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Gensac-la-Pallue ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 1571 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Charente in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Gensac-la-Pallue
Wappen von Gensac-la-Pallue
Gensac-la-Pallue (Frankreich)
Gensac-la-Pallue
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente
Arrondissement Cognac
Kanton Charente-Champagne
Gemeindeverband Grand Cognac
Koordinaten 45° 39′ N, 0° 15′ WKoordinaten: 45° 39′ N, 0° 15′ W
Höhe 7–50 m
Fläche 19,23 km2
Einwohner 1.571 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 82 Einw./km2
Postleitzahl 16130
INSEE-Code

Gensac-la-Pallue – Kirche Saint-Martin

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Gensac-la-Pallue liegt auf etwa 16 Metern Höhe ü. d. M. und nur etwa 2,5 Kilometer vom Südufer der Charente entfernt. Etwa 8,5 Kilometer (Fahrtstrecke) in nordwestlicher Richtung trennen den Ort von der Stadt Cognac; Segonzac, der Hauptort des Kantons liegt nur etwa 5 Kilometer südöstlich. Der sehenswerte Nachbarort Saint-Brice liegt etwa 7 Kilometer entfernt auf dem Nordufer des Flusses.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 979 1.297 1.613 1.701 1.611 1.604

Bei der ersten Volkszählung in Frankreich im Jahre 1793 hatte der Ort 783 Einwohner; im 19. Jahrhundert waren es bis zum Beginn der Reblauskrise (ca. 1865–1885), die in nahezu allen Weinbauregionen Frankreichs einen deutlichen Rückgang der Bevölkerung zur Folge hatte, meist um die 1000. Der Bevölkerungsanstieg seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist auf die Nähe zur Stadt Cognac und den Neubau einer Wohnsiedlung zurückzuführen.

WirtschaftBearbeiten

Die Landwirtschaft und vor allem der Weinbau spielten in den Dörfern der Charente immer schon eine wichtige Rolle. Während Getreide und Ölsaaten (Sonnenblumen) vorwiegend für den eigenen Bedarf angebaut wurden, konnte man mit dem Wein- (später auch Branntwein-) Export nach England, Schottland und andere Länder Nordeuropas gutes Geld verdienen, wobei sich allerdings die Weinbauern mit dem geringeren Teil des Verdienstes begnügen mussten. Heute gehört das Südufer der Charente bei Gensac-la-Pallue zur Lage der Grande Champagne innerhalb des großen Anbaugebiets der Cognac-Weine. Auch der Wein- bzw. Cognac-Tourismus spielt eine nicht unwichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

 
Stein La Grande Borne

Möglicherweise aus römischer Zeit stammt ein im Jahre 1801 in der Nähe einer alten Wegkreuzung entdeckter Stein (La Grande Borne) von etwa 1,15 Höhe, auf welchem man Reste einer unbekannten Schrift zu erkennen glaubte; andere sehen in dem eher stelenförmigen Stein die spärlichen Überreste eines römischen Meilensteins, die allerdings in der Regel einen runden Querschnitt hatten. Wie dem auch sei – der Stein ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verschwunden.

Im Mittelalter – vielleicht schon in gallorömischer Zeit – war der Ort besiedelt, wie es die im 12. Jahrhundert erbaute Kirche Saint-Martin beweist. Auch eine mittelalterliche Burg existierte bereits; diese wurde jedoch im Jahr 1548 während eines Aufstandes der Bevölkerung gegen die Salzsteuer (gabelle) in Brand gesetzt. Ein neues Schloss wurde erbaut, in welchem seit dem Jahr 1715 das Priesterseminar von Saintes untergebracht war; es wurde während der Französischen Revolution als Nationalgut (bien national) verkauft und abgerissen. Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit dem Neubau.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kirche Saint-MartinBearbeiten

SonstigeBearbeiten

 
Logis de l'Éclopart
  • In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde etwa 2,5 Kilometer westlich der Ortsmitte das Logis de l’Éclopart erbaut – ein zweigeschossiger Landsitz mit leicht vorspringenden Eckrisaliten, der seit dem Jahre 1986 als Monument historique[1] klassifiziert ist. Die Mauern des Baues bestehen aus unterschiedlichem Steinmaterial: Für die Ecksteine, die Tür- und Fenstereinfassungen sowie für einige Flächen wurden exakt behauene Steine verwandt, während der eigentliche Baukörper aus nur grob behauenem Steinmaterial gefügt ist, welches anschließend verputzt wurde. Der Bau befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.
  • Der imposante Bau des Château de Garde Moulin (auch Gademoulin) wurde erst im Jahre 1875 im Stil der Neorenaissance neu errichtet; er ist ebenfalls als Monument historique[2] klassifiziert. Der gesamte Besitz befindet sich in privater Hand und ist nicht zu besichtigen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gensac-la-Pallue, Logis de l’Éclopart in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Gensac-la-Pallue, Château de Garde Moulin in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)