Uwe Ochsenknecht

deutscher Schauspieler
Uwe Ochsenknecht, 2019

Uwe Adam Ochsenknecht (* 7. Januar 1956 in Biblis) ist ein deutscher Schauspieler und Sänger. Bekannt wurde Ochsenknecht 1981 durch den Film Das Boot und 1985 mit der Komödie Männer.

LebenBearbeiten

 
Uwe Ochsenknecht als Produzent Konstantin Trauer bei den Nibelungenfestspielen in Worms 2016
 
Familie Ochsenknecht bei der Filmpremiere von „Sommer“ in München (v.l.): Wilson Gonzalez, Uwe, Cheyenne Savannah, Jimi Blue und Natascha (2008)
 
Uwe Ochsenknecht (rechts) und Michaela Galli (links) in Rotlicht! von Urs Odermatt (1986)

Ochsenknechts Eltern verließen 1951 die DDR und zogen von Saalfeld nach Biblis.[1] Ochsenknecht wuchs in Mannheim auf, wo er unter anderem das Ludwig-Frank-Gymnasium besuchte und früh seine Liebe zum Schauspiel entdeckte, als er als Komparse am Mannheimer Nationaltheater engagiert war. Mit 15 Jahren musste er das Gymnasium verlassen, nachdem er zum dritten Mal nicht versetzt worden war.[2] Nach dem Hauptschulabschluss in der Abendschule wurde er an der Westfälischen Schauspielschule Bochum aufgenommen, die er erfolgreich abschloss. Erste Theaterengagements folgten, ab 1977 auch Film- und Fernsehrollen. Bereits 1978 spielt er eine Minirolle in einem Hollywoodfilm.

Ochsenknecht gelang der Durchbruch mit der Rolle eines Bootsmannes im Film Das Boot (1981) von Wolfgang Petersen. Vier Jahre später stellte sich der nächste Erfolg ein: Männer (1985) von Doris Dörrie mit Heiner Lauterbach. Ebenfalls ein großer Erfolg war die Hauptrolle des Fälschers Fritz Knobel in der oscarnominierten Satire Schtonk! (1992) von Helmut Dietl, die in nicht allzu detailgetreuer Weise die Affäre um die gefälschten Hitler-Tagebücher aufs Korn nahm. Für seine Rolle als Hans Pollak in Fußball ist unser Leben wurden ihm 1999 der Bayerische Filmpreis und im Jahr 2000 der Deutsche Filmpreis zuerkannt. Im Jahr 2001 wurde er für die Nebenrolle des Johann „Hans“ Ferbach in dem Fernsehfilm Vera Brühne mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Darüber hinaus wirkte Ochsenknecht in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen mit. Seine erfolgreiche Karriere erklärt er sich zum Teil dadurch, dass er schon als Jugendlicher die Schauspielerei zum Beruf machen wollte: „Ich wusste ziemlich früh – mit 14 oder 15: 'Ich will Schauspieler werden.' Das war mir zu 150 Prozent klar.“[3]

Uwe Ochsenknecht gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie.

Seit 2003 wirbt Ochsenknecht im Schweizer Fernsehen für die Käsesorte Appenzeller. Einen Teil seiner Gage erhält er auf eigenen Wunsch in Form von Käse.[4]

Im Mai 2011 nahm Ochsenknecht an dem Sat1-Format Der Bastelkönig teil. 2011 wirkten er und sein Sohn Wilson Gonzalez in dem Musikvideo zu "House on Fire" der Berliner Band Beatsteaks mit. 2011 trat er als Hansi Haller auf, der nach langer Zeit ein Comeback als Schlagersänger startet. In seiner Rolle trat er mit seinem eigenen Bühnenprogramm in mehreren deutschen Städten auf und veröffentlichte eine Download-Single mit dem Titel Oh-La-La-Larissa.[5]

Anfang der 1990er-Jahre verschaffte er sich ein zweites Standbein mit der Musik; er hat seither mehrere Alben veröffentlicht. Er ist Sänger bei The Screen, Mick Rogers (Manfred Mann’s Earth Band) und Thomas Blug sind Gitarristen. Die beiden Ex-Musiker von Gary Moores Band Pete Rees (Bass) und Graham Walker (Schlagzeug) sind ebenfalls vertreten.

