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Obertshausen

hessische Stadt im Landkreis Offenbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Obertshausen
Obertshausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Obertshausen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 4′ N, 8° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 122 m ü. NHN
Fläche: 13,62 km2
Einwohner: 24.722 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1815 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63179
Vorwahl: 06104
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 010
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schubertstraße 11
63179 Obertshausen
Website: www.obertshausen.de
Bürgermeister: Roger Winter
Lage der Stadt Obertshausen im Landkreis Offenbach
Neu-IsenburgDreieichLangen (Hessen)EgelsbachRödermarkDietzenbachHeusenstammMühlheim am MainRodgauObertshausenHainburgSeligenstadtMainhausenDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgLandkreis Darmstadt-DieburgBayernMain-Kinzig-KreisOffenbach am MainKreis Groß-GerauFrankfurt am MainKarte
Über dieses Bild

Obertshausen ist eine Stadt im südhessischen Landkreis Offenbach.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Obertshausen (Stadtteil Hausen),
im Vordergrund Lämmerspiel

Geografische LageBearbeiten

Obertshausen liegt im südlichen Teil Hessens unweit von Odenwald und Spessart auf 122 m ü. NN über NN, sieben Kilometer südöstlich von Offenbach am Main. Es ist eine von 13 Städten und Gemeinden des Landkreises Offenbach. Die Stadt liegt im waldreichen Ostteil der Oberrheinischen Tiefebene südlich des Mains, südöstlich von Frankfurt am Main und Offenbach. Südwestlich liegt Darmstadt als Verwaltungssitz des Regierungsbezirks, im Nordosten die Stadt Hanau (Main-Kinzig-Kreis).

Obertshausen grenzt im Nordwesten an Offenbach mit den Stadtteilen Bieber und Tempelsee, im Norden an die Stadt Mühlheim (Stadtteil Lämmerspiel), im Nordosten an Hanau mit den Stadtteilen Steinheim und Klein-Auheim, im Osten an die Gemeinde Hainburg, im Südosten an die Stadt Rodgau (Stadtteil Weiskirchen) und im Südwesten an die Stadt Heusenstamm.

StadtgebietBearbeiten

Obertshausen besteht heute aus den Stadtteilen Obertshausen und Hausen, die beide in etwa gleich viele Einwohner haben. Das Stadtgebiet erstreckt sich über 13,7 Quadratkilometer, davon entfallen 7,8 Quadratkilometer auf Wald- und Grünflächen sowie Ackerland. Damit ist Obertshausen die flächenmäßig kleinste aller Städte und Gemeinden im Landkreis Offenbach.

GeschichteBearbeiten

MittelalterBearbeiten

Die älteste erhaltene Erwähnung von Obertshausen unter dem Namen Oberdueshuson ist in einem Schriftstück des Benediktinerklosters Seligenstadt aus dem Jahr 865 festgehalten, als es als Hof des Klosters erwähnt wird. In Obertshausen gab es eine Wasserburg in Gestalt eines Wehrturmes, die „Burg im Hayn“. Die Herren von Hausen, eine Seitenlinie der Hagenhausener, hatten hier Besitz.

Obertshausen lag im Amt Steinheim, das zunächst den Herren von Eppstein gehörte und ab 1371 als Pfand je zur Hälfte den Grafen von Katzenelnbogen und den Herren von Hanau. 1393 gelangte das Pfand insgesamt an die Herren von Kronberg. 1425 verkaufte es Gottfried von Eppstein das Amt Steinheim an das Kurfürstentum Mainz. Vom Mittelalter bis 1819 gehörte Obertshausen der Biebermark an.

Die Mutterkirche der dem Heiligen Nikolaus geweihten mittelalterlichen Kirche von Obertshausen war zunächst die in Mühlheim am Main. 1340 gehörte das Dorf zur Pfarrei Lämmerspiel. Das Kirchenpatronat lag beim St. Peter-Stift in Mainz. Kirchliche Mittelbehörde waren das Archidiakonat des Stiftes St. Peter und Alexander in Aschaffenburg und das Landkapitel Rodgau.

