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Stendal–Uelzen
Der Streckenverlauf Stendal–Uelzen
Der Streckenverlauf Stendal–Uelzen
Streckennummer (DB):6899
Kursbuchstrecke (DB):305
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:Hohenwulsch
bis Rademin
Strecke – geradeaus
von Berlin
   
von Tangermünde
   
von Magdeburg
Bahnhof, Station
0,0 Stendal
   
nach Wittenberge
   
nach Wolfsburg
Haltepunkt, Haltestelle
9,1 Steinfeld (b Stendal) (1944 als Schönfeld)
Bahnhof, Station
14,8 Kläden (Kr Stendal)
Bahnhof, Station
20,0 Hohenwulsch (1944 als Bismark (Altm))
   
nach Peulingen und nach Kalbe (Milde)
   
25,7 Meßdorf (bis 2017)
Bahnhof, Station
32,0 Brunau-Packebusch
Haltepunkt, Haltestelle
40,5 Fleetmark
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
45,0 Rademin
   
von Osterburg
Haltepunkt, Haltestelle
49,4 Pretzier (Altm)
   
von Wittenberge
   
53,5 ehem. Überwerfung
   
von Dannenberg
Bahnhof ohne Personenverkehr
56,0 Salzwedel Gbf
   
nach Diesdorf (Altm) und Badel
Bahnhof, Station
57,1 Salzwedel
   
nach Oebisfelde
   
70,2 Bergen (Dumme)
   
71,2 Landesgrenze Sachsen-AnhaltNiedersachsen
   
72,0 Nienbergen
Bahnhof, Station
76,2 Schnega
   
82,7 Varbitz
Haltepunkt, Haltestelle
86,2 Soltendieck
   
90,3 Heuerstorf
   
93,6 von Braunschweig
Bahnhof, Station
93,7 Wieren
Tunnel bzw. Unterführung unter Wasserlauf
Elbe-Seitenkanal
Haltepunkt, Haltestelle
98,3 Stederdorf (Kr Uelzen)
   
von Hannover
Bahnhof, Station
107,5 Uelzen
   
nach Hamburg
Strecke – geradeaus
nach Langwedel-Bremen

Die Bahnstrecke Stendal–Uelzen ist eine meist eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn und verbindet die Kreisstadt Stendal im Osten der Altmark mit der Kreisstadt Uelzen in Niedersachsen. Wichtigster Unterwegshalt ist Salzwedel.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Verbindung Stendal–Uelzen wurde ursprünglich am 15. April 1873 als Teil einer direkten Verbindung von Berlin zur Marinebasis Wilhelmshaven von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn (MHE) eröffnet und als Teil der so genannten „Amerikalinie“ bekannt. Der Abschnitt Stendal–Salzwedel war bereits am 15. März 1870 in Betrieb gegangen.

1945 wurde die Strecke an der innerdeutschen Grenze unterbrochen. Westlich der Grenze befand sich ein provisorischer Endpunkt in Nienbergen, da der frühere Bahnhof der in Niedersachsen liegenden Stadt Bergen an der Dumme 1200 Meter östlich des Eisernen Vorhangs lag. Insgesamt wurde in zwei Phasen von 1946 bis in die 1980er Jahre das bis dahin vorhandene zweite Streckengleis entfernt: Zuerst wurde der Abschnitt von Wieren bis Nienbergen eingleisig, später wurde dann auch zwischen Wieren und Uelzen das zweite Streckengleis entfernt.

In der späteren DDR verkehrten zunächst zwischen Stendal und Bergen wieder Züge. Der Verkehr wurde aufgrund der Grenzsicherungsmaßnahmen – der Bahnhof Bergen lag nur 1200 Meter von der Grenze entfernt – am 7. Oktober 1951 zwischen Salzwedel und Bergen eingestellt. Zwischen Stendal und Salzwedel wurde ebenfalls eines der beiden Streckengleise zurückgebaut, da das Gleismaterial angeblich für den Bau des Berliner Außenrings benötigt wurde.

