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Wiki Loves Monuments

Preisverleihung WLMDE2018 im Umweltforum, Berlin

Der diesjährige Wettbewerb Wiki Loves Monuments 2018/Deutschland fand am 1. Dezember mit einer Preisverleihung sein Ende. Die, die dabei waren, hatten einen wunderbaren Abend. In einem würdevollen Rahmen, mit fantastischer musikalischer Untermalung, konnten die Preise für den regulären Wettbewerb sowie für den diesjährigen Sonderwettbewerb für 360°-Panoramaaufnahmen an 7 von 13 möglichen Preisträgern persönlich übergeben werden. Gerade auch der Austausch untereinander, aber auch mit den anwesenden Jurymitgliedern sowie mit interessierten Zuschauern über die Bilder des Wettbewerbs waren für alle Teilnehmer sehr anregend.

So viel zu 2018. Für mich abgeschlossen und abgehakt.

Wiki Loves Monuments 2019

Im Folgenden meine persönliche Einschätzung wie Wiki Loves Monuments Deutschland in der Zukunft organisiert werden könnte (oder auch jeder andere Wiki Loves Wettbewerb; das Konzept ist ja nicht so unattraktiv, dass sich über Wiki Loves Earth hinaus, nicht auch noch andere Wiki Loves … Wettbewerbe etablieren).

Der Wettbewerb findet erst wieder im September statt, aber wir sollten schon jetzt mit der Vorbereitung beginnen.

Das Hochladen von Bildern ist bei uns in Deutschland immer noch ein Chaos. Selbst langjährige Teilnehmer tun sich immer noch schwer damit, Denkmale eindeutig zu identifizieren und im Nachgang mit vernünftigen Bildbeschreibungen und Kategorisierungen hochzuladen. Durch die föderale Struktur des Denkmalwesens in Deutschland gibt es kein einheitliches Klassifizierungssytem (Baudenkmal, Kulturdenkmal, Bodendenkmal …), dadurch auch kein einheitliches Denkmalnummernsystem, geschweige denn ein koordinatenbasiertes System, das ein Auffinden von Denkmalen auf Karten ermöglichen würde. Andere Länder sind da schon weiter. Hochladeformulare sind an Karten gekoppelt. Es wird angezeigt, wo Denkmale zu finden sind. Ein Klick auf das Denkmal öffnet ein Hochladeformular. Das Bild wird automatisch beschriftet und mit den notwendigen Koordinaten versehen.

Wollen wir das bis zum 1. September 2019 auch erreichen, dann müssen sich jetzt schon die Pfleger der Listen in der Wikipedia, Wikidata-Enthusiasten, OpenStreetMap-Experten und Programmierer an einen Tisch setzen.

Die Vorjury hat sich meines Erachtens bewährt, das Konzept ist aber noch ausbaufähig. Es muss gelingen, noch mehr Teilnehmer zu gewinnen. Niemand muss 10.000 und mehr Bilder begutachten (einige Hardcore-Juroren schaffen das trotzdem), aber, selbst wenn einige wenige nur 100 Bilder begutachten, kann es gelingen, dass jedes einzelne hochgeladene Bild von zehn oder gar mehr verschiedenen Vorjuroren bewertet wurde. Alle, die sich alle Jahre wieder über die Juryvoten mokieren, haben hier die Gelegenheit, Einfluss auf die der Endjury vorgelegten Bilder zu nehmen. Je mehr Teilnehmer sich für die Vorjury finden, desto breiter ist die Basis für die Endauswahl. Ich würde sogar so weit gehen, die Teilnahme am Vorjurytool auf die breitest mögliche Basis zu stellen. Warum nicht im Banneraufruf zum Wettbewerb schon darauf aufmerksam machen? Warum nicht die Vereinsmitglieder von Wikimedia Deutschland per Rundmail zur Teilnahme einladen? Warum nicht das Vorjurytool als Einladung für Neulinge an der Wikipedia nutzen?

Juryarbeit ist mehr, als sich nur an einem Wochenende zusammenzusetzen und aus ca. 1000 Bildern, die sie von der Vorjury erhalten haben, 100 gute und 10 sehr gute Bilder auszuwählen. Zumindest die 10 besten Bilder sollten mit einer sinnvollen Bewertung versehen werden und diese auch zur Weiterreichung an die internationale Jury auf Englisch übersetzt werden. Die Jury sollte aus ihrer Mitte auch mindestens zwei Personen bestimmen, die bei einer Preisverleihung diese Bilder und die Juryentscheidung auch präsentieren können.

Dazu muss das Datum und der Rahmen einer solcher Preisverleihung langfristig festliegen. Eigentlich schon vor Beginn des Wettbewerbs und auch der Juryauswahl. Denn nur so können sich alle potentiellen Teilnehmer, seien dies Preisträger, Laudatoren oder Organisatoren, vorab terminlich darauf einstellen.

Auch sollte der Rahmen einer solchen Veranstaltung bereits im Vorfeld abgeklärt werden. Sicherlich kann man versuchen, diesen in bestehende Veranstaltungen zu integrieren, aber dies gelingt nur, wenn auch dies von langer Hand und in Abstimmung mit den anderen Gruppen stattfindet. Man kann aber auch nach ganz neuen, eigenen Präsentationsmöglichkeiten suchen und sich vielleicht mit den Organisatoren von anderen Wiki-Loves-…-Wettbewerben zusammentun sowie bei einer gemeinsamen Großveranstaltung dabei auch nationale und internationale Preisträger einbeziehen, sollte es solche im abgelaufenen Jahr gegeben haben. Auch mögliche Kooperationspartner kann man in diese Planung mit einbeziehen.

Der Rahmen und der Zeitplan für Wiki Loves Monuments darf also nicht erst ab „kurz vor September“ abgesteckt werden. Das Orgateam sollte sich nicht erst ad hoc kurz vor Beginn des Wettbewerbs finden. Die Jury muss ab ihrer Wahl integraler Bestandteil des Orgateams sein. Und das Orgateam muss eine eigenständige, in der Struktur der Wikipedia integrierte Basis haben. Natürlich benötigen wir finanzielle und manchmal auch logistische Unterstützung durch den Verein Wikimedia Deutschland und greifen auch gerne darauf zurück. Aber wir sollten die Organisation solcher Wettbewerbe auch nicht aus der Hand geben oder uns in eine Situation begeben, wo dies zur Rettung des Wettbewerbs notwendig wird.

Die Organisation des Wettbewerbs, insbesondere die Schaffung der Hochladestrukturen, sollten wir dezentral unter Nutzung der lokalen Räume vor Ort unter aktiver Einbeziehung möglichst vieler Freiwilliger aus allen für den Wettbewerb relevanten Sparten, wie Wikipedia, Commons und Wikidata, durchführen. So dürfte der Wettbewerb einen weiteren synergetischen Nutzen innerhalb der Gemeinschaft stiften und auch durch Workshops vor Ort noch gezielter zur Festigung und zum Ausbau der Mitarbeiterstruktur an den Wikimedia-Projekten beitragen.

Das diesjährige Orgateam hält den Kontakt untereinander weiterhin offen. Im Februar 2019 wird es voraussichtlich eine Kick-off-Veranstaltung geben. Es wäre schön, wenn sich dort diesmal eine breite Gruppe von Wikipedianern, die sich für Kulturdenkmale und Denkmallisten interessieren, von Commons-Mitarbeitern, seien das Fotografen oder auch Kategorisierern, von Wikidata-Experten, OpenStreetMap-Enthusiasten und vielleicht auch Vertretern aus dem organisierten, ehrenamtlichen und staatlichen Denkmalschutz zusammenfinden. Für manche mag Wiki Loves Monuments schon ein in die Jahre gekommener Wettbewerb sein. In Wirklichkeit stehen wir, besonders hier in Deutschland, noch ganz am Anfang. (W., 12.12.)

Ergänzung nach begonnener umseitiger Diskussion

Vielleicht habe ich mein Unbehagen über die vergangenen Wettbewerbe zu verklausuliert in Verbesserungsvorschläge für ein Wiki Loves Monuments 2018, Deutschland eingebaut. Wenn ich am Ende meiner Ausführungen geschrieben habe, dass wir erst am Anfang stehen, dann war das mit der Hoffnung verbunden noch weitere konstruktive Vorschläge zu erhalten, wie wir diesen Wettbewerb zu einem integrativen Wikimediaprojekt ausbauen können.

Der Fotowettbewerb zur Auswahl der 10 schönsten Bilder, die Deutschland dann auch im Internationalen Wettbewerb vertreten, sollte eigentlich nur das Sahnehäubchen sein. Ein bisschen Politik spielte da übrigens auch schon mit, da sich die Jury bereits in der Vergangenheit bemüht hat, der HDR-Buntheit der anderen Länderbeiträge eine klare, ehrliche Ästhetik entgegenzuhalten.

Aber der Wettbewerb dient auch dazu auf Wikipedia, auf Commons und hoffentlich auch bald in Wikidata die Denkmaltopografie in Deutschland umfassend und komplett zu dokumentieren. Darin haben wir bisher schwer versagt. Das gilt es für die Zukunft gemeinsam anzugehen.

Natürlich, haben wir mit unzureichenden, unheitlichen, in manchen Bundesländern ganz fehlenden Listen zu kämpfen. Aber hier besteht doch auch unsere Chance uns als Wikimediagemeinschaft gegenüber den Denkmalämtern zu profilieren. Wenn wir brauchbare vernetzte Daten liefern, die für alle Beteiligten einen Mehrwert liefern, dann schaffen wir hierdurch auch einen Anreiz Daten in das Public Domain zu stellen.

Deshalb sollten wir auch über den Fotowettbewerb hinaus denken. Wenn wir mit unserer Listenarbeit in Wikipedia an unsere Grenzen gestossen sind, dann sollten wir prüfen, ob wir mit Hilfe von Wikidata eine ausbaubare Struktur schaffen können, bei der die divergierenden Bundesländerstrukturen für uns zusammengefasst werden können. Wie wir zum Beispiel für Baden-Württemberg, wo offiziell gar keine Listen bestehen, Informationen zu Baudenkmalen aus anderen Quellen in unsere Struktur integrieren können. Wenn wir das in einer verlinkten Kartendarstellung für Deutschland aufzeigen können, dann ist das einerseits ein Lobbyinstrument, da es den Denkmalverantwortlichen Weiße Flecken aufzeigt, andererseits ist es ein Arbeitsinstrument für uns, zum Beispiel genau die Sonderfotowettbewerbe zu organisieren, die auch in der umseitigen Diskussion immer eingefordert werden.

Zur Zeit treten wir wirklich von Jahr zu Jahr auf den selben ausgetreten Pfaden. Da die Vielfalt der Denkmallandschaft selbst für uns gar nicht erschlossen werden kann. Geschweige denn für Neulinge von außerhalb unseres Universums.

Ein Beispiel: Als Fotograf, oder als Juror (alternierend), trete ich unter meinem Realnamen auf. Das diesjährige sechsplazierte Bild stammt von mir. Und um gleich einmal einige der in der umseitigen Diskussion genannten Vorurteile zu entmystifizieren, es ist ein Handybild, geschossen spontan, in der Badehose, bei einem Badeaufenthalt in diesem Bad, bei der Umzugspause zwischen der Allgemeinschwimmzeit und der anschließenden Mutter-Kind-Schwimmzeit. Bei der Beschriftung und Kategorisierung des Bildes hatte ich grosse Schwierigkeiten, da die Berliner Denkmallisten dermaßen verschachtelt sind, dass die Adresse nicht sofort zuordnenbar war. Ich, als Wikipedianer habe mich da durchgebissen. Ein Neuling schafft das nicht. Das Volksbad Charlottenburg hat übrigens noch keinen eigenen Artikel. Man muss für Artikelmarathone nicht bis ins ferne Asien schweifen. Es gibt auch bei uns in Deutschland noch viel Potential für unsere Prämiumautoren. Wie wäre es einmal mit einem Wiki Loves Monuments Artikelwettberb?

Wiki Loves Monuments sollte projekteinigend sein. Das ist meine Vision. Als Plattform für Fotografenbashing ist es zu schade. Deshalb mein Aufruf: Wenn Euch die Struktur von Wiki Loves Monuments nicht gefällt, dann beteiligt Euch im Neuen Jahr an seiner Organisation. Bringt Eure Ideen konstruktiv ein. Macht was draus. (W., 13.12.)

Startschuss für die WikiCon 2019 in Wuppertal

Auf der vergangenen WikiCon in St. Gallen und auch im Kurier wurde es bereits verkündet: Die WikiCon 2019 wird in Wuppertal stattfinden. Die Stadt im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen wurde unter den drei Einreichungen ausgewählt und nun gilt es, das Event dort auch stattfinden zu lassen. Am vergangenen Wochenende gab es mit einem Kick-off-Treffen des Orgateams und den unterstützenden Mitarbeiterinnen von Wikimedia Deutschland e. V. im Kölner Lokal K nun den Startschuss für den langen Weg bis zur Veranstaltung. Allen Beteiligten ist dabei klar, dass ein Berg von Arbeit vor ihnen liegt, bis sie schlussendlich in Spätsommer / Frühherbst die Community in der Stadt der Schwebebahn begrüßen dürfen.

WikiCon
Wuppertaler Schwebebahn

Das Team der WikiCon 2019 besteht aus Freiwilligen der Regionen Wuppertal, Bergisches Land, Sauerland, Ruhrgebiet, Düsseldorf und Köln. Aktuelle Ansprechpartner sind Atamari, Geolina163, 1971markus und Achim – verstärkt werden diese in der Orga u.a. durch Rlbberlin, Rogi, morty und Gereon K. sowie aus der Berliner WMDE-Geschäftsstelle durch Alice Körner und Anna Čenić. Letztere begutachten aktuell gemeinsam mit Atamari potenzielle Locations, die den Ansprüchen der Con gerecht werden und zugleich das Budget nicht sprengen dürfen. Am Konzept und Budgetplan selbst wird das Kernteam in den nächsten Wochen arbeiten und sich dabei vor allem an den erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre orientieren. Überhaupt sind konzeptionell wenige Veränderungen geplant – wie bisher wollen wir die WikiCon vor allem als Veranstaltung der Community etablieren und es möglichst vielen Teilnehmern ermöglichen, teilzunehmen. Wer gern als Helfer dabei sein möchte, kann sich bereits jetzt unverbindlich in die Helferliste eintragen. Die Programmplanung ist einer der Schwerpunkte für das nächste Jahr, Wünsche für das Programm und erste Ideen dürfen allerdings gern bereits jetzt auf der Seite Wikipedia:WikiCon 2019/Programmvorschläge gesammelt werden.

Über alle weiteren Schritte halten wir euch auf dem Laufenden und falls ihr bereits im Vorfeld Fragen oder Anregungen habt: Sprecht uns an. Eines noch: Wenn ihr eine Teilnahme in Erwägung zieht, solltet ihr euren Elefanten zu Hause lassen – seit die Jung-Elefantin Tuffi im Jahr 1950 aus der Schwebebahn in die Wupper sprang, ist die Mitnahme und der Transport von Elefanten in der Schwebebahn verboten. In diesem Sinne und für das Orga-Team. (AR, 10.12.)

GNDCon, eine Normdaten-Konferenz

Präsentation

Am 3. und 4. Dezember 2018 fand in der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) die erste GNDCon statt. Eine Konferenz, die sich ausschließlich um die Gemeinsame Normdatei (GND) drehte. Unter dem Motto „Öffnung der GND“ waren von A wie Archive über F wie Forschung, M wie Museen, S wie Softwareanwendungen oder W wie Wikipedia und Wikidata alle eingeladen. Für unser Normdatenprojekt und als langjährige Verbindungsperson zwischen der DNB und der Wikipedia nahm ich mit Reisekosten-Unterstützung durch das Team Ideenförderung von Wikimedia Deutschland (übrigens auch Mitveranstalter der GNDCon) teil. Siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag aus 2017: Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek 4.0.

Ich hatte den Vortrag „11 Jahre Zusammenarbeit zwischen der Wikipedia und der DNB“ als Session eingereicht, der erfreulicherweise auch angenommen wurde. In 45 Minuten konnte ich die von Fragen und Diskussion durchsetzte Präsentation vor über 20 Teilnehmenden halten. Neben meinem Ansprechpartner bei der DNB, der seit über 10 Jahren nun schon unsere Fehlermeldungen entgegennimmt und bearbeitet, war auch eine Mitarbeiterin der Bayerischen Staatsbibliothek, die mittlerweile alle Meldungen zu vor 1850 verstorbenen Personen abarbeitet, anwesend. Insgesamt haben wir in über 10 Jahren über 20.000 Fehlermeldungen erfasst. Von dem DNB-Mitarbeiter wurde erneut bestätigt, dass die Qualität unserer Fehlermeldungen sehr hoch ist. Nur ca. 5 % der Meldungen mussten von der DNB aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden (nicht im Bestand, nicht aufgedecktes Pseudonym, Fehler auf unserer Seite usw.)

