Chang’e 5

Raumsonde der Volksrepublik China
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Chang’e 5 (chinesisch 嫦娥五號 / 嫦娥五号, Pinyin Cháng’é Wǔhào) ist eine unbemannte Raumsonde der Volksrepublik China zur Monderkundung, die am 23. November 2020 um 20:30 Uhr (UTC) gestartet wurde. Am 1. Dezember 2020 um 15:11 Uhr landete die Sonde nordöstlich des Vulkanmassivs Mons Rümker im Oceanus Procellarum.[1] Von dort brachte sie 1731 g Mondstaub- und Gesteinsproben zurück zur Erde.[2] Chang’e 5 war Chinas erste Rückführmission und die erste Rückführmission für Mondproben seit der sowjetischen Luna-24-Mission im Jahr 1976. Die Sonde wurde von der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie gebaut und nach der chinesischen Mondgöttin Chang’e benannt.

Chang’e 5

NSSDC ID 2020-087A
Missions­ziel ErdmondVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Missionsziel
Auftrag­geber CNSAVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Auftraggeber
Träger­rakete Langer Marsch 5Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Traegerrakete
Aufbau
Startmasse 8,2 tVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startmasse
Verlauf der Mission
Startdatum 23. November 2020Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startdatum
Startrampe Kosmodrom WenchangVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startrampe
Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Verlauf
 
23. November 2020 Start
 
28. November 2020 Eintritt in den Mondorbit
 
1. Dezember 2020 Landung auf dem Mond
 
3. Dezember 2020 Rückstart von der Mondoberfläche
 
5. Dezember 2020 Kopplung mit dem Orbiter
 
13. Dezember 2020 Orbiter verlässt den Mondorbit
 
16. Dezember 2020 Landung der Rückkehrkapsel auf der Erde, Orbiter bricht zu Folgemission auf

ÜbersichtBearbeiten

Das am 24. Januar 2004 von Premierminister Wen Jiabao nach dreizehnjährigen Vorbereitungsarbeiten offiziell gestartete Mondprogramm der Volksrepublik China besteht aus den Drei Großen Schritten (大三步):

  1. Unbemannte Erkundung
  2. Bemannte Landung
  3. Stationierung einer ständigen Besatzung

Die Mission Chang’e 5 bildet den Abschluss des Ersten Großen Schritts, der wiederum in die Drei Kleinen Schritte (小三步) unterteilt ist:

  1. Beim Ersten Kleinen Schritt wurde mit Chang’e 1 im Jahr 2007 und Chang’e 2 im Jahr 2010 die Mondumlaufbahn erreicht.
  2. Beim Zweiten Kleinen Schritt erfolgte die Landung auf dem Mond und die Erkundung mit einem Rover. Diese Phase umfasst die Mission Chang’e 3 (2013) und die Mission Chang’e 4 auf der Mondrückseite ab Januar 2019.
  3. Beim Dritten Kleinen Schritt wurden nun mit Chang’e 5 Proben von der erdzugewandten Mondseite gesammelt und zur Erde gebracht. Mit Chang’e 5-T1 war bereits der Wiedereintritt der Raumkapsel in die Erdatmosphäre aus einer Mondbahn erfolgreich getestet worden.

Mit diesen Missionen soll eine bemannte Mondlandung in den 2030er-Jahren und in fernerer Zukunft eine dauerhaft besetzte Mondbasis am südlichen Rand des Südpol-Aitken-Beckens auf der Rückseite des Mondes vorbereitet werden.[3] So denkt man zum Beispiel darüber nach, aus dem Eisen(III)-oxid im Oberflächenmaterial des Mondes Sauerstoff zu gewinnen.[4]

Ablauf der MissionBearbeiten

Die gut 8 m hohe Sonde hatte ein Startgewicht von insgesamt 8,25 t, davon 5,45 t diergoler Treibstoff.[5] Die Sonde besteht aus vier Modulen:[6]

  • dem Lander, der zirka 2 kg Gestein einsammeln sollte,
  • einer angeschlossenen Aufstiegsstufe, die die Proben zurück in eine Mondumlaufbahn brachte,
  • dem Orbiter, an den die Aufstiegsstufe mit einem automatischen Rendezvousmanöver andockte,
  • der Wiedereintrittskapsel, die die Proben zur Erde zurückbrachte.[7]

Als Trägerrakete wurde die Langer Marsch 5 gewählt. Nach einem Unfall dieser Rakete am 2. Juli 2017 wurde die bereits fertig getestete und startbereite Sonde in einer Halle der Entwicklungs- und Produktionsbasis für übergroße Raumflugkörper der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie in Tianjin eingelagert. Anfang März 2020 wurde die Sonde überprüft.

Start und Einschwenken in eine MondumlaufbahnBearbeiten

 
Die Trägerrakete beim Start

Am 23. November 2020 um 20:30:12 Uhr UTC (24. November, 04:30:12 Uhr Ortszeit) wurde die Sonde vom Kosmodrom Wenchang gestartet. Neben den Vorgaben, die aus der relativen Position von Erde und Mond resultieren, und dem Schutz vor dem Sonnenwind, den die Masse des Erdballs der Rakete bei Nacht bietet, war einer der Gründe für die Wahl des Startfensters weit nach Mitternacht das Wetter auf Hainan. Zu dieser Zeit weht relativ wenig Wind und es gibt kaum Wetterumschwünge. Vor Sonnenaufgang ist die Wolkendecke am dünnsten, was weniger Dämpfung für die Übertragung der Telemetriedaten auf dem Mikrowellenband bedeutet. Durch die dünne Wolkendecke ist die Bahnverfolgung mit Teleskopen einfacher, ebenso ist die Überwachung der Form der Triebwerksflammen für Fehleranalysen bei eventuellen Unfällen in der Nacht einfacher, als mit einem hellen Himmel im Hintergrund.[8]

Nach der Abtrennung der ersten Stufe zündete die zweite Stufe und brachte die Sonde in einen Parkorbit, wo sie für eine kurze Zeit antriebslos verblieb. Dann zündete die zweite Stufe erneut und brachte die Sonde auf den Transferorbit zum Mond.[9] Nach zwei planmäßigen Bahnkorrekturmanövern am 24. und 25. November[10][11] kam die Sonde am 28. November 2020 nach 112 Stunden Flugzeit beim Mond an. Um 12:58 UTC wurde in einer Entfernung von 400 km von der Mondoberfläche das 3-kN-Triebwerk des Orbiters für 17 Minuten gezündet. Dadurch bremste die Sonde auf weniger als die Fluchtgeschwindigkeit (2,3 km/s) des Erdtrabanten ab,[12] sie wurde in das Schwerefeld des Mondes gezogen und schwenkte wie geplant in einen langgestreckten Orbit mit einer Umlaufzeit von acht Stunden ein. Nach drei Mondumkreisungen fand am 29. November um 12:23 Uhr UTC ein weiteres Bremsmanöver statt und die Sonde wurde in einen kreisförmigen Orbit von 200 km Höhe abgesenkt. Hierbei wurde auch die Bahnneigung zum Äquator des Mondes leicht geändert.[13][14]

