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Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Denkmalstiftung in Deutschland

kein Stifter angegeben

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

(DSD)

Logo der Stiftung
Zweck: Denkmalschutz
Vorsitz: Steffen Skudelny

Lutz Heitmüller

Bestehen: 1985
Stiftungskapital: 73 Mio. Euro (2017)[1]
sowie 93,9 Mio. Euro Treuhandstiftungsvermögen (2017)
Mitarbeiterzahl: 187 (2017)[1]
Sitz: Bonn
Website: www.denkmalschutz.de

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) ist eine 1985 gegründete private Initiative, die sich die Bewahrung von Kulturdenkmalen und die Werbung für den Gedanken des Denkmalschutzes zur Aufgabe gemacht hat. Inzwischen ist die Stiftung die größte private Organisation für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein, unternimmt Notfall-Rettungen gefährdeter Denkmale und führt jährlich die bundesweite Aktion „Tag des offenen Denkmals“ durch.

Die DSD hat seit 2010 ihren Hauptsitz in der ehemaligen Bayerischen Landesvertretung in Bonn. Ein weiterer Sitz befindet sich im Nicolaihaus in Berlin. Das Motto der Stiftung lautet Wir bauen auf Kultur. Die Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Inhaltsverzeichnis

ZielsetzungBearbeiten

Als größte Bürgerbewegung für den Denkmalschutz verfolgt die Stiftung zwei Ziele: Zum einen die Erhaltung und Wiederherstellung bedeutsamer Kulturdenkmale in Deutschland zu fördern. Zum anderen, die Menschen auf die Notwendigkeit der Pflege von Denkmalen aufmerksam zu machen und zur aktiven Mithilfe zu bewegen.

Bewahrung von KulturdenkmalenBearbeiten

 
Geschäftsstelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in der Schlegelstraße in Bonn

Es werden Projekte gefördert, die als Denkmal anerkannt sind und nachweislich als restaurierungswürdig gelten. Über die Vergabe der Mittel entscheidet die ehrenamtlich tätige Wissenschaftliche Kommission der Stiftung, wobei als Kriterien die nicht ausreichende Förderung durch staatliche Mittel oder die durch eine Förderung durch die Stiftung ermöglichten zusätzlichen öffentlichen Mittel gelten. Jährlich werden rund 450 Sanierungsprojekte bundesweit gefördert, insgesamt konnte die Stiftung bisher für rund 5.000 Denkmale Mittel zur Verfügung stellen.[2] Die Hilfe kam Bürgerhäusern, Kirchen und Schlössern ebenso zugute wie technischen Bauten und archäologischen Stätten.

Öffentlichkeitsarbeit für DenkmalschutzBearbeiten

 
Tag des offenen Denkmals 2006 im Höchster Schloss

Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie durch die von ihr herausgegebene Zeitschrift MONUMENTE – Magazin für Denkmalkultur (6 Ausgaben jährlich) versucht die Stiftung, dem Thema Denkmalschutz eine größere Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu verschaffen. Zu diesem Zweck wird auch jährlich am zweiten Septemberwochenende der Tag des offenen Denkmals bundesweit von ihr koordiniert. Seit Anfang 2005 gibt die Stiftung das Onlinemagazin Monumente Online heraus. Der Verlag der Stiftung (Monumente Publikationen) trägt durch die Veröffentlichung von Büchern, Spielen, Kalendern und Briefkarten zum Thema Denkmal zum Aufbau und zur Pflege der Förderergemeinde bei.

SchulenBearbeiten

Im Jahr 2002 rief die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schulprogramm denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule ins Leben[3], das unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission steht. Die Förderinitiative richtet sich an allgemein- und berufsbildende Schulen der Sekundarstufe I und II und an Grundschulen mit den Jahrgängen 5 und 6, außerdem an Einrichtungen der Lehreraus- und Fortbildung. Schulen, die an denkmal aktiv teilnehmen, werden von der Stiftung und ihren Partnern fachlich und koordinativ begleitet sowie finanziell unterstützt. Dabei setzten sich Schüler intensiv mit einem Kulturdenkmal im eigenen Lebensumfeld auseinander und bereiten die Ergebnisse medial auf.

