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LebenBearbeiten

Herkunft, Ausbildung und TheaterBearbeiten

Maja Maranow wurde im März 1961 im niedersächsischen Nienburg/Weser als Tochter eines Architekten geboren.[2] Nach der frühen Scheidung der Eltern wuchs sie bei ihrer Mutter auf.[2] Bereits während ihrer Schulzeit entwickelte Maranow das Interesse am Schauspiel. Sie spielte im Schultheater, wo sie erstmals mit ihrem schauspielerischen Können positiv auffiel.[3] Ihre Schauspielausbildung erhielt sie von 1978 bis 1981 an der Schauspielschule Bühnenstudio in Hamburg.[2] Daneben wurde sie von der Schauspiellehrerin Annemarie Marks-Rocke in den Fächern Schauspiel und Musical unterrichtet.[2] Anschließend wurde Maranow von den Städtischen Bühnen in Lübeck engagiert, wo sie in der Spielzeit 1981/82 in Ich steig aus und mach' ne eigne Show zu sehen war.[2] Danach kehrte sie zurück nach Hamburg an das Thalia Theater, wo sie unter anderem in dem Theaterstück Ein interessanter Tag wirkte.[2]

Film und FernsehenBearbeiten

1983 gab Maja Maranow im Alter von 22 Jahren unter der Regie von Ulrich Stein in dem Spielfilm Tage im Hotel als junge Sarah Lenhart ihr Filmdebüt. Danach sah man sie in der Kriminalfilm-Fernsehreihe Tatort, wo sie in der Folge Täter und Opfer (Erstausstrahlung: Mai 1984) als Sanapharmmitarbeiterin Ute Bernett, die zum Vergewaltigungsopfer wurde und Monate später nach der Ermordung ihres Vergewaltigers unter Mordverdacht steht, zu sehen war.[4] Schließlich übernahm sie in der Folgezeit weitere Rollen im Tatort. In der vom Bayerischen Rundfunk produzierten Folge Programmiert auf Mord (Erstausstrahlung: Dezember 1988), dem ersten Fall von Kommissar Otto Brandenburg (Horst Bollmann), übernahm sie die Rolle der Steffi Neuhaus, die von ihrem ehemaligen Firmenkollegen Struwe (Marcus Bluhm) erdrosselt wird, nachdem sie ihn an der Stimme erkannt hat.[5] Im letzten Schimanski-Tatort Der Fall Schimanski (Erstausstrahlung: Dezember 1991) spielte sie die Frau des Staatssekretärs Zech (Alexander Radszun), Nora Zech, die unter dem falschen Namen „Corinna“ auf einem Campingplatz an der Ruhr die Sympathie von Kommissar Schimanski erregt und mit ihm ein Schäferstündchen verbringt, das für Schimanski später einen Bestechlichkeits- und sogar Mordvorwurf nach sich zieht.[6] Zuletzt verkörperte sie im Bremer-Tatort Die Liebe der Schlachter (Erstausstrahlung: November 2003) des Ermittlerduos Lürsen und Stedefreund die Metzgermeisterin Lisa Pietsch, die herausfindet, dass ihr Mann Hans (Hannes Jaenicke) seit fünf Monaten ein Verhältnis mit einer anderen Frau hat und als sie diese zu Rede stellen will, es bei einem Handgemenge zu einem tödlichen Sturz der Geliebten ihres Mannes kommt.[7]

Ihren Durchbruch als Fernsehschauspielerin hatte Maranow 1989 in der elfteiligen ZDF-Serie Rivalen der Rennbahn als schöne, intrigante Millionärsgattin Sylvia Gruber, die eine Affäre mit dem Ex-Jockey und Pferderennstallleiter Christian Adler (Thomas Fritsch) eingeht.[8] Sie selbst erinnere sich – laut eigener Aussage – nicht gerne an diese Rolle zurück.[3] Von 1989 bis 1991 war sie als Sekretärin Anette in 21 Folgen neben Stefan Fleming und Paul Hubschmid in Marco Serafinis Fernsehserie Jolly Joker zu sehen. Eine weitere durchgehende Serienrolle hatte Maranow von 1992 bis 1993 an der Seite von Uwe Friedrichsen und Andreas Schmidt-Schaller als Barbara Fabian in der Fernsehserie Oppen & Ehrlich. Daneben wirkte sie auch in vielen weiteren Fernsehserien wie beispielsweise Ein Fall für zwei (1984), SOKO München (1986/1991), Derrick (1991), Der Alte (1999/2006) und Siska (2002) mit.