Thema war auch das Webformular, mit dem geschulte Wikipedianer eigenständig direkt in der Datenbank der DNB neue GNDs anlegen und bestehende GNDs bearbeiten können. Wie oben geschrieben: Die DNB öffnet sich auch weiteren Institutionen, die Bedarf an der GND haben. Kurzfristig vor meinem Vortrag habe ich noch diese Zahlen erfahren: Wir haben bisher 4007 neue GND-Datensätze angelegt und 3219 bearbeitet.
In Aussicht gestellt wurde für 2019 die Erweiterung des Webformulars auf die Eingabe und Pflege von Körperschaften.

Identifikatoren für Konrad Adenauer

Übrigens kann man sich durchaus fragen, warum wir denn ehrenamtlich direkt Daten der DNB bearbeiten. Das sollte doch Aufgabe der bezahlten Mitarbeiter/innen sein, oder? Nun, zumindest für mich kann ich das ganz einfach beantworten: Die Normdaten gehören schließlich allen. Sie stehen schon länger unter der CC0-Lizenz. Jede Korrektur kommt damit nicht nur mir und der Wikipedia zu Gute, sondern Jedermann. Wie eben auch die Mitarbeit in der Wikipedia jedem zu Gute kommt.

Eine Session über GNDs für Geografika habe ich mir noch angehört. Ein scheinbar einfaches Thema, aber doch deutlich komplexer als ich so dachte. Viele Ortschaften haben im Laufe von Jahrhunderten das Herrschaftsgebiet gewechselt, viele wurden im Rahmen von Gebietsreformen zu größeren Einheiten/Gebietskörperschaften zusammengefasst, und wie geht man überhaupt mit Wohnplätzen um, die nur eine Handvoll Gebäude umfassen, aber historisch einen Namen haben und urkundlich erwähnt wurden?

Eine Session über Sachbegriffe/Sachschlagwörter konnte ich mir leider nicht anhören. Sie gelten auch unter Normdatei-Experten jedoch als schwierigster GND-Typ und sind innerhalb der Wikipedia oft umstritten: Best Of DNB.

Ein großes Thema auf der GNDCon war in vielen Sessions auch direkt oder indirekt das Thema Wikidata. Insbesondere gilt es mittlerweile als Drehkreuz für Identifikatoren. Besonders spannend fand ich, dass sowohl die DNB als auch die französische Nationalbibliothek Bibliothèque nationale de France (BnF) derzeit den Einsatz von Wikibase, der Software hinter Wikidata, evaluieren, um das veraltete Datenbanksystem in ihren Häusern zu ersetzen.

Bilder der Veranstaltung gibt es hier. Sie stehen unter der CC-BY-SA-Lizenz. (ray, 9.12.)

Asiatischer Monat, ein voller (?) Erfolg

Buddhastatue im Islands District (Hongkong) (Artikel von Furfur)

Der November ist um, der Wettbewerb zum Asiatischen Monat (WAM) auch und ebenso die nationale Auswertung. Der Autor dieser Zeilen ist zum vierten Mal in Folge wieder „Botschafter“ geworden, diesmal mit 88 Artikeln. Ein bis kurz vor dem Ende ausgetragenes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Stingray500, der am Ende stolze 78 Artikel vorweisen konnte. Zum Vergleich: Im letzten Jahr reichten noch 47 Artikel zum Sieg. Weitere acht Teilnehmer verfassten 20 und mehr Artikel, gemäß der Regularien und erhalten dafür eine „Goldmedaille“. Elf Autoren bekommen für mindestens zehn Artikel Silber und 24 Autoren können sich mit mindestens vier Artikeln über Bronze freuen. Alle Prämierte werden auch als Dank eine Postkarte erhalten. 62 der 68 angemeldeten Autoren schufen im Rahmen des Wettbewerbs insgesamt 694 (437 letztes Jahr) Artikel. 70 (48) davon außer Konkurrenz, da sie die Mindestkriterien nicht erfüllen konnten (zu kurz), 16 (48) wurden von der Jury nicht anerkannt. Anerkannt also 608 Artikel (345). Zumindest zwischenzeitlich lag die deutsche Sprachversion damit im internationalen Vergleich sogar ganz vorne. Insgesamt, nicht nur nach der Statistik, ein schöner Erfolg und ein großer Spaß. Hier ein Dank dafür an alle Teilnehmer, die ebenfalls mit Freude an dem Wettbewerb teilnahmen, und natürlich an die Juroren.

Fort Maubara, ein Artikel aus der Schlacht um Platz 1 von JPF

So ganz zufrieden bin ich allerdings persönlich nicht, denn es zeigt sich auch die Kehrseite der Medaille. Die Juroren waren am Limit der Beanspruchung. Hier ist Sebastian Wallroth besonders Dank zu sagen, für sein Engagement. Für mich persönlich war es zeitweise mehr Stress als Spaß, soviele Artikel zu verfassen. Die große Zahl war nur noch zu schaffen, weil ich im Stundentakt, wie ein menschlicher Bot, amtliche Statistiken nutzte, um indonesischen Westtimor-Distrikten einen Artikel in der deutschen Wikipedia zu geben. Etwas Individualität brachte diesen Artikeln nur von mir zuvor gesammelte Informationen zur anderen Seite meiner Lieblingsinsel. Da stehen zum Glück auch für die nächsten Jahre genügend zur Verfügung, denn mit Osttimor alleine kommt man nicht weit (auch weil ich über das Jahr verteilt Artikel schreibe, da bleibt nicht viel übrig für November). Stingray500 entschloss sich dafür, vor allem Artikel aus anderen Wikipedia-Sprachversionen zu übersetzen. So spart man sich ebenfalls weitgehend die zeitintensive Recherche. Doch ist es das, was die Wikipedia wirklich weiterbringt?

Ein Stück schon, aber ausführliche Recherchen bringen mehr als den Grundstock eines Artikels, zum Vorschein kommen oft Unbekanntes und Überraschendes. Ich persönlich freue mich eigentlich auch mehr darüber, ausführlich über historische Ereignisse dem Leser nahezubringen, statt aus amtlichen Statistiken, die im nächsten Jahr überholt sind, anzugeben, auf wievielen Hektar im Distrikt Mais angebaut wurde (die Mindestgröße will ja erreicht sein). Doch Artikel, wie „Ende der portugiesischen Herrschaft auf Timor“ kann man sich nur wenige leisten, wenn die Zahl und nicht die Gesamtgröße der Artikel bei der Auswertung zählt. Eine Überlegung, die ich an die internationalen Organisatoren weitergegeben habe. Auch könnten Artikel durch Erweiterungen und Verbesserungen gewinnen, doch auch das ist beim WAM nicht vorgesehen. Und dann stellt sich die Frage, ob jeder Autor auch in Folge des Wettbewerbs seine Artikel erweitert, aktualisiert, komplett wikifiziert, bebildert und sich auch um die Einbindung mit Wikilinks kümmert oder sie einfach wie ein benutztes Taschentuch liegen lässt. Man wundert sich ja schon während des Wettbewerbs über Extremfälle, bei denen zum Beispiel alle Beiträge eines Autors in die QS wandern. Von bewusstem Vandalismus und der Einreichung alter Artikel anderer Autoren im eigenen Namen ganz zu schweigen. Solches werde ich nie nachvollziehen können. Die Gründe mögen im Pathologischen liegen. Aber das sind Ärgernisse, die wir alle nur all zu gut kennen.

Resümee: Vielleicht muss hier und da eine Reform beim Wettbewerb erfolgen, aber insgesamt muss man den Erfolg des WAM nicht kleinreden. Und den WAM kaputtmachen lassen schon gar nicht. Es wird im November 2019 wieder einen WAM geben, er wird wieder Stress für jene bedeuten, die vorne dabei sein wollen und ich werde wohl auch dabei sein. Vorne? Mal sehen. ;-) JPF, 8. Dezember 2018

Präsidium – wie konnte denn das passieren?

Kommentar: Nun ist es fast eine Woche her und so langsam sackt alles ein wenig. Im Kurier wurde es ja berichtet, ich wurde als einer von fünf Beisitzern aus neun Kandidaten in das Präsidium von Wikimedia Deutschland gewählt. Meine erste Reaktion war ein Schock, meine ersten Gedanken waren „warum tut ihr mir das nur an?“. Nein, die Kandidatur war kein Witz, sie war durchaus ernst gemeint. Aber sie war auch ein Mittel zum Zweck. Auch wenn von den fast 70.000 Mitgliedern, die Wikimedia Deutschland mittlerweile hat, nur ein letztlich kleiner Teil aktiv und stimmberechtigt ist, die anderen sind Fördermitglieder, werden die Wahlen von Präsidium und Kassenprüfern sowie die Abstimmungen über Satzungsänderungen heute schon weitestgehend vor der Mitgliederversammlung über die Fernwahl entschieden. Eine Diskussion der Anträge gibt es dabei nicht mehr. Aber wer stimmt schon gegen einen Antrag, den das Präsidium und der Vorstand einbringen, wenn man nicht wirklich Ahnung von der Materie hat? Also blieb mir nur dieser eine Weg der Kandidatur, um zumindest zu versuchen, die Satzungsänderung, die den Wirtschaftsplan aus den Händen der Mitgliederversammlung nimmt, ablehnen zu lassen. Meiner Familie sagte ich am Morgen noch, im Idealfall komme ich zurück, ohne gewählt zu werden, der Antrag zur Satzungsänderung wurde aber abgelehnt. Tja. Es kam genau anders herum.

Schon fast passendes Symbolbild – der Delinquent bei einem Redebeitrag auf der Mitgliederversammlung

Eigentlich hatte ich in meiner Kandidatur recht deutlich darauf hingewiesen, dass eine Wahl meiner Person und eine Zustimmung zu diesem Antrag keinen Sinn machen würde und ich eigentlich gedachte, bei einer Annahme des Antrags nicht nur bei einer Wahl, diese nicht anzunehmen, sondern aus dem Verein auszutreten. Auch das war ernst gemeint, wie einige meiner engeren Freunde sicher bestätigen können. Nun kam es also zur für mich unpassendsten aller Situationen. Und ich war im Kopf schon auf dem Weg, meinen Rücktritt zu erklären. Da strömte es fast auf mich ein. Gleich mehrere Personen kamen auf mich zu und sagten, ich solle das ja nicht tun. Jetzt ist das, was viele nicht wollten (aber etwa 80 % doch), passiert. Und ich musste mir anhören, dass man die Hoffnung nun auf mich setzte. Andere kamen und sagten, sie haben mich gewählt, nun solle ich gefälligst auch das tun, wozu ich antrat und sie mich wählten. Bin ich doch nicht zuletzt mit der Agenda angetreten, die Freiwilligen der Wikimedia-Projekte zu vertreten. Also sagte ich zu, zumindest erst einmal über die Sache zu schlafen und am nächsten Morgen zur konstituierenden Sitzung des Präsidiums zu gehen. Mittlerweile waren noch mehr Mitteilungen, Glückwünsche und auch direkte Bitten, nun wirklich weiter zu machen, bei mir eingegangen. Innerhalb eines halben Tages waren es wohl an die 20 Personen, mehr als 10 % derer, die mich wählten. Also an dieser Stelle auf alle Fälle schon einmal einen großen Dank euch allen, ihr traut mir wahrscheinlich mehr zu, als ich mir selbst.

Nun kann ich nicht sagen, dass alles, was auf der Sitzung passierte, interessant war. Aber die Atmosphäre war sehr positiv. Ich konnte wirklich allen Teilnehmern der Sitzung, den sieben Mitgliedern des Präsidiums wie auch dem Vorstand und dem Präsidiumsreferenten abnehmen, dass sie guten Willens waren. Alle haben sicher die eigenen Gründe, die eigenen Schwerpunkte, aber alle sind dem Gedanken des Freien Wissens verpflichtet. Nun gut. Manchmal müssen wir dann unsere einmal getroffenen Aussagen überdenken, revidieren und den Stolz Stolz sein lassen. Als Märker bin ich einem gewissen preußischen Pflichtbewusstsein verbunden. Deshalb habe ich mich entschlossen, die nächsten eineinhalb Jahre Präsidiumsarbeit zu leisten und möglichst immer das Beste dabei für unsere Freiwilligen heraus zu holen. Und diese Entscheidung war alles andere als leicht.

Darum die Bitte an euch: Seht mich als euren Mann im Präsidium. Wenn ihr Fehlentwicklungen seht, kontaktiert mich. Wenn ihr (größere) Probleme habt, sprecht mich an. Bei Sorgen und Nöten. Ich bin kein Zauberer, ich kann auch keine Wunder vollbringen. Die Einflussmöglichkeiten insbesondere im Kleinen von Präsidiumsmitgliedern sind gering und beschränkt. Ich kann keinem Mitarbeiter von WMDE irgendwelche Anweisungen geben, das fällt nicht in meine Befugnisse. Ich kann keine Anträge genehmigen. Ich treffe keine Einzelentscheidungen. Aber ich kann Einfluss auf das Große und Ganze nehmen. Ich kann nicht sagen „Wir machen eine GLAM-on-Tour-Station in Münster!“. Ich kann nicht sagen „Setzt Mitarbeiter X an diese Sache!“. Aber ich kann mich dafür einsetzen, dass etwa mehr Kapazitäten in bestimmten Bereichen geschaffen werden.

Man kann den Verein mögen oder nicht. Er ist eine Tatsache. Ebenso könnte ich jetzt mit den Entwicklungen hadern, die mir nicht gefallen. Aber es nutzt mir nichts. Und auch euch nutzt es vor allem, wenn ihr euch einbringt. Helfen wir uns also gegenseitig. Und ich werde eure Hilfe brauchen, denn derzeit stehe ich mit viel Demut und auch etwas Sorge vor den nächsten Monaten. Ich bin gewillt, das Beste zu geben, aber mein natürliches Refugium ist so ein Präsidium nicht. Marcus Cyron, 7. Dezember 2018

PS: Ich werde auch in diesem Projekt weiterhin der stinknormale Mitarbeiter bleiben und nur für mich sprechen. Sollte es nötig sein, dass ich als Präsidiumsmitglied agiere, dann unter Benutzer:Marcus Cyron (WMDE).

Aktion Bildstöcke für gelöschte Schulen?

Eigentlich sollte meiner Meinung nach jede Schule relevant sein, an der ein staatlich anerkannter Abschluss zu erreichen ist. Dass diese Meinung bis jetzt keine Mehrheit hatte, wurde in Abstimmungen bereits mehrfach gezeigt. Die Gegner wissen sich halt zu organisieren und die Befürworter finden häufig nicht zu den Abstimmungen oder haben die Wikipedia aus Frust längst verlassen. Eine Schule mit der Begründung '0815-Schule' nicht zuzulassen, ist für mich unverständlich. Jede mittelgroße Schule ermöglicht im Laufe der Jahre Tausenden von Schülern einen Abschluss, so dass diese 0815-Schule für diese Schüler, ihre Familien und auch die Region immer relevant ist. Zurzeit erfolgt aber eine Einteilung in Schulen, die mit Glück durch die Löschdiskussion durchkommen oder durchgekommen sind und halt dem Rest. Viele der Schulen haben die Relevanzkriterien dadurch geschafft, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht oder irgendeine 'wichtige' Persönlichkeit diese Schule besucht hatte. Was haben diese beiden Kriterien mit der Qualität der Schule zu tun? Ich kenne sogar eine deutsche Schule, die in der deutschen Wikipedia wegen der Relevanzkriterien gelöscht wurde, und jetzt nur noch in der englischen Wikipedia einen Artikel hat. Wahrscheinlich ist diese Schule für den Rest der Welt relevant, nur eben halt nicht für Deutschland?!? Ganz wichtig ist bei so einer Löschentscheidung auch, dass diejenigen, die sich anmaßen, über eine Relevanz zu entscheiden, die Schule meist überhaupt nicht kennen.

Gerade Schulartikel würden für den Nachwuchs eine sehr gute Möglichkeit bieten, in die Wikipediaarbeit einzusteigen. Leider kenne ich mehrere Personen, die durch Löschaktionen sämtliche Lust verloren haben, bevor sie überhaupt so richtig Blut geleckt haben. Daher ist gerade bei den Schulartikeln eine Lockerung der Relevanzkriterien notwendig und sinnvoll. Zur Änderung der Relevanzkriterien können wir leider wenig ausrichten. Ich glaube, dass wir in vielen anderen Bereichen sehr viele Artikel haben, die sowohl uninteressant, als auch trotz Erfüllung der Relevanzkriterien gemäß Abrufstatistik kaum jemanden interessieren.

