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Startschuss zur Umfrage Technische Wünsche 2022 – jetzt abstimmen

Es ist wieder soweit: Seit Montag können die Aktiven auf den deutschsprachigen Wikis wieder darüber abstimmen, wo der Bedarf für technische Verbesserungen in den Wikis am größten ist. In der Umfrage Technische Wünsche stehen in diesem Jahr die folgenden 16 Themenschwerpunkte zur Wahl, die anhand von Input aus den deutschsprachigen Wikis entstanden sind:

  • Suche in Wikimedia-Projekten verbessern
  • Besser in der mobilen Ansicht arbeiten
  • Merklistenfunktion
  • Bessere Wikidata-Integration auf Wikipedia
  • Medienupload auf Wikimedia Commons erweitern
  • Leichter mit Vorlagen arbeiten II
  • Interaktion mit anderen Projektmitarbeitenden erleichtern
  • Bearbeitungskonflikte leichter auflösen
  • Leichter mit Kategorien arbeiten
  • Beobachtungslisten erweitern
  • Medieneinbindung in Artikeln verbessern
  • Häufige Probleme beim Editieren vermeiden
  • Versionsvergleich und Versionsgeschichte verbessern
  • Wiederverwendung von Einzelnachweisen vereinfachen
  • Textverarbeitung mit dem VisualEditor verbessern
  • Formeln und Sonderschriften unterstützen

Mit dem Gewinnerschwerpunkt wird sich das Team Technische Wünsche dann zwei Jahre lang – in engem Austausch mit den deutschsprachigen Communitys – beschäftigen und dort für verschiedene Verbesserungen sorgen.

Die Umfrage findet bereits zum sechsten Mal statt. Zwei Dinge sind in diesem Jahr neu:

  1. Das Abstimmungsformular wurde überarbeitet. So soll es noch einfacher werden, sich zu beteiligen.
  2. Du kannst bis zu fünf Favoriten angeben, sortiert nach Präferenz. Ausgewertet wird die Abstimmung dann nach dem Instant-Runoff-Verfahren. Dahinter steckt der Gedanke, dass man so besser für Themen abstimmen kann, die einem persönlich tatsächlich am wichtigsten sind, und nicht nur für jene, von denen man sich die meisten Erfolgschancen erhofft. Wie das genau funktioniert, ist auf der Umfrageseite beschrieben.

Um mitzumachen, brauchst du lediglich ein Benutzer*innenkonto, das mindestens seit dem 23.12.2021 existiert. Technische Fähigkeiten oder ein Mindestmaß an Erfahrung im Editieren sind ausdrücklich nicht nötig – die Verbesserungen sollen allen zugute kommen, und daher sollten auch alle abstimmen.

Die Umfrage läuft noch bis zum 6. Februar – bitte weitersagen und natürlich selber abstimmen! Das Projektteam freut sich über Feedback auf der Diskussionsseite der Umfrage. – js (wmde), 26.1.

PS: Wenn du über Neuigkeiten aus den Technischen Wünschen auf deiner Diskussionsseite informiert werden möchtest, kannst du hier den Newsletter abonnieren.

Jetzt kandidieren – 4 Argumente, die nicht gegen eine Adminkandidatur sprechen

Ganz ehrlich: Welcher Benutzer, der schon ein paar Jahre dabei ist und nicht nur ausschließlich als Autor im ANR tätig ist, sondern auch etwas den Metabereich mitverfolgt, hat nicht auch schon mal irgendwann mit dem Gedanken gespielt, es einmal zu versuchen und als Admin zu kandidieren? Hört sich erstmal nach viel Aufwand und Arbeit an, sowohl die Hürden bei einer Adminwahl als auch die Arbeit danach als Admin, und früher oder später verwirft man den Gedanken wieder, weil sich dann doch irgendein Argument findet, weshalb man es letzten Endes nicht tut. Admin zu sein, ist nichts für mich, weil …

  • … ich sowieso nicht gewählt werde. Man muss viel zu viele Voraussetzungen erfüllen und die erfülle ich sowieso nicht. Wirklich nicht? Um Admin sein zu können, muss man nicht wie die berühmte eierlegende Wollmilchsau allen Idealvorstellungen entsprechen. Das geht gar nicht. Wenn man alle Idealkriterien anwenden würde, fände sich bei jedem Benutzer in der Wikipedia irgendetwas, was gegen eine Adminwahl sprechen würde. Folge ist, wir hätten aktuell exakt null Admins. Niemand ist perfekt. Ihr seid drei Jahre dabei und habt etwa 10.000 Bearbeitungen? Sehr gut. Ihr wisst wie man saubere Artikel schreibt, seid in manchen Bereichen des Metabereichs einigermaßen aktiv, kennt die Grundregeln der Wikipedia und folgt ihnen (hattet im letzten Jahr keine Sperre)? Perfekt. Welche Anforderungen wollt ihr denn noch alle erfüllen müssen? Es findet sich immer irgendetwas, was gegen einen sprechen könnte, aber wenn man genau überlegt, auch ziemlich vieles, was für euch spricht. Ihr schreibt seit Jahren gerne Artikel zu eurem Lieblingsthema (Schildkrötenarten im Pazifik, Städte in Namibia, Olympiateilnehmer aus Jamaika, …)? Ihr arbeitet im Portal XY oder in der Redaktion YZ mit? Ihr nehmt möglicherweise am WikiCup, Artikelmarathon, Wartungsbausteinwettbewerb oder bei Drei Wünsche Frei teil? Super. Das ist natürlich alles kein Muss, aber es sollten doch eher die Dinge, die man mit Leidenschaft seit Jahren gerne macht, einen motivieren, als irgendwelche möglichen Kontragründe, die möglicherweise gar nicht schwerwiegend oder ausschlaggebend sind, nur von einem selbst als solches empfunden werden, einen ausbremsen. Man wäre sicherlich überrascht, wie viele vor einer Wahl nicht unbedingt damit gerechnet hätten, gewählt zu werden, letztendlich aber gewählt wurden. Einen Versuch ist es also auf jeden Fall wert. Und selbst falls man nicht gewählt werden sollte, kein Problem, entweder versucht ihr es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal oder ihr seid eine Erfahrung reicher und könnt guten Gewissens behaupten, es zumindest einmal versucht zu haben. Und so ganz unwahrscheinlich ist es ja dann auch nicht, gewählt zu werden …
  • … ich keine Lust auf eine Schlammschlacht bei einer Wahl habe. Negative Kommentare und Bemerkungen bis hin zu PAs sind unschön, von daher ist es sehr verständlich, dass man gut darauf verzichten kann, bei einer Adminwahl diese zwei Wochen lang abzubekommen. Aber, hier verschiedene Gegenargumente: Gefühlt sind Kandidaturen im Laufe der letzten 1–2 Jahre deutlich fairer geworden (kann mich persönlich bei Wahlen zumindest an viel weniger Unsachliches erinnern als in den Jahren davor). Die Wahrscheinlichkeit ist also eher gering. Zudem als grobe Grundregel, je unsachlicher ein unsachlicher Kommentar, desto eher finden sich auch viele Benutzer, die diesem im positivem Sinne entgegentreten; ihr seid bei einer Kandidatur nicht komplett auf euch alleine gestellt. Es gibt viele andere Benutzer, die mitdiskutieren werden und dementsprechend auch Unsachlichkeiten zurückweisen werden. Und wenn alles nicht hilft, gibt es letzten Endes noch die Admins, die grob Unsachliches entfernen. Zudem geht die intensive Phase einer Kandidatur eigentlich nur selten über die vollen zwei Wochen, sondern ist meistens nach den ersten 3–4 Tagen vorüber, danach zeichnet sich meist eine Tendenz ab und es ist deutlich ruhiger.
  • … ich keine Lust auf Stress und Zeitinvestition in nervenaufreibende Konfliktbereiche wie WP:VM habe. Absolut nachvollziehbar. Man möchte ungern Zeit und Energie in eine Tätigkeit investieren, die einen stresst. Adminarbeit soll bei allem Einsatz für die Community letzten Endes auch einem selbst noch etwas Spaß machen. Das ist aber kein Problem, denn es gibt neben den Aufgabenfeldern, die man klassischerweise zuerst im Kopf hat, wenn man an Admins denkt, wie VM und SP, viele andere Tätigkeiten, die im Regelfall deutlich weniger stressbelastet sind und deshalb auch sehr viel weniger im Scheinwerferlicht stehen. Dort lässt es sich auch recht angenehm arbeiten. Es gibt keine verpflichtenden Tätigkeitsbereiche; keiner schreibt einem vor, wo man zu arbeiten hat. Es ist letzten Endes auch einfach so, dass man ein wenig in die neuen Aufgaben hineinfindet, das kann man schlecht von vornerein planen, man probiert verschiedene Dinge aus und schaut, was einem liegt. Vielleicht habt ihr Spaß am Artikelbereich und könntet euch vorstellen, bei den Löschentscheidungen mitzuhelfen? Die Löschkandidaten würden es euch danken. Und es gibt viele weitere Bereiche, an denen man Gefallen finden kann und die einige helfende Hände mehr vertragen können.
  • … ich aktuell keine Zeit für so etwas habe. Vielleicht in ein paar Jahren mal. Hier gilt ähnliches wie zuvor. Es gibt keine Zeitvorgaben, man muss nicht x Aufgaben in y Zeit erledigt haben. Man kann sich Aufgabengebiet und investierte Zeit frei aussuchen; man kann viel machen, kann wenig machen, kann auch gar nichts machen wenn man will. Es gibt eine völlig freie Arbeitsgestaltung, sodass wenig Zeit nicht unbedingt ein Grund dagegen ist. Wenn man aufgrund von persönlichen Lebensumständen situativ aktuell keine Zeit hat, macht man halt mal ein paar Monate administrativ weniger oder nichts, und später macht man dann mal wieder etwas mehr, je nach Zeit und Lust. Das machen die derzeitigen Admins nicht anders, es sind weniger auf einem hohen Niveau aktiv und allgemein gibt es eine große Spannbreite (37 % hatten im Jahr 2021 mehr als 1 geloggte Adminaktion pro Tag; 16 % hatten weniger als 1 geloggte Aktion pro Monat).

Daher meine Bitte an jeden, der vielleicht schon mal darüber nachgedacht hat (oder vielleicht auch heute das erste Mal darüber nachdenken wird), es einmal zu versuchen und als Admin zu kandidieren. Helfende Hände werden immer gesucht, heute mehr als jemals zuvor, und sind sehr gerne gesehen. Jede Form der Unterstützung hilft, man muss nicht 24/7 aktiv sein und auch nicht in den heißesten Bereichen (VM), es stehen so viele kleinere und größere Arbeitsgebiete zur Auswahl, in denen der Tonfall meistens sehr kollegial ist, man mit interessanten Artikelthemen in Berührung kommt und in denen es auch etwas Spaß macht zu arbeiten. Wenn ihr euch nicht sicher seid oder Fragen habt, fragt einen Mitwikipedianer / eine Mitwikipedianerin eures Vertrauens (Nicht-Admin oder Admin), wie er/sie die Sache sieht, tauscht euch aus, vielleicht schreibt sogar jemand Freundliches eine Laudatio für euch. Aber bitte versucht es einmal. Wenn es nur ein oder zwei Adminkandidaturen mehr nach diesem Kurierartikel gäbe, hätte das Ganze schon einen Sinn … TM 24.1.

Anmerkung: Hintergrund ist diese aktuelle Diskussion mit überraschenden Zahlen: Seit einem halben Jahr (23.07.2021 = seit 185 Tage) gab es keine einzige neue Adminkandidatur mehr. Und 90 % der aktuellen Admins sind vor dem Jahr 2010 registrierte Benutzer.

Der WDR, die Stolpersteine und die Lizenzen

Der WDR hat vor wenigen Tagen das Projekt „Stolpersteine NRW“ veröffentlicht: Sowohl über eine App als auch über die Website stolpersteine.wdr.de können Informationen über 15.088 Stolpersteine in Nordrhein-Westfalen abgerufen werden.[1] Das Projekt sei eine gute Gelegenheit, „ganz hautnah zu zeigen“, mit welcher Innovationskraft digitale Medien eingesetzt werden könnten, heißt es vom WDR.[2] Auf einer Seite zur Herkunft der Daten und Fotos schreibt der WDR selbst: „Insbesondere die auf Wikipedia unter Creative-Commons-Lizenz verfügbaren Stolperstein-Fotos sind ein wichtiger Bestandteil der im Projekt verfügbaren Basis-Infos.“[3] Vor lauter Innovationskraft versäumt es der WDR dabei leider, die Namen der Fotografen und Fotografinnen, deren Fotos übernommen wurden, auf der WDR-Website zu nennen (obwohl das die genutzten Lizenzen überwiegend erfordern). Auch die Lizenzen der aus der Wikipedia übernommenen Fotos fehlen auf der Website komplett. In der App wird zwar die Lizenz genannt, dann aber etwa folgendermaßen verlinkt: „CC BY-SA 4.0“. Der erforderliche Link zum Lizenztext fehlt, aber wenn man auf das unterstrichene „SA“ klickt, wird ein Text über die Sturmabteilung der NSDAP präsentiert. Zwei Absätze tiefer erfolgt dann der Hinweis „Fast immer müssen […] Urheber genannt werden …“ (hier erfolgt in der App die Namensnennung) und „Inhalte dürfen nicht kommerziell genutzt werden“ (was bei den in den WMF-Projekten genannten Lizenzen i.d.R. nicht der Fall ist). Beide Angaben erfolgen auch, wenn das Foto unter der CC-0-Lizenz veröffentlicht wurde.

Durch ein eigenes Foto darauf aufmerksam geworden, habe ich mal die Liste der Stolpersteine in Herford etwas durchgeklickt. Die meisten Fotos dort wurden von Gmbo 2013 unter der CC-0-Lizenz veröffentlicht, wo man als Nachnutzer eigentlich kaum was falsch machen kann. Das Foto des Stolpersteins für Johanne Pecher, das von Dr. Peter Schneider unter der CC-0-Lizenz freigegeben wurde, wurde vom WDR noch zugeschnitten, um es dann in der App unter der CC BY-SA 4.0 zu veröffentlichen. Der Stolperstein für Ernst Kasenzer ist auf der WDR-Website doppelt zu finden. Das Foto des Stolpersteins von Hiddenhauser wurde allerdings am Rathausplatz 1 verortet. Ein Stolperstein am Rathausplatz ist in der Liste der Stolpersteine in Herford nicht bekannt. Bei keinem der Fotos konnte ich auf der WDR-Website eine Autorennennung finden. Ich gehe davon aus, dass auch die aus der Wikipedia übernommenen Fotos von Stolpersteinen in anderen Städten vom WDR derart mangelhaft nachgenutzt werden.

Da nun wirklich viele Autoren/Fotografen betroffen sind, würde ich mir wünschen, dass Wikimedia Deutschland bitte mal den WDR kontaktiert, um dort die Interessen der Wikimedianer zu vertreten und folgendes zu fordern:

  1. Einhaltung der Lizenzen: die Namensnennung der Urheberrechtsinhaber muss auch auf der Website erfolgen und die Lizenzen müssen korrekt genannt und verlinkt werden (mit dem Lizenztext und nicht mit der Sturmabteilung). Irreführende Angaben zu Lizenzen (wie „keine kommerzielle Nutzung“) sollten entfernt werden.
  2. Freigabe der WDR-Stolperstein-Datenbank (in die die digitalisierten Stolpersteinakten des Künstlers Gunter Demnig übertragen wurden)[3] in geeigneter Form (eine einfache CSV-Liste würde schon genügen, aber bei einem Projekt mit Entwicklungskosten im „höheren sechsstelligen Bereich“[2] könnte man durchaus ein echte API erwarten), damit die Stolpersteine in der Wikipedia (und auch Wikidata) vervollständigt und Fehler sowohl in den Wikimedia-Projekten aber auch im WDR-Projekt „Stolpersteine NRW“ (s.o.) beseitigt werden können.

