LANGMELDUNGEN (zu Kurzmeldungen)

Neuigkeiten von The Wikipedia Library: Mohr Siebeck erweitert das Portfolio

Über The Wikipedia Library, die Plattform mit kostenfreiem und größtenteils direktem Zugang zu einer Vielzahl an digital verfügbaren Inhalten für aktive Community-Mitglieder der Wikimedia-Projekte, haben wir nun bereits vielfach an dieser Stelle berichtet – schließlich gibt es auch regelmäßige neue, positive Nachrichten. Nun gibt es wieder ein paar Neuigkeiten, auf die wir im folgenden Artikel blicken wollen. Eine davon ist besonders für den deutschsprachigen Raum sehr interessant: Mit dem Mohr Siebeck Verlag ist nun ein weiterer großer und traditionsreicher deutscher Wissenschaftsverlag Teil des Angebots.

Was bringt mir The Wikipedia Library eigentlich?

Mehrere Dutzend internationale große Verlage (Oxford, Cambridge, Springer, Elsevier, JSTOR, De Gruyter, Nomos usw.) stellen dort Zugänge zu ihren Online-Datenbanken mit Aufsatzsammlungen oder Zeitschriftenarchiven zur Verfügung. Insgesamt sind mehr als eine Million einzelner Aufsätze, Bücher und Zeitschriftenausgaben im Volltext über die Plattform erreichbar. Ein Großteil der Inhalte steht aktiven Community-Mitgliedern ohne Bewerbung über einen Proxy-Zugang für ihr Wikimedia-Benutzerkonto offen; einige Angebote haben jedoch ihren Zugang beschränkt.

Einen Überblick über die verschiedenen Inhalte, sortiert nach Fachgebieten in der deutschsprachigen Wikipedia, haben wir als Team Communitys und Engagement von Wikimedia Deutschland in einer Übersicht zusammengetragen. Dies soll die Überblicksseite über die Partnerorganisationen auf der Plattform ergänzen.

Was gibt es denn Neues?

Seit heute gibt es mit dem Direktzugang zur Online-Plattform von Mohr Siebeck einen weiteren großen deutschsprachigen Wissenschaftsverlag, der sein Angebot für The Wikipedia Library geöffnet hat. Damit sind über 2.000 eBooks (Einzelwerke und Buchreihen) sowie mehrere renommierte Zeitschriftenreihen aus den Bereichen Religionswissenschaften, Geschichte, Philosophie, Rechtswissenschaft, Wirtschaft und Soziologie verfügbar. Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, einen der Wünsche aus der deutschsprachigen Community erfüllen zu können und einen weiteren Partner überzeugt zu haben, kostenfreien Zugriff auf seine Inhalte anzubieten.

Du hast weitere Fragen?

Eine Übersicht über das Angebot von The Wikipedia Library gibt es auf der Projektseite, auf der dortigen Diskussionsseite gibt es auch Platz für Fragen, Gedanken und Anmerkungen. In der Übersicht gibt es themenorientierte Strukturierung zum Portfolio. Sandro und Martin von WMDE, 26.02.

Kinder, Klicks und Konsequenzen: Macht die Foundation ernst?

Warum erscheint hier dieses thematisch sinnlose Bild? Weil ich mir gedacht habe: Ich tippe mal bei Wikimedia Commons das Wort Child ein, mal sehen, was ich als erstes bekomme. Bitteschön, das war dieses Porträt von Herrn Child aus den USA. Damit habe ich noch Glück gehabt, denn leider sind die Suchergebnisse bei Wikimedia Commons nicht immer jugendfrei. Auch das bemängelt der Bericht.

Kürzlich hat die Wikimedia Foundation sich ehrlich gemacht: Wie gehen wir eigentlich mit Kindern um? Wird die Wikimedia-Bewegung ihrer Verantwortung gerecht? Was kann alles verkehrt laufen? Und lassen wir vielleicht Chancen liegen? Auch die deutschsprachige Wikipedia wird sich fragen müssen, ob sie Minderjährige angemessen vor Belästigungen, Probleminhalten und anderen Risiken schützt.

Rick Gaines von der WMF hat einen Bericht vorgestellt, in dem es um Kinderrechte und die Konsequenzen für die Wikimedia-Bewegung geht. Erarbeitet hat den Bericht eine externe Firma, "Article One". Im Bericht stehen allerlei Empfehlungen an die Foundation, aber auch an die Landesverbände ("chapters") und an die Gemeinschaften der Wikimedia-Wikis.

Lange Zeit hat die WMF sich kaum für das Thema Kinder interessiert. Wie mir mal ein hochrangiger Vertreter erklärt hat: Die WMF hat an sich nichts gegen Kinder, aber das Thema stand nie weit oben auf der Liste der Prioritäten, weil man schon genug am Hals habe. Die Wikimedia-Bewegung hat darum auch nie richtig gewusst, was sie mit Kinder-Wiki-Enzyklopädien anfangen soll. Eher willkürlich und sporadisch hat sie konkrete Projekte wie die Kinder-Ferienlager in Armenien (und, zugegeben, teilweise das Klexikon) gefördert.

Ehrlich gesagt war es immer meine Vermutung, dass die Wikimedia-Bewegung (also nicht nur die Foundation) das Thema Kinderschutz und Kinderrechte nicht gern anspricht, weil es zu Kontroversen führt und vielleicht auch unangenehme Entscheidungen nötig macht. Wir erinnern uns an die Bildfilter-Debatte, die im Jahr 2010 Jimmy Wales losgetreten hat. Böse Zungen mögen auch sagen: Minderjährige sind eben keine Spender, kein Wunder, dass man sich weniger für sie interessiert. Die große Wikimedia-Strategie 2030 hat in Sachen Ungleichheiten auf dem Planeten kaum an Minderjährige gedacht; der Bericht schlägt darum vor, die gesamte Strategie mal durch das Objektiv Kinderrechte zu betrachten.

Laut Bericht sollte man über mindestens drei Problemfelder sprechen: Erstens, Kinder als Wiki-Mitmacher, die in einem Wiki von anderen Mitmachern unangemessen behandelt werden können. Neben Harassment (Belästigung, Beschimpfungen, Angriffe) ist hier auch eine sexuell motivierte Kontaktaufnahme zu befürchten. Zweitens, Kinder auf Offline-Veranstaltungen, mit ähnlichen Problemen. Drittens, Kinder als Leser; dies betrifft beispielsweise Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind.

Der Bericht ist, wie Gaines auch zugibt, sehr dichtgepackt und trocken. Künftig soll es weitere Materialien geben. Ich könnte mir beispielsweise Checklisten vorstellen, die erklären, was ein Chapter konkret machen muss, um die Organisation und ihre Aktivitäten sicher für Minderjährige zu machen. (Wobei ich mir sicher bin, dass zum Beispiel WMDE nicht ganz bei Null wird anfangen müssen.)

Jetzt aber mit Schwung!

Kinder-Wikis in Europa. Meines Wissens haben die Bericht-Autoren keine Aktivisten dieser Wikis angesprochen, auch niemanden von der Wikipedia+Education User Group oder von den Veranstaltungen der armenischen Ferienlager. Vielleicht ergibt sich künftig eine neue Chance, deren Erfahrungsschatz nutzbar zu machen.

Die Wikimedia-Bewegung hat sich kaum systematisch mit diesen Problemfeldern auseinandergesetzt; die Veröffentlichung des Berichts, so Gaines in einer Live-Besprechung, soll ein Zeichen dafür sein, dass sich das ändern soll. Er erkennt das Dilemma an: Einerseits hat die WMF natürlich, auch als Betreiberin der Wikis, ihre Verantwortung. Andererseits möchte sie nicht einfach autoritär von oben herab neue Regeln diktieren. Es wird also eine Menge Diskussionen geben. Außerdem finden sich in einzelnen Wikis und Verbänden bereits Lösungen, von denen man lernen kann.

Am Rande dieses langen Weges dürfte das vertraute deutsche Sprichwort stehen: "Wasch mir den Pelz, aber mach ihn nicht naß." Natürlich sind wir alle dafür, dass Kinder (bzw. Minderjährige) geschützt werden. Aber was ist, wenn sich herausstellt, dass das in einem offenen Wiki wie der Wikipedia nicht möglich ist? Sind wir dann so konsequent, Minderjährigen das Bearbeiten zu untersagen? Wir wollen ja auch "offen für alle Menschen" sein.

Noch ein Wort in eigener Sache: Ich bin Mitgründer des Klexikons, einer Kinder-Wiki-Enzyklopädie auf Deutsch. Von den vielen im Bericht angesprochenen Problemen löst das Klexikon nur eines: Es liefert Kindern, als Leser, ein kindgerechtes enzyklopädisches Angebot. Es ist aber kaum eine offene Plattform, an der Kinder sich eigenständig beteiligen könnten; bei unseren Versuchen in der Vergangenheit hatten wir Administratoren immer Kontakt mit den Eltern eines Kindes, und heute geben wir nur Lehrkräften ein Konto, nicht einzelnen Schülern und erst recht nicht ganzen Schulklassen. Das hat Gründe, die ich im WMF-Bericht wiedererkenne. Wenn man mal tätsächlich ein Wiki als (offene) Mitmach-Plattform für Kinder realisieren will, muss das sehr sorgfältig konzipiert werden. Z., 23.02.

Nachtrag

Liebe Leute, danke für eure interessanten Beiträge in der Diskussion. Im Kurierbeitrag wollte ich nicht zu negativ über den Bericht sein; der Rick Gaines schien im Gespräch ein verständiger und aufgeschlossener Mensch zu sein, der das Problem verstanden und den Willen hat, eine Verbesserung zum Guten hin zu erwirken. Was die Zukunft bringt, kann ich natürlich nicht vorhersehen.

Der Bericht ist meiner Meinung nach sicher nicht der schlechteste, den ich in vergleichbaren Fällen von externen Studiendienstleistern der WMF erlebt habe, aber auch er ist nicht so substanziell, wie er hätte sein können. Ich wundere mich, dass zum Beispiel die Erfahrung von Mathias von Vikidia nicht genutzt wurde, der sich schon lange auf Kinderrechte beruft, wenn er für sein Kinderlexikon wirbt. Wegen unzureichenden Wissens über die Bewegung und einer geringen Anzahl an Interviewpartnern erscheint das Problem der Wikimail im ganzen Bericht nicht, vielleicht, weil zufälliger Weise niemand es im Interview erwähnt hat. (Also eine Mail, die man über die Wiki-Website an einen Mitmacher schicken kann. Das finde ich bei minderjährigen Mitmachern durchaus problematisch.)

Das Layout zerstückelt den Text mehr, als dass er zur Lesbarkeit aufgelockert wird. Die Sprache ist manchmal ziemlich abstrakt, oder auch "dry", wie jemand in der Sitzung von Wikipedia+Education mir vorher gesagt hat. Beispiel von S. 7: „Assess the degree to which each child rights issue is effectively managed by existing processes across the Wikimedia movement.“

Man muss sich auch erst durch viel Allgemeines und Methodik lesen, um zu halbwegs konkreten Empfehlungen zu gelangen (am Ende der sogenannten Executive Summary, die ich überladen finde). Es hätte auch klarer herausgestellt werden, was allgemeine Probleme beim Nutzen von offenen Plattformen sind (also nicht nur der Wikipedia), und was allgemeine Probleme für Wikipedia-Mitmacher sind (also nicht nur für Minderjährige). Das Spezifische, was Kinder angeht, muss man sich als Leser des Berichts schon sehr heraussuchen.

Aber der Bericht leitet den Problemkomplex gut von allgemeinen Vorgaben über Kinderrechte ab. Es finden sich viele wichtige Punkte, die man als Community oder Chapter berücksichtigen sollte. Und dabei sollte es meiner Meinung nach nicht allein um bisherige negative Erfahrungen gehen. Derer sind es vielleicht - zum Glück - nicht allzu viele. Sondern: Natürlich soll man gerade auch potenzielle Gefahren erkennen und nach Möglichkeit eindämmen.

Und: Nur weil man etwas nicht zu hundert Prozent unterbinden kann, soll man nicht völlig auf Schutzmaßnahmen verzichten. Sonst könnte man auch Diebstahl im realen Leben legalisieren, weil man ihn trotz aller Versuche nicht zu hundert Prozent verhindern kann.

Was Commons angeht: Ich habe mal nach dem englischen Wort für "Füße" gesucht, weil ich im Klexikon nicht nur Bilder von "weißen" Füßen zeigen wollte. Im Such-Stream kam dabei eben auch ein Foto vor, auf dem Füße zur Stimulation eines Genitals verwendet wurden. In Lehrer-Kreisen spricht sich immer mehr herum, dass man Minderjährige eben nicht zu Wikimedia Commons schicken kann. Ich finde, dass man hier durchaus etwas verbessern könnte.

Aber das wurde ja schon mal von Jimmy Wales versucht, die Älteren erinnern sich an das Stichwort "Bildfilter". Zugegeben, die WMF hat ihren Vorstoß damals etwas unglücklich realisiert. Das Problem bleibt aber bestehen, und die Alternative wäre es eben, entweder Commons zu verbessern oder ausdrücklich vor dem Gebrauch von Commons (je nach Umständen) zu warnen.

Warnen vor Commons? Soweit wollen viele dann doch wieder nicht gehen. Wasch mir den Pelz, aber mach ihn nicht nass. (24.02.2024)

Übersetzende Künstliche Intelligenz – Die Erlösung der kleinen Wikis

Ich bin einer von zwei Administratoren in der grönländischsprachigen Wikipedia (klwp). Nicht weil die dortige Community mir das Vertrauen ausgesprochen hätte, sondern weil ich offenbar der einzige Wikipedianer bin, der die Sprache beherrscht. Der andere Admin kann kein Wort Grönländisch, aber ist Zweitausenddazumal zum Admin auf Lebenszeit ernannt worden.

Als ich dort Admin wurde, gab es rund 1500 Artikel. 366 davon behandelten Tage im Jahr, damit der Kalender blau ist, rund 200 weitere Staaten, ein Dutzend waren vietnamesische Flughäfen, mit Grönland hatte hingegen eher wenig zu tun. Und was alle diese Artikel gemeinsam hatten, war, dass die aus einem Satz bestanden und dieser auch noch falsch war, denn die Artikel wurden nicht von Sprechern der Sprache geschrieben, sondern von Wikipedianer aus aller Welt, beispielsweise aus Vietnam, die gerne ihre Flughäfen in allen Wikis gebläut wissen wollten und sich dafür eben die grönländischen Wörter für „ist“, „Flughafen“ und „in“ zusammengegooglet haben. Die Artikel bestanden also häufig aus sprachlichen Leckerbissen wie (ich übersetze an dieser Stelle wörtlich für die Grönländischunkundigen): „Vietnam das ist das Land Asien.“ und dazu eine halb ausgefüllte Infobox mit lauter Vorlagenfehlern, in der die Bevölkerungsdichte standardmäßig in „Jahr pro Quadratkilometer“ angegeben wird.

