Wunder von Bern

Finalsieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Ungarn 1954

Als das Wunder von Bern wird der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz durch die wieder startberechtigte bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft gegen die favorisierte Nationalmannschaft Ungarns bezeichnet. Das Endspiel, das mit einem 3:2‐Sieg (nach 0:2‐Rückstand) für die Bundesrepublik Deutschland endete, fand am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorfstadion vor 65.000 Zuschauern statt und zählt zu den am wenigsten erwarteten Ereignissen der WM-Geschichte. Die Spieler um Kapitän Fritz Walter und Bundestrainer Sepp Herberger gingen als „Helden von Bern“ in die deutsche Sportgeschichte ein. Darum ranken sich Mythen wie die einkalkulierte Niederlage gegen Ungarn in der Gruppenphase, das Wettergeschehen und dazu passende, neu entwickelte Schraubstollenschuhe, emotionsgeladene Berichterstattungen, aber auch unerwünschte Nationalhymnentexte und Gelbsuchterkrankungen. Der Titelgewinn löste in Deutschland einen Freudentaumel aus, der sich vor allem während der Rückkehr der Weltmeister widerspiegelte. Neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hob er das Selbstwertgefühl in erträglichem Maße und stärkte die Identifikation vieler Westdeutscher mit ihrem noch jungen Staat, da die Herberger-„Jungens“ Wirtschaftswunder-Tugenden wie Kameradschaft, Fleiß, Disziplin, Teamgeist und Ausdauer verkörperten. In Ungarn hingegen sorgte die Niederlage für großen Unmut in der Bevölkerung, was Historikern als Vorzeichen des Ungarischen Volksaufstands 1956 gilt.

Deutschland Ungarn
Wankdorf-Stadion (April 1954)
Die Stadionuhr des „Wunders von Bern“ wurde restauriert und als Denkmal im neuen Wankdorfstadion aufgestellt.

Hintergrund und VorgeschichteBearbeiten

Die Lage vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1954Bearbeiten

Bundesrepublik DeutschlandBearbeiten

 
Heimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Berlin (März 1948)

Auf der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 wurde beschlossen, dass die Regierungsgewalt durch die Oberbefehlshaber der Streitkräfte in den Besatzungszonen in Deutschland ausgeübt werden sollte. Nach den Erfahrungen der Weimarer Republik sollte eine stabile deutsche Demokratie entwickelt und durch ein Geflecht von Verträgen, Institutionen und Handelsbeziehungen die entstehende Bundesrepublik in die internationale Gemeinschaft integriert werden.[1] Am 25. Juli 1952 wurde der Vertrag zur Montanunion ratifiziert, in dem die deutsche Schwerindustrie weitgehende Autonomie erlang. Dies stellte eine Vorstufe zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) dar. 1952 gründeten die USA, Großbritannien und Frankreich die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) mit deutschen Truppen unter europäischem Oberkommando. In die Jahre 1951/52 kann der Beginn des Wirtschaftswunders verortet werden.[2] Bis 1951 war der Exportüberschuss negativ und stieg bis 1954 auf 2,7 Milliarden DM an. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der zugelassenen Autos von 700.000 auf 1,3 Millionen an. Auslandsreisen gehörten noch nicht zum alltäglichen Konsum, wohingegen Küchenmaschinen und Elektrogeräte sehr begehrt waren.[3] Das größte gesellschaftlich-soziale Problem schienen zunächst die bis Oktober 1946 fast zehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen zu sein, die aus den ehemals deutschen Ostgebieten ins Bundesgebiet strömten. Ihre Arbeitskraft war jedoch in der boomenden Wirtschaft sehr gefragt. Es entwickelte sich eine Tendenz zum Familiären und Privaten, die zum einen auf die Wochenarbeitszeiten bis zu 49 Stunden zurückgeführt wurde, infolge derer die Menschen Erholung suchten. Zum anderen lag die Trennung vieler Familien noch nicht lange zurück – die Entfremdung vieler Heimkehrer belastete familiäre Beziehungen zumal die Frauen sich zunehmend zu emanzipieren begannen. Die Scheidungsrate hatte sich gegenüber den 1930er-Jahren verdoppelt.[4]

UngarnBearbeiten

 
Imre Nagy (1945)

Ungarn, das 1940 unter Reichsverweser Miklós Horthy den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan beitrat, wurde ab Mitte März 1944 von Nazi-Deutschland besetzt und 1945 von der Roten Armee befreit. Ungarn kam auf Grund des Vertrages von Jalta unter sowjetischen Einfluss. Auf sowjetischen Druck wurden die Kommunisten in die Regierung aufgenommen und rissen bis zu den Wahlen im Mai 1949[5] schrittweise die Macht an sich. Das Land wurde dem Kommunismus nach sowjetischem Vorbild unterworfen. Bis 1953 verfolgte Ungarn unter Mátyás Rákosi einen stalinistischen Kurs. Die repressivsten Jahre des Regimes – getrieben durch die Geheimpolizei ÁVH – fielen mit den Erfolgen der ungarischen Fußballnationalmannschaft zusammen: Zwangsräumungen, Misshandlung von Gefangenen, ständig steigende Arbeitszeiten und leergefegte Dachböden auf der einen Seite, volle Stadien an den Wochenenden und die unschlagbare Elf auf der anderen Seite. Fußball war zu dieser Zeit die erfolgreichste Form der Unterhaltung. Fußball war das Vehikel, um die Überlegenheit Ungarns[6] gegenüber seinen Nachbarn zu verdeutlichen. Vereine wie MTK und Ferencvaros Budapest wurden verstaatlicht und Spieler von Verteidigungsminister Mihály Farkas zu Honved transferiert, das wie Real Madrid dominieren sollte.[7] Die Spieler unterhielten einen florierenden Schmuggelbetrieb, der nach Auswärtsspielen lukrativ war.[8] Die vermeintliche politische und wirtschaftliche Überlegenheit, die Rákosi nach Moskau gemeldet hatte, wurde nach Stalins Tod 1953 durch Chruschtschow entlarvt. Darauf hin wurde Imre Nagy als Ministerpräsident ernannt und 1956 zur „Symbolfigur des Volksaufstands“.[9]

Fußball von 1945 bis 1954Bearbeiten

Deutscher Fußball-Bund und seine NationalmannschaftBearbeiten

 
Sepp Herberger (März 1957)

Der deutsche Fußball litt an den Folgen des Zweiten Weltkrieges. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich am 1. Juli 1940 aufgelöst, und die Nationalmannschaft bestritt am 22. November 1942 ihr vorerst letztes Länderspiel. Personen und Institutionen blieben dieselben wie im Nationalsozialismus.[10] Das Exekutivkomitee der FIFA beschloss am 12. November 1945 den Ausschluss Deutschlands (und Japans).[11] Der Liga-Spielbetrieb wurde trotz infrastruktureller Probleme in der Oberliga Süd im November 1945 aufgenommen. Anfang des Jahres 1948 waren Begegnungen mit englischen und amerikanischen Soldaten sowie Schweizer Studenten an der Tagesordnung.[12] „Vertragspieler“ konnten im September 1948 ein Gehalt von 150–320 DM verdienen.[13] Der erste Nationalmannschafts-Lehrgang unter dem unumstrittenen[14] Nationaltrainer Sepp Herberger fand 1949 in Duisburg statt.[15] Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien vom 24. Juni bis zum 16. Juli 1950 wurde ohne die deutsche Auswahl durchgeführt, da das Team noch nicht spielberechtigt war. Im Nachgang zum in Rio stattfindenden 27. FIFA-Kongress wurde die Wiederaufnahme Deutschlands am 22. September 1950 beschlossen.[16][17] Die Schweiz leistete nachbarschaftliche Hilfe und kam am 22. November 1950 zu einem Länderspiel ins Neckarstadion in Stuttgart. Vor 115.000 Zuschauern gewann die deutsche Elf (mit Turek, Ottmar Walter, Herrmann, Klodt und Morlock[18]) mit 1:0.[19] Das Länderspiel der deutschen Elf am 9. November 1952 gegen die Schweiz in Augsburg wird als Geburtsstunde der Weltmeistermannschaft von 1954 angesehen, da acht Spieler der späteren Helden von Bern dabei waren. Wenige Wochen vorher – am 5. Oktober 1952 – war die Mannschaft zu einem Länderspiel gegen Frankreich nach Paris gefahren. Nach einer 1:3-Niederlage[20] gab es viel Kritik von der deutschen Presse. Fritz Walter erklärte im Anschluss seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.[21] Doch Herberger gelang es noch zum nächsten Spiel, jenem besagten Spiel in Augsburg, seinen depressiven Kapitän zurückzuholen. Für etliche Spieler bedeutete die WM-Teilnahme Verdienstausfall, da manche unbezahlten Urlaub nehmen mussten.[22] Die internationale Unerfahrenheit drückte sich am Schnitt von 6,7 Länderspielen aus.[23]

