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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großhabersdorf
Großhabersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großhabersdorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 24′ N, 10° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 341 m ü. NHN
Fläche: 35,51 km2
Einwohner: 4193 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90613
Vorwahl: 09105
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 115
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürnberger Straße 12
90613 Großhabersdorf
Website: www.grosshabersdorf.de
Bürgermeister: Friedrich Biegel (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Großhabersdorf im Landkreis Fürth
Landkreis FürthBayernLandkreis AnsbachLandkreis RothSchwabachErlangenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Erlangen-HöchstadtFürthNürnbergObermichelbachTuchenbachPuschendorfVeitsbronnSeukendorfWilhermsdorfLangenzennCadolzburgGroßhabersdorfAmmerndorfRoßtalZirndorfOberasbachStein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild
Lage
Ortsansicht von Südosten

Großhabersdorf (umgangssprachlich: Håberʳschdoʳf[2]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Fürth und liegt im südwestlichen Teil des Landkreises etwa auf halber Strecke zwischen Ansbach und Nürnberg.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Großhabersdorf liegt im Rangau etwa 21 km westlich von Nürnberg, 20 km nordöstlich von Ansbach und 44 km östlich von Rothenburg ob der Tauber. Durch den Ort fließt die Bibert, die bei Zirndorf in die Rednitz mündet.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Nachbargemeinden sind:

(Aufzählung: im Norden beginnend im Uhrzeigersinn)

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat zwölf amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1144 bis 1151 entstanden sein muss, als „Hadewartesdorf“ erstmals erwähnt, 1479 erstmals mit dem Zusatz „Grossen“ zur Unterscheidung von dem neun Kilometer südwestlich gelegenen Kleinhabersdorf. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Hadewart. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.[4]

Während der Zeit der Stammesherzogtümer im Mittelalter lag der Ort im Herzogtum Franken. Im Jahre 1316 ist ein Gericht nachweisbar. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf 1632 von Wallensteins Heer zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großhabersdorf 56 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Richteramt Habersdorf inne. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (vier Höfe, zwei Halbhöfe, 25 Güter, 16 Häuser, eine Mühle, eine Ziegelhütte), die Kirche Großhabersdorf (ein Hof), das Gotteshaus und Heiligenstiftung Zautendorf (zwei Halbhöfe), das St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg (ein Hof, ein Häuslein), der Nürnberger Eigenherr von Haller (ein Viertelhof) und das Rittergut Rügland (ein Gütlein).[5]

1792 fiel Großhabersdorf von der Markgrafschaft Ansbach, die ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern.

Das bayerische Urkataster zeigt Großhabersdorf in den 1810er Jahren als ein Kirchdorf mit 68 Herdstellen und einem Gottesacker.[6] Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Großhabersdorf gebildet, zu dem die Orte Schwaighausen, Stammesmühle, Weihersmühle und Ziegelhütte gehörten. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Großhabersdorf gegründet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1920 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).[7] Ab 1862 wurde Großhabersdorf vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, von 1880 bis zum 1. März 1931 lag sie beim Amtsgericht Cadolzburg, seitdem wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 9,837 km².[8]

In der Zeit des Nationalsozialismus bestand dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nordwestlich des Ortes der Flugplatz Unterschlauersbach.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1971 wurde Unterschlauersbach eingemeindet. Fernabrünst sowie Gebietsteile der ehemaligen Gemeinde Deberndorf kamen am 1. Januar 1972 hinzu.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Großhabersdorf

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016
Einwohner 536 679 755 799 878 867 903 904 942 900 899 852 887 881 863 963 1000 1051 1428 1531 1865 2172 3429 4301 4053 4132
Häuser[10] 84 97 125 159 156 166 216 349 891 1199
Quelle [11] [12] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [8] [20] [21] [22] [22] [22]

Gemeindeteil Großhabersdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 419 562 700* 752 811 740 847 1392 1726 2032 2267*
Häuser[10] 65 79 136 132 145 183 322 578*
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [21]
* inklusive Stammesmühle

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Bis zur Auflösung im Jahr 1998 bildete Großhabersdorf zusammen mit Ammerndorf die Verwaltungsgemeinschaft Großhabersdorf.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Großhabersdorf hat 16 Mitglieder.

