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CDU Thüringen
Mike Mohring
Mike Mohring
Logo CDU schwarz weiß.jpg
Vorsitzender Mike Mohring
Stellvertreter Birgit Diezel
Christian Hirte
Mario Voigt
General­sekretär Raymond Walk
Schatz­meister Torsten Jäger
Geschäfts­führerin Evelin Groß
Ehren­vorsitzender Bernhard Vogel
Gründungs­datum 20. Juli 1945
Gründungs­ort Weimar
Hauptsitz Friedrich-Ebert-Straße 63
99096 Erfurt
Landtagsmandate
21/90
Mitglieder­zahl 10.025 (Stand: Dezember 2016)[1][2]
Website cdu-thueringen.de

Die CDU Thüringen ist der größte Landesverband einer Partei in Thüringen. Sie wurde 1990 mit der Wiedervereinigung neu gegründet. Von 1990 bis 2014 stellte sie stets den Thüringer Ministerpräsidenten, wobei sie zehn Jahre lang mit absoluter Mehrheit regierte. Bis 2019 stellte sie stets auch die größte Fraktion im Thüringer Landtag. Seit 2019 ist sie nach Linkspartei und AfD nur noch drittstärkste Kraft im Landtag.

OrganisationBearbeiten

LandesverbandBearbeiten

Der Landesverband Thüringen der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) ist der Zusammenschluss aller Mitglieder der CDU im Freistaat Thüringen. Er hat die Aufgabe durch seine Organe, Kreis- und Ortsverbände und Vereinigungen, die politische Willensbildung in der CDU und im öffentlichen Leben zu fördern und sie zur Teilhabe an der Politik anzuregen und dessen Mitglieder über alle wichtigen politischen Entscheidungen zu unterrichten und sie zur Teilnahme an der Politik anzuregen. Der Landesparteitag ist dabei das oberste politische Organ der CDU Thüringen. Er wird vom Landesvorstand einberufen und tritt mindestens einmal jährlich zusammen. Er ist insbesondere zuständig für alle die CDU Thüringen berührenden Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung.

Der Landesverband der CDU Thüringen unterhält eine Landesgeschäftsstelle. Sie ist für die politische, administrative und finanzielle Organisation der Partei auf Landesebene zuständig. Dazu gehört auch die strategische und konzeptionelle Vorbereitung von Wahlkämpfen und Kampagnen.

LandesvorstandBearbeiten

 
Raymond Walk, Generalsekretär seit 2017

Der Landesvorstand vertritt den Landesverband nach außen und führt dessen Geschäfte auf Landesebene. Er wird alle zwei Jahre, von einem Landesparteitag, neu gewählt.[3] Zuletzt wurde der Vorstand auf dem 34. Landesparteitag in Leinefeld am 20. Oktober 2018 gewählt.[4]

Vorsitzender Mike Mohring
Stellvertretende Vorsitzende Birgit Diezel, Christian Hirte, Mario Voigt
Schatzmeister Torsten Jäger
Generalsekretär Raymond Walk
Landesmitgliederbeauftragter Maik Kowalleck
Beisitzer Carola Böck, Christiane Barth, Hans-Georg Creutzburg, Danny Dobmeier, Horst Dornieden, Jörg Geibert, Stefan Gruhner, Mihajlo Kolakovic, Thadäus König, Egon Primas, Heiko Steinecke, Petra Thieme, Jonas Urbach, Marion Walsmann

LandesfachausschüsseBearbeiten

Die Landesfachausschüsse beraten den Landesvorstand. Sie sollen politisch bedeutsame Vorgänge und Entwicklungen in ihren Fachbereichen beobachten, diskutieren und den Landesvorstand darüber informieren.[5]