RR 23.1.

  1. „Stolpersteine NRW“: Neues digitales WDR-Angebot gegen das Vergessen. In: presse.wdr.de. Westdeutscher Rundfunk Köln, 21. Januar 2022, abgerufen am 23. Januar 2022.
  2. a b WDR startet multimediales Projekt „Stolpersteine NRW“. In: www.rnd.de. RND RedaktionsNetzwerk Deutschland, 22. Januar 2022, abgerufen am 23. Januar 2022.
  3. a b Stolpersteine NRW: Quellen und Recherche. In: stolpersteine.wdr.de. Westdeutscher Rundfunk Köln, Januar 2022, abgerufen am 23. Januar 2022.

Aus dem Alltag im Kampf gegen SEO-Spam

Wenn wir über Probleme wegen Paid Editing und mögliche Maßnahmen diskutieren, sprechen wir meist über das (schwer zu bemessende) Ausmaß von Werbung und den potentiellen Schaden für die Wikipedia. Letzteres bekommen wir in öffentlichkeitswirksamen Fällen wie Kosinsky auch über die Medien mit – weniger beachtet wird aber auch in solchen Fällen, welcher massive Aufwand dabei für Ehrenamtliche entsteht.

Sicher haben einige vom Online Casino–Linkspam mitbekommen (Diskussion auf Meta, enWP-CUA, deWP-CUA). Während in vielen Fällen zum Glück fleißige RCler werbliche Bearbeitungen innerhalb kurzer Zeit zurücksetzen, rutschen letztendlich doch immer wieder Edits durch, die es durch die Sichtung schaffen. Hier mal ein Auszug aus 24 Stunden Linkspam-Bekämpfung:

Um 08:51 Uhr meldet PCP einen Account auf VM [1], den er in Verbindung mit dem Casinospam bringt. Count Count sperrt um 08:58 Uhr und informiert die Stewards auf dem kurzen Dienstweg, dass der Account crosswiki Spam betreibt [2]. Um 09:39 Uhr sperrt DerHexer den Account global.

Parallel meldet PCP die eingestellten SEO-Links auf MediaWiki Diskussion:Spam-blacklist#Indonesischer Casinospam, wo sich seth später damit beschäftigt. Über dieses Tool [3] ließ sich ein Spamlink noch in weiteren Sprachversionen finden; PCP und ich entfernen die crosswiki Spamlinks. Count Count erstellt zeitgleich eine CUA [4] als Folgeanfrage zur oben schon verlinkten Casinospam-CUA. Durchs November-Meinungsbild ist dies zum Glück auch ohne weitere benannte Accounts möglich.

DWI nimmt die Anfrage um 12:15 Uhr an, eine halbe Stunde später vermeldet er den ersten Zwischenstand: Zum ursprünglich gemeldeten Account finden sich zwar keine weiteren Sockenpuppen, aber unter anderen IPs des Casino-Spam kommen neue Sockenpuppen zum Vorschein. Nach einer weiteren Stunde checkusern findet und veröffentlicht er weitere zugehörigen Sockenpuppen und setzt die Anfrage damit um 13:37 Uhr auf erledigt [5]. Ich bin gerade online, lese mir die Ergebnisse durch, bin auch bereits im Bilde und entscheide, alle Sockenpuppen zu sperren [6], was inkl. erster Betrachtung aller getätigten Edits 25 Minuten und 43 geloggte Adminaktionen kostet.

Itti spricht die neue CUA im WikiProjekt Umgang mit bezahltem Schreiben an [7], wo ich die Edits der Account später als überprüft markiere bzw. um weitere Augen bitte (Mithilfe willkommen!). Außerdem spricht Itti die CUA auf Meta an [8], ich liste dort die SEO-Seiten auf [9], damit der COIBot Linkreports zur Identifikation weiterer crosswiki Sockenpuppen erstellen kann.

Nachdem die Linkreports erstellt sind, finden sich auch in enWP Sockenpuppen [10][11]. Ich frage auf Meta einen Global Lock für alle Accounts an [12] und informiere Checkuser in enWP [13]. Die finden einen weiteren Account [14] mit einem neuemf SEO-Link. Den Link übertrage ich wieder auf Meta [15], woraufhin der COIBot noch eine weitere Sockenpuppe in thWP findet [16]. Auch für die neu aufgetauchten Accounts beantrage ich einen Global Lock [17].

Innerhalb von 24 Stunden haben sich 9 Ehrenamtliche in deWP & enWP mit dem Fall beschäftigt, was alle Nutzer zusammengerechnet mehrere Stunden Arbeitszeit gekostet hat – die vorher schon investierte Zeit (z.B. von Millbart im Artikel Spielbank Berlin [18]) noch gar nicht eingerechnet. Damit haben wir Ehrenamtlichen vermutlich deutlich mehr Zeit mit dem Linkspam verschwendet, als die Paid Editor dafür (und das auch noch bezahlt!) aufwenden mussten.

Ein Einzelfall? Erst Anfang des Monats habe ich über 100 Sockenpuppen aus dem Verkehr ziehen lassen [19], deren Links ich in über einem dutzend Sprachversionen entfernen musste.

Was folgt daraus? Zunächst mal Danke an alle, die heute in der Sache aktiv geworden sind. Tatsächlich ist es nicht einfach, geeignete Maßnahmen gegen solchen Spam zu finden. Bestehende Mittel wie CUA, Spamblacklist usw. helfen zwar, aber bringen eben den genannten Aufwand mit sich. Meine Bitte deshalb: Eingefügte Weblinks & Einzelnachweise beim Sichten genauer kontrollieren, um SEO-Links frühzeitig aus dem Verkehr zu ziehen und derartige Versuche damit unattraktiver zu machen. Vielleicht habt ihr ja noch Ideen, wie man das Problem reduzieren kann? J89 23.1.

WMF - Call for Feedback: Wahlen zum Board hat begonnen

Liebe alle,

Ein gutes Jahr ist es jetzt her, dass das Board der Wikimedia Foundation einen Call for Feedback ausgerichtet hat. Im Zentrum stand damals die Frage nach der Neugestaltung der anstehenden Wahlen zu den Communitysitzen im Board.

Auch dieses Jahr stehen wieder Wahlen zum Board an. Während im letzten Jahr viele Fragen bereits gelöst werden konnten, blieben drei Fragen offen, die dieses Jahr akut werden. Um diese vor den eigentlichen Wahlen angemessen zu lösen, hat dieser Tage ein zweiter Call for Feedback begonnen, bei dem ich Euch herzlich um Beteiligung bitte. Der Call for Feedback läuft bis zum 16. Februar 2022.

Zur Methode

Im letzten Jahr hat das Board den Call for Feedback mit acht eigenen Vorschlägen begonnen, weitere drei Vorschläge wurden dem aus der Community während des Call for Feedback hinzugefügt.

Aufgrund des damaligen Feedbacks wird mit diesem Call for Feedback ein anderer Ansatz verfolgt. Anstatt mit Vorschlägen zu beginnen, dreht sich der Aufruf um Schlüsselfragen. Damit wollen wir zu einem offenen gemeinsamen Dialog und zur gemeinschaftlichen Entwicklung von Vorschlägen anregen. Dieses Feedback wird dem Board of Trustees und dem Wahlausschuss helfen, fundierte Entscheidungen über die Zukunft der Boardwahlen zu treffen.

Die Fragen

Die Fragen lauten wie folgt:

  • Wie lässt sich eine größere Vielfalt unter den gewählten Kandidat*innen am besten sicherstellen?
  • Was sind die Erwartungen an die Kandidat*innen während der Wahl?
  • Wie sollten Affiliates (=Chapters und Usergroups) sich an den Wahlen beteiligen?

Hintergründe

Frage 1: Bereits im letzten Call for Feedback stand die Frage nach der Vielfalt des Boards im Zentrum der Aufmerksamkeit, eine abschließende Lösung konnte jedoch nicht gefunden werden. Die Hoffnung, dass das geänderte Wahlverfahren allein ausreichend sein könne um das Ungleichgewicht zu beheben, wurde jedoch enttäuscht. Daher wirft das Board diese Frage erneut auf.

Frage 2: Bei der letzten Wahl zeichnete sich ab, dass innerhalb der Communities und der Kandidat*innen sehr verschiedene Vorstellungen über die besten Informationswege zu den Kandidat*innen herrschen. Kandidat*innen für den Vorstand haben traditionell Bewerbungen ausgefüllt und Fragen der Community beantwortet. Wie kann ein angemessener Überblick über die Kandidat*innen gegeben werden, der gleichzeitig den Status der Kandidat*innen als Ehrenamtliche anerkennt?

Frage 3: Zwei Sitze des Board of Trustees, die in diesem Jahr neu besetzt werden sollten, wurden 2019 durch ein Auswahlverfahren der Affiliates besetzt. Im Januar 2021 hat das Board of Trustees die Trennung zwischen Communitysitzen und Sitzen für die Affiliates (also Chapter und Usergroups) im Board aufgehoben und beide in einer Kategorie zusammengefasst. Damit stellt sich die wichtige Frage: Wie sollten die Affiliates (Chapter und Usergroups) in die Auswahl der neuen Sitze einbezogen werden?

Beteiligung

Bitte lasst uns wissen, welche Vorschläge, Ansichten und Gedanken ihr dazu habt.

Für Eure Beteiligung bedanke ich mich ganz herzlich! DB_(WMF), 20.1.

Halbzeit bei den #100womendays

Seit 50 Tagen läuft die dritte Ausgabe der vom Lokal K initiierten #100womendays. An den 100 Tagen bis zum Internationalen Frauentag am 8. März soll im Team jeden Tag mindestens eine neue Frauenbiografie geschrieben werden. Letztes Jahr entstanden so über 1000 Biografien und auch heuer wurde bereits am achten Tag die Marke der 100 Biografien überschritten. Gestern, am Ende des 50. Tages, hatten wir 524 Artikel in unserer Liste beisammen. Letztes Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt, also am Ende von Tag 50, insgesamt 563 Artikel geschrieben. Noch stehen aber 50 Tage an, an denen neue Frauenbiografien geschrieben werden können. Zu den bisher angelegten Artikeln der Aktion zählen unter anderem Biografien zu Sportlerinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen.

Wie auch in den beiden letzten Jahren wird die Aktion durch Atamari mit einer ausführlichen Statistik begleitet. So zeigt sich, dass Loper12321 alleine für 78 Artikel sorgte und damit im Schnitt deutlich über einen Artikel am Tag beiträgt. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Tetraeder mit 51 und Squasher mit 32 Artikeln. Bei den Herkunftsländern liegt Deutschland (92) klar vor den Vereinigten Staaten (57). Aber auch Länder wie die Inselstaaten Salomonen, Barbados und St. Vincent und die Grenadinen sind mit je zwei Biografien vertreten. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil auch die Schweiz aktuell „nur“ zwei Biografien verbuchen kann. Österreicherinnen sind es bisher fünf. Ein Blick in die „Hall of Femmes“ zeigt die Portraits zu den bisher genau 200 bebilderten Biografien.

Ich möchte mich im Namen des Teams bei allen Beitragenden für ihre wertvolle Arbeit bedanken. Wer Lust hat, kann weiterhin einsteigen, in den nächsten 50 Tagen neue Artikel schreiben und in die Liste eintragen und somit vielleicht auch den Frauenanteil in der Wikipedia ein bisschen beeinflussen. Für das Team Caro.

Sollte man nicht der Wikipedia das Lieben überlassen?

Wiki loves parliaments, ein internationales Wikimedia-Projekt. Der inflationäre Gebrauch des Wortes Projekt (Initiative? Wiki?) wäre dann auch noch so eine Sache...

Neulich stolperte ich bei Twitter auf ein Konto mit einem allseits beliebten und berühmten Namen: Wiki loves parliaments. Auch bekannt als „Landtagsprojekt“. Die freudige Mitteilung, dass gerade Person Soundso in die Bundesversammlung gewählt worden ist (wir haben bald wieder Bundespräsidentenwahl), führte mich allerdings nicht zur Wikipedia.

Sondern zu einem mir noch unbekannten Wiki: Bundesversammlung. Laut Impressum wird sie von Olaf Kosinsky betrieben. Nun gut, das Recht dazu hat er wohl, und nein, es geht mir nicht darum, in irgendeiner Weise nachzutreten.

Aber es bereitet mir doch ein gewisses Ungehagen, das Logo von „Wiki loves parliaments“ auf Twitter (nicht auf dem Wiki) zu sehen. Wir treten in der Öffentlichkeit gern mit dem Wort „Wiki“ auf, obwohl es nicht geschützt ist und eine weltweite Registrierung von allerlei „Wiki loves...“-Namen unverhältnismäßig aufwändig und teuer wäre.

Woher kommt diese Vorliebe? Was ich spontan vermute:

  • Die Kürze spricht die Wikipedianer an, von denen manche das Wort „Wiki“ leider als Kurzwort für die Wikipedia verwenden.
  • Man verzichtet auf den registrierten Markennamen „Wikipedia“, weil eine Foto-Initiative nicht nur die Wikipedia berührt, sondern auch Wikimedia Commons und auch andere Wikis. Die Verwendung des Wikipedia-Namens sei unfair gegenüber den kleinen Wikimedia-Projekten. (Eine Unterscheidung, die von 99 Prozent der Weltbevölkerung nicht nachvollzogen wird.)
  • Die meisten Wikipedianer haben aber auch wenig Affinität mit dem „Wikimedia“-Namen, der wiederum auch seine eigenen Probleme hat.
  • Schließlich kann man spontan eine Initiative unter dem „Wiki“-Namen gründen, ohne jemanden wie die WMF um Erlaubnis zu fragen. Das hat Vor- und Nachteile, wie gesehen.

Überlegenswert wäre es aber schon, wie wir uns in der Öffentlichkeit darstellen wollen. Wäre es wirklich so unerträglich, wenn ganz einfach die „Wikipedia“ Denkmäler, Käse, Mode, Gebäude, Frauen, Merchandize, den Rundfunk, Afrika, Naturschutz, Schmetterlinge, Mett, Musik, Judaica, Literatur, Cocktails, LGBT-Pride, Künstlernachlässe, Blauer Reiter, Jules Verne, Parlamente und die Erde lieben würde? Gibt es Alternativen? Oder zucken viele auch nur mit den Schultern, warum man ein Unbehagen haben soll? Ziko, 12.1.

Hinweis: Ziko hat zu diesem Thema an dieser Stelle eine Diskussion gestartet. DH, 12.1.

Was uns 2022 vorwärts bringt

Corona hatte uns und hat uns voll im Griff, auch uns Münchner Wikipedianerinnen und Wikipedianer. Doch wir haben uns bemüht, die kontaktbeschränkten Zeiten zu nutzen, für Artikelarbeit und FotoTouren. Zunächst verbanden wir unseren MUC-Stammtisch mit Besuchen in kleineren Kultureinrichtungen, etwa dem Valentin-Musäum, dem Rocky-Horror-Kino, einem Denkmal, einer Kirche, einem Straßenzug, alles fußgängig vom Stammtischlokal aus, wie seinerzeit in dem von uns gemeinsam verfassten Beitrag im Kurier geschildert. Sonntagsfrühschoppen um 10 Uhr 30, dann rüber ins Museum, ins Archiv, in die Kirche, noch ein kleiner Kaffee-Ratsch mit den Kultur- und Medienleuten, - da springt etliches heraus für unsere Wikipedia-Artikel und deren Bebilderung.

