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Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 1972/73 war die 56. Ausspielung des französischen Fußballpokals für Männermannschaften. In diesem Jahr meldeten 1.596 Vereine.

Titelverteidiger war Olympique Marseille, der in diesem Jahr im Viertelfinale am späteren Gewinner der Trophäe, Olympique Lyon, scheiterte. Dies war Lyons dritter Pokalsieg – zuletzt war ihm dies 1967 gelungen – bei der fünften Finalteilnahme innerhalb von nur zehn Jahren. Endspielgegner FC Nantes dagegen verlor auch sein drittes Finale nach 1966 und 1970, konnte sich aber mit dem erneuten Gewinn des Meistertitels trösten. Die meisten unterklassigen Teilnehmer schieden in dieser Saison bereits frühzeitig aus; mit En Avant Guingamp überstand nur eine einzige Amateurmannschaft das Sechzehntelfinale. Nachdem der bretonische Fünftligist zwei Zweitdivisionäre aus dem Rennen geworfen hatte, scheiterte er am dritten, dem FC Rouen, im Achtelfinale. Rouen seinerseits traf im Viertelfinale auf den einzigen anderen im Wettbewerb verbliebenen Ligue-2-Vertreter, Olympique Avignon, der anschließend gegen Lyon unterlag.

Nach den von den Regionalverbänden der Fédération Française de Football organisierten Qualifikationsrunden griffen ab der Runde der letzten 64 Mannschaften auch die 20 Erstligisten in den Wettbewerb ein. In diesem Zweiunddreißigstelfinale gab es noch eine gewisse regionale Vorsortierung der Mannschaften, anschließend wurden die Spielpaarungen für jede Runde frei ausgelost. In Zweiunddreißigstel- und Sechzehntelfinale fanden sämtliche Begegnungen auf neutralem Platz statt. Endete eine Begegnung nach Verlängerung remis, wurde nur noch ein Wiederholungsspiel ausgetragen, das ggf. durch Elfmeterschießen nach Verlängerung entschieden wurde. Vom Achtel- bis einschließlich des Halbfinals hingegen kam es zu Hin- und Rückspiel. Gab es dann einen Gleichstand der erzielten Treffer – wobei Auswärtstore nicht doppelt zählten –, wurde das Rückspiel verlängert. Gab es dann immer noch keinen Sieger, musste die Entscheidung im Strafstoßschießen herbeigeführt werden.[1]

Inhaltsverzeichnis

ZweiunddreißigstelfinaleBearbeiten

Spiele am 28. Januar, Wiederholungsmatches am 4. bzw. 7. Februar 1973. Die Vereine der beiden professionellen Ligen sind mit D1 bzw. D2 bezeichnet, diejenigen der landesweiten Amateurspielklasse mit D3, die höchsten regionalen Amateurligen als DH bzw. DHR („Division d’Honneur“ bzw. „Division d’Honneur Régionale“).

SechzehntelfinaleBearbeiten

Spiele am 18., Wiederholungsmatch am 25. Februar 1973

AchtelfinaleBearbeiten

Hinspiele zwischen 9. und 11., Rückspiele zwischen 13. und 18. März 1973

ViertelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 13./14., Rückspiele am 18. April 1973

HalbfinaleBearbeiten

Hinspiele am 6., Rückspiele am 8./9. Juni 1973

FinaleBearbeiten

Spiel am 17. Juni 1973 im Pariser Prinzenparkstadion vor 45.734 Zuschauern

MannschaftsaufstellungenBearbeiten

Olympique Lyon: Yves ChauveauRaymond Domenech, Ljubomir Mihajlović, Robert Cacchioni, Bernard LhommeGeorges Prost, Dobrivoje Trivić, Serge Chiesa, Daniel RavierBernard Lacombe, Fleury Di Nallo  
Trainer : Aimé Mignot

FC Nantes: Jean-Paul Bertrand-DemanesJean-Claude Osman, „Hugo“ Bargas, Bernard Gardon, Gabriel De MichèleHenri Michel  , Michel PechBernard Blanchet, Didier Couécou, Gilles Rampillon, Erich Maas
Trainer : José Arribas

Schiedsrichter: Robert Wurtz (Strasbourg)

ToreBearbeiten

1:0 Trivić (29., per Elfmeter)
2:0 Lacombe (63.)
2:1 Couécou (85.)

Besondere VorkommnisseBearbeiten

Schiedsrichter Wurtz zog sich den Spott beider Mannschaften und die Kritik der Fachpresse zu, weil er im Finale zwei Treffer anerkannte, denen jeweils ein offenkundiges Handspiel der Torschützen Lacombe (Lyon) und Couécou (Nantes) vorausgegangen war. Couécou, der sein drittes Endspiel mit dem dritten Verein bestritt – nach 1969 mit Bordeaux und 1972 mit Marseille –, wurde nach dem Spiel mit den Worten zitiert: „Heute hieß der Schiedsrichter Ray Charles“.[2] Robert Wurtz, einer der profiliertesten französischen Referees der 1970er Jahre, sollte trotz dieser Fehler 1976 noch ein weiteres Finale der Coupe de France leiten.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hubert Beaudet: La Coupe de France. Ses vainqueurs, ses surprises. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2003 ISBN 2-84253-958-3
  • L'Équipe/Gérard Ejnès: Coupe de France. La folle épopée. L'Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007 ISBN 978-2-915535-62-4

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. L'Équipe/Ejnès, S. 332/333
  2. L'Équipe/Ejnès, S. 389; ähnlich Beaudet, S. 113