Schönfeld (Bismark)

Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt

Schönfeld gehört zur Ortschaft Steinfeld (Altmark) und ist ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Schönfeld
Koordinaten: 52° 37′ 0″ N, 11° 44′ 15″ O
Höhe: 47 m ü. NHN
Einwohner: 87 (30. Jun. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Steinfeld (Altmark)
Postleitzahl: 39628
Vorwahl: 039324
Schloss Schönfeld
Schloss Schönfeld
Schönfeld (Sachsen-Anhalt)
Schönfeld
Schönfeld
Lage von Schönfeld in Sachsen-Anhalt

GeografieBearbeiten

Das altmärkische Dorf Schönfeld liegt neun Kilometer westlich der Kreisstadt Stendal in der Nähe des Perlgrabens.

GeschichteBearbeiten

Bereits Ende des 12. Jahrhunderts war die Adelsfamilie von Rundstedt in Schönfeld ansässig. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die heute noch in der damaligen Form bestehende Feldsteinkirche errichtet. 1370 wurde der Ortsname als Schonenuelde erstmals anlässlich der Stiftung einer Getreideernte für die Kirche schriftlich erwähnt. Im Landbuch Kaiser Karls IV. wird 1376 erwähnt, dass in dem altmärkischen Bauerndorf der Stendaler Bürger Etzel Duser, die Familie von Bismarck, der Dom zu Stendal und das Stendaler Hospital St. Gertrud Besitz und Abgaben hatten. Aus der Schreibweise des Ortsnamens wurde der Schluss gezogen, dass die Bezeichnung auf eine germanische Siedlung hinweist.

Ausgrabungen in den Jahren 1904 und 1910 förderten Funde aus der Jungsteinzeit zutage, nach denen ein historischer Zeitabschnitt als Schönfelder Kultur benannt wurde.

Aus dem Jahr 1540 sind in Urkunden die Ortsnamen Schonfelth und Schonevelde und in 1693 der Name Schönefeldt bekannt, der vermutlich von Schänfeld abgeleitet wurde, welches Feld des Schadens oder unfruchtbarer Acker bedeutete.

Ein Rittergut war nachweislich von 1509 (unter Hermann von Ronstedt, gest. 1548) bis 1945 im Besitz der Familie von Rundstedt. Für das Jahr 1641 ist überliefert, dass es zwei Rittersitze im damaligen Schonefeldt gab. Ab 1840 begann Otto von Rundstedt das den Ort umschließende Heidegebiet aufzuforsten. Dazu musste er zahlreiche Grundstücke aus Fremdbesitz aufkaufen. Das im westlichen Dorfrand gelegene von Rundstedtsche Rittergut wurde 1872 eine rechtlich selbständige Einheit, zu der 1910 15 Einwohner zählten. Im Dorf Schönfeld lebten zum selben Zeitpunkt 132 Menschen. 1873 erteilte Otto von Rundstedt den Auftrag, westlich des alten Gutshauses ein repräsentatives Schloss zu errichten. Neun Jahre später veranlasste seine Frau Elisabeth von Rundstedt den Neubau einer Gutskirche in unmittelbarer Nähe zur alten Dorfkirche. 1885 wurde am Schloss ein großflächiger Park im englischen Stil durch den Gartenbaumeister Hermann Riemann angelegt.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Schönfeld mit der Landgemeinde Schönfeld vereinigt.[2] Die Gemeinde Schönfeld hatte 1939 241 Einwohner. 1945 wurde das Gut im Zuge der von der sowjetischen Besatzungsmacht veranlassten Bodenreform enteignet und der 434 ha große Grundbesitz durch Vergabe an Neubauern zersiedelt. Während das Gutshaus abgerissen wurde, wurde die Gutskirche der evangelischen Kirchengemeinde von Schönfeld übereignet. Am 1. Juli 1950 wurde Schönfeld in den Nachbarort Steinfeld (Altmark) eingemeindet.[3]

Nach der deutschen Wiedervereinigung erwarb der Landschaftsarchitekt Hubertus von Rundstedt 1993 das Gutsgelände zurück und gründete in Schönfeld einen Ökohof, einen Forstbetrieb und ein Planungsbüro für Garten- und Landschaftsarchitektur. Das Schloss Schönfeld wurde 1996 an eine ostfriesische Familie verkauft, die das Gebäude in ein Hotel umbaute, das bis 2007 bestand. Am 2. August 2010 gründete sich der Verein Freunde der Gutskirche Schönfeld, der sich um den Erhalt der Gutskirche bemüht.

Seit der Eingemeindung von Steinfeld in die Stadt Bismark (Altmark) dem 1. Januar 2010 gehört der Ortsteil Schönfeld zur neu gebildeten Ortschaft Steinfeld (Altmark) und zur Stadt Bismark (Altmark).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

ReligionBearbeiten

Die evangelische Kirchengemeinde Schönfeld gehörte zur Pfarrei Späningen und gehört jetzt zum Pfarrbereich Groß Möringen des Kirchenkreises Stendal der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

LiteraturBearbeiten

  • Handbuch der historischen Stätten Deutschlands – Provinz Sachsen Anhalt. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9.
  • Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Sachsen-Anhalt I. Deutscher Kunstverlag, 2002, ISBN 3-422-03069-7.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 99.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadt Bismark, Ortschaften auf www.stadt-bismark.de. Steinfeld (Altmark) mit Ortsteilen Schönfeld. Abgerufen am 27. Mai 2017.
  2. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 209.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 346.