
17 Gr. 5 38 Deutschland  BMW Motorsport GmbH Schweden  Ronnie Peterson
Deutschland  Hans-Joachim Stuck
BMW 320i Turbo 150
18 GT 28 Schweiz  Meccarillos Racing Team Frankreich  Jacques Guérin
Frankreich  Jean-Pierre Delaunay
Porsche 934 140
19 Gr. 5 4 Deutschland  Gelo Racing Team Vereinigtes Konigreich  Derek Bell
Deutschland  Klaus Ludwig
Deutschland  Hans Heyer
Porsche 935/77A 111
20 Gr. 5 6 Deutschland  Gelo Racing Team Vereinigtes Konigreich  John Fitzpatrick
Niederlande  Toine Hezemans
Porsche 935/77A 95
21 Gr. 5 55 Italien  BMW Italia Osella Italien  Giorgio Francia
Italien  Umberto Grano
BMW 320i 95
21 Gr. 5 15 Schweiz  Meccarillos Racing Team Schweiz  Claude Haldi
Schweiz  Herbert Müller
Porsche 935 66
22 GT 23 Deutschland  Autohaus Max Moritz Deutschland  Edgar Dören
Deutschland  Gerhard Holup
Porsche 934 55
23 GT 60 Vereinigtes Konigreich  Carter Bros. Rochdale Ltd. Vereinigtes Konigreich  Jon Fletcher
Vereinigtes Konigreich  Barrie Williams
Lotus Elan 41
24 Gr. 5 51 Schweden  BMW Sweden Bo Emanuelson Racing Schweden  Bo Emanuelsson
Schweden  Ingvar Carlsson
BMW 320i 30
25 Gr. 5 14 Italien  Jolly Club Italien  Carlo Facetti
Italien  Martino Finotto
Porsche 935 24
26 Gr. 5 16 Frankreich  A.S.A. Cachia Frankreich  Jean-Louis Lafosse
Frankreich  Michel Leclère
Porsche 935 24
Nicht gestartet
27 Gr. 5 12 Deutschland  Konrad Racing Deutschland  Franz Konrad
Deutschland  Volkert Merl
Porsche 935 1
28 T 42 Vereinigtes Konigreich  Jeremy Nightingale Vereinigtes Konigreich  Les Blackburn
Vereinigtes Konigreich  Brian Robinson
Vereinigtes Konigreich  Stuart Rolt
Vereinigtes Konigreich  Jeremy Nightingale
Ford Capri III 2
29 Gr. 5 52 Deutschland  BMW Faltz Essen Osterreich  Dieter Quester
Vereinigtes Konigreich  Tom Walkinshaw
BMW 320i 3
Nicht qualifiziert
30 GT 61 Vereinigtes Konigreich  Dick Lovett Specialist Cars Vereinigtes Konigreich  Pete Lovett
Vereinigtes Konigreich  Peter Richman
Porsche 924 4
31 T 63 Vereinigtes Konigreich  Ronnie Scott's Club Vereinigtes Konigreich  Dave McPherson
Vereinigtes Konigreich  Pete King
Vereinigtes Konigreich  John Waterman
Ford Escort 5
32 T 64 Vereinigtes Konigreich  Ken Coffey Vereinigtes Konigreich  Cyd Williams
Vereinigtes Konigreich  John Morris
Vereinigtes Konigreich  Ken Coffey
Ford Escort RS 2000 6
33 T 68 Vereinigtes Konigreich  Hughes of Beaconsfield Vereinigtes Konigreich  Brian Cutting
Vereinigtes Konigreich  Gordon Mayers
Toyota Celica 7

1 zurückgezogen 2 Antriebswelle im Training 3 Unfall im Training 4 nicht qualifiziert 5 nicht qualifiziert 6 nicht qualifiziert 7 nicht qualifiziert

Nur in der MeldelisteBearbeiten

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis
34 Gr. 5 2 Deutschland  Reinhold Joest Deutschland  Reinhold Joest
Deutschland  Jürgen Barth
Porsche 935/77A
35 Gr. 5 26 Italien  Jolly Club Italien  Carlo Rebai Porsche 934
36 Gr. 5 27 Italien  Jolly Club Italien  Girolamo Capra
Italien  Michele di Gioia
Porsche 934
37 Gr. 5 33 Vereinigtes Konigreich  Charles Ivey Engineering Vereinigtes Konigreich  Charles Ivey Porsche Carrera
38 GT 34 Frankreich  Bernard Salam Frankreich  Bernard Salam Porsche Carrera
39 Gr. 5 58 Vereinigtes Konigreich  Macinnes Amcron Racing Team Vereinigtes Konigreich  Ian Marshall
Vereinigtes Konigreich  Matthew Argenti
Lotus Esprit S1
40 Gr. 5 59 Vereinigtes Konigreich  Morfe Racing with Polaroof Vereinigtes Konigreich  Richard Jenvey Lotus Esprit S1
41 T 66 Italien  Remco Team Italien  Michele Lauria
Belgien  Daniël Rombaut
Alfa Romeo Alfetta GTV

KlassensiegerBearbeiten

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
Gr. 5 Deutschland  Jochen Mass Belgien  Jacky Ickx Porsche 935/78 Gesamtsieg
GT Deutschland  Eberhard Sindel Danemark  Preben Kristoffersen Porsche 934 Rang 7
T Vereinigtes Konigreich  David Brodie Vereinigtes Konigreich  Dave Matthews Ford Capri III Rang 13

RenndatenBearbeiten

  • Gemeldet: 41
  • Gestartet: 26
  • Gewertet: 16
  • Rennklassen: 3
  • Zuschauer: unbekannt
  • Wetter am Renntag: Anfangs leichter Regen, später trocken
  • Streckenlänge: 4,719 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 6:00:00,000 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 236
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 1109,627 km
  • Siegerschnitt: 184,938 km/h
  • Pole Position: Jochen Mass – Porsche 935/78 (#1) – 1:22,380 = 206,202 km/h
  • Schnellste Rennrunde: Jacky Ickx – Porsche 935/78 (#1) – 1:23,980 = 202,519 km/h
  • Rennserie: 6. Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft 1978

LiteraturBearbeiten

  • Peter Higham: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.

WeblinksBearbeiten

Vorgängerrennen
6-Stunden-Rennen von Dijon 1978
Sportwagen-Weltmeisterschaft Nachfolgerennen
1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1978