 
Reste der Burg im Hayn

Historische NamensformenBearbeiten

In historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt:[2]

  • Oberolveshuson (um 1000)
  • Oberodeshusun (1109–1131)
  • Oberoldeshusen (um 1234)
  • Oberoldeshusen (1282)
  • Oppershusen (1288)
  • Obratshusin (1340)
  • Obirachteshusen (1371)
  • Oberhusen (1425)
  • Obertzhusen (1446)
  • Obbertzhusen (1542)
  • Obertshausen (1838)

NeuzeitBearbeiten

In den Jahren 1631 bis 1634, während des Dreißigjährigen Kriegs, beschlagnahmte König Gustav II. Adolf das Amt als Kriegsbeute und stattete die nachgeborenen Hanauer Grafen Heinrich Ludwig von Hanau-Münzenberg (1609–1632) und Jakob Johann von Hanau-Münzenberg (1612–1636), die mit ihm verbündet waren, damit aus.[3] Da beide Grafen schon bald starben und der Westfälische Friede auf das Normaljahr 1624 abstellte, kam Obertshausen wieder an Kurmainz. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest-Epidemie von 1636 dezimierten die Einwohnerschaft stark.

Im Jahr 1173 gingen die Hoheitsrechte über den Ort Obertshausen, die angrenzenden Ländereien sowie die Burg auf die Herren von Eppstein über, die aus den Hagenhausenern hervorgegangen sind. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer mehrmals. Ab 1664 war Obertshausen und die Burg in Besitz der Grafen von Schönborn und ab 1806 der Fürsten von Isenburg-Birstein. 1816 wurde das Großherzogtum Hessen Besitzer von Dorf und Burg.

1664 verkaufte Erzbischof Johann Philipp von Mainz seinem Bruder Philipp Erwein von Schönborn die Dörfer Hausen und Obertshausen für 9.000 Gulden. Die Fürsten von Isenburg-Birstein erhielten 1806 die Landeshoheit über das draus gebildete Schönbornsche Amt Heusenstamm. Mit der Auflösung des Rheinbundes kam das Fürstentum südlich des Mains zum Großherzogtum Hessen. Nach der Aufteilung der Biebermark 1819 wurden Anteile des Markbesitzes Obertshausen als Gemeindewald zugewiesen. Innerhalb des Großherzogtums gehörte Obertshausen bis 1821 zur Patrimonialherrschaft der Grafen von Schönborn und anschließend zu folgenden Verwaltungseinheiten des Großherzogtums:

1896 wurde die Rodgaubahn Offenbach-Reinheim mit dem Bahnhof Obertshausen eröffnet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 die bis dahin selbständigen Gemeinden Obertshausen und Hausen per Gesetz zusammengelegt.[4] Die Gemeinde hieß zunächst Hausen. Am 1. Januar 1978 folgte die Umbenennung zu Obertshausen.[5] Beide Stadtteile sind räumlich durch die Bundesstraße 448 voneinander getrennt. Ortsbezirke wurden in Obertshausen nicht gebildet. Am 29. September 1979 erhielt Obertshausen durch die Hessische Landesregierung die Stadtrechte.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Obertshausen von 1829 bis 2017
  • 1576: 00.27 Familien
  • 1829: 0.479 Einwohner
  • 1834: 0.554 Einwohner[6]
  • 1840: 0.637 Einwohner
  • 1846: 0.664 Einwohner
  • 1852: 0.799 Einwohner
  • 1858: 0.688 Einwohner
  • 1864: 0.802 Einwohner
  • 1871: 0.857 Einwohner
  • 1885: 01.067 Einwohner
  • 1895: 01.295 Einwohner
  • 1905: 01.634 Einwohner
  • 1910: 01.852 Einwohner
  • 1925: 02.091 Einwohner
  • 1939: 02.444 Einwohner
  • 1946: 03.174 Einwohner
  • 1950: 03.415 Einwohner
  • 1956: 04.182 Einwohner
  • 1961: 05.481 Einwohner
  • 1970: 09.096 Einwohner
  • 1998: 24.522 Einwohner
  • 2000: 24.658 Einwohner
  • 2002: 24.521 Einwohner
  • 2004: 24.532 Einwohner
  • 2007: 25.317 Einwohner
  • 2011: 25.207 Einwohner
  • 2012: 24.956 Einwohner
  • 2013: 24.966 Einwohner
  • 2014: 25.087 Einwohner
  • 2015: 24.786 Einwohner
  • 2016: 24.573 Einwohner
  • 2017: 25.023 Einwohner