Landesfachausschuss Vorsitz
Beste Bildung Michael Rutz
Digitale Agenda Regina Polster
Gesundes Leben Hermann Schmitt
Kulturland Thüringen Peter Krause
Sichere Heimat Lars Oschmann
Moderne Stadt Cornelius Golembiewski
Gutes Landleben Martin Rosenstengel
Starke Wirtschaft Mihajlo Kolakovic
Zukunft der Arbeit Reinhard Stehfest
Zusammenhalt und Familie Christoph Zippel
Social Media Hans-Georg Creutzburg

KreisverbändeBearbeiten

Die CDU Thüringen gliedert sich entsprechend der Verwaltungsstruktur des Freistaates Thüringen in 23 Kreisverbände. Diese setzen sich aus einzelnen Stadt und Ortsverbänden zusammen.[6]

Kreisverband Vorsitz Sitz
Landkreis Altenburger Land Uwe Melzer Altenburg
Landkreis Eichsfeld Christina Tasch Heilbad Heiligenstadt
Eisenach Raymond Walk Eisenach
Erfurt Marion Walsmann Erfurt
Gera Christian Klein Gera
Landkreis Gotha Jörg Kellner Gotha
Landkreis Greiz Martina Schweinsburg Zeulenroda-Triebes
Landkreis Hildburghausen Kristin Floßmann Hildburghausen
Ilm-Kreis Tankred Schipanski Arnstadt
Jena Guntram Wothly Jena
Kyffhäuserkreis Jens Krautwurst Sondershausen
Landkreis Nordhausen Christoph Zyrus Nordhausen
Saale-Holzland-Kreis Mario Voigt Eisenberg
Saale-Orla-Kreis Stefan Gruhner Schleiz
Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Steffen Kania Saalfeld
Landkreis Schmalkalden-Meiningen Michael Heym Meiningen
Landkreis Sömmerda Christian Carius Sömmerda
Landkreis Sonneberg Danny Dobmeier Sonneberg
Suhl Mark Hauptmann Suhl
Unstrut-Hainich-Kreis Thomas Kretschmer Bad Langensalza
Wartburgkreis Christian Hirte Bad Salzungen
Weimar Jörg Geibert Weimar
Landkreis Weimarer Land Mike Mohring Apolda

Vereinigungen und SonderorganisationenBearbeiten

Die Vereinigungen der CDU Thüringen sind organisatorisch selbstständige Zusammenschlüsse. Sie haben die Aufgabe, die besonderen Anliegen, der von ihnen vertretenen Gruppen in der Politik der CDU Thüringen zu wahren.[7]

Vereinigungen[8] Vorsitz
Junge Union (JU) Stefan Gruhner
Frauen-Union (FU) Evelin Groß
Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Thadäus König
Kommunalpolitische Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands (KPV) Jörg Kellner
Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Gerd Albrecht
Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung (OMV) Egon Primas
Senioren-Union (SU) Rolf Berend
Sonderorganisation[9] Vorsitz
Evangelischer Arbeitskreis (EAK) Jens Goebel
Landesarbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen (LACDJ) Marion Walsmann
Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Franca Bauernfeind
Schüler Union (SU) Elias Wehling

ProgrammBearbeiten

GrundsatzprogrammBearbeiten

Auf Initiative des damaligen Generalsekretärs der CDU Thüringen Mike Mohring wurde auf dem 22. Landesparteitag vom 15.–17. Juni 2007 in Saalfeld das Grundsatzprogramm der CDU Thüringen "Was uns verbindet" einstimmig beschlossen. Es beschreibt die Grundwerte der CDU Thüringen, wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Weiterhin lassen sich im Programm Rahmenstellungen für viele politische Thematiken ausmachen und ein Bekenntnios zur freiheitlich demokratischen Grundordnung, zur Sozialen Marktwirtschaft, zum Föderalismus und zur kommunalen Selbstverwaltung. Im Zuge der Ausarbeitung des Programms fanden mehrere Foren, unter Beteiligung der Mitglieder und bekannter Referenten statt. So diskutierte man unter anderem mit Norbert Lammert über das Thema "Heimat und Patriotismus".[10]