Von März 1994 bis Januar 2016 war Maja Maranow durchgehend (bis auf eine Folge 2013) in insgesamt 63 Folgen der ZDF-Krimireihe Ein starkes Team zu sehen, in der sie neben Florian Martens als Kriminalhauptkommissarin Verena Berthold die weibliche Hauptrolle übernahm.[9] 1999 erhielt sie gemeinsam mit Florian Martens für ihre Darstellung in der Folge Ein starkes Team: Braunauge den Goldenen Gong. Am 24. August 2015 wurde bekanntgegeben, dass sie aus der Serie ausscheidet und sich künftig verstärkt Einzelfilmen widmen wolle.[10] Die letzte abgedrehte (64.) Folge mit Maja Maranow wurde am 9. Januar 2016 posthum unter dem Folgentitel Geplatzte Träume ausgestrahlt und war mit 8,18 Millionen Zuschauern der Quotensieger des Tages.[1][11] Die Dreharbeiten ihrer ursprünglich letzten Folge als Verena Berthold mit dem Arbeitstitel Berliner Häuser wurde aus gesundheitlichen Gründen Maranows abgebrochen.[12][13]

In dem Fernsehkrimi Donna Leon – Vendetta (Erstausstrahlung: Oktober 2000), dem Auftaktfilm der Donna-Leon-Verfilmungen, spielte sie die Reisebüroleiterin Regina Ceroni, die sich des Doppelmords an dem Anwalt Carlo Trevisan und eines Steuerberaters aus Padua bekennt, weil sie einst durch Menschenhandel nach Venedig gekommen war.[14] Im Polizeiruf 110: Vom Himmel gefallen (Erstausstrahlung: August 2002) war sie die Nachtclub-Besitzerin Johanna „Jo“ Clausen.[15] Bei dem Pilotfilm der ZDF-Krimireihe Kommissarin Lucas, Die blaue Blume (Erstausstrahlung: März 2003), war sie an der Seite von Alexander Held als Ingrid Kürten, deren fünfjährige Tochter zunächst vermisst und später tot aufgefunden wird, zu sehen.[16] Im sechsten Fall der ZDF-Krimireihe Nachtschicht, Blutige Stadt (Erstausstrahlung: Januar 2009), spielte an der Seite von Uwe Kockisch die Rolle der Ramona Neumann.[17] Ein weiteres Mal sah man sie bei dem dreizehnten Fall der Krimireihe in der Episode Der letzte Job (Erstausstrahlung: Februar 2016), wo sie mit der Rolle der zwielichtigen Flüchtlingsheimleiterin Olga König ihre letzte Fernsehrolle übernahm.[18]

Mehrfach besetzte Dieter Wedel Maja Maranow in seinen Mehrteilern. In dem fünfteiligen Fernsehthriller Der Schattenmann (1996) übernahm sie die Rolle der Sängerin und Nachtclubbesitzerin Michelle Berger. Es folgten 1998 mit dem sechsteiligen Fernsehdrama Der König von St. Pauli, wo sie die Prostituierte Mizzi spielte, sowie mit der achtteiligen Sat.1-Fernsehserie Die Unbestechliche, in der sie neben ihrem Schauspielkollegin Florian Martens die Titelrolle der alleinerziehenden Gerichtsreporterin Sylvia Brant übernahm[19], erneute Zusammenarbeiten mit Dieter Wedel als Regisseur und Produzent. 2002 war sie nochmals unter seiner Regie in der sechsteiligen Fernsehserie Die Affäre Semmeling in einer Nebenrolle als Reporterin Katja Aschberg zu sehen.

Wiederholt arbeitete sie auch mit dem Regisseur Matti Geschonneck zusammen, der sie meist als Charakterdarstellerin in Hauptrollen besetzte.[1][20][21][1] In dem Thriller Späte Rache war sie als Heide Klenz, die Ehefrau des Chefarztes Michael Klenz (Peer Jäger), zu sehen. In dem Filmdrama Liebe Schwester (Erstausstrahlung: Oktober 2003) verkörperte Maranow die erfolgreiche Anwältin Lea Spielhagen, die nach der tödlichen Brustkrebserkrankung ihrer Schwester Judith Wlassek (Anja Kling) zu einem neuen Wertesystem findet.[22][23] In dem Melodram Liebe nach dem Tod (Erstausstrahlung: Februar 2006) spielte sie die Greta Bücking, die wie Paul Markwart (August Zirner) nach dem plötzlichen Tod der jeweiligen Ehepartner erkennen muss, dass Ehemann Lutz (Götz Schubert) eine Affäre mit Markwarts Frau Karin (Franziska Stavjanik) hatte. In Zeit zu leben (Erstausstrahlung: April 2008) übernahm sie die Hauptrolle der Meeresbiologin Annabelle Kohut, deren Vater (unheilbar an Krebs erkrankt) als auch deren Mutter (bevorstehende Beinamputation) beschlossen haben, in Holland ihrem Leben ein Ende zu setzen.[20] In dem Kriminalfilm Hinter blinden Fenstern (Erstausstrahlung: Februar 2010), der frei auf dem gleichnamigen Roman von Friedrich Ani basiert, war sie als SM-Clubbesitzerin Clarissa Weberknecht zu sehen, deren Lebensgefährtin, die Prostituierte Dinah Schmidt (Bernadette Heerwagen), im Olympiapark erstochen wird. In Eine Frau verschwindet – Van Leeuwens erster Fall (Erstausstrahlung: Oktober 2012) spielte sie die an Alzheimer erkrankte Simone van Leeuwen, die Ehefrau des Kommissars Bruno van Leeuwen (Peter Haber).

