Vatertage – Opa über Nacht

Film von Ingo Rasper (2012)

Vatertage – Opa über Nacht ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Ingo Rasper aus dem Jahr 2012. Die Komödie nach einem gemeinsamen Drehbuch der beiden Autoren Thomas Bahmann und Ralf Hertwig und handelt von dem 37-jährigen Münchner Rikschafahrer Basti, dargestellt von Sebastian Bezzel, der eines Tages seine bis dato unbekannte 17-jährige Tochter Dina, das Resultat eines einstigen One-Night-Stands, und deren Baby Paul vor seiner Tür findet – und sich plötzlich mit den konventionellen Pflichten des Vater- und Großvaterseins konfrontiert sieht.

Film
OriginaltitelVatertage – Opa über Nacht
Vatertage.jpg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 0[1]
Stab
Regie Ingo Rasper
Drehbuch Thomas Bahmann,
Ralf Hertwig
Produktion Jakob Claussen,
Ulrike Putz,
Thomas Wöbke
Musik Martin Probst,
Peter Horn
Kamera Ueli Steiger
Schnitt Ueli Christen
Besetzung

Der von der Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion in Koproduktion mit dem ZDF umgesetzte Film wurde zwischen August und Oktober 2011 in München und Umgebung gedreht und unter anderem vom FilmFernsehFonds Bayern, der Filmförderungsanstalt (FFA) und dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF) gefördert. In den Hauptrollen sind neben Bezzel unter anderem Sarah Horváth, Heiner Lauterbach, Adam Bousdoukos, Monika Gruber und Christiane Paul zu sehen. Für die Kamera zeichnete Ueli Steiger verantwortlich. Musikalisch untermalt wurde der Film von der lokalen Brassband Moop Mama.

HandlungBearbeiten

Den 37-jährigen Münchner Lebenskünstler und Rikschafahrer Basti trifft der Schlag als eines Tages unerwartet die 17-jährige Dina aus Bitterfeld vor seiner Haustür auftaucht und recht glaubwürdig behauptet, seine Tochter zu sein. Überdies präsentiert sie ihm ihr Baby Paul und verlangt von Basti, nicht nur die jahrelang fehlende Zuwendung seinerseits, sondern überdies auch noch den Unterhalt der letzten Jahre in Höhe von 15.000 Euro. Basti lebt mit seiner Schwester und deren halbwüchsigen Zwillingen zusammen in seinem Elternhaus und fühlt sich dadurch schon reichlich ausgelastet. Wenn er binnen zwei Tagen – eine Forderung von Dinas Mutter – das Geld nicht auftreibt, würde Dina noch länger bei ihm wohnen und weitere Turbulenzen kann er ganz und gar nicht gebrauchen.

Doch weder sein frisch verliebter Vater Lambert, dessen griechischer Liebhaber Nektarios, noch Bastis strenge Schwester Thea sind ihm bei der Suche nach einer finanziellen Spritze eine Hilfe. So bleibt Dina mit ihrem Kind vorerst in München und stellt damit Bastis geruhsames Singleleben gehörig auf den Kopf. Der Versuch vom Jugendamt finanzielle Unterstützung zu bekommen scheitert, doch dafür gelingt es Basti die Telefonnummer von Pauls Vater herauszubekommen. Dina hat ihn zwar verleugnet, doch macht der junge Mann am Telefon einen sehr glücklichen Eindruck, als er erfährt Vater geworden zu sein. Umgehend setzt er sich auf sein Moped und macht sich von Bitterfeld auf den Weg nach München. Doch bis er da ist, muss sich Basti um Paul kümmern, da Dina es vorzieht, das München Nachtleben zu erkunden. Fläschchen geben funktioniert dann noch recht gut, aber als Paul pausenlos weint und Basti keinen Einfall mehr hat, womit er das Kind beruhigen kann, ist er mit den Nerven ziemlich am Ende. Nun kommt er endlich auf die Idee Pauls Windeln zu wechseln und schon ist das Kind zufrieden uns still.