Aufeinander zugehen

Was uns am meisten überraschte war das aktive Auf-Uns-Zugehen der Münchner Kultureinrichtungen. Vermutlich hängt das auch mit dem etwas ruhigeren Pandemie-Modus zusammen, dass Leiter und Presseleute von Bibliotheken, Archiven, Museen mit uns Kontakt aufnehmen, uns zu Gesprächen und Führungen einladen, und dabei auch konkrete Wünsche zu Wikipedia-Artikel äußern. Einer der ersten war Tobias Frank von St. Lukas, einer der renommiertesten Kirchenmusiker Bayerns, gefolgt von Manfred Heimers vom Münchner Stadtarchiv, dann kontaktierten uns Bernhard Grau, Leiter des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und Christoph Bachmann, Leiter des Staatsarchivs München, die Bayeriche Schlösser- und Seenverwaltung lud uns zu einem Besuch der Residenz ein, die Münchner Augustiner-Brauerei bat uns zur Vorstellung eines Buchs über die Urmutter der Brauerei ein, und schließlich hieß uns das Bayerische Nationalmuseum willkommen zu einer Führung in die Krippensammlung, und stattete uns mit Perma-Eintrittskarten aus.

Ein Dutzend mal unterwegs

Rasch zeigte sich, dass es besser ist, die MUC-KulturTouren vom Stammtisch abzukoppeln, und entsprechend langjähriger Münchner Stammtisch-Gepflogenheiten am Stammtisch zu planen, und die Exkursionen als vom Stammtisch ausgehend zu organisieren. So waren wir 2021 wie hier zum Teil dokumentiert zwölf mal auf MUC-KulturTour unterwegs, häufig zu fünft oder zu sechst, zehn und mehr Teilnehmer kamen zu den Highlights, bisweilen waren wir nur zu zweit oder zu dritt. Insgesamt nahmen 94 Wikipedianerinnen und Wikipedianer 2021 an den MUC-KulturTouren teil. An der Organisation waren an die zehn Wikipedianerinnen und Wikipedianer beteiligt.

Was dabei heraus kam

Zumeist kamen die Kulturleute wegen Artikel in Wikipedia auf uns zu, oder wir kontaktierten sie deswegen. Mal fehlte ein Bild zu einem Personenartikel, mal halfen wir bei Personenartikel wie Christoph Bachmann oder dem Leiter der Bayerischen Staatsbibliothek bei Löschdiskussionen, mal lief der Kontakt im Context zu neuen Artikeln wie bei Bernhard Grau, Manfred Heimers oder Thomas Schindler, oder es ging um die Überarbeitung eines Artikels wie bei der Leiterin des Münchner Stadtmuseums oder einer Fotografin, über die gerade eine Ausstellung im Stadtmuseum lief. Im Fokus standen und stehen Artikel von Museen, Archiven, Bibliotheken, Kirchen, Straßen, Denkmälern. Für beide Seiten von Vorteil: Die Münchner Wikipedia hat sich als maßgeblicher Ansprechpartner für Einrichtungen und Multiplikatoren im Münchner Stadt- und Kulturleben sowie für die Medien etabliert.

Miteinander und Füreinander

Wesentlich und für Wikipedia weit ertragreicher dürfte die im MUC-Kultur-Rahmen stattfindende weitgefächerte Diskussion zu Wikipedia-Themen über Häuser, Straßen, Personen, Denkmäler sein, in der viele von uns sich austauschen, sich ermuntern, Hinweise geben, die Arbeit der anderen wertschätzen, hier nachzulesen, oder auch hier im MUC-Portal. Am meisten freuen wir uns, wenn ein im Rahmen unserer Stammtisch-Exkursionen erstellter Artikel besondere Wertschätzung von der Wikipedia-Community erfährt, wie die Himmelsleiter des Kollegen Bjs, über die es einige der nicht mehr ganz so geländegängigen Teilnehmer an der Oktoberfest-Ersatzveranstaltung nur schwer runter geschaftt haben. In „Schon gewusst” ist der Artikel an einem Tag annähernd 33 000-mal aufgerufen worden.

Wie geht’s weiter?

Corona hat die Kooperation mit den Kultureinrichtungen Münchens hier dokumentiert verstärkt. Freier Eintritt, Akkreditierung, Fotogenehmigungen, kostenlose Kataloge, das hat sich gut eingespielt. Die MUC-KulturTouren sind inzwischen nicht mehr am Stammtisch angekoppelt. Sie finden künftig im kleinen Rahmen statt, insbesondere die FotoTouren. Neu ist auch, dass zum Stammtisch Gäste aus dem Münchner Kultur- und Medienbereich eingeladen sind. Einige haben sich für 2022 angesagt, Münchens Alt-OB Christian Ude, Sabine Rinberger vom Valentin-Musäum, Leiter von Archiven und Bibliotheken, Catherine Demeter von Augustiner, oder alteingesessene schon etwas ältere Münchner wie Harry Raymon, *9. Januar 1926.

Darüber hinaus freuen wir uns, wenn wie bisher Wikpedianerinnen und Wikipedianer von Nachbarstammtischen am MUC-Stammtisch und unseren MUC-KulturTouren teilnehmen. Herzlich willkommen! DF, OC, Pi, Re, Ri 06.01.2022

Neues aus der Freiwilligenförderung von Wikimedia Deutschland

Freiwilligenförderung von Wikimedia Deutschland

Mit Beginn des neuen Jahres gibt es auch in der Freiwilligenförderung von Wikimedia Deutschland ein paar Neuerungen, über die ich als Teamleitung des Teams Communitys und Engagement an dieser Stelle gern informieren möchte.

Aktualisierung der Reisekostenordnung

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland hat auf seiner virtuellen Sitzung im Dezember (Link zum WMDE-Forum, Registrierung notwendig) die Änderung der Reisekostenordnung (Link zum WMDE-Forum; der im Kurier hatten wir um Feedback gebeten) beschlossen. Nachdem Wikimedia Deutschland im August 2021 das Wikimedia Affiliates Environmental Sustainability Covenant unterzeichnet hatte, ging es nun darum, den „CO2-Fußabdruck durch eine Vielzahl von Maßnahmen zu verringern‟, u. a. „durch eine drastische Begrenzung der Zahl der kerosinbetriebenen Flüge von Beschäftigten und Vertretungen der Affiliates sowie von Mitgliedern der Gemeinschaft durch Maßnahmen wie Obergrenzen für Flüge, die im Namen des Affiliates durchgeführt werden, verstärkte technische und organisatorische Unterstützung für Fernveranstaltungen, eine Reiserichtlinie, die Flüge gegenüber anderen Verkehrsmitteln benachteiligt und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel fördert, und/oder Reiserichtlinien, die einen Ausgleich für die Umweltkosten von Flugreisen verlangen“. Das bedeutet, dass Aspekten des Klimaschutzes zukünftig ein deutlich größeren Stellenwert in der Reisekostenordnung von WMDE, die auch für Ehrenamtliche gilt, zukommt.

Deshalb gelten seit dem 1. Januar 2022 unter anderem folgende Änderungen:

  • Der CO2-Verbrauch von Flügen oder Autofahrten wird kompensiert. Der Verein trägt die Kosten der Kompensation.
  • Bahnfahrten sind Autofahrten aus Gründen des Klimaschutzes vorzuziehen. Es gelten lediglich die Ausnahmen, wenn die Fahrt mit dem Auto aus gesundheitlichen, transporttechnischen oder gravierenden zeitökonomischen Gründen notwendig ist oder eine vorgesehene Fahrgemeinschaft weniger CO2-Ausstoß verursacht als einzelne Bahnfahrten.
  • Flüge sind aus Gründen des Klimaschutzes zu vermeiden. Sie können gefördert werden, sofern die Gesamtreisezeit von Tür zu Tür ohne einen Flug mehr als 8 Stunden dauern würde und der Flug mehr als 4 Stunden gegenüber einer Reise ohne Flug spart. Pauschal werden 2 Stunden zusätzlich der reinen Flugzeit angerechnet, für Sicherheitskontrollen etc. auf den Abflug- und Ankunftsflughäfen. Zudem ist der CO2-Mehrverbrauch zu berechnen und sämtliche Flugreisen müssen durch den geschäftsführenden Vorstand genehmigt werden.
  • Werden Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt, können zukünftig die regulären Kosten einer Bahnfahrt (entsprechend der Reisekostenordnung) erstattet werden. Bei Besitz einer BahnCard sind die entsprechend vergünstigten Preise anzusetzen.
  • Es gilt eine Bagatellgrenze von 25 Kilometern für Autofahrten und Fahrradfahrten; diese werden grundsätzlich nicht erstattet. Dies gilt auch, falls die Fahrt ein Teilstück einer längeren Reise ist.

Eine vollständige Übersicht der Änderungen der Reisekostenordnung gibt es im WMDE-Forum, die aktuelle Reisekostenordnung ist auf der Website von Wikimedia Deutschland zu finden.

Einreichung Kostenerstattung jetzt digital möglich!

Ob im Rahmen der Förderbefragung, in E-Mails oder persönlichen bzw. virtuellen Treffen – den Prozess der Kostenerstattung bei Wikimedia Deutschland zu vereinfachen und digital möglich zu machen, war ein von vielen oft geäußerter Wunsch. Mit dem Online-Formular Antrag auf Kostenerstattung können wir nun eine digitalisierte Lösung der Kostenerstattung präsentieren.

Mit dem Formular sollen die Abrechnungen von geförderten Projekten und Veranstaltungen bzw. Reisen, Unterstützungen beim Zugang zu Fachliteratur und sonstigen geförderten Aktivitäten für Freies Wissen nun direkt in digitaler Form (ohne unterschriebenes, ggf. ausgedrucktes Dokument, ohne Postversand) bei Wikimedia Deutschland eingereicht werden. Dazu kann der vollständige Antrag auf Kostenerstattung direkt über das Formular verschickt werden; eine Kopie für die eigenen Unterlagen kann anschließend noch heruntergeladen werden. Das bedeutet auch, dass zukünftig alle Belege digital eingereicht werden können und sollten und keine Papierform bei der Einreichung mehr erforderlich ist. Wir bitten zukünftig lediglich darum, die Originalbelege bis zum Erhalt der Kostenerstattung (= erfolgte Überweisung/Erstattung durch Wikimedia Deutschland, also Zahlungseingang) zur Klärung eventueller Rückfragen aufzuheben.

Eine Übersicht mit Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um die Freiwilligenförderung und Förderrichtlinien von Wikimedia Deutschland gibt es auch weiterhin aktualisiert auf Wikipedia:Wikimedia Deutschland/FAQ und Hilfe zur Förderung. Vielen Dank an Sandro Halank, der bei uns im Team für dieses Projekt mit dem IT-Team verantwortlich war.

Interesse an einer Unterstützung für dein ehrenamtliches Engagement?

Du benötigst Zugang zu Fachliteratur? Du möchtest ein Treffen einer Redaktion, eines Portals, eines WikiProjekts oder einer anderen Gruppe von Aktiven der Wikimedia-Projekte organisieren? Du benötigst eine Ehrenamtsbescheinigung oder Redaktionsbestätigung? – Für all diese und viele weitere Fälle unterstützt dich das Team Communitys und Engagement von Wikimedia Deutschland gern bei deiner ehrenamtlichen Arbeit für Freies Wissens. Für alle Fragen stehen wir gern unter community@ – at-Zeichen für E-Mailwikimedia.de zur Verfügung. Vera Krick (WMDE), 5.1.

FemNetz

Passend zum letzten Eintrag können wir das Ganze noch vertiefen und uns weiter austauschen. Wie im letzten Jahr gibt es auch dieses Jahr ein überregionales Treffen, das bereits seit Wochen und Monaten aus der FemNetz-Community heraus organisiert wird. Alle sind herzlich eingeladen.

Wir laden ein zum online durchgeführten, D-A-CH-weiten Netzwerk- und Fachtreffen zu feministischen Anliegen in Wikipedia – FemNetz 2022 – vom 28. bis 30. Januar 2022. Das Treffen soll den Austausch, die Vernetzung sowie die gegenseitige Unterstützung aktiver Frauen*-Gruppen und Einzelpersonen in der deutschsprachigen Wikipedia fördern. Ziel ist es, dass sich Frauen* gegenseitig in ihren Anliegen stärken und voneinander lernen. In Vorträgen, Diskussionen und Arbeitsgruppen werden gemeinsame Projekte entwickelt, Fragen zum Gender Gap auf Wikipedia erörtert und Netzwerkstrukturen aufgebaut. Das Treffen findet auf Zoom statt und ist kostenlos. Zur Teilnahme bitte bis 26. Januar anmelden wie auf der Projektseite erläutert. -- Med 4.1.

Nachtrag: HaeB, langjähriger Redakteur für den monatlichen Bericht zu Entwicklungen in der akademischen Forschung zur Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten im Signpost der englischsprachigen Wikipedia, hält im Rahmen von FemNetz einen Vortrag zum aktuellen Stand der Forschung zum Gender-Gap/Bias in der Wikipedia. LR 6.1.

Faktencheck: Löschantragsquoten und Löschentscheidungsquoten nach Geschlecht in der deutschsprachigen Wikipedia

„Wer richtig Lust auf Statistik hat, kann ja mal auswerten: Bei wie vielen Artikeln zu Männern gab es eine Löschdiskussion und bei wie vielen zu Frauen? …“[1]

Für gewöhnlich meide ich Twitter und so viel Lust auf Statistik habe ich meistens auch nicht, aber die Fragestellung fand ich schon interessant, weil das Thema in den (a-)sozialen Medien und auch in der Presse (siehe unten) ja öfter mal diskutiert wird; meistens jedoch ganz ohne nachvollziehbare Zahlen oder bestenfalls mit Zahlen aus der englischsprachigen Wikipedia. Das Thema wurde auf die deutschsprachige Wikipedia bezogen zwar nach einem Zeitungsbericht im Standard bereits Anfang letzten Jahres von Gestumblindi im Kurier-Artikel „Sind die Relevanzkriterien frauenfeindlich?“ angesprochen, allerdings war der Kern des damaligen Beitrags die (Klärung der) Frage, ob Artikel über Frauen häufiger gelöscht werden und die genutzte Stichprobe war mit nur 187 Löschanträgen auf biografische Artikel doch recht klein.

Vorgehen

Um nicht in alten Dumps wühlen zu müssen, hatte ich mir deshalb bereits am 1. Januar 2021 die ersten relevanten Zahlen rausgesucht, um sie jetzt – ein Jahr später – mit den aktuellen Zahlen vergleichen zu können. Ich habe ermittelt, wieviele biografische Artikel im Jahr 2021 in der LD waren und wieviele Artikel gelöscht wurden. Genau wie Gestumblindi habe ich SLAs ignoriert, weil sie nur schwer zu tracken sind. Das Ergebnis der vielen Löschdiskussionen wurde vereinfacht aus dem (Nicht-)Vorhandensein des Lemmas abgeleitet. D.h. ein Artikel, der nach der LD auf ein anderes Lemma verschoben wurde ohne eine Weiterleitung zu hinterlassen, wurde falsch als gelöscht gezählt. Ein Lemma, das jetzt durch eine Begriffsklärungsseite oder einen anderen Artikel belegt ist, obwohl der biografische Artikel gelöscht wurde, wurde falsch als behalten gezählt. Auswirkungen von Löschprüfungen wurden nicht gesondert ausgewertet, sondern einfach als Ergebnis der LDs verbucht. Die Zahlen wurden nicht exakt auf das Jahr 2021 eingegrenzt; sie können also geringe Spuren von 2020 und 2022 enthalten. Außerdem kann es, da nur Lemmata betrachtet wurden, durch Verschiebungen zu Mehrfachzählungen gekommen sein. Da sich die Anzahl der Artikel recht schnell ändert und nicht alle Zahlen zum exakt selben Zeitpunkt erhoben wurden, kann es zu geringen Abweichungen in den Summen gekommen sein.

