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Schwarzwald-Stadion

Fußballstadion
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Das Schwarzwald-Stadion, ursprünglich und im Sprachgebrauch oft Dreisamstadion, ist ein Fußballstadion in der baden-württembergischen Großstadt Freiburg im Breisgau. Das Stadion ist im Eigentum der Stadt und liegt im östlichen Stadtteil Waldsee an der Schwarzwaldstraße unmittelbar an der Dreisam. Der Erstligist SC Freiburg trägt hier seine Heimspiele aus. Seit 2004 wurde der offizielle Name des Dreisamstadions mehrfach geändert: Auf den Sponsorennamen Badenova-Stadion (2004–2011) folgte Mage Solar Stadion (2012–2014), ehe das Stadion ab Sommer 2014 für einige Monate Stadion an der Schwarzwaldstraße hieß. Seit Herbst 2014 hält die Schwarzwald Tourismus GmbH die Namensrechte an dem Stadion, womit es den Namen Schwarzwald-Stadion erhielt.

Schwarzwald-Stadion
Dreisamstadion
Innenraum des Stadions (2011)
Innenraum des Stadions (2011)
Frühere Namen
  • Dreisamstadion (1954–2004)
  • Badenova-Stadion (2004–2011)
  • Mage Solar Stadion (2012–2014)
  • Stadion an der Schwarzwaldstraße (2014)
Daten
Ort Schwarzwaldstraße 193
DeutschlandDeutschland 79117 Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg
Koordinaten 47° 59′ 20″ N, 7° 53′ 35″ OKoordinaten: 47° 59′ 20″ N, 7° 53′ 35″ O
Eigentümer Stadt Freiburg
Betreiber SC Freiburg
Eröffnung 1. September 1954[1]
Renovierungen 1970, 1980, 1993–1995, 1999, 2004
Oberfläche Naturrasen
Kosten 24 Mio. Euro[1]
Kapazität 24.000 Plätze[2]
Kapazität (internat.) 18.000 Plätze[3]
Spielfläche 101 m × 68 m
Verein(e)
Nordwesten
Nordtribüne
Solarmodule auf dem Dach des Stadions

Zur Rückrunde der Saison 2019/20 oder mit dem Beginn der Saison 2020/21 zieht der SC Freiburg in das sich derzeit im Bau befindliche SC-Stadion um.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die erste eigene Spielstätte des SC war das 1928 eingeweihte Winterer-Stadion, das der Verein 1936 verlassen musste, da das Gelände für die Luftwaffe als Flugplatz benötigt wurde. So verfügte der SC Freiburg nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst über keinen eigenen Sportplatz und musste die Anlage der Turnerschaft nutzen. Erst 1953 erhielt der Verein ein Gelände im Osten der Stadt, auf dem ein Sportplatz angelegt wurde, der am 1. September 1954 offiziell eingeweiht wurde.[1]

1970 wurde der Sportplatz zunächst um eine Tribüne an der Südseite mit 480 überdachten Sitzplätzen erweitert,[2] ehe acht Jahre später – nach dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga – der erste große Ausbau bevorstand. Mit der Errichtung einer Haupttribüne mit 1800 Sitzplätzen und der Erweiterung der Stehränge im Jahr 1980 stieg die Kapazität sodann auf 15.000 Plätze.

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga 1993 erhielt das Stadion eine Flutlichtanlage. Außerdem wurde die Osttribüne auf der Gegengerade überdacht und um 1580 Sitzplätze erweitert. Es folgte eine Aufstockung der Haupttribüne auf 5000 Sitzplätze. In der Winterpause der Saison 1994/95 wurde mit dem Bau einer neuen Hintertortribüne an der Südseite begonnen, nach Beendigung der Bauarbeiten im Juli 1995 stieg die Kapazität auf 18.000.

Auf die heutige Größe kam das Stadion schließlich im Jahr 1999, als die Nord- sowie die Osttribüne erweitert bzw. neu errichtet wurden. Die Nordtribüne bietet 6000 Zuschauern einen Stehplatz, die Osttribüne enthält 7.000 Sitzplätze. Beide Tribünen sind überdacht. Des Weiteren entstanden vor der Osttribüne behindertengerechte Plätze direkt am Spielfeld.

