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Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 1978/79 war die 62. Ausspielung des französischen Fußballpokals für Männermannschaften. In diesem Jahr meldeten 2.473 Vereine.

Nach Abschluss der von den regionalen Untergliederungen des Landesverbands FFF organisierten Qualifikationsrunden griffen im Zweiunddreißigstelfinale auch die 20 Erstligisten in den Wettbewerb ein. Die Spielpaarungen wurden für jede Runde frei ausgelost; allerdings besaßen die Vereine der höchsten Spielklasse das Privileg, im Zweiunddreißigstelfinale gesetzt zu sein und nicht aufeinandertreffen zu können. Sämtliche Begegnungen bis auf die erste landesweite Runde und das Endspiel (jeweils nur eine Begegnung auf neutralem Platz, ggf. mit Verlängerung und Elfmeterschießen zur Ermittlung des Siegers) wurden in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Hatten dabei beide Mannschaften eine gleich hohe Zahl von Treffern erzielt, gewann diejenige, die auf dem Platz des Gegners mehr Tore geschossen hatte. Stand es auch hierbei gleich, wurde zunächst das Rückspiel verlängert und anschließend – sofern erforderlich – ein Elfmeterschießen durchgeführt.[1]

Den Pokal gewann in diesem Jahr der FC Nantes; es war sein erster Gewinn dieser Trophäe. Zuvor hatten die Canaris – so bezeichnet wegen ihres gelben Dresses – in drei Endspielen gestanden (1966, 1970, 1973) und diese sämtlich verloren. Für Endspielgegner AJ Auxerre, bis Sommer 1980 noch Zweitdivisionär, begann mit dieser Finalteilnahme der Aufstieg in den Kreis der französischen Spitzenklubs,[2] der bis ins 21. Jahrhundert fortdauerte.

Titelverteidiger AS Nancy scheiterte bereits im Achtelfinale an einem Zweitligisten. Für das Zweiunddreißigstelfinale hatten sich auch drei Klubs aus Frankreichs überseeischen Besitzungen qualifiziert, je einer aus Martinique (Good Luck Fort-de-France), Guadeloupe (La Gauloise Basse-Terre) und Französisch-Polynesien (CS Papeete). In die Runde der besten 32 Mannschaften schafften es lediglich zwei Amateurvereine (die Drittligisten ES La Rochelle und CS Thonon); dort kam für beide das Pokal-Aus, so dass die Profis ab dem Achtelfinale unter sich blieben.

Inhaltsverzeichnis

ZweiunddreißigstelfinaleBearbeiten

Spiele am 10./11., Wiederholungsspiel am 21. Februar 1979; die jeweilige Spielklassenzugehörigkeit wird mit D1 oder D2 für die beiden Profiligen, D3 bzw. D4 für die landesweiten sowie DH („Division d’Honneur“) für die oberste regionale Amateurspielklassen angegeben.

(a) Spielabbruch wegen Zuschauerausschreitungen in Pointe-à-Pitre nach dem Führungstor der Gäste (100. Spielminute); die Partie wurde mit dem bestehenden Ergebnis für Martigues gewertet.
(b) Das erste Spiel wurde nach 90 Minuten wegen heftiger Regenfälle abgebrochen.

SechzehntelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 9. bis 11., Rückspiele zwischen 23. und 25. März 1979

AchtelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 12. und 13., Rückspiele am 17. April 1979

ViertelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 9., Rückspiele am 12. Mai 1979

HalbfinaleBearbeiten

Hinspiele am 6., Rückspiele am 9. Juni 1979

FinaleBearbeiten

Spiel am 16. Juni 1979 im Prinzenparkstadion in Paris vor 46.070 Zuschauern

MannschaftsaufstellungenBearbeiten

FC Nantes: Jean-Paul Bertrand-DemanesMaxime Bossis, Patrice Rio (Raynald Denoueix, 85.), Henri Michel  , Thierry TusseauOscar Muller, Omar Sahnoun, Gilles RampillonEnzo Trossero (Bruno Baronchelli, 61.), Éric Pécout, Loïc Amisse
Trainer: Jean Vincent

AJ Auxerre: Maryan SzejaLucien Denis, Olivier Borel, Christian Roque, Jean-Paul NoëlDominique Cuperly, Paul Brot, Serge Mesonès  Josef Klose, Jean-Marc Schaer (André Truffaut, 78.), Philippe Delancray (Gérard Hallet, 106.)
Trainer: Guy Roux

Schiedsrichter: Michel Vautrot (Besançon)

ToreBearbeiten

1:0 Pécout (11.)
1:1 Mesonès (49.)
2:1 Pécout (104.)
3:1 Muller (113.)
4:1 Pécout (120.)

Besondere VorkommnisseBearbeiten

Éric Pécout war der erste Spieler der Pokalgeschichte, dem drei Treffer in einem Endspiel gelangen; bis heute (2009) ist dies mit Jean-Pierre Papin (1989 mit Olympique Marseille) nur einem weiteren Endspielteilnehmer gelungen.[3]

Für Nantes’ Jean Vincent war es nach 1953, 1955 und 1958 bereits der vierte Gewinn einer Coupe de France – allerdings sein erster als Trainer.

Vier Zweitdivisionäre unter den verbleibenden acht Viertelfinalisten hatte es in Frankreich seit 21 Jahren nicht mehr gegeben; und auch in Halbfinale und Endspiel stellten sie die Hälfte der Teilnehmer.[4]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hubert Beaudet: La Coupe de France. Ses vainqueurs, ses surprises. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2003 ISBN 2-84253-958-3
  • L'Équipe/Gérard Ejnès: Coupe de France. La folle épopée. L'Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007 ISBN 978-2-915535-62-4

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. L'Équipe/Ejnès, S. 333
  2. L'Équipe/Ejnès, S. 395
  3. L'Équipe/Ejnès, S. 430
  4. Beaudet, S. 123/124