Die Goldene Elf aus UngarnBearbeiten

 
Goldene Elf 1953

Der Endspielgegner der Deutschen, die in ungarischen Medien als Goldene Elf[24] bezeichnete Nationalmannschaft, galt damals als die weltbeste Mannschaft. Vor dem Endspiel von Bern waren sie in 32 aufeinanderfolgenden Spielen unbesiegt geblieben und schossen im Schnitt 4,3 Tore.[25] Die Serie begann am 4. Juni 1950, als Polen mit 5:2 besiegt wurde. Das erste große Turnier der Staatsamateure, die unter professionellen Bedingungen agierten,[26] waren die Olympischen Sommerspiele in Helsinki 1952. Die Magyaren besiegten im Halbfinale Schweden mit 6:0 und wurden durch ein 2:0 gegen Jugoslawien Olympiasieger. Den nächsten Erfolg verbuchten die Ungarn 1953, als sie den seit 1948 ausgetragenen Europapokal der Fußball-Nationalmannschaften gewannen. Puskás wurde mit zehn Treffern Torschützenkönig des Wettbewerbs. Am 25. November 1953 folgte das vielleicht spektakulärste Spiel der „Goldenen Elf“, das der englische Fußballfunktionär Stanley Rous bereits unmittelbar nach dem Olympiasieg noch in der ungarischen Kabine in die Wege leitete.[27] Auf dem „heiligen Rasen“ des Wembleystadions spielte die Mannschaft um Kapitän Puskás vor 100.000 Menschen gegen England. Die Engländer hatten 90 Jahre lang noch kein Spiel vor heimischer Kulisse gegen eine Mannschaft vom europäischen Festland verloren. Es folgte eine Demonstration der ungarischen Fußballkunst. Die Magyaren bezwangen die Engländer mit 6:3.[28] Dadurch galten die Ungarn als Wundermannschaft, während dies Spieler wie Buzánszky und Grosics differenzierter sahen.[29] Auf der Tribüne war ein Deutscher zu Gast, der bereits vor der Gruppenauslosung am 30. November begriffen hatte, wie Ungarn besiegt werden könnte.

„Wenn wir gegen die Ungarn zu spielen hätten, sähe alles anders aus. Da könnte der Hidegkuti nicht im Mittelfeld spazieren gehen. Der Jupp Posipal ist kein Johnston. Der Jupp geht als Mittelläufer hinten mit raus; der würde Hidegkuti auf Schritt und Tritt folgen. Dann würden wir sehen, wie es weitergeht. Die Engländer haben das ja gar nicht begriffen, wie gegen sie gespielt wurde, nicht nur technisch perfekt, sondern auch mit einer dort nie gesehenen Taktik.“

Sepp Herberger[30]

Nach dem Sieg in Wembley brannten die Engländer auf Revanche. Sie wollten die Demütigung nicht auf sich sitzen lassen und fingen sich am 23. Mai 1954 in Budapest eine 1:7-Niederlage ein. Formell trat Ungarn mit einer 3-2-5 Aufstellung (auch WM-System genannt) an. Durch das häufige Zurückfallen des Mittelstürmers Nándor Hidegkuti ins Mittelfeld,[31] das Vorstoßen des Außenläufers József Bozsik ins Zentrum und das Absichern Bozsiks durch den anderen Außenläufer ähnelte die Formation oft einem 4-2-4[32] – einem zu diesem Zeitpunkt revolutionären Spielsystem, das später auch von der brasilianischen Fußballnationalmannschaft gespielt wurde.

Die Vorbereitung der deutschen NationalmannschaftBearbeiten

Lehrgänge in den Sportschulen Grünwald und SchöneckBearbeiten

Von den 40 ursprünglich genannten Spielern wurden 29 vom DFB zur Vorbereitung eingeladen, die vom 26. Mai bis zum 3. Juni 1954 in der Sportschule Grünwald bei München stattfand. Sepp Herberger förderte systematisch Ausdauer, lehrte Taktik und analysierte zweimal[31] mit der Mannschaft Ungarn beim 6:3-Sieg gegen England.[33] Herberger reduzierte den Kader dort auf 22 Spieler. Dabei demonstrierte er Härte und suspendierte den Sodinger Gerhard Harpers, der undiszipliniert war.[34] Eine Woche später, am 10. Juni, traf sich das Team in der Karlsruher Sportschule Schöneck zur Mission Fußball-Weltmeisterschaft.[35]

Der Geist von SpiezBearbeiten

Am 11. Juni 1954 fuhren Mannschaft und Betreuer mit dem Rheinblitz von Karlsruhe nach Basel, wo in einen Schnellbus zum Wankdorf-Stadion ― dem Schauplatz des 1. Gruppenspiels gegen die Türkei ― umgestiegen wurde. Nach der Stadionbesichtigung ging es nach Spiez am Thunersee, wo der in der Schweiz als Trainer tätige Albert Sing das Hotel Belvedere entgegen der Empfehlung des Schweizerischen Fußballverbands als Quartier ausgewählt hatte.[36] Dort entwickelte sich mit dem „Geist von Spiez“[37] ein Liberalismus, der großen Anteil am WM-Erfolg haben sollte. Herberger belegte pro Zimmer zwei Spieler eines Mannschaftsteils, um blindes Verständnis und Unzertrennlichkeit[38] zu entwickeln. Kleinen Ungehorsamkeiten, wie dem Feierabendbier, begegnete er mit Augenzwinkern.[39] Der Plan Herbergers sah vor, dass die Mannschaft von der Außenwelt abgeschirmt zueinanderfinden sollte. Presse und Ehefrauen beziehungsweise Freundinnen im Mannschaftsquartier waren nicht gestattet. Allerdings wurden die Autogrammjäger zur Plage, so dass Herberger am Tag vor dem Endspiel ein striktes Autogrammverbot erließ.[40] Das Leitbild des Trainers war, dass die Mannschaft nur als Gemeinschaft weit kommen könne. Das Training beim gastfreundlichen FC Thun,[40] gemeinsame Ausflüge in die Umgebung und Pedalobootfahrten auf dem See förderten das soziale Gefüge. Auch führte Herberger mit jedem Spieler Einzelgespräche, um sie psychologisch und taktisch auf die kommenden Aufgaben einzustellen.[41] Beim Testspiel des uruguayischen Weltmeisters gegen eine Thuner Stadtauswahl bewunderten Fritz Walter & Co. die ballsicheren Südamerikaner, erkannten deren defensive Schwächen und eine realistische Chance, mithalten zu können.[42]

Der Weg ins FinaleBearbeiten

Bundesrepublik DeutschlandBearbeiten

Im ersten Spiel der Vorrunde gegen die gesetzte türkische Mannschaft gewann die Herberger-Elf (mit dem schnellen Posipal und dem mannschaftsdienlichen Klodt[43]) trotz frühen Rückstands mit 4:1. Für das zweite Spiel gegen Ungarn traf Sepp Herberger eine taktische Entscheidung (die er dem DFB-Vorstand bereits am 20. April schriftlich mitgeteilt hatte,[44] natürlich geheim bleiben musste und dennoch „hinausposaunt“ wurde[45]): er schonte einige Leistungsträger, da der WM-Modus ein Entscheidungsspiel gegen die Türkei vorsah. Dies führte bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung bei den 30.000 deutschen Zuschauern, die für die Sonderzugfahrt und die Eintrittskarte stolze 57 DM gezahlt hatten,[46] zu großer Enttäuschung[47] und später zu einem „Klub der Unzufriedenen“, die ihren Verdruss mit einigen Glas Bier hinunterkippten.[48] Die Begegnung endete mit 8:3 für den großen Favoriten. Im Vorfeld zum Entscheidungsspiel gegen die Türkei brachte Hans Schäfer die Stimmung auf den Punkt:

„Die putzen wir weg.“

Hans Schäfer[49]

