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Werner Kogler (2013)

Werner Kogler (* 20. November 1961 in Hartberg, Steiermark) ist ein österreichischer Politiker (Die Grünen) und Volkswirt. Seit 17. Oktober 2017 ist er Bundessprecher[1] der Grünen.

Von 1999 bis 2017 war er Abgeordneter zum Nationalrat. Er war Spitzenkandidat für die Europawahl in Österreich 2019, zog allerdings seine Kandidatur für das EU-Parlament zurück – an seiner Stelle wird nun Monika Vana EU-Parlaments-Abgeordnete. Er ist Spitzenkandidat der Grünen für die Nationalratswahl in Österreich 2019.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und beruflicher WerdegangBearbeiten

Werner Kogler absolvierte zunächst zwischen 1968 und 1972 die Volksschule in Sankt Johann in der Haide und wechselte danach an das Bundesrealgymnasium in Gleisdorf, das er 1980 mit der Matura abschloss. Ab 1982 betrieb Kogler daraufhin ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Karl-Franzens-Universität Graz, das er 1994 mit dem akademischen Grad Mag. rer. soc. oec. abschloss. Parallel studierte Kogler auch Rechtswissenschaften. Bereits ab 1988 arbeitete Kogler an verschiedenen Forschungsprojekten der theoretischen und angewandten Umweltökonomie. 1994 wechselte er als Angestellter in den Grünen Parlamentsklub und wurde Mitglied der Klubgeschäftsführung.[2]

Politische LaufbahnBearbeiten

Kogler engagierte sich bereits früh für die Grünen und war 1981 Gründungsmitglied der Alternativen Liste Graz sowie 1982 Gründungsmitglied der Alternativen Liste Steiermark und Österreich. Zwischen 1981 und 1988 war Kogler zudem Vorstandsmitglied der Alternativen Liste Graz. 1985 zog Kogler für die Grünen in den Grazer Gemeinderat ein, wo er bis 1988 wirkte. Seit 1999 ist Kogler Vorstandsmitglied der Steirischen Grünen und seit demselben Jahr auch Mitglied des erweiterten Bundesvorstandes der Grünen. In diesem Jahr gab er auch mit seinem Parteikollegen Karl Öllinger das Buch "Die Klima Connection. Freundschaft. Euroteam: Freunderl- und Vetternwirtschaft in der SPÖ. Der Lehrlingsskandal des Bundeskanzlers. Beschäftigungsmillionen für Parteigünstlinge - Korruption in der EU" heraus.[3] Im November 2005 wurde Kogler zum Landessprecher der steirischen Grünen gewählt, im November 2008 übernahm er die Funktion des stellvertretenden Klubobmanns der Grünen im Parlament. Am 9. Oktober 2009 wurde Kogler vom Erweiterten Bundesvorstand mit 100 Prozent Zustimmung zum zweiten Stellvertreter von Bundessprecherin Eva Glawischnig gewählt. Im Mai 2010 wählten ihn die steirischen Grünen mit 93,5 Prozent – dem bisher höchsten Ergebnis aller Zeiten – zum neuen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 26. September 2010. Seit Februar 2015 war er Fraktionsführer der Grünen im parlamentarischen Hypo-Untersuchungsausschuss.[4]

Nach der Nationalratswahl 2017, bei der die Grünen die 4%-Hürde nicht schafften, schied Kogler aus dem Parlament aus, fungierte aber nach dem Rücktritt von Ingrid Felipe als interimistischer Bundessprecher der Grünen.

Ende Oktober 2018 gab Werner Kogler bekannt, dass er sich um die Spitzenkandidatur der österreichischen Grünen für die Wahl zum Europäischen Parlament bewerben werde. Dabei will er sich wieder auf klassische Grünen-Themen wie den Einsatz für eine intakte Umwelt und den Kampf gegen die Klimakrise konzentrieren, aber auch soziale Fragen und die Verteidigung von Demokratie und europäischen Werten ansprechen. Den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ wirft Kogler ein europa- und umweltpolitisches Versagen vor.[5]

Am 17. November 2018 wurde Kogler mit über 99 Prozent zum Bundessprecher der Grünen gewählt. Als seine Hauptthemen nannte er Ökologie und Gerechtigkeit.[6] Am 6. Juli 2019 wurde er mit 98,58 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl in Österreich 2019 gewählt.[7]

Filibuster-Rekord 2010Bearbeiten

 
Werner Kogler (2010)

Bis zum Jahr 2010 hielt Madeleine Petrovic mit 10 Stunden und 35 Minuten für 17 Jahre den Rekord für einen Filibuster, die längste Rede im Nationalrat.[8] Darauf wurde 1996 eine Geschäftsordnung beschlossen, die die Redezeit in Plenarsitzungen auf 20 Minuten beschränkte.[9] Dies hinderte Kogler nicht daran, bei der Debatte im Budgetausschuss, die dem Beschluss des Budgets 2011 am 16. Dezember 2010 voranging, diesen trotz einer vorab vereinbarten unverbindlichen Redezeit von jeweils 2,5 Minuten durch eine Dauerrede erheblich zu verzögern. Seine Rede begann um 13:18 Uhr und dauerte 12 Stunden und 42 Minuten an und stellt somit einen neuen Rekord dar. Sie endete um exakt 2:00 Uhr morgens mit den Worten: „Das ist eigentlich schon alles, was ich sagen wollte. Das soll’s gewesen sein. Wir sind gespannt, ob Sie unsere dargebrachten Vorschläge aufnehmen werden“.[10]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Werner Kogler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. Werner Kogler. Abgerufen am 26. November 2017.
  2. orf.at: Grünes Wahldesaster: Lunacek und Felipe erklären Rücktritt. Artikel vom 17. Oktober 2017, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  3. Wien: Perle Verlag 2009.
  4. Wirtschaftsblatt: Hypo-U-Ausschuss: Alle Facts, alle Namen – alle Hoffnung (Memento vom 7. März 2015 im Internet Archive). Artikel vom 24. Februar 2015, abgerufen am 7. März 2015.
  5. EU-Wahl: Werner Kogler bewirbt sich um grüne Spitzenkandidatur - derStandard.at. Abgerufen am 6. November 2018.
  6. "Rudern statt sudern": Werner Kogler zum Grünen-Bundessprecher gewählt. In: Die Presse. (diepresse.com [abgerufen am 18. November 2018]).
  7. Kogler zum Grüne-Spitzenkandidaten gewählt. Abgerufen am 6. Juli 2019.
  8. Stenographisches Protokoll der 107. Sitzung der XVIII. Gesetzgebungsperiode (10. bis 12. März 1993) (PDF; 8,0 MB)
  9. Parlamentskorrespondenz/09/12.03.2007/Nr. 156, Die lange Nacht im Hohen Haus
  10. Grüner Kogler blockiert Budget mit Rekord-Dauerrede. In: Kronen Zeitung. 17. Dezember 2010