Relevanzkriterien sorgen dafür, dass z.B. alle Objekte des Denkmalschutzes automatisch relevant sind. Bayern allein hat weit über 1000 Bildstöcke, die unter Denkmalschutz stehen. Viele davon kennen wahrscheinlich noch nicht einmal die Einheimischen. Manche sind bis zur Unkenntlichkeit zerfallen, aber eben relevant! Vielleicht sollte man mal eine Aktion „Bildstöcke für gelöschte Schulen“ ins Leben rufen. Die Artikel kann man (zumindest aus Relevanzgründen) nicht löschen. Wenn man Glück hat, wird die Artikel auch keiner finden, geschweige sich dafür interessieren (aber sie wären eindeutig relevant). Und wenn die Bildstöcke nicht reichen gibt es noch wahrscheinlich einige hunderttausende Wohnhäuser, die durch ihr Alter ebenfalls Denkmalschutzstatus erlangt haben. Mit zwei Artikeln habe ich 2014 mal begonnen (1 und 2). Wer Lust hat kann gerne welche dazufügen.

Andererseits ermöglichen die Relevanzkriterien immer wieder kuriose Artikel, wie die Abrollrichtung von Toilettenpapier, die Toilettenpapierfaltung in Hotels, den Männerparkplatz in Triberg bis zum Witze-Automat. Diese Artikel eignen sich aber zumindest für heitere Minuten bei 'Schon gewusst?' Salino01, 02. Dezember 2018

Editathon zu 100 Jahre Frauenwahlrecht. Was nun?

Clara Zetkin, zwar vorschriftsmäßig in der Taille geschnürt, aber standhaft und unerschütterlich

Klar, das Thema interessiert nicht jeden. Manche wenden sich gelangweilt ab, doch nicht wenige meinen, dass 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland durchaus ein Grund für nicht nur eine hochkarätige Veranstaltung in der Wikipedia sei, ist es doch erwiesen, dass die weltgrößte Enzyklopädie immer noch vorwiegend aus männlicher Sichtweise geschrieben wird. Und aus exakt dieser Perspektive auch weiter wachsen wird, wenn es nicht Engagement und Veranstaltungen wie diese geben würde: Wikipedia:Stuttgart/Hundert Jahre Frauenwahlrecht, die vom 30. November bis zum 2. Dezember 2018 stattfand. Großer Dank gebührt Leserättin, Skrippek, Augustine14, IvaBerlin und Rudolf Simon für die hervorragende Planung und Organisation sowie dem Verein Wikimedia Deutschland für seine finanzielle Unterstützung.

Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in der Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz, einem neuen, sehr eindrucksvollen Bau mit künstlerisch-kubischem Architekturanspruch, um sich über die revolutionären Vorgänge der Zeit um 1918 in Hinblick auf das endlich erreichte Frauenwahlrecht, den damit verbundenen geschichtlichen Kontext und die Folgen bis heute zu informieren und auszutauschen. Geboten wurde ein umfangreiches Programm, beginnend mit einem Vortrag zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht: Ist politische Beteiligung (k)eine Frage des Geschlechts?, in dem die Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, Muhterem Aras, einen ersten Einblick in diese sogenannte „Frauenfrage“ gewährte. Es schloss sich eine Einführung für Neulinge und Unsichere in die nicht nur technischen Tücken der Wikipedia an.
Vortrag von Kerstin Hopfensitz über die Kleidung als Alltagsgegenstand, an der sich die Freiheit des Menschen ablesen lässt
Ein Fachvortrag über die aus männlicher Machtposition vorgegebenen historischen, aber auch modernen Kleidungsmoden der Frauen, vor und nach 1918, ein bis heute brisantes Thema, und die damit verbundenen und vor allem gewollten Einschränkungen und -schnürungen weiblicher Körper, präsentierte die Kuratorin des Miedermuseums im Heubacher Schloss, Kerstin Hopfensitz. Sie bot unter der Überschrift 100 Jahre Frauenwahlrecht – Ende der Kostümierung! einen anschaulichen Einblick in die Qualen, die Frauenkörper jener Zeit erdulden mussten.

Gemeinsam besucht wurde am folgenden Tag eine wirkungsvolle, modern inszenierte und speziell für die Wikipedia geführte Ausstellung im Stuttgarter Haus der Geschichte zum Thema Anfang der Demokratie im Südwesten 1918–1924. Anschließend gab es erneut Zeit für die Neulinge, ihr frisch erworbenes Wissen zu erproben und Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Das war zwar ein dichtes Programm, doch blieb dazwischen immer noch Zeit für die bei solchen Treffen für die Teilnehmenden unverzichtbare Schreibwerkstatt, in der anhand bereitgestellter Fachliteratur sowohl neue Artikel erstellt als auch bestehende qualitativ erweitert wurden. Das Ergebnis, auch vorheriger Treffen zu dem Thema, kann sich blicken lassen: Die ständig wachsende Seite Wikipedia:Stuttgart/Hundert Jahre Frauenwahlrecht/Ergebnisse und eine Commons-Kategorie für die noch hochzuladenden Fotos vermitteln einen Eindruck dieser Arbeit, die nicht nur von Stuttgarter Kolleginnen und Kollegen geleistet wird. Nach einem Spaziergang zu den Schauplätzen der Revolution in Stuttgart endete das Treffen an dem mitten im Ersten Weltkrieg 1917 fertiggestellten Hauptbahnhof, dessen immer noch vorhandener martialischer, heldisch-männlicher Habitus nach diesem Treffen noch irritierender wirkt.

Im Gedächtnis bleibt vor allem die Erinnerung an ein konstruktives, in sehr freundlicher Atmosphäre stattgefundenes Treffen, das durchaus auch nachhaltige Erkenntnisse brachte. Es bleibt aber auch die manchmal schmerzliche Gewissheit, dass das Thema noch lange nicht abgehakt ist, sondern noch viel Arbeit, besonders für die Wikipedia, bleibt und weitere solcher Treffen zu dem Thema unbedingt nötig sind und gefördert werden müssen. Schließlich hat Wikipedia die ethische Pflicht, das Wissen der Welt im Licht der Gleichberechtigung zu dokumentieren. Sc, 2. Dezember 2018

Polemische Bearbeitungen

Wenn ich mir das Thema „Kontaktverbot via Editfilter“ ansehe, schaudern mich sowohl das regressive als auch das aggressive Verhalten, die derartige Überlegungen notwendig machen und ich frage mich, ob hier auf – an die Wissenschaft angelehntem – Niveau kommuniziert wird, oder ob diese Maßnahme nun noch die ins Persönliche verlaufenden Polemiken eindämmen sollen.

Das fundamentale Nachstellen hat seit Jahren noch ein anderes, maskiertes Gesicht, das von Dritten nur schwer nachvollziehbar ist: Bei einer Bearbeitung, die inhaltlich zwar den Richtlinien entspricht, aber den persönlichen Ansichten eines Beobachters missfällt oder der Beobachtete eine andere, dem Beobachter missfallende Meinung zu einem Thema hat, werden unabhängig dieses – nicht direkt protokollierbaren – Vorfalls, drei der nächsten Bearbeitungen des beobachteten Beitragenden in Frage gestellt, zurückgesetzt und dadurch dem Beitragenden nachgestellt. Es kommt nicht darauf an, was er beiträgt und welchen Wert der Beitrag für die Wikipedia hat, sondern wer ihn einbringt. Nicht selten wird es zu einer fingierten dritten Meinung gebracht, für diese ein Konto oder möglicher Verbündeter zum Anstimmen bereit steht und sich Zeit lässt, um nicht aufzufallen.

Wenn ich weiß, dass ein Rad rund ist, so kann ich mit diesem Wissen noch kein Fahrrad nachbauen, dessen Patent längst abgelaufen ist und wirklich von Hinz und Kunz nachgebaut wird. Aber ich kann dem Artikel zum Thema Rad aushelfen, zum Beispiel über vorhandene Normen und dafür verwendete Einheiten zu vermitteln.

In einem Arbeiter-und-Bauern-Staat soll das dort gezüchtete Proletariat möglichst dumm und primitiv bleiben, um unter Vermeidung von Beteiligung willkürlich regiert zu werden. Da muss und soll man das nicht wissen, und es wird Jagd gemacht auf Wissende, was sich unter anderem schon im Drehbuch des Raumschiff Enterprise spiegelte. Ich denke, die Wikipedia hat es nicht notwendig, sich auf dieses Niveau herunter zugegeben.

Ebenso kann aus der Nennung einer Kenngröße eine Allergie gegen Größen und Mengen werden, bis hin man nur den Wert der Kreiszahl mit 3,1415926… als „Rohdatensammlung“ verbannen würde. Denn die Ludolfsche Zahl hat nichts mit den ehemals vier Brüdern vom Schrottplatz zu tun, allenfalls den Schrott von Desinformation, den man durch wie abgesprochen wirkendes Editieren gewaltsam in Projekt bringt, mit der – den Grundsätzen des Projekts widersprechenden – Eigenschaft, eine weitere Hierarchie einzuziehen, oder die Ereignisse um ein Benutzerkonto mit zurückgesetzten Bearbeitungen statistisch zu verschandeln. Es gleicht den Rüpelhaften und ordnungswidrigen Verhalten, öffentliche Straßen zum Austragen von Wettrennen zu missbrauchen.

Aus Gründen des nicht-Anprangerns solcher Vorfälle wird auf nachweisende Diff-Links (Bearbeitungen) verzichtet, aber es sind mehr als drei Vorkommnisse, auch WP:UBZ-relevante registriert.

Wenn Wikipedia das Vertrauen geniest, Fake News zu überführen, erwecken solche Methoden nicht gerade Vertrauen. hh, 01.12.2018

Der Tellerrandblick: Wikidata und Bibliotheken

Die letzten 3 Tage habe ich als als Fotograf die Konferenz Semantic Web in Libraries (SWIB18) in Bonn, veranstaltet vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, gewissermaßen von der Seitenlinie aus besucht. Die Konferenz war international besetzt und besucht. Hauptredner waren James Hendler (en), sein Foto im Artikel stammt höchstpersönlich von Tim Berners-Lee, Erfinder von HTML und Begründer des World Wide Web, Mia Ridge von der British Library und Karen Smith-Yoshimura vom OCLC. Weitere Redner/innen kamen u.a. von der finnischen Nationalbibliothek und der Bibliothèque nationale de France.

Dabei ist mir überaus deutlich aufgefallen, dass unser Schwesterprojekt Wikidata im Bibliotheksbereich in aller Munde ist. Fast jede/r Redner/in erwähnte Wikidata und erklärte, welche mehr oder weniger große Rolle es im Zusammenhang mit dem semantischen Web, Normdaten und Ontologien spielt.

Laut einer Umfrage des OCLC zum Aspekt „Linked Data sources consumed?“ wurde Wikidata 2018 4x öfter verwendet als noch 2015. Kritik wurde auch geäußert, vor allem an der oft noch schlechten Nachweislage der Daten.
Nachtrag: Analysis of 2018 International Linked Data Survey for Implementers, von Karen Smith-Yoshimura, OCLC

Mein persönlicher Ansatz zur Abhilfe: Wann immer ich z.B. ein Foto gemacht habe und im Wikidata-Eintrag eintrage, schaue ich mir auch die anderen Aussagen an und versuche, seriöse Nachweise zum Geburtsdatum usw. zu finden und einzutragen. Oder bei einer neuen Auszeichnung für eine Person direkt den Nachweis, idR als URL, eintrage.

Ich fand den Einblick in die Bibliothekswelt hochspannend, da Wikidata eben auch außerhalb unserer Wikipedia-Blase intensiv genutzt wird. ray, 28.11.

PS: Nächste Woche bin ich Teilnehmer an der GNDcon zu Normdaten in den Räumen der Deutschen Nationalbibliothek. Dort stelle ich in einer Session das Thema „11 Jahre Zusammenarbeit zwischen der Wikipedia und der Deutsche Nationalbibliothek“ vor. Gerne nehme ich noch Fragen, Anregungen und Ideen zur GND, zu Normdaten und der Zusammenarbeit zwischen der DNB und uns mit (→ meine Diskussionsseite).

PPS: Fotos der Konferenz werden in einigen Tagen auf Wikimedia Commons veröffentlicht.


Vielleicht doch mehr Admins machen?

Blue Lacy hätte da mal sicher besser aufgepasst

Am 19. November sah der Wikipedia-Artikel zu Texas kurzzeitig so aus. Zugegeben – es gibt schlimmere Beinbrüche. Bemerkenswert ist allerdings, dass a) der Vandalismus (offensichtlicher sogar; mit einem Zeichenkill-Volumen von 44.366) geschlagene 11 Minuten online stand, b) nicht von jemandem aus der zuständigen „Putztruppe“ entfernt wurde, sondern von einem „normalen“ Aktiven. Zusätzlich als bemerkenswert anführen darf oder muß man den Umstand, dass der Joke für den ausführenden Account keinerlei Konsequenz hatte.

Adminseitig traf in dem Fall also Spaß-Viertelstunde auf Schlaf-Viertelstunde. So ganz harmlos mag mir der aufgespießte Spaß deshalb nicht erscheinen, weil der betroffene Artikel einer der höherfrequentierten ist. Konkret: Das Lemma zum Lone Star State hat im Schnitt 1.000 Aufrufe pro Tag. Aufs corpus delicti sowie den Tag umgerechnet heißt dies: Von den 1.125 Besuchern der Seite hätten rund acht eine vollvandalierte Wikiseite in live begutachten können – wenn sie im Projekt angemeldet waren oder die Seite gesichtet worden wäre.

Nun könnte man sagen: Die Klagen sind alt; zu wenige Admins und so weiter. Obwohl ich als anerkannter Projekt-„Outcast“ von mir sagen kann, dass ich dem Account 123landebahn ganz sicher eine Abflugerlaubnis erteilt hätte, komme ich doch nicht ganz umhin zuzugeben, dass an der Diagnose „zu wenige Admins“ vielleicht was dran ist. Andererseits will mir die Forderung doch nicht so recht über die Lippen. Geht es nämlich um das projektinterne Admin-Renommée oder den Kampf gegen Lieblingsfeind A oder Lieblingsfeindin B, kann zumindest ich keinerlei Ermüdungserscheinungen konstatieren.

Daher Vorschlag Deal: Ihr (Admins) seid zu uns User(inne)n ein bißchen netter. Und wir geben im Gegenzug grünes Licht und winken 50, 100 weitere von euch durch. Die Zusatzfrage zu dem Ganzen hätte ich mir gern verkniffen, ist umgekehrt jedoch kaum zu vermeiden – Noch Bock auf Kerngeschäft? rz, 26. November 2018

Es brennt, es brennt… kein Lichtlein brennt…

Das Camp Fire am Morgen des 8. November 2018 (Landsat-Aufnahme)

Traditionell zieht der Verfasser dieses Artikels zum Jahresende eine Bilanz der Artikelabdeckung zu Wetterkatastrophen. Bis dahin sind noch einige Wochen Zeit, doch schon jetzt soll ein gesonderter Blick auf unseren Artikelbestand zu Waldbränden geworfen werden. Und da sieht es alles andere als zufriedenstellend aus. Ich bin mir nicht sicher, ob diesbezüglich Empörung, Enttäuschung, Verzweiflung oder was auch immer überwiegt. Und nein, obwohl ich selbst die Situation inzwischen für alarmierend halte, geht demnächst weder die Welt noch die Wikipedia unter.

Die Kategorie:Waldbrand enthält derzeit rund vier Dutzend Artikel zu Waldbränden, etwa 15 davon sind Artikel zu Buschfeuern in Australien. Der Rest setzt sich zusammen aus Artikeln zu einzelnen Ereignissen – etwa dem Brand in der Lüneburger Heide im Jahr 1975 oder über die Brände im Yellowstone-Nationalpark 1988, die sich vor Gründung der Wikipedia ereigneten, aus meist zumindest in Teilen übersetzten Artikeln zu einzelnen Waldbränden in den USA – darunter etwa zum noch brennenden Camp Fire – sowie aus Sammelartikeln über Waldbrände in einzelnen Ländern – in diese Gruppe gehören die Artikel über die Waldbrände in Südkalifornien 2007 oder die Waldbrände in Portugal 2017 – und aus Sammelartikeln über die gesamte Waldbrandsaison in einem Land oder eine Region. Zu letzteren gehören die Artikel Waldbrände in Südkalifornien 2017 und Waldbrände in Kalifornien 2018.