Die westdeutsche Auswahl siegte nach schneller 2:0-Führung und vier Toren zwischen der 61. und 83. Minute (in Überzahl) mit 7:2. Im Viertelfinale hieß der zugeloste Gegner Jugoslawien, der Brasilien im Achtelfinale nach Verlängerung ein 1:1 abgetrotzt hatte. Der deutschen Mannschaft gelang ein schwer erarbeiteter Sieg – entschieden ausgerechnet durch ein explosives Tor Rahns gegen Beara, der 1951 beim Gastspiel von Hajduk Split gegen Rot-Weiss Essen drei Bälle Rahns passieren lassen musste.[50] Dieser Sieg war eminent wichtig für das Selbstvertrauen der Hintermannschaft.[51]

„In Liegestühlen ausgestreckt, geht jeder seinen Gedanken nach. Vom „Wunder von Genf“[52] hab' ich irgendwo gelesen. War unsere Leistung ein Wunder? […] Man spricht also besser nicht von „Wunder“, wenn es sich nur um die natürliche Steigerung einer allerdings wohlgesteuerten Leistung handelt.“

Fritz Walter[53]

Jetzt musste das Team in der Runde der letzten Vier gegen Österreich antreten. Die österreichischen Spieler waren noch geschwächt vom schweren Viertelfinalspiel gegen die Schweiz in Lausanne, wo sie bei 40 Grad im Schatten mit 7:5 gewonnen hatten, und erwiesen sich für die deutsche Mannschaft vor 40.000 deutschen Zuschauern nicht als große Hürde (Spielergebnis 6:1). Das Spiel erwies sich darüber hinaus wegen des regennassen, tiefen Rasens als gelungene Generalprobe der Stollenschuhe.[54]

UngarnBearbeiten

Die Ungarn schlugen in einem besseren Trainingsspiel Südkorea mit 9:0. Gegen Deutschland, das im zweiten Vorrundenspiel nicht seine besten Spieler eingesetzt hatte (siehe oben), gelang ein 8:3-Erfolg.[55] Im Viertelfinale wartete als schwere Aufgabe das Spiel gegen die Individualisten aus Brasilien, das mit 4:2 gewonnen wurde. Diese Begegnung wurde als Schlacht von Bern bekannt, da es drei Platzverweise (für József Bozsik und Nilton Santos nach Fausteinsatz und Humberto Tozzi) während des Spiels gab und die Spieler sich nach einem kräftezehrenden Spiel in den Umkleidekabinen weiter angingen. Ebenfalls 4:2 siegten die Magyaren im enttäuschenden, da spielerisch schwachen[56] Halbfinale in der Verlängerung gegen Uruguay. Damit stand Ungarn nach einem weiteren strapaziösen Spiel im Finale. Die anschließende aufwändige Fahrt mit Privat-PKW ins Hotel Krone in Solothurn[57] hielt die siegesgewissen, ungarischen Spieler am Samstagabend nicht davon ab, Zigarette rauchend durch Zürich zu flanieren.[58]

Spielverlauf des WM-EndspielsBearbeiten

Ungarn Bundesrepublik Deutschland Aufstellung
Ungarn 
 
 
 
 
 
 
 
Finale
4. Juli 1954, 17:00 Uhr in Bern (Stadion Wankdorf)
Ergebnis: 2:3 (2:2)
Zuschauer: 65.000[59]
Schiedsrichter: William Ling (England  England)
Bundesrepublik Deutschland 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gyula GrosicsJenő Buzánszky, Gyula Lóránt, Mihály LantosJózsef Bozsik, József ZakariásSándor Kocsis, Nándor Hidegkuti, Ferenc Puskás (C) , Zoltán Czibor, Mihály Tóth
Cheftrainer: Gusztáv Sebes
Toni TurekWerner Kohlmeyer, Horst Eckel, Josef PosipalKarl Mai, Werner LiebrichHelmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter (C) , Hans Schäfer
Cheftrainer: Sepp Herberger
  1:0 Puskás (6.)
  2:0 Czibor (9.)


  2:1 Morlock (10.)
  2:2 Rahn (18.)
  2:3 Rahn (84.)

Erste HälfteBearbeiten

Nachdem sich die beiden Kapitäne Fritz Walter (Bundesrepublik Deutschland) und Ferenc Puskás (Ungarn) begrüßt und die Wimpel der beiden Fußballverbände ausgetauscht hatten, pfiff Schiedsrichter Ling um 16:53 Uhr, sieben Minuten zu früh[60], das Spiel an.[61] Nach einem kurzen Abtasten konnten die Deutschen einen ungarischen Blitzstart wie im Vorrundenspiel vermeiden. Doch bereits in der 6. Minute fiel das erste Tor der Ungarn durch Ferenc Puskás, der nach einem Zweikampf mit Werner Liebrich im Vorrundenspiel umknickte,[62][63] zwei Spiele aussetzen musste und noch nicht sein bestes Leistungsniveau erreicht hatte,[64] der einen Abpraller mit platziertem Flachschuss ins lange Eck verwerten konnte. Nur drei Minuten später erzielte Zoltán Czibor nach einem deutschen Abwehrfehler das 2:0. Keine 60 Sekunden später zog Helmut Rahn auf Linksaußen unwiderstehlich nach vorne, flankte nach rechts, und Max Morlock konnte den von Gyula Lórant abprallenden Ball an Gyula Grosics vorbei zum Anschlusstreffer einschieben.[65] Das Spiel wogte in der Folge hin und her. In der 18. Minute verwandelte Helmut Rahn nach einer Ecke von Spezialist Fritz Walter,[66] nach Hans Schäfers Irritation von Grosics,[67] mit einem Volleyschuss zum 2:2.[68] Die Ungarn verschärften ihr Angriffstempo, und der 35-jährige Torhüter Toni Turek begann zum Turm in der Abwehrschlacht zu werden, als er in der 28. Minute einen Schuss von Hidegkuti aus kurzer Entfernung wegfaustete. In der 36. Minute fiel Kocsis im Strafraum zu Boden, nachdem er von Liebrich bedrängt worden war – Schiedsrichter Ling gab keinen Elfmeter. Sechs Minuten danach konnte Grosics einen Schuss von Hans Schäfer gerade noch aus dem ungarischen Tor lenken, Rahns Nachschuss wurde durch Buzánszky abgewehrt. Unmittelbar darauf blieb Horst Eckel liegen – nach kurzer Behandlung war er wieder auf den Beinen.[69] Schließlich pfiff Schiedsrichter William Ling zur Pause.

HalbzeitBearbeiten

Mannschaftsarzt Franz Loogen und Masseur Erich Deuser hatten alle Hände voll zu tun, sich um Horst Eckel nach dem Zusammenprall zu kümmern und kleine Prellungen zu massieren. In der Halbzeit schimpften die deutschen Verteidiger mit den Stürmern, der Torhüter mit den Verteidigern; Herberger unterband die Streitigkeiten mit motivierenden Worten.[70]

In der ungarischen Kabine herrschte Ruhe, absolute Stille,[71] Betroffenheit und Mutlosigkeit. Sebes hatte die Anweisung gegeben, dass Linksaußen Czibor, der bisher rechts gespielt hatte, auf seine angestammte linke Seite wechseln sollte.[72]