JugendarbeitBearbeiten

Junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren können in den Jugendbauhütten in einem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege praktisch und theoretisch an das Thema Denkmalpflege herangeführt werden. Dazu arbeiten sie in Betrieben und Einrichtungen, die in der Denkmalpflege tätig sind und werden mit allen einschlägigen Themen vertraut gemacht.

 
Museum der Stiftung im Höchster Schloß

Das zentrale Projekt Jugendbauhütten der DSD wurde im Jahr 1999 gegründet. Die erste Jugendbauhütte wurde in Quedlinburg mit Jugendlichen geplant und mit der Übernahme des „Linhard-Hauses“ realisiert. Inzwischen wurden diese Projekte in Brandenburg/Berlin, wo die Jugendbauhütte ein kleines Fachwerkhaus und ein Seminarhaus im Kloster Heiligengrabe besitzt und die Jugendbauhütte Görlitz, die mit dem Scharfrichterhaus ebenfalls ein eigenes Seminar- und Unterkunftshaus hat, im Sinne „Der Hütte eine Hütte“ umgesetzt. Die anderen Jugendbauhütten in Duisburg/Raesfeld, Mühlhausen, Romrod, Soest, Stralsund und Wismar werden durch Geschäftsstellen betreut, die Einsatzstellen vermitteln. 2009 eröffneten drei weitere Jugendbauhütten in Regensburg, Stade und, mit dem Schwerpunkt Gartendenkmalpflege, in Potsdam. Insgesamt wurden damit 1.400 Jugendliche an Arbeiten der Denkmalpflege herangeführt. Die Jugendbauhütte Lübeck nahm als 13. Jugendbauhütte der DSD ihre Arbeit am 1. September 2011 auf. Sie wurde im Rahmen eines feierlichen Empfangs der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Lübecker Heiligen-Geist-Hospital am 30. März 2012 offiziell eröffnet.

Finanziert werden Jugendbauhütten zu einem großen Teil von der DSD selbst, aber auch von anderen Stiftungen und Organisationen sowie von Bundesländern, Landschaftsverbänden (NRW) und Kommunen. Viele der Jugendlichen, die ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege in einer Jugendbauhütte hinter sich bringen, machen anschließend ein Studium der Geschichte, der Kunstgeschichte oder eine entsprechende Handwerkerlehre.

FörderprojekteBearbeiten

Rund 400 Projekte fördert die Stiftung jährlich, die Spenden von über 200.000 Förderern ermöglichen. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bisher über 5.000 Denkmale mit mehr als einer halben Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Zu den geförderten Projekten zählen die Dorfkirche in Behrenhoff, die Fachwerkkirche in Breesen, die Glienicker Brücke, der Lotterhof in Geyer, die Oberkirche in Arnstadt, die Stiftskirche (Pfaffen-Schwabenheim), das Sanatorium Dr. Barner in Braunlage und Schloss Türnich bei Kerpen.

Neben diesen geplanten Förderprojekten leistet die Stiftung auch schnelle und unbürokratische Nothilfen für akut gefährdete Denkmale – wie beispielsweise bei der letzten Hochwasserkatastrophe oder Brandfällen wie in Schloss Ehrenstein in Thüringen.

 
Plakette an Förderprojekten

Für das Jahr 2017 hat die Stiftung bis zur Jahresmitte ungefähr 360 Projekten ihre Unterstützung zugesagt. Folgende Förderprojekte werden 2017 u. a. gefördert[4]:

GeschichteBearbeiten

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 1985 nach dem Vorbild des National Trust in Großbritannien im Schloss Gracht bei Bonn gegründet[5]; sie steht seitdem unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten. Durch die Wende in der DDR im Jahr 1989 stand die noch recht junge Stiftung vor einer großen Aufgabe, da speziell im Osten der neuen Republik viele Gebäude vom Verfall bedroht waren.

Die Zahl der Förderer, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, beläuft sich auf über 200.000. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die denkmalgerechte Restaurierung von mehr als 5.000 Denkmalen gefördert. Insgesamt konnten seit der Gründung etwa 500 Millionen Euro für Förderprojekte bereitgestellt werden. Etwa 80 Ortskuratorien unterstützen durch ihre ehrenamtliche Arbeit die Ziele der Stiftung vor Ort.