Stichtagsbetrachtung

Am 1. Januar 2021 gab es 667.260 Artikel über Männer und 130.014 Artikel über Frauen.
Am 1. Januar 2022 gab es 702.133 Artikel über Männer und 141.836 Artikel über Frauen.
Die Anzahl der Männer hat sich um 5,2 % (34.873) erhöht, während sich die Anzahl der Frauen um 9,1 % (11.822) erhöht hat.
Der Anteil der Frauenartikel an den (netto) neuerstellten Biografieartikeln betrug also 25,3 %. Dadurch hat sich der Anteil der Frauenbiografien von 16,3 auf 16,8 % erhöht.

Löschanträge

Im Jahr 2021 gab es 2.303 Löschanträge auf biografische Artikel: 1714 Männer, 586 Frauen, 3 nichtbinäre Personen. Alle drei Artikel über nichtbinäre Personen wurden gelöscht.

Wenn man diese Zahl nun fahrlässiger Weise auf die Gesamtanzahl der biografischen Artikel des jeweiligen Geschlechts beziehen würde, ergäbe sich eine „Wahrscheinlichkeit für einen Löschantrag im Jahr 2021“ von etwa 0,41 % bei den Frauen und nur etwa 0,24 % bei den Männern. Diese Betrachtung ist jedoch natürlich falsch, da in der Gesamtanzahl ja auch tausende von alten Artikeln enthalten sind, die bereits einen Löschantrag hinter sich haben (und deshalb i.d.R. keinen weiteren LA erhalten) und so das Ergebnis verfälschen.

Löschanträge werden – durch die „Eingangskontrolle“ – ja weit überwiegend auf neu erstellte Artikel gestellt.[citation needed] Der Beweis für diese Behauptung wird (zumindest für Biografien) im folgenden Absatz erbracht.[original research]

Um eine halbwegs brauchbare Kennzahl zu bekommen und weil man auch argumentieren könnte, dass sich die Arbeitsweise in der Wikipedia im Laufe der Jahre verändert (hat), habe ich die Fragestellung auf das Jahr 2021 eingegrenzt:

„Bei wie vielen der im Jahr 2021 erstellten Artikeln zu Männern gab es im Jahr 2021 eine Löschdiskussion und bei wie vielen zu Frauen?“

Perfekt ist auch diese Zählweise nicht, weil natürlich im Januar erstellte Artikel deutlich mehr Zeit haben mit einem LA versehen zu werden als die anderen Artikel und LAs auf Artikel, die in den letzten 6 Tagen eines Jahres erstellt werden i.d.R. nicht mehr im selben Jahr entschieden werden. Eigentlich müsste man eine größere Gruppe neuer Artikel rollierend für jeweils x Tage nach der Erstellung beobachten, um einen gültigen Mittelwert zu finden. Aber um mit relativ geringem Aufwand eine Faustzahl zu bekommn, sollte das hier genutzte Vorgehen wohl genügen.

Von den 1714 männlichen Löschkandidaten im Jahr 2021 wurden 1259 (73 %) im selben Jahr erstellt.
Von den 586 weiblichen Löschkandidaten im Jahr 2021 wurden 434 (74 %) im selben Jahr erstellt.

Grafik: Erstellungsjahr von biografischen Artikeln, für die es im Jahr 2021 eine Löschdiskussion gab

Damit wurde auch die oben aufgestellte Behauptung hinreichend bewiesen: nur etwa ein Viertel der im Jahr 2021 in der LD befindlichen biografischen Artikel wurde in den vorherigen Jahren erstellt. Das direkte Vorjahr 2020 hat noch einen Anteil von etwa 6,6 %. Artikel, die älter als 2 Jahre sind, haben nur einen recht geringen Anteil an den Löschdiskussionen. Wenn also Löschanträge (auf Biografien) gestellt werden, geschieht das offensichtlich überwiegend relativ kurz nach der Artikelerstellung.

Von allen biografischen Artikeln zu Männern oder Frauen, die im Jahr 2021 in der LD landeten, wurden 1075 Männer und 337 Frauen gelöscht.

Über die Differenz der Artikel am Jahresanfang und am Jahresende (Nettozuwachs) sowie die Anzahl der gelöschten Artikel ist der Bruttozuwachs ermittelbar:

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 35.948 Artikel über Männer und 12.159 Artikel über Frauen geschrieben.
Von den im Jahr 2021 erstellten Artikel über Männer erhielten 3,50 % einen Löschantrag.
Von den im Jahr 2021 erstellten Artikel über Frauen erhielten 3,56 % einen Löschantrag.

Die Löschantragsquote ist bei den Frauen etwas größer, aber der Unterschied ist in absoluten Zahlen gemessen eher klein: wenn es im gesamten Jahr 8 Löschanträge weniger auf Frauenartikel aus dem Jahr 2021 gegeben hätte, dann wäre die Quote schon gleich.

Löschquote

Auch wenn es in der Fragestellung nur um die Anzahl bzw. die Quote der Löschdiskussionen ging, ist ja eigentlich die auch schon von Gestumblindi behandelte Löschquote (also wieviele der Artikel, auf die ein Löschantrag gestellt wurde, werden letztendlich gelöscht) die entscheidende Größe. Denn jeder Mensch (auch ohne geringste Ahnung) kann Löschanträge stellen, aber nur die Leute mit Adminrechten können diese Löschdiskussionen (auf Löschen) entscheiden. Deshalb hier noch die Löschquoten:

Von den männlichen Löschkandidaten im Jahr 2021, wurden 1075 (62,6 %) gelöscht.
Von den weiblichen Löschkandidaten im Jahr 2021, wurden 337 (57,5 %) im Jahr 2021 gelöscht.
Von den im Jahr 2021 erstellten männlichen Löschkandidaten im Jahr 2021, wurden 825 (65,5 %) gelöscht.
Von den im Jahr 2021 erstellten weiblichen Löschkandidaten im Jahr 2021, wurden 260 (59,9 %) gelöscht.

Sowohl bei den jüngeren als auch bei den älteren weiblichen Biografien, die im Jahr 2021 in der LD landeten, zeigt sich eine geringere Löschquote als bei den Männern. Die Löschquoten wären gleich gewesen, wenn

24 Frauenbiografien aus dem Jahr 2021 bzw. insgesamt 30 Frauenbiografien zusätzlich gelöscht worden wären

oder wenn

70 Männerbiografien aus dem Jahr 2021 bzw. insgesamt 89 Männerbiografien zusätzlich behalten worden wären.

Außerdem kann man unabhängig vom Geschlecht der Lemmaperson bei den älteren Artikeln eine etwas geringere Löschquote als bei den neueren Artikeln erkenne.

Fazit

In der Löschantragsquote ist kein nennenswerter Unterschied zwischen Männer- und Frauenbiografien erkennbar. Die Löschquoten sind bei Frauenbiografien hingegen geringer. Behauptungen, dass überproportional viele Artikel über Frauen gelöscht werden, können also einem Faktencheck (für das Jahr 2021) nicht standhalten. Im Nachsatz wurde noch geäußert, dass (abgesehen von Schauspielerinnen) gefühlt „fast jede 2. [Frauenbiografie] einen LA hinter sich“ hätte. Mit Blick auf die vorgenannten Zahlen erscheint diese Einschätzung völlig abwegig. -- RR 2.1.

Nachtrag

Berechtigterweise kam die Frage nach den Zuwachszahlen bei den nichtbinären Personen auf. Deshalb hier noch ein Überblick dazu:

Die Anzahl der nichtbinären Personen hat sich im Jahr 2021 von 88 um 14 auf 102 erhöht (+16 %).
Drei Artikel über nichtbinäre Personen erhielten im Jahr 2021 einen Löschantrag.
Zwei davon waren im Jahr 2021 entstanden.
Drei wurden gelöscht.
Insgesamt wurden 17 Artikel über nichtbinäre Personen erstellt.

-- RR 3.1.

  1. Wer richtig Lust auf Statistik hat, … In: twitter.com. 20. Juli 2019, abgerufen am 2. Januar 2022.

Wikimedia-Finanzen: Rapide steigende Gehälter

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Die Wikimedia Foundation veröffentlichte kurz vor Weihnachten ihren geprüften Jahresabschluss für das Finanzjahr Juli 2020 – Juni 2021. Die wichtigsten Punkte:

  • Einnahmen stiegen von $129,2 Mio. auf $162,9 Mio.
  • Ausgaben fielen von $112,5 Mio. auf $111,8 Mio.
  • Das Nettovermögen stieg von $180,3 Mio. auf $231,2 Mio. (Das Wikimedia Endowment, das die $100-Millionen-Marke im Juni 2021 – fünf Jahre früher als ursprünglich erwartet – überstieg, ist in diesem Nettovermögen nicht mit enthalten.)
  • Gehaltskosten stiegen von $55,6 Mio. auf $67,9 Mio., ein Anstieg von 22%.

Die Gehaltskosten der Wikimedia Foundation wachsen schon seit einigen Jahren ganz rapide.

In der WMF-Steuererklärung für das Jahr 2015 lagen die Brutto-Gehaltskosten (Zeile 15, Betrag einschließlich Sozialleistungen und Steuern) noch bei $31,7 Mio. – weniger als die Hälfte des heutigen Betrags. Die Anzahl der Angestellten (Zeile 5) lag 2015 bei 229. Die Gehaltskosten beliefen sich 2015 somit auf etwa $138.000 pro Kopf.

In der jüngsten vorliegenden Steuererklärung, der für das Jahr 2019, waren die Gehaltskosten dagegen bereits auf $55,6 Mio. gestiegen, bei 291 Angestellten. Sie hatten damit ein Niveau von über $191.000 pro Kopf erreicht – ein Anstieg von fast 40% in einem Zeitraum von vier Jahren. Das Grundgehalt der Fundraising-Chefin, Lisa Seitz-Gruwell, stieg in dem gleichen Vierjahreszeitraum um 50%, von $168.067 auf $252.117 (zuzüglich $32.629 „andere Vergütungen“). 165 Mitarbeiter verdienten 2019 mehr als $100.000; 2015 waren es 79 gewesen, weniger als halb so viele.

Ausgehend von den Zahlen in dem nun veröffentlichten Jahresabschluss für 2020/2021 dürften die Pro-Kopf-Kosten inzwischen bei weit über $200.000 liegen.

Zum Vergleich: Die Gehaltskosten der Electronic Frontier Foundation lagen 2019 bei $122.000 pro Kopf, die des Internet Archive, dessen Archivierungsdienste für Wikipedia von großer Bedeutung sind, bei $65.000 pro Kopf. Beide Organisationen haben ihren Hauptsitz – wie die Wikimedia Foundation – in San Francisco. AK 1.1.

Happy New Year 2022

Während andernorts die Leute ihr Feuerwerk vorbereiten und die Sektgläser füllen, um das neue Jahr zu begrüßen, gibt es bei Wikipedianern die liebgewonnene Tradition, dies durch einen neuen Artikel zu tun, der nach Möglichkeit um 0:00 Uhr abgeschickt wird. Auch im Abgesang auf das Jahr 2021 und mit dem Start von 2022 wurde diese natürlich begangen, sodass gleich mehrere Artikel um Mitternacht entstanden:

Daniel Halladay

Einen leichten Frühstart legte Fundriver mit dem Artikel zum Winterthurer Quartier Hegmatten hin, der bereits um 23:59 Uhr kam – er schrieb damit den letzten Artikel des Jahres 2021. ‎Armin P. widmete seinen ersten Artikel des Jahres dem Historiker Gerrit Jasper Schenk und legte mit Thomas Frank direkt noch einen weiteren in der gleichen Minute nach. PaulT konzentrierte sich auf den amerikanischen Windrad-Ingenieur Daniel Halladay. Auch Gripweed startete gleich zwei Artikel in der ersten Minute des Jahres, einen zu dem britischen Frisör und Maskenbildner Marc Pilcher und einen weiteren zu den BRIT Awards 1992, bei denen die Gruppe The KLF für einen der größten Skandale in der Geschichte der Awards sorgte. Der Flexenweg in Vorarlberg von Asurnipal rundet das Artikelfeuerwerk für diesen Jahreswechsel ab, bevor sich auch die Wikipedianer dem Sekt widmeten. Erst um 0:28 Uhr ging es mit der Neuanlage eines Artikels zur kuwaitischen Stadt ‎Al-Dschahra weiter.

Der Autor dieser Zeilen verschonte euch heute Nacht mit einem neuen Artikel und wünscht allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das neue Jahr 2022. Geben wir ihm eine Chance, besser zu werden als sein Vorgänger, der Schlag Mitternacht als Vandale gesperrt wurde – so schwer kann das bei der Vorlage eigentlich nicht sein. AR, 1.1.

Milliarden Gründe für Relevanz – oder auch nicht

Wetterkatastrophen mit einer Schadenssumme über einer Milliarde US-Dollar haben üblicherweise Ausmaße und Auswirkungen, die keinerlei Zweifel zulassen bei der Frage, ob sie enzyklopädisch relevant sind oder nicht. Sie werden daher seit einigen Jahren von mir herangezogen bei der Beurteilung wie aktiv das Portal:Wetter und Klima ist, und wie gut das Portal seinen Wirkungshorizont erfüllt. Bis Ende November 2021 wurden von Aon 41 Wetterkatastrophen gezählt, die eine Schadenssumme von mehr als einer Milliarde US-Dollar verursachten. Vier Ereignisse davon verursachten volkswirtschatliche Gesamtschäden von mehr als einem einstelligen Milliardenbetrag. Dies waren:

  • Hurrikan Ida mit 65 Milliarden Sachschaden und 77 Toten wirkte sich auf einer Fläche aus, die einen Großteil der Vereinigten Staaten betraf, vor allem nach dem Landfall in Louisiana und später in der postzyklonischen Phase beim Abregnen über dem Nordosten des Landes.
  • Die verheerenden Sturzfluten und Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie an der Maas in Belgien verursachten nach vorläufigen Schätzungen einen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von 43 Milliarden US-Dollar und löschten 240 Menschenleben aus. Das Ereignis ist unter irreführendem Lemma in Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021 verarbeitet. Dieser Artikel zeigt die typischen Merkmale von Artikeln, bei denen die räumliche Nähe und auch persönliche Betroffenheit zusätzliche Benutzer zur Mitarbeit getriggert hat, und leider grenzt er stellenweise an Theoriefindung, weil er meteorologisch und geographisch eigenständige Ereignisse inkorporiert, die selbst mehrere Milliarden US-Dollar Sachschäden verursacht haben, etwa mit 4,9 Milliarden und sieben Toten das Ereignis in den Südwestalpen Ende Juni (sechst-teuerstes Ereignis des Jahres), das auch im Rheingebiet zu Hochwasser führte sowie die Starkregenfälle, die eine Woche nach dem Unglück an Ahr, Erft, Wupper und Maas vor allem Sachsen und Bayern und einige angrenzende Gebiete beeinträchtigten und dort 2,4 Milliarden US-Dollar Sachschaden und einen Toten zurückließen (Rang 15). Es hat sich hier wieder einmal bestätigt, daß es schwierig bis unmöglich ist, solche Fehler zu beseitigen, solange solche Artikel in einem emotional aufgeladenen Fokus stehen.
  • An dritter Stelle der Milliarden-Dollar-Wetterkatastrophen des Jahres 2021 liegen Überschwemmungen in China mit einem Sachschaden von 30 Milliarden US-Dollar und 396 Toten, bei denen es sich aufgrund der angegebenen Dauer von Juni bis September vorbehaltlich späterer Überprüfung um die Auswirkungen sowohl monsunaler Regenfälle als auch sich abregnender tropischer Wirbelstürme handeln dürfte.
  • Ebenfalls hierzuwiki ohne Artikel ist an vierter Stelle bis dato der Wintereinbruch vom 12. bis 20. Februar in den Vereinigten Staaten, der 23 Milliarden US-Dollar Sachschaden erzeugte und 215 Personen tötete.
Infolge Idas Starkregen überfluteter Long Island Expressway

Für Naturkatastrophen gibt es keine Relevanzkriterien, und die Auswahl der vier „teuersten“ Naturkatastrophen des Jahres zeigt, warum das sinnlos ist. Eine mehrjährige Beobachtung anhand des Kriteriums der volkswirtschaftlicher Schadenssumme ist wegen der Preissteigerung nur bedingt aussagekrätig. Zudem verlagert die zunehmende Bebauung der Küsten den Schadensrahmen von Ereignissen mit hohen landwirtschaftlichen Schäden weg, grob gesagt von Dürren und Wintereinbrüchen hin zu Sturmfluten und Überschwemmungen. Zudem besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Schadenssumme und Opferzahl einerseits und zwischen diesen und der Größe der betroffenen Fläche andererseits. So wirkte sich Hurrikan Ida nicht nur in Louisiana verheerend aus; von den 72 direkten Sturmopfern kamen „nur“ 12 in diesem Bundesstaat um, 30 starben in New Jersey, 15 ertranken in New York City. Die englischsprachige Wikipedia hat hierzu den ausführlichen Artikel Effects of Hurricane Ida in the Northeastern United States.

