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Hopman Cup

internationales Tennis-Mixed-Turnier im australischen Perth
Tennis Hopman Cup
Logo des Turniers „Hopman Cup“
International Tennis Federation
Austragungsort Perth
AustralienAustralien Australien
Erste Austragung 1989
Turnierart Hallenturnier
Spieloberfläche Hartplatz
Auslosung 2 Gruppen mit je 4 Mannschaften
Center Court 13.943[1][2] Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 2. Januar 2018
Die Perth Arena, seit 2013 Veranstaltungsort des Turniers

Beim Hopman Cup, einem Nationenvergleich im Tennis mit dem Schwerpunkt auf dem Mixedspiel, treten acht Nationalmannschaften an. Gespielt werden ein Herren- und ein Dameneinzel sowie ein Mixed. Benannt wurde die Veranstaltung nach dem australischen Tennisspieler Harry Hopman, der an der Seite seiner Ehefrau Nell Mixed spielte. Veranstalter dieses reinen Einladungsturniers ist die ITF.

Der Hopman Cup steht gleichberechtigt neben dem Davis Cup und dem Fed Cup.

GeschichteBearbeiten

Die Idee für die Veranstaltung wurde erstmals 1984 diskutiert. Es dauerte jedoch bis zum Jahr 1988, dass der Wettbewerb tatsächlich durchgeführt wurde. Seither wird er jedes Jahr kurz vor oder nach dem Jahreswechsel im australischen Perth ausgetragen.

Der Wettkampfmodus wurde im Laufe der Jahre öfters verändert. Die Anzahl der teilnehmenden Nationen wechselte zwischen acht (bei der ersten Austragung 1988/89) und zwölf (zweite bis siebente Austragung), mit der achten Auflage des Hopman Cups kehrte man zu acht Teilnehmernationen zurück. Die Reihenfolge der Matches änderte sich nach zwei Jahren von Dameneinzel, Mixed, Herreneinzel zu Dameneinzel, Herreneinzel, Mixed, um dem Mixed zu einem attraktiveren, mitunter spielentscheidenden Stellenwert zu verhelfen. Seit der achten Veranstaltung wird auch nicht mehr das bei Tennisturnieren übliche K.-o.-System angewandt, sondern es wurde ein Round-Robin-System mit zwei Gruppen zu je vier Teilnehmern eingeführt, womit man vor allem den Zuschauern entgegenkam. Auch der Qualifikationsmodus für das Turnier sowie die Anzahl der gesetzten Nationen und deren Platzierung in der Setzliste wurden mehrfach verändert.

Rekordsieger sind die USA, die das Turnier bisher sechsmal (zuletzt 2011) gewonnen haben. Die USA und die Schweiz sind die einzigen Nationen, die den Titel erfolgreich verteidigen konnten. Roger Federer gewann das Turnier bisher als einziger Spieler dreimal (2001, 2018, 2019).

Der erste Sieg eines deutschen Paares gelang im Jahr 1993, als Steffi Graf und Michael Stich gegen das spanische Team den Titel gewannen, wobei Graf trotz einer Knöchelverletzung zum Finale antrat. Sie war schon bei der ersten Austragung des Hopman Cup als Spielerin und zusätzlich als Werbeträgerin dabei, obwohl sie sonst kaum Mixed spielte. Zwei Jahre später konnten auch Boris Becker und Anke Huber mit einem hartumkämpften Sieg über die ukrainische Paarung einen Erfolg verbuchen.

Für den Zuschauer ist das Turnier vor allem deswegen interessant, weil häufig die beiden bestplatzierten Spieler (Damen und Herren) eines Landes antreten und im Mixed dann sogar zusammen auf dem Platz stehen. So hatte man beim Hopman Cup unter anderem die Gelegenheit, die eher seltene Kombination Becker/Graf auf dem Platz zu sehen.

Bis 2012 war der Burswood Dome Veranstaltungsort des Turniers, seit 2013 findet es in der Perth Arena statt.

