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Wikimedia:Woche 45/2017 (16.11.) | Wikimedia:Archiv
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WikiCon erobert Italien

Logo itWikiCon.svg

Vom 17. bis 19. November lud die italienische Community zur ersten eigenen WikiCon in den Palazzo delle Albere in Trient ein. Ein Hauptziel der Veranstaltung war die stärkere italienische Communitybildung, was sich im Programm auch widerspiegelte. Doch es gab außerdem einige internationale Beiträge, sodass ein zu starker Italozentrismus vermieden werden konnte. Ich selbst war mit gleich vier Beiträgen vertreten, in denen ich versuchte, Impulse und Ideen von außerhalb einzubringen. Die Teilnehmerzahl übertraf die Erwartungen und belief sich letztlich auf etwa 70 Personen.

Palazzo delle Albere

Das Programm verteilte sich nach deutschem Modell auf drei Tage und mehrere Slots. Der Freitag bot nach der Eröffnung eine Vorstellung des Projekts Wikipedia 4 Refugees, gleichzeitig wurde für Interessierte ein Bot-Workshop angeboten. In meinem Vortrag Wikipedia in balia del clima politico („Wikipedia in der Gewalt der politischen Stimmung“) brachte ich der italienischen Community im Anschluss die Ereignisse rund um die Krise unseres Schiedsgerichts 2016 näher, was wie erwartet große Unterschiede in der politischen Kultur der italienischen Gesellschaft (und Community) aufzeigte; schnell zog man in der Diskussion Vergleiche zwischen den politischen Karrieren Guttenbergs und Berlusconis, die in dieser Form nur in den jeweiligen Ländern funktioniert hätten; daneben war man sich auf Wikipediaebene allerdings einig, dass die Einführung eines Schiedsgerichts in der italienischen Wikipedia eine schlechte Idee sei.

Vortrag über Einschränkungen der Gemeinfreiheit

Der Samstag war prall gefüllt mit verschiedensten Programmpunkten, darunter eine Betrachtung eventueller Einschränkungen der Gemeinfreiheit, ein Rückblick auf die Situation der Wikipedia im Jahr 2003, die Verwendung von Wikiversity und Vikidia in Schulen oder häufige Fehler in der Quellenarbeit bei Artikeln zu Geschichtsthemen. Eine Diskussion, die auch in der gesamten Veranstaltung immer wieder aufgegriffen wurde, befasste sich mit dem Verhältnis zwischen Community und lokalem Wikimedia-Chapter. Die Abwesenheit des WMIT-Vorstands von der Veranstaltung und der fehlende Support bei der Organisation (abgesehen von einigen Stipendien für die Erstattung von individuellen Kosten) verstärkte den eher deprimierenden Eindruck, den ich vom bestehenden Verhältnis bereits hatte. Angekreidet wurde in der Diskussion etwa die Tatsache, dass der Verein diverse Projektmanager (für GLAM, WLM, …) beschäftigt, jedoch keinen Community-Manager; die regionalen Koordinatoren, die eigentlich für den Kontakt mit der Community zuständig wären, würden häufig ungenügend auf die Aufgabe vorbereitet, und dann ohne die eigentliche Community fruchtlose Initiativen starten. Offenbar seien die Stakeholder des Vereins weder die Mitglieder, noch die Freiwilligen in den Projekten, sondern fast ausschließlich externe Institutionen.

Abschlussveranstaltung

Diese Diskussion setzte sich auch am Sonntag fort, als CristianNX, Yiyi und ich verschiedene Modelle der lokalen Gruppen präsentierten. Stammtischkultur und Community-Standorte auf der einen Seite, gut vernetzte französische Communityvertreter auf der anderen Seite, entzündete sich die Debatte wieder an der fehlenden Kommunikation zwischen italienischem Verein und italienischer Community. Weniger kontrovers, aber auf viel Resonanz stoßend, war unsere anschließende Vorstellung des Projekts WikiAlpenforum, das einen großen Beitrag zur Vernetzung der Communitys zu leisten verspricht. Nach der Mittagspause erhitzten sich die Gemüter jedoch angesichts der auf it:WP verpflichtenden {{Bio}}-Vorlage zur Generierung standardisierter Einleitungssätze in Biografien wieder: Die Unzulänglichkeit der Vorlage in Fällen unklarer Nationalität ließ den Ruf nach kompletter Abschaffung laut werden, was jedoch erst in die Wege geleitet werden müsste. In der Abschlussveranstaltung hatte ich schließlich Gelegenheit, die Veranstaltung mit der deutschen WikiCon und der Wikimedia Conferentie Nederland zu vergleichen und dabei (im Auftrag der WikiEulenAcademy) auch die Einführung einer italienischen Version der WikiEulen vorzuschlagen; dies griff auch schon dem großen Fragezeichen der Schlussdiskussion vor, nämlich Ideen für die itWikiCon 2018, deren Schicksal ungewiss ist.

Gruppenfoto

Als an der Organisation Beteiligter kann ich kein völlig neutrales Urteil über die erste itWikiCon fällen, doch erlaube ich mir die Behauptung, dass sie ein großer Erfolg geworden ist. Berechtigte Kritikpunkte waren sicherlich die etwas improvisierten Veranstaltungsräume mit Mängeln in Technik und Akustik (als Ausgleich konnte man sich jedoch an der historischen Atmosphäre des Palazzo erfreuen), die bescheidene Hostel-Unterbringung in Mehrbettzimmern sowie die nicht vollständig abgedeckte Verköstigung; sie können zum größten Teil auf das knappe Budget zurückgeführt werden. Doch die lebhaften Diskussionen und die vielen Begegnungen alteingesessener und neuer Wikipedianer im Rahmen dieser Veranstaltung haben gezeigt, dass auch die italienische Community durchaus Bedarf an einer regelmäßigen nationalen Konferenz hat. Es bleibt zu wünschen, dass dies auch erkannt und die Initiative weitergeführt wird, damit auch die itWikiCon 2018 ein Erfolg werden kann! Xa, 23.11.

Sonntagsschicht in Zukunftsfragen

Was können wir tun, um Wikipedia einladender zu machen für geeignete neue Autorinnen und Autoren? Abwinken gilt nicht, hieß es für die 14 Angemeldeten und die drei spontan Hinzukommenden beim Workshop-Treffen im WikiBär. An Anhaltspunkten, woran es liegen mag, dass der qualifizierte Nachwuchs sich allenfalls spärlich einfindet, ist kein Mangel. So ist wohl nur den wenigsten, die Wikipedia täglich nutzen, überhaupt bewusst, dass sie hier gemeinnützig Wichtiges beitragen können – und dass sie das bei passender Gelegenheit auch sollten.

Wo setzen wir an, um das zu ändern? Die Tag für Tag millionenfach aufgerufene Hauptseite kommt dafür erstrangig in Betracht; desgleichen Bannergestaltungen, bei denen die Ansprache auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt ist und zu einem adäquaten Einstiegsort führt. Dass Differenzierung dabei gut täte, zeigte schon die Zusammensetzung der am Workshop Teilnehmenden, die das Wikipedia-Mehrgenerationenhaus durchaus brauchbar repräsentierten. Doch wo auch immer der mögliche Einstiegsort von Neuen in das Projekt gelegen sein mag: Eine sinnvoll geordnete, kompakte Starthilfe sollte als Fundament für erfolgreiches Mitmachen in augenfälliger Weise überall abrufbereit vorliegen.

Konzentration auf Basics – statt Subito-Konfrontation mit nahezu allem, was wir so an Editierhilfen aufzubieten haben – ist daher der Leitgedanke bei der im Workshop auf den Weg gebrachten Neukonzeption der Starthilfe. Damit verbunden ist eine Trennung von Hinweisen für am Mitmachen interessierte Neue auf der einen Seite und – davon auch optisch getrennt – Hinweisen für ausschließlich am Lesen Interessierte auf der anderen Seite. Die Gesamtzahl der thematischen Felder lässt sich mit dieser Zielstellung von bisher 24 auf 12 halbieren. Auch die Landungsseiten für den jeweiligen Link von der Starthilfe sollen nur das elementar Wichtige bündig zusammenstellen. Grundlagen dafür sind neben den bisher verlinkten Seiten auch einschlägige Gehalte des WP:Tutorials sowie gegebenenfalls passende Videos.

Auch für die Hauptseite wurden vielfältige Überlegungen im Hinblick auf die gezielte Einladung von Neulingen zum Mitmachen angestellt. Erwogen wurde beispielsweise die Einrichtung einer Randspalte rechts unterhalb des Suchfunktionsfeldes, in der Mitmachimpulse speziell für Neulinge erscheinen könnten. Ein entsprechender Entwurf ist noch im alten Jahr angepeilt. Angedacht und von den technisch Versierten für machbar befunden wurde zudem eine nur bei Neulingen bis zum 50. Edit ständig aufpoppende Seitenleiste mit Impulsen, die ihnen das Mitmachen ebenfalls gezielt erleichtern könnten.

Für den zum Teil bereits angelaufenen Umsetzungsprozess wird um kritisch-konstruktive und stets freundliche Begleitung auch anderer interessierter Wikipedianerinnen und Wikipedianer gebeten. An Ghilt geht mein spezielles Dankeschön für Einlass, Organisation vor Ort und unbeirrbaren Technik-Support sowie für die Anfertigung des Ergebnisprotokolls.
Barnos, 21. 11. 2017

Wikipedianer im Allgäu und Probleme mit fehlenden Denkmallisten

Nein, keine überteuerte Studentenwohnung in München. Es ist der Kerker im Wassertorturm.
Man beachte das Einhorn im Hintergrund... „Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.“

Ende Oktober führte ein intensives Exkursionswochenende des WikiAlpenforums nach Isny im Allgäu. Die von sanften Grasmatten umgebene Kleinstadt mit knapp 14.000 Einwohnern konnte noch als unbeackertes Feld gesehen werden, auch deshalb, weil im Vergleich zum nahe gelegenen Bayern keine Denkmallisten veröffentlicht sind.

Gestartet wurde mit einer Führung durch das Wassertormuseum, auf mehren thematisch sortierten Ebenen gab es Informationen zum gut erhaltenen Kerker im Turm mit Wandmalereien der Häftlinge, der Entwicklung der Feuerwehr, eine historische Schuhmacher-Werkstatt, Wintersport und der ehemaligen Türmerwohnung, die sich ganz oben befand. Diese war tatsächlich noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt. Danach wurde, so lange es noch hell war, die freie Zeit genutzt um Fotos von Kulturdenkmälern in Isny zu machen.

Am nächsten Tag ging es direkt los mit einer Führung durch das Isyner Schloss, dem ehemaligen katholischen Kloster mitten in der protestantischen Reichsstadt. In dessen Räumlichkeiten lebt der Künstler Friedrich Hechelmann, der in den zahlreichen Räumen seine Kunstwerke ausstellt. Es folgte eine Stadtführung. Vielleicht ist es dem kalten und stürmischen Wetter zu verdanken, dass hierbei kurzfristig eine Führung durch das Isnyer Rathaus erfolgte, wo die Gruppe ein dekorativer Fayence-Kachelofen erwartete. Die Zeit zur nächsten Führung wurde knapp, so ging es wieder ins Kalte um das Highlight der Exkursion in der Nikolaikirche zu erreichen. Es war die Prädikantenbibliothek mit einem historischen Buchbestand von 2000 Titeln in 1200 Bänden. Das älteste Buch stammt aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Eine besondere Atmosphäre kommt in der recht kleinen Kammer durch fehlendes künstliches Licht zustande, Leuchtmittel fehlen völlig und Kerzen sind ein absolutes No-Go. Zwei kleine, beschmutzte Fenster sorgten für eine Lichtstimmung, die zu einer absoluten Ruhe in dem kleinen Raum führte. Und so wurde von dem Besucherführer mit einer Taschenlampe ein Buch nach dem anderen sprichwörtlich aufgeschlagen, auf Besonderheiten wie Alter, Herkunft, Material oder Machart hingewiesen. Die meisten Teilnehmer hätten dort noch weitere Stunden verbringen wollen, doch stand eine Reservierung in einem typischen Landgasthof des Westallgäus aus, so dass man sich beeilte rechtzeitig zum Mittagessen zu kommen. Finaler Programmpunkt war eine ausgedehnte Besichtigung der Klosterkirche St. Georg und Jakobus am Nachmittag.

Die Tour in Isny ermöglichte einen intensiven Einblick in die wohlhabende, aber sehr kleingewachsene Reichsstadt mit ihrer gut erhaltenen Stadtbefestigung mit Türmen und Toren, den zahlreichen Kirchen und dem Stadtschloss, dem früheren Kloster. Dennoch: Ein Neubauviertel innerhalb der Stadtbefestigung deutete konkret auf ein enormes Problem der Wikipedia in Baden-Württemberg hin. Öffentliche Denkmallisten sind Mangelware, eine nachhaltige Dokumentation vom historischen Baubestand daher nicht möglich. Wenn, dann sind Denkmallisten oft nur rudimentär und enthalten die üblichen Sehenswürdigkeiten, die im Bestand ungefährdet sind. Auf Nachfrage bei der Unteren Baurechtsbehörde in Isny wurde geäußert, dass keine Denkmalliste veröffentlicht wird. Begründet wurde dies "aus Gründen des Datenschutzes [...] und auf Grund der Tatsache, dass die Liste nicht abschließend ist." Im benachbarten Bayern sehen die Behörden offensichtlich keine Datenschutzprobleme. In dem genannten Neubauviertel wurden sämtliche historischen Gebäude abgerissen. Auch die Keller wurden nach eiligen archäologischen Untersuchungen ausgebaggert, Tiefgaragen und Keller sollen entstehen.

Vielleicht könnte Wikimedia Deutschland im Rahmen von WikiLovesMonuments bei der Landesregierung in Stuttgart diese Problematik zielstrebig ansprechen? hm (20.11.2017)

Von utopischen Träumen und gescheiterten Hoffnungen unter südlicher Sonne

Unterwegs in der Tessiner Landschaft

Entziehen kann man sich ihr nicht, das war zu befürchten, aber dass es solche Formen annehmen konnte, war nicht vorhersehbar. Die Rede ist von der Tessiner Landschaft, die hinterhältigerweise in der Lage zu sein scheint, zugereiste Menschen, besonders die Reichen und Schönen, nachhaltig so zu verwirren, dass sie vor lauter Kraftpunkten, magnetischen Anomalien im felsigen Untergrund und sonstigen verdächtigen Erscheinungen gar nichts anderes konnten, als neue Religionen, Utopien und sonstige ideologische Merkwürdigkeiten zu entwickeln. Klar, man musste in jener Zeit der Décadence auch damals schon ziemlich liquide sein, um Kreativität und Selbstfindung so ausleben zu können, dass es auch eine Weile vorhielt, denn der Bankrott war nie fern. Die Rede ist vom Monte Verità, der ersten bedeutenden europäischen Aussteigerkolonie, deren Nachwirkungen von der vorletzten Jahrhundertwende bis heute noch zu spüren sind.

Hotel auf dem Monte Verità

Wikipedia hat sich trotzdem auf diesen ehemals alternativen Hügel getraut und sich eingehend mit dem Phänomen befasst. Organisiert von Wikimedia CH trafen sich Autoren und Fotografen aus dem Norden, Süden und Westen im 1930 in konsequentem Bauhausstil errichteten Hotel auf dem Hügel und versuchten mittels bereitgestellter Literatur zur Recherche, Ausstellungsbesuchen, einer beeindruckenden Greifvogelschau und Führungen das Schicksal der damaligen Protagonisten und Aktivisten zu ergründen und in enzyklopädische Artikel zu schmieden. Die Fotografen kamen gar nicht mit, die unzähligen Eindrücke auf die Platte zu bannen, und kämpften mit dem Licht der tiefstehenden, aber wärmenden Novembersonne. Doch in den Museen waren die Lichtverhältnisse einigermaßen brauchbar und das Ergebnis kann sich blicken lassen. Zahlreiche Artikel in mehreren Sprachen und Bilder entstanden unter guten Bedingungen.

Auf der Führung über den Hügel der Wahrheit

Sternenklare, aber kalte Abende — kann man sich beim Anblick von Sternschnuppen der Leoniden etwas wünschen? — boten nach getaner Arbeit und dem einen oder anderen Glas La Murata, einem lokalen trockenen Rotwein, den unvergleichlichen abendlichen Blick auf den unten schimmernden See mit den flackernden orangenen Lichtern Asconas, seinen Uferpromenaden, Catwalks und lauschigen Palmenhainen. Es ist völlig verständlich, dass dieses südliche Idyll sie alle angezogen hat, Anarchisten, Künstler, Flüchtlinge und abenteuerliche Phantasten. Manche blieben hier nur kurz, andere jedoch bis zu ihrem Tod, Asconas Friedhof ist voller prominenter Namen.

Der aus Jugendschutzgründen bekleidete "Tänzer", Lorenzo Sonognini, erklärt die Funktion des Ikosaeders für den modernen Ausdruckstanz

Das Wochenende in der Traumlandschaft vergessener Utopien, aber mit seinen im Gedächtnis bleibenden Bilddokumenten offenbar glücklicher, nackt tanzender Menschen geht zu Ende. Ein großer Dank gebührt den deutsch- und italienischsprachigen Organisatoren von Wikimedia CH, die ein solch produktives Treffen, mit einem gut dosierten Programm in einer äußerst entspannten Atmosphäre ermöglicht haben. Dabei konnten wir mehrere günstige Gelegenheiten nutzen: Einerseits führte uns der bisherige Direktor Lorenzo Sonognini an seinem letzten Arbeitstag noch durch die Anlage und insbesondere das wiedereröffnete Museum. Dann hielt Historiker Andreas Schwab gerade einen Vortrag auf dem Monte Verità. Auch Stefan Bollmann hat eben erst vor einem Monat eine passende Monografie veröffentlicht, welche nun Eingang in den Artikel über den „Hügel der Wahrheit“ gefunden hat.

