Quimper

Hauptstadt des Départements Finistère, Frankreich

Quimper kɛ̃pɛʁ[1], bretonisch Kemper, ist die Hauptstadt der historischen Landschaft Cornouaille in der Bretagne und Sitz der Präfektur des Départements Finistère im Nordwesten Frankreichs. Die Stadt hat 63.166 Einwohner (Stand 1. Januar 2018), die französisch quimpérois und bretonisch kemperiz genannt werden.

Quimper
Kemper
Wappen von Quimper
Quimper (Frankreich)
Quimper
Staat Frankreich
Region Bretagne
Département (Nr.) Finistère (Präfektur) (29)
Arrondissement Quimper
Kanton Quimper-1, Quimper-2
Gemeindeverband Quimper Bretagne Occidentale
Koordinaten 48° 0′ N, 4° 6′ WKoordinaten: 48° 0′ N, 4° 6′ W
Höhe −5–151 m
Fläche 84,37 km²
Einwohner 63.166 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 749 Einw./km²
Postleitzahl 29000
INSEE-Code
Website http://www.quimper.bzh

Quimper – Brücke über den Odet

Ihr ursprünglicher bretonischer Name Kemper bedeutet Zusammenfluss, da sie an den Einmündungen des Jet, des Steïr und des Frout in den Fluss Odet errichtet wurde. Nach ihrem ersten Bischof, Saint Corentin, hieß die Stadt bis ins 18. Jahrhundert Quimper-Corentin (bret. Kemper-Kaorentin). Im Zuge der Französischen Revolution vorübergehend in Montagne-sur-Odet umbenannt, heißt sie heute einfach nur Quimper.

Die Stadt ist berühmt für ihre Porzellan-Manufaktur. In ihren Werkstätten werden seit vier Jahrhunderten Fayencen nach alter Tradition vollständig per Hand geformt und verziert. Die deutsche Partnerstadt Quimpers ist seit 1971 das nordrhein-westfälische Remscheid.

WappenBearbeiten

Blasonierung: Unter Hermelinschildhaupt in Blau ein silberner, golden bewehrter, schreitender Widder.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2017
Einwohner 45.989 52.496 55.977 56.907 59.437 63.238 64.902 62.985
Quellen: Cassini und INSEE

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Quimper Quimper hat eine malerische Altstadt, deren Häuser zum Teil noch aus dem Mittelalter stammen und daher ein beliebtes Touristenziel ist. Weithin sichtbar, überragen die Spitztürme der „Cathédrale Saint Corentin“ die Stadt. Der Bau im Stil der bretonischen Gotik begann bereits 1240, wurde aber erst 1856 mit der Errichtung der Kirchturmspitzen vollendet. Die Besonderheit dieser Kirche ist der nach links abknickende Chor. Man wollte wohl einer Grabkapelle ausweichen, die durch den Bau nicht abgerissen werden sollte. Eine gesicherte Erklärung für den „krummen Chor“ gibt es jedoch nicht. Es kann sich auch um einen beabsichtigten Knick in der Gebäudeachse handeln. Im Ortsteil Locmaria befindet sich die Benediktinerinnen-Prioratskirche Notre-Dame aus dem 11. Jahrhundert.

VerkehrBearbeiten

 
Rue Kéréon im Zentrum von Quimper mit Blick auf die Kathedrale St. Corentin

Die Route nationale 165 verbindet Quimper mit den Hafenstädten Brest im Nordwesten und Nantes im Südosten. Acht Kilometer westlich der Stadt liegt der Flughafen Quimper-Cornouaille. Der Bahnhof Quimper an der Strecke Savenay–Landerneau ist Endpunkt von TGV-Zügen aus Paris.

SportBearbeiten

Bekanntester Sportverein der Stadt ist der über 100 Jahre lang als Stade Quimpérois bekannte Quimper Kerfeunteun FC. Seine Männerfußballmannschaft spielte fast zwei Jahrzehnte lang in der zweithöchsten französischen Liga. Das Frauenteam gehörte kurzzeitig der höchsten Spielklasse an.

KulturBearbeiten

Quimper verfügt über mehrere Theater und Museen, unter anderem

  • das Théâtre de Cornouaille,
  • das Théâtre Max Jacob,
  • das Musée des Beaux-Arts de Quimper,
  • Musée Départemental Breton.

Mit Unterbrechungen seit 1923 findet in der Innenstadt jedes Jahr im späten Juli das Festival de Cornouaille statt, ein mehrtägiges Musik- und Tanzfest. Zudem ist Quimper die Heimat der erfolgreichsten bretonischen Pfeifer-Gruppe, der Bagad Kemper.

PartnerstädteBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Heilige und Schutzpatrone der StadtBearbeiten

Über den Corentinus, den Schutzpatron der Stadt, gibt es zahlreiche Wundergeschichten. Bekannt ist vor allem die von der Fischmahlzeit, ein Gleichnis auf die Unerschöpflichkeit des Meeres als Nahrungsspender: Täglich schwamm dem anspruchslosen Heiligen ein Fisch zu, von dem er nur so viel verspeiste, dass er satt wurde. Den angenagten Rest warf er ins Wasser zurück, und am nächsten Tag war der Fisch wieder heil und bot sich erneut zum Verzehr.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Finistère. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-039-6, S. 1281–1327.

WeblinksBearbeiten

Commons: Quimper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. anhören