Heutzutage gibt es noch rund 250 Artikel in der grönländischsprachen Wikipedia, denn den Rest habe ich vor einigen Jahren gelöscht. Seither ist nicht wirklich was dazu gekommen, denn trotz meiner Versuche, in Grönland und Dänemark unter den rund 50.000 Sprechern Interessierte zu finden, hat Grönland weiterhin keinen Wikipedianer. Tatsächlich ist Grönländisch die meistgesprochene eskimo-aleutische Sprache und die einzige, die Amts- und Nationalsprache ist. Nebenher gibt es noch eine Wikipedia im ostkanadischen Inuktitut und eine im alaskaischen Iñupiatun. Wir haben insgesamt über 300 aktive Sprachversionen und rund 250 davon haben unter 100 aktive Benutzer. Wobei die klwp derzeit sogar über 15 aktive Benutzer hat – man wird einer, wenn man als globaler Admin einen Benutzer umbenennt oder einen Artikel löscht. Die meisten Sprachversionen dürften also in Wahrheit ebenfalls keine aktiven Benutzer haben – und im Gegensatz zur klwp auch eher keinen Admin, der der Sprache mächtig ist.

Genau genommen ist sogar was dazu gekommen, aber ich lösche üblicherweise alles, was neu erstellt wird, und revertiere die meisten Bearbeitungen. Denn es handelt sich weiterhin um dieselbe Art von Artikeln wie zuvor. Ein-Satz-Substubs, die für Muttersprachler kaum bis nicht verständlich sind. In letzter Zeit sind die Artikel jedoch etwas länger geworden. Das liegt daran, dass man mittlerweile nicht mehr einzelne Wörter googlen muss, sondern den Maschinenübersetzer des Oqaasileriffik namens Nutserut („Übersetzer“) nutzen kann, der 2021 lanciert wurde. Die Übersetzungen sind nicht perfekt, vor allem nicht ins Grönländische. Ich weiß das gut, denn ich arbeite am Oqaasileriffik und programmiere den Übersetzer somit selbst mit.

Das Oqaasileriffik („Wo man sich mit Wörtern/Sprache beschäftigt“) ist eine staatliche Behörde, die unter anderem per Gesetz dazu verpflichtet ist, die Sprachpolitik der grönländischen Regierung zu fördern. Grönländisch wird häufig als eine gefährdete Sprache aufgefasst, und obwohl sie als einzige eskimo-aleutische Sprache aufgrund ihres Status als Amtssprache nicht vom Aussterben bedroht ist, ist sie starken Einflüssen von außerhalb unterworfen. Immer mehr dänische und englische Lehnwörter breiten sich in der Sprache aus, die Grammatik wird stark vereinfacht – es ist wie wenn die Alten sich darüber aufregen, dass die Jugend kein Deutsch mehr kann. Als ehemalige Kolonie mit großen postkolonialen Problemen tut man alles, um die eigene Sprache als für die nationale Identität bedeutendes Kulturgut zu beschützen, was zu einem großen staatlich geförderten Sprachpurismus führt. Eine der Aufgaben des Oqaasileriffik ist es somit (natürlichem) Sprachwandel entgegenzuwirken und derzeit als ungrammatisch aufgefasste Wörter und Satzkonstruktionen aus der Sprache fernzuhalten. Eine grönländischsprachige Wikipedia, die aus mangelhaften Übersetzungen bis hin zum Kauderwelsch besteht, geht also direkt entgegen dem (offiziellen) Wunsch der grönländischen Gesellschaft.

Die Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz haben natürlich auch vor Grönland nicht Halt gemacht. Vor einigen Monaten hat der Zeitungsverlag Sermitsiaq.AG angekündigt, mangels Journalisten und staatlich anerkannten Übersetzern jetzt seine eigene Künstliche Intelligenz zu entwickeln, um die eigenen Artikel vom Dänischen ins Grönländische übersetzen zu können (Da viele Journalisten in Grönland Ausländer sind, werden sie üblicherweise erst auf Dänisch geschrieben). Das hat bei mir bei der Arbeit für Lacher gesorgt, denn bisher hieß es immer, dass Künstliche Intelligenz niemals Grönländisch übersetzen werden können wird. Das ist auch der Grund dafür, dass Grönländisch bei Google Übersetzer nicht vertreten ist. Die Künstliche Intelligenz muss mit riesigen Datenmengen gefüttert werden, in der bestimmte Strukturen, Wörter und Sätze immer wieder auftauchen, wodurch Parallelen zur Übersetzung gebildet werden können. Da Grönländisch jedoch eine polysynthetische Sprache ist, die zudem nicht über die größten Textkorpora verfügt, tauchen diese Strukturen nicht häufig genug auf. Wenn ich einen grönländischen Satz bilde, besteht eine recht große Chance, dass er ein Wort enthält, das noch nie zuvor gesprochen oder niedergeschrieben worden ist (Ich empfehle hierfür die Lektüre des Artikels zur Sprache). Sermitsiaq.AG hat anschließend sein Können damit bezeugt, einen Zeitungsartikel zu übersetzen, nachdem sie die Künstliche Intelligenz nur mit Zeitungsartikeln gefüttert hatten, eventuell sogar mit demselben, den sie anschließend übersetzen wollten, was dann natürlich eine reine Abschreibübung war.

Bei der Arbeit haben wir uns jedoch auch nicht aus Trotz verschlossen, weil unsere jahrelange Programmierung jetzt umsonst war. Da wir Sätze exakt anhand von grammatikalischen Regeln analysieren können, was Künstliche Intelligenz nicht kann, ist unser Input besser. Wir haben Tests gemacht mit einer reinen Maschinenübersetzung, einer reinen KI-Übersetzung und einer Übersetzung, bei der die KI unsere Analyse in Sätze umwandelt. Letzteres ist wohl der richtige Weg für gute Übersetzungen.

Warum schreibe ich das alles hier? Wir haben gerade einen neuen Konkurrenten bekommen: Die Wikimedia Foundation mit ihrem neuen Übersetzer von jeder Sprache in jede Sprache: MinT. Das Tool funktioniert natürlich genauso fantastisch, wie man es erwarten würde. Ich habe den englischen Beispieltext über Jazz neulich einmal ins Grönländische und zurück übersetzt und dieses tolle Resultat erhalten:

I'm a fan of America's Avon, Louisiana, New Orleans, the name of my 20th century surfboard. The French and Irish music industry has been growing rapidly since the 1920s, with the emergence of the modern music industry in the country, and the emergence and development of the new wave of music. African American American American American mother of European American American American tunic tunic tunics tunic tuning tunic tunes tunic tuned tunic tuner tunic tuners tunic tunings tunic tunc tunic tunyles tunic tunis tunic tunitures tunic tuniners tunic united tunic tunins tunic tunid tunic tunigunic tunic uniting tunic tunices tunic tunish tunic tunik tunic tunel tunic tunist tunic tunir tunic tunest tunic tunil tunic tunisi tunic tunal tunic tunine tunic tun The chords of the chessboard are a kind of improvisation of the piano, the piano, and the jazz, the jazz, and the sound of the sound of a musical instrument.

Jetzt habe ich es nochmal probiert und folgendes Resultat erhalten:

New Orleans Revolt was a violent riot that took place in the early 1900s, at an event known as "The Big One", which occurred nearby to new orleans. was the first of blues and ragtime; jazz led to rock 'n' roll (and later, Jazz). Since 1920s in time for music as a medium it has been accepted by performers worldwide. was due to the interaction between African Americans and European-American people. The music of hip hop is a mixture that can be heard without interruption, with swinging blues tunes in its midst. chords and the strings allow for more openness in jazz, as well as a sense of improvisation. ip is rooted within West African culture with its musical performance practices; it also has an interest toward Afro-American music communities

Am Montag kam dann auch schon der erste grönländische Artikel aus dem Hause WMF, nämlich über Alain Delon. Ich versuche mich mit einer wortgetreuen Übersetzung, die in etwa aufzeigen soll, wie ein solcher Artikel auf einen Muttersprachler wirkt:

Alain Delon, kleinner Möbe in Probleme 1935. Achti November Sceauxa in Grönland im Wieder, wo man bereit ist, die haben anfangen Filme zu sein, wirklich nicht erkältet, Kinemamenschen wie, französisch bereites, und die Sachen, mit denen man ordnen herstellt, indem man zu seher über 1957 will. Während es viel Kin gibt gibt, mit den das ist französisch-in Amerika von Viel wie unsere Fangnetze, und auch in Eropa oodder ordentlich alle, auf diese Weise inklusi 134 nach aus Milio, die für deren Reiseabwesenheiten genutzt werden konnten. Dort im Versuch ein 50-60-70-Dorf zu jagen, in meiner klaanen kommenden Grundlage im geh in seinem Oberhelferstellvertreter. Mit welchen, die Kin haben, und gerade so eben meinen versuch, mit meinem ihr alle für den Versuch Orte zu jagen, an denen es Biograf gibt Quentin Tarantino und Sofia Coppola in Ländern und dann sie versuchend regelmäßig Wohnu zu meinem wiedererkenn bei Alain Delon, und online für einen, der versucht, Orte zu jagen, an denen es Biograf gibt einer, der ichtund sonst regelmäßig rinigt. Leonardo DiCaprio bei Alain Delon Biografortejägeri "Biografortejägerigebend reisender" inklusi.

Ich gehe nicht davon aus, dass die klwp hier die Ausnahme ist und angesichts dieser Entwicklungen wäre es mein einziger und bester Rat an die Foundation, das Tool zurückzuziehen und noch besser alle kleinen Wikis ohne Community komplett dicht zu machen. Auch wenn die WMF sicher meint, dass ihr Übersetzer sicherlich jesusgleich die kleinen Sprachversionen errettet, so würde ich bei der „Erlösung“ in der Überschrift eher davon sprechen, dass man ihnen hiermit endgültig den Todesstoß gibt und sie von ihrem Leiden erlöst.

In bester Influenzamanier: Schreibt in den Kommentaren (der Disk), welche tollen Übersetzungen ihr zustande bekommt. kenny, 22.02.

Was die Anti-SLAPP-Richtlinie für Wikipedia bedeutet

EU-Gesetze und Wikipedia

Die meisten Wikipedia-Autoren können mit SLAPP nichts anfangen. Trotzdem nimmt SLAPP immer mehr zu, gemeint ist die rechtsmiss­bräuchliche Form der Klage, die den Zweck hat, Kritiker einzuschüchtern und ihre öffentlich vorgebrachte Kritik zu unterbinden. Eingesetzt wird sie vorrangig gegen Journalisten und Menschenrechts­verteidiger, um Äußerungen im öffentlichen Interesse zu verhindern oder zu sanktionieren. Ziel ist dabei nicht unbedingt das Gewinnen einer Klage, sondern den Beklagten durch hohe Prozess­kosten einzuschüchtern und dazu zu bringen, seine Tätigkeit einzustellen.

In Estland und Portugal kam es zu entsprechenden Klagen gegen die lokalen Wikimedia Foundations, wobei auch Autoren in die Klage einbezogen werden sollten. Die Klagen betreffen Artikel über einen estländischen Geschäftsmann und einen portugiesischen Politiker. Um derartige Angriffe zu verhindern, wurde in Brüssel, wie in anderen Ländern (z.B. USA) bereits existent, eine Anti-SLAPP-Richtlinie verabschiedet. Genaueres und Hintergründe zu neuen EU-Gesetzen, die die Wikipedia betreffen, gibt es am 5. März beim Digitalen Themenstammtisch mit unserem Vertreter Dimitar Dimitrov aus Brüssel. Salino01 17.2.

Schwurbelalarm

Das Programm re•shape von Wikimedia Deutschland „soll einen Beitrag zu Wissensgerechtigkeit leisten. Die Förderung wird sich nach den Bedarfen der Geförderten richten und beinhaltet folgende Elemente: Finanzielle Förderung, Ideelle Förderung und ein Rahmenprogramm.“

Eines der geförderten Projekte wird im Blog von Wikimedia Deutschland mit der Überschrift „Das Atmen hat keine Privilegien“ gefeiert. (An dieser Stelle kann aus Lizenzgründen nicht das Fry Meme eingefügt werden.) Wikimedia Deutschland fragt die Antragstellenden investigativ: „Was hat dein Wirken mit Freiem Wissen zu tun? Warum hast du dich für re·shape beworben?“ Antwort:

„Das Atmen hat keine Privilegien-Barrieren. Es ist sozusagen freies Wissen, das wir bei uns tragen, aber nicht immer sehen oder spüren, weil wir so verkopft sind.“

(Nochmal kein Fry Meme) Die Projekttragenden „haben mit einem Glossar für Heiler*innen angefangen und dann mit re·shape überlegt, was man frei zur Verfügung stellen kann. Es werden Videos aufgenommen, in denen die Heiler*innen aus dem Glossar Wissen und Kompetenzen teilen.“ Das ist ein zu begrüßender, innovativer Ansatz, um aus mündlichen Quellen Freies Wissen zu machen. In diesem Projekt wird jedoch die Grenze zur Pseudowissenschaft überschritten.

„Der Definition nach sind Heiler*innen Menschen aus dem nichtmedizinischen, alternativen und spirituellen Kontext. Darunter fallen sehr verschiedene Disziplinen. […] Die Spanne reicht von weniger wissenschaftlichen Ansätzen wie Reiki oder Astrologie bis zu klassischer Tanztherapie.“

Und hier wird über eine rote Linie getrampelt. Reiki und Astrologie sind keine „weniger wissenschaftlichen Ansätze“ sondern Geschwurbel. Den Projekttragenden ist völlig klar, dass „Wikipedia sehr akademisch und wissenschaftsbasiert ist“. Umso mehr feiern sie, „dass wir von re·shape angenommen wurden und der Impact und die Relevanz gesehen wurden“.

Ich habe dazu eine ganz klare Meinung: Projekte, die pseudowissenschaftliche Inhalte verbreiten, dürfen nicht von Wikimedia Deutschland gefördert werden. Sebastian Wallroth, 14.02.

Wie kann man Autoren ärgern?