Umgekehrt betraf die Katastrophe an Ahr, Erft und oberer Maas „nur“ zwei deutsche Landkreise und eine halbe belgische Provinz und damit eine um Dimensionen geringere Fläche. Oder wie bei den Überschwemmungen im Südsudan 2021, die im Vergleich hierzu einen lächerlich geringen Sachschaden angerichtet haben, aber über 850.000 Menschen auf die Flucht zwangen – viele von ihnen waren bereits zuvor Binnenflüchtlinge aufgrund innerstaatlicher Auseinandersetzungen.[1]

Es zeigt sich also, daß zu Zwecken der Relevanzbestimmung ein Herunterskalieren auf Mindestgrenzen völlig unpraktikabel ist. Gleichwohl arbeiten Ereigniswissenschaftler, Versicherungen und Rückversicherungen mit Untergrenzen, meist im Bereich von fünf bis zehn Toten und Schadenssummen von fünf bis zehn Millionen Dollar oder Euro, der Ausrufung eines staatlichen Notstands bzw. internationaler Hilfsersuchen, um kleine, lokale Ereignisse unberücksichtigt zu lassen. Für die Wikipedia-Relevanz folgt daraus eine fast sicher gegebene Relevanz, wenn ein Ereignis von Aon, Floodlist oder EM-DAT verzeichnet ist.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Almanachisierung der Wikipedia, mit der sich Benutzer:Andreas Werle bei der WikiCon befaßt hat, hier: ob bestimmte Wetterereignisse grundsätzlich artikelwürdig sind.

Regelrecht geadelt wurde 2021 das WikiProject Tropical Cyclones der englischsprachigen Wikipedia. Die Autoren der Studie[2] stellten fest:

[O]ur results show that (1) Wikiproject Cyclones is the most successful Wikiproject on Wikipedia in terms of quality of produced content, and (2) the information it curates is highly popular and synchronized with the seasonal dynamics of weather phenomena. Even outside of comparisons to other Wikiprojects, information provided in articles curated by Wikiproject Tropical Cyclones is both reliable and quick: current events receive nearly immediate coverage.

Von einer solchen Adelung ist das Portal:Wetter und Klima Lichtjahre entfernt. Zuallererst ist die deutschsprachige Wikipedia für Studien denkbar ungeeignet, weil es an einem Generalassessment aller Artikel fehlt.

Bevor wir zu den gewohnten statistischen Kennzahlen kommen, sei noch erwähnt, daß das Ende der diesjährigen atlantischen Hurrikansaison auch das Ende der Karriere von Jack Parrish beim Aircraft Operations Center der NOAA markiert. Während 42 Hurrikansaisons flog Parrish an Bord der beiden P-3 Orion der NOAA in 80 Hurrikane, mit 659 Penetrationen des Auges dieser Hurrikane. Ein Interview mit Parrish findet sich hier.

Milliarden-US-Dollar-Schadensereignisse und ihre Abdeckung in DE-Wikipedia
Jahr Gesamtzahl dazu bestehende Artikel alle Wetterkatastrophen**
2013 41 4 (davon DACH: 3) 13 (davon DACH: 3)
2014 25 3 (davon DACH: 1) 13 (davon DACH: 2)
2015 30 3 (davon DACH: 1) 11 (davon DACH: 4)
2016 29 4 (davon DACH: 1) 11 (davon DACH: 2)
2017 29 6 (davon DACH: 0) 15 (davon DACH: 5)
2018 39 10 (davon DACH: 5) 14 (davon DACH: 6)
2019 40 8 (davon DACH: 1) 19 (davon DACH: 3)
2020 50 4 (davon DACH: 2)† 13 (davon DACH: 3)
2021* 45 5†† (davon DACH: 2)††† 21 (davon DACH: 3)
* vorläufige Werte zum 30.11.
** in Kategorie:Naturkatastrophe nach Jahr, ohne Saisonartikel
† DE-WP hat einen Artikel für vier eigenständig relevante Waldbrandkomplexe.
†† DE-WP behandelt die Dürre in den USA in einem überjährigen Artikel.
††† DE-WP behandelt drei unterschiedliche Flutereignisse irreführend in einem Artikel.

Die Tabelle nennt in den linken Spalten die Zahl der Wetterkatastrophen mit einer Schadenssumme von mehr als einer Milliarde US-Dollar und die Zahl der dazu bestehenden Artikel (in Klammern solche, die zumindest in Teilen den deutschen Sprachraum betroffen haben) und in der letzten Spalte die Zahl aller Artikel zu Wetterkatastrophen ohne Saisonartikel (in Klammern wieder solche, die den deutschen Sprachraum betroffen haben).

Wenn man die Folgen von Hurrikan Ida und des Sturzflutereignisses an Ahr und Erft vergleicht, wird man um das Thema Staatsversagen nicht herumkommen. Es gab genügend Vorwarnzeit, um alle Menschen in den gefährdeten Flußtälern zu warnen und in Sicherheit zu bringen. 48 Stunden vor der Katastrophe wußte man, daß es die Eifel mit Niederschlagsmengen von 200 bis 300 l/m2 treffen würde, 24 Stunden vor der Katastrophe gab der DWD entsprechende Unwetterwarnungen heraus, und zu dem Zeitpunkt hätten die Krisenstäbe anfangen müssen zu arbeiten. Niemand hätte sterben müssen, und frühere Flutentlastungen an dem einen oder anderen Wasserreservoir hätte die eine oder andere Milliarde Sachschaden gespart. Die meisten der Toten durch Hurrikan Ida in New York City – Vorwarnzeit: fünf Tage! – ertranken in Souterrain-Wohnungen, die dann illegal sind, wenn sie keinen Notausgang haben. Doch Kontrollen gibt es kaum.

USS Santa Fe rollt schwer nach Steuerbord.

Dabei ist es nichts Neues, daß das Wetter eine entscheidende Rolle für die Geschicke eines Landes spielt. In der Antike unterbrach man Feldzüge bei Eintreffen des Winters, die spanische Armada unterlag den Briten nicht zuletzt infolge eines Wintersturms. Auch Napoleon und Hitler unterlagen, weil sie nicht mit General Winter gerechnet hatten. Taifun Cobra brachte 1944 mehrere Schiffe des amerikanischen Navy zum Untergang und beschädigte einige weitere. Mindestens 790 US-Seeleute der Task Force 38 der 3. US-Flotte starben wegen einer „Fehlinterpretation“ des Wetterberichtes durch Admiral William F. Halsey.

General Dwight D. Eisenhower machte es besser. Gleich drei Wetterdienste erstellten ihre Wetterberichte und wurden in seinem Stab ausgewertet. Die Wettervorhersage für den 5. und 6. Juni 1944 im Ärmelkanal gilt als „vielleicht die wichtigste Wetterprognose, die je erstellt wurde“[3] Die Dienste waren uneins über die Prognose, während sich im Nordatlantik stürmisches Wetter zusammenbraute. Es waren die Wetterwerte vom 3. Juni 1944, die von Maureen Flavin Sweeney vom Blacksod Lighthouse telefonisch nach Dublin durchgegeben wurde, aufgrund derer es zu einer Verschiebung der Invasion in der Normandie um 24 Stunden kam.

In einer Welt des Klimawandels mit immer mehr Wetterextremen wird es notwendiger werden, auf Wetterwarnungen zu hören. Unser Artikel zu Orkan Kyrill entstand 2007 in einem Klima, in dem Artikel zu aktuellen Ereignissen regelrecht verpönt waren, rund 24 Stunden vor dem Eintreffen des Orkans und hat damit, auch wenn das nicht mehr meßbar ist, Menschenleben zu retten geholfen. Hätte Wikipedia Menschenleben gerettet, wenn der Artikel zum Ereignis an Ahr und Erft früher entstanden wäre? Die Community wird sich überlegen müssen, unter welchen Umständen und auf welche Weise sie in vergleichbaren Situationen in der Zukunft den schmalen Grat zwischen Fakten und Glaskugel begehen will. Viele Artikel, die zu aktuellen Themen entstanden sind, sind schlecht oder veraltet. Sie sind das, weil wir viel zu lange Fachleute vergrault haben, aber die bekannten Schurken aus Seewolfs Universum haben gewähren lassen. MaB 31.12.

  1. Naturkatastrophen verursachen deutlich mehr Schäden als im Vorjahr (Deutsch). In: Spiegel Online, 27. Dezember 2021. Abgerufen am 29. Dezember 2021. 
  2. Dariusz Jemielniak, Agnieszka Rychwalska, Szymon Talaga, Karolina Ziembowicz: Wikiproject Tropical Cyclones: The most successful crowd-sourced knowledge project with near real-time coverage of extreme weather phenomena. In: Weather and Climate Extremes. 33, 2021, S. 100354. ISSN 2212-0947. doi:10.1016/j.wace.2021.100354.
  3. Philip Ball: D-Day forecast fictionalized. In: Nature. Bd. 460, Nr. 7257, 2009, S. 799 f.

10 Jahre WikiCup – das Jubiläumsjahr ist abgeschlossen

Der Siegespreis

Zum nun mehr zehnten mal fand dieses Jahr der WikiCup statt. Anders als alle anderen Wettbewerbe fordert dieser Wettbewerb von den Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum – für die Besten eben fast ein ganzes Jahr mit nur wenigen Tagen Ruhe am Ende der Quartale – einen großen und dauerhaften Einsatz ab. Anders als andere Wettbewerbe verbindet er auch die Belohnung für Neuanlagen mit der Belohnung von der Bearbeitung schon bestehender Artikel und legt zudem einen gewissen Schwerpunkt auf zentrale Artikel.

In einem fulminanten Endspurt konnte sich Jakob Gottfried am Ende mit 3883,6 gegenüber Voyager mit 3709 Punkten und dem Vorjahressieger Squasher (mit der damals unfassbaren und wohl so schnell nicht zu übertreffenden Zahl von 11282,8 Punkten) durchsetzen. Während Voyager dabei seinen Silberrang aus der dritten Runde verteidigte, konnte Jakob Gottfried vom letzten Qualifikationsrang der dritten Runde auf den ersten Platz springen. Überhaupt erschrieb er zwei Drittel seiner Punkte in der letzten Runde. Über das Jahr gesehen war der viertplatzierte der Endwertung, Snookerado mit 8295,1 Punkten am fleissigsten. Auch hier wurden Voyager mit 7279 und Squasher mit 7056,2 Punkten auf die weiteren Podiumsplätze verwiesen.

In der ewigen Wertung konnten Squasher (44.452,5 Punkte) und Voyager (40.564,4) ihren Vorsprung weiter ausbauen, Dritter ist hier mit doch deutlichem Abstand und dennoch der eindrucksvollen Zahl von 29.518,5 Punkten Gripweed, der auch 2021 die Finalrunde erreicht hatte. Voyager, der 2014 den WikiCup gewonnen hatte, erreichte nicht nur das vierte Jahr in Folge das Podium, sondern ist einer von nur sechs Mitspielern, die bislang an allen zehn Auflagen des Wettbewerbs mitmachten. Auch bei den Finalteilnahmen liegt er mit acht allein an der Spitze, gefolgt von Squasher mit sieben und Gripweed sowie HvW mit je sechs.

Was einmal mehr auffiel ist, dass bestimmte Bereiche besonders erfolgreich im WikiCup sind. Allem voran ist das mittlerweile der Sport. Das liegt teilweise daran, dass bestimmte Tabellenstrukturen natürlich viel einzubringenden Text erbringen (das Befüllen solcher Strukturen ist aber auch eine Leistung, die man viel zu oft nicht ausreichend würdigt!), zum anderen sind aber auch bei in den Bereichen erfahrenen Autoren gewisse Automatismen da, die das Verfassen solcher Artikel vereinfachen (ausdrücklich bedeutet das nicht, dass es sich um eine monotone „Retortenarbeit“ handeln würde, gerade im Sport bleibt doch jede Biografie individuell). Weiters sind auch beispielsweise der Bereich Politik stark vertreten. Zum einen sind das ähnlich wie beim Sport Serienartikel zu Abgeordneten, zum anderen aber generierte beispielsweise Voyager eine nennenswerte Punktzahl mit der Anlage von Jahresartikeln zu Schweizer Volksabstimmungen. Gripweed indes machte seine Punkte nicht zuletzt mit Artikeln im Bereich Film und Musik. Was allerdings mittlerweile kaum noch eine Rolle spielt sind die biologischen Artikel, die früher den Artikelmarathon und auch noch die Frühzeit des WikiCups dominiert hatten.

Ich danke allen, die an der spielerischen Erweiterung und Verbesserung unseres Projektes so fleissig teil genommen haben. Und meine Hochachtung einmal mehr an alle Finalisten. Nachdem ich im letzten Jahr das bislang erste und einzige mal selbst so weit gekommen war, weiß ich wie kräftezehrend das sein kann. MC, 24.12.

Frohe Botschaft

Wer verteidigt die Unabhängigkeit des Wissens?

Wikipedia hat in der Schweiz den Stresstest bestanden! Dafür wurden die Biografien aller 253 aktuellen National-, Stände- und Bundesräte überprüft. In einigen Fällen gab es Auffälligkeiten, doch wurden diese ganz offenbar von den Betroffenen selbst verursacht, während andere (Wiki-)Autoren eingriffen und die ärgsten Schnitzer danach wieder behoben. Den Schaden haben die Politiker. Das Dossier dazu wurde am Montag veröffentlicht.

Die Recherche wurde von dem anerkannten Schweizer Reflekt-Team durchgeführt, das sich im Herbst schon die deutschen Bundestagsabgeordneten vorgenommen hatte. In einem investigativen Bericht dazu hatte Jan Böhmermann mit dem ZDF Magazin Royale einigen Staub aufgewirbelt, der von einem breiten Medienecho (hier demnächst archiviert) verursacht wurde. Diese Wikipedia-Schelte wiederholte sich in der Schweiz nicht.