Die Realität in Form eines modernen IC der Schweizerischen Bundesbahnen hat kaum Verspätung und nähert sich dem Bahnsteig in Bellinzona, es geht Richtung Gotthard. Im Zug gibt es WiFi, und man freut sich auf die unzähligen Kurven der alten Gotthardbahn mit ihren kurzen Tunnels, Kehren und grandiosen Ausblicken. Und dann passierte es, gleich der erste Tunnel ist verdächtig lang, er nimmt kein Ende, die Leute unterhalten sich zwar ganz normal, drücken wie gewohnt auf ihren Smartphones herum und die Geschwindigkeit bleibt beruhigend konstant. Aber dennoch beschleicht einen ein mulmiges Gefühl, war da nicht noch etwas? Sc, 19. November 2017 im ICE nach Berlin

Facts Matter …

WCN logo 2017 colour.png

… war das Motto der diesjährigen Wikimedia Conferentie Nederland, der WikiCon für die niederländischsprachigen Wikipedianer und Wikimedianer, die am Samstag, den 4. November 2017, stattfand. Seit 2008 trifft sich auch die niederländischsprachige Community jährlich, meist am selben Ort, doch in diesem Jahr zum letzten Mal im Meeting Plaza in der Innenstadt von Utrecht. Der große Komplex wird zum Teil abgerissen und umgebaut, so dass er für kommende Jahre nicht mehr zur Verfügung steht. Wie es mit der Konferenz weitergeht, war zwar auch ein Diskussionspunkt auf dem Treffen, aber hauptsächlich war das Programm in drei Tracks aufgeteilt: Facts Matter, GLAM und Community. Dazu gab es parallel noch einen so genannten Open Space für Spontanes. Die Beschreibungen der Vorträge und Präsentationen kann man in den Unterseiten zum Programm nachlesen, teils auch in der englischen Übersetzung, die Präsentationen befinden sich auf Commons in der Kategorie Presentations WCN 2017. Die Konferenzsprache war Niederländisch, den Vortragenden war allerdings freigestellt, ihre Präsentationen alternativ in Englisch zu halten.

Eröffnung der WCN 2017

Für das Hauptthema waren Wissenschaftler eingeladen worden, wie zum Beispiel der Wissenschaftsphilosoph Fedde Benedictus, der darüber referierte, was Fakten sind und warum Zugang zu ihnen so wichtig ist. Die Journalistin der Tageszeitung AD (ehemals Algemeen Dagblad) Marcia Nieuwenhuis, der Direktor des Universitätsmuseums Utrecht Paul Voogt und die Projektleiterin der Sammlungen des Museums Jet Blokhuis berichteten darüber, welche Rolle Fake News im Journalismus und in Museen spielen.

Im GLAM-Track fand ich besonders den Vortrag von Mtmlan84 interessant, die in der Provinz Gelderland Wikimedian in Residence an sieben kleinen Standorten gleichzeitig ist, nämlich in den Geschichtsmuseen Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers und Erfgoedcentrum Arnhem, dem Nationalen Befreiungsmuseum 1944–1945 in Groesbeek, im Museum Het Valkhof, im Regionalarchiv Nijmegen, im Gemeindearchiv Ede sowie im Flipje & Streekmuseum in Tiel. Keines dieser Museen hätte alleine die Kapazität und Mittel, sich um einen Wikimedian in Residence zu kümmern, aber für alle im Verbund ist es möglich, so ihre Inhalte zu befreien und enzyklopädisch aufarbeiten zu lassen.

Im Community-Track stellte der Kanadier James Heilman das Internet-in-a-Box-Projekt vor, ein Computer, der circa 30 Euro kostet und mit dem man die Wikipedia auch ohne Internetzugang lesen kann, was vor allem für Länder interessant ist, in denen der Internetzugang sehr teuer oder kaum vorhanden ist. Ich durfte verschiedene Projekte des digitalen Ehrenamtes vorstellen sowie Wege aufweisen, wie man die Wertschätzung für das digitale Ehrenamt in der öffentlichen Wahrnehmung verbessern kann.

Im Vergleich zu den jährlichen Treffen der Vorjahre kam besonders gut an, dass es diesmal Pausen von 15 Minuten zwischen den Vorträgen gab anstelle von 5-Minuten-Pausen. So gab es genug Freiräume zum gegenseitigen Kennenlernen. Ein paar Wikimedianer konnten leider wegen der gleichzeitig stattfindenden Diversity Conference in Stockholm nicht teilnehmen. Vielleicht können wir uns aber auf einen Kurier-Artikel über die Diversity Conference freuen. Dass die Wikimedia Conferentie Nederland auch in den kommenden Jahren stattfindet, ist sehr wahrscheinlich, denn die Teilnehmer möchten nicht auf das jährliche Treffen verzichten. In welcher Form aber, das steht in den Sternen – vorgeschlagen wurde das Anhängen an andere Veranstaltungen des Open Movements, eine Ausweitung auf zwei Tage, das Weglassen englischsprachiger Vorträge und wechselnde Veranstaltungsorte. Aber die meisten, die sich zu Wort meldeten, möchten die Wikimedia Conferentie Nederland wie bisher, so mein persönlicher Eindruck. G.K., 10.11.

Entmachtung durch Technik?

Hauptseite im Desktop-Browser und in der App

Der Verfasser dieses Beitrags konnte sich erst vor kurzem dazu überwinden, ein Android-basiertes Smartphone zu erwerben, nachdem sein MeeGo-Gerät, das ihn seit etlichen Jahren treu begleitet hat, doch etwas altersschwach geworden ist und natürlich von all den modischen „Apps“, von denen die Welt spricht, nicht unterstützt wurde. Mit der App-Installation bleibt er zurückhaltend, wollte aber doch die offizielle Wikipedia-App ausprobieren. Wir sehen nebenstehend die Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia, wie sie sich am 1. November 2017 im Desktop-Browser und in der App präsentierte. Eigentlich wusste er es ja, der Verfasser. Er wusste, dass sich die Hauptseite in der App stark von der hier von Menschen für die Wikipedia gestalteten unterscheiden soll, mit teilweise automatisch extrahierten Inhalten und längst nicht allen Rubriken, die wir für die Hauptseite vorgesehen haben. Gewisse Unterschiede und vor allem die knappere, inhaltsärmere Darstellung sind wohl nötig – auf dem kleinen Bildschirm eines Smartphones lässt sich einfach nicht so viel unterbringen. Trotzdem ist Unterzeichneter etwas erschrocken. In der App besteht die Hauptseite aus folgenden Elementen:

  • Die Textnachrichten aus „In den Nachrichten“ – immerhin die von uns ausgewählten, aber die Kopfzeilennachrichten fallen unter den Tisch. Zu sehen waren auf dem benutzten Gerät die ersten beiden von drei Nachrichten; man kann horizontal zur dritten weiterscrollen, was aber nicht so offensichtlich ist.
  • Unser „Artikel des Tages“, auch mit dem Anfang unseres Teasers, aber aus unerfindlichen Gründen nicht mit dem für die Hauptseite ausgewählten Bild, sondern dem ersten Bild im Artikel. Und unter dem Bild die Definition aus Wikidata, hier also Familie der Ordnung Kürbisartige (Cucurbitales).
  • Der nächste Punkt ist ein „Bild des Tages“ – haben wir nicht, es kommt von Commons.
  • Dann Empfehlungen basierend auf der Nutzung („Mit dem Lesen fortfahren“, „Weil du liest“... - ich habe kürzlich den Artikel Samuel Taylor Coleridge gelesen, daher empfiehlt mir die App nun William Wordsworth).
  • Die Funktion „Zufälliger Artikel“ bzw., wie sie in der App heisst, „Zufallsgenerator“.
  • „Artikel des Tages“ vom Vortag.
  • Eine Rubrik „Beliebt“, offenbar mit besonders häufig abgerufenen Artikeln.

Ja, und das war's, wenn man weiter runterscrollt kommen weitere frühere „Artikel des Tages“, „Weiterlesen“-Links auf Artikel, die man mal angeschaut hat usw. Immer mehr Leute nutzen das Internet primär mit dem Smartphone, für viele wird es auch schon das Hauptgerät für den Zugriff auf die Wikipedia sein. Da kann man sich schon langsam fragen: Brauchen wir uns die Mühe für Rubriken wie „Kürzlich Verstorbene“ oder „Schon gewusst?“, die es in der App einfach nicht gibt, künftig noch zu geben? Und: Wie können wir die App bzw. ihre Macher beeinflussen, wenn uns etwas nicht gefällt? Wenn wir eine andere Gewichtung wollen, eine andere Auswahl von Elementen? Wir haben hier als Community der Wikipedianer traditionell die fast völlige Gestaltungshoheit über die Hauptseite. Wie sie aussieht, welche Rubriken sie enthält, ist unser Bier. Nicht das Bier der Wikimedia Foundation und schon gar nicht irgendwelcher App-Programmierer. Dementsprechend sehen die Hauptseiten in den Sprachversionen der Wikipedia auch recht unterschiedlich aus, man braucht unsere nur mal mit der französischen, der niederländischen oder der alemannischen zu vergleichen. Das ist auch gut so, es spiegelt die Vielfalt unserer Communities und Kulturen.

Die App, von deren künftiger Dominanz unter Wikipedia-Nutzern auszugehen ist, droht, diese Vielfalt plattzumachen und uns die Gestaltungshoheit bzw. -freiheit, die wir bislang genossen haben, zumindest für die Hauptseite zu nehmen. Oder? Man könnte natürlich auch sagen: Halb so schlimm, der typische Wikipedia-Nutzer geht gar nicht unbedingt über die Hauptseite; sie ist gar nicht so wichtig, wie wir meinen. Tatsächlich ist der „klassische“ Nutzer am PC oft dabei zu beobachten, wie er auf der Suche nach einem Wikipedia-Artikel nicht etwa die Hauptseite aufruft, sondern bei Google <stichwort> wikipedia eingibt, und am Smartphone benutzt er vielleicht Google Assistant, statt über die Hauptseite der App zu gehen. Nun – lasst uns darüber diskutieren. Wir sollten jedenfalls aufpassen, dass die Darstellung der Inhalte nicht ganz unserer Kontrolle entrissen wird (der Mediaviewer lässt grüssen). Das ist nicht einfach Technik, die sich von unserer inhaltlichen Arbeit trennen lässt; Inhalt und Darstellung sind und bleiben eng miteinander verzahnt und wirken sich aufeinander aus. Anmerkung: Dieser Kommentar bezieht sich auf die Wikipedia-App, nicht auf die Mobilversion der Wikipedia-Website! Letztere enthält eine „klassischere“ Hauptseite mit den vertrauten Rubriken. Gestumblindi, 8.11.

Wider den Mitarbeiterschwund

Für eine freundschaftliche Solidarität unter den Wikipedianern müssen wir uns nun einsetzen. Wir müssen die wahren Gründe für Mitarbeiterschwund und Adminschwund bekämpfen, gegen sterbende Fachredaktionen und verstaubte Artikel, für freundschaftliches Zusammenwirken unter dem Grundsatz der Wikiquette.

Der Mitarbeiterschwund von mehr als 40 Prozent in den letzten zehn Jahren ist als eine Folge der Selbstzerfleischung unter verschärften Bedingungen zu begreifen, zu dessen Kollateralschäden ein neues Heer demotivierter Wikipedianer gehört. Deren Chancenlosigkeit gegen Internethunnen und Sockenpuppenspieler entfesselt eine Abwanderung aus der deutschsprachigen Wikipedia, wie es an die Zeiten der Völkerwanderung erinnert: in einem Jahr werden wir nur noch die Hälfte der Mitarbeiter des Jahres 2007 haben. Es wütet eine Aggressivität, die sich in Hass, verbaler Gewalt und Schikane niederschlägt.

Wer die Selbstzerfleischung allein als politischen Fundamentalismus, also letztlich als Teil eines Klassenkampfes begreift, der verkennt, dass im militanten Internetaktivismus auch die Verschärfung der beruflichen Chancenlosigkeit und Frustration als Triebfeder wirkt. Keine noch so beherzte „Geh von guten Absichten aus“-Haltung, sondern nur eine Auseinandersetzung mit den tieferen Ursachen kann deshalb etwas an den feindseligen Umgangsformen und dem Mitarbeiterschwund ändern. Wir müssen das freundschaftliche Zusammenwirken wieder nach vorn bringen - und das ist nur mit Hilfe einer Solidarität mit den wenigen möglich, die überhaupt noch fachliteraturbasierte Artikelarbeit und die schwierige Administratorenarbeit leisten und Vandalismusmeldungen abarbeiten.

Aber was heißt das konkret: wikipedianische Solidarität? Reicht die Auszeichnung exzellenter Artikel? Reicht die Wiederwahl zermürbter Administratoren? Wir brauchen jedenfalls eine Entmachtung der Internethunnen und Sockenpuppenspieler sowie der Quertreiber mit überquellendem Sperrlogbuch. Ich warne vor einer Sentimentalisierung der Krise und der Verdrängungsdynamik einer alternden Usergemeinschaft. Wir benötigen weder eine Zurschaustellung altruistischer Tugenden noch einen arroganten Moralismus. Die schlichte Tatsache, dass eine Ausstellung von Großzügigkeit gegenüber Internethunnen uns ein gutes Gefühl gibt, sollte uns misstrauisch machen: Tun wir es letztlich, um zu verdrängen, was erforderlich ist?

Der wahre Wikipedianer muss jetzt alles gleichzeitig sein: der kluge Kopf, der die Lage nüchtern analysiert, aber auch der Projektschützer, gleichzeitig der distinguierte Akademiker alter Schule, der Fachliteratur geläufig zitiert, aber auch der digitale Eingeborene des einundzwanzigsten Jahrhunderts, der die sozialen Seilschaften in der Usergemeinschaft immer fest im Blick hat. Nur im entschiedenen Kampf gegen Aggressivität, Herrschsucht, Politisierung und Sockenpuppentheater können wir die in den letzten zehn Jahren verlorenen 5000 Mitarbeiter wieder zurückgewinnen. SW, 6.11.

Marvels The ... RFFengers

Einige RFFengers bei ihrer Schicht im WikiMUC

Bei Odins Sohn, die Redaktion Film und Fernsehen (RFF) kam just zusammen, um die wichtigsten Themen in der film- und fernsehträchtigen Stadt München zu debattieren. Die arbeitswütigen Teilnehmer verzichteten gar auf den gesellschaftlichen Ausgleich einer Filmstadt-Führung und stürzten sich rücklings ins Plenum im WP:WikiMUC. Im Angesicht einer stattlichen Themenliste blieb die Stimmung stets sachlich und konstruktiv. Insbesondere die zukünftige Ausrichtung der Redaktion wurde heiß diskutiert: Wikidata, ein Fokus auf Streaming-Inhalten und verstärkte Kooperation (= Outreach) mit Institutionen sollen die RFF neu ausrichten und zukunftsfähig machen.

Unser Guide inmitten des TV-Studios der Katholischen Journalistenschule ifp während einer Kurzführung

Es wurde gearbeitet bei diesem ausgewiesenen "Arbeitstreffen", sodass das Kulturprogramm am Abend mit Thor 3 ups: Thor: Tag der Entscheidung etwas seichter ausfiel. Im Sturm der Walküren auf Thors unliebsame Schwester fiel die Spannung ab; diejenigen, denen das Abschalten schwer fiel, widmeten sich noch in der Nacht dem Artikel zum Film.

Beim morgendlichen Spaziergang von der Unterkunft des ifp zum WikiMUC über den Alten Südfriedhof bot sich die Gelegenheit, die Gedanken zu sortieren. Das Treffen war geprägt von der Beschlussfreudigkeit der Anwesenden: Richtlinien wurden geändert, Vorlagen angepasst und Pläne geschmiedet. Dem Arbeitstreffen soll bereits im Frühjahr 2018 das nächste reguläre "Redaktionstreffen" folgen, voraussichtlich in Mainz ggf. mit entsprechendem Austausch beim ZDF. Hierbei soll vor allem die Bereitstellung von Inhalten öffentlich-rechtlicher Sender unter CC-Lizenz Thema sein. Man darf gespannt sein, wir sehen uns! Q, 6.11.

Ergänzend dazu:

Drei Wikipedia-Projekte...

...waren an diesem Wochenende, von Donnerstag bis Sonntag, bei uns zu Gast in München: Die Jury des WP-Schreibwettbewerbs, die WP-Redaktion Film und Fernsehen und das WikiAlpenforum. Die SW-Jury tagte im ehemaligen Kapuzinerkloster in der Katholischen Journalistenschule ifp, einem ruhig-beschaulichen Ort, hier die mediale Resonanz auf das vollbrachte Werk der Jury. Die ersten der 12 Teilnehmer des RFF-Treffens starteten ihren Besuch in München mit einer kleinen Wanderung vom Marienplatz über den Hofgarten mitsamt der Bayerischen Staatskanzlei, durch den Englischen Garten und trafen rechtzeitig zum Auftakt des Treffens beim Schoberwirt ein. Es war eins der harmonischsten und vermutlich deshalb auch ertragreichsten Treffen der Redaktion Film und Fernsehen. Die Kollegen fühlten sich wohl in München, auch dank der hervorragenden Rundumversorgung durch unseren Freund Wikiolo. Am Rande zurrte die deutsch-schweizerische Orga des WikiAlpenforums noch etliche Programmpunkte für 2018 fest, insbesondere die Termine für die +WAFtreffs in den am WAF-Projekt teilnehmenden vier Alpenanrainerländern. Mit diesen drei recht ergiebigen Treffen erlebte Wikipedia und das WikiMUC an den zurückliegenden Tagen das, was sich viele von diesem weltumspannenden Projekt erwarten, eine Wikipedia, deren Communities frohgemut das große enzyklopädische Werk vorwärts bringen. P., 6.11.