Und insbesondere diese beiden letztgenannten Artikel bereiten Sorgen. Sie sind, gelinde gesagt, kaum mehr als der vom gesperrten Simplicius gewohnte Müll, der mithilfe seiner mutmaßlich jeweils aktuellen Socke den Weg in die Wikipedia und sogar bis auf die Hauptseitenrubrik gefunden hat. Nun ist der Autor dieses Artikels nicht dafür bekannt, exklusionistischen Tendenzen zu fröhnen, Stubs zu bekämpfen oder sich gegen Artikel zu aktuellen Ereignissen auszusprechen, im Gegenteil. Nach wie vor dürfte gelten, daß die in der Hauptseitenrubrik „In den Nachrichten“ aufgeführten Artikel an den Tagen, an denen sie dort stehen, zu den meistgelesenen der deutschsprachigen Wikipedia gehören. Doch scheint es, daß Lücken oder Fehler in solchen Artikel nicht mehr dazu führen, daß Benutzer dadurch animiert werden, in Wikipedia mitzuarbeiten. Auch das dürfte eine Folge der gegenwärtigen Tendenz (nicht nur?) populistischer Politiker sein, Unbequemes als Fake News darzustellen.

Der Artikel zu den Waldbränden in Südkalifornien von 2017 ist praktisch noch immer in dem schrottigen Zustand, in dem er seit kurz nach seiner Entstehung verharrt. Der Text ist eine teils verballhornte, teils extrem selektiv gekürzte Übersetzung aus der englischsprachigen Wikipedia. Der Artikel zur Brandsaison 2018 sieht auf den ersten Blick besser aus. Das ist auch zu erwarten, bei fast 170.000 Abrufen in den letzten 30 Tagen und durch die engagierte Beteiligung einiger auf der Hauptseite aktiver Benutzer. Ein zweiter und dritter Blick ist hingegen ernüchternd: Der erste Hauptabschnitt ist irreführend – nicht Wetter- und Klimabedingungen sind es, die hier beschrieben werden, sondern der Rückblick auf die vorherige Dürreperiode und die letztjährige Brandsaison, die „außergewöhnlich schwere Schäden“ anrichtete – aber ist das Wetter und Klima? Immerhin erfahren wir hier, daß die Trockenheit schon im März begonnen habe. (Tatsächlich herrschte in der Umgebung von Los Angeles bereits an Weihnachten 2016 eine mäßig starke Trockenheit.)

Doch wer meint, schlimmer ginge es nimmer, wird eines besseren belehrt: Im Abschnitt „Juli/August“ erfahren wir als erstes, daß „[e]in Hochdruckgebiet (…) wärmere Luft, Trockenheit und starke Winde in die Region gebracht“ hatte, und werden als nächstes mit der Tatsache konfrontiert, daß bis „Mitte August (…) mehr als 40 Menschen umgekommen [waren]“. Der Grund für diese Kausalkette bleibt unklar, erst im weiteren wird ausgeführt, daß „Tausende Häuser abgebrannt, 50.000 Menschen evakuiert und ein geschätzter Schaden von mehr als zehn Milliarden Dollar entstanden“ war. Der Rest des Abschnittes führt aus, daß „[z]wei Waldbrände im Norden Kaliforniens, das sogenannte Ranch- und das River-Feuer, (…) nahe dem Ort Mendocino zum größten bekannten Feuer in der Geschichte Kaliforniens zusammen“ wuchsen. Daß dieses größte bekannte Feuer zwangsläufig die Brandfläche des Thomas-Feuers vom Dezember 2017 übertreffen würde, wird dann nochmals ausgeführt, man könnte es ja übersehen. Neben dem Mendocino Complex werden noch das Carr-Feuer und das Holy Fire namentlich erwähnt – und spätestens an dieser Stelle wird klar, daß unsere allgemeinen Namenskonventionen bei Ereignisnamen dieses Typs an ihre Grenzen stoßen. (Exkurs: Dieses Problem hatte ich bereits beim Ausbau des Artikel Waldbrände in Südkalifornien 2007 gehabt, da aber zumindest konsequent für die Eindeutschung und Durchkopplung entschieden, auch wenn das in einzelnen Fällen schon damals Bauchschmerzen bereitete.) Bevor wir es vergessen: „Ein weiterer großer Brand befand sich wenige Kilometer vom Yosemite-Nationalpark entfernt.“

An dieser Stelle hat der Leser den Eindruck, daß es bis Ende August in Kalifornien ungefähr vier größere Waldbrände gegeben hat. So ein Bullshit! Zwischen Februar und Ende August verzeichnet CalFire, so die Kurzbezeichnung des zuständigen Ministeriums der Staatsregierung Kaliforniens vierzig Waldbrände mit einer Fläche von jeweils mindestens 1000 Acre (etwa 40 Hektar) und weitere drei Feuer mit kleinerer Fläche, aber fatalen Folgen.

Kurier (Kalifornien)
Malibu
Malibu
Sacramento
Sacramento
Camp Fire
Camp Fire
Kalifornien

Der englische Artikel listet übrigens für September und Oktober elf Waldbrände mit einer Brandfläche von jeweils mindestens 1000 Acre, aber in unserem Artikel geht es erst im November wieder weiter. Zunächst wird das Camp Fire abgehandelt (zu dem es völlig richtig einen eigenständigen und übrigens soliden Unterartikel gibt, auch wenn dieser mehr Einzelbelege braucht), aber dann springt der Artikel zur starken Luftverschmutzung durch Rauchschwaden, stellt dabei die 350 km Entfernung San Franciscos zu „den Bränden“ heraus, erwähnt dann eine diffuse Wasserstandsmeldung, die sich wohl auf das Camp Fire oder nur die Stadt Paradise bezieht, um dann damit fortzufahren, daß auch Malibu betroffen war. Nur hat Malibu gar nichts mit dem Camp Fire zu tun, wie es den Eindruck hat, sondern war von dem inzwischen übrigens vollständig gelöschten Woolsey Fire betroffen. Das wäre vielleicht aufgefallen, hätte man mal einen Routenplaner herangezogen: Es sind nämlich auf der Interstate 5 rund 590 Meilen von Paradise nach Malibu.

Ob es sinnvoll ist, Donald Trumps Schwadronieren über das Rechen finnischer Wälder, die Arbeit der kalifornischen Feuerwehr und der dortigen Forstverwaltung – zu rund achtzig Prozent übrigens der von Trumps Kürzungen schwer eingeschränkte United States Forest Service – in zwei Zeilen abzuhandeln, sei hier mal unkommentiert, und auch daß Quantität nicht mit Qualität gleichzusetzen ist, sei hier unbestritten. Tatsache ist aber auch, daß der quantitative Unterschied des DE-Artikels mit rund 11.000 Byte bei 21 Belegen gegenüber dem EN-Artikel mit rund 48.000 Byte und 110 Belegen mehr als nur ein Indiz dafür ist, daß der Artikel hierzupedia wohl lückenhaft ist.

Jetzt kann man einwenden, daß die zum Verfassen dieses Verrisses aufgewendete Zeit den kritisierten Artikel um mindestens 100 Prozent verbessert hätte, aber darum ging es nicht. Der Punkt ist: Solche Artikel enthalten, im Gegensatz zum typischen Ortsstub – wie etwa Monticello (Arkansas), der zwar seit Jahren ohne signifikante Verbesserung vor sich hindümpelt, aber gleichwohl grundlegende Informationen wie Lage und Größe enthält –, durch Auslassung und Vereinfachung irreführende und falsche Angaben, haben aber durch ihre Hauptseitenverlinkung eine große Reichweite. Die Öffentlichkeit kann man nicht, darf man nicht, derart prominent mit solchen Artikeln konfrontieren. Das betrifft übrigens die ganze Bandbreite von aktuellen Themen, bis hin zu Artikeln über Wahlen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wir sollten solchen Müll zurückweisen, bevor die Freiwilligen der Hauptseite Zeit und Mühe in die Müllverarbeitung gesteckt haben. Der Argumentationsweg muß aber über die schlechte Qualität gehen und nicht über die Antireflexe auslösenden, ausgelutschten Schnelllöschbegründungen „kein Artikel“ oder „Newsticker“, weil diese beide nicht wirklich zutreffen. Und wir brauchen für unsere Hauptseite und insbesondere für die Rubriken „In den Nachrichten“ und „Kürzlich Verstorbene“ eine vollwertige Redaktion, bei der die Spezialisten unterschiedlicher Fachbereiche zusammenarbeiten.

TL,DR: Weiterschnarchen. MaB, 25.11.

Essen und eine andere Herangehensweise

Impressionen des Projekttages
Eröffnung: Einführung vom General Manager des Colleges
Eröffnung: Die Struktur der Bewegung
Eröffnung: Wikimedia Commons
Accounts erstellen
How to edit
„Fabian, wie hat das noch funktioniert?“
Editieren
Wie man Bilder auf...
...Wikimedia Commons hochlädt
Erina erklärt...
...und erklärt...
...und alle hören gespannt zu!
Editieren
Mittagessen!
Von links nach rechts: Emmy, Medad, (hat das Catering organisiert), Adrian (der Direktor des ACCT), Ich, Steven von der UG Uganda, Isaac (Icem4k)
Konferenzteilnehmer
WikiGoesACCT teilen
Ein Konferenzteilnehmer hält sein Teilnahmezertifikat hoch (wir haben noch schönere gemacht, als wir später einen Designer fanden)
Er war auch der Gewinner des T-Shirts!

“How was lunch?” – 🤤 – “That's how it's supposed to be.” („Wie war das Mittagessen?“ – 🤤 – „So sollte es sein.“)

Essen ist bei Events ein durchaus wichtiger Teilaspekt, dem man keinesfalls eine zu geringe Bedeutung beimessen sollte. Das habe ich schon bei vorigen Projekten gemerkt; wirklich aufgefallen ist es mir jedoch bei WikiGoesACCT, einem dreitägigen Event am African College of Commerce and Technology (ACCT) in Kabale, Uganda. Vor allem bei den ugandischen und ruandischen Studenten war das Essen meiner Auffassung nach ein Hauptfaktor, dass sie die Nachmittage mit Upload- oder Editsessions überlebt haben.

Ermutigt durch die Learning Days der Wikimania 2018 in Kapstadt versuchte ich zusammen mit drei Leuten der User Group Uganda und Isaac aus Sambia, der auf der Wikimania durch seine tausende Edits von einem Smartphone als einziger Editor im gesamten Land Sambia berühmt wurde, knapp 50 Studenten und Lehrern des ACCT im August 2018 das Wikiversum näherzubringen. Dabei wollte ich gerne ein mehrtägiges Event machen, da ich aus Erfahrung und von anderen wusste, dass es schwierig ist, nach einer kurzen Einführung von einer Gruppe Newbies ANR-reife Artikel zu erwarten. Ich fand das und die Statistik-Geilheit (wir haben bei unserem Event 30 Artikel erstellt! → Die Leute schreiben irgendwie irgendwas zusammen, wenn man Glück hat mit ein paar Belegen und die Wikifizierung ist dann Organisatorensache) nicht optimal. Meine Hoffnung war, dass sie durch eine längere Eingewöhnungsphase die Zeit haben, die Wikimedia-Bewegung zu verstehen, dass Wikipedia eins von vielen Schwesterprojekten ist und was sie da eigentlich tun. Dass das Editieren in Artikeln mit der Idee von freiem Wissen zusammenhängt und vielleicht so der Funke überspringt. Ich versuchte außerdem dadurch das Edit-a-thon-Syndrom zu vermeiden und hoffte, damit die Teilnehmer nach dem Event auch weiter editieren würden.

Als Erina Mukuta von der UG Uganda mich nach dem ersten Tag fragte, was für statistisch erfassbare Ergebnisse wir denn schon hätten und ich darauf keine wirkliche Antwort fand, war die Begeisterung verständlicherweise nicht sehr groß. Ich fragte mich auch, ob das so schlau gewesen ist alles, immerhin arbeitet man ja auch mit Spendengeldern und will diese nicht sinnlos vergeuden. Am zweiten und dritten Tag merkten wir jedoch relativ schnell, dass die Teilnehmer vieles schon sehr gut in einen größeren Kontext einordnen konnten und überraschend gut mit der Wikisyntax umgehen konnten. Sie konnten vor allem am dritten Tag selbständig Artikel im Draft:-Namensraum anlegen, formatieren und mit Einzelnachweisen belegen. Unter anderem waren Erinas kurze Wachrüttler in Form von kleinen Spielen zwischendurch ein Grund dafür, dass die Atmosphäre sehr gut war.

Ich glaube, dass eine Konzentration auf die harten Fakten für die Evaluation eines Events nicht ausreichend ist. Wir haben nur sieben Artikel onwiki gestellt und nur 55 Commons-Uploads. Aber wir haben auch 50 Konferenzteilnehmer, die eine Ahnung davon haben, was Wikipedia ist, was Wikimedia ist, was die Wikimedia Foundation ist, wie man editiert und wieso man editiert. Wir haben mehrere Teilnehmer, die mehr als einen Monat nach dem Event immer noch Bearbeitungen machen und wikimediaprojektbezogene Aktivitäten am College aufrechterhalten. Wir haben ein paar neue Wikimedianer, die an einem Workshop der UG Uganda in Mbarara teilnehmen, weil sie begeistert waren. Und wir haben innerhalb eines Monats 76,6 Tsd. Artikelaufrufe gesammelt.

Ich bin mir jetzt, etwa drei Monate nach dem Event, noch immer nicht sicher, ob die gewählte Agenda die Richtige war. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Teilnehmer nicht nur verstanden haben, um was es bei Wikipedia wirklich geht, sondern auch, dass wir sie davon begeistern konnten. Die Zukunft wird das sicherlich zeigen und bis dahin bin ich gespannt auf eure Meinungen. Was sind eure Erfahrungen mit Events, was kann man besser machen? Wie kann man Leute am besten für dieses verrückte Hobby begeistern? :-)  Für mich persönlich war es eine tolle Erfahrung, mit so vielen verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten, die so unterschiedliche Hintergründe haben (im Team allein waren drei Nationalitäten vertreten!) und sich auszutauschen. Schlussendlich bin ich dankbar, dass mir diese Chance überhaupt gegeben wurde. Nur noch schöner als die Begeisterung für etwas ist es zu sehen, wie sie auf andere überspringt. zenith

UNESCO-Welterbe „Mittelalterliche Stadt von Rhodos“ (Kleine Freuden Teil 28)

Auch Dein Beitrag in der Fortsetzungs-Reihe Kleine Freuden ist willkommen! Mehr dazu im Kurzartikel in Ausgabe 11/2015, jetzt hier mitmachen!
In dieser Gasse der Altstadt von Rhodos steht mein kleines Hotel

Im Juni 2018 bekam ich mit, dass mein langjähriger Münchner Kollege Bjs federführend den Artikelwettbewerb UNESCO-Erbe-Marathon veranstaltete. Das freute mich, doch als Neuling musste ich mich zunächst in das Thema einarbeiten, denn in das Projekt UNESCO-Kultur- und -Naturerbe oder in das gleichnamige Portal hatte ich bisher noch nie hineingeschaut.

Praktisch war ich erst im Frühjahr in der Altstadt von Rhodos gewesen. Im Juni lernte ich in Südpolen die Weltkulturerbestätten in Schweidnitz und Jawor kennen. Und so machte ich das erste Mal bei dem Artikelwettbewerb mit: neben Verbesserungen im Artikel Mittelalterliche Stadt von Rhodos konnte ich einen kleinen Artikel über das fast verschwundene ehemalige Judenviertel La Juderia in Rhodos neu anlegen. Auf diese Weise wurden die großen Freuden – im Alter noch nach Rhodos und nach Schlesien reisen zu können – ergänzt durch die kleine Freude, passende Artikel ergänzen und verbessern zu dürfen. Ich habe mir sogar vorgenommen, im Portal und Projekt UNESCO-Kultur- und -Naturerbe aktiv mitzumachen und beim nächsten Wettbewerb im Juni 2019, wenn er wieder stattfindet.

Doch das Thema lässt mich nicht los: Beim Augsburger Stammtisch beschlossen wir, die Kandidatur Augsburgs für das Welterbe-Projekt Augsburgs historische Wasserwirtschaft durch einen gemeinsamen Artikel der Stammtischteilnehmer zu unterstützen. Eine weitere kleine Freude, als dank Neitram der Artikel schnell editiert werden konnte. Vielleicht erleben wir bald gemeinsam die kleine Freude, dass die historische Wasserwirtschaft von Augsburg zum UNESCO-Welterbe erhoben wird – wir werden bestimmt groß feiern! Didi43, 23.11.

Angemessene Worte

Workshop Kommunikation, Berlin 2018

Angemessene Worte, so wird Sokrates gelegentlich zitiert, seien ein Zauber, der die Seelen heile. In Berlin wurden am Sonnabend, den 17. November 2018, die Mechaniken solchen Wortezauberns ausgebreitet in einem eintägigen Training im Umgang mit Konflikten. Im Auftrag von Wikimedia Deutschland führte Nils Jonas von der Agentur Zebralog uns interessierte Elf ein ins Zauberbuch der Grundlagen von Kommunikation, dabei die unterdessen bereits klassischen Modelle von Sender und Empfänger und deren vier Ohren. Weiterhin lernten wir die besondere Rolle der Medien für unsere alltäglichen Verständigungsprozesse kennen und erfuhren die dort lauernden Fallen. Ein Abriss der Philosophietradition ließ uns die Bedeutung von Logik und Argumentieren nachvollziehen und lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten sowie die Erfordernisse gewaltfreien Kommunizierens. Nils Jonas’ kompetente Darstellungen der einzelnen Themen wurden jeweils ergänzt durch praktische Übungen, aber auch Nachfragen sowie Preisgaben einzelner persönlicher Fälle unsererseits fanden in lebhaften Diskursen verständnisvolles Gehör.

