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Lämmerspiel

Stadtteil von Mühlheim im Landkreis Offenbach

Lämmerspiel ist ein Stadtteil von Mühlheim am Main im südhessischen Landkreis Offenbach.

Lämmerspiel
Wappen von Lämmerspiel
Koordinaten: 50° 5′ 50″ N, 8° 51′ 20″ O
Höhe: 108 m ü. NHN
Fläche: 3,77 km²[1]
Einwohner: 3379 (1970)[1]
Bevölkerungsdichte: 896 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 63165
Vorwahl: 06108
katholische Kirche St. Lucia

Geographische LageBearbeiten

Der Stadtteil liegt an der Rodau südlich von Mühlheim und ist von Wäldern umgeben. Benachbart sind der Obertshausener Stadtteil Hausen und Obertshausen selbst, der Offenbacher Stadtteil Bieber, die heutige Mutterstadt Mühlheim, der Mühlheimer Stadtteil Dietesheim sowie der Hanauer Stadtteil Steinheim.

NameBearbeiten

Der Name „Lämmerspiel“ hat nichts mit „Lämmern“ zu tun, denn bereits im 11. Jahrhundert wird der Ort als Limares villa bezeichnet. Liumar oder Liemar waren Personennamen. Andere überlieferte Ortsnamen sind: „Limmersbugil“ (1339), „Limesbuer“ (1290) und „Lymnisbohel“ (1371). Eine andere Interpretation des Namens „Lämmerspiel“ ist „Limar Bühl“, was Lehm-Hügel heißt. Eindeutig ist das Vorkommen des schweren Lehmbodens in Lämmerspiel. Historische Häuser haben hier aus diesem Grund keinen Keller. Neubauten werden in Wannen gesetzt, so dass das Wasser die Kellerwand nicht eindrücken kann, da es nicht versickert.

GeschichteBearbeiten

MittelalterBearbeiten

Im Mittelalter gehörte Lämmerspiel der Biebermark an. Die umliegenden Wälder gehörten zu dem Wildbann Dreieich. Im 12. Jahrhundert erwarb das Kloster Fulda Besitz in Lämmerspiel.

Lämmerspiel lag im Amt Steinheim, das zunächst den Herren von Eppstein gehörte und ab 1371 als Pfand je zur Hälfte den Grafen von Katzenelnbogen und den Herren von Hanau. 1393 gelangte das Pfand insgesamt an die Herren von Kronberg. 1425 verkaufte Gottfried von Eppstein das Amt Steinheim an das Kurfürstentum Mainz.

NeuzeitBearbeiten

In den Jahren 1631–1634, während des Dreißigjährigen Kriegs, beschlagnahmte König Gustav II. Adolf das Amt als Kriegsbeute und stattete die nachgeborenen Hanauer Grafen Heinrich Ludwig von Hanau-Münzenberg (1609–1632) und Jakob Johann von Hanau-Münzenberg (1612–1636), die mit ihm verbündet waren, damit aus.[2] Da beide Grafen schon bald starben und der Westfälische Friede auf das Normaljahr 1624 abstellte, kam Lämmerspiel wieder an Kurmainz, wo es bis 1803 verblieb, als es im Zuge der Säkularisation an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, das spätere Großherzogtum Hessen fiel.

1819 erhielt der Ort einen Anteil des Markgebietes, der nun Gemeindewald wurde.

Am 1. Januar 1977 wurde Lämmerspiel im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Mühlheim durch Landesgesetz eingemeindet.[3][4]

FlaggeBearbeiten

Die Flagge wurde am 15. Juli 1969 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„Auf verbreitertem weißem Mittelstreifen, eingefasst in Rot, aufgelegt das Gemeindewappen.“[5]

ReligionBearbeiten

Da Lämmerspiel in der Zeit der Reformation zum Kurfürstentum Mainz gehörte, blieb es römisch-katholisch. Die Pfarrei St. Lucia gehört als Teil des Dekanates Rodgau zum Bistum Mainz.[6] In Lämmerspiel gibt es ein Gemeindehaus der evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde.

SchulenBearbeiten

  • Brüder-Grimm-Schule

Sport- und VereineBearbeiten

  • TSV Lämmerspiel
  • TG Lämmerspiel
  • LCV Lämmerspieler Carneval-Verein e.v 1952
  • Freiwillige Feuerwehr e.V. 1903
  • Hobbyfußballclub Alkohol Lämmerspiel 1979

LiteraturBearbeiten

  • Horst Baier/Günter Schmitt: Lämmerspiel... einmalig, Geschichtsverein Mühlheim, Mühlheim am Main 2014[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Lämmerspiel, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juni 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Richard Wille: Hanau im Dreißigjährigen Krieg. Hanau 1886, S. 91, 593f.
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 316–318, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375.
  5. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1969 Amtsblatt Nr. 31 Seite 1310 (Memento des Originals vom 1. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/starweb.hessen.de
  6. St. Lucia Lämmerspiel
  7. Von der Altsteinzeit bis zur Eingemeindung in FAZ vom 4. Februar 2014, Seite 43