Weißenpferdchen ist ein Ortsteil von Lindlar im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Weißenpferdchen
Stadt Lindlar
Koordinaten: 50° 58′ 46″ N, 7° 18′ 41″ O
Höhe: 229 m ü. NN
Eingemeindung: 1975
Weißenpferdchen (Lindlar)
Weißenpferdchen

Lage von Weißenpferdchen in Lindlar

Doppelhaus Weißenpferdchen (rechts)
Doppelhaus Weißenpferdchen (rechts)

Lage und BeschreibungBearbeiten

Weißenpferdchen liegt oberhalb des Aggertals auf einem Höhenzug mit weitem Blick über das Bergische Land. Von Vilkerath aus ist es über die Kreisstraße 37 und die Landesstraße 84 zu erreichen. Weißenpferdchen mit einem Ensemble jahrhundertealter Fachwerkbauten hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt. Der Ortsteil diente mehrmals als Kulisse für Filmaufnahmen. Von Wald und Feldern umgeben wächst Weißenpferdchen mit Hohkeppel zusammen.

GeschichteBearbeiten

Weißenpferdchen war bis zum 19. Jahrhundert Teil der Honschaft Vilkerath im Kirchspiel Overath.[1] 1775 erscheint der Ort auf dem Okularplan der loci quaestionis zwischen Gerhard Hamm und Joh. Heinrich Müller zu Hohkeppel im Overath des vereideten Landmessers J.H. Schlieper unter der Bezeichnung Pferdges oder Henrich Müller Hoff.[2]

Der Ort lag an der Heidenstraße, einer bedeutenden mittelalterlichen Altfernstraße von Köln über Kassel nach Leipzig. Die heutige Landesstraße 84 folgt der Trasse des alten Höhenwegs durch Hohkeppel.[3]

1822 lebten 5 Menschen im als (Einzel-)Haus kategorisierten Ort, der nach der napoleonischen Besetzung zur Bürgermeisterei Overath im Kreis Mülheim am Rhein gehörte.[4] Der 1845 laut der Uebersicht des Regierungs-Bezirks Cöln als Isoliertes Haus kategorisierte Ort besaß zu dieser Zeit ein Wohngebäude mit drei Einwohnern, alle katholischen Bekenntnisses.[5] Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt Weißenpferdchen 1871 mit einem Wohnhaus und sieben Einwohnern auf.[6] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden für Weißenpferdchen ein Wohnhaus mit sieben Einwohnern angegeben.[7] 1895 besitzt der Ort ein Wohnhaus mit sechs Einwohnern und gehörte konfessionell zum katholischen Kirchspiel Hohkeppel,[8] 1905 werden ein Wohnhaus und sechs Einwohner angegeben.[9]

Aufgrund § 14 des Köln-Gesetzes wurden 1975 mehrere Overather Außenorte in die Gemeinde Lindlar umgemeindet, darunter auch Weißenpferdchen.[10]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794. Bonn 1898.
  2. Wahrhaftiger Okularplan der loci quaestionis zwischen Gerhard Hamm und Joh. Heinrich Müller zu Hohkeppel im Overath [mit Kirche von Hohkeppel]. 19.5.1775 J.H. Schlieper, vereideter Landmesser, Hohkeppel, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, 180.01.00 RW Karten, Archivnr. 763 Online
  3. Herbert Nicke: Die Heidenstraße. Geschichte und Landschaft entlang der historischen Landstraße von Köln nach Kassel. In: Land und Geschichte zwischen Berg, Wildenburg und Südwestfalen. Band 6. Galunder, Wiehl 2001, ISBN 3-931251-74-8, S. 38 f.
  4. Alexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3. Karl August Künnel, Halle 1822.
  5. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  6. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  7. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  10. Das Köln-Gesetz im Wortlaut. Abgerufen am 7. Juni 2016.

WeblinksBearbeiten