Insgesamt bietet das Stadion nun 24.000 Zuschauern Platz, wobei 14.000 Sitzplätze und 10.000 Stehplätze zur Verfügung stehen.[2] Alle Tribünen sind überdacht. Aufgrund einer Klage aus der Nachbarschaft wurde es dem Verein untersagt, weitere Kapazitätserhöhungen am Stadion durchzuführen.

Da das Stadion nicht den UEFA-Richtlinien entspricht (das Spielfeld ist 4,50 Meter zu kurz), dürfen dort Spiele von europäischen Wettbewerben, die über die Qualifikationsphase hinausgehen, nur mit einer Sondergenehmigung ausgetragen werden.[4] Die DFL erteilte auch für die Saison 2012/13 dem SC Freiburg eine Ausnahmegenehmigung für die Bundesliga.[5]

Im Jahr 2004 wurde das frühere Dreisamstadion nach Vergabe der Namensrechte an den Energieversorger Badenova in Badenova-Stadion umbenannt.

Mittlerweile wurde das Stadion weiter umgebaut. Über zwei Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Leistung von 250.000 Kilowattstunden pro Jahr wird ein großer Teil des Energiebedarfs gedeckt.[2] Auch die Rasenheizung wird umweltschonend mit Stirlingmotoren betrieben. Mit dem Anbau eines Funktionsgebäudes im Jahre 2004 wurde der Komfort für die VIP-Gäste gesteigert. Dieses Gebäude befindet sich in der Nordwestecke des Stadions. Hinter der Nordtribüne wurde ein Fanhaus errichtet, welches durch die Fangemeinschaft, dem Dachverband der organisierten SC-Freiburg-Fans, geführt wird.

Bereits mehrfach fanden in diesem Stadion Länderspiele statt, zuletzt bestritt die deutsche Fußballnationalmannschaft kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ein Freundschaftsspiel gegen Luxemburg, während der Fußball-Weltmeisterschaft diente das Stadion als Trainingsplatz für die Nationalmannschaft der Niederlande, die in Hinterzarten ihr Quartier bezogen hatte. Die deutsche U-21-Nationalmannschaft der Männer war bislang dreimal zu Gast.

Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen bestritt am 28. Februar 2008 ein Freundschaftsspiel gegen China an der Dreisam. Trotz der ungünstigen Terminierung um 16 Uhr an einem Donnerstag kamen knapp 20.000 Zuschauer und sahen einen 2:0-Sieg der deutschen Mannschaft. Im Mai 2010 kehrte die Nationalmannschaft der Niederlande nach Freiburg zurück. In der WM-Vorbereitung bestritt „Oranje“ ein Testspiel gegen die Nationalmannschaft Mexikos.

Von Anfang 2012 bis Mitte 2014 hieß das Stadion Mage Solar Stadion nach dem Namen des Sponsors, des Unternehmens Mage Solar.[6]

Am 25. September 2014 wurde bekannt gegeben, dass die Schwarzwald Tourismus GmbH die Namensrechte des Stadions für die Dauer von fünf Jahren gemeinsam mit sieben Finanzierungspartnern – Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG, Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), Liftverbund Feldberg, Hermann Wein Schwarzwälder Genuss Manufaktur, Julabo Temperiertechnik, Schleith-Gruppe sowie AHP Merkle – erworben hat und es Schwarzwald-Stadion heißen soll.[7] Der Namensänderung wurde am 7. Oktober 2014 durch den Freiburger Gemeinderat zugestimmt.[8]

Nachdem im Jahr 2012 festgestellt worden war, dass eine Modernisierung des Stadions unwirtschaftlich sei, wurde im Februar 2015 in einem Bürgerentscheid beschlossen, dass in den nächsten Jahren am Flugplatz Freiburg ein komplett neues Stadion errichtet werden soll. Im November 2018 begann der Bau des SC-Stadions, in das der SC Freiburg zur Rückrunde der Saison 2019/20 oder mit dem Beginn der Saison 2020/21 umziehen wird.[9]

VerkehrsanbindungBearbeiten

Das Stadion ist über die Stadtbahnlinie 1 in Richtung Littenweiler oder über den Haltepunkt Freiburg-Littenweiler der Höllentalbahn erreichbar. Bei Heimspielen werden die Schwarzwaldstraße sowie Verbindungsstraßen zwischen der Hansjakobstraße und der Schwarzwaldstraße für Nichtanlieger gesperrt.