Die seit 2009 in unregelmäßigen Abständen ausgestrahlten Fernsehfilme der Reihe Der Bulle und das Landei, von der bisher sechs Folgen zu sehen waren, präsentieren Ochsenknecht als in die Eifel strafversetzten Polizeikommissar, der sich in der ländlichen Abgeschiedenheit mit Kriminalfällen herumzuschlagen hat. Seine Partnerin ist dabei Diana Amft.

FamilieBearbeiten

Uwe Ochsenknecht war von 1993 bis Ende Juli 2012 mit Natascha Ochsenknecht verheiratet.[6] Mit ihr hat er drei Kinder: die Söhne Wilson Gonzalez und Jimi Blue, die selbst als Schauspieler tätig sind, sowie eine Tochter, das Model Cheyenne Savannah Ochsenknecht. Zudem ist er der Vater des aus einer früheren Beziehung stammenden Schauspielers Rocco Stark.

Im Juli 2017 heiratete Ochsenknecht Kiki Viebrock.[7]

AuszeichnungenBearbeiten

WirkenBearbeiten

Filme (Auswahl)Bearbeiten

TheaterBearbeiten

HörspieleBearbeiten

BiographieBearbeiten

Was bisher geschah. Bastei Lübbe, Köln 2013, ISBN 978-3-7857-2485-9.

DiskografieBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[10]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
1992 Ochsenknecht DE18
(14 Wo.)DE
CH19
(5 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: März 1992
1994 Girls Crossing DE78
(8 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: März 1994

Weitere Veröffentlichungen

  • 2001: Singer
  • 2008: MatchPoint

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[10]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
1992 Only One Woman
Ochsenknecht
DE21
(13 Wo.)DE
CH21
(12 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: Januar 1992
If I Had a Wish
Ochsenknecht
DE60
(6 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: April 1992
1994 Blue Water
Girls Crossing
DE83
(6 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: März 1994

Synchronrollen (Auswahl)Bearbeiten

TriviaBearbeiten

In einigen Filmproduktionen wird sein im Englischen schwer auszusprechender Nachname auch „Oxenknecht“ geschrieben.[11]

WeblinksBearbeiten

Commons: Uwe Ochsenknecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Uwe Ochsenknecht: Was bisher geschah: Autobiographie. Bastei Lübbe, Köln 2013, ISBN 978-3-8387-4512-1.
  2. Herlinde Koelbl: Uwe Ochsenknecht: "Als Schauspieler bekam ich endlich Anerkennung". In: Die Zeit. 6. Mai 2010, abgerufen am 26. Januar 2020.
  3. Paul Katzenberger: Uwe Ochsenknecht über Anerkennung: "Berühmtsein ist doch toll". In: Süddeutsche Zeitung. 16. März 2012, abgerufen am 26. Januar 2020.
  4. Käsetourist Ochsenknecht. In: Tagblatt, 14. Oktober 2009, abgerufen am 20. September 2010
  5. Haller, Hansi – Oh-La-La-Larissa. EMI Germany, archiviert vom Original am 1. August 2012; abgerufen am 14. Januar 2012.
  6. Uwe und Natascha Ochsenknecht – „Er hat bekommen, was er verdient hat!“ In: BUNTE. 1. August 2012, abgerufen am 26. Januar 2020.
  7. Heimliche Hochzeit – Ja zu "Kiki": Uwe Ochsenknecht hat wieder geheiratet. In: Abendzeitung München. 7. Juli 2017, abgerufen am 26. Januar 2020.
  8. RSH Gold '93. In: RSH-History. 13. Februar 1993, archiviert vom Original am 19. Juli 2011; abgerufen am 24. Juni 2011 (Verleihung des RSH-Gold für den „erfolgreichsten deutschen Interpreten“).
  9. Uwe Ochsenknecht – Kurzbiografie. In: ae-tv. Archiviert vom Original am 13. April 2016; abgerufen am 13. April 2020.
  10. a b Chartquellen: DE CH
  11. „Warning: Football Can Damage Your Health“, Berlinale Review von Elke de Wit zu Fußball ist unser Leben