Thüringen 2020Bearbeiten

Die CDU Thüringen hat im Jahr 2010 unter dem Titel „Thüringen 2020“ einen Diskussionsprozess zur Zukunft des Freistaats Thüringen gestartet. Den Auftakt bildete der ZukunftsDIALOG im Jenaer Zeiss-Planetarium am 8. Oktober 2010, zu dem Mitglieder, Abgeordnete, Mitglieder der Landesregierung und Kommunalpolitiker zusammenkamen. Im Rahmen des Programms konnten sich alle Mitglieder im Rahmen von ZukunftsWERKSTÄTTEN zu verschiedenen Themen aktiv in die inhaltliche Arbeit einbringen. In den Werkstätten wurden Perspektiven, Ideen und Konzepte in einzelnen Politikfeldern für das Jahr 2020 entwickelt.

Thüringenplan 2014–2019Bearbeiten

Der Thüringenplan war das Regierungs- bzw. Wahlprogramm der CDU Thüringen für die Jahre 2014 bis 2019 und spiegelt die wichtigsten inhaltlichen Standpunkte der Partei wider. So spricht man sich unter anderem dafür aus, bürgernahe Strukturen im Land zu erhalten, Noten und Kopfnoten verbindlich festzuschreiben, mindestens 2500 neue Lehrer in Thüringen bis 2019 einzustellen, einen Meisterbonus einzuführen wie auch die Generationengerechtigkeit als Staatsziel in die Thüringer Verfassung zu schreiben.[11]

GeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

Die CDU Thüringen wurde am 20. Juli 1945 in Weimar gegründet. Erster Landesvorsitzender wurde Max Kolter, vertreten von Georg Grosse.[12] Max Kolter wurde im Juli 1945 durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) zum Vizepräsidenten der Landesregierung unter Ministerpräsident Rudolf Paul ernannt. Der erste Konflikt, den die CDU mit der Besatzungsmacht austrug, war der um die Bodenreform. Die CDU stand den Enteignungen kritisch gegenüber. Max Kolter musste den Widerstand gegen die Bodenreform mit seinem Leben bezahlen. Am 4. Dezember 1945 wurde er von der SMAD aus seinen Ämtern entlassen und verhaftet. Am 22. Dezember 1945 starb er in Haft.

Ab dem 1. Mai 1946 konnte die CDU Thüringen mit dem Thüringer Tageblatt eine eigene Zeitung herausbringen. Durch geringe Zuweisungen von Papier und Druckkapazitäten wussten SED und SMAD jedoch Auflage und Wirkung gering zu halten.

Bei der halbfreien Landtagswahl 1946 erreichte die CDU mit 18,9 % und 19 Mandaten nur den dritten Platz nach SED und LDP.

Gleichschaltung und BlockparteiBearbeiten

Mit der Absetzung Jakob Kaisers als Vorsitzender der CDU in der SBZ im Dezember 1947 wurden auch in Thüringen die Möglichkeiten der Parteiarbeit weiter eingeschränkt. Ab Februar 1948 durften in Thüringen nur noch CDU-Versammlungen durchgeführt werden, nachdem die SMAD die Reden und Erklärungen vorher genehmigt hatte. Hierdurch sollten Solidaritätsadressen zu Kaiser verhindert werden.[13] Auch waren bei Vorstands- und Fraktionssitzungen der CDU Thüringen immer Offiziere der SMAD anwesend. Eine freie Meinungsbildung war hierdurch unmöglich geworden. So nahm der Landesvorstand am 23. Dezember 1947 in Anwesenheit von Sowjetmajor Popolowski in offener Abstimmung eine gegen Kaiser gerichtete Entschließung an. Eine "Säuberungswelle" führte zur Absetzung oder dem erzwungenen Rücktritt vieler CDU-Funktionäre. Nachdem bereits 1946 Hans Lukaschek zur Flucht in den Westen veranlasst wurde, forderte die SMAD am 14. Februar 1948 Versorgungsminister Georg Grosse zu Rücktritt auf. Bis zum 5. März 1948 waren 12 der 25 Kreisvorsitzenden der CDU abgesetzt oder zum Rücktritt gezwungen worden.[14] Auf dem Landesparteitag vom 21.–24. Mai 1948 kam es zu einer Kampfabstimmung um den Landesvorsitz. Georg Grosse, der sich zu Kaiser bekannte, erhielt 149 Stimmen, Siegfried Trommsdorff nur 69. Die SMAD untersagte Grosse die Annahme des Amtes und Trommsdorff blieb Landesvorsitzender.[15]