Kommentare auf AWW

Wer als Administrator kandidiert, sieht sich bereits während einer Kandidatur oftmals massiven Anfeindungen ausgesetzt, teilweise arten die Kandidaturen bekanntermaßen in regelrechte Schlammschlachten aus. Dies wird seit Jahren immer wieder kritisiert und oft auch als ein möglicher Grund für die sinkende Anzahl an Kandidaturen genannt. Ein wesentliches Problem besteht dabei meines Erachtens in den Kommentaren, in denen es oft nicht um eine sachliche Begründung des eigenen Votums geht, sondern vielmehr um eine bloße Herabwürdigung des Kandidaten. Ähnlich gestalten sich die Stimmbegründungen bei den Adminwiederwahlen (AWW). Auch hier geht es vielen offensichtlich nicht um eine sachliche Begründung, warum die Einleitung einer Wiederwahl geboten wäre. Vielmehr zielen die Kommentare auch hier darauf ab, die gesamte Mitarbeit eines Benutzer, und in vielen Fällen auch die Person hinter dem Account, herabzuwürdigen. Die AWW-Seiten sind zu Prangerseiten geworden, auf denen man sich nach Herzenslust auskotzen kann und die vor allem dem eigenen Frustabbau dienen. Dabei ist es problemlos möglich, die langjährige Mitarbeit eines Benutzers in einem einzigen Satz vernichtend abzuwerten. Und darauf scheinen es viele abzusehen.

Vor einigen Tagen entfernte ich eine Stimmbegründung mit dem Wortlaut Sperrvandale – einer der schlechtesten und arrogantesten Admins. Dieser Kommentar enthält keinerlei Hinweise auf ein etwaiges Fehlverhalten. Keine Diffs, keine sachliche Begründung. Nichts. Er zielt ausschließlich auf eine Herabwürdigung des Gegenüber ab. Die Bezeichnung Sperrvandale impliziert dabei einen Zerstörungswillen – dem Benutzer gehe es offensichtlich nicht um konstruktive Mitarbeit, sondern um eine mutwillige Schädigung des Projektes. Was auch immer man von seiner Admintätigkeit halten mag - es handelt sich um einen langjährigen Benutzer, der viel Lebenszeit in dieses Projekt investiert hat. Dies sollte auch in der Art und Weise zum Ausdruck kommen, wie man Kritik an seiner Mitarbeit äußert. Meine Vorstellung, wie man in diesem Projekt miteinander umgehen sollte, ist zumindest eine andere. Wobei ich betonen möchte, dass dieser Kommentar nur einer von vielen mit derartigen Begründungen ist, es sich um ein grundsätzliches Problem handelt und nicht um eine einzelne, umstrittene Stimmbegründung. Meine Löschung mit Verweis auf WP:KPA wurde jedoch revertiert, die anschließende Vandalismusmeldung zurückgewiesen. Zwar wurde in der Entscheidung der Kommentar vom abarbeitenden Admin ebenfalls kritisiert – stehen bleiben durfte er trotzdem. Zudem kam in weiteren Meldungen zum Ausdruck, dass viele diese Art der Stimmbegründung als legitim erachten und dass meine Löschung als ungerechtfertigter Eingriff und als Zensur angesehen wurde. Ich halte dies für extrem bedauerlich. Bedauerlich nicht nur die Entscheidung an sich, sondern vor allem, dass sich in der vorangegangenen Diskussion kaum jemand kritisch zu dieser Art der Stimmbegründung geäußert hat.

Es wäre meines Erachtens eine Menge gewonnen, wenn sich darauf verständigt werden würde, dass Votumsbegründungen und Kritik natürlich jederzeit zulässig sind, aber in einer sachlichen und konstruktiven Form zu erfolgen haben. Und vor allem darauf, dass eine Herabwürdigung des Gegenüber grundsätzlich nicht zulässig ist. Niemals. Gleich wem gegenüber und in welcher Form. T., 5.11

Sieger des 27. Schreibwettbewerbs

Eadweard Muybridge

Die Sieger des 27. Schreibwettbewerbs stehen fest. Die Jury bedankt sich bei allen Teilnehmenden, die Artikel eingereicht haben, für die schönen Artikel zu interessanten Themen, die bei der Lektüre viel Freude bereitet haben.

  1. Eadweard Muybridge: Ein sehr souveräner, informativer und gut geschriebener Artikel, dem anzumerken ist, dass er aus einer breiten Quellenbasis schöpft und mit Sorgfalt und Hingabe gearbeitet wurde. Für den Leser durchgängig interessant und spannend.
  2. Alexander Cartellieri: Der Artikel zeichnet einen beispielhaften Lebenslauf für einen großbürgerlichen Gelehrten im Übergang zwischen spätem Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Gut gewichtet und umfassend beschrieben und damit eine sehr lohnende Lektüre in der Wikipedia.
  3. John Adams: Ein sehr inhaltsreicher und detaillierter Artikel über den zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten mit gelungener Einbettung in die Geschichte seiner Zeit.
  4. Opistophthalmus: Der Artikel über diese afrikanische Skorpiongattung ist sehr fachkundig geschrieben unter Bezug auf maßgebliche Fachliteratur.
  5. Einschrittverfahren: Der Artikel vermittelt ein mathematisches Verfahren verständlich mit anschaulichen Beispielen.
  6. Stachelschweine: Diesem Lebewesenartikel gelingt der Spagat zwischen wissenschaftlichem Niveau und Vermittlung gegenüber dem Laien.
  7. Urkundenfälschung (Deutschland): Dieser Artikel über ein strafbares Delikt behandelt die deutschen Verhältnisse seit der Einführung des StGB und vermittelt überraschende Einblicke in das breite heutige Spektrum von Urkunden.
  8. Sudeley Castle: Der Artikel ist sehr informativ und macht Lust, die Anlage zu besuchen.
  9. Porträt des Ohm Friedrich Corinth: Ein schöner, gut gearbeiteter Artikel zu einem interessanten Gemälde.

Bester Artikel mit Bezug zu Umwelt und Gesellschaft: Horst Stern

Für die Schreibwettbewerbs-Jury, H., 4.11.

Wikipedia sucht die Superadmins

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Der Zwischenstand der aktuellen Admin-Wahl macht auf mich den Eindruck eines "Wikipedia sucht die Superadmins" (WSDS). Die Kontra-Stimmen weisen nicht etwa auf Fehlverhalten in der Vergangenheit hin. Hier und da wird zu wenig Erfahrung angemahnt. Am häufigsten wird jedoch als Grund für die Ablehnung ein nicht voll zufriedenstellender Vorstellungstext genannt.

Natürlich kann die Community als Ganzes ihre Ansprüche für neue Admins hoch und höher hängen. Die Motivation dazu ist nachvollziehbar: Wenn man nur die "Besten" zu Admins macht, bekommt man die besten Admins. Wir sollten uns nur im klaren sein, dass mit jedem Anspruch der Pool der potentiell erfolgreichen Kandidaten schrumpft. Ein Blick ins aktuelle Archiv zeigt: Dieses Jahr erhielten bisher genau drei Neu-Kandidaten die erforderlichen 2/3 Pro-Stimmen. Wie man aus der Liste der ehemaligen Adminstratoren ablesen kann, haben in der gleichen Zeit dreizehn Accounts aus unterschiedlichen Gründen die erweiterten Rechte verloren. Bei einer Gesamtzahl von knapp 200 Admins ergibt sich daraus ein Verlust von etwa 5%. Gemäß dieser Tabelle nahm die Zahl der aktiven Autoren in ähnlicher Größenordnung ab. Nun könnte man denken, dass damit alles in Ordnung wäre. Ich denke, jeder abgelehnte Neuadmin, der die erweiterten Rechte nicht missbraucht hätte, ist eine verpasste Chance.

Es ist ja nicht so, als ob sich die aktiven Admins um die Abarbeitung der Löschdiskussionen, Löschprüfungen, Vandalismusmeldungen und so weiter prügeln müssen. Aus sieben Tagen werden auch mal sieben Wochen. Die Liste der zu erledigenden Löschanträge reicht im Moment zurück bis zum 13. September. Können wir es uns unter diesen Umständen leisten, motivierte Neu-Admins wegen Nicht-Erfüllung eines hohen Anspruchs abzulehnen? Meine Meinung dazu könnt ihr Euch denken. Mindestens sollten wir das an geeigneter Stelle ernsthaft diskutieren. -<)kmk(>-, 1. Nov. 2017

Asiatischer Monat 2017

Wikipedia Asian Month 2017 Banner de.svg

Zum dritten Mal beginnt am 1. November um 01:00 Uhr (also 0:00 Uhr UTC) der Asiatische Monat, der internationale Edit-a-thon zum Thema Asien. Unter Wikipedia:Asiatischer Monat 2017 finden sich die Teilnahmebedingungen und die Links zur Teilnehmerliste. Um was geht es? Kurz: Bis zum 1. Dezember, 01:00 Uhr soviele Artikel über Themen mit Asienbezug zu schreiben, wie möglich. Bedingungen: Mindestgröße von 3000 Bytes UND 300 Wörtern (ohne Listen, Tabellen, Info-Boxen, Referenzen) muss der Artikel haben und die Qualitätsanforderungen müssen erfüllt sein. Das bedeutet Belege (Einzelnachweise!!!) und keine groben Mängel (keine Wartungsbausteine). Die Themenwahl ist großzügig zulässig. Ein Botschafter Schwedens in Singapur ist erlaubt und letztes Jahr wurden auch Artikel über Asteroiden anerkannt, die nach asiatischen Seen und Städten benannt wurden. Die geographischen Grenzen der Lemmata sind entgegen der Realitäten klar festgelegt. Ein Tool hilft bei der Bewertung der Artikelgröße, alles andere liegt in den Augen der Juroren. Frühstarts, zum Beispiel im Benutzernamensraum, sind nicht zulässig, dafür aber nichtmaschinelle Übersetzungen (Importregeln und Belegpflicht beachten!). Im deutschsprachigen Namensraum dürfen die Artikel erst innerhalb der Frist erscheinen.

2015 konnte J. Patrick Fischer noch mit lediglich neun Artikeln den Titel des Wikipedia Asian Ambassadors für die deutschsprachige Wikipedia gewinnen, 2016 brauchte er 58 Artikel zum Sieg gegen 61 andere Teilnehmer. Damit ist er zusammen mit dem Kollegen aus der chinesischsprachigen Wikipedia der Einzige, der beide Wettbewerbe gewann. Für 2017 hat er aber schon erklärt, dass es schwer wird, dieses Level nochmals zu erreichen, auch weil er zeitlich anderweitig eingebunden ist. Es wird also spannend, wer diesmal das Rennen macht. Doch auch wer nicht so tatkräfig ist, hat etwas von der Teilnahme am Asiatischen Monat. Wer mindestens vier Artikel abliefert erhält aus Asien als Dankeschön eine Postkarte geschickt (analog!). Und innerhalb der deutschsprachigen Wikipedia werden wir auch wieder Medaillen und Sonderpreise (digital) entsprechend der Leistungen verteilen. Wir freuen uns auf viele neue Asienartikel! (JPF, 29.10.2017)
Nachtrag: Beachtet dazu auch Wikipedia:Denkmal-Cup – Sonderpreis Armenien!

Der vergessene Monsieur Colin

Vor zwei Wochen machte ein Kurier-Artikel zu einem deutsch-französischen Edit-a-thon auf der Frankfurter Buchmesse (vgl. Wikipedia:Frankfurter Buchmesse 2017) die Runde. Im fernen Berlin davon angetan, aber zeitlich etwas eingespannt, begann man(n) zu grübeln, wie man denn gescheit dazu beitragen könne. Der Blick fiel auf den Artikel zum Prix Goncourt, dessen diesjährige Preis-Aspiranten anlässlich der Buchmesse gerade von 15 auf 8 reduziert worden waren. Die Preisträgerliste im Artikel wirkte wenig übersichtlich – also her mit einer sortierbaren Tabelle, um den unkoordinierten Tatendrang in die richtigen Bahnen zu lenken.

Seit 1903 gab es 115 Gewinner (ein Brüderpaar wurde 1906 zu gemeinsamen Preisträgern ausgerufen), da kann man schon mal den Überblick verlieren. Irritationen gab es aber beim Jahr 1950, das in der deutschsprachigen Wikipedia einfach übersprungen worden war. Wo war der Gewinner der 48. Auflage abgeblieben? Gab es überhaupt einen? Die über 40 Interwiki-Links und auch die offizielle Preisträger-Liste sprachen eine deutliche Sprache und wiesen auf einen gewissen Monsieur Paul Colin hin, der gerade mal 30-jährig für sein Romandebüt Les jeux sauvages ausgezeichnet worden war. War dieser Monsieur Colin vielleicht einem früheren ungeschickten Edit zum Opfer gefallen? Der Blick in die Versionshistorie rief dann doch Erstaunen hervor – der Artikel zum Prix Goncourt wurde im Oktober 2003 von einer IP angelegt. Sukzessive wurde bis Februar 2004 die Auswahl der Preisträger vervollständigt, nur an Monsieur Colin dachte niemand. Beinahe 14 Jahre lang blieb sein Fehlen im Konzert der Goncourt-Laureaten, des wichtigsten französischen Literaturpreises, unbemerkt. Am 11. Oktober 2017 kam er dann auch in der deutschsprachigen Wikipedia endlich zu seinem Recht.

François-Henri Désérable, Mr. France Goncourt 2017?

Seit letzter Woche hat Paul Colin nun auch seinen eigenen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia und es wird klarer, warum sein Fehlen so lange unbemerkt blieb. Der junge Colin war ähnlich wie der diesjährige Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro wohl eher ein Kompromisskandidat, auf den sich die müde und allmählich zur Mittagszeit hungriger werdende Goncourt-Jury geeinigt hatte, u. a. gegen so bekannte Konkurrenten wie Marguerite Duras oder Henri Georges Girard, dessen Romanverfilmung Lohn der Angst ein paar Jahre später in Cannes für Aufsehen sorgen sollte. Dagegen konnte Colin kein großes literarisches Werk aufbauen und verschwand nach dem zweiten Roman in der Versenkung. Der bekannte Wikipedia-Kritiker und aktuelles Goncourt-Mitglied Pierre Assouline ließ rückblickend kein gutes Haar an Colins damaligem Sieg und bezeichnete ihn als „Unfall der Literaturgeschichte“. Der L’Express porträtierte ihn 2012 witzigerweise in einer Reihe „vergessener Goncourt-Preisträger“ u. a. gemeinsam mit Henri Béraud. Béraud, bis heute der einzige, der für zwei Werke die Auszeichnung erhielt, kollaborierte während des Zweiten Weltkriegs mit den Nazis. Eine nach Ende des Krieges gegen ihn ausgesprochene Todesstrafe wurde später in lebenslange Haft umgewandelt. Neben Béraud sind noch 33 weitere Goncourt-Preisträger bei uns rot verlinkt, und es bleibt noch die ein oder andere interessante Geschichte, die es zu erzählen gilt. Auch der baldige Preisträger 2017 ist noch nicht vor einem möglichen Rotlink gefeit – unter den acht Autoren, die den Sprung in die „deuxième sélection“ schafften, haben der frühere Eishockeyspieler François-Henri Désérable (Un certain M. Piekielny), der versierte Dramatiker und Krimiautor Alexis Ragougneau (Niels) und die in Mailand geborene Journalistin Monica Sabolo (Summer) noch keine Artikel bei uns – noch ... (Csr, 28.10.2017)

UPDATE, 2. November 2017: Dank Claude J sind „nur“ noch 27 8 keine Rotlinks mehr bei Prix Goncourt/Roman zu vermelden. Auch ist die „troisième selection“ der Goncourt-Jury mittlerweile abgeschlossen. Mit Yannick Haenel (Tiens ferme ta couronne), Véronique Olmi (Bakhita), Éric Vuillard (L’ordre du jour) und Alice Zeniter (L’art de perdre) stehen die diesjährigen Finalisten fest, die alle mit Artikeln in der deutschsprachigen WP vertreten sind. Der Prix Goncourt wird dieses Jahr am 6. November vergeben. (Csr)

Wiki Loves Monuments 2017 Siegerbilder

Vom 20. bis 22. Oktober traf sich das Juryteam von Wiki Loves Monuments Deutschland zur diesjährigen Jurysitzung in Fulda. Aus den ca. 1000 am besten bewerteten Bildern der Vorjury wurden bis spät in die Nächte hinein die diesjährigen Siegerbilder für Deutschland ermittelt. Hier die Top 5:

Die ersten zehn Plätze werden zusammen mit den Gewinnern der anderen Länder am diesjährigen internationalen Wettbewerb teilnehmen. hm, 27.10.

Eine Richtung für die Zukunft

Wie schon des Öfteren hier und an anderen Stellen veröffentlicht, läuft seit Anfang des Jahres ein Strategieprozess für die Wikimedia-Bewegung. Vor kurzem wurde das erste Zwischenergebnis des Prozesses – die sogenannte „Strategic Direction“ (Strategische Ausrichtung) – fertiggestellt und auf Meta veröffentlicht. Katherine Maher, die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, hat bereits im Meta-Wiki, in mehreren E-Mails auf der Mailingliste wikimedia-l und zuletzt in einem Beitrag auf der Frage-und-Antwort-Plattform „Quora“ (auf Englisch) dazu geschrieben.