CSU SPD Grüne FW Gesamt
2002 6 5 1 4 16 Sitze
2008 5 4 2 5 16 Sitze
2014 6 3 2 5 16 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Seit dem 1. Mai 2008 ist Friedrich Biegel (FW) der hauptamtliche Erste Bürgermeister der Gemeinde, nachdem er in der Stichwahl am 16. März 2008 gegen den Amtsinhaber Lothar Birkfeld (CSU) mit 50,84 % der Stimmen gewann. Birkfeld folgte erst 2002 auf Georg Lang (SPD). Am 16. März 2014 konnte er sich im ersten Wahlgang mit 59,9 % gegen Thomas Zehmeister (CSU) und Ralf Süßbrich (SPD) durchsetzen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz, hinten in Grün eine Garbe aus fünf goldenen Ähren.

Das bayerische Innenministerium genehmigte 1954 das Wappen. Es leitet sich von einem Siegel aus dem 15. Jahrhundert ab. Die Ähren stehen für den Ortsnamen. Die silber-schwarze Vierung deutet auf die Markgrafen von Ansbach, die die Ortsherrschaft ausübten.[23]

PartnergemeindenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St. Walburg

SportBearbeiten

SV Großhabersdorf e.V. – der mitgliederstärkste Verein der Gemeinde für die Sportarten – Fußball, Karate, Tennis, Tischtennis, Gymnastik, Dart und Laufen

Seit 1995 findet der Bibertlauf statt. Er ist eine Veranstaltung der Lauffreunde des SV Großhabersdorf e.V., bei der viele Laufbegeisterte des Landkreises und darüber hinaus teilnehmen

Ab 1977 fand bis etwa zur Jahrhundertwende jährlich die DMV Biberttal Rallye Großhabersdorf statt.

VerkehrBearbeiten

Die Staatsstraße 2246 verläuft südwestlich über Kehlmünz und Kleinhaslach nach Bruckberg. Die Staatsstraße 2245 (Nürnberg–Oberdachstetten) verläuft östlich über Vincenzenbronn nach Ammerndorf bzw. westlich nach Unterschlauersbach. Die Kreisstraße FÜ 20 verläuft südöstlich nach Fernabrünst. Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nördlich nach Hornsegen.

In der ersten Hälfte der 1880er Jahre wurde mit der Verbindung Heilsbronn–Großhabersdorf–Cadolzburg eine Postbuslinien von der Nürnberg-Crailsheimer-Bahn durch das Biberttal eingerichtet.[24] Diese verlor ihre Bedeutung durch die Eröffnung der Bibertbahn am 22. Mai 1914. Nach der Einstellung des Verkehrs auf dem Abschnitt Großhabersdorf–Rügland–Unternbibert am 26. September 1971 war Großhabersdorf Endstation der Bibertbahn.

Am 26. September 1986 wurde der Verkehr auf der verbliebenen Strecke zum Bahnhof Nürnberg–Stein eingestellt und durch Busse ersetzt. Zum Schuljahresbeginn 1992 wurde die aus Dietenhofen kommende Schulbuslinie zur Staatlichen Realschule in Heilsbronn und dem Laurentius-Schulzentrum Neuendettelsau der Diakonie in eine Buslinie des OVF umgewandelt. 1996 kam eine dritte Buslinie zum Roßtaler Bahnhof hinzu, die zu Beginn der Sommerferien im Juli 2006 eingestellt wurde.

Die nördlichen Ortsteile Oberreichenbach und Hornsegen werden durch eine Buslinie eines Privatunternehmens insbesondere im Schülerverkehr über die Nachbargemeinde Cadolzburg nach Fürth angebunden.

Abends und am Wochenende verkehrt ein Anrufsammeltaxi zum Bahnhof in Roßtal.

In Wochenendnächten gibt es mit der VAG-Nightliner-Linie N7 eine Direktverbindung nach Nürnberg.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Max Endres (* 3. April 1860 in Großhabersdorf; † 9. November 1940 in München), Forstwissenschaftler und Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität München

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Großhabersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. W. Wiessner, S. 48.
  3. Gemeinde Großhabersdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. September 2019.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 88f.
  5. H. H. Hofmann, S. 120.
  6. Großhabersdorf auf BayernAtlas Klassik
  7. H. H. Hofmann, S. 228; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 27 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 780 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 467.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 32 (Digitalisat). Für die Gemeinde Großhabersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Schwaighausen (S. 84), Weihersmühle (S. 101) und Ziegelhütte (S. 106).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 66 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1030, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1195, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1125 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1193–1194 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1231 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1061 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 336 (Digitalisat).
  22. a b c Großhabersdorf: Amtliche Statistik des LfStat
  23. Eintrag zum Wappen von Großhabersdorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  24. Peter Ramsenthaler: Lokalbahn Nürnberg- Unternbibert-Rügland: Von der Frankenmetropole in den Rangau. H-und-L-Publ.-Souvenirs-Verlag Bleiweis, Schweinfurt 1996, ISBN 3-928786-48-2, Seite 2