Besonders bedankt sei Christine Domgörgen, die die Veranstaltung sowie unsere Unterkunft und Versorgung professionell und umsichtig organisiert hatte, ganz prima! Einzelheiten des Workshop-Programms werden hier allerdings nicht verraten, denn in Frankfurt a. M. findet am kommenden Wochenende, und zwar am 24. November 2018, eine weitere Ausgabe der Veranstaltung statt, der ich nicht vorgreifen will. Die Workshops sind Pilotprojekte zur Verbesserung unseres verbalen Austauschs in der Wikipedia, initiiert vom Schiedsgericht und bekräftigt in einer Podiumsdiskussion zu den Umgangsformen in der Community auf der WikiCon 2018 in St. Gallen. Feli, 18.11.18

Zurück in die Barriereunfreiheit

Kommentar: Grundsätzlich finde ich es ja begrüßenswert, wenn es hier Personen gibt, die Dinge zur Vereinfachung und Nutzbarkeit standardisieren. Schon lange gibt es MitarbeiterInnen, die das beispielsweise bei Literaturangaben und in den meisten Fällen auch in sehr hilfreicher Weise machen. Verwiesen wird dabei immer wieder auf „Richtlinien“ wie Wikipedia:Zitierregeln. Auf der Grundlage dieser nie durch ein Meinungsbild legitimierten Empfehlungen werden selbst Dinge wie „Herausgeber“ in „Hrsg.“ oder „Band“ in „Bd.“ zurückgeändert. Weiter oben am Rand der Seite ist eine Box mit diesen Richtlinien. Noch weit vor den „Zitierregeln“ steht dort die Wikipedia:Barrierefreiheit; die scheint aber weniger zu zählen.

Denn es ist so, daß Abkürzungen und Sigeln eben gerade nicht der Barrierefreiheit dienen. Es gibt Menschen, die nicht dümmer sind als der Schnitt, die aber aus verschiedenen Gründen ein Problem damit haben, solche kryptischen Dinge aufzulösen. Auch dann, wenn es für einen Großteil der Menschen so leicht erscheint. Warum also werden Dinge in diesem Projekt verschlimmbessert? Warum gelten die einen Regeln mehr als die anderen?

Aber das Problem sitzt ja noch tiefer. „z. B.“, „sog.“, „usw.“ (fortsetzbare Aufzählung). Standardisierte Abkürzungen in der Wikipedia erfüllen genau welchen Zweck? Wikipedia ist kein Druckwerk. Warum soll man hier also Platz sparen? Und warum sollte ein „z. B.“ mit geschützten Leerzeichen („z.B.“) eigentlich Platz sparen? Zumal in fast allen Fällen ein ausgeschriebenes „beispielsweise“ besser klingt und eleganter ist. Warum schließen wir aus wirklich nichtigen Gründen Leser aus oder zumindest behindern wir deren Wikipedia-Nutzung, obwohl es wirklich überhaupt kein Problem ist, Dinge auszuschreiben? Selbst bei Artikeln monografischer Größe wäre das eine Mehrzeit von sicher nicht mehr als einer Minute, die da anfallen würde. Aber die Nutzbarkeit wäre umso viel mehr.

Aber ich kenne meine Wikipedia. Den Meisten ist so etwas egal. Und wenn ich das vorschlage, stellen sich bei Einigen schon automatisch die Scheuklappen auf. Also erwarte ich hier keine echte Entwicklung. Ich wäre schon dankbar, wenn aufgehört würde, ausgeschriebene Worte zurück zu Abkürzungen zu ändern. Zum Wohle der Leser, die davon profitieren würde. Und aus der Erkenntnis heraus, dass wir eben nicht ein klassisches Druckwerk sind, sondern etwas Anderes. Etwas Neues und Eigenes. Und dass Regeln keinen Selbstzweck haben, sondern immer einen Sinn haben sollten und dem Projekt und seinen Nutzern dienen sollten. MC, 17.11.18

Problem gelöst, neues Problem geschaffen

Unnötige Sisyphos-Arbeit ist der deutschsprachigen Wikipedia die liebste Arbeit

Zugegeben: Nicht alle Wikipedia-Probleme werden intern verursacht. Es gibt auch Widrigkeiten von außen. Etwa: sich ändernde, nicht mehr erreichbare oder sonstwie tote Weblinks. Bemerkenswert ist allerdings, wie die Community des deutschsprachigen Projektablegers reagiert, wenn die Bezaubernde Jeannie des freien Wissens tatsächlich mal mit den Augen zwinkert – oder besser: zwinkern will. Im konkreten Fall heißt die Problemlösung Wayback Machine. Der Betreiber, das Internet Archive, arbeitet auf gemeinnütziger Basis. Hinzu kommt, das die Archive-Betreiber mit denen der Internetenzyklopädie Wikipedia eng kooperieren. Die Kooperation ist derart eingespielt, dass das Archive verlinkte Webseiten – etwa in den allseits präsenten und projektseitig als unabkömmlich deklarierten Einzelnachweisen – automatisch archiviert. Sozusagen vorsorglich, für alle Fälle.

Frage: Sollte man diese Bezaubernde Jeannie anheuern? Oder lieber nicht? Grundsatzfrage dabei: Wie soll(te) die Ersetzung toter, nicht mehr funktionierender URLs mit den URLs archivierter Versionen vonstatten gehen? Manuell, nach älter Väter Sitte – via Bot-Meldung auf x-hunderttausend betroffener Artikeldisks? Oder via automatisiertem URL-Austausch – ebenfalls via Bot? Wie in Wikipedia üblich, mußte der Bot-Einsatz – also der automatisierte Austausch eines kaputten Nachweis-Links durch einen archivierten funktionierenden – zuerst genehmigt werden. Das dazugehörige Meinungsbild, welches – nach einem Kurier-Vorlauf zur Problemlage – im Oktober letzten Jahres stattfand, ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Community von de:WP es schafft, sich selbst bei besten Ausgangsvoraussetzungen, mit Verlaub, ins Knie zu ficken. Der Vorschlag, Bots für das Ausbessern von Links zuzulassen, fand zwar die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Allerdings hatten die Initiatoren des MBs – unter dem bedeutsamen Pünktlein „Nicht erlaubt“ – selbst einen „Disclaimer“ eingebaut, der dafür sorgt, dass im Wesentlichen alles beim Alten bleibt. Frei nach dem Motto: Ein bißchen Handarbeit muß schon sein.

Im Grunde fand also eine Abstimmung zwischen zwei gleichermaßen unzulänglichen Lösungen statt. Einerseits ermöglicht die durchgewunkene Lösung zwar den automatischen Austausch von „Schrottlinks“ (wo möglich) durch (funktionierende) Archiv-Links. Zusätzlich jedoch werden betroffene Artikel durch Baustein-Hinweise verhunzt. Bei den Lesern und Leserinnen lösen diese (im besten Fall) Irritation aus. Wikipediaseitig sorgen sie für das Projektallerwichtigste: dass der offenbar unentbehrliche Grundstock an Sinnlos-Arbeit nicht ausgeht. Zunächst einmal nämlich ist es nicht ganz einfach, den Baustein-Code in betroffenen Artikeln aufzulösen. Etwas virtuelle Schnitzeljagd nach dem offerierten Manual muß schon sein. Der Dringlichkeit dieser manuellen Handreichung entsprechend, findet man sie auf einer Userseite des austauschenden Bots, also im Usernamensraum. (Lob an der Stelle muß auch mal sein: Hat man das Manual erst mal glücklich gefunden, ist die Entfernung der irritierenden Info-Hinweise nicht mal so schwer.)

Fazit: Die de:Wiki-Community hat sich einen Riesen-Wust sinnloser (und darüber hinaus unnötiger) Handarbeit erfolgreich erhalten. Man sollte zum Schluss vielleicht auf die Diskussionsseite des erwähnten Meinungsbilds verlinken. Neben grundsätzlichen Bedenken gegen den Einsatz von Bots finden sich hier zahlreiche weitere Bedenken – von Webseiten, die mit Absicht „deep“ gehen (sprich: die verfügbaren Informationen mit Bedacht nicht mehr vorrätig halten wollen) bis hin zum Anziehen der Rechtsschraube, die für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann. Sicher – nicht auszuschließen, dass sich die Möglichkeit, auf Weblinks zurückgreifen zu können, in der Zukunft noch nachhaltiger ändert als bislang. Möglich, dass sich die Gesetzeslage ändert; möglich, dass drei Viertel des Webs hinter Paywalls verschwinden; ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass Archivmaschinen wie Wayback & Co. irgendwann verboten werden. Da die Bedenken der deutschen Community ebenso gen unendlich tendieren wie die Selbstüberschätzung bezüglich der Projektbelastbarkeit, wäre es doch vielleicht ein konsequenter Schritt, für sagen wir 2020 den Komplett-Neuanfang zu deklarieren und die Lexikon-Sandburg mit Artikel #1 neu aufzubauen – vielleicht Nordsee? rz, 16. November 2018

Technische Wünsche: Spezialisierte Suche für alle

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen …
… wird leichter mit der Erweiterten Suche!

Im November 2017 haben wir an dieser Stelle über die Beta-Funktion „Erweiterte Suchoberfläche“ berichtet, die im Projekt Technische Wünsche entstand. Seit heute ist die Funktion hierzuwiki sowie in weiteren ersten Wikipedien standardmäßig aktiviert: Das heißt, allen Leuten, ob angemeldet oder nicht, steht jetzt auf Spezial:Suche ein zusätzliches Suchformular zur Verfügung.

Das Formular ermöglicht es, auch ohne Kenntnis von Schlüsselwörtern und Co. differenzierte Suchen durchzuführen, indem es die bereits vorhandenen Möglichkeiten der Suche besser sichtbar macht. So kann man jetzt einfacher Seiten finden, die bestimmte Vorlagen enthalten (hastemplate), Seiten mit einem bestimmten Stichwort im Seitentitel (intitle) und einiges mehr. Auch die Auswahl der Namensräume, in denen gesucht werden soll, wurde umgestaltet. Unter anderem kann man nun mit einem Klick mehrere Namensräume gebündelt auswählen, beispielsweise wenn man in allen Diskussionsnamensräumen suchen möchte. Ausführlichere Informationen zur Funktion gibt es auf der Projektseite.

Die Idee für die Funktion entstand 2016 in Workshops mit Autorinnen und Autoren. Es folgten verschiedene Prototypen, mehrere Feedbackrunden und schließlich die Beta-Funktion, welche in dieser Wikipedia zuletzt über 3.000 Leute aktiviert hatten, und über alle Wikis hinweg mehr als 31.000 Leute. Während der Beta-Phase wurden Fehler behoben, die Auswahl der Namensräume überarbeitet und es wurden weitere Suchoptionen ergänzt. Ein großes Danke an alle, die die Funktion verwendet und ihre Rückmeldungen mit dem Projektteam geteilt haben!

Bei der Entwicklung wurde das Team Technische Wünsche vom Suche-Team der WMF unterstützt, das einige Anpassungen am Backend vorgenommen hat, u. a. die Implementierung eines neuen Suchworts für die Kategoriensuche. Das Entwicklerteam hofft, dass die neue Funktion dabei hilft, in den gut 6 Mio. Seiten dieser Wikipedia noch besser fündig zu werden. Feedback ist wie immer auf der Diskussionsseite des Wunsches gern gesehen. -- js (wmde), 15.11.

PS: Wer über Statusänderungen bei den Technische Wünschen informiert werden will oder Lust hat, sich einzubringen, wenn Funktionen entwickelt werden, ist eingeladen, sich auf dem Newsletter „Technische Wünsche“ einzutragen.

Multimedial in Salzburg

Salzburger Orgellandschaft, Orgel in der Landschaft, das eine drinnen, draußen das andere. Passt perfekt für das WikiAlpenforum/WAF, das in seiner Programmatik Natur und Kultur als Generalthemen hat. Dieses Mal, beim +WAFtreff vom 1. bis zum 4. November, stand die Kultur im Vordergrund, Kultur im und rund um den Salzburger Dom. Die fürstbischöfliche Residenzstadt präsentierte sich uns von ihrer virtuosesten und zugleich charmantesten Seite. Eingefunden hatten sich 22 Wikipedianerinnen und Wikipedianer aus den WAF-Mitgliedsländern Österreich, Italien, Schweiz und Deutschland. Für unseren Freund Roman, der den +WAFtreff organisierte, war es ein Heimspiel: Er ist daheim in Salzburg und im Salzburger Land, hat in Salzburg studiert und ist fest verwachsen mit der Salzburger Geschichte und Kulturszene und konnte uns so Begegnungen mit Menschen und Einrichtungen, die diese Kulturszene verkörpern, vermitteln.

Beschaulich und arbeitsreich

Wir hatten uns viel vorgenommen, ein Programm mit mehr als einem halben Dutzend inhaltlichen Schwerpunkten quer durch die Salzburger Innenstadt, mit WP-Themenbörse und Gelegenheiten zur gemeinsamen Artikelarbeit. Wir verbrachten viel Zeit mit den Freunden vom Salzburgwiki, und an drei Abenden suchten wir schöne Salzburger Lokalitäten heim. Einquartiert waren wir inmitten des Geschehens, im Gästehaus des Salzburger Priesterseminars, unmittelbar neben der Dreifaltigkeitskirche. Gut, dass wir, zumindest einige von uns, schon am Donnerstag für die letzten Vorbereitungen anreisten. Die vier Tage stand uns das Konferenzzentrum im Priesterhaus zur Verfügung, vorsorglich mit den Zimmern gebucht von WMAT, – danke Raimund!

Was alles geschah an den vier Tagen in Salzburg hat der Kollege Tokl in seinem ausführlichen Report für WMAT in einer Art Tagebuch dokumentiert. Hier nun ein paar eher subjektive Anmerkungen:

WAF-Themenbörse

Gleich zu Beginn nahmen wir uns konkrete Themen vor, schließlich stand der Ausflug in die Salzburger Orgellandsschaft schon lange auf unserer WAF-Agenda, genau genommen seit dem 29. Jänner 2016, als die Idee zum Projekt WikiAlpenforum am Wikipedia-Stammtisch im Salzburger Gablerbräu aufkam. Etliche Themen, neue und zu bearbeitende, hatten wir im Vorfeld ins Visier genommen, und auf unserer Dokumentationsseite aufgelistet, Personenartikel ebenso wie die Themen zu Orgeln und zur Musikgeschichte in Salzburg.

Das Besondere diesmal: Auf dem Tisch im Seminarraum lag eine Menge Literatur zu den vorbereiteten Themen, – danke Roman! Wir schmökerten in den Büchern, nahmen sie mit aufs Zimmer, und wer wollte, konnte sich vorbereiten auf das große Orgelevent im Salzburger Dom.

Orgelspiel und Orgelwissen

Was Orgeln anbelangt und Orgelkonzerte habe ich schon viel erlebt. Aber das, was wir bei diesem Treffen geboten bekamen, war für mich die wohl beeindruckendste Präsentation von Orgelspiel, Orgelwissen und Kirchenmusikgeschichte, die ich je in so kompakter Form erlebt habe. Vortragende waren Koryphäen ihres Fachs, der Musikwissenschaftler Gerhard Walterskirchen, der Domorganist Heribert Metzger zusammen mit der Organistin Yeonju Sarah Kim. Höhepunkt für mich war das alternatime Orgelspiel, eine historische Aufführungsform liturgischer Musik, das es sonst nirgends gibt, – und spannend auch die Darbietung kurzer Sentenzen aus Mozarts Zauberflöte an zwei Orgeln, (Christian Gottlob Neefe (1748–1798): Petite pièce, tirée de l'operette „Die Zauberfloete“ de Mr. MOZART)

Durchzogen war unser Salzburgevent von herrlicher Musik, von Menschen, die Musik komponierten und komponieren, von Menschen, die musizieren und Musik lehren. Ihnen galt zuvörderst unsere Aufmerksamkeit an den vier Tagen:

Begegnungen

Insgesamt begegneten wir acht Menschen aus Salzburg, über die es bereits einen Eintrag in Wikipedia gibt bzw. wir uns vorgenommen haben, über sie einen Artikel zu verfassen. Gleich zu Beginn trafen wir im Mozarteum den aus St. Louis Missouri stammenden Klavierprofessor Stan Ford, und hatten viel Spaß mit ihm. Am Freitag dann gab sich Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Stiftung Mozarteum die Ehre, auf Mozarts Original-Hammerklavier im Mozarthaus ausgewählte Mozartstücke zu spielen. Welche Holzarten Hammerklavier und Cembalo den richtigen Ton verleihen, erläuterte uns der großartige Musiker und Instrumentenexperte Wolfgang Brunner. Von der Organistin Sarah Kim war XanonymusX so begeistert, dass er gleich einen Artikel über sie anlegte, das Foto von ihr steuerte Wikiolo bei.