MondlandungBearbeiten

Landestelle Chang’e 5
Die Landestelle 20 km westlich der Mondrille Rima Sharp nahe dem Massiv Louville ω
Position 43,1° N, 51,8° WKoordinaten: 43° 6′ 0″ N, 51° 48′ 0″ W
 
Landestelle von Chang’e 5 nahe dem Massiv Louville ω (gesprochen: Louville Omega) westlich der Mondrille Rima Sharp
 
LRO-Bild vom 2. Dezember 2020 mit dem Lander und der darauf befindlichen Aufstiegsstufe

Als Ort der Probenentnahme war der Oceanus Procellarum im Nordwesten der Mondvorderseite gewählt worden. Neben praktischen Erwägungen wie dem relativ flachen Gelände, das eine sichere Landung ermöglicht, und der guten Sonneneinstrahlung, also ausreichenden Energieversorgung,[15] erhoffte man sich von dieser Landestelle einen besseren Einblick in die vulkanische Aktivität auf dem Mond. Nach Auswertung von Bodenproben, die von sowjetischen Sonden und Apollo-Astronauten aus Gebieten weiter im Osten zurückgebracht worden waren, nahm man an, dass das Maximum der vulkanischen Aktivität vor 3,5 Milliarden Jahren erreicht wurde, dann aber ab dem Beginn des Eratosthenischen Zeitalters vor 3,15 Milliarden Jahren langsam schwächer wurde. Neuere Beobachtungen aus dem Orbit legen aber den Verdacht nahe, dass es noch vor ein oder zwei Milliarden Jahren aktive Vulkane gegeben haben könnte.[3] Falls sich in den von Chang’e 5 zurückgebrachten Bodenproben größere Mengen der hitzeerzeugenden radioaktiven Elemente Uran und Thorium finden sollten, würde dies das Verständnis jener Prozesse und des inneren Aufbaus des Mondes verbessern.[9][4]

Da die Temperatur auf der Mondoberfläche zwischen 127 °C bei direkter Sonneneinstrahlung und −183 °C während der Mondnacht schwankt, befürchteten die Ingenieure um Projektleiter Lai Xiaoming (赖小明), dass die Schaufel- und Bohrgeräte mit ihren mechanischen Armen durch Ausdehnung und Kontraktion des Metalls Schaden nehmen könnten. Deswegen versucht man, die gesamte Mission innerhalb eines Mondtages durchzuführen.[16]

Am 27. November 2020 ging an der vorgesehenen Landestelle, dem Vulkanberg-Massiv Mons Rümker, die Sonne auf.[9] Am 29. November 2020 um 20:40 Uhr UTC koppelte der Lander mit der darauf montierten Aufstiegsstufe vom Orbiter ab und leitete den Landeanflug ein.[17] Nach der Trennung vom Orbiter in einer Höhe von 200 km musste der Lander mit der darauf montierten Aufstiegsstufe seine Umlaufbahn noch in zwei Stufen absenken.[18]

Am 1. Dezember 2020 um 14:57 UTC wurde der eigentliche Landevorgang eingeleitet. Das regelbare Haupttriebwerk des Landers (siehe unten) reduzierte schrittweise die horizontale Geschwindigkeit der Sonde von 1,7 km/s auf Null, während sie sich gleichzeitig aufrichtete. Wie bei den beiden Vorgängersonden Chang’e 3 und Chang’e 4 hielt der autonom agierende Lander etwa 100 m über dem Boden kurz inne, um sich mittels seines dreidimensional abbildenden Laserscanners einen Überblick über das Terrain zu verschaffen. Der Lander suchte sich selbstständig einen ebenen und von Felsbrocken freien Platz – da der Lander später als Startrampe für die Aufstiegsstufe fungieren sollte (siehe unten), war dies noch wichtiger als bei den Vorgängersonden – auf den er sich dann langsam absenkte, möglichst jegliche Staubentwicklung vermeidend.[19] Nach 14 Minuten, um 15:11 UTC, setzte Chang’e 5 auf dem Mond auf.[20] Die genaue Landestelle liegt bei 51,837° westlicher Länge und 43.099° nördlicher Breite, in der Ebene nordöstlich des Mons Rümker und 20 km westlich der Mondrille Rima Sharp nahe dem Massiv Louville Omega.[21] Nach der Landung klappte die Sonde ihre Solarmodule sowie die Richtantenne aus.[22]

ProbenentnahmeBearbeiten

Nach der Landung und der Entfaltung der Solarmodule wurde zunächst die Verriegelung des Bohrmechanismus gelöst, dann begann die Sonde mit ihrem Kernlochbohrer (siehe unten) eine Bodenprobe zu entnehmen. Mit dem Bodenradar des Landers hatte man festgestellt, dass sich unter der Landestelle verborgen nicht nur eine Felsplatte befand, sondern auch mehrere Schichten mit kleineren Felsbrocken. Wenn letztere unbeschädigt in den Bohrkern gelangt wären, hätten sie in dem Aramidschlauch harte „Knoten“ gebildet, die das Aufwickeln behindern hätten können. Daher entschloss man sich nach Abwägung aller Faktoren, wie zum Beispiel auch des Stromverbrauchs beim Bohren durch die harte Felsplatte, anstatt der angestrebten 2 m nur 1 m in die Tiefe zu gehen. Das verlief dann auch ohne Probleme.[23] Der von dem Aramidschlauch geschützte Bohrkern wurde aufgewickelt und in einem zylinderförmigen Transportbehälter verstaut,[24] der versiegelt wurde, um eine Vermischung mit den anderen Bodenproben zu verhindern. Dieser Vorgang war nach zwei Stunden am 1. Dezember 2020 um 20:53 Uhr UTC abgeschlossen. Danach begann die Sonde, mit ihrer Baggerschaufel an 12 Stellen im Umkreis des Landers Proben von Oberflächenmaterial zu nehmen,[25] was insgesamt 15 Stunden dauerte.[26] Jede Schaufel voll Regolith wurde in einem Probenröhrchen einzeln verpackt und diese dann in einem weiteren, vom Forschungsinstitut 510 der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie in Lanzhou entwickelten Transportbehälter untergebracht. Auch dieser Zylinder wurde anschließend gasdicht versiegelt. Am 2. Dezember 2020 um 14:00 Uhr war die gesamte Probenentnahme abgeschlossen.[27][28][29]