Im Sommer 1948 kam es im Landtag zum letzten Versuch der demokratischen Parteien, parlamentarische Spielregeln einzufordern. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Karl Magen, kritisierte die einseitige Besetzung der Polizei mit SED-Mitgliedern und kündigte eine Ablehnung eines Gesetzesentwurfs der SED an, mit dem die Verwaltungsgerichtsbarkeit faktisch abgeschafft werden sollte. Nachdem er durch tägliche Verhöre und Kontrollen der SMAD deutlich vor Augen geführt bekam, dass eine Oppositionsarbeit von den Machthabern nicht geduldet werden würde, floh er im Juni 1948 nach Westdeutschland.

Sein Nachfolger als Fraktionsvorsitzender, Johannes Mebus, kritisierte gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der LDPD, Hermann Becker, am 23. Juli 1948 erneut die totalitären Machtansprüche der SED und die einseitige Besetzung der Schulratsposten mit SED-Anhängern. Noch in der Landtagssitzung wurde Becker (ungeachtet seiner parlamentarischen Immunität) verhaftet und in ein Arbeitslager in der Sowjetunion deportiert. Mit dieser Maßnahme gelang es SED und SMAD, den Widerstand der demokratischen Parteien zu brechen.[16]

Am 4. März 1949 entschied der Landesvorstand der gleichgeschalteten CDU die Einführung des "Demokratischen Zentralismus", also der Abschaffung der innerparteilichen Demokratie. Wahlen zu Parteiämtern bedurften nun der Zustimmung.

Eine weitere "Säuberungswelle" lief durch die Partei. Der Chefredakteur des Thüringer Tageblattes, Heinz Baumann, wurde zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt und durch den linientreuen August Bach ersetzt wurde. Die Kreisvorstände Erfurt, Eisenach und Saalfeld wurden abgesetzt, die Kreisvorsitzenden Johann Panther und Peter Mölken zur Flucht in den freien Westen gezwungen. Auch Grosse musste im August 1949 in den Westen fliehen.[17]

In der Landesregierung stellte die CDU die Minister für

Mit der Abschaffung der Länder 1952 endete die Geschichte der CDU Thüringen zunächst.

Nach der WendeBearbeiten

 
Das erste Kabinett des Landes Thüringen am 8. November 1990 (v. l. n. r.: Jentsch, Böck, Sieckmann, Fickel, Axthelm, Zeh, Lieberknecht, Sklenar, Schultz, Lengemann, Duchač)

Nach der Wende wurde mit dem Ländereinführungsgesetz vom 22. Juli 1990 das Land Thüringen wiederhergestellt. Damit entstand auch wieder ein Landesverband der CDU. Josef Duchač wurde im August 1990 Landesbeauftragter für Thüringen.

Bei der ersten freien, demokratischen Landtagswahl am 14. Oktober 1990 trat die CDU mit Duchač als Spitzenkandidat an und ging aus der Wahl mit 45,5 % als die mit Abstand stärkste Partei (44 der 89 Sitze) hervor, ihr fehlte nur ein Sitz zur absoluten Mehrheit. Am 8. November 1990 wurde Duchač zum Ministerpräsidenten einer CDU-FDP-Koalitionsregierung gewählt (Kabinett Duchač).

