Georg Loos

deutscher Autorennfahrer

Georg Loos (* 22. Juni 1943[1]; † 6. März 2016 in Stuttgart) war ein deutscher Unternehmer, Motorsportteam-Inhaber und Automobilrennfahrer. Bekanntheit hatte Loos durch sein Engagement im Motorsport mit seinem Gelo Racing Team und als Rennfahrer in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, Interserie und Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) in den Jahren 1968 bis 1980 erlangt.

Porsche 911 von Georg Loos/Franz Pesch beim 1000-km-Rennen 1970 auf dem Nürburgring; 18. Platz in der Gesamtwertung, Sieger der Klasse GT bis 2 Liter Hubraum
Rolf Stommelen 1977 im Loos-Porsche 935 auf dem Nürburgring. Er gewann das 1000-km-Rennen zusammen mit Tim Schenken.

Sein größter Erfolg war der Gesamtsieg seines Rennteams in der DRM 1977.

Karriere als RennfahrerBearbeiten

Loos nahm zwischen 1968 und 1974 regelmäßig als Fahrer an Sportwagenrennen teil. Sein erster Erfolg war 1968 der Gesamtsieg in Zolder mit einem Porsche 910. 1970 gründete er sein eigenes Rennteam, das Gelo Racing Team, mit dem er in der Sportwagen-Weltmeisterschaft mit einem Ferrari 512S antrat. In diesem Jahr gewannen er und sein Copilot Helmut Kelleners mit dem Ferrari das 500-km-Rennen in Zolder. Im selben Jahr gewann er wiederholt in Zolder beim Rennen der Deutschen Automobil-Rundstrecken-Meisterschaft (DARM) mit einem Porsche 911. 1970 nahm Loos erstmals mit Helmut Kelleners am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil, wo beide nach einem Unfall das Rennen vorzeitig beenden mussten.[2]

Ab 1971 fuhr er auch in der Interserie, wo er zunächst einen McLaren M8E und später einen McLaren M8F einsetzte. Mit einem McLaren M8F gewann er in Interlagos 1972 bei der Copa Brasil. Ab 1973 wechselte Loos in der Interserie von McLaren auf den Porsche 917/10 TC. In dieser Rennserie war seine beste Platzierung ein zweiter Platz jeweils 1973 auf dem Norisring und in Hockenheim.

In der Sportwagen-Weltmeisterschaft bestritt er ab 1972 Rennen auf einem Porsche 911 in der GT-Klasse. 1974 erreichte er mit einem Porsche 911 Carrera RSR in Spa den vierten Platz in der Gesamtwertung (erster Platz in der GT-Klasse). Ein Jahr später gewann er beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans die Wertung der GT-Fahrzeuge und fuhr auf den fünften Platz in der Gesamtwertung. Dieses Ergebnis war seine beste Platzierung in Le Mans. Nach 1975 beendete Loos seine Rennfahrerkarriere und konzentrierte sich ausschließlich auf die Leitung seines Rennteams. Das Team gewann 1977 mit Rolf Stommelen auf einem Porsche 935 die Deutsche Rennsport-Meisterschaft.

Von 1970 bis 1975 war Loos sechsmal als Fahrer beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Start.

Ab 1982 trat das Gelo Racing Team nicht mehr an und Loos zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Als Grund wurden wirtschaftliche Schwierigkeiten vermutet.[3] Im Dezember 2014 wurde der als großspurig und impulsiv geltende Geschäftsmann wegen angeblichen Kreditbetrugs in Millionenhöhe gesucht. Sein Anwalt wies jedoch die Vorwürfe zurück.[4]

Loos starb am 6. März 2016 im Alter von 72 Jahren in Stuttgart, wohin er seinen Geschäftssitz verlegt hatte. Beigesetzt wurde er am 13. März 2016 in Bad Honnef.[5]

StatistikBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1970 Vereinigte Staaten  NART Ferrari 512S Deutschland  Helmut Kelleners Ausfall Handling nach Unfall
1971 Deutschland  Gelo Racing Team Ferrari 512M Deutschland  Franz Pesch Ausfall Motorschaden
1972 Deutschland  Gelo Racing Team Porsche 911 S Deutschland  Franz Pesch Frankreich  Jean Sage Ausfall Motorschaden
1973 Deutschland  Gelo Racing Team Porsche 911 Carrera RSR Deutschland  Jürgen Barth Rang 10
1974 Deutschland  Gelo Racing Team Porsche 911 Carrera RSR Deutschland  Clemens Schickentanz Ausfall Zündung
1975 Deutschland  Gelo Racing Team Porsche 911 Carrera RSR Vereinigtes Konigreich  J. Fitzpatrick Niederlande  G. Lennep Niederlande  T. Hezemans Liechtenstein  M. Schurti Rang 5 und Klassensieg

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Loos (Memento vom 23. Juni 2016 im Internet Archive)
  2. Motorsport-Team GELO-Racing-Team. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. (Abgerufen am 17. Juli 2020)
  3. „curbs“, Medien Bonn, Heft Nr. 13, Juni 2016, S. 19.
  4. Remscheider Generalanzeiger. Abgerufen am 14. Januar 2017.
  5. 1-vision-weiss: Zum Tod von Georg Loos. Abgerufen am 14. Januar 2017. (Memento vom 14. Januar 2017 im Internet Archive)