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Locronan (bretonisch Lokorn) ist eine Gemeinde im Westen Frankreichs im Département Finistère in der Region Bretagne. Sie hat 805 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) auf einer Fläche von 8,08 km² und ist als eines der Plus beaux villages de France (Schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.[1]

Locronan
Lokorn
Wappen von Locronan
Locronan (Frankreich)
Locronan
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Quimper
Kanton Quimper-1
Gemeindeverband Quimper Bretagne Occidentale
Koordinaten 48° 6′ N, 4° 12′ WKoordinaten: 48° 6′ N, 4° 12′ W
Höhe 38–280 m
Fläche 8,08 km2
Einwohner 805 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 100 Einw./km2
Postleitzahl 29180
INSEE-Code
Website www.locronan.fr

Häuser am Kirch- und Marktplatz in Locronan

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt ca. 17 Kilometer nördlich von Quimper auf einem Hügel.

GeschichteBearbeiten

Der Name Locronan leitet sich vom heiligen Ronan ab – einem aus Irland stammenden Mönch, der in Locronan begraben liegt. Loc ist dabei ein bretonisches Wort für eine Eremitage.[2] St. Ronan soll die Einwohner von Locronan das Weben gelehrt haben. Tatsächlich beruhte der Wohlstand von Locronan im Mittelalter auf der Herstellung hochwertigen Segeltuches. Heute beruht er auf den in Massen durch den Ort strömenden Touristen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Locronan – Dorfeingang mit Blick auf die Kirche St. Ronan

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Locronan

Das Erscheinungsbild des Dorfes ist noch komplett mittelalterlich und sehr sehenswert. Roman Polański drehte deshalb hier nach dem Roman Tess of the d’Urbervilles von Thomas Hardy seinen Film Tess (internationaler Durchbruch von Nastassja Kinski). Auch Teile der Fernsehserie Silas wurden 1981 in und um Locronan gedreht, ebenso wie Teile der Schatzinsel im Jahr 1966.

Der Ort ist für den normalen Autoverkehr gesperrt, um den Ort herum gibt es mehrere große Parkplätze (Gebühr von 4 Euro (Stand 2019) für ein Parkticket, das das gesamte Jahr gültig ist). Für eine Besichtigung der Kirche sollte man wegen des starken touristischen Andrangs entweder eine frühe Tageszeit oder die Vor- bzw. Nachsaison einplanen. Am Hang (etwas unterhalb des Ortskerns) befindet sich noch ein Quellenheiligtum mit einer kleinen Kapelle.

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Finistère. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-039-6, S. 188–193.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Locronan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Locronan auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)
  2. Jean Ogée: Dictionnaire historique et géographique de la province de Bretagne, Band 1. Molliex, Rennes, 1845, S. 514.