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Ingrid Felipe

österreichische Politikerin (Grüne)
Ingrid Felipe (2016)

Ingrid Felipe (mit vollem Namen Ingrid Felipe Saint Hilaire[1]; * 22. August 1978 in Hall in Tirol) ist eine österreichische Politikerin (Die Grünen) und seit dem 24. Mai 2013 2. Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol. Von 26. Juni 2017 bis 17. Oktober 2017 war sie Bundessprecherin der Grünen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ingrid Felipe wuchs in Rum auf und ging dort von 1984 bis 1988 zur Volksschule. Von 1988 bis 1992 besuchte sie die Hauptschule Kettenbrücke Innsbruck. 1997 maturierte sie an der Handelsakademie in Innsbruck. Anschließend begann Ingrid Felipe ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck. Nebenbei engagierte sie sich für den Handballsport in Innsbruck, zunächst als aktive Spielerin, später auch als Funktionärin bzw. Projektmanagerin für diverse Veranstaltungen. Ab 1994 arbeitete sie zusätzlich als Kellnerin und Catering-Mitarbeiterin bzw. ab 2002 als Assistentin der Geschäftsleitung in Gastronomiebetrieben und setzte diese Tätigkeit nach ihrer Sponsion zur Magistra im Jahr 2003 fort. Von 2006 bis 2012 war Ingrid Felipe als Büromanagerin im Architekturbüro Parson beschäftigt.[2][3]

PolitikBearbeiten

Felipes politische Laufbahn zeichnete sich bereits während ihrer Schulzeit ab. Im Volksschulalter setzte sie gemeinsam mit ihrer Schwester durch, dass sie in ihrer Pfarrgemeinde Rum als Mädchen in der Kirche ministrieren durften.[4] 1994 und 1995 wurde sie zur Schulsprecherin der Handelsakademie und Handelsschule Innsbruck gewählt, 1995 darüber hinaus zur Landesschülervertreterin für berufsbildende höhere Schulen in Tirol.

Ihre parteipolitische Karriere begann sie 2005 als Finanzreferentin der Grünen Tirol, dieses Amt übte sie bis Jänner 2010 aus. Zudem war sie Ersatzdelegierte des Erweiterten Bundesvorstandes (EBV) der Grünen von 2007 bis 2009. Von 2009 bis 2013 war Ingrid Felipe Landessprecherin der Grünen Alternative Tirol[5] und seit 13. März 2010 auch Gemeinderätin in Rum. Im Februar 2009, Juni 2010 und März 2012 war sie unter anderem die Vertretung der Landesabgeordneten Christine Baur und Maria Scheiber in Sitzungen des Tiroler Landtags.

Breite öffentliche Aufmerksamkeit erregte Ingrid Felipe erstmals durch ihren Protest gegen die Ausweisung des damals 20-jährigen, seit Jahren in Tirol lebenden, Lamin Jaithe im Mai 2011.[4]

Am 1. Mai 2012 zog sie für die scheidende Landtagsabgeordnete Maria Scheiber in den Landtag ein.[6]

Am 24. Mai 2013 wurde sie vom Tiroler Landtag zur Landesrätin für die folgenden Ressorts gewählt:

  • Umwelt- und Klimaschutz (unbeschadet der Zuständigkeit der anderen Mitglieder der Landesregierungen in den jeweiligen Sachgebieten); Umweltprüfungen;
  • Naturschutz; Bergwacht;
  • Abfallwirtschaft; sämtliche Rechtsverfahren im Zusammenhang mit Abfallentsorgungsanlagen; Chemikalienrecht;
  • Europäische Verkehrspolitik; rechtliche und technische Angelegenheiten des Kraftfahrwesens sowie des Verkehrswesens bezüglich der schienengebundenen Eisenbahnen, der Luftfahrt und der Schifffahrt; Straßenverwaltungsrecht; Straßenpolizei;
  • Kraftfahrlinien; Verkehrsverbundangelegenheiten einschließlich der Beteiligungen des Landes an der Verkehrsverbund Tirol GmbH;
  • Nachhaltigkeitskoordination.[1]

Zusätzlich wurde sie zur 2. Landeshauptmann-Stellvertreterin gewählt und ist damit das erste Mitglied der Tiroler Grünen und die zweite Frau in diesem Amt.

Am 19. Februar 2016 wurde sie im erweiterten Bundesvorstand zur stellvertretenden Parteivorsitzenden der österreichischen Grünen gewählt; sie wurde damit die Nachfolgerin von Maria Vassilakou, welche zuvor zurückgetreten war.[7]

Nach der Ankündigung des Rücktritts der Parteivorsitzenden Eva Glawischnig am 18. Mai 2017 wurde Felipe auf dem außerordentlichen Bundeskongress in Linz am 25. Juni 2017 mit 93,7 % der Stimmen offiziell zur Nachfolgerin Glawischnigs gewählt. Als Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl in Österreich 2017 wurde zeitgleich Ulrike Lunacek mit 96,5 % gewählt.[8][9]

Nach der Nationalratswahl, die im Oktober 2017 mit der Abwahl ihrer Partei aus dem Parlament endete, trat Felipe zwei Tage später von ihrer Funktion als – kürzest dienende − Bundesvorsitzende der Grünen zurück.[10] Auf die Ursachen für die massiven Stimmenverluste angesprochen: „Grundsätzlich ist unsere Besserwisserei ein Problem. Gleichzeitig müssen wir wieder lernen, Widersprüche auszuhalten.“[11]

PrivatesBearbeiten

Ingrid Felipe ist geschieden und lebt mit ihrem Sohn in Rum.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ingrid Felipe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. a b Geschäftsverteilung der Landesregierung. Abgerufen am 27. November 2015 (PDF; 60 KB).
  2. Eintrag zu Ingrid Felipe auf den Webseiten des Tiroler Landtags
  3. Ingrid Felipe auf den Webseiten der Grünen Tirol
  4. a b c Verena Langegger: Ingrid Felipe: Solo-Mutter macht Politik im Land Tirol. In: derStandard.at. 13. Mai 2013, abgerufen am 27. November 2015.
  5. Willi neuer Landessprecher - Weissbacher Stellvertreterin. In: tirol.gruene.at. Abgerufen am 28. April 2017.
  6. Grüner Klub: Scheiber geht, Felipe kommt. In: ORF. 18. April 2012, abgerufen am 20. Januar 2013.
  7. Grüne: Felipe ersetzt Vassilakou als Parteivize. In: derStandard.at. 19. Februar 2016, abgerufen am 19. Februar 2016.
  8. Grüner Bundeskongress 2017. Die Grünen, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  9. Markus Rohrhofer: Grüne kicken Peter Pilz aus dem Nationalrat. In: derStandard.at. 25. Juni 2017 (derstandard.at [abgerufen am 17. Oktober 2017]).
  10. Nach Wahldebakel: Felipe und Lunacek treten zurück. Kronen Zeitung, 17. Oktober 2017, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  11. „Konzentration“ auf Tirol: Grünen-Chefin Ingrid Felipe tritt zurück. Tiroler Tageszeitung, 17. Oktober 2017, abgerufen am 17. Oktober 2017.