Als Pauls Vater am nächsten Tag eintrifft, will Basti ihn eigentlich wieder zurückschicken, weil sich Dina sehr klar darüber geäußert hat, ihn nicht sehen zu wollen. Basti versucht seine Tochter davon zu überzeugen, dass sie ihrem Kind den Vater nicht vorenthalten dürfe. Er würde sich ja schließlich auch freuen, sie kennengelernt und nun bei sich zu haben. Zumal er inzwischen unfruchtbar sei und keine Kinder mehr bekommen könne. Auch Thea findet, dass sich ihr Bruder sehr zu seinem Vorteil verändert und inzwischen familiäre Qualitäten entwickelt hätte. Doch nachdem Basti mit Dinas Mutter Kontakt aufnimmt, muss er von ihr erfahren, dass er gar nicht Dinas Vater ist. Da tröstet es ihn nur wenig, dass sie nie Unterhalt von ihm gefordert hat, wie seine Tochter behauptet hätte, da dies nur ein Trick von Dina und ihrer Freundin gewesen ist. Aber auch Dina ist enttäuscht, als ihre Mutter ihr gesteht, dass sie nicht die Tochter von Basti wäre. Trotzdem möchte sie, dass Basti Pauls Opa bleiben soll. Als dann auch noch seine Musiker-Freunde ihm ein Ständchen bringen, ist er wieder mit sich und der Welt im Reinen. Dina kehrt mit Paul nach Bitterfeld zurück, geht wieder zur Schule und schickt Basti nun regelmäßig Videos von sich und Paul.

Nach einigen Monaten kommt Debbie, Bastis letzte Freundin, zu ihm und ist offensichtlich schwanger. Basti ist irritiert, aber dennoch erfreut als sie andeutet, dass er der Vater sein könnte. Er verspricht ihr, wenn sie meine, er wäre der Vater, dann will er es auch sein. Auf einem Foto sieht man später Basti, gemeinsam mit Debbie und einem sehr dunkelhäutigen Baby...

SoundtrackBearbeiten

Titelliste 
Nr.TitelInterpretLänge
1.El Bum BumMartin Probst2:50
2.I bin's, der BastiMartin Probst, Peter Horn2:35
3.RikschajagdMartin Probst, Peter Horn1:33
4.Stroke of a WingMartin Probst, Peter Horn3:15
5.Alles, was du super findestMartin Probst, Peter Horn1:52
6.LiebeMoop Mama3:29
7.Du bist esMartin Probst, Peter Horn1:57
8.The Fight of the BumblebeeNikolai Rimski-Korsakow1:13
9.Kopfzerbrecher RumbaMartin Probst, Peter Horn0:50
10.Der große KaterMartin Probst, Peter Horn1:49
11.GeliebteMoop Mama, Fatoni3:13
12.Griechische HochzeitMartin Probst, Peter Horn1:54
13.Die Guru von die BeatlesMartin Probst, Peter Horn1:41
14.Weißrussen!Martin Probst, Peter Horn2:12
15.Stunde der WahrheitMartin Probst, Peter Horn2:12
16.Machste mit?Martin Probst, Peter Horn4:06
17.Zorbas DanceMikis Theodorakis1:20
18.OansaMartin Probst, Peter Horn3:03

KritikenBearbeiten

 
Sebastian Bezzel erntete positive Kritiken für sein Spiel im Film.[2]

Kino.de verglich den Film mit bajuwarisch geprägten Komödien wie Markus Gollers Eine ganz heiße Nummer (2011) und Marcus H. Rosenmüllers Wer’s glaubt, wird selig (2012), befand jedoch, dass Vatertage im Gegensatz „nicht immer ins Schwarze“ träfe: Diese bayerische Komödie lässt kein Klischee aus – von der Lederhose über den Leberkäs bis zur Blasmusik ist alles dabei, was sich ein Nordlicht unter München vorstellt. Das ist für den Einheimischen vielleicht manchmal etwas zu viel des Guten und nicht gerade mit dem Humor nördlich der Mainlinie kompatibel, auch wenn Witz aufblitzt […] Über die Untiefen des Humors bei dieser mit den üblichen Versatzstücken verzierten Komödie über (falsche) Familienzusammenführung helfen die selbstironischen Darsteller hinweg.[3]

