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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tuchenbach
Tuchenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tuchenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 32′ N, 10° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Verwaltungs­gemeinschaft: Obermichelbach-Tuchenbach
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 6,5 km2
Einwohner: 1341 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 206 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90587
Vorwahl: 0911
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 129
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulplatz 2
90587 Tuchenbach
Website: www.tuchenbach.de
Bürgermeister: Leonhard Eder (IGT)
Lage der Gemeinde Tuchenbach im Landkreis Fürth
Landkreis FürthBayernLandkreis AnsbachLandkreis RothSchwabachErlangenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Erlangen-HöchstadtFürthNürnbergObermichelbachTuchenbachPuschendorfVeitsbronnSeukendorfWilhermsdorfLangenzennCadolzburgGroßhabersdorfAmmerndorfRoßtalZirndorfOberasbachStein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild

Tuchenbach (umgangssprachlich: „Dumba“[2]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Fürth und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Tuchenbach. Sie ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Fürth.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt etwa 15 km westlich der Stadt Fürth. Außer dem Hauptort gibt es keine weiteren Ortsteile. Nachbargemeinden sind Obermichelbach, Veitsbronn, Puschendorf sowie die Stadt Herzogenaurach.

GemeindegliederungBearbeiten

Die politische Gemeinde Tuchenbach besteht nur aus dem Hauptort.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1284 als „Tuchenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort wahrscheinlich der Personenname Tucho ist.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Tuchenbach 31 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Grundherren waren das brandenburg-ansbachische Kastenamt Cadolzburg (zehn Höfe, sechs Güter, ein Haus, ein Hirtenhaus, eine Schmiede, ein Feuerhäuslein), das bambergische Amt Herzogenaurach (vier Güter, zwei Häuser), das Spital Langenzenn (ein Wirtshaus), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (ein Gut), St.-Klara-Klosteramt (ein Gut), Spitalamt (ein Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Scheurl (1 Halbhof).[4]

Im Jahre 1792 fiel die Markgrafschaft Ansbach – und damit auch Tuchenbach – an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Tuchenbach dem Steuerdistrikt Veitsbronn zugeordnet. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Tuchenbach gegründet, zu der Retzelfembach gehörte. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg.[5] Ab 1862 wurde Tuchenbach vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit ging 1872 an das Landgericht Fürth über, seit 1880 liegt sie beim Amtsgericht Fürth. Die Finanzverwaltung wurde 1870 vom Rentamt Fürth (1920 in Finanzamt Fürth umbenannt) übernommen. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 10,259 km².[6]

Am 1. Januar 1980 wurde nach einer Bürgerbefragung der Gemeindeteil Retzelfembach mit damals etwa 350 Einwohnern nach Veitsbronn umgegliedert.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Tuchenbach (= ab 1987 Ort Tuchenbach)

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016
Einwohner 388 447 483 482 454 468 451 466 494 465 495 508 478 494 465 474 460 462 698 641 568 732 944 1249 1343 1332
Häuser[8] 62 67 75 78 75 80 83 98 259 446
Quelle [9] [10] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [6] [18] [19] [20] [20] [20]

Gemeindeteil Tuchenbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970
Einwohner 234 256 281 271 286 287 268 338 285 385
Häuser[8] 36 38 45 43 42 45 47
Quelle [9] [10] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [6] [18]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus Tuchenbach

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Tuchenbach hat 12 Mitglieder:

IGT SPD WGT AfT Gesamt
2002 5 3 4 12 Sitze
2008 8 1 3 12 Sitze
2014 6 3 3 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Abkürzungen:
IGT: Interessengemeinschaft Tuchenbach
WGT: Wählergemeinschaft Tuchenbach
AfT: Alternative für Tuchenbach

BürgermeisterBearbeiten

Am 3. März 2002 wurde Leonhard Eder (IGT) mit 61,8 % der Stimmen zum nebenamtlichen Bürgermeister gewählt und am 2. März 2008 (73,8 % der Stimmen), sowie am 16. März 2014 (76,53 % der Stimmen) jeweils für eine weitere Amtszeit im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter von Silber und Schwarz graviertem Schildhaupt in Blau ein silberner Wellenschrägbalken, überdeckt von einem schräglinks gestellten goldenen Weberschiffchen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Kirchweih ist jedes Jahr von Christi Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Montag.

VerkehrBearbeiten

Die Autobahn A3 mit der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach (82) liegt etwa 7 km nordöstlich.

Die Kreisstraße FÜ 8/ERH 13 verläuft nordwestlich nach Höfen bzw. südöstlich nach Veitsbronn. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Burgstall, nach Puschendorf, nach Obermichelbach und die FÜ 7 kreuzend nach Retzelfembach.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tuchenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b W.-A. v. Reitzenstein, S. 224; W. Wiessner, S. 96 f.
  3. Gemeinde Tuchenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  4. H. H. Hofmann, S. 177.
  5. H. H. Hofmann, S. 233f.; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 28 (Digitalisat).
  6. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 782 (Digitalisat).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  8. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  9. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 92 (Digitalisat). Für die Gemeinde Tuchenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Retzelfembach (S. 75).
  10. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 69 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 449 Einwohner.
  11. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1028, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1194, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1124 (Digitalisat).
  15. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1192 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1230 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1064 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 337 (Digitalisat).
  20. a b c Tuchenbach: Amtliche Statistik des LfStat