Wenn man selbst WP-Autor ist, dann geht das bekanntlich recht einfach. Was aber, wenn man kein Autor, sondern Software-Entwickler bei der Wikimedia-Foundation ist? Dann … ja dann … dann gibt es ganz andere Möglichkeiten. Flächendeckender, vernichtender. Zum Beispiel braucht ja jeder Autor ein Schreibwerkzeug. Meißel, Gänsekiel, etwas in der Art. Im Fall des WP-Autors ist es der Editor. Trotz beharrlichen, jahrelangen Schubsens bleiben die erfahrenen WP-Autoren stur beim Wikitext-Editor in der einen oder anderen Form. Das also ist der zentrale Ansatzpunkt.

Nun stellt sich die Frage: Was ist das Gemeinste überhaupt? Ganz einfach: Wenn Arbeit weg ist, futsch, fort, unwiederbringlich?

Was sollte also seit der Zeit der PDP-7 ein Editor unbedingt leisten? Na klar: Sicherstellen, dass das nicht passiert. Nie, niemals, unter gar keinen Umständen, sofern irgend möglich. Das ist an sich nicht kompliziert, in der Grundversion sind das ein paar Zeilen Code. Man muss nur alle 1, 2 oder 5 Minuten den Wikitext der aktuelle bearbeiteten Artikel lokal speichern. Wenn dann der Browser aus irgendwelchen Gründen abstürzt oder einfriert (was seit Kurzem speziell beim Bearbeiten von Wikipedia-Artikeln relativ häufig geschieht), wird beim Neustart freundlich gefragt, ob der vorherige Bearbeitungszustand wiederhergestllt werden soll.

Leisten die Wikitext-Editoren das? Nein. Tun sie nicht. Browser abgeschossen. Artikelarbeit futsch. Beim Visual Editor funktioniert dagegen die Wiederherstelung des vorigen Bearbeitungszustands. Abteiung „Schubsen“: Bist ja selber schuld, wenn Du nicht unseren superschönen Visual Editor verwendest.

Es könnte nun einer kommen und sagen, das sei ein Punkt für die „Technischen Wünsche“. Nein, ist es nicht. Das Selbstverständliche sicherzustellen gehört nicht in die Abteilung „Kundenwünsche“. Mein Auto soll nicht gelegentlich spontan explodieren? Das ist kein „Kundenwunsch“. — Was sollte einem Softwareentwickler widerfahren, der im Jahr 2024 derartige Selbstverständlichkeiten nicht implementiert? Man mag sich Höllenstrafen ausdenken, eine davon wäre — wie immer — die selbst entwickelte Software benutzen zu müssen, in Ewigkeit. — Nun ja. Ich denke mir, die Softwareentwickler des Mediawiki sind auch Menschen. Und als solche wünschen sie, geschätzt und nicht verachtet zu werden. Dann wäre es eben tunlich, die paar Zeilen Code irgendwann einzubauen. Demnächst. WR, 11.2.

Jungwikipedianer-Treffen 2024

Obligatorisches Gruppenbild

Letztes Wochenende war es mal wieder so weit. Die Jungwikipedianer (und Nicht-Jungwikipedianer und Jungwikpedianerinnen) strömten aus allen Gegenden Deutschlands in die Stadt des Karnevals, dessen Ausprägung auf der Straße wir jedoch zum Glück um eine Woche entgangen sind. Beim Jungwikipedianertreffen 2024 kamen neun JWP sowie eine werdende Jungwikipedianerin zusammen, um gemeinsam zu recherchieren, diskutieren und editieren.

Das Wochenende verbrachten wir im Lokal K, mit Sightseeing entlang des Rheins und dem Besuch des Deutschen Sport & Olympia Museums. Angefangen mit den obligatorischen Kennenlernspielen im Tagungsraum der Unterbringung wurde sich einander erstmal vorgestellt. Durch das gemeinsame Abendessen wurde der neu entstandene Bund besiegelt.

Um nicht aus dem Schulrhythmus zu kommen, wurde der nächste Tag fast ebenso früh begonnen, wie es zur Schulzeit üblich ist. Nach der Fahrt mit den Öffis (die zum Glück wieder fuhren) waren wir im Community-Raum der Stadt Köln angelangt. Dort lernten wir viel über Drohnenfotografie und Bots in der Wikipedia. Weiterhin beratschlagten wir intensiv über geschlechtergerechte Sprache, den Umgang mit ehemaligen JWP und die Untiefen der JWP-Unterseiten. Die volle Dröhnung Wissen wurde sich dann im Sportmuseum gegeben. Beim netten Zusammensein im Lokal K schlossen wir Bekanntschaften mit den örtlichen Wikipedianern und verköstigten anschließend die selbst gekochten Speisen. Nachdem wir wieder viel zu spät ins Bett gegangen und viel zu früh aufgestanden waren, setzten wir uns eingehend mit den Erkenntnissen des Vortags auseinander. Schließlich fand auch dieses Treffen ein Ende.

Die JWP bedanken sich herzlich für die Organisation und Betreuung des Treffens durch die ehemaligen Mitglieder und die Betreuerinnen von Wikimedia Deutschland. Außerdem möchten wir für die Gastfreundschaft der Wikipedianer im Lokal K Danke sagen. Auf eine erneute, baldige Zusammenkunft. MrB, 07.02.

Unseriöse Genauigkeit

Stuttgart hatte am 31. Dezember 2022 genau 632.865 Einwohner. Wirklich? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht! Die Zahl kommt durch eine statistische Erhebung zustande, die mit Ungenauigkeiten behaftet ist. „Etwa 630.000“ ist das Äußerste, was man seriöserweise schreiben kann. Leider wimmelt es in der Wikipedia von solch albernen Zahlen. – Ein besonders tolles Beispiel sind Geokoordinaten. Hin und wieder gebe ich meinen Fotos Positionsdaten mit. Da ich es nur auf einige Meter genau weiß, gebe ich sie n Dezimalform auf nur vier Nachkommastellen an. Was macht die glorreiche Bild-Dateibeschreibung daraus? Sie rechnet in Grad, Minuten, Sekunden um, mit einer Nachkommastelle bei den Sekunden. Das macht bei der geografischen Breite etwa(!) 10 cm, bei der Länge noch weniger aus.

Jede Gymnasiastin lernt im Physikunterricht in der Oberstufe, dass man Zahlen nur mit so vielen Nachkommastellen angibt, die (gerade noch) größer sind als die Messungenauigkeit. Wikipedia ist in dieser Hinsicht unseriös; wird dem Anspruch, dass nur zuverlässige Angaben publiziert werden, nicht gerecht.

Mit ein paar schönen Beispielen hat gerade Edmund Weitz das Thema kurz und unterhaltsam aufs Korn genommen.

MP, 31.1.

Nachtrag hierzu: Das gibt es sogar in Einleitungen. Laut Republic P-47 wurden 15.683 Exemplare hergestellt, von der North American P-51 dagegen 15.686. Also weiß der Leser jetzt, dass drei mehr P-51 als P-47 gebaut wurden! Natürlich ist das Unsinn, die Zahlen in den Quellen variieren. KM, 8.2.

Hefte raus, Abschlussprüfung

Meine Tochter befindet sich, wie alle Schüler und Schülerinnen der zehnten Klassen der entsprechenden Schultypen, aktuell in den Prüfungsvorbereitungen zum Mittleren Schulabschluss in Nordrhein-Westfalen – soweit unspektakulär aus der Wikipedia-Brille. Heute kam sie allerdings zu mir mit ihrem offiziellen Schulbuch zum „Prüfungstraining“ vom Westermann-Verlag, denn darin befindet sich eine vollständige Prüfungseinheit zum Thema „Wikipedia als Quelle zur Informationsbeschaffung“, die offensichtlich aus der Originalprüfung von 2022 stammt. Mit Hilfe von mehreren zur Verfügung gestellten Materialien sollen die Schüler:innen hier das vorgegebene Thema analysieren und verschiedene Aufgaben bearbeiten.

Abschlussprüfung
Wikipedia und ihre Probleme

Bei den Materialien handelt es sich vor allem um Extrakte aus Texten über Wikipedia, etwa ein historischer Abriss zur Wikipedia-Geschichte von Denis Gießler, ein Artikel von Torsten Kleinz über die Wikipedia über Kurt Jansson von 2012, eine Vorstellung des Schulprojektes von Wikimedia Deutschland mit Porträt von Denis Barthel von 2009, eine Vorstellung des Wikipedianers Gereon K., ein Artikel zu einem Fake-Beitrag zu einem erfundenen Dämon von 2018, ein Interview mit Lukas Mezger von 2021 und ein Artikel zum „Fachkräftemangel“ und „Schönschreibern“ von Thomas Urban von 2019. In den Aufgaben sollen die Schüler:innen auf dieser Basis einen Aufsatz über das vorgegebene Thema schreiben und konkret auf die Hintergründe der Entstehung der Wikipedia, ihre Stärken als Informationsquelle und die Zusammensetzung der Autorenschaft der Wikipedia mit den damit verbundenen Problemen bezüglich Qualität und Glaubwürdigkeit eingehen. Gipfeln soll das Ganze dann in einer Beurteilung und eigenen Überlegungen, „inwiefern die Nutzung der Wikipedia zur Informationsbeschaffung sinnvoll sein kann.“

Ich persönlich freue mich sehr, dass die notwendige kritische Bearbeitung dieses Themas Eingang in die Schule gefunden hat und das Ganze auch weitestgehend sachlich korrekt und anhand von gut ausgewähltem Material aufgearbeitet wird. Wie eingangs geschrieben handelt es sich hierbei um ein Lehr- und Prüfungsbuch für die 10. Klasse in Vorbereitung auf den Mittleren Schulabschluss, ist also sowohl in den Realschulen wie auch in Gesamtschulen und in Hauptschulen mit 10b-Strang in NRW (und wahrscheinlich auch andernorts) präsent und nicht nur in der gymnasialen Oberstufe. Persönlich habe ich mich natürlich auch gefreut, ein paar alte Kollegen und Geschichten wieder zu treffen, die fast alle noch heute aktiv hier rumwerkeln.AR, 25. 1.

"Wissen für alle": SRF-Erklärvideos nun auch auf Wikimedia Commons

Erklärvideo „Warum rutscht Brienz ab?“

Das deutschsprachige Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) mit Service-public-Auftrag hat begonnen, Erklärvideos unter Creative Commons-Lizenz «CC BY SA» zur freien Nutzung zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit Wikimedia CH.

Die ersten grafisch aufbereiteten Erklärvideos stammen aus der Wissenschaftsredaktion von SRF und sind dank der Zusammenarbeit mit Wikimedia CH ab sofort in Wikimedia Commons auffindbar. Aber auch Schüler*innen, Lehrpersonen und Bildungseinrichtungen profitieren von den Videos. Sie können diese frei verwenden oder bearbeiten.

Wie funktioniert die Wasserversorgung in der Schweiz? Weshalb gab es letzten Sommer im Bündner Bergdorf Brienz einen Felssturz? Welche Arten von Kopfschmerz gibt es? Diese und weitere wissenschaftliche Themen behandeln die neuen Videos von SRF. Komplexe Zusammenhänge werden den Zuschauer*innen in wenigen Minuten einfach verständlich gemacht. Die Inhalte aus den Bereichen Natur, Umwelt, Wissen und Gesundheit stammen aus den SRF-Wissenssendungen «Einstein» und «Puls». Sie basieren auf vertiefter Fachrecherche und wurden für die öffentliche digitale Nutzung neu aufbereitet.

«’Wissen für alle’: Das wollen wir bieten und die Erklärvideos ermöglichen uns genau das», freut sich Andrea Fischli Roth, Angebotsverantwortliche des multimedialen Teams Wissenschaft bei SRF Kultur.

Dank dem Projekt Wiki Loves Broadcast und dem regen Austausch in Deutschland zwischen der Wikimedia-Welt und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wurde bereits eine ganze Reihe Videos von ARD und ZDF auf Wikimedia Commons hochgeladen. In der Schweiz haben SRF wie auch Wikimedia CH das Thema aufgegriffen und sind aufeinander zugegangen. Jenny Ebermann, Geschäftsführerin von Wikimedia CH: «Wir freuen uns, dass nun auch aus der Schweiz Bildungsinhalte dank Wikimedia Commons und Wikipedia nutzbar werden.»

Die SRF-Videos zur freien Nutzung sind sowohl auf Play SRF oder www.srf.ch/creativecommons, als auch auf Wikimedia Commons, Category:Videos by SRF Wissen, abrufbar. Das Pilotprojekt dauert bis Ende Juli 2024. Ob und in welcher Form es weitergeführt wird, wird nach Ende der Testphase evaluiert.

Siehe dazu auch die News auf www.wikimedia.ch. Kerstin Sonnekalb (WMCH), 24.01

Chinesische Wikipedia führt Admins auf Probe und Schiedsgericht ein sowie weitere zh-Meta-Reformen

Zusammenfassung: Die chinesische Wikipedia hat sich im Dezember 2023 in einer großangelegten Umfrage zu zahlreichen Reformen entschlossen. Die für Admins nötige Mehrheit soll reduziert werden von 80 % auf 70 % oder 75 %. Kandidaten mit weniger Zustimmung, aber mindestens 50 % sollen für ein Jahr Adminrechte erhalten (Admin auf Probe). Das Recht, IP-Blockausnahme zu vergeben, soll neben den Admins eine zusätzliche Benutzergruppe erhalten. Außerdem soll ein Schiedsgericht eingeführt werden. Details noch offen. Potentielle CU-Reformen erhielten keine Mehrheit.

Zufällig stieß ich auf folgende chinesische Seite: zh:Wikipedia:請求評論/2024年管理人員制度改革. Es handelt sich um eine Art Umfrage oder Meinungsbild zu Admin-Reformen im weitesten Sinne.

Die Einleitung zeichnet ein eher düsteres Bild der eigenen Situation. Die WMF bannte 2021 mehrere Admins (Kurierartikel). Seither befände sich das Projekt (zh-wp) in einer Administrationskrise. 2023 seien drei Admins zurückgetreten wegen Inaktivität und Rechtemissbrauch, während kein einziger neu gewählt wurde. Das Vertrauen in die Admins wäre auch allgemein beschädigt wegen Kontroversen in der Community. Details werden nicht genannt; sie scheinen der Community bekannt zu sein. Anfügen möchte ich noch, dass seit einigen Jahren (2018?) die chinesische Wikipedia keine eigenen Checkuser mehr hat als Folge einer Entscheidung der WMF. Seither müssen CU-Anfragen auf Meta an die Stewards gerichtet werden.