Nach Stasi-Vorwürfen trat Duchač am 23. Januar 1992 zurück und Bernhard Vogel wurde sein Nachfolger als Ministerpräsident.

Bei der Landtagswahl 1994 wurde die CDU bei leichten Verlusten und einem Ergebnis von 42,6 % als mit Abstand stärkste Partei bestätigt. Da die FDP an der 5-%-Hürde gescheitert war, kam es zu einer großen Koalition mit der SPD unter der Führung von Vogel. Einen wahren Thriumph konnten Vogel und die CDU bei der Landtagswahl 1999 feiern. Mit 51,0 % der Stimmen hatte die CDU eine absolute Mehrheit erreicht und bildete eine Alleinregierung. Am 5. Juni 2003 wurde Dieter Althaus Nachfolger von Vogel als Ministerpräsident. Bei der Landtagswahl 2004 konnte die CDU zwar ihr Ergebnis der letzten Wahl nicht wiederholen, sie kam nur noch auf 43,0 %, doch auch dieses Ergebnis reichte für eine knappe absolute Mehrheit im Landtag.

Die vorgesehene Nominierung von Althaus als Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2009 wurde durch dessen Skiunfall am Neujahrstag 2009 überschattet. Am 14. März 2009 wurde er in Waltershausen in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten gekürt. Die Wahl am 30. August 2009 brachte einen deutlichen Rückschlag für die CDU mit sich: Obwohl sie stärkste Partei im Land blieb, verlor sie mehr als elf Prozentpunkte, ein Drittel ihrer Mandate im Landtag und damit nach zehn Jahren ihre absolute Mehrheit. Vier Tage nach der Wahl gab Althaus seinen Rücktritt als Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender bekannt.[18]

Daraufhin ernannte das Präsidium der CDU am 8. September 2009 Christine Lieberknecht einstimmig zur Kandidatin der Partei für das Ministerpräsidentenamt.

Nach Sondierungsgesprächen traten CDU und SPD in Koalitionsverhandlungen ein. Am 20. Oktober 2009 stellten CDU und SPD den fertigen Koalitionsvertrag vor. Beide Koalitionsparteien segneten den Vertrag auf ihren Parteitagen am 25. Oktober 2009 ab. Auf dem Parteitag der CDU wurde Lieberknecht mit 83,3 % zugleich zur neuen CDU-Landesvorsitzenden gewählt.

Am 30. Oktober 2009 wurde Lieberknecht im dritten Wahlgang zur Ministerpräsidentin gewählt. Für die Landtagswahl in Thüringen 2014 wurde sie am 14. Februar 2014 auf einer Landesvertreterversammlung der CDU Thüringen mit 93,16 Prozent zur Spitzenkandidatin gewählt. Unter ihrer Führung erreichte die CDU bei der Wahl 33,5 Prozent und blieb mit einem Plus von 2,3 Prozentpunkten deutlich stärkste Kraft. Dennoch entschied sich der Regierungspartner SPD gegen die Fortsetzung der schwarz-roten Koalition unter Lieberknecht und für die erstmalige Bildung einer Koalition mit den Linken und den Grünen. Diese knappe rot-rot-grüne Mehrheit wählte am 5. Dezember 2014 den Linken-Spitzenkandidaten Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten und somit zum Nachfolger von Christine Lieberknecht. Diese hatte bereits drei Tage zuvor angekündigt, auf dem kommenden Landesparteitag nicht mehr als CDU-Parteivorsitzende kandidieren zu wollen, ihr Landtagsmandat aber behalten zu wollen.

Mit der Vereidigung des rot-rot-grünen Kabinetts im Erfurter Landtag endete die knapp 25-jährige Regierungszeit der CDU in Thüringen. Am 13. Dezember 2014 wurde Mike Mohring, der bereits seit 2008 den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion innehat, mit 89,8 Prozent der Stimmen auch zum Landesvorsitzenden der Partei gewählt.