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
     
Insgesamt 37 Sitze
Wahlvorschläge CDU SPD Bürger[10] GRÜNE FDP Sitzverteilung
2016 Stimmanteila 39,9 21,4 20,1 11,6 7,1
 
Sitze (von 37) 15 8 7 4 3
2011 Stimmanteila 43,1 22,2 13,6 17,8 3,4
 
Sitze (von 37) 16 8 5 7 1
2006 Stimmanteila 49,9 19,3 9,9 10,3 10,6
 
Sitze (von 37) 18 7 4 4 4
2001 Stimmanteila 51,8 25,6 6,3 9,9 6,3
 
Sitze (von 37) 19 10 2 4 2
1997 Stimmanteila 45,5 32,5 14,8 7,3
 
Sitze (von 37) 17 12 5 3
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen

Es wurden die 37 Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021 gewählt. Von 18.635 Wahlberechtigten gingen 8.058 zur Wahl. Somit fiel die Wahlbeteiligung von 43,7 % im Jahr 2011 auf 43,2 % im Jahr 2016 leicht ab.

BürgermeisterBearbeiten

 
Rathaus Obertshausen

Die Bürgermeisterwahl vom 2. Juni 2002 endete mit folgendem Ergebnis:

  • Bernd Roth (CDU): 53,0 Prozent
  • Mechthild Schmitt (SPD): 20,4 Prozent
  • Renate Schuhmacher (Bündnis 90/Die Grünen): 11,4 Prozent
  • Thomas Zeiger (FDP): 15,2 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag hier bei 49,13 Prozent.

Die Bürgermeisterwahl vom 2. März 2008 bestätigte Bernd Roth im Amt. Bei einer Wahlbeteiligung von 44,88 Prozent haben sich die Stimmen folgend aufgeteilt:

  • Bernd Roth (CDU): 63,70 Prozent
  • Werner Friedrich (SPD): 22,79 Prozent
  • Manfred Christoph (Bürger für Obertshausen): 13,51 Prozent

Die Bürgermeisterwahl vom 9. März 2014, zu der der bisherige Bürgermeister Bernd Roth (CDU) nicht mehr antrat, endete bei einer Wahlbeteiligung von 43,10 Prozent mit folgendem Ergebnis: [11]

  • Roger Winter (unabhängiger Kandidat): 50,60 Prozent
  • Hubert Gerhards (CDU): 49,40 Prozent

Wappen und FlaggeBearbeiten

AktuellBearbeiten

Die Stadt Obertshausen führt mit Genehmigung des Hessischen Ministers des Innern vom 29. September 1979 das nachstehend beschriebene Wappen und die nachstehend beschriebene Flagge:[12][13]

Blasonierung: „In durch drei Spitzen geteiltem Schild oben in Rot ein schreitender goldener Löwe, unten in Silber ein aufgerichteter grüner, zweiblättriger Eichenzweig mit einer Eichel.“

Flaggenbeschreibung: „Auf weißer Mittelbahn, begleitet von zwei roten Seitenstreifen, in der oberen Hälfte aufgelegt das Stadtwappen.“

1952Bearbeiten

Wappen der Gemeinde Obertshausen 1952:

Blasonierung: „In Rot eine silberne Turmburg unter drei gestürzten silbernen Spitzen.“[14]
Wappenbegründung: Dieses der damaligen Gemeinde Obertshausen am 20. Juni 1952 amtlich verliehene[15] Wappen erklärt sich daraus, dass das Mainzer Erzstift hier schon im 12. Jahrhundert eine Burg besaß und dann den Ort 1664 an die Herren von Schönborn verkaufte, aus deren Wappen die drei Spitzen stammen.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

 
Herz-Jesu-Kirche
 
Kirche St. Thomas Morus
 
Waldkirche
mit in seit
  Sainte-Geneviève-des-Bois Frankreich  Frankreich 1971
  Laakirchen Osterreich  Österreich 1972
  Meiningen Deutschland  Deutschland Freundschaft 1990, Partnerschaft 2007

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Heimatmuseum im Karl-Mayer-Haus mit ständigen und wechselnden Ausstellungen zur Ortsgeschichte.