Der erste angenommene Abstimmungspunkt bezog sich auf die nötige Mehrheit für Adminkandidaten, die vor vielen Jahren mehr oder weniger willkürlich auf 80 % festgelegt wurde. Seit Jahren wurde dieser Wert als zu hoch angesehen. Es gab große Einigkeit, den Wert zu senken. Wie sehr, wird in einer weiteren Abstimmung festgelegt. Diskutiert wurden 75% und 70%. Nur sehr wenige Benutzer erwähnten 2/3 wie auf de-WP.

Jedenfalls war man sich einig, dass alle Kandidaten, die über 50% erhalten, für ein Jahr begrenzt die Adminrechte erhalten sollen. Das entspräche relativ genau unserem Admin-auf-Probe-Konzept, das derzeit in unserer Umfrage recht klar abgelehnt wird. Wir sollten im Auge behalten, wie die Sache sich entwickeln wird.

Eine kleinere Änderung bezieht sich auf das IP-Sperren-Ausnahme-Recht. (Normalerweise werden IP-Adressen derart gesperrt, dass man durch Einloggen in ein existierendes Konto noch bearbeiten kann. Gelegentlich werden IPs aber derart gesperrt, dass auch Benutzerkonten von dieser IP aus nicht mehr arbeiten können. Mit diesem Recht kann man dann dennoch editieren.) In der chinesischen Wikipedia wird dieses Recht von sehr vielen Benutzern benötigt, was mit der staatlichen Internetzensur zusammenhängt. Jedenfalls gab es nicht genügend Admins, die die Rechte vergeben konnten, und die Wartezeit betrug schon bis zu 45 Tage. Das kostet natürlich neue Autoren. Also soll demnächst eine neue Benutzergruppe geschaffen werden, die dieses Recht vergeben kann.

Abgelehnt wurden Vorschläge, Admins nur noch auf begrenzte Zeit zu wählen, sowie Wiederwahl- oder Abwahlsysteme.

Die konsequenzenreichste Änderung ist womöglich die Einführung eines Schiedsgerichts. Details sollen zwar noch in einer weiteren Diskussion oder Abstimmung festgelegt werden, aber die grundsätzliche Einführung wurde wohl sehr klar beschlossen. Interessant ist der konkrete Hintergrund für die Einführung. Es gab wohl immer wieder Probleme, die kein Admin entscheiden wollte aus Angst vor Kritik. Die Hoffnung ist, dass eine Gruppe sich gemeinsam dieser Probleme annehmen könnte. Es handelt sich im Allgemeinen um ein ‚gewöhnliches‘ Schiedsgericht, wie es sie in vielen Projekten gibt. Etwas merkwürdig ist der Vorschlag eines Sitzungsleiters, der Admin sein muss, aber dem Schiedsgericht selbst nicht angehört. Außerdem sollen wohl Stewards eine Rolle spielen. Google übersetzt das folgendermaßen auf Deutsch:

"Zusammensetzung : Bestehend aus vierzehn Personen.
  • Die beiden Wikimedia-Moderatoren [Link auf meta:Stewards ] fungieren als Beobachter und Berater des Schlichtungsausschusses. [Gemeint: Schiedsgericht] Sie sind dafür verantwortlich, die Wahl, Zusammensetzung und Arbeitsweise des Schlichtungsausschusses zu überwachen und den Ausschuss bei Bedarf zu beraten. Treten bei der Arbeit des Gremiums Probleme auf, kann der Betreuer diese der Gemeinde [Community] melden.
Supervisor-Plätze werden von Supervisoren selbst empfohlen oder nominiert und durch Community-Voting bestätigt."

Der Alternativ-Vorschlag lautet wie folgt:

"Zusammensetzung : Bestehend aus elf Personen.
Ein Wikimedia- Moderator [Link auf meta:Stewards ] fungiert als Ombudsmann und Berater des Schlichtungsausschusses [Schiedsgericht] und ist dafür verantwortlich, die Wahl, Zusammensetzung und Arbeitsweise des Schlichtungsausschusses zu überwachen und den Ausschuss gegebenenfalls zu beraten. Treten bei der Arbeit des Gremiums Probleme auf, kann der Betreuer diese der Gemeinde [Community] melden.
Supervisor-Plätze werden von Supervisoren selbst empfohlen oder nominiert und durch Community-Voting bestätigt."

Über den Sinn und Zweck von Stewards kann ich hier nur spekulieren. Möglicherweise hängt dies mit dem ausgeprägten Misstrauen in der chinesischen Community zusammen, das eingangs in der Umfrage erwähnt wurde. Ein Steward, also jemand, der schon das Vertrauen der globalen Community hat, ist wohl kaum in Verdacht, insgeheim für den chinesischen Staat als Denunziant zu arbeiten, und kann die Wiki-Öffentlichkeit informieren, falls hinter verschlossenen Türen die neuen Schiedsrichter irgendwelche krummen Sachen versuchen sollten. Einer der Kontra-Stimmer meinte jedenfalls, er hätte "große Sorge, dass aus dem Schlichtungsausschuss der „Nationale Volkskongress“" werden könnte. Man verwies ihn auf die "Vorgesetzten". Gemeint waren wohl die Stewards, die überwachen sollen, dass alles regelkonform abläuft.

Die letzten Umfragepunkte betrafen die mögliche Wiedereinführung lokaler Checkuser (Ernennung durch das neue Schiedsgericht, individuelle Wahlen, Kandidaten direkt der WMF vorschlagen) von denen aber keiner eine Mehrheit erhielt. KdV, 21.01

WMF musste Artikel löschen wegen DSGVO und Verstoßes gegen Persönlichkeitsrechte

Zusammenfassung: Die WMF musste vor kurzem in der französischen Wikipedia einen Artikel löschen, nachdem sie von einem französischen Gericht in zweiter Instanz dazu verurteilt worden war. Das Gericht sah insbesondere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung der EU und das Persönlichkeitsrecht bzw. das Recht auf Privatsphäre. In der französischen Community entbrannte daraufhin eine Debatte um Biografien zu lebenden Personen, die zwar Relevanzkriterien erfüllen (hier als Autor), aber eigentlich keine Person des öffentlichen Lebens sind und über die es daher kaum unabhängige Belege gibt. Gegen das Urteil ist noch Revision möglich, es muss aber vorerst umgesetzt werden.

Beim Artikel handelt es sich um fr:François Billot de Lochner, geboren als François Billot, einen französischen, konservativen Aktivisten und Essayisten und laut Eigenaussage auch Verbandsaktivist, Financier und Investmentbanker sowie Nachfahre eines französischen Königs. Er ließ sich 2006 „umbenennen“, in François Billot de Lochner, also de facto ein offizieller Namenszusatz, der wohl Adel ausdrücken soll (etwa dem deutschen „von Lochner“). Der gelöschte Artikel war noch eine Weile im Google-Cache einsehbar und mir daher bekannt.

Der Artikel war bestenfalls ein längerer Stub: Zwei Zeilen Einleitung, in denen de Lochner definiert wird als konservativer Aktivist und Autor, was auch der Beschreibung seines Anwalts entspricht [1] und damit wohl nicht negativ zu interpretieren ist. Im Abschnitt „Biografie“ geht es mit mehreren Sätzen ausschließlich um seine „Umbenennung“. Zu ihm als Person erfährt man praktisch gar nichts. Der nächste Abschnitt ist eine Liste mit seinen „Werken“, wobei bei den ersten beiden ausdrücklich vermerkt ist, dass er sie veröffentlichte als „François Billot“ (also ohne „de Lochner“). Es folgen die üblichen Fußnoten und Belege etc. In der Gerichtsentscheidung wird der Artikel ähnlich beschrieben und sogar zitiert.

In seiner Klage bezieht sich de Lochner insbesondere darauf, dass sein alter Name nicht mehr genannt werden dürfe. Ein Detail, das hierzuwiki auch eine Rolle spielt bei Personen, die sich aus ganz anderen Gründen umbenannt haben.

Chronologie:

  • 31 August 2019: Artikel wird erstellt (fr:François Billot de Lochner, Loguch) vom Benutzer Renaldus, einem Gelegenheitsautor mit heute 900 Edits seit 2013
  • 4 April 2020: Eine URV im Artikel wird entdeckt: fr:Discussion:François Billot de Lochner/Droit d'auteur, dort Link auf https://www.stopauporno.fr/qui-sommes-nous/notre-equipe/, eine Anti-Porno-Gruppe, deren Gründer de Lochner ist. Dort findet man eine Kurzbiografie: Studium der Politologie, Doktor in Wirtschaft, Vater mehrere Kinder, mehrere Stationen im Finanz- und Bankensektor. Nichts davon fand sich im Artikel wieder, wmgl. weil die Quelle als parteiisch abgelehnt wurde (Spekulation meinerseits).
  • 18. April 2020. Löschdiskussion fr:Discussion:François Billot de Lochner/Admissibilité wird knapp behalten. Der LA stammt von einem Konto, das kurz danach gesperrt wurde wegen „kein Wille“. Sowie weiteren Socken, die für Behalten stimmten, aber kurz danach wegen undeklariertem bezahltem Schreiben geperrt wurden, sowie welcher, die für Löschen stimmten wegen Sockerei gesperrt und wegen kein Wille gesperrt.
  • ? Laut Auskunft von Stewards und französischen Freiwilligen tauchen diverse IPs und Neukonten im Artikel auf die aber revertiert wurden.
  • 14. Mai 2020: Der Anwalt des Herrn de Lochner schickt der WMF eine Email und verlangt die Löschung „seines“ Artikels. De Lochner veröffentlich die Mail seines Anwalts auf seiner privaten Website: https://francois-billotdelochner.fr/wp-content/uploads/2020/06/maitre-sarda-fdelochner-contre-wikipedia.pdf
  • 8. Juni 2020: Die WMF antwortet und verweist auf die Community, oder genauer an die Freiwilligen, die den Artikel editierten.
  • ? Laut Gerichtsurteil kam es auf der Diskussionseite zu Diskussionen, die de Lochner als sehr abweisend empfand. Vermutlich fanden diese zu etwa diesem Zeitpunkt statt. Die Urteilsbegründung beschreibt de Lochners Darstellung dieser Diskussion. Diese offenbare, dass es den Freiwilligen nur darum gehe, ihm zu schaden. Beiträge von Autoren, die die Seite vervollständigen wollten, würden ihm zufolge systematisch gelöscht von „böswilligen“ Benutzern (malveillant), denen es in keinster Weise darum gehe, eine in sich stimmige (vollständige) Biografie zu erstellen und damit offenbarten, dass es ihnen nur darum gehe, ihm zu schaden. Den Artikel selbst beschreibt de Lochner gegenüber dem Gericht als sehr lückenhaft, was seine „multiplen Aktivitäten“ angehe (wohl im Bankenwesen). Seine gesamte Biografie sei reduziert auf seine Umbenennung, die wie aus seinem Leben herausgeschnitten sei und als einzig Wissenswertes über ihn präsentiert werde.
  • 25. Juni 2020: Der Anwalt de Lochners legt ein Konto an https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Verwaltung_Benutzerkonten-Zusammenführung?target=AvocatLochner (wörtlich „Benutzer:AnwaltLochner“). Er fügt im Artikel einen Stammbaum de Lochners ein, den dieser auf seiner privaten Website veröffentlicht hat. Außerdem gibt es Diskussionsbeiträge des Kontos, das nur 4 Tage später gesperrt wird, offiziell wegen Passage en force - L'article fait l'objet d'une action en justice, also wegen offizieller Prozesse. Diversen Wikipedianern zufolge gab es Drohungen mit rechtlichen Schritten.
  • ? De Lochner veröffentlicht auf seiner privaten Website ein Blog (https://francois-billotdelochner.fr/popupbuilder/wikipedia-ment-sur-francois-billot-de-lochner/ ), der inzwischen nicht mehr erreichbar ist. Der Titel war „Wikipedia lügt über Francois Billot de Lochner“. Er beschwert sich darin, dass sein Artikel lückenhaft sei und daher falsch und gelogen. Er bietet einen Link auf seine Abstammung, beginnend mit Ludwig VI „König der Franzosen“. Natürlich nur bedingt überprüfbar.
  • 27. Januar 2022: de Lochner beantragt eine einstweilige Verfügung am Tribunal der Stadt Nanterre.
  • 22. April 2022: de Lochner reicht normale Klage ein und verlangt die Löschung seiner Seite. De Lochner veröffentlicht ein Schreiben seines Anwalts ans Gericht https://francois-billotdelochner.fr/wp-content/uploads/2022/05/Wiki-assignation.pdf Anscheinend die Klageschrift.
  • 9. Juni 2022: Rücknahme des Eilantrages. Gründe nicht genannt, womöglich wegen Aussichtslosigkeit
  • 6. April 2023: Abweisung der Klage in allen Punkten durch das Tribunal Nanterre. Der zweitinstanzlichen Entscheidung zufolge bejahte das Tribunal zwar, dass die Privatsphäre de Lochners verletzt sei, gab der WMF jedoch Recht, weil diese sich berufen könne auf das Recht auf Meinungsfreiheit und das „Recht der Öffentlichkeit auf Information“, zu Deutsch wohl eher „öffentliches Interesse“.
  • 20. April 2023: Berufung von de Lochner gegen die erstinstanzliche Entscheidung
  • 15. Juni 2023: Ausführliche Begründung der Berufung. De Lochner bezieht sich auf mehrere Gesetze: articles 9 et 61 du code civil, 6 de la loi du 21 juin 2004, 226-16 du code pénal, article 8 de la CEDH, 7 et 8 de la Charte des droits fondamentaux, 4, 17,21 du RGPD et 51 de la loi du 6 janvier 1978, L. 221-14, L. 221-15, L. 221-16 du code des relations entre le public et l'administration (Fettung durch mich) Wobei die RGPD das französische Kürzel für die DSVGO ist, die Datenschutz-Grundverordnung der EU und daher in allen EU-Ländern gleichermaßen gilt. Art 4 behandelt Definitionen, Art 17 (‚Recht auf Löschung („Recht auf Vergessenwerden“)‘) Art 21 (‚Widerspruchsrecht‘)
  • Im Oktober antwortet die WMF und bezieht sich auf die articles 6 de la loi n° 2004-575 du 21 juin 2004 pour la confiance dans l'économie numérique et 17.3 (a) du règlement général sur la protection des données n° 2016/679 du 27 avril 2016
  • 21. Dezember 2023: Das Berufungsgericht Versailles verurteilt die WMF dazu, den Artikel zu löschen.
  • 5. Januar 2024: Das Konto WMFOffice löscht den Artikel und seine Diskussionsseite [2]

Im Frankreich müssen zweitinstanzliche Urteile sofort umgesetzt werden. Die WMF hat zwei Monate Zeit, um in Revision zu gehen vor dem Kassationshof, siehe auch Gerichtsorganisation in Frankreich. KdV 11.1.