Über die Zusammensetzung des Gesteins in der Landezone lagen vor der Landung Ergebnisse von Fernerkundungsmessungen vor. Demnach handelt es sich um Basalt mit einem niedrigen Titangehalt. Es enthält einen Massenanteil von etwa 6 bis 9 Prozent Titan(IV)-oxid (TiO2), der Anteil an Eisen(II)-oxid (FeO) in der Basaltregion liegt dagegen bei etwa 17,5 Prozent. Genaueren Aufschluss darüber sollen die Bodenproben ergeben. Das Landegebiet steht dahingehend in einem größeren geologischen Kontext, da das Plateau mit geschätzten 1,3 Milliarden Jahren relativ jung ist. Der größte Teil des Mondvulkanismus ereignete sich hingegen vor etwas mehr als 2 Milliarden Jahren, also 700 Millionen Jahre zuvor.[30]

RückstartBearbeiten

Die Sonde war an einer flachen Stelle ohne Krater und Bodenwellen gelandet, die Probenentnahme lief ohne die befürchteten Schwierigkeiten ab und benötigte mit 19 Stunden deutlich weniger Zeit als eingeplant.[27][24] Zum Abschluss wurde am Lander ein kleiner Fahnenmast hochgeklappt und die Landesfahne aus nicht verbleichendem Kunstfasergewebe aufgespannt.[31][32] Am 3. Dezember 2020 um 12:07 Uhr UTC begann der Countdown für den Start der Aufstiegsstufe. Die Solarmodule des Landers wurden angefaltet und senkrecht gestellt, um einer Beschädigung vorzubeugen. Um 15:10 Uhr wurde die Verriegelung zwischen dem Lander und der 800 kg schweren Aufstiegsstufe gelöst und ein Federmechanismus drückte Letztere hoch. Dann zündete das 3-kN-Triebwerk der Aufstiegsstufe; die heißen Verbrennungsgase wurden durch einen kleinen Strömungslenkkegel auf dem Lander seitlich weggelenkt. Eine vom Forschungsinstitut für weltraumbezogenen Maschinenbau und Elektrotechnik Peking entwickelte Kamera auf der Oberseite des Landers filmte den Startvorgang und übertrug ihn zur Erde.[33][34]

Der Lander stellte keine reguläre Startrampe dar. Die Ingenieure bei der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie hatten in zahlreichen Versuchen auf der Erde sichergestellt, dass die Aufstiegsstufe auch dann hätte starten können, wenn der Lander auf einer um 20° geneigten Fläche zum Stehen gekommen wäre. Dank gründlicher Voraufklärung, auch durch den Orbiter der Testsonde Chang’e 5-T1, der im April 2015 die vorgesehene Landestelle aus einer Höhe von nur 15 km fotografiert hatte, lag die tatsächliche Neigung des Landers zur Horizontalen bei nur 2°.[33] Die genaue Kalkulation war jedoch schwierig. Es gibt auf dem Mond noch kein Netzwerk von Navigationssatelliten – dieses soll beginnend mit der Mission Chang’e 7 im Jahr 2024 schrittweise aufgebaut werden.[35] Daher flog die Aufstiegsstufe zunächst senkrecht nach oben, bestimmte mithilfe des Chinesischen Tiefraum-Netzwerks und ihrer eigenen Sternsensoren ihre Position und schwenkte in einen stark exzentrischen Orbit mit einem Periselenum von 15 km und einem Aposelenum von 180 km ein.[33][34] Sechs Minuten nach dem Start, nach einer Flugstrecke von etwa 250 km, wurden die Triebwerke abgeschaltet.[31]

KoppelmanöverBearbeiten

Nach insgesamt vier Bahnkorrekturmanövern koppelte die Aufstiegsstufe gut zwei Tage später, am 5. Dezember 2020 um 21:42 Uhr UTC, in einer Höhe von 200 km am Orbiter an[13] – ein Manöver, für das nur ein Zeitfenster von 3,5 Stunden zur Verfügung stand. Der obere Teil des torusförmigen Orbiters, in dessen zentrale Vertiefung die Wiedereintrittskapsel zu platzieren war, war für den Start von der Erde und die Zeit im Mondorbit von einer Druckübertragungs- und Schutzhülle (in der Darstellung oben gelb markiert) umgeben. Diese Schutzhülle, die die komplexe, vom Forschungsinstitut für Materialien der Chinesischen Akademie für Trägerraketentechnologie entwickelte Hitzeschutzbeschichtung der Wiedereintrittskapsel bis dahin vor den großen Temperaturdifferenzen im Weltall und den Ionen des Sonnenwinds geschützt hatte,[36] wurde kurz vor dem Rendezvous mit der Aufstiegsstufe abgeworfen.[37] Aufstiegsstufe und Orbiter näherten sich zunächst ferngesteuert vom Raumfahrtkontrollzentrum Peking einander an, ab einer Entfernung von 100 km dann selbstständig, da durch die lange Signallaufzeit zwischen Mond und Erde eine feine Steuerung nicht möglich war. Für die Navigation auf der letzten Etappe wurde ein vom 25. Forschungsinstitut des Changfeng Ingenieurbüros für Elektrotechnik entwickeltes Radarsystem mit einem Sender auf dem Orbiter und einem Responder auf der Aufstiegsstufe verwendet, das in ähnlicher Form auch 2017 beim Ankoppeln des Transportraumschiffs Tianzhou 1 an das Weltraumlabor Tiangong 2 zum Einsatz gekommen war. Für die Mondmission war das Gewicht der Geräte jedoch um die Hälfte auf rund 4,4 kg reduziert worden. Neben der Positionsbestimmung lief über dieses System auch die Kommunikation zwischen Orbiter und Aufstiegsstufe.[38]

 
Trennung von Aufstiegsstufe (links) und Orbiter (rechts)

Bei der Annäherung giff der Orbiter mit neun, in drei Dreiergruppen angeordneten Greifklauen nach drei sternförmig angeordneten Griffstangen auf der Oberseite der Aufstiegsstufe. Die Klauen wurden angeklappt und zogen die Aufstiegsstufe so an den Orbiter, dass sie genau über der oberen Luke der Wiedereintrittskapsel positioniert wurde.[39] Der Behälter mit den Bodenproben wurde in die Wiedereintrittskapsel transferiert[2] und diese versiegelt, um bei der Landung eine Kontamination mit irdischem Material zu vermeiden.[18][40] Das Ankoppeln dauerte vom ersten Kontakt bis zur Verriegelung 21 Sekunden.[31] Um 22:12 Uhr UTC, genau eine halbe Stunde nach dem Ankoppeln, war der Übergabevorgang beendet.[39]