Zweite HälfteBearbeiten

Die Ungarn kamen mit großer Entschlossenheit aus der Kabine. Bereits in der 46. Minute konnte Turek einen abgefälschten Schuss von Czibor und kurz darauf einen von Puskás aufnehmen. Aber selbst wenn Turek geschlagen war, retteten Kohlmeyer (53. Minute) oder die Latte (57. Minute). Nach etwa einer Viertelstunde ungarischer Drangperiode kündigte sich mit unübersehbar geringerem Tempo der Magyaren eine Wende an. Zwar musste Turek in der 67. Minute noch einen Schuss von Puskás mit dem Fuß parieren, bevor Kohlmeyer den Ball wegschoss. Doch ab etwa der 70. Minute wandelte sich das Spielgeschehen: die Ungarn mussten ihrem hohen Tempo und dem aufgeweichten Boden Tribut zollen, während die deutsche Elf von Fritz Walter angetrieben wurde und so wieder zu Torchancen kam. In der 74. Minute verhinderte Grosics ein Tor durch Rahn mit einer tollen Parade. Im Gegenzug musste Turek gegen Czibor klären. Kurze Zeit später prallten Turek und Hidegkuti aneinander. Der deutsche Torhüter blieb liegen, musste vom Mannschaftsarzt behandelt werden und konnte wieder in sein Tor zurückkehren. In der 84. Minute verlor der ungarische Läufer József Bozsik den Ball an den deutschen Linksaußen Hans Schäfer.[67] Dieser flankte den Ball in den ungarischen Strafraum. Die ungarische Abwehr klärte nur schwach, sodass der Ball zu Helmut Rahn kam. Der täuschte ein Zuspiel zu Ottmar Walter im Strafraum vor, trickste damit zwei Ungarn aus und schoss den Ball zum 3:2 aus etwa 16 Metern Entfernung in die linke untere Ecke.[73] Zunächst folgte noch ein Schuss der Deutschen auf das ungarische Tor, den Grosics hielt. Die deutsche Mannschaft kam wieder in Schwierigkeiten. Ungarn drang in den deutschen Strafraum ein, Puskás kam zum Schuss und der Ball lag im Tornetz (86. Minute) – Linienrichter Mervyn Griffiths (Wales) hatte zuvor Abseits signalisiert. Als die reguläre Spielzeit schon fast vorüber war, erschien Czibor frei fünf Meter vor Turek, der parieren konnte.[74] Dann klärte Fritz Walter an der Mittellinie zum Einwurf. Dieser wurde schnell ausgeführt und landete bei Bozsik, doch Schiedsrichter Ling pfiff zum Spielende – Deutschland war Weltmeister. Kurze Zeit später nahm Fritz Walter den WM-Pokal aus den Händen von Jules Rimet entgegen.

StatistikBearbeiten

Die Statistik wurde 2014 mithilfe der Radioreportage von Herbert Zimmermann und den vorhandenen Livebildern ermittelt. Die Zahlen belegen die Überlegenheit der ungarischen Mannschaft – insbesondere im Abschluss.[75]

Einzelauswertung Bundesrepublik Deutschland Ungarn
Tore 3 2
Schüsse 15 26
Schüsse aufs Tor 10 16
Geblockte Schüsse 8 7
Ecken 7 5
Fouls 10 7
Abseits 9 3

Mythos Wunder von BernBearbeiten

Fritz-Walter-WetterBearbeiten

Fritz Walter war beim Titelgewinn 1954 Kapitän der Nationalmannschaft und absolvierte insgesamt 61 Länderspiele für Deutschland, in denen ihm 33 Tore gelangen. Der schweizerische Nationalspieler Jacques Fatton bezeichnete ihn im Juni 1954 als Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels und bescheinigte ihm höchstes Spielniveau.[76]

Wie viele andere Männer des Jahrgangs 1920 war Fritz Walter im Zweiten Weltkrieg im Einsatz. Obwohl Herberger für seine Spieler Privilegien – wie ein Einsatz fernab der Front –[77] durchsetzen konnte, blieben die Nationalspieler nicht vom Kriegseinsatz verschont, und so musste Walter zunächst in Frankreich als Infanterist dienen. Nach Kriegsende fiel er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Dort erkrankte Walter an Malaria. Daraus resultierte seine Empfindlichkeit gegen Hitze. Niedrige Temperaturen und Regen förderten seine Physis und Psyche.[78]

Am Abend vor dem Endspiel in Bern besuchte ein ungarischer Reporter das Lager der deutschen Mannschaft in Spiez. Dort fragte er Sepp Herberger, ob er glaube, dass seine Mannschaft im Endspiel eine Chance gegen die Ungarn habe. Herberger sagte, dass Deutschland Ungarn zwar spielerisch unterlegen sei, die Dinge jedoch anders laufen könnten, wenn es denn am 4. Juli regnen würde. Am Morgen des Endspieltages schauten die Spieler gen Himmel, doch es kam kein Regen. Erst zur Mittagsstunde fielen die ersten Regentropfen.

„Friedrich, es regnet!“

Max Morlock[79]

Es war dem Fritz sei Wetter,[80] wie es im Lauterer Dialekt hieß.

StollenschuheBearbeiten

 
Skulptur von Adolf Dassler im Adi-Dassler-Stadion Herzogenaurach, Bildhauer Josef Tabachnyk, Bronze, 2006

Adolf „Adi“ Dassler war der Zeugwart der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954. Er rüstete die deutsche Mannschaft mit einem innovativen und technowissenschaftlich revolutionären Fußballschuh mit dünnerem, leichteren Leder und – vor allem – herausnehmbaren Stollen aus, die im weichen und schwammigen Rasen besseren Halt geben.[81] Dieser Vorteil zeigte sich im Finale von Bern, wo es während des gesamten Spiels in Strömen regnete. In der Halbzeitpause wurden die Stollen ausgetauscht. Der linke Schuh des Siegtorschützen Helmut Rahn wurde dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund überlassen und ist Bestandteil der Dauerausstellung.[82]

Hörfunk und FernsehreportagenBearbeiten

 
Logo der Eurovision

Zu Beginn des WM-Turniers gab es in Deutschland 27.592 Fernsehteilnehmer. Beim Endspiel wurde eine Million Zuschauer geschätzt. In Deutschland waren sämtliche Lagerbestände an Fernsehgeräten leer gekauft.[83] Das Finale wurde von acht europäischen Ländern der Eurovision übertragen, die in den Spielen in der Schweiz ihre Bewährungsprobe sah.[84] Die Tonspur der TV-Reportage von Bernhard Ernst ist verloren gegangen, vom Filmmaterial sind trotz akribischer Recherche von Johann-Günther Schlüper nur 18 Minuten vorhanden.[85] Diese Filmbilder werden in Deutschland fast immer mit dem Radiokommentar von Herbert Zimmermann unterlegt, der sich lange vor dem Finale Gedanken gemacht hatte, wie bei einer weiteren drohenden Niederlage gegen Ungarn formuliert werden könnte.[86] Der ungarische Kommentator György Szepesi zählte Zeitzeugen zufolge als „zwölfter Mann der Goldenen Elf“[87] und sprach während des Endspiels 90 Minuten ununterbrochen.[88] Auszüge ihrer Reportagen deuten das Wechselbad der Gefühle an.

„Dann kommt der Ball weiter nach vorne zu Kocsis. Na, Sanji, jetzt pass auf! Schuss! Der Ball springt zu Puskás. Puskás schießt […] TOOOR […] EIN GROSSARTIGES TOOOR! Das ist das Führungstor. Öcsis linker Fuß ist gesund […] Das konnte man bei diesem Schuss sehen […] Unser Führungstor! Und jetzt ruhig, Jungens, so, wie wir beim 8:3 gespielt haben.“

György Szepesi[89]

In der ersten Halbzeit war Zimmermann ob der Reflexe von Torhüter Toni Turek bei der Verteidigung des 2:2 außer sich geraten:

„Schuss! Abgewehrt von Turek – Turek, du bist ein Teufelskerl, Turek, du bist ein Fußballgott.“

Herbert Zimmermann[90]

Dafür handelte er sich ernste Tadel von Kirchenvertretern ein und hatte vor dem Intendanten zu erscheinen. Szepesi lobte bereits in der ersten Hälfte den lehrbuchhaften Fußball der Deutschen.

„Es ist schwer, sehr, sehr schwer. Wer hätte gedacht, dass die Deutschen die Bälle so gut zuspielen. Mit ihrer Stürmerreihe machen sie […] die ungarische Verteidigung verrückt.“

György Szepesi[88]

„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern. Keiner wankt. Der Regen prasselt unaufhörlich hernieder. Es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht [sic!] aus, wie könnten sie auch! Eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre, und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend – jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer, Schäfers Zuspiel zu Morlock wird […] abgewehrt, und Bozsik […], der rechte Läufer der Ungarn, am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer, Schäfer nach innen geflankt – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! […] Halten Sie mich für verrückt, […] ich glaube, auch Fußball-Laien sollten ein Herz haben, sollten sich […] mitfreuen und sollten jetzt Daumen halten.“

Herbert Zimmermann[91]

„Liebe Hörer, Rahns Schuss ist drin, in der rechten Ecke, sechs Minuten vor Schluss […] Die Jungens stehen zusammengebrochen da. Die Menge schreit. Sechs Minuten noch. Blendend hat die ungarische Mannschaft gespielt. Ich kann nichts anderes sagen. Meine Tränen fließen, aber glauben sie mir, dass die Jungens alles gegeben haben.“

György Szepesi[88]