Die unerträgliche Mühsal der Adminkandidatur

Kommentar: Eigentlich habe ich seit einiger Zeit das Gefühl, dass Wikipedia zuletzt friedlicher geworden ist. Trotz aller Konflikte in der Welt. Vielleicht verschwindet das, was hier passiert, auch nur hinter dem realen Wahnsinn, oder aber es passiert an Stellen, in denen ich zuletzt nicht so aktiv war. Alles möglich. Und auch ich ärgere mich immer wieder über Dinge hie und da. Zuletzt sind mal wieder zwei Adminkandidaturen zu Ende gegangen, die einfach nur unterirdisch waren. Die Menschenverachtung, mit der da zum Teil agiert wurde, geht auf keine Kuhhaut mehr. Ich bin wahrlich kein Kind von Traurigkeit und ein Verfechter des offenen Wortes. Ein offenes Wort ist aber nicht dasselbe wie umfassend ausgelebte Boshaftigkeit und Niedertracht.

Andere Quälen ist eben kein Kinderspiel – auch nicht in Wikipedia.

Bei einigen Mitwirkenden hat man das Gefühl, ihr einziger Existenzgrund ist am Rande eines Konfliktes zu stehen, und in den, als sei es Feuer, virtuelles Benzin nach zu kippen. Stetig und vor allem dann, wenn sich etwas zu beruhigen anbahnt. Einerseits machen das Einige offenbar aus purem Spaß an der Freude, wie Pyromanen, die es einfach lieben, wenn Dinge brennen. Andere wollen wohl nur mit allen Mitteln etwas verhindern, was ihnen nicht passt. Vor nichts wird zurück geschreckt. Verdrehungen, Verleumdungen, um so tiefer aus der Angriffskiste der Dreck kommt, desto höher offenbar die Vermutung, dass vom Dreck, der geworfen wird, an der beworfenen Person etwas kleben bleibt. Berechtigt oder nicht, das spielt dann gar keine Rolle mehr, zumindest der Eifer wird vor der höchsten vorstellbaren Instanz – sich selbst – als berechtigt empfunden. Ob das der unsinnige Vorwurf des Antisemitismus ist, oder aber die fatale Vorstellung, zwei neu angelegte Artikel im Monat bei mehreren ausgezeichneten Artikeln und mehr als 15.000-Artikelnamenraumedits seien nicht genug, um entscheiden zu können, wie Artikelarbeit aussieht.

Als suchte man nur Dinge, weil man nichts Reales hat, was man angehen könnte. Aber wenn man dann ein Thema hat, wird das auch wirklich bis zum Ende ausgewalzt. Es wird virtuell eingeprügelt, dass die Kandidaten auch ja merken, wie anmaßend ihre Kandidaturen sind. Ruhe und Entspannung darf es nicht geben, die Kandidaten müssen bis ans Äußerste gebracht werden. Wenn am Ende Niemand leidet, war es offenbar nicht gut genug. Die immer selben Vorwürfe müssen auch immer wieder vorgebracht werden, als wäre nach dem dritten Mal nicht jeder Leser, jede Leserin selbst in der Lage sich ein Bild zu machen. Und als Kirsche dann die Empfehlung, das Kandidatenopfer solle doch in sich gehen und mal die gemachten Fehler analys... – äh, bereuen. Kniend zu Füßen der Ankläger. Wo ich beim Lesen oft denke, dass sich da doch vielleicht Einige mal an ihre eigenen Empfehlungen erinnern sollten.

Dies hier ist Wikipedia. Nach wie vor ein Projekt von Freiwilligen. Nicht mehr. Nicht weniger. Ein Hobby. Für viele von uns das vielleicht schönste Hobby der Welt. Um so schlimmer, wenn man darüber nachdenkt, wie wir hier zum Teil miteinander umgehen. Wie entmenscht zum Teil Mitarbeitende werden. Und nicht selten nur deshalb, weil sie wie bei Adminkandidaturen wagen anzubieten, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Nichts spricht dagegen, auch gegen Kandidaten zu stimmen. Aber dann macht es am Ende das Wie aus. Will ich diese Person am liebsten aus dem Projekt haben? Werde ich was auch geschieht nie Ruhe geben? Statt Moral zu predigen, sollten ein paar Leute mal beginnen, Moral zu leben. Der Gipfel des Zynismus ist für mich aber, dass es offenbar nicht wenige Leute hier gibt, die meinen, Adminkandidaten müssten so etwas aushalten und man würde an deren Verhalten in einer AK eine Eignung für diese Funktion erkennen. Nichts könnte falscher, nichts könnte fataler sein. Was bleibt, ist Frust. Nicht nur über eine verlorene AK. Damit können sicher viele leben. Aber darüber, dass offenbar jedes Mittel als recht angesehen wird, vor nichts mehr zurück geschreckt wird und dass es auch ganz offenbar keinen Schutz davor gibt. Ist das wirklich die Wikipedia, die wir wollen? MC, 11.1.2024

Schutz vor „harassment“!?

Längere Zeit war ich nicht besonders bzw. nur mit Unterbrechungen in der WP aktiv. Ich war dabei, mir zu überlegen, ob ich vielleicht auch wieder Artikel schreibe.

Gestern habe ich in diesem Zusammenhang feststellen müssen, dass bei der Eingabe meines Benutzernamens in den öffentlichen Logbüchern verschiedene „Zusätze“ erscheinen.

Darunter „Horst Gräbner im Venichtungslager vergasen“ [sic!] und „Horst Gräbner gehört ins Vernichtungslager“. Siehe screenshot 1.

Diese beiden Konten waren offensichtlich im Jahr 2018 angelegt und gesperrt worden. Unter einem der Namen war auch eine Benutzerseite angelegt und gelöscht worden.

Aber sichtbar als Konten mit Bezug zu meinem Namen sind sie weiterhin beim Blick in die Logbücher und die Benutzerseite beim gezielten Suchen nach dem Benutzernamen. Siehe screenshot 2.

Außer der Sperrung der Benutzernamen ist nichts erfolgt. Weder OS noch die Stewarts waren informiert worden. Das habe ich gestern selbst erledigt, aber OS sieht sich außerstande, die Benutzernamen und die gelöschte Benutzerseite zu verstecken.

Persönliches Versagen der beteiligten Admins und/oder systemisches Versagen des Projekts?

In meiner Integrität habe ich mich schon zu Zeiten, als ich noch A und OS war, von den KollegInnen hier nicht immer wirklich geschützt gefühlt. Beim Lesen der Benutzernamen lief’s mir schon gestern kalt den Rücken runter, und da hat sich auch nach einer Nacht Darüber-Schlafens nichts daran geändert.

Was ich will, ist, dass diese Einträge umgehend versteckt werden, und dass sichergestellt wird, dass Derartiges nicht über einen so langen Zeitraum unentdeckt und unversteckt stehen bleiben kann. --Horst Gräbner (Diskussion) 17:07, 9. Jan. 2024 (CET)Beantworten[Beantworten]

PS: Vorschlag zur Verharmlosung: „Stell dich nicht so an, es gibt Schlimmeres!“ Oder: „Wenn du’s hier nicht öffentlich gemacht hättest, hätte es eh keiner bemerkt.“ Oder dergleichen.

Nachtrag: OS konnte jetzt die gelöschte Benutzerseite verstecken; für Normalbenutzer jetzt nicht mehr sichtbar. --Horst Gräbner (Diskussion) 17:28, 9. Jan. 2024 (CET)Beantworten[Beantworten]

Nachtrag 02: Die beiden Benutzernamen sind jetzt versteckt. Danke!

Geschafft! 5000 Artikel in 100 Women Days

Die Ehrenplakette in Gold und Jade auf Rosenholz an die Aktion 100 Women Days (selbstgehäkelt)
Natürlich auch ein paar Blumen … oder doch lieber was zu naschen?

Gestern (7. Januar) war es so weit: Im Rahmen der 100 Women Days wurde der 5000. Artikel veröffentlicht. Aus diesem Anlass erstmal ein Dankeschön an alle, die sich über all die Jahre an dieser Aktion beteiligt haben, beteiligen und (vielleicht noch) beteiligen werden.

Alles begann 2019 im Lokal K. Damals nahm sich die dortige Community vor, 100 Tage lang bis zum Internationalen Frauentag am 8. März, jeden Tag mindestens einen neuen Artikel zu schreiben. Ziel war damals, Frauen in Rot zu „entröten“, also Biografien zu schreiben. Und auch wenn es zeitweise etwas knapp war, den geforderten Artikel pro Tag zu schreiben, so waren es am Ende weit mehr als nur 100 Artikel, es wurden 585.

Seitdem wurde die Aktion jedes Jahr fortgeführt – auch in Coronazeiten – und heuer zum fünften Mal in Folge. Und jedesmal wurden es mehr Artikel. Immer wieder kamen neue Autorinnen und Autoren hinzu, die sich alle auf ihre Art beteiligten, auf den unterschiedlichsten Gebieten. Vom Start der ersten Aktion am 29. November 2019 bis zum 7. Januar 2024 sind so 5000 neue Artikel entstanden. Das alles sind auch Zeichen für Nachhaltigkeit.

Bis zur letztjährigen Aktion waren die 100 Women Days allerdings auf Biografien beschränkt. Diesmal gibt es als neue Rubrik „Frauenbezogene Themen“, die es erlaubt, Artikel jenseits von Biografien einzustellen, z. B. Bücher von und über Frauen, Frauenmuseen oder Veranstaltungen, wie Sportwettkämpfe, oder andere historische und aktuelle Ereignisse. Leider ist diese Rubrik inzwischen ein wenig eingeschlafen: Seit 1. Januar gab es insgesamt nur noch drei Artikel und seit dem 3. gar keinen mehr. Trotzdem haben auch die 54 bisher geschriebenen Artikel zu „Frauenbezogene Themen“ ihren, wenn auch kleinen, Beitrag zu den 5000 geleistet.

Deshalb allen Beteiligten nochmal ein Dankeschön und weiter viel Freude beim Schreiben neuer Artikel! Übrigens: Wer noch einsteigen möchte, die Aktion läuft noch bis zum Internationalen Frauentag am 8. März. Du2 8.1.

Nachtrag: Inzwischen (10. Januar) hat auch die Zahl der geschriebenen Biografien die Grenze von 5000 erreicht.

Public Domain Day 2024: Jetzt wirklich gemeinfrei: Marie Boehm

Jetzt wirklich gemeinfrei: Mia May, Bild von Marie Boehm

Wieso jetzt, wird sich der Leser fragen, wenn er die Schlagzeile liest, sind doch Photographien wie die hier abgebildete des 1890 gegründeten Photostudios Becker & Maass seit Jahren als PD old auf Commons hochgeladen. Um es kurz zu machen: das Bild ist nicht von Otto Paul Becker, und es ist auch nicht von Heinrich Maass, sondern von Marie Boehm. Dies war seit Sommer 2022 bekannt, als ich hier im Kurier das erste Mal berichtete, doch blieben einige Details zunächst im Dunkel der Geschichte. Einige Monate nach meinem kleinen Aufsatz erreichte mich über meine Diskussionsseite der Hinweis, daß Otto Becker bereits 1893 verstorben war und Marie Böhm viel früher das Photostudio Becker & Maass übernommen hatte, als vorher bekannt war. Tatsächlich war der Maler Maass ein Bohème, der nicht mit Geld umgehen konnte, und im Januar 1896 zunächst einen Teilhaber aufnehmen mußte und schließlich im November 1896 an Marie Böhm verkaufte. Möglicherweise diente er noch eine Weile als Strohmann, weil Marie Böhm vormals Buchhalterin des Photostudios war und ihren Meistertitel erst später erwarb. Wann, das liegt im Dunkel, weil bislang keine digitalen Quellen zu den Prüfungen im Photographierhandwerk bekannt sind, wenn es sie nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges überhaupt gibt. Es stellte sich allerdings heraus, daß das Dresdner Kuperstichkabinett 1899/1900 Photographien von Marie Boehm ankaufte. Spätestens 1906 bildete sie Lehrlinge aus. Was aus Maass (oder Maaß) wurde, ist nicht bekannt; ein Professor Maass, ebenfalls ein Berliner Maler, ist möglicherweise ein anderer. Oder auch nicht. Wie auch immer, Böhm photographierte vor allem Portraits und später auch Mode, und zeitgenössisch wurde angegeben, daß sie stets selbst photographierte. Für uns wäre das ein Problem, wenn die 1858 oder 1859 Geborene hundert Jahre alt geworden wäre.

Marie Böhm (oder Boehm) floh 1933 nach London. Ein Archiv von 80.000 Photos ließ sie zurück. Else Kuznitzki (oder Kusnizki, oder auch mit y) war wohl die Strohfrau von Victor Festl-Hohenfels (oder Hohenfels-Festl) beim Erwerb des Photostudios Becker & Maass. Die Umstände deuten auf Arisierung, und bedürfen eigentlich der weiteren Forschung, aber Festl-Hohenfels wurde am Tag der Machtergreifung verhaftet. Man warf ihm neben Spionage die Beschäftigung zahlreicher Juden in seinem Orchester vor. Seiner Künstleragentur wurde die Lizenz entzogen. Ins Photoatelier Becker & Maaß trat er zunächst als Kompagnon ein, ab 1935 war er alleiniger Inhaber. Böhm hatte er zur Flucht verholfen, was ihm eine weitere Verhaftung einbrachte. Später photographierte er zu seinem Lebensunterhalt selbst. 1937 zog das Photostudio um in die Räumlichkeiten des vormaligen, beschlagnahmten Ateliers Harlip. Das Ehepaar Harlip war zuvor nach England geflohen.

