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26. Infanterie-Division (Wehrmacht)

1939-1945 Großverband der Wehrmacht

Die 26. Infanterie-Division (26. ID), ab 17. September 1944 26. Volksgrenadier-Division, war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

26. Infanterie-Division
Truppenkennzeichen der 26. Infanterie-Division

Truppenkennzeichen
Aktiv 1. April 1936 bis September 1944
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Division
Grobgliederung Gliederung
Garnison Köln
Spitzname Dom-Division
Zweiter Weltkrieg Schlacht von Rschew
Kommandeure
Liste der Kommandeure
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Inhaltsverzeichnis

DivisionsgeschichteBearbeiten

Einsatzgebiete

  • Deutschland: September 1939 bis Mai 1940
  • Frankreich: Mai 1940 bis Juni 1941
  • Ostfront, Zentralabschnitt: Juni 1941 bis September 1944
  • Polen: September 1944
Unterstellung der 26. ID während des Zweiten Weltkriegs
Datum Korps Armee Heeresgruppe Schauplatz
September 1939 Reserve 5. Armee C Eifel (Trier)
Oktober 1939 XXIII 6. Armee B
Dezember 1939 bis Januar 1940 VII 16. Armee A
Mai 1940 Reserve Luxemburg, Somme
Juni 1940 XVII 12. Armee Aisne, Champagne
Juli 1940 XXIII 9. Armee Belgien, Frankreich
August 1940 XXXVIII 16. Armee
September 1940 bis April 1941 9. Armee
Mai 1941 15. Armee D
Juni bis September 1941 VI 9. Armee Mitte Polozk, Düna
Oktober 1941 Panzer-Gruppe 3 Bely
November bis Dezember 1941 9. Armee Kalinin
Januar bis Juli 1942 Rshew
August bis Oktober 1942 LIII 2. Panzerarmee Bolchow, Orel
November bis Dezember 1942 XXXV
Januar 1943 Reserve 8. italienische Armee B Donbogen
Februar 1943 2. Armee Kursk
März 1943 XIII Mitte
April bis Juli 1943 VII
August 1943 LIII 2. Panzerarmee Orel
September 1943 XII 9. Armee
Oktober 1943 4. Armee Smolensk (Gorki)
November 1943 bis Januar 1944 XXXIX
Februar bis April 1944 XXVII
Mai 1944 LVI 2. Armee Kowel
Juni bis August 1944 4. Panzerarmee Nordukraine

Die 26. ID wurde am 1. April 1936 in Köln im Wehrkreis VI aufgestellt und war während der Mobilmachung im August 1939 Teil der 1. Aufstellungswelle.

Die Division war am Westfeldzug beteiligt, wurde jedoch kaum in Kampfhandlungen verwickelt. An der Ostfront war sie 1941 am Vorstoß auf Moskau beteiligt, als Teil der 9. Armee in der Schlacht von Rschew und der Winteroffensive 1941/42. Ab Mitte Dezember 1941 musste die 9. Armee sukzessiv aufgrund des starken Feinddrucks aus Kalinin in südwestliche Richtung zurückweichen. Die 29. und 31. sowjetische Armee eröffneten großangelegte Angriffe auf den deutschen Verteidigungsgürtel. Im Abschnitt der 26. ID kam es zu starken Verlusten. Am 31. Dezember 1941 brachen sowjetische Truppen nördlich von Rschew durch die Hauptkampflinie der 256. ID und 206. ID und eroberten die Ortschaft Stariza. Eingeschlossene deutsche Regimenter nordwestlich von Stariza gingen in Rundumverteidigung über. Am 4. Januar 1942 zerbrach die Front der 9. Armee im Raum um Mologino (Мологино), während die 6. ID und 26. ID neue Verteidigungsstellungen mit Rschew als Eckpfeiler schufen und den Winter 1941/1942 nur unter größten Schwierigkeiten überstanden.

Die Division nahm 1943 am Unternehmen Zitadelle teil und wurde während der sowjetischen Sommeroffensive 1944 bei Kowel in der Ukraine vollständig vernichtet. Die Überlebenden bildeten auf dem Truppenübungsplatz Warthelager bei Posen das Stammpersonal der 26. Volksgrenadier-Division.

GliederungBearbeiten

Veränderungen in der Gliederung der 26. ID von 1939 bis 1944
1939 1942 1943–1944
Infanterie-Regiment 39 Füsilier-Regiment 39
Infanterie-Regiment 77 Grenadier-Regiment 77
Infanterie-Regiment 78 Grenadier-Regiment 78
Füsilier-Bataillon 26
Aufklärungs-Abteilung 26 Radfahr-Abteilung 26
Artillerie-Regiment 26
I./Artillerie-Regiment 62
Pionier-Bataillon 26
Panzerabwehr-Abteilung 26 Panzerjäger-Abteilung 26
Nachrichten-Abteilung 26
Feldersatz-Bataillon 26
Kommandeur der Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 26

Das Artillerie-Regiment 26 unterteilte sich in die Abteilungen I bis III und hatte zusätzlich die I. Abtlg./AR 62 in der Unterstellung.

DivisionskommandeureBearbeiten

Divisionskommandeure der 26. ID/26. VGD
Dienstzeit Dienstgrad Name
1. April 1936 bis 31. Oktober 1938 Generalleutnant Fritz Kühne
10. November 1938 bis 15. Januar 1941 Generalleutnant Sigismund von Förster
15. Januar 1941 bis 15. April 1942 Generalmajor Walter Weiß
15. April 1942 bis 5. August 1943 Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Friedrich Wiese
5. August 1943 bis Juli 1944 Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Johann de Boer
Juli 1944 bis 10. August 1944 Oberst Hans Frommberger
10. August bis 17. September 1944 Oberst/Generalmajor Heinz Kokott

Bekannte DivisionsangehörigeBearbeiten

  • Wilhelm Ehm: später Admiral und Chef der Volksmarine, diente von 1939 bis 1941 in der Nachrichten-Abteilung 26 der 26. ID, bis er als Armeenachrichtenführer in den Stab der 16. Armee versetzt wurde.
  • Hans Dietrich Schumann: später Chirurg, Urologe und Hochschullehrer, diente ab 1939 als Sanitätsoffizier.
  • Franz Eccard von Bentivegni: war von April 1938 bis März 1939 Generalstabsoffizier der Division
  • Wilhelm Niggemeyer: als Bataillonsadjudant im Mai 1943 mit dem RK mit Eichenlaub ausgezeichnet, später Autor militärischer Beiträge und Offizier in der Bundeswehr
  • Friedrich Bayer: 1939 Kommandeur des Infanterie-Regiments 78

AuszeichnungenBearbeiten

Insgesamt erhielten 16 Angehörige der 26. ID das Ritterkreuz und 100 wurden mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

LiteraturBearbeiten

  • Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, Band 4: Die Landstreitkräfte. Nr. 15–30. 2. Auflage Osnabrück 1976, ISBN 3-7648-1083-1, VI, 300 S.