VeranstaltungenBearbeiten

  • Im Frühjahr/Sommer finden verschiedene Feste statt. Dazu gehören insbesondere das Europafest des Kreises Offenbach, das Weinfest, die Pfarrfeste der örtlichen Gemeinden, das Kerbwochenende sowie der Tag der offenen Tür des Zusammenschlusses der freundlichen Fachgeschäfte.
  • Im Bürgerhaus Hausen finden vor allem in den Wintermonaten regelmäßig Theateraufführungen und Kleinkunstveranstaltungen statt.
  • Seit 1982 findet sechs Mal im Jahr der älteste Amateur-Hallen-Flohmarkt jeweils in den Wintermonaten statt.[16]
  • Im Sitzungssaal des Rathauses Beethovenstraße werden außerhalb der Sommerferien im 14-täglichen Rhythmus ältere Filme für Kinder und Jugendliche vorgeführt.
  • Im November gibt es einen St.-Martins-Markt.
  • Im Dezember findet an einem Wochenende ein kleiner Weihnachtsmarkt um die evangelische Waldkirche mit Musikveranstaltungen in der Kirche statt.
  • Mit dem Bürgerhaus Hausen und der Mehrzweckhalle Obertshausen stehen Räume für größere Veranstaltungen und Musikkonzerte zur Verfügung.

BauwerkeBearbeiten

  • Der Hausener Marktplatz mit seinem Kunstwerk aus drei Händen, welche die Wappen der beiden Partnerstädte und das der Stadt Obertshausen tragen.
  • Überreste der Burg im Hain
  • kath. Kirche Herz Jesu in Obertshausen, Bahnhofstraße
  • kath. St.-Josef-Kirche in Hausen, Seligenstädter Straße
  • kath. St.-Pius-Kirche in Hausen, Gumbertseestraße
  • kath. Kirche St. Thomas Morus in Obertshausen, Berliner Straße, seit 2014 Wallfahrtskirche mit einer Blutreliquie von dem heiligen Papst Johannes Paul II.[17]
  • ev. Waldkirche in Obertshausen, Schönbornstraße
  • kleine Kapelle in Obertshausen, Heusenstammer Straße

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

  • Waldpark Sainte Geneviève des Bois in Hausen mit Kinderspielplatz.
  • Freizeitpark Beethovenpark in Obertshausen mit Erlebnisspielplatz und gegenüberliegendem Eiscafé und Kiosk
  • Minigolfanlage am Bürgerhaus Hausen

SportBearbeiten

 
Monte-mare-Erlebnisbad Obertshausen

Das monte mare ist eines der größten Freizeitbäder in Hessen. Der Sauna- und Wellnessbereich wurde von Mitte 2013 bis Oktober 2014 aufwändig saniert und neu gestaltet. Ursprünglich firmierte das Bad unter dem Namen „Atlantis“ und wurde nach der Insolvenz des Betreibers 2005 Teil der deutschlandweit tätigen monte mare Unternehmensgruppe.

Weiterhin besteht das Sportzentrum am Waldschwimmbad. Dieses unter städtischer Leitung stehende Freibad wurde im Jahr 2010 abgerissen – Gründe dafür seitens der Stadt waren Baufälligkeit und Unterhaltungskosten.

Die Stadt Obertshausen verfügt über zahlreiche Sport- und Freizeitvereine sowie mehrere Fitneßstudios. Insbesondere im Bereich Fußball, Tennis, Turnen und Kindersport gibt es ein sehr breites Angebot in gleich mehreren Vereinen.

VereineBearbeiten

Obertshausen hat 124 eingetragene Vereine.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Bahnhof

WirtschaftBearbeiten

Obertshausen galt lange Zeit zusammen mit Offenbach am Main als überregionales Zentrum für die Herstellung von Lederwaren. Noch heute gibt es Manufakturen für Lederwaren, die ihre Produkte in die ganze Welt exportieren, wobei die Firma Picard mit Sitz in Hausen am bekanntesten ist. Nach dem Niedergang der Lederwarenindustrie dominiert heute der Maschinenbau. Viele Einwohner finden auch im nahe gelegenen Frankfurt am Main Beschäftigung. Die Kaufkraft lag in Obertshausen 2003 bei 19.315 Euro/Einwohner. Das entspricht einer Quote von 116,3 Prozent im Bundesdurchschnitt.

