Hauptmenü öffnen

Concarneau (bretonisch Konk-Kerne) ist Hauptort des Kantons Concarneau im Arrondissement Quimper des französischen Département Finistère (auf Bretonisch: Penn Ar Bed). Die 22 km südöstlich von Quimper an der Ostküste der Baie de La Forêt befindliche Gemeinde gehört zur historischen Landschaft Cornouaille und hat 19.046 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Ihre innerhalb massiver Mauern gelegene Altstadt, die Ville close, ist fast rundum vom Wasser umgeben und gilt als sehenswert.

Concarneau
Konk-Kerne
Wappen von Concarneau
Concarneau (Frankreich)
Concarneau
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Quimper
Kanton Concarneau (Hauptort)
Gemeindeverband Concarneau Cornouaille Agglomération
Koordinaten 47° 53′ N, 3° 55′ WKoordinaten: 47° 53′ N, 3° 55′ W
Höhe 0–106 m
Fläche 41,08 km2
Einwohner 19.046 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 464 Einw./km2
Postleitzahl 29900
INSEE-Code
Website http://www.ville-concarneau.fr/

Die Ville Close aus der Vogelperspektive
Karte der Ville close

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

EntstehungBearbeiten

Der Ort des heutigen Concarneau wurde im 10. Jahrhundert zunächst von Mönchen der Abtei Landévennec besiedelt. Diese errichteten hier auf einer Insel an der Mündung des Flusses Moros (die heutige Ville Close) ein kleines Kloster.[1] Später entwickelte sich Concarneau zu einer wichtigen bretonischen Festung. Seit dem 12. Jahrhundert ist die Ville Close über eine Brücke mit dem Festland verbunden.

Bedeutung des NamensBearbeiten

Der Name der Stadt, auf Bretonisch Konk-Kerne, bedeutet ursprünglich Henkel von Cornouaille, also der Flüchtlinge aus Cornwall in Britannien, was auf die engen kulturellen Verbindungen zwischen der Bretagne und Cornwall hinweist, denn Cornouailles ist eigentlich nur die französische Aussprache für Cornwall, wobei der Wortbestandteil wall bei Cornwall germanischen Ursprungs ist und „Fremde“ (meist Kelten oder Romanen) bedeutet, z. B. auch in Wales, siehe dazu Welsche.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011
Einwohner 15.907 17.801 18.759 17.984 18.630 19.453 18.826

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Concarneau

Les Remparts und Ville CloseBearbeiten

Ein Rundgang über Les Remparts – die Stadtmauer der Ville close – bietet schöne Einblicke in die Straßen und Ausblicke auf Hafen und Yachthafen. Innerhalb der Ville close finden sich neben Souvenirläden kleine Restaurants und ein Fischereimuseum.

Le Musée de la PêcheBearbeiten

Das Fischereimuseum Le Musée de la Pêche zeigt die Geschichte der Meeresfischerei und die Fischereitechniken der ganzen Welt mittels großer Dioramen, vieler Modelle und verschiedener Bootstypen. Im Außengelände kann man vom Laderaum bis zur Brücke einen echten Seetrawler, die Hémérica, besichtigen.

MarinariumBearbeiten

Als Schaufenster des Meeresbiologischen Laboratoriums, der Station biologique de Concarneau, illustriert das Marinarium die außerordentliche Biodiversität der Ozeane, die Reichhaltigkeit der Küstenregionen und den Schutz der Meeresressourcen. Gegründet 1859 von Jean Victor Coste (1807–1873), ist sie heute eine namhafte Forschungseinrichtung.

Fort du CabellouBearbeiten

Das Fort du Cabellou wurde 1746 gebaut um die Einfahrt und den Hafen von Concarneau zu verteidigen. Seit 1962 ist es ein historisches Denkmal.

Château de KérioletBearbeiten

Das Château de Kériolet ist ein neogotisches Schloss, das Sinaida Iwanowna Jussupowa ab 1863 für ihren französischen Ehemann Charles Chauveau errichten ließ. Es wurde zeitweilig vom Rasputin-Attentäter Felix Felixowitsch Jussupow genutzt.

Fête des Filets BleusBearbeiten

Mitte August feiert die Stadt das jährliche Fête des Filets Bleus (Festival der blauen Netze). Es wurde 1905, in einem Jahr, in dem die Sardinen ausblieben, zur Unterstützung der Fischer gegründet und nach den traditionellen blauen Netzen der Fischereiflotte Concarneaus benannt. Tausende von Teilnehmern in ihren Trachten locken jedes Jahr zehntausende von Besuchern an. Es ist eines der größten Festivals der bretonischen und keltischen Kultur, wie sie in vielen Orten der Bretagne stattfinden.

SportBearbeiten

Die Fußballer der Union Sportive Concarnoise spielen seit 2016 in der semiprofessionellen dritten Liga. Die Spieler des Vereins haben bereits seit Mitte der 1960er Jahre vor allem im Pokalwettbewerb wiederholt landesweit auf sich aufmerksam machen können.

 
Der Fischereihafen

WirtschaftBearbeiten

Neben dem Fremdenverkehr beruht Concarneaus Wirtschaft überwiegend auf dem Fischfang. Der Ort ist der drittgrößte Fischereihafen Frankreichs, beim Thunfisch liegt er sogar an der Spitze, mit einer Flotte von 36 Schiffen, 900 Seeleuten und einer Anlandung von 164.000 Tonnen (Thunfisch) jährlich.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Finistère. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-039-6, S. 269–299.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Concarneau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Reise Know-How Bretagne. Reise Know-How Verlag Peter Rump, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8317-1945-7.