Alle, denen wir in Salzburg begegneten, hatten einen engen Bezug zum Mozarteum, dem großen Salzburger Kulturdreiklang von Mozartstiftung, Musikhochschule und Mozartorchester.

Im Mozarteum

Eine Musikhochschule vom Feinsten ist die Universität Mozarteum, da können wir Münchner mit unserer Musikhochschule nicht mithalten. Am Besuch des Mozarteums führt in Salzburg kein Weg vorbei; wir genossen es, durch die Gänge zu streifen, hie und da hängen zu bleiben, und hatten Spaß an der locker-kreativen Atmosphäre in dem Haus.

Ein paar Häuser weiter, ganz unten im Keller von Mozarts Wohnhaus, dem sog. Tanzmeisterhaus, fand für mich historisch gesehen der Höhepunkt unseres Salzburgtreffens statt, die Präsentation der persönlichen Korrespondenz von Mozart und von ihm nahestehenden Personen.

Mozart privatissime

Mit der Autorenangabe „Mozart, Wolfgang Amadé (1756-1791)“ sind die meisten Schriftstücke in der Bibliotheca Mozartiana gekennzeichnet. Der tresorartig abgeschirmte Raum, der für Publikum nicht zugänglich ist, beherbergt zahlreiche Briefe und sonstige handschriftliche Dokumente von Mozart, seiner Familie und von ihm nahestehenden Menschen. Eine gute Stunde lang vertieften wir uns, geführt von Armin Brinzing, dem Leiter der „Bibliotheca Mozartiana“, in das facettenreiche Leben Mozarts und seiner Zeitgenossen.

Am Ende des Briefes an seinen „Mon trés cher Pére!“ schreibt Mozart: „… ich küsse ihnen die hände 1000mal, und meine liebe schwester umarme ich vom herzen und bin Ewig dero“.

Unser Besuch in der Mozartschen Handschriftensammlung stand auch im Fokus der Berichterstattung der Medien über das WAF-Jubiläumstreffen in Salzburg.

Multimediale Medienresonanz

Wir hatten nochmal großes Glück, die Medien fanden unser Treffen und unser Programm spannend und berichteten ausführlich darüber. Der ORF berichtete in seinem Fernseh- und in seinem Radioprogramm über unser Treffen, insbesondere über die Orgelvorführungen im Dom. Ausgestrahlt wurden die Beiträge in „Salzburg Heute“ im ORF 2 und „Guten Morgen Salzburg“ im Radio Salzburg. Ganzseitig widmeten sich die Salzburger Nachrichten und die Kronen Zeitung in Wort und Bild unserem Treffen, und vermittelten dabei etliches an Basisinformation über Wikipedia, hier verlinkt auf unserer WAF-Dokuseite. Unser Kollege Peter Krackowizer vom Salzburgwiki veröffentlichte einen ausführlichen Bericht. Danke Peter!

Beinahe hätte ich unser letztes großes Highlight am Sonntagvormittag vergessen, die Vorstellung des Claviorganums, einer Kombination aus Spinett, Regal und Flöte 4′ (einem Orgel-Register), aus dem Jahre 1591 im DomQuartier durch den Leiter des Musikarchivs St. Peter Petrus Eder OSB – danke Pater Petrus!

Wir kommen wieder!

Ja, wir hatten alle miteinander immensen Spaß in Salzburg, und wir haben gut zusammengearbeitet. Zu zweit und zu dritt wurde an einzelnen Artikeln geschrieben, Flo Sorg, Regiomontanus und Wikiolo bebilderten fleißig. Flo Sorg machte zusammen mit einem Neu-Autor Audio-Aufnahmen für die Orgel- und Organistenartikel, multimedial in jeder Hinsicht.

Danke an alle für dieses WikiAlpenforum-Treffen par excellence. Für mich, der ich mithelfen durfte beim Entstehen und Wachsen des die Alpenländer umspannenden Projekts WikiAlpenforums, endet mit diesem Salzburger Event ein schönes und spannendes Kapitel des über die Artikelarbeit hinausgehenden Engagements in Wikipedia. Pi 8.11.

GLAMTLV2018

Der Veranstaltungsort, die Cinematheque Tel Aviv

Alle zwei Jahre findet mit der GLAMWiki Conference an einem jeweils anderen Ort auf der Welt das große Treffen der GLAM (Galleries, Libraries, Archives & Museums)-Aktivisten der Wikimedia-Welt statt. Dieses Jahr war es vom 3. bis 5. November in Tel Aviv-Jaffa. Teilgenommen haben GLAM-Aktivisten aus mehr als 30 Ländern. Die GLAMTLV2018 stand unter zwei großen Zeichen. Zum einen war Wikidata eines der beherrschenden Themen. Zum anderen wurde das L (für Libraries, Bibliotheken) weitaus mehr in den Mittelpunkt gerückt als üblich. Sehr oft wurden auch beide Themen inhaltlich verbunden. Daneben standen auch Wikisource, dessen Wert und Bedeutung immer wieder hervorgehoben und gelobt wurde, und vor allem in Hinblick auf die sich anbahnenden Veränderungen durch Structured Commons auch Wikimedia Commons im Fokus. Wikipedia selbst war nur eines von mehreren Projekten und anders als üblich nicht das beherrschende Thema.

Da es immer gleichzeitig drei Veranstaltungen in der Cinematheque, einem bedeutenden Kino der Stadt, gab, wobei eines zumeist ein Workshop zu verschiedenen Themen war, konnte ich bei weitem nicht an allen Veranstaltungen teilnehmen. Ähnlich wie beim Programm der letzten Wikimanias konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Vortragende ihre Beiträge erst kurzfristig verfasst hatten, die dann nicht immer mit dem Titel in Gänze zu tun hatten. Auch das dürfte einer der Gründe sein, warum sich viele Inhalte merklich wiederholten. Ebenso war einmal mehr erkennbar, dass der Anteil der hauptamtlich beschäftigten recht hoch war. Anders als bei Wikimanias ist das bei GLAM-Treffen aber nicht von so großer Bedeutung, weil auch diese Personen oft direkt an der Schaffung Freien Wissens beteiligt sind und doch bodenständiger und in das „Movement“ integriert sind als in vielen anderen Bereichen. Nichtsdestotrotz hätte ich mir vor allem aus den Gegenden, die schon starke Chapter haben, auch eine größere Beteiligung der Community gewünscht. Bei Anträgen auf Stipendien, die im Frühjahr für den Spätherbst gestellt werden müssen, ist das allerdings wohl eher illusorisch.

Blick in den Pausenbereich

Trotz der angesprochenen Mängel bei einzelnen Beiträgen war das Programm recht vielseitig, reichte vom großen strategischen Überblick bis hin zu Best-Practice-Vorstellungen. Es wurden Zusammenarbeiten mit Museen, Bibliotheken und Archiven ebenso vorgestellt, wie die Nutzbarmachung all der gewonnenen Daten und Fakten auf unseren Projekten und hier – wie schon angesprochen – insbesondere auf und durch Wikidata. Exemplarisch sei hier einmal mehr das grandiose Projekt „Summ of all Paintings“ genannt, das mittlerweile Daten zu mehr als 300.000 Gemälden gesammelt hat. Beschrieben wurde durch Maarten Dammers die mittlerweile erfolgte Verzahnung von im Idealfall drei Projekten: Wikipedia, Wikidata und Commons. Die neueste Entwicklung ist die Taggung des Inhalts von Bildern anhand von Wikidata-Items (das entsprechende Tool heisst depicts). Damit können bei entsprechender Zahl der so erfassten Bilder bald sehr exakte Aussagen zu spezifischen Fragen gemacht werden, etwa (willkürliches Beispiel) wieviele Bilder Flämischer Maler gibt es, die zugleich Giraffen und Vulkanausbrüche zeigen.

Überhaupt wurden viele kleine hilfreiche Tools und Projekte vorgestellt, etwa FindingGLAMs von Wikimedia Schweden, das schon länger bekannte Listeria, das Listen zu verschiedensten gewünschten Themen erstellen kann und in der deutschsprachigen Wikipedia eher nicht zur Erstellung von Listenartikeln benutzt werden wird, aber sehr wohl zur Generierung von Arbeitslisten nützlich ist. Für Wikidata-Bearbeiter, insbesondere für mehrsprachige, ist TABernacle zu empfehlen, hier kann man sich die zu bearbeitenden Rubriken selbst wählen und dann mit dem Inhalt in den Sprachen der Wahl befüllen. Ebenfalls praktisch und hilfreich für die Arbeit in Wikipedien ist das Find-Link-Tool, mit dem man einen Text in Wikipedias suchen kann und wo dieser noch nicht auf den entsprechenden Link verweist, verlinken kann. Wer also einen Artikel zu einem Wissenschaftler/einer Wissenschaftlerin anlegt, kann diese Person mit Hilfe des Tools schnell und einfach direkt verlinken. Einige weitere Beispiele wurden von Andrew Lih vorgestellt, zu finden im Etherpad zu seinem Vortrag.

Blick in das Panel während der Eröffnungsveranstaltung

Besonders interessant die vielen Berichte aus aller Welt, aus Mexiko, wo es mittlerweile eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur gibt, Italien, wo Musik zunehmend in den Fokus rückt, Israel, wo die Arbeit an medizinischen Artikeln in Zusammenarbeit mit Studenten einen großen Impact hat, Bulgarien, wo man mit Botewgrad die erste „Wikistadt“ hat, wie Norwegen und Armenien ein gemeinsames Projekt durchführten oder wo die Probleme Afrikanischer Communities liegen und diverse mehr. Man merkt,dass mittlerweile GLAM sehr viel weiter gefasst wird, als es die vier Buchstaben zunächst erahnen lassen würden. GLAM ist nach der Definition der meisten Teilnehmer mittlerweile der gesamte Kulturbereich. Und jedes Land, jede Community definiert das auch für sich selbst neu. Andererseits kann man sich fragen, ob eine ganze halbe Stunde für die Information nötig ist, dass man 100Wikidays auch mit GLAM-Inhalten füllen kann.

In einer Session wurde versucht, generell dem Impact der ganzen GLAM-Projekte, die – wenn man sich Diskussionen in der deutschsprachigen Wikipedia ansieht – nicht bei allen beliebt sind, zu schätzen. So wurden im Rahmen von Wiki-Loves-Monuments 2,1 bis 2,2 Millionen Bilder beigesteuert, über Wiki-Loves-Art eine halbe Million. Alle Wiki-Loves-Projekte zusammen kommen auf 2,8 bis 3 Millionen Bilder. Mit anderen GLAM-Unternehmungen kommt man zusammen auf eine nicht genauer zu bestimmende Zahl von 5 bis 8 Millionen so gewonnener Dateien. Allein im letzten Jahr gab es allein im GLAM-Bereich weltweit mehr als 1.000 Edit-a-thons und Workshops. Oder mit meinen Worten: GLAM ist mittlerweile eines der dicksten Standbeine unseres Projektes. MC, 6.11.

Sieben Jahre – und doch nur ein paar Schritte

Es sind nur einige hundert Meter Fußweg vom 13. Kongresswahlbezirk von New York zum 14. Kongresswahlbezirk von New York; in der deutschsprachigen Wikipedia dauerte dieser Marsch sieben Jahre. Zumindest soviel Zeit ist vergangen zwischen der Anlage dieser beiden Artikel. 435 dieser Kongresswahlbezirke gibt es; die aufgrund von Bevölkerungsverschiebungen zwischen den Bundesstaaten inzwischen obsoleten Kongresswahlbezirke, darunter 30 in New York, sind da nicht mitgerechnet. Seit der Anlage meines ersten Kongresswahlbezirksartikels sind fast acht Jahre vergangen. Den hatte ich nach dem Attentat auf Gabrielle Giffords angelegt.

Bei diesem Tempo wird die voraussichtliche Restlebenszeit des ziemlich alleinigen aktiven Benutzers in dieser Nische bei weitem nicht ausreichen, alle Artikel anzulegen, ja selbst bei einer Steigerung der neuen Kongresswahlbezirksartikel pro Jahr auf zehn wird es knapp werden. ;-) Hinzu kommt, daß aufgrund der kurzen Legislaturperiode von zwei Jahren alle diese Artikel dementsprechend oft aktualisiert werden sollten, wobei hier auch die sich in der englischen Wiipedia inzwischen stark veränderte Syntax hinderlich ist. In der englischsprachigen Wikipedia gibt es inzwischen etwa vier verschiedene inhaltliche Grundformen für diese Artikel, und hinzu kommt, daß ein Teil der Tabellen in den Artikeln zum Zeitpunkt der Anlage hierzupedia dort noch mit reiner Tabellensyntax erzeugt wurden, was relativ problemlos kopiert werden konnte, aber inzwischen auf ziemlich komplexe Tabellenvorlagen umgestellt wurde, einschließlich aller möglichen Mikroformate, die hierzupedia weitgehend Fremdwörter sind. [Nach meiner persönlichen Einschätzung liegt mein Kenntnisstand hierzu auf einer Skala von eins bis zehn etwa bei zweieinhalb und ich gehe gefühlt davon aus, daß ich damit wohl zu den Top 7 der User gehöre, die den Begriff schon einmal gehört oder gelesen haben.] Es würde wohl helfen, wie bei den Denkmallisten spezialisierte Tabellenvorlagen einzuführen, aber mit bisher „nur“ acht Artikeln wären diese dank der Erbsenzähler und Regelhuber dieser Sprachversion wohl stark löschgefährdet. Die Bedeutung der von Artikelautoren eingesetzten Lebenszeit als Ressource wird hierzupedia nachwievor heruntergespielt und mißachtet.

Aber auch abseits der Tabellensyntax gehören diese Wahlbezirksartikel zu den arbeitsaufwendigsten, die ein Artikelübersetzer aus der englischsprachigen Wikipedia übertragen kann, unter anderem wegen der lästigen unterschiedlichen Namenskonventionen für Orte und Personennamen sowie den Unterschieden bei der Schreibweise von Zahlen und Datumsangaben, insbesondere hinsichtlich des Dezimalpunkts statt des hiesigen Dezimalkommas. Es ist quasi unmöglich, nicht zuletzt aus Gründen der Konzentration, einen solchen Artikel on the fly zu übertragen, sondern es dauert oft viele Stunden mit zahlreichen Zwischenspeicherungen, bis ein solcher Artikel steht.

Die nächsten Zwischenwahlen sind in zwei Tagen. Die Aktualisierung des seit 2014 veralteten Artikels 8. Kongresswahlbezirk Arizonas verspreche ich in meinem großen Leichtsinn mal auf jeden Fall. Interessant in punkto Wahlgeschehen wären auch der 11. Kongresswahlbezirk von New Jersey, der 7. Kongresswahlbezirk von Texas und der 1. Kongresswahlbezirk von Iowa. Mal sehen, was da meinerseits noch machbar ist.

So richtig beginnt die Nacharbeit dann in einigen Wochen. Zum 3. Januar 2019 müssen alle 435 Abgeordnetenartikel der derzeitigen Representatives aktualisiert werden, zusätzlich etwa 50 neue Biographien geschrieben werden. Auch bei den Senatoren dürften etwa 50 neue Biographien zu überarbeiten oder neu zu schreiben sein. Hinzu kommen etliche Biographien zu Kandidaten, die unabhängig von ihrem Wahlerfolg sowieso schon relevant sind, etwa Greg Stanton, dem vormaligen Bürgermeister von Phoenix, Arizona und Abby Finkenauer als Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Iowa sowie jede Menge Listenartikel, die zu überarbeiten sind, etwa die Listen der Mitglieder des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten aller Bundesstaaten und Überseegebiete und die Listen der Senatoren der Vereinigten Staaten für die Bundesstaaten, deren Senatsitze zur class 1, also dem jetzt neuzuwählenden Drittel der Senatoren gehören. Viel zu tun also. MaB 4.11.

Person of the Year

Dieses Jahr hat das Time Magazine sogenannte „Guardians“ (übersetzbar als „Wächter“ oder „Hüter“) im Krieg um die Wahrheit zu den Personen des Jahres erkoren. Leider sind die Namen der meisten dieser Guardians in der deutschen Wikipedia noch Rotlinks, wie man in dem in der Überschrift verlinkten Artikel sehen kann. Wer macht mit beim Bläuen? Ich habe mir als ersten Shahidul Alam vorgenommen, über dessen Inhaftierung dieses Jahr ich ziemlich viel gelesen habe.Kri 15.12.