Historische KommissionBearbeiten

2015 hat die CDU Thüringen als erster ostdeutscher Landesverband der Partei eine unabhängige historische Kommission berufen, die die Geschichte der CDU im Land Thüringen und den daraus hervorgegangenen Bezirken Erfurt, Gera und Suhl in der SBZ und DDR wissenschaftlich analysieren soll.[19][20]

Der zehnköpfigen Kommission gehören unter anderen der Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Christian Dietrich, Ehrhart Neubert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Hermann Wentker[21] vom Institut für Zeitgeschichte an.[22][23] Die Kommission wird von Jörg Ganzenmüller, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Ettersberg, geleitet.[24][25] Für die Kommission forscht der Historiker Bertram Triebel.[26] Die Tätigkeit wird von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt.[27] Dafür sichtet Triebel neben Akten der Ost-CDU im Archiv für Christlich-Demokratische Politik auch Dokumente der SED im Landesarchiv Thüringen und beim SAPMO im Bundesarchiv Berlin sowie Unterlagen des MfS beim BStU. Zudem stützt er sich in seiner Arbeit auf Zeitzeugeninterviews. Die Ergebnisse sollen in Form eines schriftlichen Berichts im Jahr 2018 und Vorträgen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.[28]

Neben der wissenschaftlichen Arbeit der Kommission finden öffentliche Zeitzeugenforen atatt, auf denen Mitglieder und Funktionäre über ihr Wirken in der Partei berichten. Das erste Zeitzeugenforum im Oktober 2016 auf Schloss Ettersburg befasste sich mit der mit der Gründung und Transformation der CDU von 1945 bis 1961.[29]

Die zweite Veranstaltung im Oktober 2017 im Ursulinenkloster Erfurt behandelte die Geschichte der CDU vom Mauerbau am 13. August 1961 bis Mitte der 1980er Jahre. Neben der Diskussion der Zeitzeugen, wie Hans-Peter Häfner und Egon Primas.[30]

Im Mai 2018 fand ein abschließendes Zeitzeugenforum, das sich mit dem Wandel der Partei in der Friedlichen Revolution 1989/1990 auseinandergesetzt hat.

PersonenBearbeiten

ParteivorsitzendeBearbeiten

Jahre Vorsitzender
1945–1945 Max Kolter
1946–1947 Walter Körner
1947–1947 Otto Schneider
1947–1950 Siegfried Trommsdorff
1950–1952 August Bach
1952 bis 1990 bestand kein Land Thüringen
1990–1990 Uwe Ehrich
1990–1993 Willibald Böck
1993–2000 Bernhard Vogel
2000–2009 Dieter Althaus
2009–2014 Christine Lieberknecht
2014– Mike Mohring

Ergebnisse bei den LandtagswahlenBearbeiten

 


LandtagsfraktionBearbeiten

 
Fraktionssitzung der CDU-Landtagsfraktion am 18. Mai 2011

FraktionsvorsitzendeBearbeiten

Jahre Vorsitzender
1946–1948 Karl Magen
1948–1950 Johannes Mebus
1950–1952 Werner Gast
1952 bis 1990 bestand kein Land Thüringen
1990–1995 Jörg Schwäblein
1995–1999 Christian Köckert
1999–2003 Dieter Althaus
2003–2004 Frank-Michael Pietzsch
2004–2008 Christine Lieberknecht
2008–heute Mike Mohring

Aktuelle ZusammensetzungBearbeiten

Im 6. Thüringer Landtag ist die Fraktion der CDU mit insgesamt 34 Abgeordneten, davon 11 Frauen und 23 Männer, vertreten.

