Heiner Lauterbach

deutscher Schauspieler und Synchronsprecher

Heiner Lauterbach (* 10. April 1953 in Köln) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. 1985 gelang ihm mit Doris Dörries Filmkomödie Männer der Durchbruch.[1]

Heiner Lauterbach (2008)
Heiner Lauterbach (2018)

LebenBearbeiten

Herkunft und AusbildungBearbeiten

Heiner Lauterbach kam als Sohn des wohlhabenden Kölner Sanitärunternehmers Hans Lauterbach (1928–2014) zur Welt.[2] Nach der mittleren Reife besuchte er 1970 die Schauspielschule der Keller und nahm Unterricht bei Marianne Jentgens, Schauspielerin und Gründerin des Kölner Theaters der Keller. Lauterbach spielte in Köln, Würzburg und München Theater und ging auf Tournee mit der Münchner Schauspielbühne.

Film und FernsehenBearbeiten

Mitte der 1970er Jahre begann Lauterbach seine Kinokarriere als Darsteller in drei Erotikfilmen der Schulmädchen-Report-Reihe. In den 1980er Jahren war er auch international gefragt; im Mehrteiler Die Kartause von Parma spielte er 1981 an der Seite von Marthe Keller den Grafen Pietranera. 1984 im Spielfilm Die Andere in der Doppelbesetzung mit Magdalena Ritter zeigte er sein großes Talent.

1985 besetzte ihn der Regisseur Edwin Marian neben Angélique Duvier im Actionfilm Cortuga. Im selben Jahr gelang Lauterbach der Durchbruch mit Doris Dörries Filmkomödie Männer,[1] in der er neben Uwe Ochsenknecht die Hauptrolle spielte und für die er mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde. Es folgten Rollen in Krimi-Reihen wie Tatort, Ein Fall für zwei oder Eurocops und 1994 die Hauptrolle in der Krimi-Reihe Faust.

Im Jahr 1996 spielte Lauterbach in Dieter Wedels fünfteiligen Fernsehthriller Der Schattenmann. 1997 folgte Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief an der Seite von Götz George und Mario Adorf. 1998 übernahm Lauterbach die Hauptrolle in der Verfilmung von Dietrich Schwanitz’ Roman Der Campus. Im selben Jahr spielte er neben Franka Potente im fast dreistündigen, deutsch-österreichischen TV-Politthriller Opernball – Die Opfer/Die Täter die Hauptrolle des Investigativjournalisten. 2001 verkörperte er Axel Springer in Der Verleger. 2005 gab Lauterbach sein Regiedebüt mit der Fernsehkomödie Andersrum. 2007 war er in dem zweiteiligen Fernsehfilm Das Glück am anderen Ende der Welt an der Seite von Maja Maranow als Schaffarmer Wolf Holländer zu sehen. 2008 übernahm er die Rolle des brutalen Auftragskillers Rami Hamdan in dem RTL-Actionthriller Das Papst-Attentat von Rainer Matsutani. In dem 2013 produzierten russischen Kriegsfilm Stalingrad des Regisseurs Fjodor Bondartschuk spielte Lauterbach einen fanatischen deutschen Oberstleutnant bei der Schlacht von Stalingrad. In den Jahren 2015 und 2018 war er in dem ZDF-Historien-Mehrteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes neben Henriette Confurius in einer der Hauptrollen als Graf und Großgrundbesitzer Georg von Striesow zu sehen.

Lauterbach betätigt sich neben seinen Arbeiten vor der Kamera auch als Synchronsprecher. Er lieh seine Stimme unter anderem Kevin Costner (The Untouchables – Die Unbestechlichen), Richard Gere (Yanks), Massimo Girotti (Ossessione), Harvey Keitel (Flucht nach Varennes), John Malkovich (Tod eines Handlungsreisenden), Gérard Depardieu (Mord um Macht) und Christopher Walken (James Bond 007 – Im Angesicht des Todes). Für Letzteren galt er bis 1990 (Die durch die Hölle gehen, King of New York) als dessen Stammsprecher, bis er von Bodo Wolf abgelöst wurde. Lauterbach war Sprecher des Papa Schlumpf in dem 2017 erschienenen Animationsfilm Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf.

2003 zählte Heiner Lauterbach mit zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie.

SonstigesBearbeiten

Lauterbach leistete eine Spende über 10.000 DM an Helmut Kohl, der damit im Jahr 2000 in der Schwarzgeldaffäre den Schaden der CDU auszugleichen versuchte.[3] 2019 wurde er Honorarprofessor an der Hochschule Macromedia.[4] Ende 2019 stellte Lauterbach die Video-Plattform Meet your Master vor, eine deutschsprachige Kopie des 2015 gegründeten amerikanischen Angebots MasterClass. Mit kostenpflichtigen E-Learning-Videos von Prominenten sollen deren Kompetenzen vermittelt werden. Vertreten waren im Dezember 2020 u. a. Alfons Schuhbeck (Kochen), Jonas Kaufmann (Gesang), Sebastian Fitzek (Schreiben) und Til Schweiger (Filmemachen).[5]

PrivatesBearbeiten

Lauterbach war von 1985 bis 2001 mit der Schauspielerin Katja Flint verheiratet. Das Paar hat einen Sohn Oscar (* 1988),[6] trennte sich jedoch 1991. Von 1996 bis 2000 war Lauterbach mit der Schauspielerin Jenny Elvers liiert. Über die Beziehungen mit Flint und Elvers sowie sein exzessives Leben zu dieser Zeit schrieb Lauterbach in seiner Autobiografie Nichts ausgelassen.[7]

Seit dem 7. September 2001 ist er mit Viktoria Skaf verheiratet. Aus dieser Ehe stammen die beiden Kinder Maya (* 2002) und Vito (* 2007). Lauterbach lebt mit seiner Familie am Starnberger See.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Sekundärliteratur
Primärliteratur

WeblinksBearbeiten

Commons: Heiner Lauterbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Hellmuth Karasek: Zivilisierte Affen. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1986 (online).
  2. Heiner Lauterbach, in: Internationales Biographisches Archiv 04/2010 vom 26. Januar 2010, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 22. April 2014 (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. Georg Bauer, Michael Hilbig, Karl-Heinz Steinkühler, Wolfgang Stock: Spenden-Affäre: Kohls Scheck-Pott. In: Focus Online. 13. März 2000, abgerufen am 7. März 2019.
  4. Heiner Lauterbach wird Professor. In: Der Spiegel. 27. Mai 2019, abgerufen am 26. Januar 2020.
  5. Theresa Hein: Meisterphrasen des Erfolgs. In: Süddeutsche Zeitung, 23. Oktober 2019.
  6. Franziska v. Mutius: Lauterbach Junior startet Film-karriere. In: Berliner Morgenpost. 19. Juni 2009, abgerufen am 26. Januar 2020.
  7. Elisabeth Spitzer: Heiner Lauterbach über Drogen & Exzesse: "Ich bereue nichts". In: Kurier. 10. April 2018, abgerufen am 10. April 2018.
  8. Schauspieler Heiner Lauterbach wird Klavierspieler des Jahres. Messe Frankfurt, 12. März 2014, archiviert vom Original am 22. März 2014; abgerufen am 22. März 2014.
  9. Askania Award Gewinner 2018. Askania, abgerufen am 26. Januar 2020.