It’s a man’s world

In der 2. Ausgabe des neuen Gesellschaftsmagazins ROM – einer Initiative des Thinktanks iRights.Lab – ist ein Artikel der redaktionellen taz-Mitarbeiterin und freien Journalistin Carolina Schwarz erschienen, der sich mit dem „Sexismus in der Wikipedia“ befasst. Der Beitrag wurde zudem am 14. Dezember 2018 unter dem Titel It’s a man’s world: Wie weibliche Editorinnen von der Wikipedia verdrängt werden auf der Nachrichten-Website netzpolitik.org veröffentlicht und erreichte damit eine größere Öffentlichkeit.

Vorrangig behandelt der Artikel von Carolina Schwarz die Erfahrungen einer im Themenbereich Feminismus, Antifeminismus und Politik tätigen Wikipedia-Autorin mit dem frauenfeindlichen Umgangston bestimmter Männer in der Wikipedia. Diese Männer haben sich mit dem Ziel zusammengetan, um die Autorin, hier verschleiernd Sophia genannt, aus der Wikipedia zu mobben. Das hinterlässt bei ihr Spuren, denn sie berichtet nicht nur über die verbalen Ausfälle, sondern auch über ihre Angst. Sie ist für diese Gruppe von Männern zum Feindbild geworden. Allgemein würden „Themen rund um Frauen und Feminismus häufig aus der Wikipedia verdrängt“, resümiert Schwarz und konstatiert, dass der „Verein Wikimedia“ das Problem kenne und versuche gegenzusteuern. Es bleibe jedoch offen, wie es gelöst werden kann.

Wie viele journalistisch bearbeitete Texte über die Wikipedia enthält aber auch dieser Artikel Fehler, wenn er den Verein Wikimedia Deutschland beispielsweise als „Verwalter der Wikipedia“ beschreibt.
Sc, 15. Dezember 2018 / Überarb. u. ergänzt, Jo., 15.12.

Um die Thematik mit einem konkreten Beispiel zu unterfüttern: Seit gestern steht der Artikel zur Klimaaktivistin Greta Thunberg in der Rubrik Schon gewusst? auf der Hauptseite. Einigen männlichen Benutzern war die Formulierung Schülerinnen und Schüler im Fließtext wohl ein Dorn im Auge. Jedenfalls gab es entgegen WP:Korrektoren darum einen Edit-War, den Rat analog zu Studierende Schülernde zu verwenden und schließlich eine Vandalismusmeldung. Was soll ich sagen: Im nun geschützten Artikel steht entgegen der ursprünglichen Fassung, was glaubt Ihr?, natürlich das Generische Maskulinum. Frau hat's nicht leicht, aber manchmal hat's eine. bd

Winterferien 2018

Winterferien

Das Team Ideenförderung wünscht frohe Feiertage und alles Gute für das neue Jahr! Vielen Dank für die großartigen Projekte, die auch im vergangenen Jahr wieder mit der Community umgesetzt werden konnten! Vom 22. Dezember 2018 bis 2. Januar 2019 ist das Team im Urlaub und freut sich danach wieder auf interessante Förderanfragen.

12.12.

Studie zur Danken-Funktion

Gemeinsam mit der polnischsprachigen, arabischsprachigen und persischsprachigen Wikipedia soll in der deutschsprachigen Wikipedia ab Januar 2019 eine Studie durchgeführt werden, die die Effekte der Danken-Funktion untersucht. Es soll getestet werden, ob das Danken positive Auswirkungen auf die Motivation und Produktivität von Neulingen und bereits länger aktiven Autorinnen und Autoren hat. Mehr Informationen zum Forschungsdesign finden sich hier. cd (WMDE) 11.12.

148 Frauen, die man kennen muß – ein Nachtrag

Vor einigen Monaten wurde auf Spiegel Online ein von Schriftstellerin Sibylle Berg und anderen aufgestellter Bildungskanon mit den Namen von 148 Frauen veröffentlicht. Er enthält Namen wie Hedy Lamarr, Marie Curie und Maria Sibylla Merian, Christiane Amanpour, Simone Veil und Petra Kelly, Elfriede Jelinek, Virginie Despentes und Ingeborg Bachmann, Ella Fitzgerald, Tina Turner und Pina Bausch – nebst vielen anderen. Eine vollständige Auflistung in Wikipedia ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Die meisten dieser Frauen sind in der deutschsprachigen Wikipedia gebläut, aber eine Reihe von ihnen sind ein Fall für Wikipedia:Women in Red – falls es bemerkt worden wäre. So etwa Alice H. Parker (en), die eine Regulierung für den Gasheizofen entwickelte oder die amerikanische Schriftstellerin Ijeoma Oluo (en), die Mitautorin von Farbe bekennen Katharina Oguntoye (en) sowie Akiko Morimatsu und Mitsue Kono, Mütter aus Fukushima, die ihrem Internetfußabdruck nach zu urteilen zwar völlig irrelevant sind, aber wenn Frau Berg und Kolleginnen meinen, seien sie hier erwähnt; desweiteren die Historikerin Lynn Hunt (en) und die italienische Abgeordnete der M5S, Piera Aiello (it).

Bei Tupoka Ogette erhebt sich die Frage nach der Relevanz, Trainerinnen und Coachees haben es schwer in der DE-Wikipedia. Auch bei der Künstlerin Assunta Abdel Azim Mohamed dürften die Kunstrelevanzkriterien einen Artikel behindern. Zweifelsfrei relevant hingegen ist die japanische Filmpionierin Tazuko Sakane (en). MaB 11.12.

WikiCon 2018: Evaluation

Als Ergänzung zum heutigen „Startschuss für die WikiCon 2019 in Wuppertal“ in der linken Spalte weist das Orgateam der diesjährigen WikiCon in St. Gallen gerne darauf hin, dass die Ergebnisse der Evaluation nun vorliegen: Wikipedia:WikiCon 2018/Evaluation. Wir freuen uns sehr über das vorwiegend positive Feedback, das aber selbstverständlich auch weiteres Verbesserungspotential aufgezeigt hat. Wenn ihr uns noch etwas mitzuteilen habt: Auch die Seite für Lob+Kritik steht nach wie vor zur Verfügung! Im Sinne eines Rückblicks sei ausserdem noch auf die inzwischen auf Commons entstandene Bildersammlung hingewiesen, und auch nochmals auf den Pressespiegel, der die erhebliche Beachtung der WikiCon in den Schweizer Medien aufgezeigt hat. Gestumblindi, 10.12.

Golem.de-Autor Marvin Oppong berichtet in seinem Artikel „WIKIPEDIA-AUTOREN: Verifiziert - und manipuliert“ über das Problem des Paid Editings in der deutschsprachigen Wikipedia und bietet auf Seite 6 des Artikels eine Übersicht der bezahlten Accounts nach Anzahl der Bearbeitungen. Das bezahlte Editieren und die verifizierten Accounts werden hier möglicherweise nicht sauber getrennt, lesenswert ist der Artikel aber m. E. allemal. Paintdog, 08.12.2018

Ergebnisse des Wikipedia-Aktionstages 2018 veröffentlicht

Zusammen mit den lokalen Räumen in den drei Wikimedia-Vereinen (Chaptern) in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat der Wikipedia-Aktionstag 2018 insgesamt fast 850 Menschen persönlich erreicht. Online haben sich zusätzlich 201 Personen neu registriert. Eine detaillierte Auswertungen des Wikipedia-Aktionstages 2018 ist nun im Portal „Neue Ehrenamtliche“ veröffentlicht. Schaut gerne mal rein und gebt auch gerne euer Feedback auf der Diskussionsseite der Aktion ab. Darüber hinaus findet ihr noch weitere Berichte direkt aus den lokalen Räumen auf der Chapterübergreifenden Diskussionsseite zum Aktionstag. sts (WMDE), 04.12.

Wikimedia Deutschland wählt neues Präsidium

Das 6. WMDE-Präsidium. von links: Daniel Reisener, Lukas Mezger, Harald Krichel, Sabria David, Kilian Kluge, Marcus Cyron, Peter Dewald

Am Samstag haben die Mitglieder von Wikimedia Deutschland ein neues Präsidium gewählt. Ausgeschieden, weil nicht wieder angetreten, sind Tim Moritz Hector, Kurt Jansson, Sebastian Moleski, Johanna Niesyto und Gabriele Theren, neu hinzugekommen sind Daniel Reisener als Schatzmeister, Marcus Cyron und Kilian Kluge. Außerdem wurde erstmals eine mehrjährige Strategie für den Verein beschlossen, eine Debatte zur politischen Positionierung des Vereins angestoßen und der Turnus der Mitgliederversammlung auf ein „Wochenende des Freien Wissens“ im Frühjahr umgestellt. Ein kurzer Bericht findet sich im Vereinsblog. Gnom, 3.12.

Einfach mal...

...ein Danke schön an alle fleißigen Helfer, die meine Auszeichnungsfehler, Typos, Satzzeichenfehler und andere Fehler in den von mir erstellten Artikeln korrigieren. Ich sorge ja immer für reichlich Nachschub. ^^° Vielen, vielen Dank! JPF, 2.12.

Alle Jahre wieder ...

Maplin ETI 4600 (UK) and christmas tree.jpg

... nimmt der Wikipedia-Weihnachtswunschzettel Artikelwünsche auf. Jeder darf sich etwas wünschen und anderen eine kleine Freude durch Erfüllen eines Wunsches machen. Die Artikel werden im Weihnachtsnamensraum vorbereitet, Heiligabend ist dann Bescherung. Das Christkind freut sich auf rege Unterstützung. bjs, 1.12.

Schreibwoche Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien

Die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) ist ein häufig ignorierter Teil Belgiens, die mit gut 850 km² und 77.000 Einwohnern neben den französisch- und niederländischsprachigen Landesteilen das dritte Sprachgebiet Belgiens darstellt. In der Wikipedia ist die DG leider unterrepräsentiert und vergleichsweise dünn beschrieben – zahlreiche Subjekte zum Thema sind zudem zwar in der französisch- und niederländischsprachigen Wikipedia, aber nicht in der deutschsprachigen beschrieben. Aus diesem Grund wird vom 10. bis zum 21. Dezember die zweiwöchige Schreibwoche Deutschsprachige Gemeinschaft stattfinden. Als Höhepunkt findet am 15. Dezember ein von Wikimedia Belgien organisierter Edit-a-thon in Eupen, der Hauptstadt der DG, statt. Hier sollen Artikel in deutscher, französischer und niederländischer Sprache gemeinsam verfasst und verbessert werden (das Beherrschen von mehr als einer dieser Sprachen ist natürlich keine Pflicht), zudem wird die Möglichkeit zur Vernetzung mit belgischen und niederländischen Wikipedianern geboten. Auch eine Übernachtung ist möglich. Bitte meldet euch möglichst bald an, falls ihr übernachten wollt, ist der 2. Dezember die Deadline. Milad, 29.11.

Wikipedia als Strafe – keine gute Idee

Die Meldung ist schon fast zwei Jahre alt, ich bin aber erst jetzt darauf gestoßen. An der Städtischen Realschule in Kaarst gab es eine Unterrichtsstunde über Niccolò Paganini. Weil die Schulklasse (eine 6. Klasse) sehr laut war, ließ der Lehrer die Schüler den Wikipedia-Artikel über Paganini abschreiben. Am Ende der Stunde wollte er die Abschriften korrigieren, aber als der Pausengong ertönte, hielt es die Schüler nicht auf ihren Plätzen. Der Lehrer stellte sich in die Tür, weil er noch nicht alle Abschriften gesehen hatte. Ein Schüler rief die Polizei wegen Freiheitsberaubung. Dies war dann Gegenstand verschiedener Gerichtsverfahren. Zu lesen bei den „beck-aktuell Nachrichten“ vom 17. Februar 2017 und in der Schöffenzeitschrift „Richter ohne Robe“ 1/2017. Fazit: Wikipedia als Strafe funktioniert nicht. G.K. 29.11.

Reminder: KulTour Wiegand-Haus

Es sind noch Plätze frei zur KulTour im Wiegand-Haus (Berlin-Dahlem) am 8. Dezember. MC, 27.11.

Die KulTour wurde wegen des bislang etwas geringen Interesses aufgrund des leider nicht anders zu legenden Termins und des damit verbundenen Aufwandes der Institution für doch wenige Personen für dieses Jahr abgesagt und wird aller Voraussicht nach (beidseitig ist es sehr gewünscht) 2019 als GLAM (Galleries, Libraries, Archives & Museums)-on-Tour-Station in einem weitaus größeren Umfang im Rahmen des 190-jährigen Jubiläums des Deutschen Archäologischen Institutes (DAI) stattfinden. MC, 28.11.

Kleiner Film über Wikidata-Workshop

Am 16. bis 18. November 2018 fand in Köln ein Workshop statt: Im Lokal K erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr über Wikidata. Das Ziel war es, neue „Wikidata-Trainer“ auszubilden. Dafür war die Zeit doch etwas knapp. Aber man fand heraus, vor welchen Herausforderungen solche Trainings stehen und wo noch Bedarf an Vorarbeit besteht.

Ich selbst empfand das Wochenende als höchst informativ und aufschlussreich. Anstelle eines längeren, getippten Berichtes habe ich die Kamera mitlaufen lassen und dann etwas zusammengeschnitten (ja, stellenweise wacklig und unscharf; Raymond hat übrigens mit der Fotoausrüstung des Lokal K geholfen). Ziko, 27.11.

Technische Wünsche: Hervorhebung von Fußnoten-Link-Buchstaben

Diese Fußnote wurde an zwei Stellen im Artikel referenziert. Welcher Buchstabe führt mich an meine Leseposition zurück?
Durch eine fette Formatierung wird das in Zukunft leichter zu erkennen sein. Auch der Pfeil am Anfang der Zeile führt dann zurück vorherigen Textstelle.

Wenn eine Fußnote im Artikel mehrfach verwendet wird, werden ihr unten im Abschnitt Einzel­nachweise klick­bare Buchstaben (z. B. ↑ a b ) voran­gestellt. Über sie gelangt man wieder nach oben zum entspre­chenden Fußnoten­zeichen im Artikeltext. Aber woher weiß man, auf welchen dieser Buchstaben man klicken muss, um wieder zur vorherigen Text­stelle zu gelangen? Bislang gab es dazu keine Kenn­zeichnung.

In Kürze wird, wenn man aus dem Artikel­text zu einer mehrfach verwendeten Fußnote springt, der entsprechende Buchstabe gefettet. Außerdem führt auch der Pfeil am Anfang der Fußnote zurück zur vorherigen Textstelle.

Die Änderung geht auf einen Wunsch aus der Umfrage 2017 zurück. Die Bereitstellung der Funktion ist hierzuwiki für den 29.11. geplant. Feedback ist wie immer auf der Diskussionsseite des Wunsches willkommen. js (wmde), 26.11.

Falsch im Bilde: Dolchstoßlegende

Da in Wikipedia ja Abbildungen eher als visuelles Beiwerk und nicht als historische Quellen betrachtet und somit es dem kritischen Umgang damit mangelt, kam es zu einem peinlichen Fehler beim zusammengeklöppeln des Artikel Dolchstoßlegende. Unser Artikel macht letztlich die sozialdemokratische Wiener Arbeiter Zeitung zum Erfinder einer klar antisemitischen Karikatur der Dolchstoßlegende, die zugleich eine Postkarte aus Wien sein soll. Oder genauer eigentlich nicht oder vielleicht doch: „Antisemitische österreichische Postkarte zur Dolchstoßlegende aus dem Jahr 1919.“ (Bildunterschrift) Versuchen wir mal nachzuvollziehen was da passiert ist. Man muss schon den durch den visuellen Bildbetrachter umständlichen Weg gehen um sowas wie ein Quelle für das Bild zu kommen. Es wird auf eine Rezension eines Buches zur Dolchstoßlegende verwiesen deren Onlineversion einige Karikaturen beigegeben sind. [1] Nun da ist die Karikatur oder genauer da ist sie fast: sie hat dort nämlich eine französischsprachige Bildunterschrift, die als Zitat aus der Wiener Arbeiter Zeitung vom 26.3.1919 gekennzeichnet ist, darunter wird vermerkt, dass es sich um eine antidemokratische, antijüdische, österreichische Postkarte handle, aber keine Datumsangabe. Inhaltlich findet sich das Zitat, so ähnlich aber verkürzt in der Arbeiter-Zeitung, diese hat allerdings an diesem Tag keine Karikatur und mithin auch keine der Dolchstoßlegende. [2] Erstmalig findet sich das Wort „Dolchstoßlegende“ in der Wiener Arbeiter Zeitung vom 30. Juli 1921, das ist wie die Suche in Anno zeigt der erste Fund des Wortes und es wird kritisierend verwendet. Es ist also festzuhalten, dass wir es hier eventuell mit einer Postkarte zu tun haben, dass diese aber sicher nicht vom 9.3.1919 stammt. Wenn man sich ansieht wie das Wort „Dolchstoßlegende“ auch in unserem Artikel nach 1918 bis 1924 heranreift, wäre es erklärungsbedürftig warum eine Karikatur schon diesen Reifegrad 1919 erreicht haben sollte. Eine nachvollziebare Quelle ist nicht angegeben. Die Herkunft der französischprachigen Bildunterschrift ist ebenso ungeklärt wie die der Postkarte. Wie war das noch mal mit den Quellenangaben in WP, war ja länger nicht da? Was solls könnte man sagen, nun aber die Karikatur sickert gerade aus Wikipedia wieder zurück in den politischen Diskurs und die Information über ein zentrales Element deutschnationalen, völkischen Denken sollte schon richtig sein. EF 26.11.2018

Sonderzeicheneinfügeleiste wieder da

Da sich der ausführliche Kurierartikel wohl verzögert, hier nur eine kleine Randnotiz. Die beliebte Sonderzeicheneinfügeleiste des 2006er Editors ist wieder da. Sie befindet sich jetzt direkt unter dem Bearbeitungsfenster. Dankesbotschaften bitte an PerfektesChaos richten. —D. Kleine Ergänzung: bitte aktuell NUR Dankesbotschaften, keine Beschwerden/Anregungen/Fragen dazu. PC hat ein Moratorium vorgeschlagen. Iva, 26.11.

