Olympische Sommerspiele 1960/Leichtathletik – Hochsprung (Frauen)

Der Hochsprung der Frauen bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom wurde am 7. und 8. September 1960 im Stadio Olimpico ausgetragen. 23 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Rome Olympics 1960 - Opening Day.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Hochsprung
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 23 Athletinnen aus 15 Ländern
Wettkampfort Stadio Olimpico
Wettkampfphase 7. September 1960 (Qualifikation)
8. September 1960 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Iolanda Balaș (Rumänien 1952Rumänien ROM)
Silbermedaille Dorothy Shirley (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Bronzemedaille Jarosława Jóźwiakowska (Polen 1944Polen POL)

Olympiasiegerin wurde die Rumänin Iolanda Balaș. Die Britin Dorothy Shirley und die Polin Jarosława Jóźwiakowska gewannen beide die Silbermedaille, eine Bronzemedaille wurde nicht vergeben.

Während Athletinnen aus Österreich, Schweiz und Liechtenstein nicht teilnahmen, gingen drei Deutsche an den Start. Karin Lenzke scheiterte an der Qualifikationshöhe und schied aus. Ingrid Becker und Marlene Schmitz-Portz qualifizierten sich für das Finale. Beide beendeten den Wettkampf auf einem geteilten neunten Rang.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 1,86 m Iolanda Balaș (Rumänien 1952  Rumänien) Bukarest, Rumänien 10. Juli 1960[1]
Olympischer Rekord 1,76 m Mildred McDaniel (Vereinigte Staaten 48  USA) Finale von Melbourne, Australien 1. Dezember 1956

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athletinnen traten am 7. September zu einer Qualifikationsrunde an. Die geforderte Qualifikationshöhe betrug 1,65 m. Für alle qualifizierten Springerinnen, fand das Finale am 8. September statt.

Anmerkung: Die qualifizierten Athletinnen sind hellblau unterlegt.

ZeitplanBearbeiten

7. September, 9.00 Uhr: Qualifikation

8. September, 15.00 Uhr: Finale[2]

QualifikationBearbeiten

 
Die Niederländerin Nel Zwier erreichte das Finale und belegte dort Rang neun

Datum: 7. September 1960, 9.00 Uhr[3]

Platz Name Nation 1,50 m 1,55 m 1,60 m 1,65 Höhe Anmerkung
1 Iolanda Balaș Rumänien 1952  Rumänien - - o o 1,65
2 Valentina Ballod Sowjetunion 1955  Sowjetunion - o o o 1,65
Marlene Schmitz-Portz Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch  Deutschland
4 Jarosława Jóźwiakowska Polen 1944  Polen o o o o 1,65
Ingrid Becker Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch  Deutschland
Dorothy Shirley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
7 Olga Gere Jugoslawien  Jugoslawien o o o xo 1,65
Inga-Britt Lorentzon Schweden  Schweden
Neomia Rogers Vereinigte Staaten  USA
10 Florence Pétry Frankreich  Frankreich o xo o xo 1,65
Taissija Tschentschik Sowjetunion 1955  Sowjetunion o o xo xo 1,65
12 Frances Slaap Vereinigtes Konigreich  Großbritannien o xxo o xo 1,65
13 Helen Frith Australien  Australien o - o xxo 1,65
14 Galina Dolja Sowjetunion 1955  Sowjetunion o o o xxo 1,65
Nel Zwier Niederlande  Niederlande
16 Diny Hobers Niederlande  Niederlande o o o xxx 1,60
Karin Lenzke Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch  Deutschland
18 Mette Oxvang Danemark  Dänemark o o xo xxx 1,60
19 Marinella Bortoluzzi Italien  Italien o o xxx 1,55
20 Brenda Archer Britisch-Guayana 1954  Britisch-Guayana o xo xxx 1,55
21 Barbara Brown Vereinigte Staaten  USA o xxx 1,50
Jean Gaertner Vereinigte Staaten  USA
23 Canel Konvur Turkei  Türkei xxo xxx 1,50

FinaleBearbeiten

 
Olympiasiegerin Iolanda Balaș (ROM)

Datum: 8. September 1960, 15.00 Uhr[4]

Die Rumänin Iolanda Balaș war die Topfavoritin des Wettkampfes. Sie war nach den Spielen von Melbourne 1956 in keinem Wettkampf mehr besiegt worden. 1958 wurde sie Europameisterin. Zwischen Oktober 1957 und Juli 1960 hatte sie den Weltrekord insgesamt neunmal verbessert.

Auch in Rom war sie die dominierende Hochspringerin, die dort wie ihre Konkurrentinnen in der sog. Schersprung-Technik sprang. Schon von 1,75 m an war sie alleine im Wettbewerb, nachdem ihre letzten beiden verbliebenen Gegnerinnen an 1,73 m gescheitert waren. Die Silbermedaille bekamen sowohl die Polin Jarosława Jóźwiakowska als auch die Britin Dorothy Shirley. Beide übersprangen 1,71 m und hatten exakt die gleiche Versuchsanzahl und -reihenfolge aufzuweisen.

Die siegreiche Rumänin ließ die Latte weiter höherlegen. Die Höhen von 1,75 m und 1,77 m bewältigte sie jeweils im ersten Versuch, 1,81 m im zweiten und 1,85 m im dritten. Nach zwei Fehlversuchen über 1,87 m beendete sie den Wettkampf.[5]

Iolanda Balaș war die erste Frau, die für Rumänien eine Goldmedaille gewann. Es war zugleich der erste rumänische Olympiasieg in der Leichtathletik.

Jarosława Jóźwiakowska gewann die erste polnische Medaille im Hochsprung der Frauen.

Platz Name Nation 1,55 m 1,60 m 1,65 m 1,68 m 1,71 m 1,73 m 1,75 m 1,77 m 1,81 m 1,85 m 1,87 m Endresultat Anmerkung
1 Iolanda Balaș Rumänien 1952  Rumänien - o - o o o o o xo xxo xx- 1,85 OR
2 Jarosława Jóźwiakowska Polen 1944  Polen - o o o o xxx 1,71
Dorothy Shirley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
4 Galina Dolja Sowjetunion 1955  Sowjetunion o o xo o xxo xxx 1,71
5 Taissija Tschentschik Sowjetunion 1955  Sowjetunion o o o o xxx 1,68
6 Helen Frith Australien  Australien o o o xxx 1,65
Inga-Britt Lorentzon Schweden  Schweden
Frances Slaap Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
9 Ingrid Becker Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch  Deutschland o o xo xxx 1,65
Olga Gere Jugoslawien  Jugoslawien
Florence Pétry Frankreich  Frankreich
Marlene Schmitz-Portz Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch  Deutschland
Nel Zwier Niederlande  Niederlande
14 Neomia Rogers Vereinigte Staaten  USA xo xxo xo xxx 1,65
15 Valentina Ballod Sowjetunion 1955  Sowjetunion o xo xxo xxx 1,65

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 226f

VideosBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 644 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1960, S. 64 (englisch) auf library.la84.org (PDF), abgerufen am 22. Oktober 2017
  3. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1960, S. 199 (englisch) auf library.la84.org (PDF), abgerufen am 22. Oktober 2017
  4. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1960, S. 200 (englisch) auf library.la84.org (PDF), abgerufen am 22. Oktober 2017
  5. SportsReference (engl.), abgerufen am 22. Oktober 2017