Am 6. Dezember 2020 um 04:35 Uhr UTC koppelte die Aufstiegsstufe vom Orbiter ab und verblieb zunächst in der Mondumlaufbahn,[31] die sie am 7. Dezember 2020 um 22:59 UTC nach einem entsprechenden Kommando des Raumfahrtkontrollzentrums Peking verließ. Eine halbe Stunde später, um 23:30 Uhr, schlug die Aufstiegsstufe bei 0° westlicher Länge und 30° südlicher Breite gezielt auf dem Mond auf; so wurde Weltraummüll im mondnahen Raum vermieden.[41] Die Einschlagstelle liegt zwischen den Kratern Regiomontanus und Walther im Südwesten der Mondvorderseite.[42]

RückkehrBearbeiten

Nach sechs Tagen in der alten Umlaufbahn führte der Orbiter am 12. Dezember 2020 um 01:54 Uhr UTC ein Bahnkorrekturmanöver durch, bei dem das Aposelenum seiner Umlaufbahn erhöht wurde, während das Periselenum von 200 km beibehalten wurde. Die Umlaufbahn änderte sich von kreisförmig zu elliptisch.[43] Am 13. Dezember 2020 um 01:51 Uhr wurden in einer Entfernung von 230 km von der Mondoberfläche vier Lageregelungstriebwerke von jeweils 150 N Schubkraft für 22 Minuten in Gang gesetzt. Dadurch schwenkte der Orbiter mit der Wiedereintrittskapsel in einen Transferorbit zur Erde ein.[44] Ein weiteres Bahnkorrekturmanöver fand am 16. Dezember um 01:15 Uhr statt, wobei zwei Lageregelungstriebwerke von jeweils 25 N Schubkraft für 8 Sekunden gezündet wurden.[45] Gut einen halben Tag später, um 17:00 Uhr, setzte der Orbiter auf Befehl des Raumfahrtkontrollzentrums Peking in einer Höhe von 5000 km über der Erde die Wiedereintrittskapsel aus. Danach zündete der Orbiter sein Triebwerk, um wieder Abstand zur Erde zu gewinnen.[46]

 
Bahnverfolgung bei der Rückkehr vom Mond, das Schiff Yuan Wang 3 kam dieses Mal nicht zum Einsatz

Die Landung der Wiedereintrittskapsel erfolgte wie bei der Testmission Chang’e 5-T1 nach einem zweiteiligen Abstieg mit Atmosphärenbremsung. Hierbei trat die Kapsel um 17:33 Uhr UTC in einer Höhe von 120 km mit einer Geschwindigkeit von 11,2 km/s bzw. 40.320 km/h das erste Mal in die Atmosphäre ein. Hierbei erhitzte sich der ablative Hitzeschild auf der Unterseite auf 3000 °C, während die Temperatur im Inneren der Kapsel nur 28,5 °C betrug.[47][48] Der Hitzeschild bestand aus einem Material, das eine Energie von 6 MW/m² aufnehmen konnte, die Hitzeschutzbeschichtung auf der Seitenwand immer noch 1,5 MW/m². Nach kurzer Zeit zündete die Kapsel kleine Triebwerke, verließ die Atmosphäre und drang wieder in den Weltraum ein. Nun kühlte sich ihre Außenwand auf −120 °C ab, was eine beträchtliche Belastung für das Material darstellte. Der zweite Eintritt in die Atmosphäre erfolgte mit 7,8 km/s bzw. 28.080 km/h, etwa die Geschwindigkeit, mit der die Shenzhou-Raumschiffe aus der Erdumlaufbahn zurückkehren. Nun erwärmte sich der Hitzeschild nur noch auf 1800 °C.[36] In einer Höhe von 10 km über dem Boden löste der Stabilisierungs- und kurz darauf der Bremsfallschirm aus.[18] Die Landung fand am 16. Dezember 2020 um 17:59 Uhr UTC auf dem Gebiet des Dörbed-Banners in der Inneren Mongolei statt.[49][50]

Dank sorgfältiger Bahnverfolgung war die Landestelle genau bekannt,[15] und die getrennt operierenden Bergungstrupps – einer mit Hubschraubern, ein zweiter mit Fahrzeugen – hatten die Kapsel trotz Dunkelheit – die Landung erfolgte um 2 Uhr morgens Ortszeit – und Temperaturen von unter −20 °C in der schneebedeckten Steppe schnell erreicht.[51] Zunächst wurde der Kapsel ein dreilagiges „Nachthemd“ übergezogen, um sie vor der Kälte zu schützen, dann wurde sie mit einem Lastwagen zur Taktischen Heeresausbildungsbasis Zhurihe (中国人民解放军陆军朱日和合同战术训练基地) auf dem Gebiet des Rechten Söned-Banners gebracht.[48] Von dort wurde die Kapsel mit einem Transportflugzeug nach Peking geflogen,[50] wo sie am späten Nachmittag des 17. Dezember 2020 (Ortszeit) ankam. Zunächst wurde die Kapsel zur Herstellerfirma, der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie, gebracht.[52][53] Dort wurde sie im weiteren Verlauf unter Aufsicht der Nationalen Raumfahrtbehörde Chinas in Anwesenheit von Pressevertretern geöffnet und der Behälter mit den Bodenproben entnommen.[50][54] Bei einer feierlichen Zeremonie im Gebäude der Nationalen Raumfahrtbehörde übergab deren Direktor Zhang Kejian den ungeöffneten Probenbehälter am 19. Dezember 2020 zusammen mit einem Zertifikat, das dessen Echtheit und Unversehrtheit bescheinigte, an Hou Jianguo, seit dem 25. November 2020 Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.[2][55]