Ich trage seit gut 14 Jahren zu Wikipedia und ihren Schwesterprojekten bei. Seit mehreren Jahren bin ich auch Angestellter des Vereins Wikimedia Deutschland e. V. und arbeite dort im Team Internationale Beziehungen. Aus diesen beiden Perspektiven heraus möchte ich gerne schreiben, wieso ich persönlich es für wichtig halte, dass dieses Dokument jetzt fertig ist, was es uns Wikipedianerinnen und Wikipedianern aus meiner Sicht bringt.

Wikipedia ist das beste, was es für mich gibt. Sie begleitet mich schon fast mein halbes Leben lang. Nicht nur als gefühlt unerschöpfliche Wissensquelle, sondern vor allem als Projekt und Gemeinschaft, in der ich mein Wissen teilen, mich bilden und im stetigen Austausch mit anderen Menschen sein kann, die das ebenso machen. Dank meiner Arbeit bei Wikimedia Deutschland und meiner Zeit außerhalb Deutschlands habe ich verstanden, dass Wikipedia je nach Kontext viele verschiedene, gute Zwecke erfüllt, die sich aber stark unterscheiden können.

In Deutschland leben wir in einem Wissensüberfluss. Wissen ist immer verfügbar, Bibliotheken sind offen, Schulen und Universitäten sind besuchbar. Hier dient Wikipedia als nicht-kommerzielle, virtuelle, ergänzende Bibliothek zu all’ dem, was es schon gibt. In Argentinien und in Mosambik habe ich andere Erfahrungen gemacht. Wissenszugang ist dort massiv eingeschränkt, kommerzialisiert und privatisiert. Das lokale Wissen ist nur mäßig oder gar nicht in der Wikipedia präsentiert, und die Communitys sind aufgrund struktureller Gegebenheiten klein oder nicht vorhanden.

Wikipedia gibt es als Projekt nun schon seit mehr als 16 Jahren. Der Vision dahinter – das gesamte Wissen der Menschheit jedem zur Verfügung zu stellen – sind wir sicherlich ein bisschen näher gekommen. Und doch sind wir von dieser Wunschvorstellung ziemlich weit entfernt. Um zu würdigen, was in den vergangenen Jahren passiert ist und sich Ziele für die Zukunft vorzunehmen und dabei weiterhin in der Lage sein zu können sich auf massive technologische und demographische Veränderungen auf der Welt einzustellen, wurden seit Anfang des Jahres in drei Online- und Offline-Diskussionsrunden in mehr als 17 Sprachen Kommentare, Wünsche, Bedürfnisse und Feedback gesammelt. Ziel war es, einen Plan für das Wikiversum bis 2030 zu entwickeln. Das erste Zwischenergebnis ist nun fertig – es ist ein bemerkenswert mutiger Text mit zwei grundlegenden Schwerpunkten. Ich empfinde den Text als positiv und mutig, weil er viel deutlicher als bisher umreißt, was das Wikiversum bis 2030 versuchen sollte zu erreichen – mit dem starken Anspruch, die Gesellschaft positiv zu verändern.

Das in den Wikimedia-Projekten geschaffene und kuratierte Wissen soll auch für Menschen außerhalb des klassischen Nutzerkreises in mehr Darbietungsmöglichkeiten nutzbar sein. Das kann sehr vieles sein: Es gibt bereits jetzt Menschen, die digitale Unterstützung im Alltag nutzen (Alexa, Siri usw.) und auf diese Weise Zugriff auf Wikipedia und die Wikimedia-Projekte haben. Solche Dienste und technische Möglichkeiten wird es zweifellos in Zukunft noch mehr geben. Dieser erste Schwerpunkt (im englischen Original „knowledge as a service“) soll damit deutlich machen, dass Wikimedia aufgrund seiner spendenfinanzierten und vor allem ehrenamtlichen Strukturen nie technologisch führend sein kann – aber noch deutlicher Anknüpfungspunkte schaffen sollte, sodass unsere Angebote, unsere Inhalte, gemäß Creative-Commons-Lizenz, frei und unentgeltlich weiterverwendet werden können.

Der zweite Schwerpunkt trägt den im Original etwas komplizierten Titel „knowledge equity“. Für Equity gibt es in der deutschen Sprache keine adäquate Übersetzung. Der Schwerpunkt soll verdeutlichen, dass alle Menschen eine gerechte, ja sogar chancengleiche Möglichkeit haben sollen, die Wikimedia-Projekte zu nutzen und zu ihnen beizutragen. Das bedeutet, dass es einerseits um den eigentlichen Zugang geht – in Regionen der Welt, in der wenige Menschen Zugriff auf „das Internet“ haben – oder er teuer und unzuverlässig ist. Andererseits soll es auch verdeutlichen, dass die Wikimedia-Projekte vor allem von Menschen aus Europa und Noramerika bearbeitet werden. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil. Aber es bedeutet auch, dass essentielle Wissensbereiche nicht abgedeckt sind oder nur aus einer bestimmten Sicht (und damit über andere, statt auch von anderen) geschrieben wurden. Ich finde es gut, dass die strategische Ausrichtung einen Horizont aufmacht, in dessen Rahmen wir uns darauf verständigen können, wie wir dieses Problem angehen können.

Denn das soll diese strategische Ausrichtung auch sein: Es soll einen Rahmen für all das schaffen, was wir machen und bisher gemacht haben. Niemand von uns muss etwas aufgeben oder ändern. Aber diese strategische Richtung soll deutlich machen, dass wir als Wikiversum mehr sein können. 16 Jahre Arbeit in den Wikimedia-Projekten haben etwas sehr Gutes geschaffen. Diese Arbeit soll aber noch besser werden.

Wie dann tatsächlich diese Richtung aussieht, wird in den nächsten Monaten diskutiert. Die strategische Ausrichtung hat nur die Kompassnadel gesetzt. Bis Sommer 2018 wird nun geplant, wie dieser Weg tatsächlich aussehen wird.

Ab dem 26. Oktober kann diese strategische Ausrichtung – quasi in Form einer Petition – im Meta-Wiki von allen, die wollen, mitgezeichnet werden. Neben den Ehrenamtlichen sind auch die Wikimedia-Organisationen – bspw. Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia CH – eingeladen, die Strategische Ausrichtung zu unterschreiben und auf diese Weise zu unterstützen.

--jcornelius Benutzer Diskussion:Jcornelius (26.10.)

Von der Begeisterung zum „zeitweisen Frust“

- Analytischer Kommentar zu Schlesingers WikiMUC-Artikel -

Ich übernehme mal all die schönen positiven Sätze, die Schlesinger in seinem Artikel so hervorragend formuliert hat. Ich könnte es nicht besser, obwohl ich keine „Berliner Edelfeder“ bin ;-):

Eigene Räume für städtische lokale Wikipedia-Communitys sind seit einiger Zeit der Wunschtraum vieler Wikipedianer. Man kann fast von einer Mode sprechen. In Zeiten der allgegenwärtigen und gefühlten Wikipediakrisen, wie Autorenschwund, der befürchteten ausbleibenden Artikelwartung und der beinharten Benutzerkonflikte, wünscht man sich einen sicheren, behaglichen Raum, nach eigenen Vorstellungen eingerichtet, der Geborgenheit, eine gute Arbeitsatmosphäre und ein positives Aushängeschild für die Wikipedia in der Öffentlichkeit abgibt. Und der natürlich auch für gesellige Treffen genutzt werden kann. Bezahlt werden diese Räume aus Spendengeldern, die die Wikimediavereine einnehmen. (...) ... in München, bei WikiMuc, so heißt dort das Communitylokal, lief alles zunächst hervorragend. Das Wohl solcher Initiativen, die immer von einigen wenigen Idealisten organisiert werden, und die sich in Grundzügen der Ausrichtung und des Konzepts einig sein müssen, hängt immer von den gerade aktiven Personen ab, ihren Umgangsformen und vor allem von ihrer Kompromissfähigkeit bei unterschiedlichen Ansichten. Auf diesen Leuten lastet die ganze organisatorische Arbeit. Solange man einigermaßen harmonisch miteinander arbeiten kann, gibt es keine Probleme.

Da spricht mir die schnelle und manchmal sogar witzige Feder aus dem fernen Berlin so richtig aus dem Herzen! Wenn der Skribent aber in seiner Fernanalyse - die auf wertfreien „Diskussionsakten“ beruht - fortfährt und folgende Ferndiagnose wagt, „Doch viele Wikipedianer sind im Grunde idealistische Altruisten und besitzen leider einen, gelinde gesagt, extrovertierten Individualismus, der durchaus skurrile Züge annehmen kann.“ widerspreche ich dieser unverständlichen Analyse und würde es biologisch ganz anders formulieren: „Doch viele Wikipedianer sind im Grunde einsame Wölfe, die des Nachts in ihre Einsamkeit ein weithin hallendes Wolfsgeheul anstimmen, da sie ein Rudel suchen, aber selten eines finden.“

Weiterhin würde ich erklären: „Und es gibt die anderen herumirrenden Wölfe, die gerne von einem Rudelchef geleitet und geführt werden. Und es gibt die alten verstoßenen Wölfe, die von Ferne auf die Rudel und deren Leitwölfe schauen, weiterhin ihre einsame Spur ziehen und nur noch leise knurren.“

Einsamer Altwolf im Winter

Fazit meiner Nahanalyse:

Wenn solche Alphatiere sich dann zusammen mit den Mitläufern und den Alttieren versuchsweise in einem Rudel versammeln, kann es vorkommen, dass die Rangordnungskämpfe sehr lange dauern oder immer wieder ausbrechen. Alttiere ziehen sich dabei zurück, manche jungen Mitläufer scheuen die Beißereien der Rangordnungskämpfe und suchen sich ein anderes Revier. Irgendwann geben einige Wölfe auf und verlaufen sich in andere Gegenden, begeben sich in die Alpen oder noch weiter weg. Und es gibt vorsichtige Artgenossen, die wagen sich nie in die Nähe des gefährlichen Reviers, weil sie schon mal weggebissen worden sind. Aber irgendwann findet sich das WikiMUC-Rudel schon zusammen! Oder es bilden sich mehrere Rudel, die sich das Alpenvorland und die bayrischen Alpen gerecht untereinander aufteilen.

Meiner Meinung nach hat der Artikel mit der Ferndiagnose von Schlesinger skurrile Züge. Ich zitiere W. R., dem ich heute auf der WikiMUC-Diskussionsseite recht gegeben habe, weil er den ganzen Kuddelmuddel um WikiMUC als „ein aus halbverstandenem Tratsch zusammenphantasierten Dunst“ bezeichnet hat. Oder, um Shakespeare zu zitieren: „Much ado about nothing“. Dd

Von der Begeisterung zum Frust

Eigene Räume für städtische lokale Wikipedia-Communitys sind seit einiger Zeit der Wunschtraum vieler Wikipedianer. Man kann fast von einer Mode sprechen. In Zeiten der allgegenwärtigen und gefühlten Wikipediakrisen, wie Autorenschwund, der befürchteten ausbleibenden Artikelwartung und der beinharten Benutzerkonflikte, wünscht man sich einen sicheren, behaglichen Raum, nach eigenen Vorstellungen eingerichtet, der Geborgenheit, eine gute Arbeitsatmosphäre und ein positives Aushängeschild für die Wikipedia in der Öffentlichkeit abgibt. Und der natürlich auch für gesellige Treffen genutzt werden kann. Bezahlt werden diese Räume aus Spendengeldern, die die Wikimediavereine einnehmen. In Köln und Hamburg, später auch in Berlin hat das geklappt, man hört nur Gutes aus diesen Städten. In Zürich, wo das Schweizer Chapter die finanzielle Unterstützung in Form einer Mietbürgschaft für einen solchen Raum bisher ablehnte, gab es jedoch Enttäuschung. Doch in München, bei WikiMuc, so heißt dort das Communitylokal, lief alles zunächst hervorragend. Das Wohl solcher Initiativen, die immer von einigen wenigen Idealisten organisiert werden, und die sich in Grundzügen der Ausrichtung und des Konzepts einig sein müssen, hängt immer von den gerade aktiven Personen ab, ihren Umgangsformen und vor allem von ihrer Kompromissfähigkeit bei unterschiedlichen Ansichten. Auf diesen Leuten lastet die ganze organisatorische Arbeit. Solange man einigermaßen harmonisch miteinander arbeiten kann, gibt es keine Probleme. Doch viele Wikipedianer sind im Grunde idealistische Altruisten und besitzen leider einen, gelinde gesagt, extrovertierten Individualismus, der durchaus skurrile Züge annehmen kann. Die Welt dort draußen belächelt das, doch innerhalb des Wikipediasystems kann das zu schlimmen Verwerfungen führen, wie in München, wo man sich im dortigen WikiMuc eindeutig nicht mehr riechen kann. Nachlesen kann man das hier. Es ist das Übliche: Gegenseitige Vorwürfe, dann Intrigen, dunkle Andeutungen, gekränkte Ehre und schließlich die unvermeidlichen Beschimpfungen, die in ihrer Heftigkeit nichts zu wünschen lassen. Steht das Projekt auf der Kippe? Manche der Protagonisten scheinen das zu glauben, haben bereits Alternativen im Blick und sind offenbar bereit, etwas Neues aufzubauen. Doch noch ist nichts verloren, es heißt, dass eine Art Mediation zur Beilegung des heftigen Münchner WikiMuc-Krachs seitens des Vereins Wikimedia Deutschland geleistet wird. Es ist zu hoffen, dass sich die drei dominant auftretenden gegnerischen Kräfte dadurch beruhigen lassen und zu einem konstruktiven Miteinander bei einer Maß Bier finden. Sc 24. Oktober 2017

Technische Wünsche: Wunsch #4 erfüllt mithilfe des Tools „Page History

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Viele Wikipedianer schätzen seit langem das Tool WikiHistory von Benutzer:APPER, das Wikipedia-Artikel analysiert und zahlreiche Informationen zu dem Artikel übersichtlich darstellt. Somit ermöglicht es unter anderem, die Hauptautoren eines Artikels einfach zu erkennen. Leider läuft das Tool seit einiger Zeit nicht mehr richtig und zeigt veraltete Daten an. Daher wünschten sich in der Umfrage Technische Wünsche 2017 63 Leute, dass das Tool repariert oder ein neuer Ersatz dafür entwickelt wird.

Screenshot des Tools Page History, am Beispiel des Artikels Polymerase-Kettenreaktion

Nun gibt es mit dem Tool Page History eine Alternative, die Anhaltspunkte zu den Hauptautoren gibt. Dabei wird insbesondere eine Übersicht der Autoren mit den meisten Beiträgen in tabellarischer Form aufgelistet. Page History ist Teil der Xtools, die vom Community-Tech-Team der Wikimedia Foundation auf Wunsch der Community neu geschrieben wurden. Die Xtools wurden gestern aus der Beta-Phase entlassen.
Anders als gewünscht wird die Funktion nicht in die Software der Wikimedia-Projekte (Mediawiki) integriert. Eine integrierte Lösung kann nicht umgesetzt werden, weil die Berechnung, welcher Benutzer wieviel zu einem Artikel beigetragen hat, technisch sehr schwer machbar und fehleranfällig ist. Ein derartiges Tool wird immer nur Näherungswerte anzeigen können und in manchen Fällen falsche Werte liefern. Bei Funktionen, die in die Software der Wikimedia-Projekte (Mediawiki) integriert sind, besteht der Anspruch, dass diese zuverlässig funktionieren und korrekte Werte anzeigen. Der Wunsch nach einer integrierten Funktion rührte allerdings aus dem Bedürfnis nach einer Lösung, die langfristig gewartet wird. Dies wird mit Page History erfüllt, da das Tool von der Wikimedia Foundation auch weiterhin gewartet wird. Weitere Hintergrundinformationen zu diesem Wunsch gibt es auf der Seite des Wunsches.

Fragen, Ideen und weitere Rückmeldungen zu diesem Wunsch können gerne auf der Diskussionsseite dieses Wunsches gestellt werden.

Übrigens: Wer über die Arbeit an den Technischen Wünschen auf dem aktuellen Stand sein will, kann sich hier auf dem Technische-Wünsche-Newsletter einschreiben. js (wmde), 19.10.

Boteinsatz bei toten Links

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Gestern endete das Meinungsbild „Boteinsatz bei toten Links“ erfolgreich. Geeignete Bots dürfen demnach defekte Weblinks in Einzelnachweisen direkt im Artikelnamensraum der deutschsprachigen Wikipedia als offline markieren und um Vorschläge zu Archivversionen ergänzen, jedoch nicht ersetzen.

Zum Hintergrund: Im Rahmen des WikiProjekts Weblinkwartung meldete GiftBot in zwei Suchläufen im August bis Oktober 2012 sowie November 2015 bis Januar 2016 zahlreiche defekte Links auf der Diskussionsseite betroffener Artikel. Der Bot machte dabei häufig Vorschläge zu möglicherweise vorhandenen Versionen in Web-Archiven bei Internet Archive (archive.org) oder WebCite (webcitation.org), setzte diese Archivlinks aber nicht direkt in den Artikelnamensraum. Für rund 200.000 Artikel wird derzeit auf der Diskussionsseite ein Archivlink angeboten (Linksuche mit wba=2, cit=5, cit=6), aber im Artikel nicht angezeigt. Neue defekte Links kamen seit Anfang 2016 hinzu: Mehr als 600.000 Artikel der deutschsprachigen Wikipedia enthalten fast 1 Million toter Weblinks (siehe Statistik am Tabellenende). Eine Abarbeitung war nicht in Sicht. Maschinengestützte Hilfe ist deshalb willkommen.

Der am weitesten für die neuen Aufgaben entwickelte und getestete Bot ist aktuell der InternetArchiveBot. „IABot“ wurde 2015 in der englischsprachigen Wikipedia initiiert, zunächst ehrenamtlich programmiert und nach einer Testphase zugelassen und in Betrieb genommen. Seit Februar 2017 wird Benutzer:Cyberpower678 von der Organisation Internet Archive für seine Arbeit an dem Bot bezahlt. Der Bot ist Teil eines Kooperationsprojekts der Wikimedia Foundation mit Internet Archive. Weitere elf Wikimedia-Projekte entschieden sich jüngst für den Einsatz des IABots. Mit Abschluss des Meinungsbildes ist ein Großteil seiner Funktionen nun auch in der deutschsprachigen Wikipedia zulässig.