„Drei zu zwei führt Deutschland fünf Minuten vor dem Spielende. Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt. Ich glaube, auch Fußball-Laien sollten ein Herz haben und sollten sich an der Begeisterung unserer Mannschaft und an unserer eigenen Begeisterung mitfreuen und sollten jetzt Daumen halten. Viereinhalb Minuten Daumen halten in Wankdorf. Drei zu zwei führt Deutschland nach dem Linksschuss von Rahn, der flach im linken Eck einschlug […] Drei zu zwei für Ungarn – für Deutschland – ich bin auch schon verrückt, Entschuldigung! […] Und die Ungarn, wie von der Tarantel gestochen, lauern die Puszta-Söhne, drehen jetzt den siebten oder zwölften Gang auf, Und Kocsis flankt – Puskás abseits – Schuß – aber nein, kein Tor! Kein Tor! Kein Tor! Puskás abseits.“

Herbert Zimmermann[92]

Das Ende des Spiels:

„Es kann nur noch ein Nachspiel von einer Minute sein. Deutschland führt […] Aber es droht Gefahr – die Ungarn auf dem rechten Flügel – Jetzt hat Fritz Walter den Ball […] ins Aus geschlagen. Wer will ihm das verdenken? Die Ungarn erhalten einen Einwurf zugesprochen – der ist ausgeführt – kommt zu Bozsik – Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist aus! – Deutschland ist Weltmeister – schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern!“

Herbert Zimmermann[93]

„Puskás, du hast den Ball!!! SCHUSS!!! TOOR!!! […] ABSEITS. Abseits; Griffiths hat Abseits angezeigt, meine Hörer, Griffiths hat auf Abseits entschieden […] Ende des Spiels. Weltmeister ist Westdeutschlands Mannschaft. […] Vier Jahre waren wir ungeschlagen. Jetzt haben wir verloren. Das ist keine Tragödie, meine Hörer […] Es ist eine Niederlage im Fußball.“

György Szepesi[94]

Bei Radio DDR klang das so:

„Noch einmal Einwurf für die Ungarn. Gleich ist es so weit, der Einwurf kommt, zurück noch einmal Buzánszky, Buzánszky flankt. Der Schlusspfiff. Schlusspfiff. Schlusspfiff im Berner Wankdorf-Stadion. Das Unvorstellbare ist passiert. Die westdeutsche Nationalmannschaft wird Fußball-Weltmeister 1954 im Endspiel gegen Ungarn. Die ganze Fußballwelt steht auf dem Kopf. Die westdeutschen Spieler liegen sich natürlich in den Armen. Die Ungarn sind großartige Verlierer, sie gratulieren den westdeutschen Spielern, […]“

DopingverdachtBearbeiten

Ungarns Kapitän Ferenc Puskás hatte den Finalgegner in mehreren Interviews des Dopings beschuldigt. Gerüchte diesbezüglich hielten sich in den folgenden Jahrzehnten hartnäckig, wurden jedoch von den Beteiligten stets bestritten. Puskás nahm später seine Anschuldigung zurück.[96] Ein Indiz für Injektionen war eine Gelbsuchterkrankung diverser Spieler nach der Weltmeisterschaft. Eine Untersuchung der gesamten Mannschaft in der Universitätsklinik Düsseldorf am 27. Oktober 1954 ergab, dass praktisch alle Spieler Leberschädigungen in unterschiedlicher Schwere davongetragen hatten.[97] Richard Herrmann starb 1962 an Leberzirrhose. Auch das Ableben von Werner Liebrich kann als Folgeerscheinung einer nicht behandelten Gelbsucht gedeutet werden.[98] Ein Gutachten des DFB im November 1954 führte die Infektion auf das „enge Zusammenleben der Mannschaft“ zurück und hielt es für „unwahrscheinlich“, dass die Übertragung durch Injektionen mit unsterilen Spritzen erfolgt sei. Dies gilt heute allgemein als Fehldiagnose. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Spieler durch eine Gruppeninjektion infizierten. Da es damals noch keine Einwegspritzen gab, wurden die Injektionen vermutlich durch ein- und dieselbe Spritze verabreicht. Diese Inokulationshepatitis hatte der zuständige Arzt zu verantworten.

2004 wurde bekannt, dass der Platzwart des ehemaligen Wankdorf-Stadions nach dem WM-Finale leere Glasampullen in einem Abflussgitter des Mannschaftsraumes gefunden hatte.[99] Diese leeren Ampullen ließen darauf schließen, dass der damalige deutsche Mannschaftsarzt den Spielern unmittelbar vor dem Finale eine Flüssigkeit verabreicht hatte. In der Folge räumten Ottmar Walter und Horst Eckel, zwei der zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Spieler der Weltmeister-Elf, dies schließlich ein.[100] Den Sportlern und DFB-Offiziellen zufolge soll es sich bei den Injektionen um eine Vitamin-C-Lösung gehandelt haben. Anti-Doping-Bestimmungen gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.[101] Auch beim Finalgegner Ungarn sollen Mittel verabreicht worden sein. Torhüter Gyula Grosics sprach von Vitamin C und Traubenzucker. Im Unterschied zu den Deutschen sollen die Mittel bei den Ungarn in Tablettenform verabreicht worden sein.[102]

In den 2010er Jahren kam die wissenschaftliche Arbeit „Geschichtliche Aspekte in der Präanabolen Phase“ vom Sporthistoriker Erik Eggers der Studie „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ unter der Federführung von Giselher Spitzer im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft anhand von Indizien zu dem Fazit,[103] dass einige deutsche Fußballnationalspieler mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre sportlichen Leistungen mit Pervitin gesteigert hätten.[104] Der Sporthistoriker Eggers hält es für unglaubwürdig, dass es sich um nur Vitamin-C-Injektionen handelte.[105] Des Weiteren stand der DFB unter der Ägide des Dachverbands Deutscher Sportbund, nach dessen sportrechtlichen Statuten ab 1953 künstliche Leistungssteigerungen, beispielsweise mit Spritzen, verboten waren.[106] Dopingkontrollen wurden bei Fußball-Weltmeisterschaften erst ab der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 eingeführt.[107]

Rückkehr der WeltmeisterBearbeiten

 
Der „Weltmeisterzug“ von 1954
 
Spielball
 
Die fünf Kaiserslauterer WM-Helden von Bern in Bronze vor dem Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, von links: Liebrich, F. Walter, Kohlmeyer, Eckel, O. Walter

Für die Heimfahrt der siegreichen Mannschaft am Morgen des 5. Juli stellte die Deutsche Bundesbahn einen Sondertriebwagen (BR VT 08) zur Verfügung. Dieser startete mit den Weltmeistern im schweizerischen Spiez und über Interlaken, Luzern und Zug ging es nach Zürich, wo FIFA-Vizepräsident Ernst Thommen als Dankeschön für seinen Einsatz beim 27. FIFA-Kongress der Ball des Endspiels überreicht wurde, den Werner Kohlmeyer entführt hatte und ursprünglich Sepp Herberger zum 100. Länderspiel zugedacht war.[108] Auf der Fahrt von der Grenze bei Schaffhausen in Richtung München spielten sich historische Jubelszenen ab. Dicht an dicht säumten die Menschen die Bahnstrecke, Musikkapellen und Begrüßungsredner wurden übertönt und die Spieler waren auf Grund der Menschenmassen nicht in der Lage, den Triebwagen für Interviews oder Autogramme zu verlassen. In Singen wurden 5.800 Bahnsteigkarten[109] verkauft, in Radolfzell ließ Schiesser Geschenkkartons mit Feinripp-Unterwäsche überreichen und entlang der Strecke nach Konstanz winkten und jubelten Begeisterte, so wie es höchstens anlässlich der Tour de France zu erleben ist. Konstanz war am 5. Juli 1954 zwischen 18:32 und 18:55 Uhr im Ausnahmezustand. Der Südkurier titelte: „So etwas hat Konstanz noch nie erlebt […] Seit den großen Tagen der Luftschiffe hat in Friedrichshafen kein Ereignis so viele Menschen auf die Beine gebracht wie dieser kurze Aufenthalt (15 Minuten) der Fußball-Weltmeister.“[110] Beim Ausstieg der Weltmeister in Lindau „hielten die Sperren gerade noch, bis die Fußballer kamen.“ Es war ein Volksfest und die Polizeistunde war aufgehoben. Im Hotel wartete Fritz Szepan, Schalkes früherer Sturmführer.[111] Die weiteren Stationen Oberstaufen, Immenstadt, Kempten, Kaufbeuren und Landsberg boten unvorstellbare Szenen.[112] Etwa 500.000 Begeisterte[113] in Bayerns Landeshauptstadt bildeten den Höhepunkt, bei dem Oberbürgermeister Thomas Wimmer die Silberne Plakette der Stadt verlieh[114] und Fritz Walter am Abend im Löwenbräukeller nach der umstrittenen Rede[115] von DFB-Präsident Peco Bauwens (NSDAP-Mitgliedsnummer 2.103.982[116]) zum ersten Ehrenspielführer der Nationalmannschaft ernannt wurde. Von München aus setzten die Helden von Bern ihren Triumphzug fort. In Kaiserslautern standen über 100.000 Menschen bereit. Miles B. Reber, der Kommandierende General der amerikanischen Besatzungstruppen, sagte, die amerikanischen Soldaten seien so stolz auf „ihre“ Nationalspieler wie die Lauterer selbst. Der Vorsitzende des Südwestdeutschen Fußballverbands skandierte: „Es gibt in Deutschland nur eine Fußballhochburg, und die heißt Kaiserslautern“.[117] Für Hans Schäfer und Paul Mebus wurden auf dem Kölner Bahnhof die Absperrungen durchbrochen, in Nürnberg jubelten 30.000 Schülerinnen und Schüler im Stadion[118] Max Morlock zu, dem von der Auto-Union ein DKW spendiert wurde. Karl Mai und Herbert Ehrhardt erhielten von der Spielvereinigung Fürth goldene Lorbeerkränze. Jupp Posipal und Fritz Laband wurden von ihrem Hamburger Arbeitgeber Betten-Holm NSU-Lambretta-Motorroller spendiert. Mehr als 100.000 Begeisterte jubelten in Essen Helmut Rahn zu. Doppelt so viele waren in Düsseldorf in Achtspännern, Cabriolets, Musikkapellen und Bierwagen unterwegs, um Toni Turek, Franz Loogen und Erich Deuser zu feiern.[119] Am 18. Juli 1954 flogen die Fußballweltmeister zum offiziellen Empfang des Silbernen Lorbeerblatts nach Berlin.