Stattdessen machte die Studie deutlich, dass es bei einigen Politikern offensichtlich an Unrechtsbewusstsein mangelt, wenn sie vor laufendem Mikrofon (ab Sendeminute 1:00) postulieren, sie seien um Transparenz und Aktualität um ihre eigene Person bemüht, und müssten dafür Hand anlegen, ohne offen zu legen, von wem diese Aktualisierungen stammen. Neben der hier kritisierten Maya Graf war sich auch Balthasar Glättli nicht zu schade, unliebsame Abschnitte aus seinem Artikel selbst herauszulöschen – angeblich versehentlich –, die aber Nullkommanichts von einem Wikipedianer wieder eingefügt wurden, bevor Glättli selbst dies tun konnte. Seit vier Jahren war er in diesem «ungelösten Spannungsfeld» (Eigenzitat) nicht mehr aktiv. Bei 20 der 253 Biografien fand das Recherche-Netzwerk Unsauberkeiten, die von mangelnder Transparenz oder Neutralität, Beschönigungen und anderen Interessenskonflikten gekennzeichnet waren.

Hohe Anerkennung finden in dem Bericht einige uns wohlbekannte Wikipedianer, vornehmlich aus besagtem Gefilde oder diesem verbunden. Gefunden habe ich die Erwähnung von Albinfo, DaB., Fano, Hadi, KurtR, Haemmerli, Mautpreller. Reflekt widmet sich ihnen in einem eigenen Kapitel, das mit «Die Kontrolleure» überschrieben ist. Auch zeigen die Reflekt-Rechercheure im nächsten Abschnitt «Kontroverse und Lösungsansätze» auf.

Nicht alle Edits lassen sich wegen dem Recht auf Anonymität klar nachvollziehen, doch wie soll man deuten, wenn eine «IP-Adresse der Bundesverwaltung kurz nach Amtsantritt des aktuellen Bundespräsidenten einen Hinweis auf dessen Mitgliedschaft beim Waffenlobby-Verein Pro Tell» versucht, zu löschen?[1] Das Dossier fand jeweils mehrere Fälle von Löschungen, Werbung mit Beschönigung, mangelnde Transparenz und potenzielle Interessenskonflikte, die penibel beschrieben werden.

Als wäre diese Hymne auf die Selbstheilungskräfte noch nicht genug, berichtete am Montag das Schweizer Radio und Fernsehen in seiner Abendsendung 10vor10 über diese Recherche, die sich an Beispielen an der suggestiven Macht zum Verführtwerden ausweidet. Wikipedia blieb dagegen – anders als vor einem viertel Jahr in Deutschland – ungeschoren. Weitere Rezeptionen anderer Medien folgten. Für unsere gute Arbeit bekommt das Schweizer Chapter nun recht öffentlichkeitswirksam kurz vor dem «Tag des grossen Schenkens» eine Spende von 1400 Franken überwiesen. Der Grund: Reflekt ist mit der Unterhaltungsagentur izzyprojects verbunden, die zur Ringier-Unternehmensgruppe gehört. Der Geldbetrag, der für «Glättungen» im Wikipedia-Artikel des Ständerats Josef Dittli hätte aufgewendet werden müssen, nämlich 1400 «Stutz», ging somit an Wikimedia CH. Das Video dazu hat seine eigene Komik. 21.12. Lantus

Der Große Zapfenstreich

Aufrufzahlen der Wikipedia-Artikel Großer Zapfenstreich, Du hast den Farbfilm vergessen, Für mich soll’s rote Rosen regnen und Großer Gott, wir loben dich, Zeitraum 26. November bis 5. Dezember 2021

Nach 16 Regierungsjahren wurde in der vergangenen Woche die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell mit einem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr verabschiedet. Obwohl sie als geschäftsführende Kanzlerin nun noch ein paar Tage im Amt ist, wurde damit ein festlicher und amtlich würdiger Abschluss der Merkel-Regierung gesetzt. Wie im entsprechenden Artikel zu lesen, fand diese Zeremonie zu Ehren eines oder einer Bundeskanzlerin damit erst zum dritten Mal statt, seit sie zu Ehren von Helmut Kohl 1998 für die Verabschiedung aus diesem Amt eingeführt wurde. Ein wesentlicher Bestandteil der Zeremonie ist dabei die Serenade, das „Ständchen“, für das sich die geehrte Person jeweils drei Titel wünschen durfte – im Fall von Angela Merkel waren dies die Titel Du hast den Farbfilm vergessen von Nina Hagen, Für mich soll’s rote Rosen regnen von Hildegard Knef sowie das Kirchenlied Großer Gott, wir loben dich, die in die traditionelle Zeremonie eingebaut wurden.

An dieser Stelle kommt dann auch die Wikipedia ins Spiel: Zwei der gewünschten Lieder hatten bereits einen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia, als die Wünsche publik wurden – für Für mich soll’s rote Rosen regnen war allerdings keiner vorhanden. In einer Schnellaktion wurde dieser ab Sonntag letzter Woche durch ein Team vom Lokal K in Rahmen des dort angesiedelten Projekts Schlagerrallye (benannt nach der gleichnamigen Radiosendung des WDR, mit dem man/frau in NRW in den 1980ern aufwuchs) in Rekordzeit angelegt, aufgebaut und schlussendlich für die Hauptseitenrubrik Schon gewusst termingerecht vorgeschlagen. Die roten Rosen standen entsprechend am Tag des Großen Zapfenstreichs auf der Hauptseite, angeteasert mit der Zeile: „Angela Merkel wünscht sich heute: Für mich soll’s rote Rosen regnen.“ Mehr als 28.000 Besucher konnte der Artikel am Tag des Zapfenstreichs verzeichnen, weitere 11.000 am Folgetag; Der „Farbfilm“ konnte dies mit 51.000 bzw. 36.000 Aufrufen an diesen beiden Tagen allerdings deutlich toppen – das Lied von Nina Hagen wurde von vielen Medien in der Berichterstattung als Aufhänger genutzt. Der „Große Gott“ wurde immerhin noch mehr als 18.000 / 6.000 mal an den beiden Tagen aufgerufen. Gewinner des Abends war allerdings der Große Zapfenstreich selbst: Fast 170.000 Menschen wollten sich am Tag der Zeremonie darüber informieren, am Folgetag waren es noch immer fast 60.000 Menschen.AR, 6.12.

Kleine Freuden (46): 486 hessische Kirchen von Albshausen bis Zimmersrode

Auch Dein Beitrag in der Fortsetzungs-Reihe Kleine Freuden ist willkommen! Mehr dazu im initialen Kurierartikel 2015Jetzt die bisherigen Ausgaben lesen und selber mitmachen!

Am 8. Mai 2021 ging es los. Auf der Liste der Neuen Artikel des Wikiprojekts Mittelhessen tauchte mit Kirche Albshausen (Rauschenberg) ein Gotteshaus im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf. Soweit nichts besonderes, ist die Region dank engagierter AutorInnen ausgesprochen gut mit Kirchenartikeln ausgestattet. Doch dieser Artikel sollte der Beginn einer Serie werden, die Benutzer:Bodo Kubrak sich vorgenommen hatte. Im Tagestakt folgten Kirche Allendorf (Haiger), die Stephanskirche (Allendorf) und viele weitere – solange, bis am 8. November die Evangelische Kirche (Zimmersrode) veröffentlicht wurde.

Allen Artikeln sind zwei Merkmale gemein: sie sind denkmalgeschützt, denn die Quelle für Bodo war das Dehio-Handbuch für die Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Und: sie enthalten alle mindestens ein Bild, denn das war Bodos zweites Kriterium für eine Neuanlage. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind auf diese Weise in sechs Monaten 486 neue Artikel zu Kapellen, Schlosskirchen, Wehrkirchen, Bergkirchen, Dorfkirchen, Fachwerkkirchen, kleinen, großen und ehemaligen Gotteshäusern entstanden. Bilder aus den Commons haben dadurch Artikel erhalten, einige seht Ihr in der Slideshow rechts. Denkmäler wurden dadurch erstmals enzyklopädisch erfasst. Ganz nebenbei entstanden auch Artikel zum Junker-Hansen-Turm und dem Rathaus Zierenberg

Doch der Dank gilt nicht nur dem Berliner Bodo Kubrak: zahlreiche AutorInnen nahmen sich in der Folge der Artikel an und ergänzten Kategorien und weitere Informationen.
Mich hat diese Serie sehr gefreut, und die Freude hat kein Ende, sondern geht mit einer neuen Serie weiter: gleich am 8. November hat Bodo mit dem Dehio für den Regierungsbezirk Darmstadt begonnen und die Evangelische Kirche Alsbach erstellt. mh, 3.12.

RECHTE SPALTE (zur linken Spalte)

„Friedensjahre“…

…ist das düstere Kapitel deutscher Geschichte zwischen 1933 und 1939 (nur) in der deutschsprachigen Wikipedia überschrieben – seit bald zweieinhalb Jahren. Aktuell besteht Gelegenheit, die großteils quer zu den darunter dargestellten Inhalten stehende Überschrift durch eine geeignetere zu ersetzen. Wer dazu einen Beitrag leisten möchte, mag sich in diese Diskussion einbringen. Nicht nur des Nachdenkens scheint mir im gegebenen Zusammenhang diese Reflexion wert, sondern auch der Beherzigung. Barnos, 23.1.

WMF - Neues von Movement Strategy und Governance - No. 5, Januar 2022

Vollständigen Newsletter lesen


Willkommen zur fünften Ausgabe des Movement Strategy und Governance Newsletters! Er enthält relevante Neuigkeiten und Ereignisse über die Movement Charta, den Universellen Verhaltenskodex, Grants zur Umsetzung der Movement Strategy, Board-Wahlen und andere relevante MSG-Themen.

Der Newsletter wird vierteljährlich verschickt, häufigere Updates werden auch wöchentlich / zweiwöchentlich an Abonnenten verschickt. Bitte melde dich an, wenn du diese Updates erhalten möchtest.

  • Call for Feedback zu den Board-Wahlen - Wir laden Euch ein, Euch Euer Feedback zu den anstehenden Wahlen zum WMF Board of Trustees zu geben. Der Call for Feedback wurde am 10. Januar 2022 veröffentlicht und wird am 16. Februar 2022 enden. (Weiterlesen)
  • Ratifizierung des Universellen Verhaltenskodex - Im Jahr 2021 befragte die WMF die Communitys, wie der Text des Universellen Verhaltenskodexes umgesetzt werden soll. Der überarbeitete Entwurf der Umsetzungsleitlinien sollte im März zur Abstimmung durch die Community bereit sein. (Weiterlesen)
  • Movement Strategy Implementation Grants - Während wir weiterhin viele interessante Vorschläge prüfen, ermutigen und begrüßen wir weitere Vorschläge und Ideen, die auf eine spezifische Initiative aus den Empfehlungen der Movement Strategy abzielen. (Weiterlesen)
  • Die Neuausrichtung des Newsletters - Da der UCoC-Newsletter in den MSG-Newsletter übergeht, könnt ihr gemeinsam mit dem Team über die Neuausrichtung des Newsletters nachdenken und entscheiden. (Weiter lesen)
  • Diff Blogs - Die neuesten Veröffentlichungen über MSG findet ihr auf Wikimedia Diff. (Weiterlesen)

Liebe Grüße, DB_(WMF), 21.1.

Virtuell: Nazi-Spektakel im Schlosspark

Nacht der Amazonen im Schlosspark

Auf Anregung unserer Wikipedia-Kollegin Doris Fuchsberger starten die Münchner Volkshochschule und Wikipedia München ein Kooperationsprojekt, beginnend am nächsten Mittwoch mit einer Online-Veranstaltung, in der es um die schillernde Melange von Nazi-Terror und Entertainment in München geht. Für ihre legendären Nächte der Amazonen nutzten die Nationalsozialisten Schloss Nymphenburg als perfekte Kulisse, um ihre Machtansprüche zu inszenieren. In ihrem reich bebilderten Vortrag berichtet Doris unter anderem über Hintermänner dieses Nazi-Spektakels, und über ihre Forschungen und ihre Wikipedia-Artikel zu dem Thema. Es sind noch Plätze frei, Anmeldung über die MUC-Stammtischseite.Pi 29.01.

WikiCon 2021 > WikiCon 2022

Die Evaluation der WikiCon 2021 ist fertig! Vielen Dank, an alle, die an der Umfrage teilgenommen haben. Wir sind mit dem Ergebnis, wie auch mit der WikiCon, sehr zufrieden, danken euch für euer Lob und eure Anregungen! Hier findet ihr alle Infos zur Evaluation.

Wer sich kaum noch an die WikiCon in Erfurt erinnern kann, aber gerne noch einmal zurückblicken will - bitteschön, hier findet ihr die (bisher freigegebenen) Videos: commons:Category:WikiCon_2021_videos.

Und weil nach der WikiCon vor der WikiCon ist, möchten wir als Orga-Team an dieser Stelle den Staffelstab gerne übergeben. Gesucht werden neue Interessierte, die Lust haben auch 2022 eine WikiCon mit Unterstützung der DACH-Chapter zu organisieren. An dieser Stelle könnt ihr euch bis 09.02.22 eintragen, wenn ihr mitmachen wollt. Die Organisation erfolgt wieder virtuell, eine Mitarbeit ist also von überall aus möglich. Und hier könnt ihr Vorschläge für einen nächsten Austragungsort machen. H. für das Orga-Team 2021, 19.01.

Antwort von Wiki Loves Broadcast zu FAZ-Artikel vom 18.01.2022

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Am 18.01.2022 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein Gastbeitrag des Dokumentarfilmers David Bernet, seines Zeichens Co-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, zu der Verwendung von Medieninhalten öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in der Wikipedia. Herr Bernet wirft der WMF in harschem Ton vor, diese Inhalte deshalb einbinden zu wollen, da sie mittels der neuen Wikimedia Enterprise API darüber Geld verdienen könne. Aus der Sicht der Mitarbeitenden von Wiki Loves Broadcast (WLB) missversteht dieser Text nicht nur grundsätzliche Arbeitsabläufe der Wikipedia, sondern zieht aus zwei komplett getrennt voneinander ablaufenden Prozessen die falsche Schlussfolgerung: Die Einbindung öffentlich-rechtlicher Inhalte in die Wikipedia ist ein Community-getriebenes Projekt, das zwar von WMDE und mittlerweile anderen Chaptern unterstützt wird, aber nach wie vor auf Betreiben der ehrenamtlich arbeitenden Autorinnen und Autoren zurückgeht. Das Team von WLB hat deshalb eine längere Replik veröffentlicht, die auf der Projektseite von Wiki Loves Broadcast veröffentlicht wurde. Damit steht die Antwort von WLB in einer Reihe von Reaktionen, wie bspw. die von ZDF-Fernsehrat Leonhard Dobusch auf Twitter und der noch zu erwartenden Gegendarstellung von WMDE. Rogi für WLB, 19.01.

David Bernets FAZ-Artikel: Wikimedia pervertiert das Gemeinwohl. lei, 2022-01-19

1700 Jahre

waren es 2021, eines der Jahre, in denen die Pandemie dominierte, die Kultur stark unter Existenzangst litt und auch sonst vieles, nicht nur politisch, schief ging. Aber es gab auch Schönes. Im kleinen Projekt Wikipedia:GLAM/1700 Jahre fanden ein paar Autoren und Autorinnen zusammen, die sich die 1700 Jahre jüdischer Kultur in Deutschland vorgenommen haben. So entstanden fast 70 Artikel neu, oder bestehende wurden überarbeitet. Aber wie es bei Wikipedia so üblich ist, gab es natürlich auch Löschanträge und ähnlichen damit verbundenen Ärger, aber das ist man ja gewohnt und lässt einen unbeeindruckt. Doch das Schönste ist immer das Gefühl, etwas, und sei es noch so unspektakulär, zum nachhaltigen Verständnis und zur Dokumentation einer faszinierenden Geschichte beigetragen zu haben, wenn auch nur in der Wikipedia. Auch weiterhin können Interessierte zum Thema beitragen, denn die offizielle Aktion ist bis zum Sommer verlängert worden, was eine Einladung ist, sich weiterhin mit dem Thema zu befassen. Sc, 16. Januar 2022

+++ Sportnews: Erste Goldmedaille des Jahres vergeben +++

Nachdem die Vierschanzentournee erwartbar langweilig ausgegangen ist, verkündet der Kurier wie jedes Jahr Mitte Januar auch 2022 gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Berlinale die Sieger im fröhlichen Tauziehwettbewerb Wiki loves Unwörter. Während sich in dieser Saison zeitlose Klassiker wie Hauptautor und Relevanz im Mittelfeld behaupten konnten und das von den Fans geliebte +1 mit 0 Stimmen auf einem Abstiegsrang gelandet ist, war die Dominanz eines Teams in diesem Jahr besonders erdrückend. Im Qualifying noch auf den Plätzen 10, 11 und 12 konnte sich das Trio des Sponsors Gendergerechte Sprache in der Finalrunde an allen anderen Teilnehmer*innen vorbeischieben. Zeitweise sah es nach einem harten Dreierkampf aus, im Finish konnte sich dann aber der Genderwahn doch noch mit deutlichem Vorsprung vor Genderneusprech und Geschlechterapartheid ins Ziel retten. Die Sportredaktion des Kuriers wird auch in der nächsten Spielzeit live berichten. H., 15.01.

