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Bunus ist eine französische Gemeinde mit 131 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015: Kanton Iholdy).

Bunus
Bunuze
Bunus (Frankreich)
Bunus
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Bayonne
Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre
Gemeindeverband Pays Basque
Koordinaten 43° 13′ N, 1° 4′ WKoordinaten: 43° 13′ N, 1° 4′ W
Höhe 138–531 m
Fläche 6,60 km2
Einwohner 131 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km2
Postleitzahl 64120
INSEE-Code

Die Bewohner werden Bunuztar genannt. Der Name der Gemeinde in der baskischen Sprache lautet Bunuze.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Bunus liegt ca. 65 km südöstlich von Bayonne in der Region Ostabarret der historischen Provinz Nieder-Navarra im französischen Teil des Baskenlands.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Larceveau-Arros-Cibits Juxue
Ibarrolle  
Saint-Just-Ibarre

Bunus liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Einer seiner Zuflüsse, die Bidouze, strömt durch das Ortsgebiet mit ihren Nebenflüssen Babatzeko Erreka, Hosta ur Handia und Ruisseau de Laminosine.[2]

GeschichteBearbeiten

Bunus wurde 1439 als Bunos von Notaren in Labastide-Villefranche, als Bunuz 1621, nach einem Manuskript von Martin de Viscay, erwähnt.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach dem Höchststand von fast 400 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl in Wellen mit kurzen Zeiten einer gewissen Stabilisierung bis heute zurückgegangen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 189 189 173 163 151 139 143 147 131
 
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[3] INSEE ab 2009[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Pfarrkirche Saint-Jean-BaptisteBearbeiten

Die Pfarrkirche der Gemeinde ist Johannes dem Täufer gewidmet. Das ursprüngliche Gebäude, genannt sanctus martinus de bunos wird im Livre rouge (deutsch „Rotes Buch“), einer Sammlung von Dokumenten des 11. und 12. Jahrhunderts der Kathedrale von Dax, erwähnt. Das Eingangsportal trägt das Jahr 1716 und weist auf einen Neubau zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf mittelalterlichen Fundamenten hin. Sowohl im Jahre 1891 als auch im folgenden Jahrhundert wurden Restaurierungen vorgenommen. Die Kirche besitzt ein Langhaus mit einem Kirchenschiff, abgeschlossen mit einer flachen Apsis und einem Glockenturm an der Westseite. Innen befindet sich eine Empore, die über eine gesonderte Außentreppe und einem Eingang zu erreichen ist.[5]

Unter dem Vorbau befindet sich eine der Grabplatten, die traditionell einer hoch gestellten Person oder dem Pfarrer gewidmet sind. Diese gibt jedoch Rätsel auf. Auf ihr werden drei Kreuze als Relief dargestellt, Symbol der Kreuzigung Christi auf Golgatha. Das Kreuz Christi zeigt hierbei ein Strahlenmotiv wie bei einer Monstranz. Am Fuß rechts von jedem Kreuz sind Inschriften zu erkennen: „JE“ „ET“ und „E“, unterhalb der Kreuze dann: „FAITE PAR ETCHEBERRI DIT TAFELNABERRY LE 7 AOUT DE L’ANNEE 1817 NO3“ (deutsch „geschaffen durch Etcheberri, genannt Tafelnaberry, am 7. August 1817 No3“), wobei die Bedeutung der drei letzten Buchstaben nicht geklärt werden kann.[6]

Seit dem 17. Jahrhundert dienen Altaraufsätze dazu, die katholische Glaubenslehre zu illustrieren. Im Zentrum des Altaraufsatzes in dieser Kirche befindet sich ein Gemälde, das den Schutzpatron, Johannes den Täufer, als Eremit spärlich mit einem Fell bekleidet mit einem Schaf an seiner Seite in der Nähe eines Flusses zeigt. Das Kreuz, das er in seiner linken Hand trägt, weist symbolisch auf die Kreuzigung Christi hin. Auf dem oberen Rahmen des Bildes ist ein geschnitzter Seraph mit weit ausgestreckten Flügeln zu erkennen. Oberhalb des Gemäldes weist eine Monstranz im Tympanon auf die Anwesenheit Gottes hin. Die Komposition wird ergänzt durch zwei korinthischen Säulen zu beiden Seiten des Gemäldes, die mit Weinranken und Putten verziert sind.[7]

Der Tabernakel aus vergoldetem Holz hat die Form eines Tempels mit korinthischen Säulen. Die Tür ist verziert mit einem Relief in der Form einer Wolke, Symbol des Heiligen Geistes, und einem Dreieck, Symbol der Dreifaltigkeit. Oberhalb und unterhalb der Tür zeigen Medaillons jeweils drei Köpfe von Engeln, Mittler zwischen Gott und den Menschen. Alle diese Symbole weisen auf die Gegenwart Gottes im Sakrament der Eucharistie hin.[8]

Haus BarberaeneaBearbeiten

Die meisten Inschriften auf Fensterstürzen geben Aufschluss über den Inhaber des Hauses. Bei diesem Fenster wird der Leser jedoch zu einem Gebet eingeladen. Drei Abschnitte sind eingerahmt von einem Relief kleiner Wellen. Der linke Abschnitt trägt die Inschrift „IESUS MARIA IOSEPHF“, wobei eine Rosette hinter dem Namen von Jesus, ein baskisches Kreuz hinter dem Namen von Maria zu erkennen ist. Der rechte Abschnitt ist ein Anruf an den Apostel Jakobus mit seiner Inschrift „SANCTE IACOBE ORA PRO NOBIS ANNO 1716“ (deutsch „Heiliger Jakob, bitte für uns, Anno 1716“). Im mittleren Abschnitt trägt eine etwas unbeholfen ausgearbeitete Figur einen hohen Hut, einen Stab in der rechten Hand und einen Schmuckanhänger, der an eine Pilgermuschel erinnert. Es handelt sich um die Darstellung eines Pilgers auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Die Inschrift hat somit den Zweck, vorbeikommende Pilger zu einer Rast einzuladen.[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Ossau-Iraty

Die Wirtschaft wird zu einem großen Teil von der Landwirtschaft bestimmt. Bunus liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[10]

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[11]
Gesamt = 17

VerkehrBearbeiten

Bunus ist angeschlossen an die Routes départementales 120 und 918, der ehemaligen Route nationale 618.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lieux - toponymie: Bunuze (Oztibarre) (fr) Königliche Akademie der Baskischen Sprache. Abgerufen am 20. März 2017.
  2. Ma commune : Bunus (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 20. März 2017.
  3. Notice Communale Bunus (fr) EHESS. Abgerufen am 20. März 2017.
  4. Populations légales 2014 Commune de Bunus (64150) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. März 2017.
  5. église paroissiale Saint-Jean-Baptiste (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 20. März 2017.
  6. Conseil régional d’Aquitaine: Dalle funéraire sous le porche de l’église Saint-Jean-Baptiste (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. März 2017.
  7. Conseil régional d’Aquitaine: Retable de l’église Saint-Jean-Baptiste (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. März 2017.
  8. Conseil régional d’Aquitaine: Tabernacle de l’église Saint-Jean-Baptiste (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. März 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Maison Barberaenea et son linteau sculpté (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. März 2017.
  10. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Archiviert vom Original am 5. Februar 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.inao.gouv.fr Abgerufen am 20. März 2017.
  11. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Bunus (64150) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. März 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.insee.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.