Hauptmenü öffnen

Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 1950/51 war die 34. Ausspielung des französischen Fußballpokals für Männermannschaften. In diesem Jahr wurde erstmals in der Pokalgeschichte eine vierstellige Zahl meldender Vereine erreicht: exakt 1.010 Klubs wollten die Coupe gewinnen.

Titelverteidiger war Stade Reims, der in diesem Jahr bereits frühzeitig ausschied. Gewinner der Trophäe wurde der Racing Club de Strasbourg. Dies war sein erster Pokalsieg bei der dritten Finalteilnahme nach 1937 und 1947. Für Endspielgegner US Valenciennes war es die erste und bis heute (2009) einzige Finalteilnahme. Die Elf aus dem nordfranzösischen Bergbaurevier war erst der vierte Zweitdivisionär seit Einführung des professionellen Fußballs, der bis ins Endspiel vorstieß – nach Racing Roubaix (1933, als Amateure), OFC Charleville (1936) und RC Lens (1948). Amateurklubs konnten sich in dieser Saison nicht sonderlich hervortun; mit dem Erreichen des Achtelfinales kamen die drittklassigen FC Annecy und erneut die „Arbeiterfußballer aus den Ardennen“ von der UA Sedan-Torcy am weitesten.[1]

Nach den von den regionalen Untergliederungen des Landesverbands FFF organisierten Qualifikationsrunden griffen ab der Runde der letzten 64 Mannschaften auch die 18 Erstligisten in den Wettbewerb ein. Die Paarungen wurden für jede Runde frei ausgelost. Spiele fanden grundsätzlich auf neutralem Platz statt, die Einnahmen wurden geteilt. Endete eine Begegnung nach Verlängerung unentschieden, wurden solange Wiederholungsspiele ausgetragen, bis ein Sieger feststand.[2]

ZweiunddreißigstelfinaleBearbeiten

Spiele am 14. Januar 1951. Die Vereine der beiden professionellen Ligen sind mit D1 bzw. D2 bezeichnet, diejenigen der landesweiten Amateurspielklasse mit CFA, die höchsten regionalen Amateurligen als DH bzw. PH („Division d’Honneur“ bzw. „Promotion d’Honneur“).

SechzehntelfinaleBearbeiten

Spiele am 4., Wiederholungsmatch am 11. Februar 1951

AchtelfinaleBearbeiten

Spiele am 25. Februar 1951

ViertelfinaleBearbeiten

Spiele am 18., Wiederholungsmatches am 29. März und 5. April 1951

HalbfinaleBearbeiten

Spiele am 15. April 1951

FinaleBearbeiten

Spiel am 6. Mai 1951 im Stade Olympique Yves-du-Manoir in Colombes vor 61.492 Zuschauern

MannschaftsaufstellungenBearbeiten

Auswechslungen waren damals nicht möglich.

RC Strasbourg: Lucien SchaefferRené Hauss, Michel Wawrzyniak  , René DémaretRaymond Krug, Aleksandrs VanagsAndrej Prean Nagy, Michel Jacques, Claude Battistella, René Bihel, Edmond Haan
Trainer : Charles Nicolas

US Valenciennes: Félix Witkowski  Antoine Pazur, Simon Blaczyk, Marcel GaillardGregor Izidorczyk, Émile WassmerCarlos Verdeal, Marcel Léturgeon, Émile Vrand, Marius Rozé, Pierre Goffart
Trainer : Henri Pérus

Schiedsrichter: Paul Olivia (Marseille)

ToreBearbeiten

1:0 Bihel (24.)
2:0 Krug (34.)
3:0 Nagy (87.)

Besondere VorkommnisseBearbeiten

Der einzige Spieler, der mit Racing Strasbourg bereits 1947 im Finale gestanden hatte, war der in Lettland geborene Aleksandrs Vanags. Stürmer René Bihel dagegen hatte die Coupe sogar schon einmal gewonnen – das war 1946 mit Olympique Lille.

Nachdem der Zweitdivisionär aus Valenciennes bei seinem Parcours bis ins Endspiel drei Mannschaften der höchsten Spielklasse ausgeschaltet hatte, versprach Émile Vrand, Schütze eines Hattricks im Halbfinale: „Das Kind, das ich [sic!] erwarte, wird sein erstes Bad in der Pokalschüssel nehmen.“[3] Auch mit dem Aufstieg seiner Elf in die Division 1 klappte es in dieser Saison nicht …

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hubert Beaudet: La Coupe de France. Ses vainqueurs, ses surprises. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2003 ISBN 2-84253-958-3
  • L'Équipe/Gérard Ejnès: Coupe de France. La folle épopée. L'Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007 ISBN 978-2-915535-62-4

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Sedans Mannschaften der 1950er Jahre wurde als „footballeurs-ouvriers“ bezeichnet, weil nahezu sämtliche Spieler in einer örtlichen Tuchfabrik arbeiteten – L'Équipe/Ejnès, S. 116ff.
  2. L'Équipe/Ejnès, S. 332/333
  3. L'Équipe/Ejnès, S. 367