FF Berlinale-Edit-a-thon 2022

Während die einen sich noch die Augen beim Filmfestival Max Ophüls Preis quadratisch gucken, begannen in Berlin heute die Pressevorführungen für die Berlinale 2022. Auch in diesem Jahr bzw. in diesem Jahr wieder zur „richtigen“ Zeit sollen Artikel zu weiblichen* Filmschaffenden und ihrem Werk im Umfeld der Berlinale geschrieben werden. Eine Live-Teilnahme in Berlin ist vorgesehen: Wir treffen uns in limitierter Personenzahl am Eröffnungswochenende im WikiBär vom 11.–13. Februar 2020. Vor Ort beschränkt auf Frauen*, die Online-Teilnahme steht ansonsten allen Filminteressierten geschlechtsunabhängig offen, wir freuen uns auf euch! Hier geht's direkt zur Vorschlagsliste. grz, 14.01.2021

Die neuen Förderbarometer-Ergebnisse

Die Auswertung des Förderbarometers von Wikimedia Deutschland für den Zeitraum September bis November 2021 ist da.

Aufgrund der Reisekostenerstattungen rund um die WikiCon 2021 ist die Anzahl der Befragungen seit Beginn der Pandemie erstmals wieder deutlich angestiegen. Zu den durchgeführten Projekten gibt es jedoch weiterhin nur wenig Feedback, wodurch Ausreißer und Einzelmeinungen ein starkes Gewicht in der Gesamtbewertung erhalten. Die Zufriedenheitswerte sind sowohl bei Projekten als auch Services erneut sehr hoch. Die bewerteten Projekte erreichen durchweg den Höchstwert bei der Zufriedenheit. Auch langfristig betrachtet sind die vergangenen zwölf Monate von besonders hoher Gesamtzufriedenheit gekennzeichnet (insbesondere bei den Services).


Wer eine Förderung von Wikimedia Deutschland erhält, bekommt in der Regel im Anschluss eine Befragung zugesandt. Dieses Feedback, „Förderbarometer“ genannt, ist sehr hilfreich für die Weiterentwicklung der Förderpraxis und Förderprogramme. Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse erzielen zu können, ist Wikimedia Deutschland, insbesondere bei der rückläufigen Förderung während der COVID-19-Pandemie, sehr dankbar über eine rege Beteiligung an der Befragung. Nico (WMDE), 11.01.2021

Einladung zur Gestaltung mobiler Projektportalseite

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Der Kurier lädt alle Interessierten zum Austausch ein, welche Inhalte auf der noch unbesetzten mobilen Projektportalseite von Wikinews dargestellt werden sollen. Beim Aufruf über ein Endgerät ohne Desktop-Darstellung im Browser kommt eine minimalistische Version der Wikinews-Hauptseite, auf der die Gestaltung jedes Menüs genau überlegt werden sollte. Alle Hinweise und Gedanken sind willkommen! (con, 7.1.)

Wikipedia bald ohne sichtbare IP-Adressen?

Am 4. Januar 2022 haben alle Admins aller Wikimedia-Projekte eine Benachrichtigung der Wikimedia Foundation (WMF) über geplante Änderungen der Sichtbarkeit von IP-Adressen erhalten. Die Benachrichtigung war mit der Bitte um eine Rückmeldung zum Vorschlag auf der Diskussionsseite des Projektes IP Editing verbunden. Kurz gefasst ist die WMF-Rechtsabteilung der Meinung, dass unser jetziger Umgang mit den IP-Adressen von nicht angemeldeten Benutzern nicht mehr den Anforderungen an Datenschutz entspricht. Insbesondere sollen IP-Adressen zwar noch gespeichert werden, aber nicht mehr sichtbar sein („IP masking“). Nur noch Checkuser, Stewards, Admins und evtl. weitere vertrauenswürdige Benutzer sollen IP-Adressen sehen können. Alle anderen Benutzer würden nur anonymisierte IDs sehen, bzw. IP-Adressen, denen Teile fehlen. Zur Umsetzung werden zwei Vorschläge gemacht, der erste auf Basis der IP-Adresse, der zweite mit Sesssion-IDs (Cookies). Die Foundation bevorzugt den zweiten Weg. Damit würden unangemeldete Benutzer auch über verschiedene Sessions mit wechselnden IP-Adressen hinweg getracked werden, wenn sie a) das selbe Endgerät benutzen, und b) ihre Cookies nicht löschen bzw. ohnehin im Privacy-Modus unterwegs sind. Der Grund für diese Präferenz liegt nach meinem Eindruck nicht im Datenschutz, sondern in den erweiterten Möglichkeiten zur Kommunikation mit unangemeldeten Benutzern, die letztlich zur Gewinnung von neuen Benutzern beitragen soll. Ob und wie diese Änderung eingeführt wird, ist nicht nur eine technische Frage, sondern berührt das soziale Miteinander mit (und gegen) unangemeldete Benutzer. Angesichts dessen schien mir der Adressatenkreis der Benachrichtigung vom 4. Januar etwas schmal – daher diese Randnotiz. mibi, 7.1

Digitaler Themenstammtisch über Wikinews

auch 2022 mit vielen interessanten Themen

Am 3. Januar fand bereits der erste Digitale Themenstammtisch (DTS) des Jahres zum Thema Wikinews statt (siehe Bericht auf der Projektseite). Wahrscheinlich war dieses gleichzeitig auch allgemein der erste Stammtisch in diesem Jahr. Nach einer kurzen Vorstellung gab es eine sehr angeregte Diskussion über die aktuelle Bedeutung und die Zukunft von Wikinews. News sind im Gegensatz zu enzyklopädischen Artikeln meist nur eine sehr kurze Zeit interessant, so dass ein wichtiger Aspekt die Sichtbarkeit des Projekts ist. Die englische Seite von Wikinews wird auf Google sowie Google News gelisted und hat sehr hohe Abrufzahlen von 2,8Mio. pro Monat. Die deutsche Seite von Wikinews hat hingegen nur Abrufzahlen von etwa 30k pro Monat, wobei auch hier die Aufrufe von Bots enthalten sein sollten.

Zu Testzwecken hat Benutzer:Conny am Abend des 3. Januars einen Artikel zum Stammtisch auf Wikinews gestellt und mit Wikidata verknüpft. Resümee am Morgen des 6. Januars: Google hat auch nach drei Tagen die Seite noch immer nicht indiziert, d.h. eine Suche mit Google oder gar Google News kann die Seite selbst bei Eingabe des vollständigen Titels nicht finden. Eine Eingabe des vollständigen Titels (in Anführungszeichen) lieferte nur eine kurze Meldung auf Twitter innerhalb einer langen Sammlung von Nachrichten zu #Wikipedia in den verschiedensten Sprachen. Anders war das Ergebnis bei Bing und damit auch der Suchmaschine „DuckDuckGo“, die die Ergebnisse von Bing einschließt. Hier ist die Seite zumindest kurzzeitig indiziert worden. Allerdings wäre die Seite sicherlich erst bei einer sehr speziellen Suche nach mehreren Schlagworten aus dem Inhalt auch wirklich bei der Suche aufgelistet worden. Wer sich aber für News interessiert, sucht meist nicht das Internet nach zahlreichen Stichwörtern ab, sondern schaut eher nach den Vorschlägen, die Suchmaschinen automatisch erzeugen. Und hier ist, wie der Test gezeigt hat Wikinews nicht beteiligt.

Wikinews hat also viele Probleme:

  • zu wenig Autoren und Artikel pro Monat,
  • schlechte Sichtbarkeit des Projekts und damit wenige Leser
  • ...

Der nächste Digitale Themenstammtisch findet am 27. Januar statt und hat Regiowikis zum Thema. Regiowikis sind mehr als eine, auf lokale Themen begrenzte, Kopie des großen Bruders Wikipedia! Doch wo liegen die Unterschiede? Was macht einige Regiowikis wie das FürthWiki, Würzburgwiki oder die TUEpedia erfolgreich, während andere vor sich hindümpeln? Welche positiven und negativen Erfahrungen gab es mit dem FürthWiki-Laden? Können wir bei Wikipedia auch von den Regiowikis lernen? Jeder ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns über Deine Teilnahme.Salino01, 06.01.

Neues Jahr, neue Umfrage Technische Wünsche!

Am 24. Januar startet die (sechste) Umfrage Technische Wünsche. 16 Themenschwerpunkte stehen zur Wahl. Neu ist in diesem Jahr, dass man seine eigenen fünf Favoriten daraus wählt. Genaues dazu kann man schon jetzt auf der Umfrageseite nachlesen. Das Team Technische Wünsche hofft auf rege Beteiligung und empfiehlt, sich den 24. schon mal im Kalender anzustreichen. js (wmde), 6.1.

Koloniales Erbe auf Commons aufarbeiten

Zugang gestalten

Ende des vergangenen Jahres war ich im Brücke-Museum Berlin... Gut, damit fängt kein spannender Kurierartikel an, und manche Leser, die ich mit der Überschrift gecatcht hatte, haben aufgehört zu lesen. Für die, die geblieben sind, versuche ich den Bezug zu unserem Universum zu zeigen.

In einem der letzten Ausstellungsräume war ein riesiger ausgedruckter Screenshot an der Wand mit Bildern von Commons aus der Category:Karl Schmidt-Rottluff's Collection of Objects from Colonial Contexts in the Brücke-Museum Berlin. Das Museum hat die in den 1910er-Jahren erworbene Ethnografica-Sammlung des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff digitalisiert und die Bilder auf Commons hochgeladen. Bei vielen der Objekte der Sammlung handelt es sich um unrechtmäßig angeeignete materielle Kultur aus den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten. Das Museum versucht, mit dem Bereitstellen der Bilder die Sammlung aufzuarbeiten. Auf der Diskussionsseite der Category fordert es zur Diskussion zu dem Thema auf und bittet um unsere Rückmeldungen.

Danke an WMDE und Raymond, die das Museum bei der Digitalisierung der Objekten unterstützt haben. Z t, 05.01.

Die Steuerungsgruppe Fürsorgekonzept bittet um Community-Feedback zu Risikofaktoren

Die Steuerungsgruppe zum Fürsorgekonzept auf Veranstaltungen und Treffen, in welcher Ehrenamtliche und Hauptamtliche des Vereins zusammen arbeiten, bittet um Feedback zu einem ersten Zwischenergebnis: Hier geht’s zur Feedbackmöglichkeit für die erste Risikoanalyse und im Zeitplan wird kurz beschrieben, woran die Steuerungsgruppe gearbeitet hat im letzten Jahr.

Ehrenamtlich Aktive, die schon einmal bei Online- oder Offline-Treffen in schwierige Situationen geraten sind und nicht öffentlich Feedback geben wollen, können sich mit ihrem Feedback oder bei Fragen zur Arbeit der Steuerungsgruppe per Mail an Holder oder an Vera Krick wenden. H., 5.1.22

Sieger WLE 2021 international

Platz 9 - WLE 2021 international

Die 15 internationalen Sieger von Wiki Loves Earth 2021 wurden veröffentlicht - dabei kommen fünf Bilder aus dem Bereich Landschaft und zehn Bilder aus dem Bereich Makro/Close Up. Von den von Österreich und Deutschland eingereichten Teilnehmern hat es dabei ein Foto unter die Siegerbilder im Bereich Makro/Close Up geschafft - ein junger Grasfrosch im Naturpark Pfälzer Wald fotografiert von Stephan Sprinz. Ich hatte an anderer Stelle schon mal darauf hingewiesen, dass Stephan Sprinz vor allem Vögel dokumentiert, deshalb ist es um so faszinierender, dass er mit diesem Foto auf Platz 9 gesprungen ist. Die internationale Jury war vor allem von den "amazing colours and details" beeindruckt.

Herzlichen Glückwunsch an Stephan Sprinz und die anderen internationalen Sieger und vielen Dank an alle Teilnehmenden von WLE 2021. Dieses Jahr geht es weiter mit WLE 2022.

Wer die internationalen Sieger und die Teilnehmer der anderen Länder sehen will, ...

Z t, 04.01.

AdminCon22 Update

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Leider sieht es nun doch danach aus, dass Admins und Interessierte sich nochmals an der Datenautobahn treffen, nicht im echten Leben. ο hat Schuld. Aber es gibt auch Vorteile: wir sparen Kosten + CO2, und jede/r kann mitmachen, selbst die Leute im tiefen Süden. Nutzen wir die Gelegenheit und vergrößern wir die Cabal! Sucht und meldet eure Themen hier. LG, M., 28.12.

Frohe Weihnachten an alle!

Heute ist Weihnachten!

Heute ist Weihnachten. An einigen Orten schneit es, an anderen nicht. Aber das ist gar nicht das, worauf es ankommt. Es kommt auf Frieden, Familie und Versöhnung an, wenn man Weihnachten feiert. Vielleicht kommt es aber auch auf die Geschenke an. Das kann ja jeder Wikipedianer selbst entscheiden.

Ich wünsche allen Lesern und allen Wikipedianern frohe Weihnachten! ElBe, 24. 12.

WMF - Call for Feedback zur Boardwahl 2022

Liebe alle,

Im kommenden Jahr 2022 werden erneut 4 Sitze im Board of Trustees der Wikimedia Foundation neu besetzt. Dazu bereitet das Board of Trustees eine Konsultation der Community vor, die vom 7. Januar bis 10. Februar 2022 ansteht.

Obwohl Details erst in der Woche vor der Konsultation festgelegt werden, stehen schon jetzt zwei Fragen fest, die während der Konsultation gestellt werden sollen:

  • Wie kann eine faire Vertretung aufstrebender Communities im Board am besten gewährleistet werden?
  • Wie sollten sich die Kandidierenden während der Wahl einbringen dürfen?

Es können noch weitere Fragen hinzukommen, aber das Movement Strategy and Governance Team möchte den Communitys sowie den Affiliates bereits vor dem Call for Feedback etwas Zeit geben, Ideen vorzubereiten und sich bereits mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Bitte entschuldigt, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine vollständige Liste der Fragen haben. Wir wollen die Communitys nicht mit Anfragen überhäufen, aber wir möchten Euch darauf hinweisen und freuen uns über Feedback dazu.

Bitte meldet euch, wenn ihr Fragen oder Bedenken habt. Kontaktiert mich, das Movement Strategy and Governance Team auf Meta, auf Telegram, oder per E-Mail an msg(_AT_)wikimedia.org. Das Team "Movement Strategy and Governance" wird bis zum 3. Januar nur in geringem Umfang besetzt sein, bitte entschuldigt eventuelle Verzögerungen während dieser Zeit.

DB (WMF), 23.12.