FraktionsvorstandBearbeiten

Weitere AbgeordneteBearbeiten

Andreas Bühl, Birgit Diezel, Wolfgang Fiedler, Kristin Floßmann, Manfred Grob, Stefan Gruhner, Christian Herrgott, Elke Holzapfel, Jörg Kellner, Thadäus König, Maik Kowalleck, Annette Lehmann, Christine Lieberknecht, Christina Liebetrau, Marcus Malsch, Beate Meißner, Marion Rosin, Simone Schulze, Jörg Thamm, Christian Tischner, Mario Voigt, Raymond Walk, Herbert Wirkner, Henry Worm, Gerold Wucherpfennig

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. MDR Thüringen: "Schulz-Effekt" und Unsicherheit bringen neue Mitglieder. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. März 2017; abgerufen am 12. März 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de
  2. Oskar Niedermayer: Parteimitglieder nach Bundesländern. Bundeszentrale für politische Bildung, 8. Juli 2017, abgerufen am 29. August 2017.
  3. CDU Thüringen: Landesvorstand (Memento des Originals vom 13. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  4. "Politik der neuen Gemeinsamkeit mit Bürgern und Kommunen". CDU Thüringen, 20. Oktober 2018, abgerufen am 20. Februar 2019.
  5. CDU Thüringen: [1]
  6. CDU Thüringen: Kreisverbände Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 13. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  7. CDU Thüringen: Satzung [2]@1@2Vorlage:Toter Link/www.epenportal.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. CDU Thüringen: Vereinigungen Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 13. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  9. CDU Thüringen: Sonderorganisationen Archivlink (Memento des Originals vom 13. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  10. Grundsatzprogramm der CDU Thüringen: Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 14. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  11. Thüringenplan der CDU Thüringen: [3]
  12. SBZ Handbuch, Seite 538–539
  13. Richter: Die Ost CDU, Seite 49–54
  14. Richter: Die Ost CDU, Seite 54–65
  15. Richter: Die Ost CDU, Seite 85
  16. Richter: Die Ost CDU, Seite 94–95
  17. Richter: Die Ost CDU, Seite 174–176
  18. Thüringen Ministerpräsidenten A.D.Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 15. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  19. Historische Kommission. (Nicht mehr online verfügbar.) CDU Landesverband Thüringen, archiviert vom Original am 14. September 2016; abgerufen am 4. April 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdu-thueringen.de
  20. Kommission soll CDU-Rolle in der DDR neu bewerten. WELT.DE, 21. Juli 2015, abgerufen am 4. April 2018.
  21. Geschichte der Thüringer CDU. Institut für Zeitgeschichte, 11. August 2015, abgerufen am 4. April 2018.
  22. Kommission soll Rolle der CDU in DDR neu bewerten. Thüringische Landeszeitung, 21. Juli 2015, abgerufen am 4. April 2018.
  23. INFORMATIONSMAPPE. CDU Landesverband Thüringen, abgerufen am 4. April 2018.
  24. Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller. Stiftung Ettersberg, abgerufen am 4. April 2018.
  25. Historische Kommission trifft sich zur konstituierenden Sitzung. CDU Landesverband Thüringen, 30. September 2015, abgerufen am 4. April 2018.
  26. Historiker für Studie zu CDU-Vergangenheit berufen. WELT.DE, 4. August 2016, abgerufen am 4. April 2018.
  27. Eisenacher Historiker mit Studie zur Thüringer CDU in der DDR beauftragt. Thüringer Allgemeine, 22. August 2016, abgerufen am 4. April 2018.
  28. Die Thüringer CDU in der DDR. Bertram Triebel, 20. Juni 2017, abgerufen am 4. April 2018.
  29. 1. Zeitzeugenforum der CDU Thüringen. 24. Oktober 2016, abgerufen am 4. April 2018.
  30. Forum: CDU-Zeitzeugen schildern Gleichschaltung in der DDR. Thüringer Allgemeine, 25. Oktober 2016, abgerufen am 4. April 2018.