Hauptmenü öffnen
Hessen im Jahr 1930

Der Kreis Offenbach war bis 1. November 1938 ein Landkreis in der Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen bzw. im Volksstaat Hessen. Aus ihm gingen der Stadt- und der Landkreis Offenbach hervor.[1] Offenbach schied 1938 als kreisfreie Stadt aus dem Kreis aus, blieb aber Verwaltungssitz.

Einordnung des Kreises in das Großherzogtum HessenBearbeiten

Zusammen mit den Kreisen Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau und Heppenheim, sowie zeitweise mit den Kreisen Lindenfels, Neustadt und Wimpfen, bildete der Kreis Offenbach die Provinz Starkenburg, die wiederum zusammen mit den Provinzen Oberhessen und Rheinhessen das Großherzogtum Hessen darstellten.

GeschichteBearbeiten

Nach der Verkündigung der Verfassung des Großherzogtums Hessen am 17. Dezember 1820 folgte am 14. Juli 1821 eine umfassende Verwaltungsreform. Statt der Ämter wurden nun Landratsbezirke eingesetzt. Diese waren die Vorläufer der Kreise.
Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung wurde der Kreis Offenbach aus den Landratsbezirken Offenbach und Seligenstadt sowie einem Teil des Landratsbezirks Langen gebildet.[2]
Am 31. Juli 1848 wurden der Kreis Offenbach dann in den Regierungsbezirk Darmstadt eingegliedert, einige Gemeinden kamen in den Regierungsbezirk Dieburg. Diese Verwaltungsreform dauerte jedoch nur knapp vier Jahre, denn am 12. Mai 1852 wurde die Zusammenlegung aufgehoben und wieder Kreise geschaffen. Dabei entstand ein neu abgegrenzter Kreis Offenbach aus Teilen der Landgerichtsbezirke Langen, Offenbach und Seligenstadt.[3][4]

Durch den Friedensvertrag vom 3. September 1866 zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen kam die Gemeinde Rumpenheim aus dem Kreis Hanau zum Kreis Offenbach.

Am 1. Juli 1874 wurde dem Kreis Offenbach im Rahmen einer hessischen Kreisreform die Gemeinde Steinbach aus dem aufgelösten Kreis Vilbel zugeschlagen.[5] Sie bildete fortan eine im Taunus gelegene Exklave des Kreises. Die bei der Kreisreform von 1874 geschaffene Gliederung der Provinz Starkenburg in die sieben Kreise Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim und Offenbach hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand.

Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen wurde am 1. November 1938 in Hessen eine Gebietsreform durchgeführt, in deren Rahmen die Stadt Offenbach als Stadtkreis verselbständigt wurde. Der restliche Teil des Kreises besteht seitdem als Landkreis Offenbach fort.

Kreisräte (Landräte)Bearbeiten

EinwohnerzahlenBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Offenbach:[4][6]

Datum Einwohnerzahl
1852 43.282
1900 120.813
1910 161.569
1925 175.480
1933 185.038

GemeindenBearbeiten

Dem Kreis Offenbach gehörten bis zum 1. November 1938 die folgenden Gemeinden an:[6][7]

Gemeinde Anmerkung
Bieber Am 1. April 1938 in die Stadt Offenbach eingemeindet
Buchschlag Am 15. April 1913 neugebildet
Bürgel Am 1. April 1908 in die Stadt Offenbach eingemeindet
Dietesheim
Dietzenbach
Dreieichenhain
Dudenhofen
Egelsbach
Froschhausen
Götzenhain
Groß-Steinheim, Stadt Am 1. April 1938 mit Klein-Steinheim zur Stadt Steinheim am Main zusammengeschlossen
Hainhausen
Hainstadt
Hausen
Heusenstamm
Jügesheim
Klein-Auheim
Klein-Krotzenburg
Klein-Steinheim Am 1. April 1938 mit Groß-Steinheim zur Stadt Steinheim am Main zusammengeschlossen
Klein-Welzheim
Lämmerspiel
Langen, Stadt
Mainflingen
Mühlheim
Neu-Isenburg, Stadt
Obertshausen
Offenbach, Stadt
Offenthal
Rembrücken
Rumpenheim Seit 1866 im Kreis Offenbach, vorher im Kreis Hanau
Seligenstadt, Stadt
Sprendlingen
Steinbach Seit dem 1. Juli 1874 im Kreis Offenbach, vorher im Kreis Vilbel
Steinheim am Main, Stadt Am 1. April 1938 neu gebildet
Weiskirchen
Zellhausen
Zeppelinheim Am 1. Januar 1938 neugebildet

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Land Hessen 1938 Verwaltungsstruktur
  2. Großherzoglich-Hessisches Regierungsblatt 1832, S. 561
  3. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 30, 1852 (reader.digitale-sammlungen.de).
  4. a b Philipp A. F. Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. 1854, abgerufen am 2. März 2016.
  5. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. Nr. 28. Darmstadt 12. Juni 1874, S. 247 (digital.staatsbibliothek-berlin.de).
  6. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Offenbach. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910: Kreis Offenbach. Abgerufen am 2. März 2016.