Sieger beim Denkmal-Cup 2021

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Kurz vor Weihnachten wurde der Denkmal-Cup 2021 ausgewertet. Auch in diesem Jahr schrieben die Teilnehmer wieder zahlreiche Artikel und Listen zum Thema Denkmalschutz und verbesserten den bestehenden Artikelbestand. Die Artikel und Listen behandeln nicht nur Objekte in der Schweiz, Österreich und Deutschland, sondern auch in anderen Staaten wie Frankreich oder Bosnien-Herzegowina.

In der Disziplin Artikel gewann Heiner Martin vor Castritus und 44Pinguine. Raugeier entschied die Disziplin Listen für sich, vor Goldmull und Jergen.

Neben einer virtuellen Medaille bekommen die Sieger zusätzlich Büchergutscheine von Wikimedia Österreich. Wir danken allen Teilnehmern für ihre tollen Beiträge und allen Helfern und Unterstützern des Wettbewerbs und freuen uns auf zahlreiche weitere Teilnehmer im nächsten Jahr. Zt, 20.12.

Froher vierter Advent an alle!

Heute ist der vierte Advent. Der Kurier möchte angesichts des nahenden Festes der Liebe mit gutem Beispiel vorangehen und wünscht allen Lesern besinnliche Tage. Außerdem möge daran erinnert sein, worum es bei Weihnachten wirklich geht: Die meisten Geschenke bekommen! Oder doch eher um Frieden, Familie und Versöhnung? Oder einfach um Jesus oder Jesus oder vielleicht auch Jesus, aber nicht um den exzellenten Jesus. Frage für die Disk: Was war der schönste Advents- oder Weihnachtsartikel in diesem Jahr? 4. Advent 2021 DWI

Wikipedia-Kulturbotschafterinnen und -Kulturbotschafter – Verlängerung der Bewerbungsphase bis zum 05. Januar 2022

Liebe alle, wir haben uns dazu entschlossen, die Bewerbungsphase für die Wikipedia-Kulturbotschafterinnen und -Kulturbotschafter bis zum 05. Januar 2022 zu verlängern. Weitere Informationen findet ihr auf der Projektseite für die Kulturbotschafter. HP (WMDE), 16.12.

Neue Veranstaltungsreihe: GLAM digital

GLAM digital in der Alten Pinakothek

GLAM digital ist eine neue Veranstaltungsreihe von Videokonferenzen mit ausgewählten Kultur- und Gedächtnisinstitutionen (GLAMs). Jede der üblicherweise zweistündigen Einzelveranstaltungen besteht aus einem Fachvortrag von einer Institution zu einem bestimmten Thema. In einem anschließenden dialogischen Teil treten die Wikipedia-Community und die Institution in den direkten Austausch.

Es werden etwa zehn Termine im Jahr angeboten. Im Sommer werden wir pausieren, um der Hauptferienzeit Rechnung zu tragen. Den Anfang machen die Alte Pinakothek am 24. Januar 2022 und die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) am 28. Februar 2022. Anmeldungen sind auf den Veranstaltungsseiten bereits möglich. Mit einem Eintrag auf der Einladungsliste zu GLAM-Veranstaltungen erhaltet ihr Benachrichtigungen zu kommenden Veranstaltungen auf eurer Benutzerdiskussisionsseite.

GLAM digital ist eine gemeinsame Initiative der Vereine WMAT, WMCH und WMDE. Sie führt die aus Wikipedianische KulTouren entstandenen Virtuellen KulTouren und die aus den Wiener WikiDienstagen entstandenen KulturWikiDienstage zusammen und holt zusätzlich Schweizer Institutionen mit an Bord. Daraus spricht auch der Optimismus, dass eines Tages wieder „reale“ Wikipedianische KulTouren und WikiDienstage möglich sein sollen – und parallel dazu inzwischen bewährte digitale Veranstaltungsformate weiterentwickelt werden können. DL (WMCH) + HP (WMDE) + RL (WMAT), 16.12.

Urlaub Team Communitys und Engagement

Winterferien

Auch dieses Jahr bedankt sich das Team Communitys und Engagement von Wikimedia Deutschland wieder ganz herzlich bei der Community für all das geleistete Engagement in den Wikimedia-Projekten und für die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. 2021 war für alle wieder sehr herausfordernd. Das Team wünscht daher insbesondere erholsame Feiertage sowie einen guten Start ins neue Jahr und freut sich darauf, die Community auch 2022 bei ihrem Einsatz für Freies Wissen zu unterstützen.

Zwischen dem 23. Dezember 2021 und dem 3. Januar 2022 ist das Team Communitys und Engagement großteils im Urlaub und nur eingeschränkt erreichbar.

Nico (WMDE), 16.12.

WTF is… Joachim Gerstenbüttel?

In dieser kleinen Artikelreihe stehen üblicherweise Abrufzahlen von Wikipediaartikeln im Mittelpunkt, die durch Nennung des Begriffes in einer Fernsehsendung plötzlich in das Leserinteresse geraten sind. Ich hatte für diese Folge eigentlich eine Befassung mit Angela Merkels Großem Zapfenstreich vorgesehen. Da sich allerdings das Lokal K bereits ausgiebig damit befaßte, vergleiche linke Spalte, mußte ich in mein Streaming-Archiv greifen und wurde fündig in einer Wiederholung der Folge Mord nach Noten der Serie SOKO Wismar.

Normalerweise interessieren sich für Joachim Gerstenbüttel lediglich Bots – tägliche Abrufzahlen zwischen eins und vier deuten davon. Doch am 1. September schnellte die Abrufzahl deutlich nach oben, auf unglaubliche 570! Was war geschehen?

Ein Orgelbauer liegt tot im Mittelgang der Wismarer Nikolaikirche. Zunächst ermittelt die SOKO in Richtung einer Beziehungstat, doch ein Einbruch in der Werkstatt des Getöteten bringt die Ermittler schließlich auf die richtige Spur. Eine bislang verschollene Partitur des Komponisten war der Grund für die Tat.

Und so fassen Kripochef Reuter und Rechtsmedizinerin Helene das Leben Gerstenbüttels kurz zusammen,  – Komponist des Barock, geboren 1647 in Wismar, gestorben 1721 in Hamburg – in unserer Artikeleinleitung steht auch nicht mehr. Auch nicht, ob Gerstenbüttel tatsächlich Angler war, wie Reuter doziert, hauptsächlich Aal. Das entstammt vielleicht der Phantasie des [sic!] Drehbuchautoren. MaB 15.12.

Was lange währt: Fußball-Nationalspielerinnen komplett!

Am 8. Dezember wurde der Artikel zu Susanne Brück angelegt. Nun werden viele sagen „noch nie gehört“ und nachdem sie sich den Artikel angesehen haben denken „Jo. Noch so eine Fußballerin, davon haben wir ja Einige.“ Aber nein, der Artikel ist etwas Besonderes. Es war der letzte Artikel der noch zu einer deutschen Fußball-Nationalspielerin fehlte. „Nur“ elf Jahre, nachdem alle Artikel zu den männlichen Nationalspielern angelegt waren, sind nun auch alle der Frauen da. Fairerweise muß man sagen, wie so oft war auch hier ein Hindernis, dass es weitaus weniger Informationen zu den Frauen als den Männern gibt.

Die Dichte bei den deutschen Fußball-Nationalspielern und Nationalspielerinnen ist mittlerweile wirklich sehr hoch. Alle Spielerinnen und Spieler der A-Nationalmannschaften deutscher Staaten seit dem ersten Länderspiel der Männer 1908 sind vorhanden. Kaiserreich, Weimar, NS-Zeit, DDR, Saarland, Bundesrepublik. Männer wie Frauen. Zudem alle Spieler der B/A2-Auswahl und des Teams 2006, der ehemaligen Amateur-Nationalmannschaft der Männer und der DDR-Olympia-Auswahl. Sogar alle Spielerinnen des einzigen Länderspiels einer DDR-Auswahl haben Artikel. 1691 Fußallspieler und Fußballspielerinnen. Mit Ottfried Boussonville und Robert Zache sowie Deniz Şahin und Markus Zuraski fehlen auch bei den B-Nationalspielern des Saarlandes und der bundesdeutschen Olympia-Auswahl nur noch je zwei Spieler, dann wären auch diese Bereiche komplett.

Danke an alle, die beigetragen haben, auch ausdrücklich an die vielen IPs, die hier mitgearbeitet haben (so war nicht zuletzt der finale Artikel auch von einer IP angelegt worden). Das war schon eine große Leistung und viel, viel Arbeit. MC, 15.12.

Rückblick auf die Podiumsdiskussion zu Online-Kommunikationskultur

Am 2. September 2021 fand im Rahmen des Projektes Online-Kommunikationskultur die Podiumsveranstaltung „Lesen, Danken oder Löschen? – 4 Perspektiven auf Kommunikation in der Wikipedia“ statt. An diesem Abend haben vier Expert*innen ihre Erfahrung und Expertise mit der Wikipedia-Community zu den Themen Inzivilität online, digitale Selbstfürsorge, Konfliktursachen in der Wikipedia und Debattenkultur geteilt und besprochen. Rund 30 Wikipedianerinnen und Wikipedianer tauschten sich danach mit den Expert*innen zu Konfliktlösung durch Online-Moderation und Löschdiskussionen aus. WMDE hat durch Interviews mit den Podiumsgästen im Nachgang das Wichtigste festgehalten - seht selbst! lv (wmde), 14.12.

Zum letzten Mal im Jahr: Stammtisch

Wikifest 2021 im Digitalen Themenstammtisch

Wir sprechen über Sprachversionen der Wikipedia. Was da drin steht oder drin stehen sollte. Worüber wir uns ärgern. Und freuen. Und da es sich um den letzten Digitalen Themenstammtisch im Jahr handelt, machen wir etwas festliche Stimmung. Alle herzlich willkommen! Z., 11.12.

Wikivoyage wird 15

Wikivoyage-Startseite 2010

Vor 15 Jahren, am 10. Dezember 2006, ging das deutsche Reiseführer-Internetprojekt Wikivoyage online. Der Anlass für die Gründung von Wikivoyage war der im April 2006 vorausgegangene Verkauf der Rechte des Online-Reiseführers Wikitravel an die US-amerikanische Internetwerbefirma Internet Brands. Zielsetzung der Aktiven war es, dass auf einer unabhängigen und werbefreien Website weiterhin Reisende für Reisende schreiben konnten.

Mitgliederversammlung des Wikivoyage e. V. am 11. Juni 2012

Ein wichtiger Tag für die Community war der 11. Juni 2012, an dem die Mitglieder des Wikivoyage e. V. die Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation beschlossen hatten. Seit dem 15. Januar 2013 ist Wikivoyage ein offizielles Schwesterprojekt der Wikipedia, die sich so wechselseitig ergänzen können.

In 24 Sprachversionen versuchen meist kleine Communitys, Reiseinformationen, Reiseziele und Urlaubsthemen anzubieten. So umfassen heute das englische Wikivoyage 30.629 und das deutsche 19.619 Artikel. Für das Projekt und die Artikelarbeit spricht, dass viele Artikel auch in der Google-Suche bereits auf der ersten Seite sichtbar sind.

Mit dem Kartographer können komplexe Karten erzeugt werden.

Die Community kümmert sich auch um die technische Weiterentwicklung der MediaWiki-Software. So nutzen 94 % aller Wikivoyage-Artikel Informationen aus Wikidata, wobei teilweise über 100 Wikidata-Datensätze pro Artikel integriert werden. Des Weiteren erbrachte Wikivoyage wesentliche Vorarbeiten zur Schaffung der Mediawiki-Erweiterung Kartographer, mit der komplexe dynamische Karten in Artikel integriert werden können und die in Wikidata, Wikimedia Commons, Wikivoyage und zahlreichen Wikipedias zum Einsatz kommt.

Neben der Arbeit an Reiseführerartikeln sieht sich Wikivoyage auch als Einstiegswiki für neue Autoren in Wikimedia-Projekten. RU, 10.12.

15 Themenschwerpunkte für die Umfrage Technische Wünsche – jetzt Feedback geben

Vom 24.1. bis 6.2.2022 findet die sechste Umfrage Technische Wünsche statt. Dort wird über den Themenbereich entschieden, in dem technische Verbesserungen stattfinden sollen. Aus zahlreichen eingereichten Problemen hat das Projektteam nun Vorschläge für 15 Themenschwerpunkte erarbeitet, die im Januar zur Wahl stehen sollen.

Jetzt können diese Vorschläge kommentiert werden. Findest du eine Formulierung unglücklich? Ist dir nicht klar, was überhaupt gemeint ist? Dann kommentiere bitte bis zum 2.1. auf dieser Seite und hilf dadurch mit, die Umfrage noch besser zu machen. Danke sagt das Team Technische Wünsche! - js (wmde), 7.12.

Einladung zum Austausch mit dem Präsidium von Wikimedia Deutschland

Präsidium von Wikimedia Deutschland
Heute Abend, am 6. Dezember findet um 18:00 Uhr das letzte Community-Forum für 2021 statt, einem Jahr, in dem viel passierte und noch mehr nicht oder anders vonstatten ging. Das offene Gespräch mit der ehrenamtlichen Leitung des Vereins, dem Präsidium, bildet den Jahresabschluss des Community-Forums. Was hat euch in diesem Jahr bewegt? Wie denkt ihr über den Verein und die Arbeit des Präsidium? Alle sind zum gemeinsamen Gedankenaustausch oder zum Stellen von Fragen rund um den ersten und mitgliederstärksten Wikimedia-Verein eingeladen! Mit Sicherheit gibt es das ein oder andere zu erfahren oder ins neue Jahr mitzugeben und es wäre erfreulich, wenn die Kurierleseschaft die Gelegenheit dazu ergreift! CJ (WMDE), 6.12.

Was passiert im MCDC?

Das Movement Charter Drafting Committee (kurz: MCDC) kommt laaangsam in den Arbeitsmodus. Auf Wikipedia:Wikimedia2030/MCDC informiere ich mit kurzen Updates und Links auf entsprechenden Seiten auf Meta. lzy, 4.12.

virtuelle KulTouren im Dezember 2021

Liebe alle, im Dezember wird es noch zwei virtuelle KulTouren geben. Meldet euch gerne noch für den Termin am 06. Dezember oder für den 13. Dezember an. Die Veranstaltungen beginnen immer um 18:00 Uhr und dauern etwa zwei Stunden. Wir freuen uns auf euch und eure Mitwirkung. Bleibt gesund! HP (WMDE), 02.12.

Preisverleihung WLM 2021

Ein etwas verspäteter Hinweis: Seit dem 23. November 2021 kann auf YouTube die virtuelle Preisverleihung in Sachen Wikipedia:Wiki Loves Monuments 2021/Deutschland angeschaut werden. Mir scheint, dieses Ereignis ist leider bei vielen untergegangen oder gar nicht bekannt gewesen. Da sich einige Leute viel Arbeit mit der Präsentation gemacht haben, und natürlich, um auch die Preisträgerinnen und Preisträger in Augenschein zu nehmen und ihnen Reverenz zu erweisen, wäre es schön, wenn die Preisverleihung weitere Zuschauer aus Community bekommen würde. Hier der Link, und weitersagen natürlich ... 1.12., Ni.

Wintersport-Saisonwettbewerb 2021/22

Liebe Kurierlesende, der mittlerweile fünfte Wintersport-Saisonwettbewerb hat begonnen; finden könnt ihr die Wettbewerbsseite unter Portal:Wintersport/Saisonwettbewerb 2021/22. Wie in jedem Jahr ergeht hiermit eine herzliche Einladung zur Teilnahme, an diejenigen, die regelmäßig teilnehmen, an Gelegenheitsautorinnen und -autoren in diesem Bereich und ebenso an Spontanentschlossene. S., 01.12.