Daneben arbeitete sie auch mit anderen namhaften Regisseuren zusammen und wirkte in weiteren verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen. Unter der Regie von Dietmar Klein stand sie in Südafrika und in Berlin für den zweiteiligen Fernsehfilm Das Glück am anderen Ende der Welt (Erstausstrahlung: April 2007) an der Seite von Heiner Lauterbach als Hanna Westphal, einer erfolgreichen Managerin bei einem großen Berliner Molkereiunternehmen, vor der Kamera.[24][25] In Dror Zahavis Filmbiografie Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki (Erstausstrahlung: April 2009) war Maranow als Helene Reich in der Rolle der Mutter des deutsch-polnischen Autoren Marcel Reich-Ranicki (Matthias Schweighöfer) zu sehen. Johannes Grieser besetzte sie für den Psychothriller Mord in bester Familie (Erstausstrahlung: März 2011) als Manuela Lorentz, die gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jens Mattern (Max Herbrechter) das familiäre Sägewerk von ihrem Vater (Otto Mellies) übernehmen soll.[26] In Dominik Grafs historischem Liebesdrama Die geliebten Schwestern übernahm Maranow als Charlotte von Stein die Rolle der Patentante von Charlotte von Lengefeld (Henriette Confurius).[27]

Maja Maranow betätigte sich daneben als Sprecherin von Hörbüchern und Hörspielen. Sie sprach unter anderem das im März 2008 erschienene Hörbuch zu Sizilien und Palermo. Eine literarische Einladung ein. Am 22. September 2008 wurde ein weiteres von ihr eingelesenes Hörbuch im Verlag C.H.BECK zu Lektionen der Stille. Klassische Zen-Texte. Wenn Du jenseits von Liebe und Hass bist, ist alles so klar wie das helle Tageslicht, das von klassischen Zen-Meistern handelt, veröffentlicht.[28]

PrivatesBearbeiten

Maja Maranow war in den 1990er-Jahren zwei Jahre lang mit ihrem Schauspielkollegen Florian Martens liiert.[29][30][31][32] Zudem hatte sie kurzzeitige Beziehungen zu ihren Kollegen Andreas Schmidt-Schaller und Christian Redl.[33]

Anfang 2013 plante Maranow eine längere USA-Reise, die mit den Dreharbeiten für Ein starkes Team: Die Frau des Freundes kollidierte.[34] Noch im selben Jahr erkrankte Maja Maranow an Brustkrebs, der später Metastasen bildete.[13] Sie war bis Mitte Dezember 2015 am Bundeswehrkrankenhaus der Charité in Berlin-Mitte in Behandlung.[13] Am 4. Januar 2016 erlag sie im Alter von 54 Jahren ihrem zweijährigen Krebsleiden.[35][36] Ihr Grab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf, südwestlich von Berlin.[37]

Maja Maranow, die ihr Privatleben weitgehend vor der Öffentlichkeit abschirmte[20], lebte zuletzt in Berlin-Charlottenburg.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