Dem langjährigen früheren Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Gottfried Kiesow, der auch Kuratoriumsmitglied der Deutschen Stiftung Welterbe war, wurden zahlreiche Ehrenbürgerschaften und Auszeichnungen in Würdigung seines Einsatzes und der Arbeit der Stiftung für den Erhalt historischer Bauwerke verliehen.

Gottfried Kiesow, Gründer der DSD und von 1994 bis 2010 Vorsitzender des Vorstands, war bis zu seinem Tod im Jahr 2011 Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung in der Nachfolge von Bernhard Servatius.[6] Von Anfang 2011 bis 2014 war Rosemarie Wilcken Vorstandsvorsitzende, die nun dem neuen Stiftungsrat angehört.[7]

Am 17. April 2010 beging die DSD ihr 25-jähriges Jubiläum. Dies war u. a. Anlass für Rückschau, Bilanz und Standortbestimmung. Die DSD veröffentlichte eine Jubiläumsschrift.[8]

Die laufenden Geschäfte der Stiftung unterliegen dem Vorstand, der dem Stiftungsrat verantwortlich ist. Der Vorstand besteht aus Steffen Skudelny und Lutz Heitmüller.[9] Nach Abstimmung mit dem Vorstand legt ein Stiftungsrat die Strategie der Stiftung fest und überwacht und berät den Vorstand. Jörg Haspel ist Vorsitzender des Stiftungsrats und Andreas de Maizière stellvertretender Vorsitzender.

AuszeichnungenBearbeiten

Am 10. September 2006, dem Tag des offenen Denkmals 2006, wurde die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als „Ort des Tages“ im Rahmen der Aktion „365 Orte im Land der Ideen“ der Initiative Deutschland – Land der Ideen gekürt.

2015 hat das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit seinem Gütesiegel für den seriösen Umgang mit Spenden ausgezeichnet.[10]

Im Mai 2019 wurde die Stiftung mit dem Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. ausgezeichnet.[11]

KooperationenBearbeiten

Seit Juni 1992 präsentiert das ZDF in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Sendereihe Bürger, rettet Eure Städte. Regelmäßig werden historische Baudenkmale und Stadtensembles, die vom Zerfall bedroht sind, kurzfristig vorgestellt.[12][13]

Seit 1990 veranstaltet der Deutschlandfunk gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Benefiz-Konzertreihe Grundton D. Hierbei finden die Musikveranstaltungen in bedrohten Baudenkmalen der östlichen Bundesländer statt, deren Erlös dem Erhalt des jeweiligen Veranstaltungsortes zukommt.[14][15]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b denkmalschutz.de: Jahresbericht 2017
  2. Jahresbericht 2017. Abgerufen am 15. August 2019.
  3. https://denkmal-aktiv.de/
  4. Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Aktuelle Projekte 2017. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  5. Auftrag und Geschichte (Memento vom 7. Juli 2007 im Internet Archive)
  6. Oberste Denkmalschützerin, Der Prignitzer, 7. Januar 2011, abgerufen 14. Januar 2011, 16.50 Uhr
  7. Vorstand und Gremien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)
  8. domradio.de vom 30. April 2010
  9. Vorstand und Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, abgerufen am 23. Oktober 2018.
  10. MONUMENTE 07/2015
  11. Badeanstalt Rehsumpf in Dessau wurde wieder eröffnet. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nr. 4. Monumente Publikationen, 2019, ISSN 0941-7125, S. 50.
  12. ZDF-Redakteur Werner von Bergen zur Sendereihe Bürger, rettet Eure Städte (Memento vom 18. August 2003 im Internet Archive)
  13. Die Sendungen von Bürger, rettet Eure Städte bei Stream-TV (Memento vom 18. Juni 2009 im Internet Archive)
  14. Grundton D auf der Website des Deutschlandfunks
  15. Grundton D auf der Website der Stiftung (Memento vom 6. Oktober 2007 im Internet Archive)

Koordinaten: 50° 43′ 2,4″ N, 7° 7′ 18,6″ O