Noch sind ein paar Vorbereitungen nötig, aber du wirst vermutlich bald Bearbeitungen des Bots in Artikeln und auf Diskussionsseiten finden, verbunden mit der Bitte bei der Prüfung zu helfen. In dem Verwaltungstool des IABot kannst du außerdem fälschlich als tot erkannte (falsch positive) Links eintragen oder andere Fehler melden. Der Botbetreiber versteht und schreibt Deutsch.

Manche Weblink-Bearbeitungen können zusätzlich von Benutzern mit dem IABot-Verwaltungsinterface ausgelöst werden. Solche Änderungen sind in der Versionsgeschichte mit den Namen der Benutzer (nicht des Bots) kenntlich gemacht, werden von ihnen verantwortet und sollten von ihnen selbst geprüft werden. (MN, 16.10.)

Besuch eines Lemmas (kleine große Freuden Teil 22)

Der Besuch

Es kommt im Bereich der Naturwissenschaften in der deutschsprachigen Wikipedia nicht so häufig vor, dass wir Besuch von einer Koryphäe erhalten. Bei so einer Gelegenheit könnte man ja noch was lernen. Und wenn es sich dann auch noch um einen Entdecker einer ganzen Gruppe von Krankheitserregern und um einen ziemlich üppig dekorierten Wissenschaftler handelt, umso besser. Dem könnte man dann aber auch noch eins draufsetzen, indem die Koryphäe gerade dabei ist, einen neuen Altersrekord der Wikipedianer aufzustellen - trotz der erschwerenden Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Emeritierung der Personal Computer gerade erst Einzug hielt. Wer mag, schaue doch mal in den Artikeln Viroid und Theodor O. Diener vorbei. Da ziehe ich meinen imaginären Hut und mache doch glatt einen Diener. Ghi 10.10.

Ankündigung einer Veränderung für das Anzeigen der Wikilinks

Amir E. Aharoni aus dem Language-Engineering-Team der Wikimedia Foundation bat mich, den deutschsprachigen Wikipedianern folgende Ankündigung mitzuteilen:

Die kompakten Sprachlinks

Auf der deutschsprachigen Wikipedia sehen wir die Links zu anderen Sprachversionen links neben einem Artikel. Für nichtangemeldete Benutzer wird ab dem 16. Oktober 2017 die Funktion Kompakte Sprachlinks verwendet. Bei denjenigen, bei denen die Compact Language Links aktiviert sind, wird eine viel kürzere Liste an anderen Sprachversionen angezeigt, mit denjenigen Sprachen, die für den Leser interessanter sind (siehe Bild). Es werden dann meistens sieben bis neun Sprachen angezeigt.

Die höchste Priorität wird den Sprachen gegeben, welche man vorher schon angeklickt hat. Danach werden die Sprachen aus Deinem Browser verwendet sowie aus Deinen Babel-Bausteinen und die Sprache, von der aus Du Zugriff hast (siehe CLDR), auch Sprachen, die einen Bezug zu dem jeweiligen Artikel haben, und Sprachversionen, in denen der Artikel lesenswert oder exzellent ist. Wenn nach der Auswahl nach all diesen Kriterien noch Platz ist für Interwikilinks, wird die Liste mit den weltweit am häufigsten gesprochenen Sprachen aufgefüllt. Natürlich werden nur Links verwendet zu Sprachversionen, in denen es den Artikel auch gibt.

Für diejenigen, welche die Inhaltsübersetzung-Beta-Funktion aktiviert haben (zurzeit 5372 Benutzer), werden bis zu drei Sprachen angezeigt, in denen es den Artikel noch nicht gibt – als Einladung, den Artikel zu übersetzen. Es gibt schon eine Funktion, die sowohl mit den kompakten als auch mit den bisherigen Sprachlinks arbeitet. Viele haben diese neue Funktion schon ausprobiert. Sie ist tatsächlich die meistaktivierte Funktion in der deutschsprachigen Wikipedia. Seit Juni 2016 läuft sie in den meisten Wikimedia-Projekten, auch in den meisten Wikipedias. Wir haben Feedback gesammelt und viele Probleme beheben können. Feststellen konnten wir, dass seit Juni 2016 das Benutzen von Interwikilinks zunehmend zugenommen hat bei denjenigen, welche die neue Funktion aktiviert haben, und zwar um 90 Prozent von Juni 2016 bis Juni 2017. Nach Analyse des Benutzerverhaltens sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es für Leser jetzt einfacher ist, die Sprache zu finden, die sie brauchen. Wikis aller Sprachen profitieren von dieser Funktion. Mehr Informationen hierzu finden sich auf mw:Universal Language Selector/Compact Language Links/metrics/data.

Diese Funktion wird in der deutschsprachigen Wikipedia für nichtangemeldete und neue Benutzer voreingestellt sein, sowie für alle Benutzer, welche das Feature schon verwenden. Für diejenigen, welche im Jahr 2017 editiert und die Beta-Funktion nicht aktiviert haben, wird sie nicht automatisch aktiviert. Sie kann mit der Option „Eine kompakte Sprachliste mit für dich relevanten Sprachen verwenden“ aktiviert werden, die man unter dem „Aussehen“-Reiter seiner Benutzer-Einstellungen findet.

Die Funktion wurde auch in allen Sprachversionen der deutschen Dialekte getestet.

Wir würden uns über Feedback in den kommenden Wochen freuen. Wenn es keine schwerwiegenden Probleme gibt, können wir die Funktion bald aktivieren. Kontaktiert uns, wenn ihr Kommentare habt, Vorschläge oder Fragen. Weitere Details zur Funktion erfahrt ihr in der Dokumentation des Projekts. Vielen Dank.

Im Auftrag des Language Teams der Wikimedia Foundation: Amir E. Aharoni G. K., 9.10.

Besuch im Schloss

Das Sturmtief Xavier sorgte wie alle solche Sturmtiefs arktischen Ursprungs erwartungsgemäß für Chaos bei der Bahn. Es war also für die Teilnehmer der Veranstaltung im Museum Schloss Fürstenberg (Weser) nur eine mittelschwere Herausforderung. Niemand musste die Nacht in einem Hotelzug verbringen, man reiste dann eben individuell per Automitfahrgelegenheit ins durch ergiebigen Dauerregen durchnässte Wesertal. Das Schloss im Stil der Weserrenaissance war aber geheizt, die Atmosphäre entspannt und die Vorfreude auf ein gutes Abendessen stark zu spüren. Die Porzellanmanufaktur und ihr Museum hießen die Wikipedianer herzlich willkommen und stellten stabiles WLAN sowie eine Handbibliothek zur Verfügung und zeigten großes Interesse an der Arbeit der Schreiberlinge und Lichtbildkünstler mit ihrem beeindruckenden Equipment. Der Leiter des Museums, Christian Lechelt, erklärte anschaulich sein neu entwickeltes Ausstellungs- und Aktivitätenkonzept für ein modernes Porzellanmuseum und lieferte einen Abriss der Geschichte der Manufaktur. Der Produktionsleiter, Stephan Hofmann, führte die Wikipedianer durch die Produktionshallen, einen Besuch mit Kaffee und Kuchen im Tecta-Kragstuhlmuseum betreute die Leiterin Daniela Drescher und in weiteren Vorträgen klärten der Archäologe Christian Leiber und der Vorsitzende des Fördervereins des Glasmuseums Boffzen, Walter Waske, über die Glasherstellung in der Region vom Mittelalter bis zur Gegenwart auf – von der Waldglashütte bis zur industriellen Pressglasherstellung. Im Rahmen der Schreibwerkstatt entstanden viele neue Artikel und Fotos zu einem Kulturthema, das bis jetzt in der Wikipedia eher schwach behandelt wurde. Viele der von diesem Wochenende begeisterten Wikipedianer werden jetzt Porzellan und Glas mit anderen Augen sehen.

Vielen Dank an die Organisatoren von Wikimedia Deutschland, den Mitarbeitern der besuchten Institutionen und natürlich dem Kollegen Brunswyk der das ganze Programm bereits im Vorfeld organisiert hatte. Und als am Sonntag dann noch die Sonne mit der ersten winterlichen Frische zum Vorschein kam, erschien das Wesertal mit seinem einst „rauchenden Schloss“ auf einmal in einem ganz anderen Licht, was auch wieder mehr Lust auf Wikipedia macht. Sc, 8. Oktober 2017 im ICE nach Berlin

Mehr Fotos von Nischensportarten (Kleine Freuden Teil 21)

Zur Mitmach-Reihe Kleine Freuden siehe den Kurzartikel in Ausgabe 11/2015. Auch Dein Beitrag ist willkommen!

Internationale Sportereignisse sind das eine. Sie finden fast nur in Großstädten statt, man braucht eine Akkreditierung und es gibt eine Menge Regeln was den Zugang als Fotograf angeht. Aber Sport gibt es überall. Immer wieder auch mit ziemlich hochkarätigen Wettkämpfen.

In der Nachbarschaft, an meiner Joggingroute, fand im September die Deutsche Meisterschaft im Kanuslalom statt. Ein Kanuwettkampf ist immer um die Jahreszeit, aber nachdem es seit Jahren keinen Leistungssport Kanu mehr in München gibt, war das immer eine Spaßveranstaltung für Breitensportler. 2017 fand auf Initiative des Deutschen Kanuverbands stattdessen die Deutsche Meisterschaft statt.

Für Wikipedia-Fotografen sind solche Events ideal. Die Veranstaltung ist sehr familiär, es gab keine Akkreditierung und keine Profifotografen. Und man kommt ganz nah ran, so dass man keine besonderen Objektive braucht. Hier konnte man mit jeder Amateurausrüstung tolle Bilder machen.

Umso wichtiger war es, den Sport zu verstehen. Denn nur dann kann man Bilder machen, die genau die kritischen Momente illustrieren. Dazu ging ich schon am Samstag vorbei, schaute mir die Strecke an und vor allem habe ich mir viele Leute gesucht und ihnen jede Menge Fragen gestellt. Das Schöne an Nischensportarten ist, dass alle sich über mein Interesse freuten und mir erklärten, worauf es bei ihrem Sport ankommt. Ich bekam Informationen über die Ausrüstung, über Technik und über Kraft. Meine Grundkenntnisse in einem völlig anderem Wassersport halfen mir zu verstehen, wie ein Sportkanu gedreht wird und wie man Geschwindigkeit aufbaut. Die Regeln und die Punktewertung ließ ich mir erklären.

Und dann suchte ich mir einen Platz, an dem ich möglichst nah an die Wasserebene kam, in einem Bereich, wo unterhalb einer kleinen Schwelle Aufwärts- und Abwärtstore aufeinander folgten und deshalb alle Boote mehrfach drehen mussten. Es störte auch niemanden, dass ich über ein Geländer klettern musste, um diesen Platz zu erreichen.

Am Sonntag war ich dann fast die ganze Zeit anwesend und versuchte, die Atmosphäre und die Leistungen der Sportler einzufangen. Das Wetter war ziemlich durchwachsen, von minimalen Nieseln bis kurzzeitiger Sonne war alles dabei. Strömungsaufwärts war der Kanal durch Bäume und eine kleine Brücke dunkler als wenn ich mich abwärts drehte. Deshalb musste ich die Belichtung ausprobieren und immer wieder anpassen. Das war fotografisch die größte Herausforderung. Ansonsten kamen mir die Fotoobjekte direkt vor die Linse gepaddelt, sie tanzten im und auf dem Wasser, und nach dem letzten Tor versuchten alle nochmal voll ins Ziel zu beschleunigen, um noch die letzten Sekundenbruchteile rauszuholen.

Warum erzähle ich das hier und warum in der Reihe „Kleine Freuden“? Um euch Mut zu machen, es zu probieren. Auch bei euch in der Nähe gibt es Sportwettkämpfe. In Nischensportarten kommt ihr auch als Amateur-Fotografen ganz nah ran und seid herzlich willkommen. Mit eurem Engagement könnt auch ihr zur Illustration der Wikipedia beitragen. 5.10. h-stt

Wikipedistischer Nobelpreis 2017

Es ist wieder Nobelpreiswoche! Während die Wissenschaftswelt gebannt den Atem anhält, wen es diesmal trifft, schaut die wikipedistische Welt mit einem Auge auch darauf, welche Wikipedia-Sprachversion ihren geneigten Leserinnen und Lesern zum Zeitpunkt der Verkündung bereits Informationen zu den Erwählten bieten kann oder eben nicht. Sozusagen der enzyklopädische Elchtest für die Ausstattung mit biografischen Artikeln insbesondere im Wissenschaftsbereich. Außerdem steht die Frage, welcher Nutzer in unserer Sprachversion die meisten Artikel hierzu anlegte, also wer Träger des wikipedistischen Nobelpreises der deutschsprachigen Wikipedia ist.

Logo der Nobelstiftung

Diesmal ergibt sich nach dem sechsten Tag und zwölf benannten Preisträgern folgender Endstand:

Platz Sprachversion Zahl der Treffer Platz Vortag Endplatzierung Vorjahr
1 Deutsch (de) 11 1 1
1 Englisch (en) 11 1 1
3 Portugiesisch (pt) 8 3 4
4 Chinesisch (zh) 7 4 7
5 Russisch (ru) 5 5 3
6 Südaserbaidschanisch (azb) 4 5 -
6 Spanisch (es) 4 8 7
6 Japanisch (ja) 4 8 7
6 Schwedisch (sv) 4 5 12
10 Tschechisch (cs) 3 8 12
10 Persisch (fa) 3 8 6
10 Finnisch (fi) 3 15 12
10 Französisch (fr) 3 15 4
10 Hebräisch (he) 3 15 16
10 Italienisch (it) 3 8 7
10 Koreanisch (ko) 3 15 16
10 Niederländisch (nl) 3 8 12
10 Norwegisch (no) 3 8 7
10 Polnisch (pl) 3 15 16

Weitere 7 Sprachversionen haben jeweils zwei und weitere 23 jeweils einen Artikel.

Platz Benutzer Zahl der Treffer Platz Vortag Endplatzierung Vorjahr
1 Drahreg01 5 1 -
2 Claude J 2 2 1
3 Buroll 1 3 -
3 Ephraim33 1 - 3
3 Mink95 1 3 -
3 U.Fritsche 1 3 -
  • Der Medizinnobelpreis ging an Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young. Gleich vier Sprachversionen hatten alle drei im Portfolio und gingen so in Führung: Deutsch, Englisch, Portugiesisch und Chinesisch. Die südaserbaidschanische und die japanische Ausgabe konnten ihren Leserinnen und Lesern immerhin etwas zu Jeffrey C. Hall berichten und folgen auf den Plätzen. Dass die deutschsprachige Version da so mit halten konnte, lag an Benutzer Drahreg01, der alle drei Biografien Anfang Oktober 2011 angelegt hatte.
  • Der Nobelpreis für Physik wurde Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne zugesprochen. Während Weiß (14) und Thorne (31 Sprachversionen) sich schon größerer Bekanntheit erfreuten, war Barish (2) schon entschieden kniffliger. Neben der deutschsprachigen hatte nur die englischsprachige Wikipedia zu allen drei Preisträgern einen Artikel. Beide Versionen setzten sich damit etwas ab. Überraschend, dass Südaserbaidschanisch - eine eher kleinere Sprachversion - wieder zwei Treffer landete. Zwei der de-Artikel stammen aus der Feder des Vorjahressiegers Claude J, einer aus dem Jahr 2011 (Weiss), der andere aus der ersten Jahreshälfte 2017 (Barish). Der Artikel zu Kip Thorne stammt schon aus dem Jahr 2005 und wurde von Benutzer U.Fritsche angelegt.
  • Auch der Nobelpreis für Chemie ging an drei Preisträger: Joachim Frank, Jacques Dubochet und Richard Henderson. Während Henderson in vier Sprachversionen vorrätig war (de, en, pt, ru), ist es bei Frank schon schwieriger. Nur Deutsch und Englisch geben da Informationen. An Dubochet scheiterten alle, über ihn gab es noch keinen Artikel. Deutsch und Englisch setzen sich damit weiter ab. Portugiesisch lässt Chinesisch zurück, während Russisch etwas zur Spitze aufschließt. Die beiden Treffer der wp:de haben wir wieder Drahreg01 zu verdanken (angelegt 2017 (Frank) und 2011 (Henderson)), der seine Spitzenposition damit ausbaut.
  • Der Literaturnobelpreis ging an Kazuo Ishiguro. Gleich 40 Sprachversionen war er kein Unbekannter. Darunter (bis auf Vietnamesisch) auch alle bisher unter den besten Zehn platzierten. In der de:wp wurde er schon 2004 von Benutzer Mink95 angelegt.
  • Der Friedensnobelpreis ging an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, vier Sprachversionen (de, en, no, sv) konnten dazu Informationen liefern. Deutsch und Englisch bauen damit ihren Vorsprung aus, die skandinavischen Sprachen verbessern ihre Position. Der schwedische Artikel entstand dabei am Vortag der Veröffentlichung. In der de:WP legte Benutzer:Buroll den Artikel 2011 an.
  • Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ging dieses Jahr an Richard Thaler. Einen Artikel zu diesem Wissenschaftler hatten 14 Wikipedien, darunter auch die auf den ersten Plätzen, lediglich Südaserbaidschanisch und Schwedisch fallen etwas zurück. Den deutschsprachigen Artikel hat Ephraim33, bereits im Oktober 2008 angelegt.
  • Fazit: Wie schon letztes Jahr liegen de: und en: deutlich an der Spitze, auch wenn diesmal beide einen Preisträger nicht erwartet hatten. Dass die deutlich kleinere deutsche Sprachversion so mit der englischen mithalten konnte liegt insbesondere auch am von Ephraim33 initiierten Nobelpreisträgerprojekt. Der diesjährige Nobelpreis für die deutschsprachige Wikipedistik geht an Drahreg01, der allein für fünf der elf deutschsprachigen Treffer verantwortlich zeichnete. Herzlichen Glückwunsch! Ihm und den anderen bei Anlage und Ausbau der Artikel Aktiven sei herzlich gedankt!