2016 nahm mit Australien erstmals ein Land mit zwei Teams teil, so dass nur sechs andere Länder eingeladen wurden.

Seit 2017 wird das Mixed-Doppel im Fast4 Tennis gespielt.[3]

TitelgewinnerBearbeiten

Jahr Sieger Finalist Ergebnis Spieler des Siegerteams
1989 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei Australien  Australien 2:0 Miloslav Mečíř, Helena Suková
1990 Spanien  Spanien Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2:1 Emilio Sánchez, Arantxa Sánchez Vicario
1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien Frankreich  Frankreich 3:0 Goran Prpić, Monica Seles
1992 Schweiz  Schweiz Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2:1 Jakob Hlasek, Manuela Maleeva-Fragnière
1993 Deutschland  Deutschland Spanien  Spanien 2:1 Michael Stich, Steffi Graf
1994 Tschechien  Tschechien Deutschland  Deutschland 2:1 Petr Korda, Jana Novotná
1995 Deutschland  Deutschland Ukraine  Ukraine 2:1 Boris Becker, Anke Huber
1996 Kroatien  Kroatien Schweiz  Schweiz 2:1 Goran Ivanišević, Iva Majoli
1997 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Sudafrika  Südafrika 2:1 Justin Gimelstob, Chanda Rubin
1998 Slowakei  Slowakei Frankreich  Frankreich 2:1 Karol Kučera, Karina Habšudová
1999 Australien  Australien Schweden  Schweden 2:1 Mark Philippoussis, Jelena Dokić
2000 Sudafrika  Südafrika Thailand  Thailand 3:0 Wayne Ferreira, Amanda Coetzer
2001 Schweiz  Schweiz Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2:1 Roger Federer, Martina Hingis
2002 Spanien  Spanien Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2:1 Tommy Robredo, Arantxa Sánchez Vicario
2003 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Australien  Australien 3:0 James Blake, Serena Williams
2004 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Slowakei  Slowakei 2:1 James Blake, Lindsay Davenport
2005 Slowakei  Slowakei Argentinien  Argentinien 3:0 Dominik Hrbatý, Daniela Hantuchová
2006 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Niederlande  Niederlande 2:1 Taylor Dent, Lisa Raymond
2007 Russland  Russland Spanien  Spanien 2:0 Dmitri Tursunow, Nadja Petrowa
2008 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Serbien  Serbien 2:1 Mardy Fish, Serena Williams
2009 Slowakei  Slowakei Russland  Russland 2:0 Dominik Hrbatý, Dominika Cibulková
2010 Spanien  Spanien Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2:1 Tommy Robredo, María José Martínez Sánchez
2011 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Belgien  Belgien 2:1 John Isner, Bethanie Mattek-Sands
2012 Tschechien  Tschechien Frankreich  Frankreich 2:0 Tomáš Berdych, Petra Kvitová
2013 Spanien  Spanien Serbien  Serbien 2:1 Fernando Verdasco, Anabel Medina Garrigues
2014 Frankreich  Frankreich Polen  Polen 2:1 Jo-Wilfried Tsonga, Alizé Cornet
2015 Polen  Polen Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2:1 Jerzy Janowicz, Agnieszka Radwańska
2016 Australien  Australien grün Ukraine  Ukraine 2:0 Nick Kyrgios, Darja Gawrilowa
2017 Frankreich  Frankreich Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2:1 Richard Gasquet, Kristina Mladenovic
2018 Schweiz  Schweiz Deutschland  Deutschland 2:1 Roger Federer, Belinda Bencic
2019 Schweiz  Schweiz Deutschland  Deutschland 2:1 Roger Federer, Belinda Bencic

RekordsiegerBearbeiten

Als einzige Nation konnten die USA den Hopman Cup bereits sechsmal gewinnen. Insgesamt haben sich bisher 12 Nationen in die Siegerliste eingetragen.[4]

