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Verbania ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola in der Region Piemont mit 30.709 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017). Seit 1992 ist sie Hauptstadt der Provinz Verbano-Cusio-Ossola, die aus der Provinz Novara herausgelöst wurde.

Verbania
Wappen
Verbania (Italien)
Verbania
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Verbano-Cusio-Ossola (VB)
Koordinaten 45° 56′ N, 8° 32′ OKoordinaten: 45° 56′ 0″ N, 8° 32′ 0″ O
Höhe 197 m s.l.m.
Fläche 37 km²
Einwohner 30.709 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 830 Einw./km²
Postleitzahl 28900 (allgemein),
28921 Antoliva e Intra,
28922 Pallanza,
28923 Trobaso,
28924 Bieno e Fondotoce,
28925 Cavandone e Suna
Vorwahl 0323
ISTAT-Nummer 103072
Volksbezeichnung verbanesi
Schutzpatron Victor von Mailand (8. Mai)
Website Verbania
Verbania-Pallanza am Lago Maggiore
Verbania-Intra (von der Autofähre Laveno-Verbania aus fotografiert)
Verbania-Pallanza von der Isola dei Pescatori aus gesehen

GeographieBearbeiten

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 197 m ü. M. am westlichen Ufer des Lago Maggiore und befindet sich ca. 15 Kilometer südlich der Grenze zur Schweiz. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 37 km². Die nächstgelegene Großstadt ist das ca. 70 Kilometer südöstlich gelegene Mailand.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Antoliva, Bieno, Biganzolo, Cavandone, Fondotoce[2], Intra, Pallanza, Possaccio, Suna, Torchiedo, Trobaso und Zoverallo. Die Region um Verbania ist ein Beispiel für eine starke Zersiedelung, die dazu führt, dass der Ort entlang der Hauptstraße bis nach Cambiasca ausufert, das mehr als fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Die Nachbargemeinden sind Arizzano, Baveno, Cambiasca, Cossogno, Ghiffa, Gravellona Toce, Laveno-Mombello, Mergozzo, Miazzina, San Bernardino Verbano, Stresa und Vignone. Der Schutzpatron der Stadt ist San Vittore.

GeschichteBearbeiten

Die Stadt Verbania entstand 1939 durch die Vereinigung der Städte Intra und Pallanza.

Die Bezeichnung des Ortsteils Intra stammt aus der geographischen Lage zwischen den zwei Wildbächen (auf Latein intra flumina) San Giovanni (nördlich) und San Bernardino (südlich).

Beim Massaker vom Lago Maggiore ermordeten Angehörige der Leibstandarte SS Adolf Hitler im Oktober 1943 im Ortsteil Intra den italienischen Juden Ettore Ovazza und seine ganze Familie und verbrannten die Leichen im Heizungskeller der Schule. Am 20. Juni 1944 ermordeten SS-Angehörige 42 Partisanen im Ortsteil Fondotoce. Zur Erinnerung an die Ermordeten gibt es in Fondotoce einen Park der Erinnerung, den Parco della Memoria e della Pace. In ihm befindet sich ein Erinnerungszentrum, die Casa della Resistenza di Fondotoce.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Botanischer Garten von Verbania-Pallanza
  • Oratorium San Remigio, erstmals erwähnt im 11. Jahrhundert (Nationaldenkmal)
  • Kirche Madonna di Campagna, erbaut im Renaissancestil in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Architekt Giovanni Beretta aus Brissago TI, (Nationaldenkmal)
  • Basilica San Vittore, erbaut am Anfang des 17. Jahrhunderts, bewahrt eine imposante Orgel der Firma Serassi aus Bergamo, realisiert am Ende des 18. Jahrhunderts
  • Chiesa collegiata di San Leonardo, erbaut zwischen 1535 und 1590, bewahrt die Orgel von Eugenio Biroldi von 1797
  • Pfarrkirche Santo Stefano, bewahrt die Ara delle Matrone, einen römischen Stein aus Candoglia-Marmor aus dem Anfang des 1. Jahrhunderts nach Christus.
  • Oratorium Santi Fabiano e Sebastiano
  • Palazzo Viani Dugnani, erbaut in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Barockstil
  • Der Botanische Garten der Villa Taranto liegt zum größten Teil auf der Landzunge Punta della Castagnola, die Intra von Pallanza trennt. Das Klima am südlichen Teil des Lago Maggiore und die Naturliebe eines schottischen Ritters, Captain Neil MacEacharn (1964 beigesetzt in einem Mausoleum im Park), machten es möglich. In Verbania entstand in den 1930er Jahren der mittlerweile weltbekannte Garten. Mehr als 20.000 Pflanzen sind hier auf einem 16 Hektar großen Parkgelände zu sehen. Durch einen Tornado wurde im Sommer 2012 ein Teil des Gartens zerstört.[4]
 