„Über diesen Sieg der deutschen Fußballer in der Schweiz können wir uns alle freuen.“

Historische AuswirkungenBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

Zu Kritik im Ausland führte die Tatsache, dass die deutschen Zuschauer im Wankdorf-Stadion bei der Siegerehrung beim Abspielen der Nationalhymne die erste Strophe des Deutschlandlieds sangen. Das „Deutschland, Deutschland über alles […] von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ führte zur Unterbrechung der Sendung des Schweizer Rundfunks, ertönte zwischen Singen und Kaiserslautern, füllte die Leserbriefseiten und Kolumnen des Hamburger Abendblatts, der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel.[121]

Nachdem die Weltmeisterschaft mit dem unerwarteten Titelgewinn endete, entstand ein kollektives „Wir-Gefühl“.[122] Es hieß „Wir sind Weltmeister“[123][124] und „Wir sind wieder wer“.[125] Dies war bezogen auf die scheinbare Bedeutungslosigkeit Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Da man die Fußball-Weltmeisterschaft und nahezu zeitgleich Mercedes den Großen Preis von Frankreich in Reims und Christel Schaack am 20. Juni den Titel der Miss Europe gewonnen hatte, konnte man stolz darauf sein, ein Deutscher zu sein. Historiker bezeichneten dies als eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland.[126][127]

UngarnBearbeiten

Das Neue Deutschland berichtete über die Heimkehr der Mannschaften […], Ungarns:

„Tausende von Menschen aus den umliegenden Grenzdörfern stürmten die Wagen auf dem Grenzbahnhof Hegyeshalom, umarmten die Spieler noch in den Fenstern.“

Neues Deutschland[128]

In Budapest kam es jedoch zu dreitägigen Unruhen. Zehntausende zogen durch die Stadt und warfen Schaufenster ein. Die Menschen zogen zum Bahnhof Keleti, weil sie dachten, dass die Mannschaft dort ankommen würde. Dieser Aufruhr war ein Anlass, um Frust abzulassen.[129] Das ungarische Team – ohne Sebes und Puskás, die es vorzogen, mit dem PKW zu reisen – wurde in das Trainingszentrum in Tata umgeleitet und dort von der Geheimpolizei und Rákosi erwartet.[130]

„Wir haben gedacht: Du lieber Gott, was wird mit uns passieren? So etwas ist vorher noch nie vorgekommen. […] Natürlich haben wir vorher auch nicht verloren […] Rakosi sagte: „Niemand von euch soll Angst haben, bestraft zu werden für dieses Spiel.“ […] Als dieser Satz fiel, wusste ich, dass er genau das Gegenteil bedeutet.“

Gyula Grosics[131]

Am systemkritischen Torhüter Gyula Grosics wurde ein Exempel statuiert. Er wurde im Januar 1955 wegen Spionage und Landesverrat verhaftet[132] und 1956 zu Tatabánya Bányász SC in die Provinz zwangsversetzt. Dennoch bestritt er zwei weitere Endrunden für Ungarn. Auch für andere Spieler hatte die Niederlage Folgen. So konnte der lukrative Schmuggel über die Grenze, den die Behörden vor dem 4. Juli noch gern übersahen, bei Auswärtsspielen nicht mehr betrieben werden. Ferenc Puskás sagte später, die Menschen in Budapest hätten ihn bei seiner Ankunft nach dem verlorenen Endspiel angeschaut, als habe er eine Krankheit.[133] Puskás, Kocsis, Hidegkuti & Co. waren jetzt nicht mehr die uneingeschränkten Lieblinge der Ungarn. Die „Goldene Elf“ blieb weitere zwei Jahre zusammen und setzte ihre Siegesserie fort. Doch als im Jahr 1956 der Ungarische Volksaufstand von den Kommunisten brutal niedergeschlagen wurde und die Mannschaft von Honvéd Budapest nach einer lange geplanten Südamerika-Tournee in Wien weilte,[134] entschlossen sich die meisten von ihnen, nach Spanien zu wechseln. Kocsis und Czibor spielten in Barcelona, zusammen mit ihrem Landsmann László Kubala, der Ungarn schon früher den Rücken gekehrt hatte, Puskás in Madrid. Mit dem FIFA-Bann für die abtrünnigen Spieler und dem Drang der Jugendauswahlspieler in den Westen war die Zeit der ungarischen Fußballerfolge beendet. Lóránt wurde auf Vermittlung von Herberger an der Deutschen Sporthochschule Köln aufgenommen.[135]

Die Niederlage sorgte für großen Unmut in der Bevölkerung, was Historikern als Vorzeichen des Ungarischen Volksaufstands 1956 gilt.[136]

Die „Helden von Bern“ nach dem TitelgewinnBearbeiten

 
Autogrammkarte der Weltmeister

Sepp Herberger war zwei weitere Weltmeisterschaften Trainer der Nationalmannschaft, ehe er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog. Fritz Walter setzte seine Nationalmannschaftskarriere bis 1958 fort und machte später Werbung für Unternehmen, schrieb Sportbücher und besaß in Kaiserslautern zeitweise ein Kino.[137] Jupp Posipal (Möbelkaufmann), Hans Schäfer (Tankstellenbetreiber), Horst Eckel (Realschullehrer), Max Morlock (Sportartikel-Vertrieb), Werner Liebrich (Besitzer einer Toto-Lotto-Annahmestelle), Heinrich Kwiatkowski (Reprofotograf in der Stadtbildstelle Dortmund) und die Gastwirte Alfred Pfaff und Fritz Laband gingen mit unterschiedlichem Erfolg beruflichen Tätigkeiten nach. Hans Bauer war bis zu seiner Pensionierung als Mineralölkaufmann tätig. Herbert Erhardt, Karl Mai, Ulrich Biesinger und Paul Mebus waren als Trainer tätig. Karl-Heinz Metzner war Technischer Zeichner bei der Bundesbahn. Bernhard Klodt war Wirt am Schalker Markt, ehe er Verkaufsleiter einer großen Brauereigruppe im Ruhrgebiet wurde. Alfred Pfaff war ab 1954 Gastwirt und führte seine Gastwirtschaft zuerst in Frankfurt-Praunheim und später an der Frankfurter Hauptwache. Helmut Rahn wurde im Dezember 1957 zu 14 Tagen Gefängnis wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt nach einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss verurteilt.[138] Werner Kohlmeyer verfiel dem Alkohol, verlor seine Toto-Lotto-Annahmestelle[139] und musste seine WM-Medaille verkaufen. Kohlmeyer starb 1974 mit weniger als 50 Jahren an den Folgen seines langjährigen übermäßigen Alkoholkonsums.[140] Ottmar Walters Versuch, sich das Leben zu nehmen, scheiterte und er bekam von der Stadt Kaiserslautern eine Stelle in der Verwaltung angeboten, nachdem er lange arbeitslos gewesen war. Toni Turek erkrankte 1973 an einer rätselhaften Lähmung der Beine, es folgten Herzinfarkt und Schlaganfall, sodass der ehemalige „Fußballgott“ 1984 mit 65 Jahren verstarb.[141] Horst Eckel, der Jüngste in der Weltmeistermannschaft, starb als letzter Held von Bern am 3. Dezember 2021.[142]

