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Mendrisio

Gemeinde in der Schweiz
Mendrisio
Wappen von Mendrisio
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisiow
Kreis: Kreis Mendrisio
BFS-Nr.: 5254i1f3f4
Postleitzahl: 6825 Capolago
6850 Mendrisio
6852 Genestrerio
6853 Ligornetto
6862 Rancate
6863 Besazio
6864 Arzo
6865 Tremona
6866 Meride
6872 Salorino
UN/LOCODE: CH MEN
Koordinaten: 719957 / 80629Koordinaten: 45° 52′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O; CH1903: 719957 / 80629
Höhe: 354 m ü. M.
Fläche: 32,1 km²
Einwohner: i15'110 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 471 Einw. pro km²
Website: www.mendrisio.ch
Mendrisio

Mendrisio

Karte
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Mendrisio ist eine politische Gemeinde und Hauptort sowohl des Kreises Mendrisio und des Bezirks Mendrisio im Kanton Tessin in der Schweiz. Der deutsche beziehungsweise lombardische Name Mendris wird nicht mehr verwendet. Die Bewohner werden Mendrisier genannt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Mendrisio liegt am Laveggio etwa 18 Kilometer südlich von Lugano und etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Italien entfernt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich hinauf bis zum Gebiet «Bellavista» auf dem Monte Generoso. Nachbargemeinden sind Brusino Arsizio, Melano, Riva San Vitale, Castel San Pietro TI, Coldrerio, Novazzano und Stabio.

GeschichteBearbeiten

Gründung und MittelalterBearbeiten

Dass Mendrisio zur Zeit der Kelten und Römer besiedelt war, wird durch eine Denktafel für Publius Valerius Dromone im alten Glockenturm bestätigt. Erstmals wird Mendrisio 793 als Mendrici erwähnt, vermutlich ein Genitiv von Mendricus oder Manricus, der Name eines Anführers eines langobardischen Stammes.

Im Mittelalter gehörte Mendrisio mit seinen drei Burgen zum Einflussbereich der Stadt Como. 1335 wurde Mendrisio zusammen mit Como Teil des Staates von Mailand.[2]

15. bis 16. JahrhundertBearbeiten

1433 übergab der Herzog von Mailand Filippo Maria Visconti das Dorf Mendrisio der Familie Sanseverino, die 1485 den Ort verliessen. Mendrisio kam unter die direkte Kontrolle des Herzogs von Mailand.

1499 wurde der Mendrisiotto von den Franzosen besetzt, nach 1517 durch die Eidgenossen erobert.

18. bis 20. JahrhundertBearbeiten

Von 1810 bis 1813 wurde das Gebiet vorübergehend von den Truppen des Königreichs Italien besetzt.[3]

GemeindefusionBearbeiten

Mendrisio fusionierte am 4. April 2004 mit der früheren Gemeinde Salorino. Am 5. April 2009 wurde die Fusion der Gemeinden Arzo, Capolago, Genestrerio, Mendrisio, Rancate und Tremona zur neuen Gemeinde Mendrisio rechtskräftig. Am 13. April 2013 wurden Meride, Ligornetto und Besazio eingemeindet.

StadtquartiereBearbeiten

Quartier Eingemeindung Einwohnerzahl  
Arzo 5. April 2009 1131
Besazio 14. April 2013 618
Capolago 5. April 2009 768
Genestrerio 5. April 2009 920
Ligornetto 14. April 2013 1716
Mendrisio 6189
Meride 14. April 2013 314
Rancate 5. April 2009 1453
Salorino 4. April 2004 499
Tremona 5. April 2009 441

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1591 1643 1696 1801 1850 1900 1950 1970 1980 1990 2000 2002 2005 2009 2010 2012 2014 2016
Einwohner 962 862 10151 1290 1972 3338 4602 6146 11084 11080 12252 12467 13238 13793 14213 14499 14929 15110

PolitikBearbeiten

8
4
19
17
12
19 17 12 
Insgesamt 60 Sitze

Die Legislative der Stadt Mendrisio ist der Consiglio Communale (Gemeinderat), bestehend aus 60 Mitgliedern. Rechts stehende Grafik zeigt die Zusammensetzung per Oktober 2016.[4]

Die Exekutive wird gebildet durch den siebenköpfigen Municipio. Mit Stand Oktober 2016 setzt er sich wie folgt zusammen: 3 CVP, 2 FDP, 1 SP, 1 Lega. Ihm steht der Sindaco (Stadtpräsident) vor, Carlo Croci (CVP).