Im Juni 2016 nahm DHL in Obertshausen ein Paketzentrum in Betrieb. 600 Mitarbeiter können darin bis zu 50.000 Sendungen pro Stunde abfertigen.[18][19][20][21]

UnternehmenBearbeiten

MedienBearbeiten

  • Offenbach-Post: Das Verlagshaus hat seinen Sitz in Offenbach am Main und berichtet regelmäßig im Regionalteil über Obertshausen.
  • Heimatbote: Regionale Zeitung für Obertshausen, berichtet von Ereignissen in Obertshausen (zwischenzeitlich unter dem Dach der Offenbach-Post)
  • Dreieich-Spiegel
  • Dreieich-Zeitung

NahversorgungBearbeiten

Obertshausen verfügt über eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten im Bereich des täglichen Lebensbedarfs. Neben zahlreichen Supermärkten finden sich auch Fachgeschäfte.

In Obertshausen sind eine Vielzahl von Arztpraxen verschiedener Fachrichtungen, Apotheken und sonstige Einrichtungen im Gesundheitsbereich ansässig.

BildungBearbeiten

GrundschulenBearbeiten

  • Friedrich-Fröbel-Schule, Ortsteil Hausen, Brückenstraße 35 (Seit dem Schuljahr 2009/10 werden die Schüler in den Räumen der Waldschule unterrichtet.)
  • Waldschule, Ortsteil Hausen, Brückenstraße 35 mit angeschlossenem Freizeitpädagogischen Zentrum
  • Joseph-von-Eichendorff-Schule, Ortsteil Obertshausen, Schulstr. 1
  • Sonnentauschule, Ortsteil Obertshausen, Rembrücker Weg 15

Weiterführende SchulenBearbeiten

  • Georg-Kerschensteiner-Schule, Georg-Kerschensteiner-Straße 2
  • Hermann-Hesse-Schule, Im Hasenwinkel 6

KindergärtenBearbeiten

Im Stadtteil Hausen sind drei kommunale und ein katholischer Kindergarten vorhanden. Obertshausen besitzt drei kommunale und zwei kirchliche Kindergärten. Außerdem gibt es in der Stadt den ersten Waldkindergarten des Landkreises Offenbach.

VerkehrBearbeiten

Die Rodgaubahn führt durch Obertshausen. Die Stadt ist seit Ende 2003 mit der Linie S1 an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen.

Direkt an der Bundesautobahn 3 gelegen, ist der Flughafen Frankfurt mit dem Frankfurter Kreuz ebenso wie der Flugplatz Egelsbach in kurzer Zeit zu erreichen. Obertshausen profitiert von der Nähe des Wirtschaftsstandortes Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet sowie der sehr guten Verkehrsanbindung.

Innerhalb der Stadt verkehren mehrere Buslinien, unter anderem die Offenbacher Buslinie 120, die Obertshausen mit dem Ortsteil Hausen, Mühlheim und Offenbach verbindet.

NaturschutzBearbeiten

 
NSG Gräbenwäldches Feld

Das Naturschutzgebiet Gräbenwäldchesfeld von Hausen (NSG-Kennung 1438017) umfasst einen rund 5,4 Hektar großen Wiesenbestand, der sich im Stadtgebiet von Obertshausen befindet. Das Gebiet wurde am 26. Mai 1986 von der Oberen Naturschutzbehörde einstweilig sichergestellt. Es setzt sich aus artenreichen Feuchtwiesen mit zwei Amphibienteichen, Großseggenrieden und Röhricht zusammen.

Dieser Naturraum beherbergt seltene Pflanzen- und Tierarten, insbesondere Orchideen wie das Breitblättrige und Gefleckte Knabenkraut. Die endgültige Ausweisung als Naturschutzgebiet „Gräbenwäldchesfeld von Hausen“ erfolgte am 10. Dezember 1990. Zweck der Unterschutzstellung ist es, die artenreichen Feuchtwiesen, die Röhrichte und Groß-Seggenriede mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu sichern.[22]

