Olympische Sommerspiele 1924/Leichtathletik – 1500 m (Männer)

Wettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1924

Der 1500-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris wurde am 9. und 10. Juli 1924 im Stade de Colombes ausgetragen. 40 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Stade de Colombes 1924.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 1500-Meter-Lauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 40 Athleten aus 20 Ländern
Wettkampfort Stade de Colombes
Wettkampfphase 9. Juli 1924 (Vorrunde)
10. Juli 1924 (Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Paavo Nurmi (FinnlandFinnland FIN)
Silbermedaille Willy Schärer (SchweizSchweiz SUI)
Bronzemedaille Henry Stallard (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR)

Olympiasieger wurde der Finne Paavo Nurmi vor dem Schweizer Willy Schärer. Bronze ging an den Briten Henry Stallard.

Eine Besonderheit bei diesem Rennen bestand darin, dass die Stadionrunde in Colombes eine Länge von 500 Metern hatte.

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athleten traten am 9. Juli zu den insgesamt sechs Vorläufen an. Die jeweils zwei besten Läufer qualifizierten sich für das Finale, das am 10. Juli bestritten wurde.[2]

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

VorläufeBearbeiten

Datum: 9. Juli 1924

Es sind nicht alle Zeiten überliefert.

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 René Wiriath Dritte Französische Republik  Frankreich 4:13,8 min
2 Jaakko Luoma Finnland  Finnland 4:14,8 min
3 Ferdinand Friebe Osterreich  Österreich 4:15,8 min
4 Mohamed El-Sayed Agypten 1922  Ägypten k. A.
5 István Grósz Ungarn 1918  Ungarn k. A.

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Willy Schärer Schweiz  Schweiz 4:06,6 min
2 Douglas Lowe Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:07,2 min
3 William Spencer Vereinigte Staaten 48  USA 4:08,4 min
4 Léon Fourneau Belgien  Belgien k. A.
5 Clifford Davis Sudafrika 1912  Südafrikanische Union k. A.
5 Pala Singh Britisch-Indien  Britisch-Indien 5:02,5 min

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Paavo Nurmi Finnland  Finnland 4:07,6 min
2 Sonny Spencer Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:09,0 min
3 Albert Larsen Danemark  Dänemark 4:11,5 min
4 René Jubeau Dritte Französische Republik  Frankreich 4:14,5 min
5 Aleksander Antson Estland  Estland k. A.
6 Ferruccio Bruni Italien 1861  Italien k. A.
7 Daniel Eslava Mexiko 1918  Mexiko k. A.
8 Józef Jaworski Polen 1919  Polen 4:28,4 min

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Arvo Peussa Finnland  Finnland 4:17,4 min
2 Ray Watson Vereinigte Staaten 48  USA 4:17,9 min
3 Disma Ferrario Italien 1861  Italien 4:18,5 min
4 Jan Zeegers Niederlande  Niederlande 4:21,0 min
5 Jack Newman Australien  Australien k. A.
6 Joseph Van Der Wee Belgien  Belgien k. A.
7 Stefan Kostrzewski Polen 1919  Polen 4:29,0 min

Vorlauf 5Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Henry Stallard Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:11,8 min
2 Ray Buker Vereinigte Staaten 48  USA 4:12,8 min
3 Rolph Barnes Kanada 1921  Kanada 4:13,1 min
4 Louis Philipps Dritte Französische Republik  Frankreich 4:13,4 min
5 Ljuben Karastojanow Bulgarien 1908  Bulgarien k. A.
6 Angelo Davoli Italien 1861  Italien k. A.

Vorlauf 6Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Lloyd Hahn Vereinigte Staaten 48  USA 4:06,8 min
2 Frej Liewendahl Finnland  Finnland 4:07,4 min
3 Cyril Ellis Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:08,1 min
4 Robert Chottin Dritte Französische Republik  Frankreich 4:14,8 min
5 Malcolm Boyd Australien  Australien k. A.
6 Giovanni Garaventa Italien 1861  Italien k. A.
7 Vilém Šindler Luxemburg  Luxemburg 4:23,6 min
8 Ömer Besim Koşalay Turkei  Türkei k. A.

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Paavo Nurmi Finnland  Finnland 3:53,6 min OR
2 Willy Schärer Schweiz  Schweiz 3:55,0 min
3 Henry Stallard Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 3:55,6 min
4 Douglas Lowe Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 3.57,0 min
5 Ray Buker Vereinigte Staaten 48  USA 3:58,6 min
6 Lloyd Hahn Vereinigte Staaten 48  USA 3:59,0 min
7 Ray Watson Vereinigte Staaten 48  USA 3:59,9 min
8 Frej Liewendahl Finnland  Finnland 4:00,3 min
9 Arvo Peussa Finnland  Finnland 4:00,6 min
10 René Wiriath Dritte Französische Republik  Frankreich 4:02,8 min
11 Sonny Spencer Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:03,7 min
12 Jaakko Luoma Finnland  Finnland 4:03,9 min

Datum: 10. Juli 1924

Der Finne Paavo Nurmi war der haushohe Favorit und wollte nicht nur dieses Rennen, sondern auch das nur 26 Minuten nach der Zielankunft stattfindende Finale über die 5000 Meter gewinnen. Andere Läufer versuchten das Duell mit dem Weltrekordhalter zu vermeiden. So konnte Nurmi den Vorlauf locker gewinnen. Auch das Finale entschied er vom Start weg für sich. Die 800-Meter-Marke passierte er nach 1:58,8 Minuten. Nur der US-Läufer Ray Watson wagte es, Nurmis Tempo zu folgen. Doch nach der zweiten Runden – also nach 1000 Metern – fiel auch Watson zurück. Nurmi lief das Rennen einigermaßen kräfteschonend zu Ende, was aber immer noch für einen neuen Olympiarekord reichen sollte. Zwölf Meter hinter ihm kam der Schweizer Willy Schärer ins Ziel, ebenfalls unter der Marke des alten Olympiarekordes. Der Brite Henry Stallard gewann Bronze, obwohl er sich in seinem Vorlauf über 800 Meter einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen hatte und das Finale nur unter Schmerzen absolvieren konnte. Dennoch unterbot auch er noch den alten Olympiarekord.[3]

Sowohl Paavo Nurmi als auch Willy Schärer gewannen die ersten Medaillen für ihre Länder in dieser Disziplin.
Für Nurmi war es die vierte von neun Goldmedaillen in seiner Karriere. Vier weitere – 5000 Meter, 3000-Meter-Mannschaftslauf, Querfeldeinlauf Einzel- und Mannschaftswertung – sollten noch folgen.

BildergalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 160f

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 161
  2. Offizieller Bericht, Seite 112 - 114 (franz.) (Memento des Originals vom 10. April 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org
  3. SportsReference (engl.)