Der Missionsablauf war wesentlich komplizierter als bei den sowjetischen Luna-Rückkehrsonden. Dort musste die Aufstiegsstufe zwar zunächst eine Höhe von 54.500 km erreichen. Danach kehrte sie jedoch im freien Fall direkt zur Erde zurück.[56][4] Bei Chang’e 5 dagegen musste der Treibstoff in der Aufstiegsstufe nur bis zum Orbiter in der Mondumlaufbahn reichen. Dadurch konnte mehr Probenmaterial vom Mond mit hinaufgenommen werden – auch, weil die robust gebaute und mit 300 Kilogramm relativ schwere Wiedereintrittskapsel nicht mit auf dem Mond landete, sondern im Orbiter verblieb.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Luna-Konzept von 1969 ist, dass durch den Zwischenschritt mit dem Orbiter, der in der Mondumlaufbahn die Proben übernimmt, die Chang’e-Sonden nicht nur aus der Nähe des Mondäquators und direkt auf die Erde gezielt starten können, sondern zum Beispiel auch aus der südlichen Polregion des Mondes. Durch den Zwischenschritt ist man insgesamt auch flexibler beim Zeitplan, auch wenn der Start der nicht beheizten und nur über Solarzellen mit Strom versorgten Aufstiegsstufe vor Sonnenuntergang erfolgen muss. Ob die Nutzlasten auf dem ähnlich aufgebauten Lander die Mondnacht überstehen, ist eines der Dinge, die erprobt werden.[33]

TriebwerkeBearbeiten

In den vier Modulen von Chang’e 5 befanden sich insgesamt 77 von der Akademie für Flüssigkeitsraketentriebwerkstechnik hergestellte hypergole Triebwerke, von kleinen Lageregelungstriebwerken mit 10 N, 25 N und 150 N Schubkraft bis zum Haupttriebwerk des Landers, dessen Schubkraft von 1,5 kN bis 7,5 kN geregelt werden konnte.[57][5] Anders als bei den Sonden Chang’e 3 und Chang’e 4, deren Triebwerke nur bis zur Landung zu arbeiten brauchten, ging man bei der Entwicklung von Chang’e 5 davon aus, dass die Triebwerke der Aufstiegsstufe bis zu zehn Tage lang dem von den Probensammelgeräten aufgewirbelten, elektrostatisch aufgeladenen Mondstaub ausgesetzt sein könnten.[58] An diesen Triebwerken wurden spezielle Staubschutzmaßnahmen getroffen, um eine sichere Rückkehr der Aufstiegsstufe in die Mondumlaufbahn zu gewährleisten.[59]

Nutzlasten des LandersBearbeiten

Der auf dem Chang’e-3-Bus basierende Lander wurde mit einem Laser-Entfernungsmesser, einem dreidimensional abbildenden Laserscanner und einer Landekamera für den selbstständig Hindernisse vermeidenden Landevorgang ausgestattet, dazu noch mit einer Panoramakamera, einem Spektrometer und einem Bodenradar,[1] mit dem unter der Oberfläche im Regolith eingebettete Felsbrocken, die dem Bohrer gefährlich werden konnten, aufgespürt und gegebenenfalls vermieden werden sollten.[60]

Für die Entnahme der Bodenproben dienten zwei Geräte:

  • Ein an der Polytechnischen Universität Harbin entwickelter und in der Fabrik 529 der Akademie für Weltraumtechnologie (航天五院529厂) in Peking gebauter Kernlochbohrer mit Wolframcarbid-Bohrkopf,[61][16] der nach dem Prinzip der Schlagbohrmaschine durch Gestein mit einer maximalen Mohshärte von 8 bis in 2 m Tiefe vordringen und mindestens einen Bohrkern erbohren sollte.[24] Durch das Innere des Hohlbohrers führte ein dünnwandiger Schlauch aus Aramid,[62] der nach dem Ende des Bohrvorgangs mittels eines am unteren Ende eingenähten Federdraht-Mechanismus verschlossen und hochgezogen wurde. Der Schlauch hielt einerseits das Material des Bohrkerns zusammen, verhinderte eine Vermischung und bewahrte so die Abfolge der verschiedenen Bodenschichten.[63] Andererseits erlaubte es der weiche Aramidschlauch, den Bohrkern so zu biegen und aufzurollen, dass er in die Aufstiegsstufe passte.[64][65]
  • Für Regolith-Proben von der Mondoberfläche benutzte man einen – ebenfalls in Harbin entwickelten – mechanischen Arm mit einer kleinen Baggerschaufel am Ende.[63][66] Der 3,7 m lange, nur 3,1 kg schwere Arm aus einem Aluminium-Siliciumcarbid-Metallmatrix-Verbundwerkstoff (AlSiC)[67] ermöglichte es dank mehrerer Gelenke und einem Schwenkbereich von 120°, auf einer Fläche von sieben bis acht Quadratmetern Proben zu nehmen.[26] Jede Schaufel voll Regolith wurde am vorderen Ende des Arms zunächst mit einem Rüttel- und Trennmechanismus einzeln verpackt und dann in einem Probenaufnahmebehälter direkt dahinter untergebracht. So wurde sichergestellt, dass die Proben von verschiedenen Stellen im Umkreis des Landers nicht miteinander in Kontakt kamen. Als der Probenaufnahmebehälter voll war, wurde der gesamte Mechanismus in die Aufstiegsstufe gehoben und am Schaufelgelenk vom Arm abgetrennt.

Bohrer und Bagger wurden an gegenüberliegenden Seiten der Sonde angebracht, die so landete, dass der Bagger auf der sonnigen Seite lag und der Bohrer im Schatten. Die Arbeit mit dem Bagger war relativ anspruchsvoll und man wollte, dass die Techniker im Raumfahrtkontrollzentrum Peking den Boden gut sehen konnten. Auf der anderen Seite befürchtete man, dass der Bohrer heiß laufen könnte. Das Gerät mit einer Leistungsaufnahme von gut 1000 W war zwar so konstruiert, dass es bei Temperaturen von bis zu 180 °C noch ordnungsgemäß arbeitete (bei irdischen Bohrmaschinen liegt die maximale Arbeitstemperatur bei 100 °C), aber vorsichtshalber platzierte man den Bohrer lieber im Schatten.[24]

BodenprobenBearbeiten

Das Mengenverhältnis der mit der Baggerschaufel gesammelten Oberflächenproben zum erbohrten Material betrug etwa 3:1,[68] knapp 1,5 kg Oberflächenmaterial und knapp 300 g Material aus den tieferen Schichten.[69] Bei der ursprünglich angestrebten Gesamtmenge von 2 kg handelte es sich um die Maximalmenge, die mit der gegebenen Schubkraft der Triebwerke in den Mondorbit befördert werden konnte. Angesichts des unerwartet felsigen Untergrunds (siehe oben) gab man sich bei der Bohrprobe jedoch mit einer um mehr als 200 g geringeren Menge zufrieden, um die Mission nicht zu gefährden.[13][23] Beim Wiegen des Probenbehälters nach der Rückkehr der Sonde stellte man fest, dass genau 1731 g Bodenmaterial eingesammelt worden waren.[2] Zum Vergleich: Die sowjetische Sonde Luna 24 bohrte 1976 bis in eine Tiefe von 2,25 m. Da der Bohrer aber dünner war, erlangte sie nur 170 g Material.