Hörspiele und Hörbücher (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Trauer um Maja Maranow – letzter Krimi mit Top-Quote. In: Süddeutsche.de. 10. Januar 2016, abgerufen am 10. Januar 2016.
    Traueranzeige Maja Maranow. In: Süddeutsche.de. 9. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016.
  2. a b c d e f Maja Maranow im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. a b Maja Maranow In: Prisma.de.
  4. Tatort – Täter und Opfer Zusammenfassung der Handlung von Tatort – Täter und Opfer auf daserste.de.
  5. Tatort Folge 213: Programmiert auf Mord bei tatort-fans.de.
  6. Tatort Folge 252: Der Fall Schimanski bei tatort-fans.de.
  7. Tatort – Die Liebe der Schlachter Zusammenfassung der Handlung von Tatort – Die Liebe der Schlachter auf daserste.de.
  8. Kerstin Rottmann: Die Geheimnisvolle, die nur ihr Gesicht zeigte. In: Welt Online. 13. Januar 2016, abgerufen am 13. Januar 2016.
  9. Interview mit Maja Maranow Interview über ihre Rolle in „Ein starkes Team“ bei UFA Fiction.
  10. Nach über 20 Jahren – Maja Maranow verlässt „Ein starkes Team“. dpa-Artikel auf T-online.de, 24. August 2015.
  11. Ein starkes Team – Geplatzte Träume. Webarchiv von ZDF-Programmankündigung, 9. Januar 2016.
  12. Ein starkes Team: Berliner Häuser bei crew united
  13. a b c Sina Kampe: Maja Maranow kämpfte zwei Jahre gegen den Krebs B.Z., 10. Januar 2016, abgerufen am 14. Januar 2016.
  14. Donna Leon – Vendetta bei swr.de vom 17. Juni 2015.
  15. Polizeiruf 110: Vom Himmel gefallen Zusammenfassung der Handlung von Polizeiruf 110: Vom Himmel gefallen auf mdr.de.
  16. Rainer Tittelbach: Auch Ulrike Kriener wird Kommissarin. Die ZDF-Krimireihe kann sich sehen lassen. Filmkritik bei tittelbach.tv.
  17. Torben Gebhardt: Die Kritiker: «Nachtschicht: Blutige Stadt». In: Quotenmeter.de. Abgerufen am 24. Januar 2009.
  18. "Nachtschicht - Der letzte Job": Maja Maranow in ihrer letzten TV-Rolle. In: t-online.de. Abgerufen am 1. Februar 2016.
  19. Die Unbestechliche bei Fernsehserien.de
  20. a b c Eric Leimann: Maja Maranow. Interview in Teleschau – der Mediendienst, März 2008. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  21. Gregor Tholl: Maja Maranow soll an Krebs gelitten haben. In: Welt Online. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  22. Doris Banuscher: DIE WELT: Leute von Welt. In: Welt Online. Abgerufen am 3. September 2002.
  23. Liebe Schwester (2003). In: Network Movie. Abgerufen am 6. Oktober 2003.
  24. Das Glück am anderen Ende der Welt (1) Zusammenfassung der Handlung von Das Glück am anderen Ende der Welt auf daserste.de.
  25. Das Glück am anderen Ende der Welt (2) Zusammenfassung der Handlung von Das Glück am anderen Ende der Welt auf daserste.de.
  26. Gerrit ter Horst: „Mord in bester Familie“ läuft am Montag im ZDF. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 20. März 2011.
  27. Matthias Dell: Historienfilm "Die geliebten Schwestern": Fack ju, Schiller. In: Spiegel Online. Abgerufen am 29. Juli 2014.
  28. Lektionen der Stille – Hörbuch: Klassische Zen-Texte beim Verlag C.H.BECK.
  29. Kommissar Ex – Interview mit Maja Maranow und Florian Martens. In: bz-berlin.de. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  30. ZDF-Ermittler im Doppel-Interview: Wie spielt es sich mit dem Ex? In: Bild.de. Abgerufen am 19. Oktober 2014.
  31. Liebe, Krach und Erfolg - Florian Martens und Maja Maranow sind ein starkes Team. In: superillu.de. Abgerufen am 20. Oktober 2014.
  32. Florian Martens: Aus Liebe wurde echte Freundschaft. In: Bild.de. Abgerufen am 9. Januar 2016.
  33. Maja Maranow (†54) – Die ganze Wahrheit über ihren tragischen Tod bei bunte.de, abgerufen am 18. Januar 2016.
  34. Ein starkes Team: Die Frau des Freundes bei focus.de, abgerufen am 8. Mai 2017.
  35. Hannes Roß: „Am Ende verzweifelte sie an ihren Aussetzern“. Stern.de, 13. Januar 2016, abgerufen am 14. Januar 2016.
  36. Sylvia Margret Steinitz: Maja Maranow: Niemand sollte von ihrer Krankheit erfahren. Stern.de, 9. Januar 2016, abgerufen am 9. Januar 2016.
  37. knerger.de: Das Grab von Maja Maranow
  38. Theo Köppen: Die Wirklichkeit wird geschlachtet in der ARD-Hörspieldatenbank