Mediale RezeptionBearbeiten

Der von der deutschen Boulevardpresse rund um das WM-Turnier 1954 gezogene Zusammenhang zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und einem Wunder[143] wurde nach dem Turniersieg wortwörtlich auch von internationalen Organen (Le Figaro, De Telegraaf, Nieuws van den Dag) gezogen. Im Band zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde lakonisch festgestellt: „Solche Wunder geschehen immer wieder!“[144] Arthur Heinrich publizierte 2003 im American Behavioral Scientist in „gebührendem zeitlichen Abstand“ eine Einordnung, die zeitgenössisches Gedankengut in historischen Kontext sowie die politische und gesellschaftliche Dimension klar stellte. Nach einer Veröffentlichungsflut zum 50-jährigen Jubiläum 2004 fand Bern später – selbst anlässlich des Jubiläumsspiels zum 50. Jahrestag am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern gegen Ungarn – keine Erwähnung. Nach dem Fußball-WM-Halbfinale Brasilien – Deutschland am 8. Juli 2014 deckte der Beginn einer neuen Legende den Mythos Bern 60 Jahre später fast vollständig zu.[145] Der kicker reklamierte in einer Retrospektive im Juli 2020 die ursprüngliche Wortwahl für sich – verweist jedoch auf die damals verbreitete Wunderterminologie.[146]

Zeitgenössische RezeptionBearbeiten

Berichte zeigten vor dem Turnier, dass ein gutes Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft keine Sensation darstellen würde. Harfst zitiert in seiner Dissertation Printmedien in England, Frankreich, Österreich und der Schweiz. In der Ausgabe der französischen Libération vom 9. Juni 1954 kam der schweizerische Nationalspieler Jacques Fatton folgendermaßen zu Wort: „Moi, je ne vois pas la Hongrie gagner la Coupe du Monde (…) ni le Brésil, ni l'Uruguay. (…) Si je m'en tiens à mon expérience pratique de joueur, l'adversaire qui me paraît le plus redoutable, c'est l'Allemagne. Il y aura de grosses surprises en Coupe du Monde, les Allemands peuvent en être les grands bénéficiares.“[76] (dt.: Ich sehe nicht, dass Ungarn die Weltmeisterschaft gewinnt (…) oder Brasilien oder Uruguay (…). Wenn ich mich auf meine praktische Erfahrung als Spieler verlasse, ist der Gegner, den ich am meisten fürchten würde, Deutschland. Es wird große Überraschungen bei der Weltmeisterschaft geben, die Deutschen können davon profitieren.) Der englische Daily Worker legte sich am 12. Juni 1954 fest: „Die deutsche Elf wird hinter Ungarn, Uruguay, Brasilien und Frankreich auf Rang fünf eingeschätzt.“[76] Auch die Wiener Zeitung platzierte das deutsche Team am selben Tag gleichauf mit den Österreichern auf Platz fünf.[147] Der kicker hoffte in seiner Ausgabe vom 14. Juni 1954 „(…) auf ein Wunder (…)“.[146] Die Sporttageszeitung L’Équipe zählte die deutsche Mannschaft neben Brasilien, Ungarn, Österreich und England zu den „interessantesten Mannschaften“.[148] Die Basler Nachrichten trauten der deutschen Elf, die einige Tage zuvor ausgiebig analysiert wurde, in ihrer Ausgabe vom 14. Juni 1954 einen Erfolg gegen Ungarn zu.[149] Le Monde verkündete am 16. Juni 1954, dass „(…) die deutsche Elf hinter den Topfavoriten Ungarn, Uruguay und Brasilien mit England, Italien, Österreich und Jugoslawien zu den Folgefavoriten gerechnet wird.“ Am 1. Juli 1954 titelte die Bild-Zeitung nach dem 6:1 gegen Österreich: […] „Deutsche Elf so gut wie noch nie […] Die elf Männer im Adlertrikot erzwangen das Wunder der Fußballweltmeisterschaft 1954!“[143] De Telegraaf berichtete am 2. Juli 1954 zum selben Anlass von Karel Lotsy, dem niederländischen Beobachter der FIFA: „Was ihre Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hat, war Fußball in Vollendung, wie sie einmalig ist. Von diesem Spiel wird man in Jahrzehnten noch sprechen.“[150] Selbst der unterlegene Gegner zollte Respekt entsprechend einem Bericht in der Welt am Montag am 2. Juli 1954: „Der in Österreich weit verbreitete Irrtum, die Deutschen könnten nur durch großen Kampfgeist und unerbittliche Härte Wirkung erzielen, wurde diesmal klar widerlegt. Die Mannschaft bot eine hochklassige Leistung.“[151]

Der erste große deutsche Sporterfolg nach 1945 fand in der internationalen Presse eine entsprechende Beachtung und Würdigung. Der Daily Express schrieb: „Diese wenig beachteten Deutschen, jahrelang die Parias im internationalen Fußball, schlugen zurück und gewannen. Sie gewannen, weil sie im Gegensatz zu jeder anderen Mannschaft dieser Meisterschaftsserie sich weigerten, auf die erschreckenden Geschichten der magyarischen Ballzauberei zu hören.“ In Frankreich hieß es beim Le Figaro: „Man muß schon anerkennen, daß die deutschen Fußballer in wunderbarer Weise ihre Fähigkeiten zu verwerten wußten. […]“ und in den Niederlanden beim De Telegraaf: „Die Wundermannschaft der Magyaren ist geschlagen. Sie wurde von einer Elf bezwungen, die eine Einheit war und sich mit aller Kraft gegen eine langdauernde Offensive zur Wehr setzte, um dann die gebotenen Chancen auf glänzende Weise zu nutzen. […]“ sowie bei Nieuws van den Dag: „Das Wunder ist geschehen. Der Großmeister ist durch eine Mannschaft bezwungen worden, der niemand eine Chance gab, die aber trotzdem den Sieg errang, weil sie die gleiche messerscharfe Waffe wie die Ungarn gebrauchte: eine geschlossene Einheit, zu der alle elf Spieler von Anfang bis Ende alles beitrugen.“[152]

Rezeption in den FolgejahrenBearbeiten

Das Wunder von Bern bot in einigen Fällen die Grundlage für Filme. Der erste Film, der sich mit dem deutschen Titelgewinn 1954 auseinandersetzte, war 1994 Das Wunder von Bern: Deutschland und die Fußball-WM 1954[153] von Ulrich Lenze.

Acht Jahre später produzierten drei Studenten der Fachhochschule Offenburg den 11-minütigen Brickfilm Die Helden von Bern, der die Höhepunkte des Endspiels von Bern mit Legofiguren zeigt. Unterlegt wurde dieser Trickfilm mit den Kommentaren von Herbert Zimmermann. Um die alte Tradition des Kurzfilms wieder aufleben zu lassen, führten die Verantwortlichen einen nicht-kommerziellen Kinostart im Jahr 2003 durch. Dank einiger Sponsoren konnte eine Ausbelichtung auf 35-mm-Film realisiert werden. Davon wurde eine Vielzahl an Kopien gezogen, die bundesweit in ausgewählten Kinos gezeigt wurden.

Ein Jahr später, 2004, sendete das ZDF den 90-minütigen Dokumentarfilm Das Wunder von Bern – die wahre Geschichte. Der Film von Guido Knopp beschreibt die Geschehnisse vor, während und nach dem Titelgewinn der deutschen Mannschaft. Darin kommen zahlreiche beteiligte Personen wie Ottmar Walter, Co-Trainer Albert Sing, Ersatz-Torwart Heinrich Kwiatkowski, Jenő Buzánszky und Gyula Grosics zu Wort. Im gleichen Jahr wurde der Dokumentarfilm Das Wunder von Bern – Das Spiel – Eine Rekonstruktion vom ZDF gezeigt. Hierfür wurde das verfügbare Original-Filmmaterial zusammengetragen, zusammengeschnitten und mit dem Radiokommentar unterlegt. Insgesamt konnten so 38 Minuten des Spiels rekonstruiert werden.