Ahoi!

Ahoi rufen die Seeleute, um sich zu grüßen. Und genau dies wollen wir auch machen. (Angehende) Seeleute und Wikipedistas zusammenbringen. Die Seefahrt, die in ihrer weltweiten Ausbreitung und Kommunikation schon den Austausch begünstigte als das Internet noch tausende Jahre entfernt war. Die Seefahrt, an der sich Schattenseite und Probleme der Globalsierung wie sonst kaum zeigen. Im Frühjahr im März in Hamburg – zusammen mit dem Kontor Hamburg, der internationalen Seemannsmission und vielleicht dem ein oder anderen interessierten Museum. Es gibt Wikipedia:Ahoi. Wer mit auf hohe See gehen möchte, melde sich, gebe Anregungen, Ideen oder arbeite weiter mit daran! Auf Mast- und Schotbruch! sp, 25.11.

Saisonwettbewerb des Portals:Wintersport

Im Vorjahr sind im Rahmen des erstmals ausgetragenen, viermonatigen Saisonwettbewerbs des Portals:Wintersport anlässlich der Olympischen Winterspiele 2018 mehr als 250 Artikel durch 13 Autoren entstanden. In diesem Winter geht der Wettbewerb in die zweite Runde. Im Vergleich zu 2017/18 werden neben Biografien zu Wintersportlern auch Neuanlagen von Listen, Statistik-, Saison- und Wettkampfartikeln gewertet. Der Wettbewerb läuft von 1. Dezember 2018 bis 31. März 2019. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, daran teilzunehmen. mupa, 24.11.

Adventsmarathon 2018

Vom 30. November bis 2. Dezember (1. Runde), vom 7. bis 9. Dezember 2018 (2. Runde), vom 14. bis 16. Dezember 2018 (3. Runde) sowie vom 21. bis 23. Dezember 2018 (4. Runde) findet der erste Adventsmarathon 2018 im Rahmen des Artikelmarathons statt. Wer Lust hat, kann an diesem Wettbewerb teilnehmen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Spaß!!! (Au, 21.11.)

In itWM ist die Eule ein Igel

Nach den vielen zusätzlichen Informationen auf der Diskussionsseite wurde dieser Beitrag am 22. Nov. 2018, 06:00 (CET) redigiert. (L.)

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Am vergangenen Wochenende wurde zum ersten Mal der WikiRiccio vergeben. Er ist das italienische Abbild der WikiEule, die man von der deutschsprachigen Wikipedia kennt. Völlig überraschend für die Besucher wurde diese Auszeichnung für verdiente Freiwillige aus dem Hut gezaubert. Die Anregung kam von WikiCon2016 und WikiCon2017, wo Jaqen und CristianNX den ideellen Wert dieses Tieres erkannt haben. Letztes Jahr in Trento hat XanonymusX die WikiEuleAkademie präsentiert, aber bei der diesjährigen WikiCon in St. Gallen hat die Idee definitiv Gestalt angenommen. Da die Eule in Italien nicht positiv konnotiert ist, wurde sie kurzerhand zum Igel, der dort als wehrhaft und fleissig gilt, zwei Attribute, die auch in unserer Wikipedia etwas gelten. Bemerkenswert, dass beide Tiere nachtaktiv sind.

Dieses Jahr wurden die Preisträger noch «autokratisch» im Sinne von Sei mutig! ohne Akademie von den Utenti Ilario, Civvì und CristianNX ausgewählt. Den ersten Igel hat die Gruppe Valepert und Valerio Bozzolan für die Entwicklung eines Bots gewonnen. Ich kann zu wenig Italienisch, um zu verstehen, was dieser genau macht. Dies kann von kundiger Hand hier gern ergänzt werden. Valerio erinnert der Igel weniger an ein Kuscheltier als an einen Bumerang. Zwei weitere Igel gingen an die beiden Orga-Teams der ersten itWikiCons 2017 und 2018, die in Italien ausschliesslich von Freiwilligen gestemmt werden. Geehrt wurde ferner die in der Laudatio als «Insel der Glückseligen» genannte Wikisource-Community, die durch die Utenti OrbiliusMagister und Alexbrollo vertreten wurden. Und den letzten diesjährigen Igel durfte Moroboshi für Vituzzu entgegennehmen, der sich unnachgiebig anonym nicht in der Community zeigt, diese aber mit verschiedenen übernommenen Aufgaben seit Jahren besonders gut betreut. Civvì zu den Planungen: «Nächstes Jahr möchten wir auch, dass die Kandidaten von der Community vorgeschlagen werden (ähnlich wie bei den WikiEulen) aber dieses Jahr war dafür einfach keine Zeit, es war schon Stress genug, die Tierchen zu finden und rechtzeitig geliefert zu bekommen» (Lantus, 20.11.)

Wiki Loves TV & Radio

Beim Redaktionstreffen der RFF in Berlin wurde über mögliche ÖRR-Kooperationen und die Befreiung von öffentlich-rechtlichen Inhalten gesprochen. Es wurde das Projekt „Wiki Loves TV & Radio“ initiiert, das interessierten Artikelautoren und Institutionen zukünftig ein Forum bieten soll. Anfang 2019 sollen hierzu zwei weitere Treffen stattfinden, u.a. mit dem ZDF in Mainz. Weitere Inhalte waren die Infobox Film, Episodenlisten und aktuelle Themen in der Redaktion. (Q., 18.11.)

40 Tage bis Weihnachten – DWF

Noch 40 Tage bis Weihnachten! Zeit anderen Wünsche zu erfüllen und dabei Gutes zu tun! Seit fünf Jahren läuft das „Spiel“ Drei Wünsche frei erfolgreich in der Wikipedia. Dabei erfüllen die Teilnehmer sich gegenseitig Artikelwünsche und dürfen im Austausch dafür Wünsche einreichen. Auf diese Weise werden die Artikel immer gleich zu einem Gemeinschaftsprojekt. Dazu wollen wir herzlich einladen. Vielleicht schaffen wir es in diesem Jahr auch noch, die Tausender-Marke zu knacken? Schaut doch mal rein! (SA; It, 12.11.)

Alemannische Wikipedia wird 15

+++ EILMELDUNG +++ Am heutigen 13.11.2018 wird die Alemannische Wikipedia 15 Jahre alt. Zum Jubiläum treffen sich Alemannischsprecher und -schreiber, und solche, die es werden wollen, morgen am Mi, 14.11.2018, ab 19 Uhr in Zürich im Huusmaa, Badenerstrasse 138. (H., 13.11.)

Wiki4MediaFreedom edit-a-thon in Berlin

Osservatorio Balcani e Caucaso Transeuropa (OBCT) ist eine Denkfabrik („Think Tank“) und eine Digitale-Medien-Plattform mit Sitz in Trient, Italien. Von Oktober 2015 bis März 2016 hatte OBCT in Zusammenarbeit mit Wikimedia Italia und dem European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF), dessen Sitz in Leipzig ist, einen Wikipedian in Residence angestellt.

In Zuge dessen wurde die Wiki4MediaFreedom-Intiative gegründet, um Wikipedia-Artikel zur Meinungsfreiheit und bedrohtem Journalismus in Europa zu systematisieren, erweitern und aktualisieren. Zwei Treffen der Communitys wurden dazu ebenfalls organisiert, darunter ein Edit-a-thon in Belgrad (Serbien) im Jahr 2016 und einer in Sofia (Bulgarien) im Jahr 2017. Daran haben auch Wikipedianer aus Deutschland schon vereinzelt teilgenommen.

Das ECPMF organisiert nun am 31. Januar und 1. Februar 2019 in Berlin eine Konferenz über Investigativjournalismus. Als Nebenveranstaltung dazu organisieren wir mit der Unterstützung von Wikimedia Deutschland einen Edit-a-thon, der Engagierte aus den Bereichen Pressefreiheit, Journalismus und Wikipedia zum gemeinsamen Austausch und Arbeiten zusammenbringen will. Wir würden gern wissen, wer aus der deutschsprachigen Community Interesse daran hätte, an dem Edit-a-thon teilzunehmen, und welches Datum euch am besten passt von Sonntag, dem 26., bis Mittwoch, den 30. Januar.

Über eure Rückmeldung auf der Diskussionsseite der Projektseite würden wir uns freuen. 13.11, NC

Spendenkampagne startet heute

Am heutigen Dienstag beginnt in Deutschland die jährliche Spendenkampagne. Das diesjährige Ziel der Kampagne beträgt 8,3 Millionen Euro. Die Mittel werden zur Finanzierung der Wirtschaftspläne von der Wikimedia Foundation und von Wikimedia Deutschland verwendet. Wie immer werden die Banner nur nicht-eingeloggten Nutzerinnen und Nutzern in Deutschland angezeigt; zudem gibt es ein Limit von zehn Desktop-Bannern. Weitere Informationen rund um die Kampagne, wie z.B. zu den Bannerprinzipien, findet ihr im Fundraiser-Portal. Gruß, TM (WMDE)

Wikidata Veranstaltungen in München

Mit etwas Verspätung zum 6. Geburtstag von Wikidata, gibt es im WikiMUC in München zwei Veranstaltungen zur freien Wissensdatenbank. Am Donnerstag den 15.11. erfahrt ihr in einer Einführung alle wissenswerten Grundlagen. Diese könnt ihr am darauf folgenden Samstag den 17ten beim gemeinsamen Editathon & Hackathon in die Tat umsetzen. 12.11, M

Wikipedia 19

Ein kleines Privatprojekt anlässlich des 9. November und des hundertjährigen Jubiläums: Wikipedia 19. Nennen wir es einfach eine „kleine Freude“. (Jetzt auch mit externem Link; Danke für die Rückmeldungen on- und offwiki.) Ziko

Technische Wünsche: Bearbeitungskonflikte zeilenweise lösen

Es gibt eine neue Version der Beta-Funktion Zwei-Spalten-Bearbeitungskonflikt. Die grundlegend neue Oberfläche arbeitet absatzweise und erlaubt es u. a. konfliktierende Passagen in einem Bearbeitungskonflikt leichter zu erkennen und den Bearbeitungskonflikt leichter aufzulösen. Die neue Version wurde auf Basis von Feedback, Statistiken und Nutzertests mit der alten Oberfläche entwickelt. Mehr Infos gibt es auf der Projektseite. Feedback ist hier herzlich willkommen.

Zusätzlicher Hinweis

Bei der Aktivierung dieser schlich sich ein Fehler ein, durch den bei Verwendung der Vorschaufunktion ein Bearbeitungskonflikt angezeigt wurde, obwohl keiner auftrat. Daraufhin wurde das Beta Feature vorübergehend deaktiviert – der Bug konnte inzwischen behoben werden. M (WMDE)

Sind Deine Knöpfe und Sonderzeichen weg?

Falls Du aktuell die Knöpfe oberhalb des Bearbeitungsfensters und die Sonderzeichen unterhalb desselben vermisst, dann verwendest Du den Editor von 2006 – bzw. Du hast ihn verwendet, denn den gibt es seit Kurzem nicht mehr und nun verwendest Du den Editor von 2003. Und dieser Editor aus der Frühzeit der Wikipedia kannte eben noch keine Knöpfe und Sonderzeichen.
Um die Bearbeitungsknöpfe zurückzubekommen, kannst Du in Deinen Einstellungen (Tab Helferlein) das Gadget Bringt die Bearbeitungsknöpfe des Quelltexteditors zurück (der sogenannte 2006-Editor) aktivieren (der Text wird vielleicht noch verändert, auf jeden Fall ist es aktuell die 2. Option von unten im Abschnitt Bearbeitungswerkzeuge). Um die Sonderzeichen wieder zurückzubekommen, kannst Du einen Blick auf Benutzer:PerfektesChaos/js/editToolStrIns werfen. Es wird aber nach einer Möglichkeit gesucht, dies wieder standardmäßig zu aktivieren.
Weiterhin wurde unter meta:mw.toolbar zurück eine Seite eingerichtet, auf der verlangt wird, dass die Wikimedia Foundation den ursprünglichen Zustand wieder herstellt. –D., 6.11.

Ergänzend: Die Sonderzeichenleiste wird gegenwärtig in einer reduzierten Variante (ohne Sprachauswahl) wieder allgemein angezeigt. Gestumblindi, 6.11.

Inzwischen wurde der Wunsch von der Liste entfernt. Ich bemühe mich gerade hier, sie wieder zurück auf die wishlist zu bekommen, indem ich den Vorschlag passend ergänzt habe. EM 8.11.

Es gibt einen neuen Wishlist-Eintrag, der auf den alten verweist. Dort hat sich heute auch ein russisch-sprachiger Nutzer für die Rückkehr der toolbar ausgesprochen. EM 9.11.

Qualitätskontrolle dramatisch eingebrochen

Replik und sachliche Richtigstellung zu Die Löschgeier nach der Fütterung
Immer stärker sinkt die Zahl der Löschanträge und hat inzwischen ein beängstigend niedriges Niveau angenommen. Es scheint, dass die Kampf-Inklusionisten inzwischen alle um Qualität in der Wikipedia Bemühten vertrieben haben. Sollte der Trend anhalten, so wird die Wikipedia bald vollkommen zugemüllt sein. Mittelfristig wird dies bezahlten IK-Autoren zugute kommen, langfristig werden sich Qualitätsprodukte etablieren und die Wikipedia verdrängen. Noch ist Zeit diesem Trend zu begegnen. Fakten: heute 16, vor einem Jahr 22, 2013 29 und 2006 sogar 94! ...Sili 5.11.

Die Löschgeier nach der Fütterung

2.222.222 Artikel hat die deutschsprachige Wikipedia dieses Jahr erreicht. Diese stolze Zahl nehmen manche als Anlass, um wieder gründlich auszumisten. Und so häufen sich die Löschanträge auf Artikel, bei denen an der Relevanz oder Qualität irgendetwas auszusetzen ist. Vergebens verhallt der Ruf nach Mitarbeit zu einem solchen Artikel. Der Löschantrag ist die Nötigung zum weiteren Ausbau des Artikels. Das Stellen eines solchen Löschantrages bezüglich seiner Sorgfalt ist in den WP:Richtlinien nicht definiert. So werden Funktionsseiten mit unnötigen Anträgen belastet, anstelle die betreffenden Artikel selbst auszubauen. Es macht nach außen keinen guten Eindruck, die runde Zahl als Sensation zu feiern und interne Prozeduren zu diesem Zweck aufzuschieben, wenn die Relevanzkriterien wie Gummi ausgelegt werden und beinahe nach Belieben dehnbar werden. Die Autoren betroffener Artikel scheinen als Gegenwehr zum Social Engineering zu greifen und die gegebene Relevanz gezielt außen vorzulassen, um die Löschgeier zu ködern. Dabei wäre der eigene Blick bei all den Versuchen und dem Spam auf einen Fachfremden behutsamer zu wählen. hh, 05.11.

Relevanzkriterien für Marginalisierte

In der englischsprachigen Wikipedia gibt es zurzeit eine Diskussion über die Relevanzkriterien. Nach einem Vorschlag soll es Sonderregeln für „marginalized groups“ geben. Bei einer verstorbenen Person, die einer solchen Gruppe angehörte, sollen die Kriterien nicht so streng angewendet werden, auch wenn es nur wenige Quellen über die Person gibt. ziko 1.11.

Ergänzung: marginalized groups --2001:16B8:22F1:9B00:ED3C:B515:B797:E4DD 09:52, 1. Nov. 2018 (CET)