StadionzeitungBearbeiten

Als Stadionzeitung gab es bis zur Saison 1995/96 den kostenlos verteilten „SC-Report“, seitdem existiert das Stadionmagazin „Heimspiel“. Seit dem ersten Aufstieg in die Bundesliga 1993 hat es eine Vielzahl von Fanzines aus der Freiburger Fanszene gegeben. Zu den auch über die Grenzen Freiburgs hinaus bekannteren Fanzines zählte der „Fanman“ und das „Charly“. In der Saison 2009/10 veröffentlichte die Freiburger Ultra-Szene in unregelmäßigen Abständen den „Bruddler“, den Nachfolger des „Dreisamgeplätscher“ der Wilden Jungs Freiburg, welches zwei Mal in der Saison 2008/09 erschien. Aufgrund von Differenzen wurde dieses Projekt allerdings wieder zu Gunsten des „Dreisamgeplätscher“ eingestellt, welches seit der Saison 2010/11 wieder halbjährlich erscheint und alleine von der WJF herausgegeben wird.

BesonderheitenBearbeiten

Das Spielfeld hat ein Gefälle. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Toren beträgt fast einen Meter.[10]

LänderspieleBearbeiten

 
Plakette der Stadt zum Ausbau

MännerBearbeiten

Vier Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft der Männer fanden im Dreisamstadion bzw. Badenova-Stadion statt:

U21-Nationalmannschaft:

Außerdem spielten die niederländische und die mexikanische Fußballnationalmannschaft gegeneinander:

FrauenBearbeiten

Die Frauennationalmannschaft war bisher ein Mal im Freiburger Stadion zu Gast:

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Werner Skrentny (Hrsg.): Das große Buch der deutschen Fußballstadien. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2001, ISBN 3-89533-306-9, S. 129–131.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Joachim Röderer: Umbau des SC-Stadions vom Tisch – Standortsuche für neue Arena beginnt. Badische Zeitung, 14. November 2012, abgerufen am 23. Dezember 2012.
  2. a b c d Stadion. scfreiburg.com, abgerufen am 16. Januar 2012.
  3. Joachim Röderer: Uefa genehmigt Europa-League-Spiele im SC-Stadion. Badische Zeitung, 5. Juli 2013, abgerufen am 4. August 2013.
  4. Joachim Röderer: Freiburg: Uefa genehmigt Europa-League-Spiele im SC-Stadion. Badische Zeitung, 5. Juli 2013, abgerufen am 28. August 2014.
  5. Spielfeld zu klein: Freiburg erhält erneut Ausnahmegenehmigung. RevierSport, 25. April 2012, abgerufen am 25. April 2012.
  6. Freiburg: Neuer Name für Mage-Solar-Stadion. (Nicht mehr online verfügbar.) TV Südbaden, 17. Juli 2014, archiviert vom Original am 19. Oktober 2014; abgerufen am 5. September 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tv-suedbaden.de
  7. Private Sponsoren gefunden: Der SC Freiburg kickt in Zukunft im Schwarzwald-Stadion (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  8. Ja zum Schwarzwaldstadion: Gemeinderat segnet neuen Namen abYvonne Weik: Ja zum Schwarzwaldstadion: Gemeinderat segnet neuen Namen ab. Badische Zeitung, 9. Oktober 2014, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  9. Das ist das neue SC-Stadion. SC Freiburg, 31. August 2017, abgerufen am 13. Juni 2019.
  10. Die Liebe zum heiligen Halm: Der Rasen in der Bundesliga. In: Süddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung GmbH, 23. Februar 2016, abgerufen am 20. September 2017.