Nachdem die Nationale Raumfahrtbehörde Chinas den noch verschlossenen Behälter mit den Bodenproben am 19. Dezember 2020 der Akademie der Wissenschaften übergeben hatte, wurde er unter Geleitschutz quer durch Peking zum Hauptsitz der Nationalen Astronomischen Observatorien in der Datun-Straße gebracht.[2] Dort hatte man ab 2015 ein spezielles Labor gebaut, in dem die Bodenproben untersucht und aufbewahrt werden können. Eines der Probleme bei der Untersuchung von Bodenproben vom Mond ist, dass dieser nur eine sehr dünne Exosphäre besitzt, nahe am Vakuum. Wenn der Behälter bei der Landung beschädigt oder unsachgemäß geöffnet worden wäre, wären sofort irdische Luft und Staubpartikel hineingesaugt worden und hätten die Bodenproben kontaminiert. Daher wurden die Proben zunächst auf dem Mond gasdicht versiegelt. Da die Wiedereintrittskapsel, nachdem der Probenbehälter transferiert worden war, ebenfalls dicht verschlossen wurde, was allein schon zum Hitzeschutz bei der Landung nötig war, waren die Proben mehrfach vor Kontamination geschützt.[70]

Die langfristige Ex-situ-Lagerung der Mondproben erfolgt an einer den Katastrophenschutz-Vorschriften entsprechenden Einrichtung der Hunan-Universität in Shaoshan,[71] dem Geburtsort von Mao Zedong.[72][73] Das bei den Nationalen Observatorien aufbewahrte Bodenmaterial, das den größten Teil der Gesamtmenge darstellt, sowie die daraus gewonnenen Daten sind auf Antrag auch Wissenschaftlern anderer Institutionen aus dem In- und Ausland zugänglich. Bodenproben können entliehen werden, bei guter Begründung auch für Untersuchungsmethoden, bei denen das Material zerstört wird.[74] In letzterem Fall muss das jeweilige Experiment jedoch auf Video dokumentiert werden, um einen Nachweis über den Verbleib des Materials zu haben. Die Anträge werden von einer internationalen Expertenkommission begutachtet und priorisiert, die letztliche Genehmigung erfolgt durch das Zentrum für Monderkundungs- und Raumfahrt-Projekte der Nationalen Raumfahrtbehörde Chinas. Ein kleiner Teil der Proben wird im Chinesischen Nationalmuseum in Peking ausgestellt; dies soll das Interesse der Bevölkerung an Wissenschaft und Technik wachhalten. Andere Museen können Bodenproben für einen Zeitraum von zwei Monaten ausleihen; diese Frist kann auf Antrag um einen Monat verlängert werden.[75] Außerdem wird ein Teil der Bodenproben an das Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen zur weiteren Verteilung übergeben sowie für Geschenke bei Staatsbesuchen genutzt.[15]

FolgemissionBearbeiten

Nachdem der Orbiter am 16. Dezember 2020 die Wiederintrittskapsel in Erdnähe ausgesetzt hatte, zündete er sein Triebwerk und flog zunächst wie bei der Testmission Chang’e 5-T1 zurück in Richtung Mond. Da die Trägerrakete die Sonde beim Start der Mission mit einer hohen Präzision in den Transferorbit zum Mond gebracht hatte, hatte sich die Zahl der im weiteren Verlauf nötigen Bahnkorrekturmanöver stark reduziert, was eine große Treibstoffersparnis bedeutete. Nach dem Ende der Primärmission besaß der Orbiter noch mehr als 200 kg Treibstoff. Daher wurde er auf eine Folgemission zum 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten, inneren Lagrange-Punkt L1 des Sonne-Erde-Systems geschickt.[76][23] Als Ziele der Folgemission wurden definiert:

  1. Erprobung und Verifizierung der Berechnung eines Transferorbits zum L1-Punkt sowie der für die Steuerung einer Sonde zu diesem Punkt nötigen Technologien.
  2. Durchführung langfristiger Beobachtungen in der Nähe des L1-Punkts. Erprobung und Verifizierung der Berechnung eines Orbits um den L1-Punkt sowie der für die Steuerung einer Sonde an diesem Punkt nötigen Technologien.
  3. Messung der Lichteinstrahlung sowie der radioaktiven Strahlenbelastung in der Nähe des L1-Punkts. Verifizierung der Fähigkeit der Bordsysteme, unter diesen Belastungen zu arbeiten.
  4. Erprobung von Bahnverfolgung, Steuerung und Kommunikation mit einer Sonde während einer sogenannten „Sun Outage“, indem der Orbiter direkt in die Sichtlinie Sonne-Erde gesteuert wird, sodass dessen Signale von der Sonne überstrahlt werden.

Das Interesse der Nationalen Raumfahrtbehörde am Lagrange-Punkt L1 des Sonne-Erde-Systems begründet sich darin, dass eine dort positionierte Sonde ununterbrochen Sonnenbeobachtungen durchführen kann, ohne dass ihre Sicht jemals von der Erde oder dem Mond verdeckt wird, ein Faktor, der zum Beispiel auch beim Solar and Heliospheric Observatory von ESA und NASA genutzt wurde. Außerdem ist dies ein optimaler Punkt, um die der Sonne zugewandte Seite der Erde zu beobachten. Nach dem Abschluss der Experimente am L1-Punkt wird nach Prüfung des Zustands des Orbiters über weitere Folgemissionen entschieden.[77]