Was Benutzer:Tozina noch herausgefunden hatte, war folgendes, im Register des Berliner Landesarchivs zum Obersten Rückerstattungsgericht für Berlin: Verfahren Erna Rosa Wiener, geb. Boehm (*24.02.1887), 11, Hillfield Court, Belsize Avenue, London NW 3, gegen das Deutsche Reich 31.12.1958 [...] Enthält: Vermögenswerte. Geschädigt: Marie Boehm Verweis: B Rep. 032, Treuhänder Reg. Nr. G/13221/B, Registratursignatur 62 WGA 13716/59. nebst dem Verweis: Geschädigt: Marie Boehm (*07.02.1863), verstorben. Marie Boehm war also spätestens am 31. Dezember 1958 schon tot, aber das würde auf Gemeinfreiheit in Deutschland erst am 1. Januar 2029 hindeuten. Die Suche nach dem Todesdatum war weiterhin offen. Böhm (oder Boehm) war übrigens die Schwester von Edmund Boehm, dessen Tochter Ena das genannte Verfahren anstrengte. Leider habe ich von Tozina seitdem nichts mehr gehört, und der letzte Edit des Benutzers stammt gleich vom folgenden Tag, was nichts Gutes erwarten läßt.

Die Suche kam also ins Stocken und ging erst weiter, als mich Benutzer:Rosenzweig auf diesen Artikel im SPK-Magazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und seine Änderungen in Marie Flatow (Q104542711) hinwies (vgl. Versionsgeschichte). Demnach sei Marie Boehm 1943 als verheiratete Marie Flatow im Ghetto Theresienstadt gestorben. Dies konnte aber nicht stimmen, da die gesuchte Marie Boehm nachweislich nach London geflüchtet war.

Rosenzweig fand dann im September-Mitteilungsblatt von 1953 der Association of Jewish Refugees die Todesmeldung von Marie Boehm: Miss Marie Boehm, the well-known former portrait photographer and owner of the studio Becker & Maass, Berlin, died in England on August 4, 90 years old. Her photographic studio, which she started as a young girl, was the first to be run by a woman. She had to give it up when the Nazis came to power. Damit war nachgewiesen, wann Marie Boehm verstorben war und daß ihre Werke mit dem heutigen Tag auch in Deutschland gemeinfrei wurden.

Damit wäre diese Geschichte am Ende, hätte sie nicht einen Epilog, der gleichzeitig ihr Prolog ist. Und der geht so: Nachdem ich die Autorin des Artikels im SPK-Magazin kontaktiert hatte, stellte sich heraus, daß Marie Boehm nicht die einzige Namensdoppelung in dieser Geschichte ist. Die andere, in Theresienstadt gestorbene Marie Boehm, die durch Heirat mit Leo Flatow seit 1918 Marie Flatow hieß, hatte nämlich auch eine Namensdoppelgängerin. Diese andere Marie Flatow war eine Modeschöpferin, deren Geschäftslokal laut Berliner Adreßbuch von 1915 in der Bellevuestraße 5 siedelte, just an der Adresse, wo sich zu dem Zeitpunkt der Firmensitz des Photostudios Becker & Maaß befand. MaB 1.1.

Public Domain Day 2024: Von Stalin über Hubble bis Hank Williams

Die Songs des amerikanischen Country-Musikers Hank Williams sind ab heute gemeinfrei.

Wie jedes Jahr ist eine der ersten (Wiki-)Aktionen des Autors dieser Zeilen der Blick in die Listen der Personen, deren Werke 2024 gemeinfrei werden. Der persönliche Fokus liegt dabei immer auf den Künstler:innen, da diese für die Bebilderung der Wikipedia eine besondere Rolle spielen – aber auch die Werke zahlreicher Musiker, Komponisten, Architekten, Schriftsteller, Politiker und Wissenschaftler werden mit dem heutigen Public Domain Day gemeinfrei. Der Blick auf unsere durch Wikidata generierte Liste offenbart, auf wen dies alles zutrifft und aufgrund der dort angegebenen Anzahl von Artikeln in den verschiedenen Sprachversionen lässt sich auch die Relevanz ganz gut abschätzen. Angeführt wird diese Liste dabei von Josef Stalin, dem sowjetischen Diktator und Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU, den wir in 259 Sprachversionen der Wikipedia finden. Auch die zweite Position führt uns nach Russland, zu dem Schriftsteller und Übersetzer Iwan Alexejewitsch Bunin, der 1933 als erster Russe den Literatur-Nobelpreis erhielt. Rang drei geht an den amerikanischen Astronomen Edwin Hubble, Namensgeber des Hubble-Weltraumteleskops. Zahlreiche weitere Schriftsteller, Wissenschaftler und andere folgen, auf einige möchte ich punktuell hinweisen.

Sov du lilla videung, än så är det vinter …

Da wären zwei bedeutende Personen aus dem Bereich der Musik, die mir direkt ins Auge fallen: Auch die Aufnahmen des amerikanischen Country-Musikers und Songwriters Hank Williams und die des französischen Jazz-Komponisten Django Reinhardt sind nun gemeinfrei. Bei den bildenden Künstlern fehlen erstmal die großen Namen, die mir ohne nachzuschlagen etwas sagen. Hier sind es unter anderen Künstler:innen wie der Japaner Kuniyoshi Yasuo, die französische Jugendstil-Malerin Elisabeth Sonrel, die schwedische Kinderbuchautorin und -illustratorin Elsa Beskow, der deutsche Bildhauer Gustav Adolf Bredow oder auch der Schweizer Reportagefotograf Paul Senn, zu denen wir nun gemeinfreie Werke sammeln können. Unter den Architekt:innen lohnt vor allem ein Blick auf die Amerikanerin Sophia Hayden und Erich Mendelsohn. Wie jedes Jahr gibt es also einiges zu entdecken. AR 1.1.

KURZMELDUNGEN (zu Langmeldungen)

Die Steuerungsgruppe zur Revision des WMDE-Fürsorgekonzepts startet

Nachdem Wikimedia Deutschland im Januar zur Beteiligung am Revisionsprozess des Fürsorgekonzepts eingeladen hatte, hat sich hierfür nun eine neue Steuerungsgruppe gebildet. Die Steuerungsgruppe besteht aus Ehren- und Hauptamtlichen und wird voraussichtlich von März bis Juni 2024 im Rhythmus von 2 bis 3 Wochen online tagen. Aktuelle Details zur Arbeit der Steuerungsgruppe und aktuelle Entwicklungen sind auf der entsprechenden Seite des WMDE-Community-Portals zu finden. Nico (WMDE), 26.2.

Wikimania 2024: WMDE-Bewerbungsfrist für Teilnahmestipendien verlängert

Schriftzug Wikimania Katowice, die Buchstaben sind verschiedenfarbig gestaltet, der Hintergrund ist transparent
Logo der Wikimania 2024

Für die im August in Katowice stattfindende Wikimania 2024 vergibt Wikimedia Deutschland Teilnahmestipendien an Mitglieder der Communitys des Freien Wissens. Die Wikimania ist das internationale Austauschtreffen von Ehrenamtlichen der Wikimedia-Projekte, Mitarbeitenden der Wikimedia Foundation und der Wikimedia-Organisationen sowie an den Themen rund um die Wikimedia-Projekte Interessierten.

Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 29. Februar (end of day, MEZ) verlängert. Alle Informationen gibt es im Portal für die Wikimania 2024, für Fragen steht das Team Communitys und Engagement gern unter wikimania@ – at-Zeichen für E-Mailwikimedia.de zur Verfügung. sandro (wmde), 26.02.

Vorjury Wiki Loves Folklore

Seit dem 1. Februar 2024 läuft der Fotowettbewerb Wiki Loves Folklore in Deutschland parallel zum internationalen Fotowettbewerb. Die Fotografen haben bis Ende März 2024 Zeit, ihre Fotos zum Thema Volkskultur, Traditionen und Kulturerbe hochzuladen.

Bereits jetzt sind über 1700 Fotos zu diesem Thema aus unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Feste, Essen, Tänze und Trachten hochgeladen. Die Fotos sollen nach dem Wettbewerb von einer Jury bewertet werden. Doch dafür braucht sie wie bei den anderen großen WLX-Fotowettbewerben die Unterstützung einer Vorjury.

Ab sofort können die eingereichten Fotos von der Vorjury bewertet machen. Mach bitte mit und bewerte die Bilder als Teil der Vorjury. Folklore ist mehr als du glaubst. Aus diesem Grund haben wir im ersten Jahr den Begriff sehr weit gefasst und legen den Fokus nicht so stark auf kulturhistorische Hintergründe. Folklore hat für jeden eine andere spannende Bedeutung. Z t 26.02.

Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium

2019 fand die WikiCon im Wuppertaler Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium statt. Mir ist diese letzte Prä-Covid-WikiCon vor allem als WikiCon der kurzen Wege in Erinnerung, weil Hauptbahnhof, Veranstaltungsort und, für die meisten jedenfalls, Hotelzimmer fußläufig beieinanderlagen, kaum mehr als fünf Minuten jeweils, wenn überhaupt. Und wegen der vielen Treppen, der es in Elberfeld wohl mehr gibt als Brücken in Venedig.

Heute ist das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in die Schlagzeilen geraten, weil bei einem Amoklauf-Zwischenfall fünf Schüler bei einem Messerangriff verletzt wurden, darunter wohl auch der Täter. Außer ihm befinden sich zwei der Verletzten auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Im Namen der Community drücke ich die Hoffnung aus, daß die Verletzten so rasch als möglich genesen. Ich hoffe außerdem, daß Schüler und Lehrer bald den Weg zurück in die Tagesroutine zurückfinden. MaB 22.02.

Erinnerung: Wikimania-Stipendien

Schriftzug Wikimania Katowice, die Buchstaben sind verschiedenfarbig gestaltet, der Hintergrund ist transparent
Logo der Wikimania 2024

Für die im August in Katowice stattfindende Wikimania 2024 vergeben die Wikimedia-Organsationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Teilnahmestipendien an Mitglieder der Communitys des Freien Wissens. Die Wikimania ist das internationale Austauschtreffen von Ehrenamtlichen der Wikimedia-Projekte, Mitarbeitenden der Wikimedia Foundation und der Wikimedia-Organisationen sowie an den Themen rund um die Wikimedia-Projekte Interessierten.
Die Bewerbung ist noch bis zum 25. Februar (bei WMDE und WMAT) bzw. bis zum 31. März (bei WMCH) möglich. Für alle Interessierten aus Deutschland gibt es am 22. Februar noch eine Sprechstunde als Möglichkeit, Fragen rund um den Prozess und die Wikimania allgemein zu stellen. Manfred Werner (WMAT), 20.02.

Kleine Freuden (54): Verlinkung von Biographien

Auch Dein Beitrag in der Fortsetzungs-Reihe Kleine Freuden ist willkommen! Mehr dazu im ersten Kurierartikel 2015Jetzt die bisherigen Ausgaben lesen und selber mitmachen!

In der letzten Woche wurde der Artikel Konflikt überarbeitet. Beim Bequellen des Artikels fiel auf, dass die meisten Autoren der am Artikelanfang verwendeten Quellen bereits biographische Artikel hatten, auf die verlinkt werden konnte. Das waren beeindruckende 8 der ersten 13 Einzelnachweise, herzlichen Dank an meine Kollegen! ghi, 18.2.

Fotoworkshop Köln 15.–17.3.2024

Andere für die Wikipedia fotografierende Menschen treffen, Fragen zu Blende, Verschlusszeit, Rauschen, dem zickigen Autofocus oder RAW-Bearbeitung loswerden, Man- und Womansplaining betreiben, erfahren wie erstklassige WLM-Fotos entstehen und sich untereinander vernetzen - dafür wollen wir uns vom 15. - 17.3. im Lokal K treffen. Auf der Projektseite findet Ihr einen Programmentwurf, der ggf. an die Bedürfnisse der angemeldeten Personen angepasst werden kann. 15 Leute können gern teilnehmen, Anreise und Unterkunft können durch WMDE gefördert werden. SB, 15.2.

WikiCon 2024

Save the Date: Die Planungen für die nächste WikiCon nehmen Fahrt auf. Stattfinden wird sie in der Landes­hauptstadt Wiesbaden, vom 4. bis 6. Oktober 2024. Informationen über die Räumlichkeiten und die weitere Planung werden eingestellt, sobald final die Tinte unter den Verträgen getrocknet ist. Wir freuen uns auf Euch. Für das Orga-Team (A u. I) 15.2.

U4C-Abstimmung – Ergebnis

Mit gut 74 % Zustimmung ist in der kürzlichen Abstimmung der Satzungsentwurf für das Universal Code of Conduct Coordinating Committee (U4C), also das „Koordinationskomitee für den Universellen Verhaltenskodex“, angenommen worden. 1746 gültige Stimmen und zusätzlich über 200 Kommentare wurden abgegeben. Als Teil des Freiwilligenkomitees, das den Entwurf erarbeitet hat – das U4C Building Committee (U4C-BC) –, ist das Ergebnis für mich auch persönlich eine große Freude.

Die Satzung wird nun als Grundlage für das erste U4C dienen, dessen Wahl durch das U4C-BC im Anschluß vorbereitet werden wird. Denis B, 12.2.

WMDE-Veranstaltungshinweis: Medienzukunft 2025

Seit vielen Jahren engagiert sich WMDE für Potenziale freier Lizenzen für Wissensinhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. WMDE veranstaltet dafür Runde Tisch (siehe Beispielbericht) und unterstützt die Freiwilligen von Wiki loves broadcast im Rahmen von Kooperationen (siehe Beispielbericht). In einer Diskussionveranstaltung soll die Thematik weiter vorangetrieben werden: Wie werden Öffentlich-Rechtliche ihrem Auftrag künftig gerecht? Welche Rolle können innovative Lizenzmodelle für die Verbreitung von hochwertigen Wissensinhalten spielen? Im Buch „Medienzukunft 2025: Wie kann Vielfalt gelingen?” analysieren Medienschaffende, welche Chancen und Notwendigkeiten sich angesichts dieser Fragen aus ihrer Perspektive auftun. Darüber diskutieren Tabea Rößner, Cay Wesnigk, Laura-Kristine Krause und Herausgeber Dr. Thorolf Lipp am 20. Februar bei Wikimedia Deutschland e. V.. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es auf der Veranstaltungswebseite; wo im Nachgang eine Aufzeichnung verfügbar gemacht wird. Lilli Iliev (WMDE), 8.2.

Dringend gesucht!

Wieder einmal wird dringend irgendetwas oder irgendjemand gesucht. In diesem Fall eine Jury für den legendären Schreibwettbewerb. Viel unbezahlte Arbeit, wenig Anerkennung, also, was hindert euch daran euch hier zahlreich einzutragen? Bis zum 19.2. werden noch Bewerbungen angenommen! H., 8.2.