Auch Spielfilme verwiesen auf das Wunder von Bern. So verwendete Rainer Werner Fassbinder die Radioreportage des Endspiels von Bern in seinem Film Die Ehe der Maria Braun, um während der gesamten mehrminütigen Schlussszene des Films den Zeitbezug zum Jahr 1954 herzustellen. Am wohl bekanntesten ist Sönke Wortmanns Film Das Wunder von Bern aus dem Jahr 2003. Der Film beschreibt die Geschichte vom unerwarteten Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern. Darüber hinaus beschreibt der Film die Schwierigkeiten eines heimgekehrten Kriegsgefangenen, der sich in seinem alten Leben nicht mehr zurechtfindet, parallel zum deutschen Erfolg seinem Sohn und seiner Familie wieder näherkommt.[154][155] Die NDR Radiophilharmonie spielte im Januar 2023 unter Dirigent Frank Strobel die Filmmusik zu Wortmanns Film Das Wunder von Bern.[156]

2014 entstand in Hamburg ein Musical mit dem Titel Das Wunder von Bern, welches am 23. November 2014 uraufgeführt wurde.[157] Die Handlung ist an Sönke Wortmanns Spielfilm angelehnt. Produzent ist die Firma Stage Entertainment Germany.[158]

LiteraturBearbeiten

TonträgerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Final of the 1954 FIFA World Cup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 36, S. 100.
  2. Sebastian Harfst: Die Rezeption des Wunders von Bern durch Printmedien in England, Frankreich, Österreich und der Schweiz - ein Beitrag zu einem der Gründungsmythen der Bundesrepublik auf Quellenbasis ausgewählter Tages- und Wochenzeitungen. 2010, S. 15–16.
  3. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 91–96.
  4. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 107.
  5. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 52.
  6. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 9.
  7. Péter Morvay: Az Aranycsapat drámája. Abgerufen am 8. November 2022 (ungarisch).
  8. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 61.
  9. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 104–105.
  10. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 24.
  11. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 35.
  12. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 37.
  13. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 26.
  14. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 42.
  15. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 93.
  16. 70 Jahre im Zeichen freundschaftlicher Rivalität. In: fifa.com. 12. Oktober 2020, abgerufen am 30. Oktober 2022.
  17. Friedebert Becker in Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 27.
  18. Sebastian Harfst: Die Rezeption des Wunders von Bern durch Printmedien in England, Frankreich, Österreich und der Schweiz - ein Beitrag zu einem der Gründungsmythen der Bundesrepublik auf Quellenbasis ausgewählter Tages- und Wochenzeitungen. 2010, S. 36.
  19. 70 Jahre im Zeichen freundschaftlicher Rivalität. In: fifa.com. 12. Oktober 2020, abgerufen am 30. Oktober 2022.
  20. Freundschaftsspiele 1952 - So. 05.10.1952 - 15:00 Uhr. Fussballdaten.de, abgerufen am 15. September 2022.
  21. Walter: 3:2. Deutschland ist Weltmeister!. 1954, 2004, 2020, S. 63.
  22. Oliver Link: Das Wunder von Bern - Das Spiel ist niemals aus. Stern (Zeitschrift), 30. September 2003, abgerufen am 16. Januar 2023.
  23. Der Architekt des Wunders – Sepp Herberger und der WM-Titel von 1954. Sepp-Herberger-Stiftung, 30. Juni 2014, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  24. A berni csoda. origo.hu, 29. Mai 2008, abgerufen am 3. Oktober 2022 (ungarisch).
  25. Der Architekt des Wunders – Sepp Herberger und der WM-Titel von 1954. Sepp-Herberger-Stiftung, 30. Juni 2014, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  26. Péter Morvay: Az Aranycsapat drámája. Abgerufen am 8. November 2022 (ungarisch).
  27. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 69.
  28. Christian Eichler: Ungarn besiegt England – Der Tag, an dem die Fußballwelt eine Kugel wurde. faz.net, 24. November 2003, abgerufen am 29. Dezember 2022.
  29. 50 Jahre nach dem Wunder von Bern:"Wir haben verloren. Das bleibt." Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2010, abgerufen am 21. November 2022.
  30. Michel: Deutschland ist Weltmeister!. 2004, S. 17.
  31. a b Walter: 3:2. Deutschland ist Weltmeister!. 1954, 2004, 2020, S. 24.
  32. Kasza: 1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004, S. 45–46.
  33. Michel: Deutschland ist Weltmeister!. 2004, S. 24.
  34. Der Architekt des Wunders – Sepp Herberger und der WM-Titel von 1954. Sepp-Herberger-Stiftung, 30. Juni 2014, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  35. Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 41.
  36. Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 43.
  37. Thomas Gerlach: Der Geist von Spiez. Die Welt, 2. Juni 2008, abgerufen am 31. August 2022.
  38. Heinrich: Tooor! Toor! Tor! 40 Jahre 3:2. 1994, S. 24.
  39. Der Architekt des Wunders – Sepp Herberger und der WM-Titel von 1954. Sepp-Herberger-Stiftung, 30. Juni 2014, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  40. a b Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 44.
  41. Michel: Deutschland ist Weltmeister!. 2004, S. 31.
  42. Walter: 3:2. Deutschland ist Weltmeister!. 1954, 2004, 2020, S. 50.
  43. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 160.
  44. Der Architekt des Wunders – Sepp Herberger und der WM-Titel von 1954. Sepp-Herberger-Stiftung, 30. Juni 2014, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  45. Heinrich: Tooor! Toor! Tor! 40 Jahre 3:2. 1994, S. 43.
  46. Heinrich: Tooor! Toor! Tor! 40 Jahre 3:2. 1994, S. 36.
  47. Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 92.
  48. Rahn: Mein Hobby: Tore schießen. 1959, S. 96.
  49. Michel: Deutschland ist Weltmeister!. 2004, S. 43.
  50. Rahn: Mein Hobby: Tore schießen. 1959, S. 26.
  51. Walter: 3:2. Deutschland ist Weltmeister!. 1954, 2004, 2020, S. 116–120.
  52. Brüggemeier: Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004, S. 183.
  53. Walter: 3:2. Deutschland ist Weltmeister!. 1954, 2004, 2020, S. 128.
  54. Der Architekt des Wunders – Sepp Herberger und der WM-Titel von 1954. Sepp-Herberger-Stiftung, 30. Juni 2014, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  55. A berni csoda. origo.hu, 29. Mai 2008, abgerufen am 3. Oktober 2022 (ungarisch).
  56. Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 158.
  57. Wolfgang Wagmann: Als beim WM-Final in Bern für die Ungarn die Seifenblase platzte. Solothurner Zeitung, 13. Juli 2014, abgerufen am 20. November 2022.
  58. Heinrich: Tooor! Toor! Tor! 40 Jahre 3:2. 1994, S. 25.
  59. Bahr: Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 178.
  60. SWR2, SWR2: Tooor, Tooor, Toor! Das WM-Finale in Bern: die ganze Reportage | 4.7.1954. Abgerufen am 12. Dezember 2022.
  61. Weltmeister Horst Eckel: Der "Windhund" wird 80. 8. Februar 2012, abgerufen am 27. Dezember 2022.
  62. Wolfgang Wagmann: Als beim WM-Final in Bern für die Ungarn die Seifenblase platzte. Solothurner Zeitung, 13. Juli 2014, abgerufen am 20. November 2022.
  63. Rahn: Mein Hobby: Tore schießen. 1959, S. 95.
  64. Sebastian Harfst: Die Rezeption des Wunders von Bern durch Printmedien in England, Frankreich, Österreich und der Schweiz - ein Beitrag zu einem der Gründungsmythen der Bundesrepublik auf Quellenbasis ausgewählter Tages- und Wochenzeitungen. 2010, S. 64.
  65. Rahn: Mein Hobby: Tore schießen. 1959, S. 116.
  66. Walter: 3:2. Deutschland ist Weltmeister!. 1954, 2004, 2020, S. 54.
  67. a b Zum Tode von Hans Schäfer: "Wir sind keine Helden von Bern". Der Tagesspiegel, 7. November 2017, abgerufen am 21. November 2022.
  68. Rahn: Mein Hobby: Tore schießen. 1959, S. 117.
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