WeblinksBearbeiten

Commons: Chang’e 5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Chang’e 5 im NSSDCA Master Catalog, abgerufen am 30. November 2020 (englisch).
  2. a b c d e 嫦娥五号任务月球样品交接仪式在京举行. In: cnsa.gov.cn. 19. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020 (chinesisch). Enthält Foto des Probenbehälters.
  3. a b Smriti Mallapaty: China set to retrieve first Moon rocks in 40 years. In: nature.com. 5. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  4. a b c 嫦娥五号即将升空 “挖土”之旅或可改写月球历史. In: clep.org.cn. 19. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (chinesisch).
  5. a b 索阿娣、赵聪: 5.4吨推进剂如何注入中国史上最复杂航天器? In: guancha.cn. 26. November 2020, abgerufen am 26. November 2020 (chinesisch).
  6. 张佳星: 中国探月工程首任首席科学家:AI将助嫦娥五号铲取月壤. In: xinhuanet.com. 8. Juli 2019, abgerufen am 13. März 2020 (chinesisch).
  7. Chang’e 5 test mission. In: Spaceflight101.com. 2017, abgerufen am 17. Dezember 2017.
  8. 王海露: “大火箭”发射“嫦娥五号”为何选在凌晨. In: spaceflightfans.cn. 26. November 2020, abgerufen am 26. November 2020 (chinesisch).
  9. a b c Thomas Burghardt: China launches world’s first lunar sample return mission since 1976. In: nasaspaceflight.com. 23. November 2020, abgerufen am 24. November 2020 (englisch).
  10. 嫦娥五号探测器完成第一次轨道修正. In: clep.org.cn. 24. November 2020, abgerufen am 25. November 2020 (chinesisch).
  11. 嫦娥五号探测器完成第二次轨道修正. In: clep.org.cn. 25. November 2020, abgerufen am 26. November 2020 (chinesisch).
  12. 嫦娥五号探测器成功实施“刹车”制动 顺利进入环月轨道飞行. In: cnsa.gov.cn. 28. November 2020, abgerufen am 28. November 2020 (chinesisch).
  13. a b c 崔霞 et al.: 嫦娥五号,重大进展! In: spaceflightfans.cn. 28. November 2020, abgerufen am 29. November 2020 (chinesisch).
  14. 嫦娥五号探测器再次实施制动 进入近圆形环月轨道飞行. In: cnsa.gov.cn. 29. November 2020, abgerufen am 29. November 2020 (chinesisch).
  15. a b c 探月工程嫦娥五号任务有关情况发布会. In: cnsa.gov.cn. 17. Dezember 2020, abgerufen am 18. Dezember 2020 (chinesisch).
  16. a b Qian Yuqi, James W. Head et al.: The regolith properties of the Chang’e-5 landing region and the ground drilling experiments using lunar regolith simulants. (PDF; 3,6 MB) In: spaceflightfans.cn. 30. Oktober 2019, abgerufen am 1. November 2020 (englisch).
  17. 嫦娥五号探测器组合体成功分离 将择机实施月面软着陆. In: clep.org.cn. 30. November 2020, abgerufen am 30. November 2020 (chinesisch).
  18. a b c 张宇、高舰: 史上最难?五妹的11个飞行阶段了解一下. In: spaceflightfans.cn. 30. November 2020, abgerufen am 30. November 2020 (chinesisch).
  19. 胡喆、彭韵佳: 稳稳落在月球表面!嫦娥五号成功落月三大看点. In: cnsa.gov.cn. 2. Dezember 2020, abgerufen am 15. Dezember 2020 (chinesisch).
  20. Chang’e 5 Moon landing auf YouTube, 2. Dezember 2020, abgerufen am 2. Dezember 2020 (Originalaufnahmen der Landerkamera; die Uhrzeit unten rechts ist Peking-Zeit).
  21. 测控大屏上嫦娥5号落月视频谁拍的?为何会卡顿,最后还中断了? In: sohu.com. 4. Dezember 2020, abgerufen am 6. Dezember 2020 (chinesisch).
  22. 嫦娥五号探测器实施动力下降并成功着陆将在预选区域开展月面采样工作. In: clep.org.cn. 1. Dezember 2020, abgerufen am 1. Dezember 2020 (chinesisch).
  23. a b c 王诗尧: 探测器方案曾被明确反对 揭秘“嫦五”背后故事. In: chinanews.com. 21. Dezember 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020 (chinesisch).
  24. a b c d 索阿娣、郑恩红: 为了月球这抔土,嫦娥五号有多拼? In: spaceflightfans.cn. 3. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (chinesisch). Enthält eine graphische Darstellung des Verladevorgangs mit dem aufgewickelten Bohrkern.
  25. 嫦娥五号探测器正按计划开展月面采样工作. In: clep.org.cn. 2. Dezember 2020, abgerufen am 2. Dezember 2020 (chinesisch).
  26. a b “嫦娥挖土”的“一臂之力”是怎么炼成的. In: cnsa.gov.cn. 3. Januar 2021, abgerufen am 14. Januar 2021 (chinesisch).
  27. a b 嫦娥五号探测器完成月面自动采样封装 有效载荷工作正常. In: clep.org.cn. 3. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (chinesisch).
  28. China’s Chang’e-5 completes lunar surface sampling and sealing. In: news.cgtn.com. 3. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (englisch).
  29. 嫦娥五号探测器完成月面自动采样封装 有效载荷工作正常. In: spaceflightfans.cn. 3. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (chinesisch).
  30. Teemu Öhman: Hieman Kuusta: Chang’e-5:n laskeutumisalue. In: Hieman Kuusta. 2. Dezember 2020, abgerufen am 2. Dezember 2020 (finnisch).
  31. a b c d 倪伟: 嫦娥五号的48小时:详解38万公里外的“神操作”(2). In: news.china.com. 4. Dezember 2020, abgerufen am 5. Dezember 2020 (chinesisch).
  32. 国家航天局公布嫦娥五号月表国旗展示照片. In: clep.org.cn. 4. Dezember 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020 (chinesisch).
  33. a b c d 赵聪: 一文解读嫦娥五号月面起飞. In: spaceflightfans.cn. 5. Dezember 2020, abgerufen am 5. Dezember 2020 (chinesisch).
  34. a b 嫦娥五号上升器进入预定轨道 实现我国首次地外天体起飞. In: clep.org.cn. 3. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (chinesisch).
  35. 中国载人登月计划续. In: spaceflightfans.cn. 12. Oktober 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020 (chinesisch).
  36. a b 梁馨 et al.: 指标强过阿波罗、猎户座!嫦娥五号防热材料水平世界领先. In: spaceflightfans.cn. 19. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020 (chinesisch).
  37. 九天揽月星河阔,十六春秋绕落回——中国探月工程三步走战略. In: clep.org.cn. 13. November 2020, abgerufen am 19. November 2020 (chinesisch).
  38. 余建斌 et al.: 嫦娥五号上演“太空牵手”. In: new.qq.com. 6. Dezember 2020, abgerufen am 6. Dezember 2020 (chinesisch).
  39. a b 我国首次实现月球轨道交会对接 嫦娥五号探测器完成在轨样品转移. In: clep.org.cn. 6. Dezember 2020, abgerufen am 6. Dezember 2020 (chinesisch). Auf dem vom Orbiter vor dem Koppelmanöver aufgenommenen Foto der Aufstiegsstufe sind in der Mitte die drei sternförmig angeordneten Griffstangen zu sehen.
