Tuchenbach

Gemeinde in Deutschland

Tuchenbach (umgangssprachlich: „Dumba“[2]) ist eine Gemeinde im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern) und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Tuchenbach. Sie ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Fürth. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Es gibt einen Kindergarten, eine neu gebaute Kinderkrippe und einen „Hort Wirbelwind“. Im Hauptort befindet sich eine Verwaltungsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Tuchenbach.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tuchenbach
Tuchenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tuchenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 32′ N, 10° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Verwaltungs­gemeinschaft: Obermichelbach-Tuchenbach
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 6,5 km2
Einwohner: 1383 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90587
Vorwahl: 0911
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 129
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulplatz 2
90587 Tuchenbach
Website: www.tuchenbach.de
Erster Bürgermeister: Leonhard Eder (IGT)
Lage der Gemeinde Tuchenbach im Landkreis Fürth
Landkreis FürthBayernLandkreis AnsbachLandkreis RothSchwabachErlangenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Erlangen-HöchstadtFürthNürnbergObermichelbachTuchenbachPuschendorfVeitsbronnSeukendorfWilhermsdorfLangenzennCadolzburgGroßhabersdorfAmmerndorfRoßtalZirndorfOberasbachStein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Ein Panorama von Tuchenbach aus dem Norden

LageBearbeiten

Tuchenbach liegt etwa 15 km westlich der Stadt Fürth. Der Ort liegt am Tuchenbach, einem linken Zufluss der Zenn.[3]

Nachbargemeinden sind Obermichelbach, Veitsbronn, Puschendorf sowie die Stadt Herzogenaurach.

GemeindegliederungBearbeiten

Die politische Gemeinde Tuchenbach besteht nur aus dem Hauptort.[4]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1284 als „Tuchenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort wahrscheinlich der Personenname Tucho ist.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Tuchenbach 31 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Grundherren waren das brandenburg-ansbachische Kastenamt Cadolzburg (zehn Höfe, sechs Güter, ein Haus, ein Hirtenhaus, eine Schmiede, ein Feuerhäuslein), das bambergische Amt Herzogenaurach (vier Güter, zwei Häuser), das Spital Langenzenn (ein Wirtshaus), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (ein Gut), St.-Klara-Klosteramt (ein Gut), Spitalamt (ein Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Scheurl (ein Halbhof).[5]

Im Jahre 1792 fiel die Markgrafschaft Ansbach – und damit auch Tuchenbach – an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Tuchenbach dem Steuerdistrikt Veitsbronn zugeordnet. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Tuchenbach gegründet, zu der Retzelfembach gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg.[6] Ab 1862 gehörte Tuchenbach zum Bezirksamt Fürth (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit ging 1872 an das Landgericht Fürth über, seit 1880 liegt sie beim Amtsgericht Fürth. Die Finanzverwaltung wurde 1870 vom Rentamt Fürth (1920 in Finanzamt Fürth umbenannt) übernommen. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 10,259 km².[7]

Am 1. Januar 1980 wurde nach einer Bürgerbefragung der Gemeindeteil Retzelfembach mit damals etwa 350 Einwohnern nach Veitsbronn umgegliedert.[8]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Tuchenbach (= ab 1987 Ort Tuchenbach)

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016
Einwohner 388 447 483 482 454 468 451 466 494 465 495 508 478 494 465 474 460 462 698 641 568 732 944 1249 1343 1332
Häuser[9] 62 67 75 78 75 80 83 98 259 446
Quelle [10] [11] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [7] [19] [20] [21] [21] [21]

Ort Tuchenbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970
Einwohner 234 256 281 271 286 287 268 338 285 385
Häuser[9] 36 38 45 43 42 45 47
Quelle [10] [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [7] [19]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus Tuchenbach

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Tuchenbach hat zwölf Mitglieder.

IGT1 SPD WGT2 AfT3 Gesamt
2002 5 3 4 12 Sitze
2008 8 1 3 12 Sitze
2014 6 3 3 12 Sitze
2020[22] 7 2 3 12 Sitze
1 Interessengemeinschaft Tuchenbach
1 Wählergemeinschaft Tuchenbach
3 Aktive Bürger Tuchenbach (vormals: Alternative für Tuchenbach)

BürgermeisterBearbeiten

Am 3. März 2002 wurde Leonhard Eder (IGT) mit 61,8 % der Stimmen zum nebenamtlichen Bürgermeister gewählt und am 2. März 2008 (73,8 % der Stimmen), am 16. März 2014 (76,53 % der Stimmen), sowie am 15. März 2020 (68,79 % der Stimmen[23]) jeweils für eine weitere Amtszeit im Amt bestätigt.

Wappen und FlaggeBearbeiten

Wappen
Blasonierung: „Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt in Blau ein silberner Wellenschrägbalken, überdeckt von einem schräg links gestellten goldenen Weberschiffchen.“[24]

Die Gemeinde führt das Wappen seit 1978.

Wappenbegründung: Das von Silber und Schwarz gevierte Schildhaupt weist auf die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen, die seit 1248 im Gemeindegebiet Gerichts- und Grundherrschaftsrechte innehatten. Das Weberschiffchen erinnert an die ehemaligen Webereien, die lange einen wichtigen Erwerbszweig für die Bevölkerung darstellten. Der Wellenbalken steht „redend“ für den Ortsnamenbestandteil -bach.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist gelb-schwarz-weiß.[25]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Kirchweih ist jedes Jahr von Christi Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Montag.

VerkehrBearbeiten

Die Autobahn A3 mit der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach (82) liegt etwa 7 km nordöstlich.

Die Kreisstraße FÜ 8/ERH 13 verläuft nach Höfen (2,6 km nordwestlich) bzw. nach Veitsbronn (2,5 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Burgstall (2,5 km nordöstlich), nach Puschendorf (2,2 km westlich), nach Obermichelbach zur Kreisstraße FÜ 21 (3,3 km östlich) und die FÜ 7 kreuzend nach Retzelfembach (2,5 km südlich).[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Tuchenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b W.-A. v. Reitzenstein, S. 224; W. Wiessner, S. 96 f.
  3. a b Tuchenbach im BayernAtlas
  4. Gemeinde Tuchenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  5. H. H. Hofmann, S. 177.
  6. H. H. Hofmann, S. 233 f.; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 28 (Digitalisat).
  7. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 782 (Digitalisat).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 92 (Digitalisat). Für die Gemeinde Tuchenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Retzelfembach (S. 75).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 69 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 449 Einwohner.
  12. a b c d e f g h i j k l Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1028, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1194, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1124 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1192 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1230 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1064 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 174 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 337 (Digitalisat).
  21. a b c Tuchenbach: Amtliche Statistik des LfStat
  22. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Tuchenbach - Gesamtergebnis. Abgerufen am 31. März 2020.
  23. Wahl des ersten Bürgermeisters - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Tuchenbach - Gesamtergebnis. Abgerufen am 31. März 2020.
  24. Eintrag zum Wappen von Tuchenbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  25. Tuchenbach. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 27. Juni 2020.