Die Gedenktafel von Bernhard Riemann

Im Friedhof des Ortsteils Biganzolo liegt der deutsche Mathematiker Bernhard Riemann begraben, dessen Riemannsche Vermutung als eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der Mathematik gilt (Nr. 8 der Hilbertschen Probleme, Nr. 6 der Millennium-Probleme).

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1861 1871 1881 1901 1921 1931 1951 1961 1971 1991 2001 2011 2018
Einwohner 12193 13025 14785 17584 20039 22315 26003 29810 34649 30517 30128 30332 30709
 

StädtepartnerschaftenBearbeiten

  • Frankreich  Bourg-de-Péage, Département Drôme im Südosten Frankreichs zwischen Grenoble und Marseille
  • Kroatien  Crikvenica, Kroatien
  • Vereinigtes Konigreich  East Grinstead, südwest-englische Kleinstadt mit etwa 25.000 Einwohnern in West Sussex
  • Deutschland  Mindelheim, Kreisstadt des Landkreises Unterallgäu im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben
  • Spanien  Sant Feliu de Guíxols, Spanien, seit 1994 durch einen offiziellen Städtepartnerschaftsvertrag mit Verbania verbunden. Die freundschaftlichen Beziehungen entstanden über die gemeinsame französische Partnerstadt Bourg-de-Péage.
  • Osterreich  Schwaz: Das österreichische Schwaz liegt östlich von Innsbruck.
 
Fresken des Oratoriums San Rocco im Museo del Paesaggio

VerkehrBearbeiten

Verbania ist in seinem Westen durch den Bahnhof Verbania-Pallanza an der Bahnstrecke Domodossola–Mailand und durch die Autostrada A26 an den Fernverkehr angebunden. Die Strada Statale 34 del Lago Maggiore verläuft mitten durch die Stadt.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Katharina Moriggi (1437–1478), Selige, Ordensgründerin
  • Giorgio Andreoli, gelegentlich genannt Maestro Giorgio da Gubbio (* zwischen 1465 und 1470 in Intra, Lago Maggiore; † 1553 in Gubbio), italienischer Bildhauer, Töpfer und Majolikamaler[5]
  • Daniele Ranzoni (* 3. Dezember 1843 in Intra; † 20. Oktober 1889 ebenda), Maler der Scapigliatura
  • Paolo Troubetzkoy (* 1866 in Intra; † 1938 in Suna), Bildhauer[6]
  • Raffaele Cadorna der Jüngere (* 12. September 1889 in Pallanza; † 1973 ebenda), italienischer General
  • Antonio Dal Masetto (* 1938 in Intra; † 2015 in Buenos Aires), argentinischer Schriftsteller und Journalist
  • Filippo Ganna (* 1996), Radsportler

Weitere PersönlichkeitenBearbeiten

  • István Türr (deutsch auch Stephan Türr; * 11. August 1825 in Baja; † 3. Mai 1908 in Budapest) war ein ungarischer Aufständischer, Ingenieur und Politiker. Er wohnte gern in der Villa Rusconi-Clerici
  • Emma Morano (1899–2017), ab Mai 2016 ältester lebender Mensch, lebte in Verbania

WeblinksBearbeiten

  Commons: Verbania – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Fondotoce auf de.lagomaggiore.net, abgerufen 29. November 2015
  3. siehe unter Weblinks
  4. Bericht des Schweizer Fernsehens über die Zerstörungen im Garten der Villa Taranto, abgerufen am 26. September 2012
  5. Ursula Stevens: Giorgio Andreoli. In: tessinerkuenstler-ineuropa.ch. Abgerufen am 22. Februar 2016 (2011/2015).
  6. Paolo Troubestzkoy auf ticinarte.ch