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Wolfgang Brandstetter

österreichischer Rechtswissenschaftler, Justizminister
Wolfgang Brandstetter (2014)

Wolfgang Brandstetter (* 7. Oktober 1957 in Haag[1]) ist ein österreichischer Rechtswissenschaftler und Politiker. Er ist seit dem 17. Mai 2017 Vizekanzler und seit 16. Dezember 2013 Justizminister der Republik Österreich.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Brandstetter wuchs in Eggenburg auf[1] und besuchte das Bundesgymnasium Horn, wo er auch seine Matura ablegte. An der Universität Wien studierte er Rechtswissenschaften sowie die englische und russische Sprache.[1] Nach seiner Promotion 1980 war er als Assistent am Institut für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Wien tätig. 1991 wurde Brandstetter an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien habilitiert und lehrte danach etwa an den Universitäten in Graz, Brünn und Krakau.[2]

1997 erhielt Brandstetter ein Angebot, an die Universität Linz zu wechseln; 1998 erlangte Brandstetter als Nachfolger von Winfried Platzgummer[3] den Posten eines Ordinarius für Strafrecht an der Universität Wien. 2007 wurde er Vorstand des Instituts für Österreichisches und Europäisches Wirtschaftsstrafrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien.[1] Brandstetter war als Strafverteidiger von Rudolf Fischer in der Telekom-Affäre, von Tilo Berlin sowie Rakhat Aliyev tätig.[4] Letzterer hatte seinen Wohnsitz zeitweise sogar im Privathaus Brandstetters.[5] Außerdem trat Brandstetter als Vertrauensperson[6] von Wolfgang Kulterer im Untersuchungsausschuss zur Hypo Alpe-Adria-Bank auf. Weiters war Brandstetter Verteidiger von Bundeskanzler Werner Faymann in den Ermittlungen in der Inseratenaffäre.[7]

2013 wurde der außerhalb von Juristenkreisen kaum wahrgenommene Brandstetter, welcher als Antikorruptionsexperte gilt,[8] von der ÖVP als parteiloser Justizminister in das zu bildende Kabinett Faymann II entsandt.[9] Am 17. Mai 2017 wurde der Justizminister als Nachfolger von Reinhold Mitterlehner zum Vizekanzler im Kabinett Kern angelobt.[10]

PrivatesBearbeiten

Der in Eggenburg wohnhafte Brandstetter ist verheiratet und Vater dreier Kinder.[9] Er ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung K. a. V. Norica Wien.

PublikationenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Brandstetter, in: Internationales Biographisches Archiv 07/2014 vom 11. Februar 2014, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Der Ruhige im Hintergrund, Kurier, 12. Dezember 2013
  2. Profil Brandstetters auf der Website der WU
  3. Winfried Platzgummer, o. Univ.-Prof. Dr. iur.. Abgerufen am 29. Juli 2017.
  4. Die neue Bundesregierung: Sophie Karmasin wird Familienministerin, Der Standard, 12. Dezember 2013
  5. WG mit Aliyev, Datum, 13. Dezember 2013. Siehe auch die Zeitschrift profil Nr. 26 vom 23. Juni 2014, S. 19 ff.
  6. Kommuniqué des Untersuchungsausschusses betreffend „Finanzmarktaufsicht, BAWAG, Hypo Alpe-Adria und weitere Finanzdienstleister“ (3/GO XXIII. GP)
  7. Ein erfolgreicher Verteidiger wird Justizminister, Kleine Zeitung, 13. Dezember 2013
  8. Bücher zur Verteidigung, Der Standard, 9. Dezember 2013
  9. a b Brandstetter: Spindeleggers Uni-Kollege wird Minister, Die Presse, 12. Dezember 2013, abgerufen am 17. Mai 2017.
  10. Posten mit kurzem Ablaufdatum. ORF, 17. Mai 2017, abgerufen am selben Tage.