Interessant vielleicht noch der Blick auf die Jahreszahlen der Artikelanlagen: 2004, 2005 und 2008 entstand jeweils einer der Artikel, 2011 sechs und 2017 zwei. Auch hier dürfte sich die systematische Arbeit des Nobelpreisträgerprojektes bzw entsprechend engagierter Nutzer zeigen.

Bei den Sprachversionen ist das erneut gute Abschneiden der Portugiesischen und das Verbesserte der Chinesischen erwähnenswert. Bemerkenswert ist der 6. Platz der kleinen Sprachversion Südaserbaidschanisch. Eher schwach: das Ergebnis der französischen Ausgabe mit nur drei Treffern. Dass die zweitgrößte Sprachversion, die Cebuanosprachige Wikipedia (ceb), nicht einen Treffer aufweisen kann, kommt nicht ganz überraschend und war schon im letzten Jahr so. Die nächst größte Wikipediaausgabe ohne Treffer findet sich erst mit der 36. größten Sprachversion, der Taiwanesischen (zh-min-nan). Die Birmesische (my) mit ihren knapp 35.000 Artikeln, war die kleinste Version (95. größte der derzeit 299 Ausgaben), die noch einen Treffer landete. Die vertretene Sprache mit der geringsten Sprecherzahl war die Bretonische. Die etwa 150.000 Sprecher des Bretonischen konnten sich in der Bretonischsprachigen Wikipedia (br) zu einem Preisträger informieren. Insgesamt konnten 49 Ausgaben etwas beitragen. Letztes Jahr waren es noch 99, wobei der damalige Literaturnobelpreisträger Bob Dylan in sehr vielen Sprachversionen vertreten war.O2, ab 02.10.

Wikiletnik 2017

Das Poster zum Camp

летнік ist ein weißrussisches Wort. Die wörtliche Übersetzung ins Deutsche wäre „Sommerung“ (abgeleitet von „Sommer“), es bedeutet aber tatsächlich ein Jugendsommerlager. Wie so etwas aussieht, konnte ich im Juli 2017 im weißrussischen Kapyl beobachten, einem Ort 110 km südlich von Minsk. Dort gab es einen umfangreichen Ferienworkshop, ein so genanntes Wikisommercamp mit dem Namen Wikiletnik. Sommerferienlager mit Lerneffekt haben in Osteuropa eine lange Tradition. Mit Wikipedia-Bezug fand ein solches Camp zum ersten Mal 2014 statt, ins Leben gerufen von Susanna Mkrttschjan in Armenien (siehe zum Beispiel das Wikicamp im Sommer 2015 in Armenien im Video).

Wikiletnik im ehemaligen Bauernhaus

Nun ist es in Weißrussland so (wie in vielen anderen Ländern auch), dass IT-Ausstattung und eine schnelle Internetverbindung fast ausschließlich an weiterführenden Schulen vorhanden ist. Nur dort kann man Wikipedia-Kurse, Edit-a-thons und Photoausflüge organisieren – so es an der Schule einen interessierten und aufgeschlossenen Informatiklehrer gibt. Aber wie organisiert sich eine Community diese Aktionen an Schulen durchzuführen in einem Land, in dem das ehrenamtliche nichtstaatliche Engagement, vor allem das digitale Ehrenamt, in den Kinderschuhen steckt? Das erste Interesse in Weißrussland an Wikipedia und den Wikimedia-Projekten kam aus der Falanster-Bewegung, die sich an der frühsozialistischen Phalanstère-Philosophie orientiert und deren weißrussischer Zweig inzwischen zum Beispiel Mitglied der Young Pirates of Europe ist. Die Falanster-Bewegung in Weißrussland, 2005 gegründet, versteht sich als Jugendbewegung, macht Lobbyarbeit für Creative Commons und ist sehr sport- und gesundheitsorientiert. Mitglieder von falanster.by unternehmen mit Schülern Fahrradtouren, um zum Beispiel Fotos für Wiki Loves Earth zu schießen, und gehen an Schulen, um Wikipedia-Workshops zu halten. Auch die Gründer und Aktiven der Wikimedia User Group Belarus haben sich zuerst bei Falanster mit offenen Daten und Lizenzen beschäftigt.

Gruppenfoto

Im Juli 2017 wurde ein Sommerlager veranstaltet, organisiert von den Falanster-Aktivisten Mr. Zabej, Svetit und Consulina sowie den Wikipedianern Da voli, KarlKori, DobryBrat und Ihar Dorinel. Hauptsponsor war die Wikimedia Foundation. Eingeladen hierzu waren Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren aus verschiedenen Schulen und aktive weißrussische Wikipedianer, es nahmen aber auch vier Ukrainer teil und eine polnische Wiktionary-Spezialistin. Mit 35 Prozent war der Anteil an weiblichen Teilnehmerinnen recht hoch. Für sieben Tage gab es von morgens bis abends Vorträge, Workshops und Exkursionen unter anderem zu den folgenden Themen: Einführung in die Wikipedia, Erstellung von Bannern, Vorstellungen von Wikipedia-Wettbewerben, Besuch des örtlichen Museums, Hochladen von Fotos, T-Shirts designen, Zusammenarbeit mit Bibliotheken, die Geschichte der belarussischen Wikipedia und die Problematik der weißrussischen Dreisprachigkeit, Qualitätssicherung, Verbesserung von Artikeln und Vorlagenerstellung und wie man ein Wikicamp organisiert. Zur erwähnten Dreisprachigkeit ist zu beachten, dass Russisch die häufigste Muttersprache in Weißrussland ist, von vielen auch Weißrussisch gesprochen wird, es eine Wikipedia-Version in normativem Weißrussisch (be.wikipedia) gibt, aber auch eine in der Taraschkewiza-Variante (be-tarask.wikipedia, früher be-x-old.wikipedia). Ich hielt einen Vortrag zum Schulen von Neulingen, zu Schulungsmaterialien und den Möglichkeiten des Einsatzes von Giveaways sowie einen Vortrag mit anschließender Diskussion zur Strategiediskussion der Wikimedia Foundation sowie eine Schulung über Abläufe bei der Erstellung von Schulungsvideos.

Der Veranstaltungsort war ein ehemaliger Bauernhof auf dem Land, der zu einem Gästehaus umgebaut worden war. Alle Teilnehmer waren sehr motiviert und hatten viel Spaß. Den anwesenden Ukrainern hat das Konzept der Editierferienlager so gut gefallen, dass sie sich vorstellen können, diese auch in der Ukraine zu organisieren. Viel gekostet hat die Veranstaltung nicht, zum Teil wurde selber gekocht, Anreise mit Kleinbussen kostet in Weißrussland circa 4 € pro 100 km und alle Exkursionen waren fußläufig absolvierbar.

Der Kontakt zu weißrussischen Wikipedianern machte mir auch wieder klar, wie sehr lokale Aktive vom internationalen Austausch profitieren. Wikimedia Belarus hatte sich mehr als ein halbes Jahr lang intensiv mit dem Erstellen einer Informationsbroschüre beschäftigt, weil die dortigen Aktiven keine Erfahrung darin hatten, während in anderen User Groups oder Chaptern didaktisches Know-How vorhanden ist und viele gute Broschüren schon erstellt worden waren, von denen die Weißrussen nichts wussten. Von ukrainischen Wikipedianern zum Beispiel findet ein Wissenstransfer nach Weißrussland statt, da es in der Ukraine Wikipedianer und Wikimedianer gibt, die sich sehr gut mit unserer Software auskennen. Und da Staatsangehörige von 80 Ländern Belarus seit dem 12. Februar 2017 bei einem Aufenthalt von bis zu fünf Tagen visumsfrei besuchen können (nur wenn sie über den Flughafen Minsk einreisen), ist das Reisen dorthin auch so einfach wie noch nie.

Ebenso ist es in Ländern, in denen es auf staatlicher und gesellschaftlicher Ebene nur eine geringe Akzeptanz von oder nur geringe Kenntnisse über Open Movement gibt, wichtig, dass verschiedene Kräfte mit ähnlichen Interessen intensiv zusammenarbeiten, wie in Belarus zum Beispiel Wikimedia, Falanster und Creative Commons. G. K., 1.10.

Was macht die Strategie mit der Community?

Zum "Richtungspapier" der Wikimedia Foundation

Katherine Maher, die Direktorin der Wikimedia Foundation. Auf dem Wikimania-Treffen in Montréal widmete sie der Strategie-Diskussion viel Zeit.

Katherine Maher hat heute angekündigt, dass das "Direction"-Paper umgehend "finalisiert" werde. Es hatte einen langwierigen Diskussionsprozess gegeben, mit vielen kleineren und größeren Änderungen. Ist das Dokument zur "Wikimedia-Strategie" aber tatsächlich so weit, dass es auf breite Zustimmung in der Wikimedia-Bewegung hoffen kann?

Eine Inklusionsutopie...

Zunächst einmal ist der Text immer noch schwer verdauliche Kost. Zahlreiche Hinweise auf der Diskussionsseite, man möge bitte auch an die armen Übersetzer denken, haben nur bedingt gefruchtet. Es ist weiterhin die Rede von "constituents" und "champions". Auch das modische "equity" hat den Unmut auf der Diskussionsseite überlebt.

Das Lieblingswort des Richtungspapiers heißt "every". Willkommen ist "everyone", jeder soll mitmachen, mit jedem Hintergrund. Auch bei den Motiven für die Teilnahme ist man nicht wählerisch. Ob man Wissen teilt wegen großer Ideale vom Weltfrieden, einem Traum von Bildung für alle, humanistischer Werte wegen oder weil man sein Hobby dokumentieren will, ganz egal.

Jimmy Wales auf der Wikimania 2006: Wie man Trolle identifiziert und eliminiert. Heikles, aber notwendiges Thema für jedes Wiki.

Wikipedianer hingegen wissen aus leidvoller Erfahrung, was es bedeutet, wenn Idealisten vom Weltfrieden träumen und die Wikipedia beglücken wollen. Wikis ziehen Weltverbesserer, Selbstdarsteller und Werbetreibende an wie das Licht die Motten. Von Qualität des Inhalts redet das Paper gerne, nicht aber vom dazu notwendigen Filter. Eine Community muss in ihrer Resilienz, ihrer Widerstandsfähigkeit gestärkt werden. Aber das Paper bedauert einseitig nur die hohen Hürden, die Neulinge abschrecken. Natürlich bin ich gegen unnötige Hürden und vor allem gegen harassment - aber verdient es nicht auch Anerkennung, wenn man die Qualität der Inhalte verteidigt? Muss man in so einem Paper nicht die Balance von Offenheit und Regulierung thematisieren?

Das Richtungspapier spricht selten von der Wikimedia-Bewegung, sondern verwendet gern den undifferenzierten Ausdruck "Wikimedia". Was aber ist jeweils gemeint? Die Wikimedia Foundation, Communitys der Wikimedia-Wikis, die Vereine, oder die Wikimedia-Bewegung als Ganzes von Individuen und Organisationen mit gemeinsamen Zielen?

Höchst bemerkenswert ist es, wie das Paper den Begriff der Community neu definieren will. Diese neue Definition solle nämlich die vielen Rollen aufnehmen, die man für das Freie Wissen brauche: "from editors to donors, to organizers, and beyond".

Ich bin immer für eine Öffnung der Bewegung gewesen, etwa im Verein Wikimedia Nederland mit dem Begrüßen von Mitgliedern ohne Wikipedia-Erfahrung, mit der Einladung von Rednern auf unserer Jahreskonferenz mit den verschiedensten Hintergründen. Ich freue mich über den Schüler, der zehn Euro spendet, und ich staune über die vielen Arbeitsstunden, die Katherine Maher für die Foundation einsetzt.

Das ist aber Bewegung, nicht Community. Zur Community gehört man durch substantielles, regelmäßiges, ehrenamtliches Beitragen. Wer den Community-Begriff verwässert, schafft die Community letztlich ab.

... nicht ohne Schwerpunkte

Doch das Richtungspapier ist nicht nur schwammig, sondern an manchen Stellen durchaus konkret. "Our decisions about products and programs will be based on a fair distribution of resources", heißt es in einem Absatz, der von Frauen, Unterdrückten in der reichen Welt sowie von der armen Welt handelt. Wer entscheidet aber, was eine faire Verteilung von Mitteln ist? Was bedeutet es, wenn man nicht zu den im Absatz erwähnten Gruppen gehört?

Man werde den Fokus auf "highly structured information" setzen. Was ist diese hochstrukturierte Information? Auf der Diskussionsseite habe ich mich mit Amir A. Aharoni darüber ausgetauscht. Aus Sicht eines Informatikers ist das structured data (wie in Wikidata), also kein Text. Aus Sicht eines Germanisten ist Text selbstverständlich strukturiert. Aber das ist nicht die Ansicht des Richtungspapiers: Die Paper-Macher finden Text und unbewegte Bilder ziemlich gestrig, oder zumindest nicht so spannend wie Inhaltsproduktion durch "automation". Richtigerweise klagte Frank Schulenburg auf der Diskussionsseite, dass der durchschnittliche Wikipedianer sich im Richtungspapier nicht wiederfinden könne.

Kleingedrucktes ist nicht nur für die Augen schlecht

Vielstimmige Strategie-Diskussion auf der Wikimania. Die Anstrengungen zur breiten, weltweiten Beteiligung sind zu würdigen. Was genau aber steht am Ende im Richtungspapier?

Laut Paper sollen die Wikipedianer und Wikimedianer zwar weiter machen mit dem "Kompilieren" von Wissen. Auch mit dem "remix" von "artwork", was mir so eher neu wäre. Aber künftig sollen "wir" unsere Doppelrolle umarmen als Wissens-Plattform einerseits und als "social movement" andererseits. Es hört sich so an, als wenn wir diese Doppelrolle bereits hätten, sie aber leider noch nicht umarmen würden.

Im Jahr 2030 werde "Wikimedia" daher nicht nur die Infrastruktur für das Netzwerk des Freien Wissens sein. ("Wikimedia" ist also doch keine "soziale Bewegung" oder "Community", sondern eine "Infrastruktur"?) Darüber hinaus sollen "Wikimedia Communities" sich für den sozialen Fortschritt einsetzen. Zugunsten dieses Fortschritts müsse man gegen Ungleichheiten des Zugangs und der Verteilung kämpfen - egal, ob die Ungleichheit durch Gesellschaft, Politik oder Technik herrührt.

Beim Heiligen Jimbo! Da hat sich "Wikimedia" aber eine Menge vorgenommen. Auch wenn man sich konkret manches zur Förderung von Wikipedianern in armen Ländern vorstellen kann, auch wenn man das Wort "Fortschritt" irgendwie gut findet: Wie werden die notwendigen Maßnahmen für die großangelegte Bekämpfung der allgemeinen Ungleichheit wohl aussehen? Alphabetisierungskurse durch Wikimedia-Mitarbeiter? Hungerstreik auf der Wikimania gegen Regierungen, die die Wikipedia sperren? Wiki loves Breitbandkabel statt Wiki loves monuments?

Zum Richtungspapier gehören Fußnoten sowie ein "Appendix". Dort ist von Partnerschaften mit Google und Youtube die Rede, von Hausaufgabenhilfe, von Geschichten-Erzählung, von verschiedenartigen Anreizen für die Beteiligung und von neuen Geschäftsmodellen, dass einem der Kopf schwirrt. Und ganz verstohlen findet sich auch ein Hinweis auf die Meinung, dass die "Wikimedia" einen politischeren Ansatz haben müsse.

Die neudefinierte Community, die Politisierung der Bewegung, die Verwendung der Wikipedia-Spenden für den sozialen Fortschritt... lese ich da nur etwas in den Text des Papers hinein? Aber viel wichtiger: Was wird die Wikimedia Foundation künftig alles herauslesen? Z., 1. Oktober

Rückblick WikiDACH 2017 in Mannheim

Ein kleiner Rückblick auf die WikiDACH und andere Wikipedia-Ereignisse im Mannheimer Schloss. Z., 21. 11.

Wintersport-Saisonpokal 2017/18

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Die olympische Wintersportsaison 2017/18 hat bereits begonnen. Das Portal:Wintersport veranstaltet vom 1. Dezember 2017 bis einschließlich 31. März 2018 einen Saisonpokal. Ziel dessen ist es, vorhandene und entstehende Lücken bei den Biografien mit Artikeln zu Wintersportlern zu füllen. Mitmachen kann jeder. Eine Übersicht über alle Regeln und die Möglichkeit zur Anmeldung etc. gibt es hier. Die Mitarbeiter des Portals freuen sich über jede Teilnahme (natürlich auch von Autoren, die bislang nicht in diesem Bereich editiert haben) und jeden beigesteuerten Artikel. WJ, 20.11.

Start der WM-Fußballwette 2018

Fifa World Cup Russia 2018 logo.png

Mitte dieser Woche hat sich Peru nach einem 2:0-Sieg über Neuseeland als 32. und somit letztes Team für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert. Damit kann die traditionell alle vier Jahre stattfindende WM-Fußballwette beginnen. Jeder interessierte Benutzer darf seinen Tipp abgeben. Eintragungsschluss ist der 13. Juni 2018, 24:00 Uhr MESZ (Tag vor dem Eröffnungsspiel). Bis dahin kann man, analog zu den vergangenen Turnierwetten, seine Stimme beliebig oft ändern. pne, 18.11.