  40. 王玓瑭: 嫦娥五号的“太空邮差”是怎么练成的? In: spaceflightfans.cn. 26. November 2020, abgerufen am 26. November 2020 (chinesisch). Enthält ein Video vom Probentransfermechanismus.
  41. 嫦娥五号上升器受控落月. In: cnsa.gov.cn. 8. Dezember 2020, abgerufen am 8. Dezember 2020 (chinesisch).
  42. Andrew Jones: Chang’e-5 spacecraft smashes into moon after completing mission. In: spacenews.com. 8. Dezember 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (chinesisch). Enthält ein Video vom Abkoppeln der Aufstiegsstufe.
  43. 嫦娥五号轨道器和返回器组合体 实施第一次月地转移入射. In: clep.org.cn. 12. Dezember 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (chinesisch).
  44. 嫦娥五号轨道器和返回器组合体实施第二次月地转移入射. In: clep.org.cn. 13. Dezember 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020 (chinesisch).
  45. 嫦娥五号探测器完成第二次月地转移轨道修正. In: clep.org.cn. 16. Dezember 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020 (chinesisch).
  46. Andrew Jones: China recovers Chang’e-5 moon samples after complex 23-day mission. In: spacenews.com. 16. Dezember 2020, abgerufen am 18. Dezember 2020 (englisch).
  47. 陈瑜: 什么样的外衣让“嫦娥”比钻石还刚? In: spaceflightfans.cn. 17. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020 (chinesisch).
  48. a b 赵聪、李淑姮: 嫦娥五号怀揣月壤回来了! In: spaceflightfans.cn. 17. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020 (chinesisch).
  49. 嫦娥五号任务看点解读系列之一. In: clep.org.cn. 24. November 2020, abgerufen am 25. November 2020 (chinesisch).
  50. a b c 嫦娥五号探测器圆满完成我国首次地外天体采样返回任务. In: clep.org.cn. 17. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020 (chinesisch).
  51. Chinas Raumkapsel mit Mondgestein gelandet. In: Sueddeutsche.de. 16. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020.
  52. 付毅飞: 回家了. In: spaceflightfans.cn. 18. Dezember 2020, abgerufen am 18. Dezember 2020 (chinesisch).
  53. 嫦娥五号返回器回到出生地. In: cnsa.gov.cn. 18. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020 (chinesisch).
  54. 苗珊珊: 1731克!嫦娥五号任务月球样品正式交接. In: spaceflightfans.cn. 19. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020 (chinesisch). Enthält eine Fotoserie von der Kapselöffnung.
  55. 陆成宽: 换帅!侯建国接任中国科学院院长. In: finance.sina.com.cn. 4. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020 (chinesisch).
  56. CCTV纪录: 创新中国》 第五集 空海. In: youtube.com. 26. Januar 2018, abgerufen am 14. März 2020 (chinesisch). 11:30.
  57. Chang’e 5 Spacecraft Overview. In: spaceflight101.com. Abgerufen am 14. März 2020 (englisch).
  58. Helga Rietz: Schwebender Staub auf dem Mond. In: deutschlandfunk.de. 1. August 2012, abgerufen am 14. März 2020.
  59. Zhao Lei: New rocket engines in making for moon, Mars. In: global.chinadaily.com.cn. 20. März 2019, abgerufen am 14. März 2020 (englisch).
  60. Xiao Yuan, Su Yan, Li Chunlai et al.: Ground experiments of Chang’e-5 lunar regolith penetrating radar. (PDF; 6,2 MB) In: spaceflightfans.cn. 1. Februar 2019, abgerufen am 1. November 2020 (englisch).
  61. 汤娅: 2019年中国航天大会宇航先进材料与制造专业论坛暨第六届航天工程和高性能材料需求与应用高端论坛会议通知. In: csaspace.org.cn. 18. April 2019, abgerufen am 14. März 2020 (chinesisch).
  62. Chen Tao et al.: Modeling and experimental investigation of drilling into lunar soils. In: amm.shu.edu.cn. 13. September 2019, abgerufen am 1. November 2020 (englisch).
  63. a b 索阿娣、郑恩红: 嫦五独家揭秘:只采样可以更简单,但为了验证未来…… In: thepaper.cn. 24. November 2020, abgerufen am 25. November 2020 (chinesisch).
  64. Jiang Shengyuan, Tang Junyue et al.: Control system for a drilling & coring device in lunar exploration. In: researchgate.net. Abgerufen am 13. März 2020 (englisch).
  65. Chang’e 5 Spacecraft Overview. In: spaceflight101.com. Abgerufen am 13. März 2020 (englisch).
  66. 科学认识君: 我国年底将发射嫦娥五号并采样返回,2030年能实现载人登月? In: xw.qq.com. 12. September 2019, abgerufen am 13. März 2020 (chinesisch).
  67. 碳化硅颗粒增强铝基复合材料 (AlSiC). In: zhuanlan.zhihu.com. 5. Januar 2017, abgerufen am 4. Dezember 2020 (chinesisch).
  68. 张素: “嫦娥五号”2017年择机发射 揭秘五大看点. In: chinanews.com. 2. März 2017, abgerufen am 13. März 2020 (chinesisch).
  69. 嫦娥五号. In: weibo.com. 20. Dezember 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020 (chinesisch).
  70. 付静: 嫦娥五号在月面的48小时:惊心动魄. In: news.mydrivers.com. 6. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020 (chinesisch).
  71. Li Chunlai, der als stellvertretender Direktor der Nationalen Observatorien und Technischer Direktor des Bodensegments des Mondprogramms der Volksrepublik China für das Material zuständig ist, stammt aus Hunan.
  72. 裴照宇 et al.: 嫦娥工程技术发展路线. (PDF; 1,3 MB) In: jdse.bit.edu.cn. 2. Juni 2015, S. 10, abgerufen am 17. Dezember 2020 (chinesisch).
  73. Leah Crane: China’s Chang’e 5 mission has returned samples from the moon to Earth. In: newscientist.com. 16. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020 (englisch).
  74. 《月球样品管理办法》有关情况解读. In: cnsa.gov.cn. 22. Januar 2021, abgerufen am 22. Januar 2021 (chinesisch).
  75. Notice of China National Space Administration on the Distribution of Procedures for Requesting Lunar Samples. In: cnsa.gov.cn. 17. Dezember 2020, abgerufen am 18. Januar 2021 (englisch).
  76. Andrew Jones: Chang’e-5 orbiter embarks on extended mission to Sun-Earth Lagrange point. In: spacenews.com. 21. Dezember 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020 (englisch).
  77. 嫦娥五号轨道器开展拓展试验. In: spaceflightfans.cn. 31. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (chinesisch).