 
NSG Hochbruch von Hausen

Das Naturschutzgebiet Hochbruch von Hausen (NSG-Kennung 1438003) befindet sich überwiegend im Stadtgebiet von Obertshausen im Landkreis Offenbach und zu einem geringeren Teil im Gebiet von Hanau im Main-Kinzig-Kreis in Hessen. Es umfasst einen rund 112 Hektar großen, weitgehend bewaldeten Bereich östlich des Obertshausener Stadtteils Hausen. Im Nordosten des Naturschutzgebiets grenzt der Hanauer Wildpark Alte Fasanerie an. Das Gebiet erstreckt sich in einer leichten Senke auf der höchstgelegenen linksmainischen Terrasse des nördlichen Maintales. Der Boden ist größtenteils aus von alluvialen Sanden beschaffen und von Lettschichten (Tonlinsen) durchsetzt oder unterlagert. Ablagerungen von Torfen lassen sich in Mulden und Senken antreffen.

Der Wiesenanteil beträgt etwa 10 % der Gesamtfläche des Hochbruchs, der Rest besteht aus Wald (vorwiegend Kiefern-, aber auch Schwarzerlenwälder). Ein Fünftel der gesamten Waldflächen ist Grenzwirtschaftswald. Zweck der NSG-Ausweisung ist der Schutz des Gebietes mit seinen seltenen Pflanzenarten vor Eingriffen.[23]

 
NSG Hengster

Das Naturschutzgebiet Hengster (NSG-Kennung 1438002) umfasst einen rund acht Hektar großen Waldbestand, der sich überwiegend im Stadtgebiet von Rodgau und zu einem kleinen Teil im Gebiet von Obertshausen befindet. Es gilt als eines der ältesten Naturschutzgebiete Hessens bzw. Deutschlands. Der Hengster ist ein ehemaliges Moorgebiet, das Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund seiner bemerkenswerten Flora überregional bekannt war.[24] Bereits 1821 wurde das Areal als „botanisches Schatzkästlein“ entdeckt. Es zog Forscher aus der ganzen Welt an, die eine Moorlandschaft vorfanden, welche bis ins sogenannte Kreuzloch reichte. Wasserdurchlässige Flug- und Dünensande sorgten für einen nährstoffarmen Boden. Eine Reihe von Hochmoorpflanzen war zu finden, darunter zahlreiche Seltenheiten, u. a. Orchideen. Noch bis 1995 konnte der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, im Gebiet nachgewiesen werden. Ferner gediehen viele weitere, heute ausgestorbene oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Um 1930 wurden für die Landwirtschaft mehrere Gräben gezogen und das Areal entwässert. Mittlerweile, Anfang des 21. Jahrhunderts, ist der Hengster in weiten Teilen ein trockener Bruchwald mit Erlen und Birken, dem vor allem historische Bedeutung zukommt.

Im Heimatmuseum Obertshausen ist dem Gebiet eine Dauerausstellung gewidmet. Die Geschichte des Hengsters von 1884 bis 1969 wurde in zwei Büchern dokumentiert.[24][25]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Ehrenbürger der Stadt Obertshausen:[26]

  • Hildegard Bühl, langjährige Kommunalpolitikerin
  • Peter Döbert (* 1907; † 1994), langjähriger Kommunalpolitiker
  • Robert Flügel (* 1909; † 1990), von 1954 bis 1972 Bürgermeister der Gemeinde Obertshausen
  • Kurt Formhals (* 1914; † 2009), langjähriger Kommunalpolitiker, Vereinsvorsitzender und Leiter der Georg-Kerschensteiner-Schule
  • Heide Heß (* 1940), langjährige Kommunalpolitikerin[27]
  • Johann Karl Kämmerer (* 1870; † 1957), von 1906 bis 1933 Bürgermeister der Gemeinde Obertshausen
  • Valentin Mahr (* 1908; † 1972), von 1951 bis 1971 erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hausen
  • Karl Mayer (* 1909; † 1995), Gründer der Wirkmaschinenfabrik Karl Mayer GmbH.
  • Ulrich Mayer, langjähriger Kommunalpolitiker
  • Robert Pappert (* 1930; † 2010), Komponist
  • Josef Pieroth (* 1885; † 1957), langjähriger Kommunalpolitiker und erster Ehrenbürger der Gemeinde Obertshausen
  • Robert Roth (* 1929; † 2015), von 1972 bis 1976 Bürgermeister der Gemeinde Obertshausen und von 1976 bis 1992 erster Bürgermeister der Stadt Obertshausen
  • Pfarrer Peter Valentin Schwahn (* 1889; † 1964), erster Pfarrer und Ehrenbürger der Gemeinde Hausen
  • Marie Friederike Vetter (* 1904; † 1995), Unternehmerin
  • Leonhard Wilhelm (* 1883; † 1960), langjähriger Kommunalpolitiker
  • Jakob Wolf (* 1899; † 1982), Mitbegründer der ehemaligen Ymos AG