Slagman Tim von Filmstarts bewertete den Film mit zwei aus fünf möglichen Sternen und schrieb: „Mit Vatertage – Opa über Nacht erzählt Ingo Rasper allzu routiniert und klischeehaft von der Läuterung eines bajuwarischen Hallodris – nur die Nebenrollen machen einiges her […] Wenn die Vorurteile allerdings erst einmal aufeinandergeprallt und die groben Konfliktlinien etabliert sind, nimmt auch die Erzählung Tempo auf. Manche Rollen sind dabei erfreulich gegen den Strich landläufiger Images gebürstet.“[4]

Jens Hinrichsen vom Filmdienst meinte über Vatertage: „Sarah Horváth macht mit selbstbewusster Präsenz wett, was ihrer Tochter-Rolle im Drehbuch an Substanz fehlt, und Sebastian Bezzel ist als halb schelmischer, halb vertrottelter Vater wider Willen eine Wucht. Das Salz in der Suppe sind jedoch die durchweg ausdrucksstark besetzten Nebenfiguren […] Insgesamt ist „Vatertage“ [eine] amüsante, dialogwitzig und rasant, wie eine Rikscha-Fahrt auf abschüssiger Straße, erzählte Komödie um Missverständnisse und Annäherung – zwischen Männern und Frauen wie zwischen Ost- und Westdeutschen. Der etwaige Vorwurf, Rasper hantierte mit zu vielen Klischees, greift nicht, weil das Erwartbare immer wieder unterlaufen wird. Erst zum versöhnlichen Ende hin wird München dann doch arg hochglanzprospektmäßig als Hauptstadt bayerischer Liberalität und Multikulti-Harmonie beworben. Das wirkt nicht lustig, sondern eher wie fehlplatziertes Stadt-Marketing.“[5]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh der Produktion das Prädikat besonders wertvoll. In ihrer Begründung äußerte die Jury: „Man hätte daraus eine grandiose Filmklamotte machen können, was das zitierte Drehbuch, die wunderbare Inszenierung von Ingo Rasper und ein herrlich zusammengestellter Cast an tollen Schauspielern aber sehr erfolgreich verhindert. Keiner der vielen Gags ist unter der Gürtellinie, das Spiel des Darsteller-Teams zauberhaft natürlich, wobei Sebastian Bezzel zu Hochform aufläuft, Sarah Horváth eine echte Entdeckung ist und Heiner Lauterbach eine Glanzparodie als Schwuchtel abzuliefern vermag […] Was den Film im Genre Komödie dann letztlich auf ein Niveau hebt, was eine Auszeichnung mit dem Prädikat besonders wertvoll verdient, ist, dass die Themen des Films, um die es letztlich geht (wie „Beziehungsprobleme mit Kind, ohne Kind, Kindverschweigen, Kindverweigern, Unfruchtbarkeit, Vatersuche etc.“) durchaus mit ernsthaftem Unterton eingebracht wurden.“[2]

ErfolgBearbeiten

Die Komödie feierte am 5. August 2012 beim Fünf Seen Filmfestival in Starnberg Erstaufführung.[6] Der offizielle deutsche Kinostart durch Studiocanal folgte schließlich am 13. September.[6] Bis Oktober 2012 konnte Vatertage rund 124.005 Besucher in die Kinos locken.[6] Mit insgesamt 130.229 Besuchern konnte sich die Komödie in den Top 50 der meistgesehenen deutschen Kinoproduktionen des Jahres 2012 platzieren.[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Vatertage – Opa über Nacht. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juni 2012 (PDF; Prüf­nummer: 133 318 K).
  2. a b Prädikat besonders wertvoll; Komödie; Spielfilm, Deutschland 2012. In: Filmstarts. Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW). Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  3. Vatertage – Opa über Nacht > Kritik. In: Kino.de. Kino.de. Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  4. Slagman Tim: Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion. In: Filmstarts. Filmstarts.de. Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  5. Hinrichsen Jens: Vatertage – Opa über Nacht. In: Filmdienst. Filmdienst.de. Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  6. a b c Vatertage – Opa über Nacht; Deutschland 2011/2012, Spielfilm. Filmportal. Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  7. Filmhitliste: Jahresliste (deutsch) 2012. In: Filmförderungsanstalt. FFA.de. Abgerufen am 10. Februar 2012.