 
Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (Übersichtskarte)

Nach der Öffnung der Grenze 1990 wurde der Wiederaufbau der Verbindung Stendal–Salzwedel–Uelzen in die Liste der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit als Nr. 3 aufgenommen. Die auf der alten Trasse vollständig neu errichtete Strecke wurde im Jahr 1999 als eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn wieder in Betrieb genommen. Die Strecke wurde darüber hinaus abschnittsweise saniert, so dass der Umbau mehrere Jahre in Anspruch nahm. Der 17,5 Kilometer lange Abschnitt zwischen Brunau und der Kreisstraße 1005 bei Klein Gartz umfasst heute zwei Gleise, außerdem ist ein rund einen Kilometer langes Ausweichgleis westlich des früheren Bahnhofs Kläden vorhanden; der heutige Haltepunkt Kläden liegt dagegen ortsnäher, im eingleisigen Bereich östlich davon. Zudem wurden im Zuge der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit alle Neben- und Ladegleise der Strecke zurückgebaut und die Ausweichgleise so reduziert, dass Nahgüterverkehr auf dieser Strecke heute nicht mehr möglich ist. Auch der ursprünglich geplante, komplette Wiederaufbau der Strecke als zweigleisige Hauptbahn wurde bisher nicht verwirklicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement zeichnete das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 3 1997, als eines von fünf Preisträgern unter 800 Bewerbern, mit dem Deutschen Projektmanagement Award aus.[1]

Als Maßnahme des Sofortprogramms Seehafen-Hinterland-Verkehr wurde von Dezember 2012 bis November 2013 ein zweites Streckengleis im Uelzener Ortsteil Veerßen (Veerßer Kurve, Veerßer Bogen) östlich der Strecke Stendal–Uelzen gebaut, damit der aus Richtung Stendal kommende Schienenverkehr ohne Kreuzung der Strecke Hannover–Hamburg in Richtung Norden in diese einfahren kann.[2]

 
Ausbau bei Pretzier (2015)

Im Juli 2013 schrieb die Deutsche Bahn den zweigleisigen Ausbau des Abschnitts Stendal–Salzwedel europaweit aus.[3] Mitte März 2014 folgte die Ausschreibung für den zweigleisigen Ausbau der Abschnitte Hohenwulsch–Brunau-Packebusch und Rademin–Salzwedel mit einer Gesamtlänge von 22 Kilometer.[4]

Ende 2014 begannen die Arbeiten zur ersten Baustufe des zweigleisigen Ausbaus der Eisenbahnstrecke Stendal–Uelzen. Nachdem vorbereitende Arbeiten bereits ausgeführt waren, wurde 2015 der bisher bestehende rund dreizehn Kilometer lange zweigleisige Begegnungs- und Überholungsabschnitt zwischen Brunau-Packebusch und Rademin in östlicher und westlicher Richtung verlängert. Das betrifft die Streckenabschnitte zwischen Hohenwulsch und Brunau-Packebusch sowie zwischen Rademin und Salzwedel. Wie im Juli 2015 bekannt wurde, verschiebt sich die Inbetriebnahme der zweigleisigen Ausbauten wegen Planungsfehlern an Bahnübergängen.[5][6] Für beide Streckenabschnitte wurden auf insgesamt etwa 21 Kilometer an Strecke ein zweites Gleis gelegt und ein zweiter Bahnsteig in Pretzier gebaut. Der Streckenabschnitt Hohenwulsch – Brunau-Packebusch wurde im Oktober 2017 in Betrieb genommen, der Streckenabschnitt Rademin – Salzwedel Ende 2018.[7] Der Ausbau wurde auf etwa 57 Millionen Euro geschätzt. Er ist Bestandteil eines neuen „Ostkorridors“ für den Seehafenhinterlandverkehr.[8][9] Die vollständige Zweigleisigkeit Stendal–Uelzen ist für 2028 vorgesehen.[10]

BetriebBearbeiten

Im Fahrplanjahr 2014/15 verkehrt zweistündlich der RE 20 zwischen Uelzen und Stendal und ebenfalls zweistündlich die RB 32 zwischen Salzwedel und Stendal. Beide Linien werden von DB Regio betrieben. Die RE-Züge fahren als lokbespannte Züge meist mit Lokomotiven der Baureihe 146.0 und Doppelstockwagen, für die RB-Züge werden vereinzelt Elektrotriebwagen der Baureihe 425 eingesetzt. Zwischen Uelzen und Wieren fährt zudem die zweistündliche RB 47 Uelzen–Braunschweig von erixx wenige Minuten nach dem RE 20 (unabhängig von der Richtung, da der RE 20 keine Symmetrieminute hat). Bis zum 13. Dezember 2014 befuhr der EuroCity „Wawel“, ein Zugpaar der Relation Hamburg–Berlin–BreslauKrakau die Strecke und seit April 2014 ist hier der Interregio-Express zwischen Hamburg und Berlin unterwegs. Bei betrieblichen Störungen auf der Fernverbindung Hamburg–Berlin über Wittenberge wird häufig via Uelzen–Stendal umgeleitet.