FAQ zur Kostenerstattung bei Wikimedia Deutschland

„Muss ich grundsätzlich Originalbelege einreichen?“, „Wie gehe ich mit der Erstattung von Fremdwährungen um?“, „Wie gebe ich den Verpflegungsmehraufwand richtig an?“ und „Muss ich für jede Veranstaltung eine Teilnahmeliste führen?“ sind nur ein paar der häufigsten Fragen, die uns bei der Erstattung von anfallenden Kosten bei vom Team Ideenförderung bei Wikimedia Deutschland geförderten Projekten erreicht haben oder bei denen Unklarheiten existierten. Wir haben diese gesammelt und in Abstimmung mit unserer Finanzabteilung mit Tipps und Hinweisen von unserer Seite nun auf Wikipedia:Förderung/Reisekostenerstattungen/FAQ Wikimedia Deutschland veröffentlicht. Wir arbeiten weiter daran, die Kostenerstattung so einfach und klar wie möglich zu gestalten, und freuen uns auf eure Fragen und euer Feedback, auf der Diskussionsseite der FAQ oder auf den sonst üblichen Kanälen.MR(WMDE), 17.11.

Obskure Zusammenfassungen

Nur ein paar Beispiele von „Zusammenfassungen“, die ich gerade bei Edits auf meiner Beobachtungsliste sehe:

  • tk; wf
  • k
  • lf
  • del
  • nv
  • aw

Sie sind von etwas unterschiedlichem Obskuritätsgrad. Einige sind uns Insidern gut vertraut (ist ja „klar“, dass lf ein Linkfix ist und aw eine Antwort), aber manchmal muss ich auch als erfahrener Wikipedianer doch in die Liste schauen (und nv beispielsweise steht da gar nicht drin). Für Neulinge müssen sie aber alle ziemlich esoterisch sein... und ob sie die Abkürzungsliste gleich finden? Spart man so viel Zeit, wenn man lf statt „Linkfix“ (oder gar „defekten Link korrigiert“) schreibt? Ich möchte mich hiermit dafür aussprechen, auf solche Abkürzungen möglichst zu verzichten. Manchmal ist es (gerade auf Diskussionsseiten) durchaus auch möglich, auf eine Zusammenfassung einfach zu verzichten - aw oder Antwort bringt eigentlich nichts; sieht man ja auch so, dass da geantwortet wurde. Gestumblindi, 16.11.

Noch bis Sonntag: Wünsche bei der Community Wishlist Survey einreichen

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Wer nicht bis zur nächsten Umfrage in der deutschsprachigen Wikipedia warten will (geplant für 2019), kann noch bis zum kommenden Sonntag Wünsche zu neuen oder verbesserten Funktionen bei der Internationalen Community Wishlist Survey 2017 einreichen (siehe unten). In dieser Umfrage können auch Wünsche zur Verbesserung von Tools, Gadgets und Bots eingereicht werden. -- js (wmde), 15.11.

Jungwikipedianer go international

Jungwikipedianer-Logo 2015.svg
Flag of Bangladesh.svg

Die deutschsprachige Wikipedia hat das einzige aktive Jugendprojekt aller Wikipedias. Deswegen stellen sich die Jungwikipedianer auch häufig auf internationalen bzw. anderssprachigen Veranstaltungen vor. So zum Beispiel auf der Wikimania. Bei der Wikimania 2016 scheint dabei soviel Eindruck hinterblieben zu sein, dass jetzt erstmals ein Jungwikipedianer außerhalb des DACH-Raums in der Mitgliederliste steht. Genauer genommen aus Bangladesch. Weil die Jungwikipedianer so einzigartig sind, soll die Mitgliedschaft dazu dienen mit unserer Unterstützung und unseren Tipps auch die Jungautorengewinnung im fernen Südasien zu fördern und vielleicht auch einmal nach deutschem Vorbild eine zweite aktive Jungwikipedianer-Community auf der Welt zu errichten. Nachwuchs ist ja immer gut. Kenny, 14.11.

Klexikon hat 2000 Artikel

Die Klexikon-Eule gibt es auch als Lesezeichen.

Das Klexikon ist eine Wiki-Enzyklopädie, die sich an Kinder richtet. Sie startete im Jahr 2014 mit Förderung von Wikimedia Deutschland. Seit heute gibt es den Artikel Nummer 2000: Lachen.

Auf dem WikiDach-Treffen nächstes Wochenende in Mannheim wird übrigens ein Workshop zum verständlichen Schreiben angeboten, auch mit Blick auf das Klexikon. Z., 12.11.

Spendenkampagne 2017 beginnt

Soeben hat die jährliche Spendenkampagne begonnen. Aufgrund mehrerer Bannertests in den vergangenen Wochen beträgt das Ziel der diesjährigen Kampagne 7,9 Millionen Euro. Die Mittel werden zur Finanzierung der Jahrespläne von der Wikimedia Foundation und von Wikimedia Deutschland verwendet. Wie immer werden die Banner nur nicht-eingeloggten Nutzern in Deutschland angezeigt. Weitere und aktuelle Informationen rund um die Kampagne, wie z.B. zu den Bannerprinzipien, findet ihr auf der Fundraiser-Portalseite. Gruß, TM, 10.11.

„Was wartet ihr denn?“

Es ist wieder so weit, das vierte Quartal und wieder Zeit für einen Wartungsbausteinwettbewerb. Alle drei Monate versammelt sich ein Schwung Enthusiasten, sucht sich Artikel, die verbessert werden wollen und sammelt bei der Überarbeitung zwei Wochen lang Punkte für den WBW. Die Wikipedia wartet darauf, gewartet zu werden. Also wenn ihr Zeit und Lust habt und es euch draußen langsam zu kalt wird, setzt euch gemütlich an den Rechner und helft mit, die Qualität der WP zu heben. Meldet euch an beim Herbstwettbewerb alleine oder im Team mit bis zu zwei Kollegen (oder mehr). Themenschwerpunkte mit Bonuswert sind das Christentum, Finnland und die Physik. Aber natürlich kann auch jeder mit seinem persönlichen Lieblingsthema punkten. Am Sonntag geht es los, am 26. November endet der WBW. Wir würden uns freuen, wenn ihr mitmacht, ob ihr um Pokale und Medaillen kämpft oder einfach nur so Artikel verbessert und dabei euer Punktekonto steigen seht. Viel Spaß beim Mitmachen. HvW, 8.11.

Ein Hoch auf die Mathematik ...

...und die Beständigkeit mathematischer Fehler in der Wikipedia. Vor über elf Jahren, am 15. Oktober 2006, wurde in den Artikel »Landkreis Elbing« mit dieser Änderung tolle Mathematik eingebaut! 28.572 bzw. 29.153 von allen Einwohnern seien weniger Prozent als 7321 und 7964 von allen Einwohnern. Und das Schöne ist: An der Tabelle wurde mit der Zeit schon etwas herumgebastelt, aber der Fehler ist wohl niemandem aufgefallen. Nun ja, nach über elf Jahren sind die falschen Prozentzahlen jetzt Geschichte – in der Hoffnung, dass die absoluten Zahlen stimmen. Aſf, 6. Nov.

Community Wishlist Survey: Internationale Umfrage der WMF zum technischen Bedarf startet heute Abend

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Heute Abend beginnt die internationale Ausgabe der Umfrage Technische Wünsche. Aktive aus allen Projekten und Sprachversionen können Wünsche für technische Verbesserungen einreichen, diskutieren und abstimmen. Vorschläge sollen nach Möglichkeit auf Englisch verfasst werden.

  • Wünsche einreichen: 6. bis 19. November
  • Abstimmen: 27. November bis 10. Dezember

Mehr Informationen, z. B. wie die Umfrage funktioniert und worauf beim Einreichen zu achten ist, gibt es hier:

Die Umfrage wird vom Team Community Tech der WMF durchgeführt. Fragen zur Umfrage können aber auch an die hier Schreibende gerichtet werden. -- Viele Grüße, js (wmde), 6.11.

Gedenktafeln in Jena

Adam Drese-Gedenktafel in Jena

Am 4. November fand der zweite Jenathon statt, ein Hackathon zu offenen Daten rund um Jena. Eines der dabei bearbeiteten Projekte befasste sich mit den an vielen Orten in der Stadt angebrachten Gedenktafeln, für welche bis dato noch keine offenen Daten vorlagen. Auf Basis einer inoffiziellen Liste, die auch zum Teil auf deutschsprachige Wikipedia-Artikel der mit der jeweiligen Tafel bedachten Personen verlinkt (zum Beispiel Wilhelmine Herzlieb, Anton Wilhelm Amo, Karl V. oder Adam Drese), wurden Wikidata-Einträge für ca. 200 dieser Gedenktafeln angelegt und nach Möglichkeit mit Geokoordinaten, Bild der Gedenktafel auf Commons und Link zum Wikidata-Eintrag der jeweiligen Person ergänzt (Beispiel, Übersicht). Damit liegt ein Teil der Informationen aus der Ausgangsliste, die ihrerseits unvollständig und nicht sehr aktuell ist, nun als offene Daten und in strukturierter Form vor und kann im Wikiversum und darüber hinaus verwendet werden. Ein Anfang ist gemacht, und Mitstreiter auf dem weiteren Weg sind herzlich willkommen. d.m., 6. 11.

Meilensteine

The Diner Party

Sich etwas wünschen zu dürfen ist was feines, Wünsche zu erfüllen ist ungleich feiner und wie ich gerade feststellen durfte, wurde mit der Erfüllung des Wunsches Elizabeth A. Sackler Center for Feminist Art im Spiel Drei Wünsche frei der 800. Wunsch seit Bestehen des Spiels erfüllt, gleichzeitig der 150. Wunsch in diesem Jahr und es war der 50. Wunsch, den ich erfüllen durfte. Seid eingeladen mitzuspielen, nichts ist erfüllender als ein erfüllter Wunsch. I., 4. 11.

WikiDACH 2017

Schloss Mannheim

Das Barcamp der deutschsprachigen Wiki… – ihr wisst schon – WikiDACH 2017 ist auf einem guten Weg. Den 50 Plätzen stehen mehr als 30 verbindliche Anmeldungen gegenüber, einige interessante Sessionvorschläge liegen vor und in und um das Schloss Mannheim sind Exkursionen geplant. S.W., 4.11.

WikiCon 2018

Eilmeldung ... Eilmeldung ... Die Chapter WMDE, WMCH und WMAT haben entschieden, dass die WikiCon 2018 in der Schweiz stattfinden soll. Wann und wo steht noch nicht genau fest. Der Kurier bleibt dran. H., 3. 11.

Fotos aus aller Welt

Annemarie Schwarzenbach

Auf Wikimedia Commons gibt es neu rund 3500 Bilder der Journalistin und Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach (1908–1942), von Afghanistan bis zu den USA, hochgeladen von der Schweizerischen Nationalbibliothek. Hadi, 2. 11.

Wikimedia-Salon „Politik im Netz“

Heute findet der Wikimedia-Salon zum Thema „Politik im Netz. Wohin steuert die Digitale Agenda?“ bei ALEX Berlin statt. Ab 19 Uhr gibt es einen Livestream, der auf der Webseite https://wmde.org/abc-salon abzurufen ist. Fragen können außerdem über den Hashtag #wmdesalon gestellt werden, diese werden dann ans Podium weitergegeben. H., 2. 11.

Letzter Aufruf zum SW-Publikumspreis

Gerüchten zufolge vergehen nur noch wenige Tage bis zur Bekanntgabe der Sieger des 27. Schreibwettbewerbs. Bis zu diesem Zeitpunkt können noch Stimmen für den Publikumspreis abgegeben werden. -- ɦeph, 1. 11.

Gewinnung neuer Freiwilliger: Die Auswertung der Herbstaktion ist nun online

Vielen Dank für die vielen Anregungen zu der nun abgeschlossenen Herbst-Aktion zur Gewinnung neuer Freiwilliger. Die Ergebnisse dieser Aktion könnt ihr nun auf der Projektseite finden. StS (WMDE) 1.11.

WLE17 – es geht wieder voran

Participating Countries WLE 2017.svg

Zwischenzeitlich stand zu befürchten, dass es nicht mehr zum weltweiten Wettbewerb von Wiki Loves Earth 2017 (WLE17) kommen würde. Aber die personelle Situation in der federführend organisierenden ukrainischen Wikipedia hat sich wieder verbessert. Nun sollen in etwa vier Wochen die Gewinner der Top 10 aus 35 Teilnehmerländern und der Unesco ermittelt sein. Die internationale Jury (der der Unterzeichnete angehört) hat jedenfalls heute ihre Arbeit aufgenommen. Aa, 1.11.

Armenisches Finale beim Denkmal-Cup

Auch die Kathedrale von Jerewan harrt noch ihres deutschsprachigen Artikels

Der diesjährige Denkmal-Cup läuft nun schon seit 1. September. Noch bis 30. November wird um der Freude willen zu Kulturdenkmalen aus aller Welt um die Wette geschrieben – wie jedes Jahr von einer überschaubaren, wenngleich in Summe hochproduktiven Teilnehmerschar. Dieses Mal, bei der vierten Ausgabe, hat Braveheart die organisatorische Federführung übernommen. Zurück geht der Denkmal-Cup auf eine Initiative von Austriantraveler. Aus dem österreichischen Denkmallisten-Projekt heraus entstanden, war der Wettbewerb thematisch von Anfang an international ausgerichtet.

Dem wird nun auch durch einen neuen Sonderpreis Rechnung getragen: Wer von 31. Oktober bis 30. November die höchste Punktezahl mit Artikeln zu Kulturdenkmalen in Armenien erreicht, den lädt Wikimedia Armenia zu einer Reise ins Land am Kaukasus ein. Die armenische Community macht schon seit einiger Zeit durch ihren von Offenheit getragenen Expansionskurs von sich reden. Systematisch werden WikiClubs an Universitäten etabliert. Auf WikiCamps wird alljährlich Hunderten Jugendlichen Wikipedia und Wiktionary nahegebracht. Die Aktivitäten gehen dabei oft über die Landesgrenzen hinaus und binden die armenische Diaspora mit ein. Dort spürt man Aufbruchstimmung – und erlebt vielleicht bald herzliche Gastfreundschaft. RL (WMAT), 30.10.
Nachtrag: Kombinierbar mit dem Wettbewerb Asiatischer Monat 2017! JPF

WikidataCon 2017 – Ansichten eines Teilnehmers

Happy Birthday Wikidata

Die erste WikidataCon fand pünktlich zum fünften Geburtstag der Wikidata, natürlich in der Stadt ihrer Entstehung statt: in Berlin, nur 10 Fußminuten von der WMDE-Geschäftsstelle entfernt.

Bei der zweitägigen Konferenz trafen sich am Wochenende Freiwillige, GLAM-Personen und Funktionäre, nur leider viel zu wenige Wikipedianer. Dabei könnte gerade die deutschsprachige Wikipedia stark vom Austausch profitieren. Mein Bericht ist hier nachzulesen.

MB, 30.10.

Internationale Presseschau

s Wikipedia-Blettli (Alemannische Wikipedia)

Zur Zeit sind 38 der 23.422 Artikel der Wikipedia in alemannischer Sprache als besonders gelungen ausgezeichnet. Und vielleicht werden auch Artikel aus dem 7. Alemannischen Schreibwettbewerb bald zu den „Bsunders glungeni Artikel“ zählen.

Wikipediajournalen (Dänische Wikipedia)

Rmir2 hat soweit als möglich untersucht, wie sich Portale und Projekte auf die Arbeitsmotivation der Autoren auswirken. In den Projekten Gemälde und Frauen entstanden zum Beispiel in fünf Jahren jeweils fast 500 neue Artikel.

  • Exzellente Artikel.
  • Lesenswerte Artikel
  • Informative Artikel
  • Ausbaufähige Artikel

Manche Projekte verwenden Bausteine, in denen der Ausbaustatus des Artikels bis zum Abschluss des Projekts angegeben wird. Das ermöglicht einen groben Überblick über die Qualität neu entstandener Artikel, wie auf dieser Karte dargestellt.

The Signpost (Englische Wikipedia)

Wie die englische Signpost berichtet, fand direkt im Anschluss an die Montrealer Wikimania im nur 170 km entfernten Potsdam (New York) der OFF.NETWORK Content Hackathon statt. Ziel der 35 Teilnehmer war es, Kiwix, Internet-in-a-box und zugehörige Projekte so weiter zu entwickeln, dass man

  1. Kiwix auf einen Raspberry Pi laden kann
  2. diesen Raspberry Pi an einem Ort aufstellen kann, an dem es keinen dauerhaft günstigen Zugang zum Internet gibt
  3. jedes Android-Gerät mit dem Raspberry Pi verbinden kann, um innerhalb einer Minute auf die Offline-Inhalte zuzugreifen.

Bei dem Treffen wurde die Kiwix-Software weiterentwickelt, Entscheidungen zur Hardware getroffen, Inhaltspakete entworfen und soziale und ethische Herausforderungen besprochen.

Regards sur l'actualité de la Wikimedia (Französische Wikipedia)

In der französischen Wikipedia wird über die Ergebnisse eines Projektes berichtet, das in der französischen Wikiversity ausführlich dokumentiert ist: die Entwicklung einer Unterwasserdrohne. Auf Youtube wurde jetzt ein Video mit Aufnahmen der ersten Drohne veröffentlicht – jedoch (noch?) nicht unter Freier Lizenz.