Handbücher zum Thema Persönlichkeitsrechte veröffentlicht

Handbuch zum Thema „Persönlichkeitsrechtliche Rahmenbedingungen für Textbeiträge in der Wikipedia“

Nachfolgend zu den Weiterbildungen zu rechtlichen Fragestellungen mit Fokus auf das Thema Persönlichkeitsrechte, die Wikimedia Deutschland in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Anne Lauber-Rönsberg und ihrem Team der Professur für Bürgerliches Recht, Immaterialgüterrecht, insb. Urheberrecht, sowie Medien- und Datenschutzrecht der Technischen Universität Dresden in 2022 angeboten hat, kam der Wunsch nach Leitfäden zu den Schwerpunktthemen Persönlichkeitsrecht mit auf Artikelinhalte bzw. mit Fokus auf Medieninhalte auf. Prof. Dr. Lauber-Rönsberg und ihr Team haben in der Folge an entsprechenden Leitfäden gearbeitet, die nun in Form von zwei Handbüchern veröffentlicht wurden. Die Handbücher enthalten auch verschiedenen Praxisbeispiele, die von Community-Mitgliedern skizziert wurden und zu denen bereits im Rahmen der Schulungsangebote ein Austausch stattgefunden hat. Weitere Informationen zu dieser aktuellen Veröffentlichung gibt es im WMDE-Community-Portal. sandro (wmde), 8.2.

Nur alle vier Jahre oder der Wartungsbausteinwettbewerb

Nein, der Wartungsbausteinwettbewerb findet in der Wikipedia nicht nur alle vier Jahre, sondern viermal im Jahr statt.

Aber nur alle vier Jahre ist Schaltjahr. Schon bald ist es soweit. Im diesjährigen Kalender findet man beim Februar 29 Tage. Grund genug, dass im Winter-Wartungsbausteinwettbewerb die Kategorie:Chronologie eine der drei Bonus-Kategorien ist. Das ganze Jahr 2024 ist Internationales Jahr der Kamele. Daher ist die zweite Bonus-Kategorie die Kategorie:Lebewesen in menschlicher Nutzung und Haltung, wahrscheinlich die längste Bonus-Kategorie aller Zeiten. Dazu kommt noch die Kategorie:Portugal anläßlich der dortigen Parlamentswahl am 10. März 2024.

Aber nicht nur mit diesen drei Bonus-Kategorien ist eine Teilnahme am Winter-Wartungswettbewerb möglich, sondern jede Verbesserung eines Artikels mit einem Wartungsbaustein oder Mini-Baustein zählt. Der kommende Wettbewerb startet schon am Sonntag, den 11. Februar 2024 und endet Sonntag, den 25. Februar 2024 (einschliesslich). Die Bonus-Regelungen für Vielseitigkeit, besonders alte Bausteine und 50 erledigte Minibausteine sind dabei gegenüber dem letzten Wettbewerb unverändert. Allerdings wurden die Regeln ergänzt, was als Minibaustein zählt.

Einfach unter Wartungsbausteinwettbewerb/Winter 2024 anmelden und möglichst viele Artikel eintragen. Eine Anmeldung ist auch noch während des laufenden Wettbewerbes möglich. Falls noch jemand überlegt, ob er den Wettbewerb als Schiedsrichter unterstützen soll: fünf haben sich bereits gemeldet, aber weitere helfende Hände sind willkommen. N 5.2.

Erinnerung – Wikimedia Foundation Österreich Spendenbanner community call morgen

Hallo,

Wie bereits erwähnt (im Dezember), werden wir morgen einen Community Call veranstalten, bei dem ihr eure Fragen und Kommentare rund um die bevorstehende Banner-Fundraising-Kampagne der Wikimedia Foundation in Österreich einbringen könnt.

Die Details zum Call findet ihr auf der Community Collaboration Seite.

Liebe Grüße, JBrungs (WMF), 5.2.

Wiki Education Foundation

Viele Studienan­fänger lernen hier­zu­lande am ersten Tag, dass sie Wiki­pedia nicht nutzen sollten. Die Wiki­pedia könne von jedem editiert werden, sei nicht ver­trau­ens­würdig und „eine Todsünde gegen die Götter der Wissen­schaft“.

Die „Wiki Education Foundation“ verfolgt in den Vereinigten Staaten und Kanada einen ganz anderen Ansatz. Die Studenten sollen dazu ermutigt werden, die von ihnen im Kurs erarbeiteten Informationen aktiv in die Wikipedia einzuarbeiten, um damit inhaltliche Lücken zu schließen und die Qualität der Wikipedia zu verbessern. Ziel ist es, neue Artikel zu schreiben, bestehende Artikel zu aktualisieren oder mit zuverlässigen Quellenangaben zu versehen. So konnten in den letzten Jahren im Rahmen von 6200 unterstützten Projekten mit insgesamt etwa 120.000 teilnehmenden Studierenden über 100 Millionen Wörter in der englischsprachigen Wikipedia ergänzt werden. Studierende lernen so Medienkompetenz, Recherche, Schreiben und Zusammenarbeit. Die Foundation unterstützt die Dozenten und Studenten auf einer OpenSource-Plattform mit einer Bibliothek aus verschiedenen Schulungsmodulen.

Am 19. Februar wird Frank Schulenburg, Executive Director der Wiki Education Foundation, im Rahmen des Digitalen Themenstammtischs einen Einblick in die Arbeit der Wiki Education Foundation geben, die im Februar 2024 ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Außerdem wollen wir darüber sprechen, welche Rolle Wikipedia in der deutschen Hochschulszene spielt. Hast auch Du Lust, Dich zu informieren oder über dieses Thema zu diskutieren, so melde Dich auf der Seite WP:DTS an. Salino01, 3.2.

Auslandsagent

Der Kurier berichtete ja bereits im Dezember von der Auflösung des russischen Wikimedia-Chapters und dass dies beschlossen wurde, nachdem dessen Vorsitzende Stas Kozlovsky unter Androhung der amtlichen Einstufung als "Auslandsagent" zur Kündigung von der Moskauer Uni genötigt worden ist. Während sich die Info über die angeblich unmittelbar bevorstehende Einstufung zunächst nicht bestätigt hatte, ist's nun seit gestern Abend offiziell: Laut Justizministerium Russlands ist Stas ab sofort "Auslandsagent", höchstwahrscheinlich als erster aktiver Wikipedianer ever. Die Einstufung erfolgte in einem Zug mit u.a. dem Menschenrechtsaktivisten Oleg Orlow, was sogar der deutschen Tagesschau eine Meldung wert gewesen ist. --A.Savin 03.02.

Wiki Loves Folklore

Erster Beitrag zur WLF Deutschland 2024

Heute hat der internationale Fotowettbewerb Wiki Loves Folklore begonnen. Der Wettbewerbszeitraum ist vom 1. Februar bis zum 31. März 2024. Deutschland nimmt zum ersten Mal daran teil. Folklore ist ein schwerer für manche altbacken klingender Begriff. Wir haben uns dabei an den internationalen Wettbewerbsnamen gehalten. Mögliche andere Begriffe wie Brauchtum, Traditionen und Volkskultur sind vermutlich ebenfalls schwer zugänglich. Trotz dieser Schwierigkeiten soll der Wettbewerb Spaß machen und zeigen, dass Tradition und Volkskultur uns in vielen Bereichen berührt und gegenwärtig ist.

Für den Wettbewerb sind Fotos zu vielen Themen zugelassen, so zum Beispiel Feste, Aufführungen, Tänze, Musiktradition, Brauchtum, Spiele, Küche, Tracht, Märchen und Sagen. Viele dieser Kulturgüter sind als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Die ersten Fotos wurden heut morgen von Benutzer:Aagnverglaser hochgeladen - Bilder einer Ortspyramide, die wunderbar das Thema Weihnachten darstellt.

Ich bin gespannt, wie unsere Fotografen die Volkskultur fotografisch darstellen, von Sauerbraten über sorbische Ostertraditionen zu Fastnachtsumzügen und Hip-Hop-Musik und von Pfefferkuchen über Fastenbrechen zur Ostfriesischen Teekultur und Hopse spielenden Kindern. Wir freuen uns auch über Bilder der Trachtenbewegung.

Wir wünschen viel Spaß bei Wiki Loves Folklore Z thomas 1. Februar

Wikimania 2024: WMDE-Stipendienbewerbung gestartet

Schriftzug Wikimania Katowice, die Buchstaben sind verschiedenfarbig gestaltet, der Hintergrund ist transparent
Logo der Wikimania 2024

Im August findet in Katowice unter dem Motto Collaboration of the Open die Wikimania 2024, das internationale Austauschtreffen von Ehrenamtlichen aus den Wikimedia-Projekten, Mitarbeitenden der Wikimedia Foundation und der Wikimedia-Organisationen sowie an den Themen rund um die Wikimedia-Projekte Interessierten, statt. Wikimedia Deutschland vergibt auch in diesem Jahr Teilnahmestipendien. Weitere Hintergrundinformationen sind zusammengefasst im WMDE-Community-Portal und auf der Stipendienseite zu finden.

Die Bewerbung ist bis zum 25. Februar (für die Schweiz 31. März) möglich. Für alle Interessierten gibt es zwei Sprechstunden (am 6. und 22. Februar) als Möglichkeit, Fragen rund um den Prozess und die Wikimania allgemein zu stellen. sandro (wmde), 31.01.

Katherine Maher übernimmt Führung von NPR

Katherine Maher, die die Wikimedia Foundation im April 2021 – anscheinend unfreiwillig und mit einem goldenen Handschlag von über $600.000 – verließ, übernimmt jetzt gegen Ende März in den Vereinigten Staaten die Leitung des dortigen National Public Radio. AK, 25.1.

Erinnerung: Wirke mit an der Revision des Fürsorgekonzepts zum Umgang mit Grenzverletzungen

Noch bis Sonntag, den 28. Januar 2024 besteht die Möglichkeit, sich für die Mitarbeit an der Revision des bestehenden Fürsorgekonzepts von Wikimedia Deutschland zu melden. (siehe auch Kurier vom 9. Januar 2024)

Weitere Informationen über den Prozess und darüber wie man sich beteiligen kann, sind hier im WMDE-Community-Portal zu finden. MK (WMDE), 23.1.2024

1. Arbeitstreffen WikiProjekt Wikimedia Freiwilligenrat

Wie im 86. Digitalen Stammtisch angekündigt wurde ein Termin für das 1. Arbeitstreffen für einen Wikimedia Freiwilligenrat festegelegt: Am Donnerstag, den 1. Februar 18:00 Uhr per BigBlueButton. Wer teilnehmen will oder sich auch nur allgemein für des Thema interessiert, kann sich auf Wikipedia:WikiProjekt Wikimedia Freiwilligenrat in eine Liste eintragen. S. W. 22.01.

DTS: „Adminaktionen für Alle“

Am 25. Januar geht es beim Digi­talen Themen­stamm­tisch (DTS) um „Admin­aktionen für Alle“, also für Nicht-Admins als auch für Admins. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Demonstra­tion technischer Admin­funktionen in einer Test­umgebung. Benutzer codc wird die Funktions­weise, Möglich­keiten und Grenzen der wichtigsten Adminfunktionen aufzeigen. Lernt, wie man sie nutzen kann und was außerhalb der Möglichkeiten liegt. Ziel dabei ist mögliche Fallen aufzuzeigen und Legenden dahinter aufzudecken.

Der zweite Teil behandelt den Weg zum Admin: Die Adminkandidatur. Wir reden darüber, wie man überhaupt zum Admin wird. Welche Schritte sind nötig, um sich für diese Rolle zu bewerben? Welche Kriterien sind wichtig, und wie könnt ihr euren Beitrag zur Community leisten? Außerdem wird codc über seine eigenen Erfahrungen bzw. Lehren aus 20 Monate Admindasein berichten.

Bitte melde Dich zur Veranstaltung auf der Seite WP:DTS an. Wünsche und Vorschläge für zukünftige Stammtische bitte auf der Diskussionsseite des DTS. Salino01 21.01.

Save the date: Zukunftskongress 2024

Wie auf der WikiCon 2023 in Linz angekündigt, planen WMDE und WMAT einen Zukunftskongress, jetzt steht das Datum fest: Vom 07.-09. Juni 2024 mit ca. 100 Teilnehmenden vor Ort in Nürnberg und darüber hinaus digital möchten wir uns gemeinsam mit der Wikipedia-Community und verschiedenen Expert*innen mit den Herausforderungen und Chancen, die die Zukunft der Wikipedia betreffen, beschäftigen. Die Vorbereitungen haben gerade erst begonnen, mehr Hintergrundinformationen zum Kongress und den aktuellen Stand der Planung findet ihr auf der Projektseite. MHC (WMDE), 19.01.

Programm zur AdminCon steht

Heute wurde das Programm zur AdminCon veröffentlicht: eine bunte Mischung aus Informationen, praktischen und theoretischen Problemen… und wie man sie lösen kann. Die Auswahl fiel uns wie immer schwer. Herzlichen Dank an alle Einreichenden! Wir entschuldigen uns bei den Kollegen, deren Themen wir diesmal leider noch nicht unterbringen konnten – aber die nächste Con ist ja nicht fern. M 17.1.

Über die Fehlerfreundlichkeit im BNR

Es läuft etwas schief im Projekt. Viele von uns verwenden den BNR zum Vorbereiten von Artikeln und ihre Benutzerseite, um sich selbst zu präsentieren. Gerade an der Arbeit im BNR wird von einigen Mitarbeitenden geschätzt, dass man da in Ruhe an Artikeln werkeln kann. Keine Fehlerlisten-Beheber kommen vorbei und auch niemand, der sich an Formulierungen stört oder anderweitig den Schaffensprozess beeinflusst. Außer man lädt mit {{Baustelle|Mitarbeit=1}} explizit dazu ein.

Nun hat eine kleine Gruppe von Benutzern hinter Spezial:LintErrors es sich zur Aufgabe gemacht, die Wikipedia von Syntaxfehlern zu befreien. Im ANR & auf Projektseiten ist das vollkommen legitim, da leisten sie unbestreitbar sehr gute Arbeit. Leider machen sie vor dem BNR nicht halt und es betrifft Seiten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Seiten, auf denen es egal ist, ob sie Syntaxfehler enthalten oder nicht. Es gibt Beschwerden über BKs, die den Menschen viel Zeit kosten oder eine Genervtheit ob dieser Korrekturen. Anderen wird mit administrativen Maßnahmen gedroht, obwohl es kein MB gibt, welches die Legitimation dazu verleiht. Die entsprechende Regel basiert auf keinen Community-Konsens und wird dann von gleichen Admins angewendet?