Anzahl Nation Siegerjahre
6 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1997, 2003, 2004, 2006, 2008, 2011
4 Spanien  Spanien 1990, 2002, 2010, 2013
4 Schweiz  Schweiz 1992, 2001, 2018, 2019
3 Slowakei  Slowakei 1998, 2005, 2009
2 Deutschland  Deutschland 1993, 1995
2 Tschechien  Tschechien 1994, 2012
2 Australien  Australien 1999, 2016
2 Frankreich  Frankreich 2014, 2017
1 Kroatien  Kroatien 1996
1 Polen  Polen 2015
1 Russland  Russland 2007
1 Sudafrika  Südafrika 2000
1 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1989
1 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 1991

Stand: Januar 2019

RekordteilnehmerBearbeiten

MannschaftenBearbeiten

Gastgeber Australien war bei allen 31 Turnieren dabei.[5]

Die folgenden Nationen haben mindestens fünf Mal teilgenommen:

Anzahl Nation Teilnahmen
31 Australien  Australien 1989–2019[Anm. 1]
30 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1990–2019
24 Frankreich  Frankreich 1989–1999, 2002, 2004, 2007–2009, 2011–2017, 2019
16 Tschechien  Tschechien (12)
Tschechoslowakei  Tschechoslowakei (4)
1993–1995, 2004, 2005, 2007, 2008, 2012, 2014–2017
1989–1992
18 Deutschland  Deutschland 1989, 1991–1998, 2005, 2006, 2009, 2010, 2013, 2016–2019
17 Spanien  Spanien 1990–1995, 1998, 1999, 2002, 2003, 2007, 2010, 2012–2014, 2017, 2019
12 Schweiz  Schweiz 1991–1994, 1996, 1997, 1999, 2001, 2002, 2017–2019
11 Russland  Russland (8)
  GUS (1)
Sowjetunion  Sowjetunion (2)
2001, 2004–2007, 2009, 2010, 2018
1992
1990–1991
10 Sudafrika  Südafrika 1993–2001, 2013
10 Italien  Italien 1990, 1991, 2002, 2003, 2005, 2009, 2011, 2013–2015
09 Schweden  Schweden 1989, 1990, 1992, 1994, 1995, 1998–2000, 2006
09 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 1989, 1991, 1992, 2010, 2011, 2015–2017, 2019
08 Niederlande  Niederlande 1990–1992, 1994–1996, 2005, 2006
08 Slowakei  Slowakei 1998–2001, 2003–2005, 2009
07 Belgien  Belgien 2000–2004, 2011, 2018
05 Argentinien  Argentinien 1995, 2002, 2005, 2006, 2008
05 Osterreich  Österreich 1990, 1993–1995, 2000

Stand: Januar 2019

  1. 2016 nahm Australien mit zwei Teams teil

SpielerBearbeiten

Am häufigsten teilgenommen (mindestens fünf Teilnahmen) haben:[6]

Das Geschwisterpaar Arantxa und Emilio Sánchez trat viermal (1990–1993) zusammen an.

Stand: Januar 2019

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hopman Cup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. About The Tournament. In: hopmancup.com. Abgerufen am 12. Dezember 2016 (englisch).
  2. Roger Federer reveals huge motivating factor after breaking Hopman Cup record. In: metro.co.uk. 2. Januar 2018, abgerufen am 2. Januar 2018 (englisch).
  3. https://hopmancup.com/results/how-the-draw-works/. In: hopmancup.com. Abgerufen am 1. Januar 2018 (englisch).
  4. Honour Roll. In: HopmanCup.com. Abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).
  5. Past Results. (Nicht mehr online verfügbar.) In: HopmanCup.com. Archiviert vom Original am 17. Februar 2016; abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).
  6. Player Listing (alphabetical). (Nicht mehr online verfügbar.) In: HopmanCup.com. Archiviert vom Original am 6. Februar 2016; abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).