Википедия:Форум/Новости (Russische Wikipedia)

Im Forum der Wikipedia in russischer Sprache wird über die Algerische Woche berichtet, ein Teilprojekt der Themenwochen Afrikanische Regionen. Dabei sollen Lücken in Artikeln über Algerien geschlossen werden. Das Projekt begann am 25. August und deckte bisher Togo und Namibia an. Bislang entstanden im Rahmen des Projektes 87 neue Artikel und 5 Artikel wurden erheblich ausgebaut. S.W., 30.10.

Chaos Communication Congress

Der kurze Hinweis vom Team Ideenförderung, dass wir auch gerne dieses Jahr wieder Interessierten die Teilnahme am C3 ermöglichen. Dieses Jahr wird Wikimedia voraussichtlich auch mit einer Assembly vertreten sein und wir freuen uns immer über Menschen, die auch gerne an dieser helfen möchten. Für eine Förderung ist es hier zu beachten, dass wie üblich eine Kostenübernahme an community@wikimedia.de angefragt wird. Leider haben wir kein Ticketkontingent. Ein Ticket muss selber gekauft werden und kann bei Förderzusage durch WMDE erstattet werden. Bitte beachtet hier das Prozedere des Ticketverkaufs [[1]]. Merle von Wittich (WMDE) (Diskussion) 13:21, 27. Okt. 2017 (CEST)

„Der Mann mit der Leica“

„Selfie“
Ziemlich genau vor einem Jahr reisten Raymond und ich in die Niederlande, um uns mit einem Bildspender zu treffen, der zwei Alben mit Negativstreifen seines Vaters nicht seinen Kindern aufbürden wollte, sondern eine sinnvollere Verwendung dafür suchte und dabei auf uns kam. Es war ein langer, anregender Tag mit vielen Gesprächen und einem leckeren Abendessen. Und ich habe die Schnappschüsse dazu irgendwo verbaselt. Aber dafür gibt es nun – hochauflösend gescannt durch eine Förderung von Wikimedia Deutschland – 2140 neue Fotos auf Commons, die der Beschriftung, Kategorisierung, Einbindung, evtl. auch Retusche harren und vielleicht Anregungen für den einen oder anderen neuen Artikel geben. Die Fotosammlung zeigt ein vielfältiges Bild aus dem Alltag der 30er Jahre in Deutschland: Mode, Verkehrsmittel, Bauwerke, Straßenfotografie, Kinder. Jüdische Geschäfte, NS-Uniformträger und -zivilisten, ein kommunistisches Graffito. Regional quer durch Deutschland mit Schwerpunkt auf Thüringen, dazu Allgäu, Hamburg, Rhein/Main …

Viel Spaß damit, macht was draus! ely, 26.10.

Die „Direction“ nicht unterstützen

Es gibt auf Meta eine Liste für einzelne Wikimedianer, die die „Direction“ unterstützen wollen. Gegenteilige Meinungen wurden dort anfangs nicht toleriert. Eine WMDE-Mitarbeiterin hat stattdessen eine Seite “Concerns” eingerichtet. Diese ist allerdings nicht verlinkt von der “Endorsement”-Seite aus. Darum wenigstens hier. Ziko, 26.10. (Korrektur/Ergänzung 27.10.)

i Info: Es ist mittlerweile auch möglich, eine ablehnende oder kritische Haltung direkt auf der Endorsement-Seite abzugeben. Cd, 27.10.

Unterstützung der neuen strategischen Ausrichtung der weltweiten Wikimedia-Bewegung

Seit heute morgen können alle Angehörigen der Wikimedia-Bewegung ihre Unterstützung für die neue strategische Ausrichtung auf Meta bestätigen. Auf seiner Sitzung am vergangenen Wochenende haben sich das Präsidium und der geschäftsführende Vorstand von Wikimedia Deutschland (WMDE) zu dieser strategischen Ausrichtung beraten. Präsidium und Vorstand unterstützen diese nachdrücklich und möchten allen danken, die sich bis zu diesem Punkt an der Diskussion über die Zukunft von Wikimedia beteiligt haben.

Im Lichte ihrer grundsätzlichen Bedeutung legen wir die neue strategische Ausrichtung der WMDE-Mitgliederversammlung am 18. November 2017 zur Beratung und Beschlussfassung vor. bue, 26.10.

Kandidatur für das Schiedsgericht

Die Wahl zum 22. Schiedsgericht beginnt am 8. November 2017. Auch dieses Halbjahr werden wieder Kandidatinnen und Kandidaten gesucht, diesmal stehen wieder die regulären fünf Plätze zur Abstimmung. In der Woche vor der Wahl, also ab dem 1. November 2017, kann eine Kandidatur auf der Wahlseite eingereicht werden. Die Arbeit im Schiedsgericht ist abwechlungsreich und verantwortungsvoll, der Umgang mit den Kollegen herzlich, und man lernt interessante Wikipedianer näher kennen - sowohl die Kollegen, als auch die Konfliktbeteiligten. Auch wenn es regelmäßig Kritik an Entscheidungen des Schiedsgerichts gibt (bei einem Kompromiss müssen meistens zwei verzichten), so bietet sich bei der Arbeit im Schiedsgericht neben dem Umgang mit den Kollegen auch die Möglichkeit, Konflikte bis in jedes Detail zu beleuchten und zu besprechen, wie es in der deutschsprachigen Wikipedia einzigartig ist. Wer also Interesse an der Ausübung einer spannenden Tätigkeit im Dienste der Community hat, sei hiermit herzlich eingeladen, sich ab dem 1. November im Rahmen der anstehenden Wahlen für das Schiedsgericht hier zu bewerben. Ghi 26.10.

Die PR-Maschine. Ein Zwischenruf

Ich weiß nicht, wann es angefangen hat. Wann Wikipedia zu einer PR-Maschine geworden ist. In einem MB hat "die" Community das bezahlte Schreiben erlaubt, wenn es deklariert wird. Man meinte, die PR-Schreiber integrieren und damit bändigen zu können.

Das Umarmen hat nicht funktioniert, vielmehr nehmen die Selbstdarsteller und PR-Akteure zu. Was mich erschüttert ist, dass alte Accounts das ​unterstützen oder dem schulterzuckend begegnen, und dass RK, Beleg- und andere Regeln kaum noch Gültigkeit haben. Neue Accounts scheinen sie nicht zu kennen oder nicht ernst zu nehmen (was eigentlich vermitteln die Mentoren?) Denn es ist so: wer drin ist, ist in. Wikipedia verschafft Reputation. Und es ist kostenlos. Viele Klicks sind garantiert. Die Akteure werden immer aggressiver, unterstützt von anderen, auch langjährigen Usern. Wenn dann bei einem solchen PR-Artikel auf der Löschkippe ein Admin, der es mit Laissez-faire hält, vorbeikommt, dann wird er zum bleibenden Bestand.

Mir macht es keine Freude in einem Projekt ehrenamtlich mitzuarbeiten, in dem enzyklopädische Artikel (und damit auch meine Arbeit) als Aushängeschilder für Werbung dienen. Mal abgesehen davon, dass das Niveau so verflacht, dass es weh tut.

Was tun?

Das Mindeste wäre eine Spoiler-Warnung: Hier verlassen Sie den Boden der Enzyklopädie und betreten Werbung. fiona 25. Oktober 2017

Gästelistenplätze für das OER-Festival zu vergeben

Vom 27.-29. November 2017 findet das OER-Festival für Open Educational Resources (OER) in Berlin statt. In Workshops, Vorträgen und Panel-Diskussionen tauschen sich Interessierte, Praktikerinnen und Praktiker wie auch Entscheidungstragende aus den Bildungsbereichen, Politik und Zivilgesellschaft zum aktuellen Stand von freien Bildungsmaterialien im deutschsprachigen Raum aus. Als Partner der Veranstaltung ist Wikimedia Deutschland auch mit eigenen Programmbeiträgen vertreten und hat fünf Gästelistenplätze zu vergeben. Bei Interesse an einer Teilnahme schreibt uns gern eine E-Mail bis zum 24. Oktober 2017 an bildungatwikimedia.de --Christina Rupprecht (WMDE) (Diskussion) 17:39, 19. Okt. 2017 (CEST)

Freie Plätze: WikiAlpenForum im württembergischen Allgäu

Isny im Jahr 1918. Rund hundert Jahre später kommt die Wikipedia.

Ende Oktober findet in Isny im Allgäu ein Treffen statt, bei dem die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Stadttürmen, Kirchen, Klöstern und historischen Gebäuden unter die Lupe genommen wird. Ziel sind neben zahlreichen neuen Artikel- und Bildbeiträgen auch Gespräche über das WikiAlpenForum. Aktuell bestehen noch freie Übernachtungskapazitäten. Der +WAFtreff findet am 28./29. Oktober statt. Weitere Informationen unter: Wikipedia:Kempten und Allgäu. H&M, 18.10.

Calling For Votes: Publikumspreis von Schreibwettbewerb XXVII

Etwa zwei Wochen werden voraussichtlich noch vergehen, bis die Jury die Sieger des 27. Schreibwettbewerbs kürt. Bis dahin dürfen noch fleißig Stimmen für den diesjährigen Publikumspreis vergeben werden. Auch dieses Mal bietet sich dem geneigten Leser in vier Kategorien ein breites Spektrum an hervorragenden Artikeln, so darf man beispielsweise etwas über bestachelte Nagetiere oder den Erfinder des sogenannten Zoopraxiskops erfahren. Ebenso werden Freunde des deutschen Strafrechts und Eisenbahnenthusiasten auf ihre Kosten kommen. Jeder Abstimmende darf bis zu drei (nicht kumulierte) Stimmen vergeben; die Wahlurne ist rund um die Uhr geöffnet. Zudem verlost der Tote Alte Mann großzügigerweise unter allen Teilnehmern ein Gläschen getrocknete Maronen-Röhrlinge. ɦeph, 17.10.

Kuratorium der WMF ernennt Raju Narisetti zum neuen Mitglied

Raju Narisetti

Vier Plätze des Kuratoriums („Board of Trustees“) der Wikimedia Foundation sind sogenannte kooptierte (aus der Mitte des Gremiums heraus ernannte) Mitglieder. Zwei Plätze waren seit längerem vakant. Nach einem längeren öffentlichen Ausschreibungs- und Bewerbungsprozess hat das Kuratorium nun Raju Narisetti (en) zum neuen Mitglied ernannt. Narisetti ist Geschäftsführer der Gizmodo Media Group und hat lange in verschiedenen Medienhäusern gearbeitet. Der öffentliche Bekanntgebungstext findet sich hier und hier.CK (WMDE), 17.10.

Open Data – Transparenz für alle

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Die Nutzung offener Daten erlaubt neue Einblicke in Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Warum das Konzept ‘Open Data’ auch für Kulturinstitutionen interessant ist und wie sich die ETH-Bibliothek nebst dem Massenupload von Bildern auf Wikimedia Commons im Bereich Open Data engagiert, zeigt die neueste Story auf Explora. Ein besonderes Highlight in diesem Zusammenhang war die Teilnahme am Swiss Open Cultural Data Hackathon in Lausanne und der Versuch, in zwei Tagen die offenen Daten zu den Korrespondenzbeständen von Carl Gustav Jung und Rainer Maria Rilke auf unterschiedliche Weise zu visualisieren. Lesen Sie mehr auf Explora. ETH-Bibliothek 16.10.

Technische Wünsche: Feedback gesucht zur neuen Lösung für Bearbeitungskonflikte

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Funktioniert die neue Oberfläche zur Lösung von Bearbeitungskonflikten (zzt. Beta-Funktion) gut oder gibt es noch Verbesserungsbedarf? Um die Funktion als Standard anzubieten, braucht das Team Technische Wünsche die Einschätzungen der Autorinnen und Autoren.

Daher ist jeder herzlich eingeladen, bis zum 9. November mit der neuen Testumgebung Bearbeitungskonflikte unter echten Bedingungen und mit echten Wikiseiten zu simulieren, ohne dass etwas gespeichert wird. Mehr Informationen zu dieser Feedbackrunde gibt es hier.

Feedback ist für das Projekt Technische Wünsche zentral. Wer künftig direkt auf der eigenen Diskussionsseite über neue Feedbackrunden informiert werden möchte, kann sich hier eintragen. js (wmde), 12.10.

Fellow-Programm Freies Wissen geht in die nächste Runde

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Vom 6. bis zum 8. Oktober fand in Berlin die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Ausgabe des Fellow-Programms Freies Wissen statt. Es bietet Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, offene Wissenschaft einmal in ihrer eigenen Arbeit auszuprobieren, mit darin erfahrenen MentorInnen an ihrer Seite. Nach dem Prototypen 2016/17 mit zehn Fellows sind im laufenden zweiten Jahr zwanzig Fellows am Programm beteiligt (siehe Blog). Vorkenntnisse in Wikimedia-Projekten waren keine Bewerbungsvoraussetzung und sind auch nur bedingt vorhanden. Eines der Ziele des Programms ist es allerdings, die Nachnutzbarkeit und Nachnutzung von im Rahmen des Programmes entstehenden Forschungs- und Lehrmaterialien zu fördern, insbesondere innerhalb von Wikimedia-Projekten. Der Großteil der Einreichungen sowie fast alle geförderten Projekte sind auf Wikiversity zu finden. Ideen für weitere Interaktionen mit Wikimedia-Communities sind herzlich willkommen. dm 9.10.

WikiCon-Premiere in Italien

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Nach der deutsch-, niederländisch- und französischsprachigen Community haben nun auch die Italiener es endlich geschafft, eine eigene WikiCon auf die Beine zu stellen! Es hat etwas gedauert und der ursprüngliche Termin vom März dieses Jahres musste deutlich nach hinten verschoben werden, aber am Wochenende vom 17. zum 19. November ist es soweit: Im Palazzo delle Albere in Trient wird sich erstmals seit der Wikimania 2016 in Esino Lario wieder die (überregionale) Community der italienischsprachigen Wikipedia treffen! Neben der Stärkung der Communitybildung und der besseren Vernetzung von Wikipedianern und Wikimedia Italien umfasst das (noch unfertige) Programm technische und organisatorische Themen, spezielle itWP-Diskussionen (wie die „Bio“-Vorlage) und natürlich auch die Vorstellung und Diskussion der WMF-Strategie. Aufgrund der räumlichen Nähe Trients zu deutschsprachigen Gebieten möchte ich hiermit auch weitere Interessierte einladen, bei der Veranstaltung vorbeizuschauen; größere internationale Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht (grundlegende Italienischkenntnisse wären freilich wünschenswert)! Bei Interesse und/oder Fragen könnt ihr euch gerne bei mir melden. Xa 08.10.

Vorjury für WikiDaheim und Tag des Denkmals gestartet

Nach dem doch langen Wettbewerbszeitraum von WikiDaheim geht es nun an die Bewertung der Bilder - gleichzeitig findet auch die Bewertung der beim Tag des Denkmals eingereichten Bilder statt. Falls ihr also Interesse daran habt, Bilder aus ganz Österreich zu bewerten und euch auch mal Motive abseits von Bruchbuden oder Grünzeugs anzusehen und zu bewerten, so seid ihr herzlich eingeladen, euch auf Wikipedia:WikiDaheim/Jury einzutragen. Bis 28. Oktober habt ihr dann Zeit, die Bilderpalette zu bewerten - Kurzentschlossene können auch noch bis einschließlich morgen (7. Oktober) Bilder für den Fotowettbewerb einreichen. B. 6.10.

Gewinnung neuer Freiwilliger: Banneraktion Herbst startet

Die Herbstaktion zur “Gewinnung neuer Freiwilliger” startete heute (5. Oktober) um 10:45 Uhr. Bei vier von fünf Seitenaufrufen wird nicht eingeloggten Lesenden eines von vier Bannern angezeigt, die mit unterschiedlichen Angeboten zur Mitarbeit in der Wikipedia einladen. Nähere Informationen dazu gibt es auf unserer Projektseite. Die Banner werden voraussichtlich bis 13. Oktober zu sehen sein. vl (WMDE) 5.10.

Vorschläge zum Reformationstag gesucht

Angesichts des bevorstehenden besonderen Reformationsjubiläums am 31. Oktober führt die Schon-Gewusst?-Redaktion einen kleinen Wettbewerb der vier geeignetsten Artikel („neue“ Artikel gemäß SG?-Kriterien) durch. Es werden dafür zwei Artikel am Montag, den 30. Okt. und zwei weitere am Di., 31. Okt. ausgewählt, sodass am Dienstag vier Artikel zu diesem Thema in der Rubrik Schon-Gewusst? erscheinen. Vorschläge bitte hier einreichen. Nicola 3.10.

WikiEule im Schaufenster

WikiEule-Schaufenster

Wer bis Silvester das sächsische Meißen besucht, kann in der Burgstraße 1 dieses liebevoll gestaltete Schaufenster des Kunstverlags Brück & Sohn entdecken. Die scheidenden Verlagsinhaber nutzen die letzten Monate, um den Passanten und Touristen unser gemeinsames Projekt vorzustellen. Im Fernseher wird alle paar Sekunden eine von 30.000 Ansichtskarten zufällig ausgewählt und gezeigt. Wie sie uns telefonisch berichten, ist das ein echter Publikumsmagnet. Die kleine WikiProjektEule wird sich in den nächsten Tagen noch dazu gesellen. sk, 02.10.

Zehntes Tippspiel WWE

Am 14. März 2017 hob ich das Tippspiel WWE zu Pay-per-View-Veranstaltungen der Wrestling-Liga WWE aus der Taufe. Aus einer anfänglich als einmalig gedachten Angelegenheit machten ich und meine Mitspieler kurzerhand eine Serie. Mittlerweile sind wir beim zehnten Tippspiel angelangt. Dazu und zur Diskussion rund um die Veranstaltung lade ich euch recht herzlich ein! Finden könnt ihr das Tippspiel hier. Tipps können noch bis kommenden Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:00 Uhr abgegeben werden. Mupa, 01.10.