Olympische Sommerspiele 1920/Leichtathletik – 1500 m (Männer)

Wettbewerb bei den Olympischen Spielen 1920

Der 1500-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen wurde am 18. und 19. August 1920 im Antwerpener Olympiastadion ausgetragen. 29 Athleten nahmen daran teil.

Olympische Ringe
1920 olympics poster.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 1500-Meter-Lauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 29 Athleten aus 12 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Antwerpen
Wettkampfphase 18. August 1920 (Vorrunde)
19. August 1920 (Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Albert Hill (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR)
Silbermedaille Philip Noel-Baker (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR)
Bronzemedaille Lawrence Shields (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)

Olympiasieger wurde der Brite Albert Hill vor seinem Landsmann Philip Noel-Baker. Bronze gewann der US-Amerikaner Lawrence Shields.

Es waren keine Athleten aus der Schweiz am Start. Deutschland und Österreich waren von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 1920 ausgeschlossen.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord John Zander (Schweden  Schweden) 3:54,7 min Stockholm 5. August 1917[1]
Olympischer Rekord Arnold Jackson (Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien) 3:56,8 min Stockholm 10. Juli 1912

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Am 19. August (15.15 Uhr Ortszeit) wurden insgesamt vier Vorläufe durchgeführt. Die jeweils ersten drei Läufer qualifizierten sich für das Finale am 20. August (Start: 17.15 Uhr).[2]

Anmerkung: Die für die nächste Runde qualifizierten Läufer sind hellblau unterlegt.

VorläufeBearbeiten

Datum: 19. August 1920, 15.15 Uhr Ortszeit

Die Zeitangaben sind nicht komplett überliefert.

Vorlauf 1Bearbeiten

 
Als Vierter in seinem Vorlauf gescheitert: Edvin Wide (SWE)
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Václav Vohralík Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei 4:02,2 min
2 Albert Hill Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:03,2 min
3 André Audinet Dritte Französische Republik  Frankreich 4:03,7 min
4 Edvin Wide Schweden  Schweden 4:03,8 min
5 Edward Lawrence Kanada 1868  Kanada 4:03,9 min
6 Carlo Martinenghi Italien 1861  Italien k. A.
DNF Lucien Bangels Belgien  Belgien
Edward Curtis Vereinigte Staaten 48  USA

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Sven Lundgren Schweden  Schweden 4:07,0 min
2 Duncan McPhee Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:07,2 min
3 Lawrence Shields Vereinigte Staaten 48  USA 4:07,4 min
4 Armand Burtin Dritte Französische Republik  Frankreich 4:07,7 min
5 Elvind Rasmussen Norwegen  Norwegen 4:08,2 min
6 Tommy Town Kanada 1868  Kanada k. A.
7 Giuseppe Bonini Italien 1861  Italien k. A.
8 Théophile Roeckaerts Belgien  Belgien k. A.

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Zander Schweden  Schweden 4:08,1 min
2 Arturo Porro Italien 1861  Italien 4:09,0 min
3 James Connolly Vereinigte Staaten 48  USA 4:09,3 min
4 Maurice de Conninck Dritte Französische Republik  Frankreich 4:09,8 min
5 Léoncé Oleffe Belgien  Belgien 4:11,5 min

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Joie Ray Vereinigte Staaten 48  USA 4:13,4 min
2 Philip Noel-Baker Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:14,3 min
3 Léon Fourneau Belgien  Belgien 4:14,8 min
4 Fritz Kiölling Schweden  Schweden 4:14,8 min
5 René Leray Dritte Französische Republik  Frankreich 4:15,0 min
6 Saburo Hasumi Japan 1870  Japan k. A.
DNF Juan Muguerza Spanien 1875  Spanien
DSQ Johannes Villemson Estland  Estland

Zwischen dem Franzosen René Leray und dem Esten Johannes Villemson kam es zu einer Rangelei, bei der Leray laut Urteil des Schiedsgerichts behindert wurde. Villemson wurde disqualifiziert, Leray durfte im Finale teilnehmen.

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Albert Hill Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:01,8 min
2 Philip Noel-Baker Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien 4:02,4 min
3 Lawrence Shields Vereinigte Staaten 48  USA 4:03,1 min
4 Václav Vohralík Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei 4:04,6 min
5 Sven Lundgren Schweden  Schweden 4:06,3 min
6 André Audinet Dritte Französische Republik  Frankreich 4:06,4 min
7 Arturo Porro Italien 1861  Italien 4:06,6 min
8 Joie Ray Vereinigte Staaten 48  USA 4:10,0 min
9 Léon Fourneau Belgien  Belgien 4:10,3 min
10 René Leray Dritte Französische Republik  Frankreich 4:16,5 min
DNF Duncan McPhee Vereinigtes Konigreich 1801  Großbritannien
James Connolly Vereinigte Staaten 48  USA
John Zander Schweden  Schweden

Datum: 20. August 1920, 17.15 Uhr Ortszeit

Der US-Amerikaner Joie Ray war aufgrund seiner Erfolge bei den amerikanischen Meisterschaften über 1 Meile und der dort erzielten ausgezeichneten Zeiten Favorit für die 1500 Meter. Doch wenige Tage vor dem Finale verletzte er sich und war chancenlos, obwohl er alles versuchte. Anfangs sorgten er und Václav Vohralík schon früh für ein gutes Tempo. Albert Hill und Philip Noel-Baker folgten und übernahmen zur letzten Runde die Führung. Ray wurde langsamer, Lawrence Shields kam immer stärker auf und setzte sich auf Platz drei. An Noel-Baker kam er jedoch nicht vorbei. Hill setzte sich in der Endphase entscheidend ab und gewann die Goldmedaille. Noel-Baker verteidigte seinen zweiten Platz vor Shields. Vohralík erreichte Platz vier vor dem Schweden Sven Lundgren.[3]

Nach seinem Sieg über die 800 Meter zwei Tage zuvor feierte Albert Hill seine zweite Goldmedaille.

Philip Noel-Baker ging später in die Politik, hatte mehrere Ministerposten inne und setzte sich zeitlebens für Abrüstung und Frieden ein. Im Jahre 1959 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 136f

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 549 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Bericht, Seite 95 (franz.) (Memento vom 7. Oktober 2018 im Internet Archive)
  3. Beschreibung des Finals auf SportsReference (engl.)
  4. Philip Noel-Baker, Friedensnobelpreisträger 1959 auf geboren.am, abgerufen am 29. Juli 2017