Mignovillard

ehemalige französische Gemeinde

Mignovillard ist eine Gemeinde im französischen Département Jura in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Mignovillard
Wappen von Mignovillard
Mignovillard (Frankreich)
Mignovillard
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Jura
Arrondissement Lons-le-Saunier
Kanton Saint-Laurent-en-Grandvaux
Gemeindeverband Champagnole Nozeroy Jura
Koordinaten 46° 47′ N, 6° 8′ OKoordinaten: 46° 47′ N, 6° 8′ O
Höhe 770–1.189 m
Fläche 53,82 km2
Einwohner 819 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 39250
INSEE-Code

GliederungBearbeiten

Ortsteil ehemaliger
INSEE-Code
Fläche
(km²)
Höhenlage
(m)
Einwohnerzahl
(2016)[1]
Dichte
(Einw. je km²)
Communailles-en-Montagne 39161 04,01 770–888 052 13,0
Mignovillard (Verwaltungssitz)00 39331 49,81 799–1189 752 15,1

GeographieBearbeiten

Mignovillard liegt auf 860 m, etwa 17 km ostnordöstlich der Stadt Champagnole (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich im Jura, auf einer ausgedehnten Hochfläche zwischen dem Val de Mièges und der Jurakette der Haute Joux.

Die Fläche des 53,82 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der nördliche Teil des Gebietes wird von einer Hochfläche eingenommen, die durchschnittlich auf 860 m liegt. Sie weist nur sehr geringe Reliefunterschiede auf und ist hauptsächlich von Wies- und Weideland, im östlichen Teil überwiegend von Wald bedeckt. Im äußersten Westen sorgen die Bäche Ruisseau du Martinet und Ruisseau d’Essavilly für die Entwässerung zur Serpentine und damit zum Ain. Ansonsten besitzt das gesamte Hochplateau keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert. In einigen Mulden, welche durch Mergel- und Tonschichten abgedichtet sind, konnten sich Hochmoore und einzelne Moorweiher entwickeln.

Nach Südosten steigt das Hochplateau allmählich an. Das Gemeindeareal erstreckt sich über die ausgedehnte Waldung der Forêt de Mignovillard (1105 m) bis auf die nordöstlichen Ausläufer des Kettensystems der Haute Joux. Dieses unwegsame Waldgegend zeigt verschiedene Karstphänomene wie beispielsweise Dolinen, abflusslose Senken, Karrenfelder und Höhlen. Die höchsten Erhebungen werden auf dem Crêt Mathiez Sarrazin (1174 m) und nahe dem Gipfel des Turchet (bis 1189 m) erreicht.

Zu Mignovillard gehören neben dem eigentlichen Ort auch verschiedene Dörfer, Weiler und Einzelhöfe, nämlich:

  • Petit-Villard (881 m) auf dem Hochplateau östlich des Val de Mièges
  • Froidefontaine (852 m) auf dem Hochplateau östlich des Val de Mièges
  • Essavilly (860 m) auf dem Hochplateau nahe der Quelle des Ruisseau d’Essavilly
  • Les Granges-du-Sillet (915 m) in einer Mulde in der Forêt de Mignovillard

Nachbargemeinden von Mignovillard sind Communailles-en-Montagne und Bief-du-Fourg im Norden, Bonnevaux, Vaux-en-Chantegrue und Remoray-Boujeons im Osten, Rondefontaine, Les Pontets und Cerniébaud im Süden sowie La Latette, Longcochon und Molpré im Westen.

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wird Mignovillard im 13. Jahrhundert. Im Mittelalter gehörte der Ort zur Herrschaft Nozeroy. Im Jahr 1639 wurde das Dorf von Truppen des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar gebrandschatzt. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte Mignovillard mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich. Nachdem Mignovillard 1965 mit Petit-Villard fusioniert hatte, erhielt die neue Gemeinde den Namen Mignovillard-Petit-Villard. Seit der Eingemeindung von Essavilly und Froidefontaine im Jahr 1972 heißt die Großgemeinde wieder Mignovillard. Am 1. Januar 2016 wurde die Gemeinde Communailles-en-Montagne nach Mignovillard eingemeindet.

Am 9. Jänner 2019 wurden nahe dem Ort Teile eines vom Radar verschwundenen und vermutlich abgestürzten französischen Kampfflugzeugs Mirage 2000D entdeckt.[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Pfarrkirche von Mignovillard wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Spätgotik erbaut. Umbauten des Schiffs erfolgten im 18. Jahrhundert. Zur Ausstattung gehören Holzschnitzereien und Statuen aus dem 15. Jahrhundert.

Ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammt die Kirche von Froidefontaine, die im 17. Jahrhundert umgestaltet wurde. Das steinerne Wegkreuz von Froidefontaine wurde im 15. Jahrhundert errichtet.

Bei Essavilly steht eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert, während die Kapelle von Petit-Villard aus dem 16. Jahrhundert stammt.

BevölkerungBearbeiten

Mit 819 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) gehört Mignovillard zu den kleinen Gemeinden des Département Jura. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich abgenommen hatte, wurden seit Beginn der 1980er Jahre nur noch geringe Schwankungen verzeichnet.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Gemeinde Einwohnerzahlen (Census)
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2008 2011 2013 2016
Communailles-en-Montagne00 57 45 39 40 38 42 52 47 42 48 52
Mignovillard 511 529 715 662 654 649 640 611 619 743 752
Mignovillard 568 574 754 702 692 691 692 658 661 791 804
Quelle: Cassini und INSEE

Die (Gesamt-)Einwohnerzahlen der Gemeinde Mignovillard wurden durch Addition der bis Ende 2015 selbständige Gemeinde Communailles-en-Montagne ermittelt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Mignovillard war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft, insbesondere Milchwirtschaft und Viehzucht, sowie durch die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des Kleingewerbes, darunter eine Sägerei und ein Unternehmen, das Uhrenzubehörteile herstellt. Einige Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Im Winter profitiert Mignovillard vom Tourismus, wenn auf dem Hochplateau Skilanglauf betrieben werden kann.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von Nozeroy nach Bonnevaux führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Bief-du-Fourg, Fraroz und Mouthe.

WeblinksBearbeiten

Commons: Mignovillard – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerzahlen rückwirkend zum 1. Januar 2016
  2. F: Trümmer von verschwundenem Kampfflugzeug entdeckt orf.at, 9. Jänner 2019, abgerufen 9. Jänner 2019.