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sindBearbeiten

  • Peter Wichtel (* 5. Januar 1949), Mitglied des deutschen Bundestages

LiteraturBearbeiten

  • Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains. (= Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde. 29). 1966, S. 141.
  • Peter Engels: Das Seligenstädter Zinsregister und die Ersterwähnung des Darmstädter Stadtteils Arheilgen. In: Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde. Bd. N.F. 60, 2002, S. 371–386 (382).
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 410.
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. Historische Kommission für den Volksstaat Hessen, Darmstadt 1937, S. 541f.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehemaligen Großherzogtums und Volksstaats Hessen. Mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform. (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 2). Darmstadt 1976, S. 161.
  • Georg Schäfer: Kreis Erbach. (= Kunstdenkmäler im Großherzogthum Hessen. A: Provinz Starkenburg.) Bd. 1. Darmstadt 1891, S. 127ff.
  • Dagmar Söder: Kreis Offenbach (= Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Hessen.) Braunschweig 1987, S. 235–242.
  • Literatur über Obertshausen in der Hessischen Bibliographie
  • Publikationen über Obertshausen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Obertshausen, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 14. Juli 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 3. November 2014.
  3. Richard Wille: Hanau im Dreißigjährigen Krieg. Hanau 1886, S. 91, 593 f.
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 316–318, § 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  5. Umbenennung der Gemeinde Hausen 1978@1@2Vorlage:Toter Link/www.kreis-offenbach.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kreis Offenbach (1. Januar 1978)
  6. Hessisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen 1. (= Die Bevölkerung der Gemeinden 1834–1967.). Wiesbaden 1968.
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997
  10. Bürger für Obertshausen e.V.
  11. Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses vom 11. März 2014 (Memento des Originals vom 18. März 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/obertshausen.de
  12. Der Magistrat der Stadt Obertshausen: Satzung zum Schutze des Wappens der Stadt Obertshausen. 9. Juli 1980 (Online [PDF]).
  13. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Stadt Obertshausen, Landkreis Offenbach vom 29. September 1979. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1979 Nr. 42, S. 2012, Punkt 1158 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,7 MB]).
  14. Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 133.
  15. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Obertshausen im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 20. Juni 1952. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1952 Nr. 27, S. 508, Punkt 659 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,8 MB]).
  16. myheimat.de, abgerufen am 30. Mai 2013
  17. Blutreliquie „Johannes Paul ist da!“. In: op-online.de. 30. Juli 2014.
  18. Bundesweit größtes Paketzentrum entsteht in Hessen. In: Echo Online. 18. Juni 2013.
  19. Annette Schlegl: Das größte Paketzentrum der DHL. In: fr-online.de. 19. Februar 2015, abgerufen am 5. Juni 2015.
  20. Martin Gropp: Von Südhessen aus in die ganze Welt. In: FAZ. 16. Juni 2016, Seite 26.
  21. Über Sorter und Wendelrutschen zum Empfänger. In: FAZ. 16. Juni 2016, Seite 48.
  22. NSG Gräbenwäldchesfeld von Hausen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kreis-offenbach.de. Archiviert vom Original am 18. Mai 2016; abgerufen am 13. März 2019.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis-offenbach.de
  23. Naturschutzgebiete. In: kreis-offenbach.de. Abgerufen am 20. September 2018.
  24. a b Botanik. In: nabu-obertshausen.de. Abgerufen am 13. September 2019.
  25. vgl. Offenbach Post: Hengster war mal Moorland. Abgerufen am 23. September 2018.
  26. Ehrenbürger der Stadt Obertshausen. In: obertshausen.de, abgerufen am 15. September 2018.
  27. Pressemitteilungen: Mit Herz und Engagement für das Gemeinwohl. In: obertshausen.de, abgerufen am 15. September 2018.