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Offenthal

Stadtteil von Dreieich im Landkreis Offenbach

Offenthal ist ein Stadtteil von Dreieich im südhessischen Landkreis Offenbach.

Offenthal
Stadt Dreieich
Wappen der früheren Gemeinde Offenthal
Koordinaten: 49° 58′ 45″ N, 8° 44′ 42″ O
Höhe: 179 m ü. NHN
Fläche: 10,36 km² [LAGIS]
Einwohner: 5206 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 503 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 63303
Vorwahl: 06074
Evangelische Kirche
Evangelische Kirche

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Offenthal ist der südöstlichste Stadtteil von Dreieich. Während sich die anderen Stadtteile entlang des Hengstbachs nahtlos aneinanderreihen, ist Offenthal rund 1000 Meter vom nächstgelegenen Stadtteil Götzenhain entfernt. Durch Offenthal geht der Fritzenwiesengraben,[2] der nach Südwesten zum Hegbach, auch Rutschbach genannt, entwässert. Der Ortskern von Offenthal hat sich an einem Übergang über den Fritzenwiesengraben südlich desselben entwickelt.

Die beiden höchsten Punkte des Stadtgebietes von Dreieich liegen in der Gemarkung Offenthal. Im Westen steigt der Koberstädter Wald bis auf 195,3 Meter und im Osten an der Grenze zu Dietzenbach oberhalb des Campingplatzes erreicht die Gemarkung am Westhang der Bulau 203 Meter.

Offenthal grenzt im Norden und Nordwesten an die Gemarkungen Götzenhain und Dreieichenhain, im Westen an die Stadt Langen, im Süden an die Gemeinde Messel und im Osten an die Gemarkung Urberach der Stadt Rödermark sowie an die Kreisstadt Dietzenbach.

Die Gemarkungsfläche bemisst sich auf 1036 Hektar, davon sind 511 Hektar bewaldet (Stand: 1961). Der größte Teil der Waldungen liegt im Westen und im Südosten, im Koberstädter Wald sowie um den Gleisner Kopf und den Rosengarten.

GeschichteBearbeiten

In der Grenzbeschreibung der Langener Mark wurde Offenthal als Ovemdan wahrscheinlich erstmals erwähnt. Diese Urkunde lässt sich allerdings nicht genau datieren, sondern fällt in einen möglichen Zeitraum von 834 bis 840. Die erste sicher datierbare urkundliche Erwähnung Offenthals stammt aus dem Jahr 837, weshalb man auch 1987 das 1150-jährige Bestehen des Ortes feierte.[3] Offenthal ist damit nach Sprendlingen die älteste Siedlung im heutigen Dreieich. Die Grafen von Isenburg besaßen ab 1489 Offenthal. Als bedeutendes Baudenkmal ist die gotische Kirche von Offenthal erhalten geblieben. Sie wurde um 1400 gestiftet und gehört somit zu den ältesten Kirchen im Landkreis Offenbach. Nach Einführung der Reformation 1528 wurde die Pfarrei lutherisch, ab 1596 wurde versucht, den Calvinismus einzuführen. 1816 wurde Offenthal hessisch.

Anfang der neunziger Jahre sind die beiden Neubaugebiete Borngarten und Tannenstumpf entstanden. 10 Jahre später wurde der Bau des Neubaugebietes „Auf den Lippsäckern“ begonnen. Die ländliche Ruhe einerseits und die Nähe zur Stadt Frankfurt am Main andererseits ließen Offenthal stark wachsen. Offenthal wurde dieses Jahr zum 11. Mal hintereinander zum schönsten Stadtteil Dreieichs gewählt.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach die Städte Dreieichenhain und Sprendlingen und die Gemeinden Buchschlag, Götzenhain und Offenthal zu einer Stadt mit dem Namen Dreieich zusammengeschlossen.[4][5] Ortsbezirke für die Stadtteile wurden nicht eingerichtet.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[6]

• 1961: 1478 evangelische (= 75,45 %), 417 katholische (= 21,29 %) Einwohner
Offenthal: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2014
Jahr  Einwohner
1834
  