Seit der Fertigstellung des zweiten Gleises wird der Haltepunkt Meßdorf nicht mehr bedient. Der Bau eines zweiten Bahnsteigs lohnte sich angesichts von nur 30 Ein- und Aussteigern pro Tag nicht.[11] Die von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) in Erwägung gezogene ersatzlose Abbestellung der zweistündlichen Regionalbahn RB 32[12] wird dagegen vorerst nicht vollzogen. Dies würde außerdem eine Schließung der Stationen Steinfeld, Kläden, Brunau-Packebusch und Pretzier bedeuten. Die RE werden täglich von 1.200, an Wochenenden von 1.400 Fahrgästen genutzt, die RB von 200 bis 300.[13]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (Hrsg.): Wirtschaftlich bauen. Schneller fahren. Broschüre, Berlin, 30. November 1997, S. 13.
  2. DB-Presseinformation vom 3. Mai 2013: Bauarbeiten in Uelzen im Rahmen des Sofortprogramms „Seehafenhinterlandverkehr“ (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive)
  3. Deutschland-Leipzig: Gleisbauarbeiten. Dokument 2013/S 130-225260 vom 6. Juli 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
  4. Deutschland-Frankfurt am Main: Oberbauarbeiten. Dokument 85822-2014 vom 13. März 2014 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
  5. https://www.az-online.de/altmark/bismark/alle-bahnuebergaenge-pruefstand-5211549.html Altmarkzeitung online: Alle Bahnübergänge auf dem Prüfstand Zeitungsmeldung vom 7. Juli 2015
  6. http://bauprojekte.deutschebahn.com/p/stendal-salzwedel-uelzen Zeitplan Stand 23. Juni 2016: „Zudem werden die Streckenabschnitte Hohenwulsch – Brunau-Packebusch bis voraussichtlich 2017 und Rademin – Salzwedel bis voraussichtlich 2018 zweigleisig ausgebaut.“
  7. http://bauprojekte.deutschebahn.com/p/stendal-salzwedel-uelzen Zeitplan Stand 5. November 2017: „Diese [neun Bahnübergänge] wurden gemeinsam mit dem Abschnitt Hohenwulsch – Brunau-Packebusch am 2. Oktober 2017 für den Verkehr freigegeben. [...] Die Inbetriebnahme des Streckenabschnittes Rademin – Salzwedel folgt voraussichtlich am 29. Oktober 2018.“
  8. Inhaltsverantwortlicher: Oliver Schumacher: Zweigleisiger Ausbau Stendal‒Salzwedel‒Uelzen. Ausbau der Streckenabschnitte Hohenwulsch‒Brunau-Packebusch und Rademin‒Salzwedel. (PDF) Faktenblatt 001/2015 EPF/JB ST 1/1. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn, 31. März 2015, archiviert vom Original am 4. April 2015; abgerufen am 2. April 2015.
  9. Deutsche Bahn, 20. März 2015: Ländersteckbrief: Die DB in Sachsen-Anhalt. Zahlen, Daten und Fakten zur Deutschen Bahn in Sachsen-Anhalt (Memento vom 5. April 2015 im Internet Archive)
  10. Conny Kaiser: Ausbau auf zwei Gleise. In: Volksstimme. 15. August 2017, abgerufen am 27. Februar 2018.
  11. Axel Junker: Zweites Bahngleis kann Meßdorf im kommenden Jahr den Haltepunkt kosten. Abgerufen am 16. Juni 2017.
  12. NASA hat Salzwedels Bahnhof im Sparplan. In: https://www.az-online.de. 25. September 2014 (az-online.de [abgerufen am 16. Juni 2017]).
  13. Antonius Wollmann: Bahnhöfe auf Bewährung. In: Volksstimme. 26. Januar 2018, abgerufen am 28. März 2018.