VerkehrBearbeiten

Mendrisio liegt an der Bahnlinie Lugano - Como und ist Ausgangspunkt der Bahnstrecke Mendrisio–Stabio-Varese, die im Januar 2018 in Betrieb genommen wird.

In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre litt das Tessin und insbesondere das Mendrisiotto unter der weltweiten Wirtschaftskrise. In dieser Situation war der Grossversuch «VEL-1 Mendrisio» eine willkommene Konjunkturspritze. Zwischen 1994 und 2001 wurden 400 Elektrofahrzeuge an private Kunden verkauft und 80 Ladestationen aufgebaut. Deren Einsatz wurde über mehrere Jahre begleitet und erforscht. [5]

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen wurde mit dem Grossversuch in Mendrisio nachgewiesen. Im Kanton Tessin folgte 2001–2004 das Projekt VEL2. Dieses zielte ebenfalls auf eine Sensibilisierung der Bevölkerung für energieeffiziente Fahrzeuge ab. Damit wird eine Senkung des Energieverbrauchs respektive eine Reduktion der CO2-Emissionen angestrebt. Das Folgeprojekt zum Grossversuch sollte die Brücke schlagen zu VEL3 (2005–2013), das einen selbsttragenden, neutralen Bonus-Malus vorsieht. Durch den Grossversuch schuf sich Mendrisio einen internationalen Namen als Kompetenzzentrum für Elektrofahrzeuge. Siehe dazu Elektromobilität in der Schweiz

Kunst, KulturBearbeiten

 
Die Architekturakademie der Universität der italienischen Schweiz im Palazzo Turconi in Mendrisio mit der Skulptur «L’Oiseau amourex» von Niki de Saint Phalle.
 
Casa dell’accademia, Wohnheim der Accademia di architettura, Università della Svizzera italiana, in Mendrisio
 
Kollegiatkirche Santi Cosma e Damiano
  • Die Università della Svizzera italiana (USI) wurde 1996 als erste staatliche Universität im Kanton Tessin gegründet. Sie ihren Sitz in Lugano beziehungsweise in Mendrisio. Unterrichtssprachen sind Italienisch und Englisch[6].
  • Archivio del Moderno[7]

VeranstaltungenBearbeiten

  • Le processioni storiche[8]
  • Il Palio degli asini[9]
  • Estival Jazz Mendrisio[10]
  • Sagra dell’uva[11]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[12]

  • Kollegiatskirche Santi Cosma e Damiano[13][14]
  • Mittelalterliche Kirche San Giovanni Battista mit römischen Mosaik, Servitenkloster und römisches Oratorium Sankta Maria[13]
  • Kirche Santa Maria in Borgo[13][15]
  • Mittelalterlicher Turm[16]
  • Romanische Kirche San Martino in Ortsteil Prati di San Martino[13]
  • Romanische Kirche San Sisinio, im Ortsteil Alla Torre[17]
  • Römische Villa mit Mosaik.[18]
  • Ehemaliges Krankenhaus. Das neuklassizistische Gebäude wurde von Luigi Fontana geplant und 1860 eröffnet. Seit 1996 beherbergt es die Architekturakademie. [19]
  • Pretorio Palast (Gemeindehaus)[20]
  • Casa Croci ganannt Carlasc, Museo del Trasparente[21][22][23]
  • Kino-Theater-Mignon im Jugendstil[24]
  • Palast Torriani[25]
  • Palazzo Pollini[26][27]
  • Villa Argentina, Università della Svizzera italiana, Accademia di architettura[28][29]
  • Villa Foresta[30]
  • Palast Ferrazzini[31]
  • Mittelalterlicher Turm[32]
  • Casa dei Pagani Tre buchi (Heidnisches „Haus Drei Löcher“)[33]
  • Museo d’arte Mendrisio[34]
  • Baumgartner Galerie (Permanente Ausstellung von Modelleisenbahnen)[35]
  • Kunstmuseum (Seit 1982 im alten Servitenkloster untergebracht. Die permanente Sammlung umfasst mehr als 1'200 Kunstwerke)[13]
  • Università della Svizzera italiana, Accademia di architettura[36][37]
  • Galleria dell’Accademia
  • Fondazione Archivio del Moderno[38]
  • Galleria Stella Nove[39]

SportBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Celestino Trezzini: Mendrisio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5: Maillard – Monod. Attinger, Neuenburg 1921, S. 75–77.
  • Stefania Bianchi (Hrsg.): L’Ospedale della Beata Vergine di Mendrisio. 150 anni di storia e memoria. Casa Croci, Mendrisio 2010.
  • Giuseppe Martinola (Hrsg.): Invito al Mendrisiotto. Lions Club del Mendrisiotto, Bellinzona 1965, S. 49-52, 56, 66.
  • Giuseppe Martinola: Inventario d’arte del Mendrisiotto. Band I, Edizioni dello Stato, Bellinzona 1975, S. 221–319.
  • Mario Medici: Storia di Mendrisio. Bände I-II, Banca Raiffeisen di Mendrisio, Mendrisio 1980.
  • Marco Schnyder: Famiglie e potere. Il ceto dirigente di Lugano e Mendrisio tra Sei e Settecento. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2011.
  • Renato Simoni: Mendrisio (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Stefania Bianchi: Salorino. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

WeblinksBearbeiten

BilderBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Stefania Bianchi: Mendrisio (Vogtei, Bezirk). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Mario Medici: Storia di Mendrisio. Band I, Mendrisio 1980.
  4. Consiglieri comunali 2016-2020. Città di Mendrisio, abgerufen am 29. Oktober 2016 (italienisch).
  5. Synthesebericht zum Grossversuch
  6. Marco Marcacci: Universität der italienischen Schweiz. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  7. Archivio del Moderno
  8. Le processioni storiche auf processionimendrisio.ch
  9. (Eselrennen) Il Palio degli asini auf ticino.ch
  10. Estival Jazz Mendrisio auf ticino.ch
  11. Sagra dell’uva auf ticino.ch
  12. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  13. a b c d e Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 438–453.
  14. Kollegiatkirche Santi Cosma und Damiano (Foto)
  15. Kirche Santa Maria in Borgo (Foto)
  16. Mittelalterlicher Turm (Foto)
  17. Kirche San Sisinio alla Torre
  18. Römische Villa mit Mosaik
  19. Architekturakademie (Foto)
  20. Pretorio Palast (Foto)
  21. Wohnhaus Croci
  22. Museo del Trasparente (italienisch) auf ticino.ch/it/commons/details/Museo-del-Trasparente
  23. Casa Croci auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  24. Kino-Theater-Mignon (Foto)
  25. Palast Torriani (Foto)
  26. Palast Pollini
  27. Palazzo Pollini auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  28. Villa Argentina
  29. Villa Argentina, Università della Svizzera italiana, Accademia di architettura auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  30. Villa Foresta (Foto)
  31. Palast Ferrazzini (Foto)
  32. Mittelalterlicher Turm (Foto)
  33. Heidnisches Haus "Drei Löcher"
  34. Museo d’arte Mendrisio
  35. Galleria Baumgartner
  36. Accademia di architettura
  37. Università della Svizzera italiana auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  38. Fondazione Archivio del Moderno
  39. Galleria Stella Nove auf stellanove.ch (abgerufen am 6. Oktober 2016)
  40. Football Club Mendrisio