441
1840
  
483
1846
  
519
1852
  
534
1858
  
504
1864
  
505
1871
  
576
1875
  
578
1885
  
637
1895
  
686
1905
  
768
1910
  
805
1925
  
901
1939
  
1.003
1946
  
1.277
1950
  
1.432
1956
  
1.561
1961
  
1.959
1967
  
2.201
1970
  
2.417
1977
  
3.020
2012
  
5.151
2014
  
5.177
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [6]; Stadt Dreieich

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Schild gespalten; vorn: im roten Feld ein silberner Meißel, überdeckt von einem silbernen Winkeleisen; hinten: im silbernen Feld ein grüner Eichenzweig mit drei goldenen Eicheln.“[7]

Das Wappen wurde am 28. April 1955 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die evangelische Kirche in Offenthal besticht durch ihren Wehrcharakter.

Offenthal liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und an der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute.

Offenthal bietet eine große Vielfalt an verschiedenen Vereinen. Die großen Vereine sind die SUSGO Offenthal, der FC Offenthal, der Musikverein 1919 Offenthal, der TTC Offenthal und die Freiwillige Feuerwehr (542 Mitglieder, Stand 31. Dezember 2009).

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Ein kleines Gewerbegebiet liegt am östlichen Ortsrand zwischen Bahnhof und Bahnhofstraße rund um die Behringstraße und die Wernher-v.-Braun-Straße. In dem Flurdistrikt Buchenbusch im Nordosten der Gemarkung liegt der einzige Campingplatz im Stadtgebiet Dreieich.

In Offenthal gibt es die Wingert-Schule als Grundschule.

Die Stadtbücherei Dreieich unterhält eine Zweigstelle im Stadtteil Offenthal.

VerkehrBearbeiten

Öffentlicher NahverkehrBearbeiten

Offenthal ist mit dem Bahnhof Offenthal der Dreieichbahn, die von Dieburg über Rödermark-Ober-Roden zum Bahnhof Dreieich-Buchschlag führt, an das Schienennetz des Rhein-Main-Verkehrsverbundes angeschlossen. Am Bahnhof in Buchschlag besteht Anschluss an die S-Bahn-Linien S 3 und S 4. Von Montag bis Freitag verkehren die Züge stündlich durchgehend bis Frankfurt (Main) Hbf.

Zudem verbinden einige Buslinien Offenthal mit den anderen Stadtteilen und der Region.

StraßenverkehrBearbeiten

Durch Offenthal verläuft Bundesstraße 486 von Langen im Westen über Urberach und Eppertshausen nach Dieburg im Südosten. Ferner verbindet die Landesstraße L 3001 den Ort mit der Kreisstadt Dietzenbach und die L 3317 führt zu den anderen Dreieich-Stadtteilen und in der Gegenrichtung nach Messel und Darmstadt.

Die teilweise enge Ortsdurchfahrt der Bundesstraße wurde im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr stark in Anspruch genommen, weshalb sich öfters Staus in Richtung Rödermark-Urberach und Langen bildeten. Die seit langem geplante 3,34 Kilometer lange Ortsumgehung der B 486 im Süden Offenthals ist seit Ende 2013 befahrbar (B486 neu). Die mit der neuen Bundesstraße verknüpfte Ostspange der L 3001 ist seit Oktober 2014 ebenfalls fertiggestellt.[8][9]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Dreieich in Zahlen: Bevölkerung HW In: Internetauftritt. Stadt Dreieich
  2. Gewässername laut WRRL Hessen
  3. vgl. Walther Raffius: Offenthal in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 102
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 316–318, § 9 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 374.
  6. a b Offenthal, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Offenthal im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 28. April 1955. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1955 Nr. 20, S. 495, Punkt 522 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,3 MB]).
  8. So sieht die Trasse der planfestgestellten Offenthaler Umgehungsstraße aus. In: Offenbach Post, 20. August 2009
  9. Dreieich Ortsumgehung. Es geht voran in Offenthal. In: Frankfurter Rundschau, 4. September 2013