Niemand von uns spricht Wikitext oder HTML als Muttersprache, eine Mitarbeit in der Wikipedia muss jedoch möglich sein, ohne sich für Syntax-Fehler rechtfertigen zu müssen und eine Mitarbeit muss möglich sein, ohne Spezialwissen in einer fremden Sprache. Und wir müssen ihnen zugestehen, dass sie die in ihrem BNR selbstständig beheben können, wie in den oben verlinkten Diskussionen ausdrücklich darum gebeten wird. Was wohl los wäre, wenn wir bei Legasthenikern so auftreten würden und ihnen die Rechtschreibfehler im BNR wegkorrigieren?

Ein Disclaimer in eigener Sache: persönlich steht die Autorin gerade in einem Konflikt in Bezug auf ein veraltetes HTML-Tag. Wer sich dafür interessiert, darf gern auf ihrer Spielwiese vorbeischauen. Die Autorin mag es nicht, in Bezug der Benutzerinnenseite-Gestaltung bevormundet zu werden.

Eine gute Lösung weiß ich nicht. In einer bereits archivierten Adminanfrage gabs im Sinne einer Fehlerfreundlichkeit meiner Meinung nach besten den Wunsch: „Diese Listen sollten BNRs außen vorlassen.“ Zumindest sollte die Community erstmal einen Konsens in dieser Frage finden. ɱ, 17.1

24. Januar, Technische-Wünsche-Treff: Einzelnachweise wiederverwenden, wie soll das gehen?

Auf vielfachen Wunsch soll es künftig möglich sein, einen Artikel mit mehreren Seiten oder Kapiteln desselben Werks zu belegen, ohne jeweils den kompletten Einzelnachweis zu wiederholen. Am 24. Januar wird Eline, neu im Team Technische Wünsche und dort zuständig für das Thema UX, vorstellen, was bisher für den Wikitextmodus umgesetzt wurde. Dann seid ihr eingeladen, das Ganze auf einem Testserver zu testen und Feedback zu geben, das in die weitere Entwicklung einfließen kann. Natürlich können auch Fragen gestellt und diskutiert werden.

  • 24. Januar, 18:00 Uhr, auf BigBlueButton
  • Um die Veranstaltung besser planen zu können, wird um Anmeldung auf der Veranstaltungsseite gebeten.

Zusätzlich zu diesem Treff ist es möglich, an ausführlicheren Beobachtungsnutzungstests teilzunehmen (mehr Infos und Anmeldung hier). Und auch schriftliches Feedback zu diesem Projekt ist wie immer möglich, auf der Diskussionsseite des Projekts. tm (wmde), 16.01.2024

Unwort des Jahres 2023

Wie jedes Jahr wurde auch heuer Mitte Jänner das Wikipedia-Unwort des Jahres 2023 bekannt gegeben. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen die Wand führte zu zwei würdigen, gleichberechtigten Siegern. Mit dem „IP-Befall“ konnte sich ein renommierter Wikipedia-Klassiker auf dem Siegertreppchen ganz nach oben maulen, während die zweite Goldmedaille an das „Unwort des Jahres“ geht, das als Titelverteidiger ins Rennen gegangen ist und erneut seine meckernde Weltklasse bewiesen hat. Auch im Jahr 2024 wird erfolgreich weiter genörgelt. Der Kurier bleibt wie immer schlechtgelaunt dran. H., 15.1.

Die Zukunft der Community Wishlist Survey

Die Community Wishlist Survey, 2015 nach dem Vorbild der deutschen Wikipedia:Technische Wünsche entstanden, werden laut einem Beitrag im Wikimedia Foundation Blog Diff in einen kontinuierlichen Prozess überführt. Es wird ein neues, kontinuierliches Eingangssystem für technische Anfragen der Communities eingerichtet, das Teil der jährlichen Planung des Community Tech Teams der Wikimedia Foundation wird. Zusätzlich sollen „Community-Wishathons“ durchgeführt werden, um mehr freiwillige Entwickler in den Prozess der Wunschlisten einzubinden. Man kann sich direkt an der Diskussion zur Zukunft der Wunschliste beteiligen oder sich für das Format Talking: 2024 anmelden. S.W., 14.1.

Wikimania 2024: Katowice statt Kraków

Da es dem Unterzeichneten bis jetzt entgangen war und der Kurier zuletzt im November berichtete, dass die Wikimania 2024 in Krakau stattfinden werde, ist der Hinweis vielleicht auch für andere interessant: Gemäss Bekanntmachung vom 11. Dezember 2023 soll die Wikimania nicht wie ursprünglich angekündigt in Krakau, sondern vom 7. bis 10. August im Internationalen Kongresszentrum in Katowice (Kattowitz) stattfinden. Der Wechsel sei aufgrund unvorhergesehener Komplikationen mit dem ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungsort erfolgt. – Zweifellos wäre die historische Königsstadt Krakau ein faszinierender Ort gewesen, aber auch Kattowitz dürfte mit seinem rauheren industriellen Charme einen interessanten Rahmen für die Wikimania bieten; in gewisser Weise vielleicht ähnlich Linz als Veranstaltungsort der letzten WikiCon...? Gestumblindi, 14.1.

Abstimmung zur Ratifizierung der U4C-Satzung 16.–30. Januar

Patrick Earley, der Lead Trust & Safety Policy Manager der Wikimedia Foundation, hat auf der Wikimedia-l-Mailingliste angekündigt, dass ab 16. Januar eine Abstimmung zur Ratifizierung der Satzung des Koordinationskomitees für den universellen Verhaltenskodex (Universal Code of Conduct Coordinating Committee Charter) stattfinden werde. Gleichzeitig dankte er allen, die Kommentare zu dem bestehenden Entwurf abgegeben haben. Laut den Informationen für Abstimmende auf Meta wird die Stimmabgabe bis 30. Januar 2024 möglich sein. AK, 11.1.24

Gespannte Vorfreude und ein letzter Aufruf

Von Freitag bis Sonntag findet in Berlin die Konferenz Provenance loves Wiki statt. Ein von der kuwiki.AG initiierter Fachkongress, der Provenienzforscher und -forscherinnen aus namhaften Institutionen zusammenbringen wird, um auszuloten, wie und ob die Wikimediaprojekte bei deren Bemühungen Provenienzketten, aber eben auch Provenienzlücken nicht nur darzustellen, sondern vielleicht auch ein Handwerkszeug an die Hand geben könnten, ihre Forschungsdaten strukturiert darzustellen und diese Strukturen verknüpfbar zu machen. Der aufmerksame Leser merkt schon, das wird sehr Wikidata-lastig.

Da es sich um das erste Treffen dieser Art handelt, die meisten Lösungsansätze in den Institutionen meist im Zusammenhang mit zeitlich befristeten Sonderforschungsprojekten zusammenhängen und der Wunsch nach nachhaltigen, offenen, allgemein zugänglichen Strukturierungen von Daten sehr groß ist, ist das Programm sehr offen gehalten und hat neben Impulsvorträgen einen sehr starken Barcampcharakter. Der Enthusiasmus und Optimismus der Teilnehmenden ist aber so groß, dass sich bereits jetzt die Vorplanung für Folgeveranstaltungen am Ende diesen Jahres, oder Anfang 2025 abzeichnet.

Interessierte Wikimedianer und Wikimedianerinnen hatten ebenfalls die Möglichkeit, sich anzumelden, um ihr Know-how einzubringen, oder auch nur um zu sehen, wie die Fachwelt außerhalb der Wikipedia mit unserer Arbeit umgeht.

Treckerblockaden und Bahnstreiks bringen noch etwas Spannung in die aktuelle Vorplanung, aber es sind genügend Teilnehmer ohne Anreiseprobleme vor Ort und es gibt (siehe die Projektseite) vielfältige Möglichkeiten, sich auch online einzuwählen. Spontane Tagesbesucher aus der Region, vor allem bei der Roundtable Discussion am Freitag Abend, aber auch am Samstag und Sonntag sind willkommen. Am Samstag und Sonntag ergeben sich auf Grund der Räumlichkeiten Kapazitätsprobleme. Hier empfehle ich einen Eintrag auf der Teilnehmendenliste.

Besonders hinweisen möchte ich noch auf eine weitere Veranstaltung, welche im Zusammenhang mit diesem Kongress im WikiBär angeboten wird. Ein Wikipedia-Einführungskurs am 13. Januar von 14 bis 17 Uhr. Ein Hinweis, der bei der hiesigen Leserschaft sicherlich eher Eulen nach Athen trägt, aber vielleicht kennt ja die eine oder andere hier mitlesende Eule noch den einen oder anderen Vogel, dem oder der ein solcher Kurs zu empfehlen wäre. W., 9.1.2024

Einzelnachweise: Wie machst du das?

Für die Recherche im Themenschwerpunkt „Wiederverwendung von Einzelnachweisen“ suchen die Technischen Wünsche Freiwillige, die sich über die Schulter schauen lassen, wie sie aktuell mit Einzelnachweisen interagieren. Geplant sind einstündige Videotelefonate, in denen ihr euren Bildschirm teilt. Mehr Infos gibt es hinter diesem Link, über den ihr euch auch anmelden könnt.

PS: Hier gibt es eine Zusammenfassung, was 2023 bei den Technischen Wünschen passiert ist und was für 2024 geplant ist. tm (wmde), 09.01.2024

Wirke mit an der Revision des Fürsorgekonzepts zum Umgang mit Grenzverletzungen

Für das Jahr 2024 hat sich das neu formierte Team „Unterstützung & Beratung“ nach einer Phase der Neuausrichtung das Ziel gesetzt, das bestehende Fürsorgekonzept von Wikimedia Deutschland im Hinblick auf den Umgang mit Machtmissbrauch, An- und Übergriffen sowie Grenzverletzungen gemeinsam mit der Community grundlegend zu überarbeiten und in ein neues Konzept zu überführen. Im Zentrum steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit Unausgewogenheiten im Fürsorgekonzept und die Suche nach Lösungen, um etwaige Lücken zu schließen und das Konzept weiterzuentwickeln. Auch eine Überprüfung und Neuverteilung von im Konzept definierten Zuständigkeiten bei Handlungsbedarf sind dabei im Fokus, um transparentere und vertrauenswürdige Strukturen zu schaffen.

Um diesem Prozess vielfältige Perspektiven und damit die erforderliche Basis zu sichern, möchte Wikimedia Deutschland Community-Aktive zur Beteiligung an der Revision des Konzepts einladen.

Weitere Informationen über den Prozess und darüber wie man sich beteiligen kann, sind hier im WMDE-Community-Portal zu finden. MK (WMDE), 9.1.2024

Auch ein Dauerlauf geht zu Ende

Ein Wettbewerb und eine Schreibaktion reiht sich derzeit an die nächste. Über Weihnachten, Neujahr und Dreikönig wurde im Artikelmarathon eifrig geschrieben, sobald die Feiern dafür Zeit ließen. In 6×3 Tagen entstanden so 507 neue Artikel – und nicht nur kleine. Ein herzlicher Glückwunsch geht an den Marathonexperten Fabrice Dux, der sich zum wiederholten Mal den Gesamtsieg gesichert hat. 63 Artikel hat er in 3 von 6 Etappen angelegt, 42 davon in den letzten 72 Stunden, was ihn ganz nach vorne brachte. Hejkal kam auf 57 Artikel in der 3-Etappen-Wertung und damit auf Platz 2 der Gesamtwertung. Über die volle Laufstrecke gesehen schrieb er sogar 90 Artikel. Jürgen Oetting belegt mit 53 gewerteten Artikeln den Bronzerang. Vielen Dank an euch drei und an alle 22 Teilnehmer, die sich beteiligt und die Wikipedia im Rahmen des Marathons erweitert haben. Bei Interesse an dem Wettbewerb meide deine Arztpraxis oder Apotheke und nutze die Marathonseite und die Verteilerliste. Ein erfolgreiches Jahr 2024! HvW, 08.01.

Fast pausenlos startet der WikiCup

Vor knapp zwei Wochen kürte sich Voyager mit großem Abstand zum Sieger des letztjährigen WikiCups. Ihm folgten mit ebenfalls sehr guten Leistungen Bingo123 und Squasher auf dem Podest. Der Wettbewerb wurde ein Jahr lang in vier Runden ausgetragen, in denen sich das Teilnehmerfeld immer mehr verkleinerte, bis im letzten Quartal die letzten acht Qualifizierten in den Wettstreit traten.

Nach einer kurzen zehntägigen Verschnaufpause ist am 1. Januar der WikiCup 2024 gestartet. Hierzu sind alle Benutzerinnen und Benutzer eingeladen, die Lust haben sich ein wenig mit anderen Benutzern zu messen. Frei nach dem olympischen Motto macht es auch hier mehr Spaß, wenn sich möglichst viele Teilnehmer finden. Falls jemand sich unsicher wegen einer Teilnahme ist, empfehle ich einfach eine Anmeldung (bis zum 21. März möglich), bei der man sich zu nichts verpflichtet. Weitere Informationen zum Ablauf und zu den Regeln finden sich hier. ef, 3.1.

Abstimmung zum Unwort des Jahres 2023

Traditionell zu Neujahr hat die Abstimmung zum Wikipedia-internen Unwort des Jahres begonnen. Gesucht wurden Begriffe, die im Jahr 2023 innerhalb des Metabereichs der deutschsprachigen Wikipedia besonders negativ aufgefallen oder sie negativ geprägt haben. Mit über fünfzig Vorschlägen ist die Anzahl potentieller Unwörter gegenüber den Vorjahren wieder deutlich angestiegen. Die früher sonst üblichen Difflinks, welche die Unwörter nachvollziehbar darstellten, sind auch im Jahr 2023 aus der Mode gekommen. Die Abstimmung über die Vorschläge läuft vom 1. bis zum 14. Januar 2024. IP, 01.01.24

PS: Neue Vorschläge für das Jahr 2024 können hier eingereicht werden.

+++ Neujahrsartikel 2024 +++

Wie so ziemlich jedes Jahr gab es auch heuer einen Run auf den ersten Artikel des Jahres. Die diesjährigen Neujahrsartikel (alle um 00:00 veröffentlicht) sind:

  1. Kirchbach’sche Werke von PaulT
  2. The Woman in Me (Buch) von Gripweed
  3. Kétbodony von JasN
  4. Konni (Hund) von Gripweed
  5. Esther Bauer von Armin P.
  6. Max Heinrich Klötzer von Miebner

Der letzte Artikel aus 2023 ist Eva Anguela von Nicola. Den letzten Edit des alten Jahres und auch den ersten des neuen fabrizierte Wiegels. --Hd, 01.01.24